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The Iron Fear

GeschichteAllgemein / P18 / Gen
OC (Own Character) Robin "Puck" Goodfellow
12.09.2020
16.03.2021
13
47.609
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5 Reviews
Dieses Kapitel
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09.03.2021 5.377
 
Hallo Leute, schön dass ihr wieder vorbeischaut! Eine kleine Nachricht an alle die es noch nicht mitbekommen haben:
Es erscheint *trommelwirbel* ein Buch mit Puck als Hauptperson! Die Englische Version ist schon draußen, auf die Deutsche müssen wir aber leider noch etwas warten, die kommt erst am 21. September raus. Der Titel ist "Iron Raven" oder auf Deutsch "Plötzlich Rebell" (Ja, fragt nicht warum sie immer den Namen so unglaublich dumm abändern müssen, aber okay egal). Nun viel Spaß euch beim lesen und habt noch einen schönen Tag :)

PS: Es wäre ssseeeehrr sehr nett wenn ihr vielleicht ein ganz klitzekleines Kommentar hinterlassen könntet damit ich weiß ob die Story euch bisher gefallen hat

LG Angel
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Ich bin gut in exakt drei Dingen: Reiten, Rennen und Denken.
„Die drei Gaben eines Feiglings“, so hatte einer der Eisernen Ritter es an jenem Tag genannt. Damals war ich in einem der Ställe gewesen, bei den Pferden die elegant und mit Fell aus winzigen Metallhärchen dastanden und sich von mir streicheln ließen. Der Stall war einer meiner Lieblingsorte denn dies war einer der nur wenigen Plätze, in denen sich niemand allzu oft oder lange aufhielt. Mein Vater hatte mich vorher nach endlosen Diskussionen überreden können es mit dem Bogenschießen auszuprobieren und mit meinem unglaublich kläglichen Talent hatte ich es hinbekommen den Pfeil nach hinten in mein Gesicht fliegen zu lassen. Es hatte höllisch wehgetan und das Gelächter meines Bruders, kombiniert mit dem enttäuschten Kopfschütteln meines Vaters hatte mich dazu bewegt mich, ohne ein Wort umzudrehen und zu den Ställen zu rennen, so schnell wie meine Beine mich trugen und das war sehr schnell. Und dort saß ich nun, auf einem Heuballen und fütterte eines der schönen Pferde mit Karotten, während ich ihre Nüstern tätschelte.
Sie waren eingetreten, nur ganz kurz, um ihre Pferde zu holen da Vater wieder in den Wilden Wald ausreiten wollte und ihnen erlaubte mitzukommen. Für diese Ritter war das wie ein Kurzurlaub, auf dem Rücken eines Rosses, mit Bogen und Armbrust bewaffnet, schnell durch das Dickicht reitend, den Wind in den Haaren und die lebendige Natur um sich herum. Das Einzige davon was ich mochte war Reiten.
„Die Kleine kann doch auch Messer werfen hab ich gehört.“ Ein anderer Ritter spuckte geräuschvoll auf den Boden und öffnete einen Stall. „Nein, nein.“ Der Dritte fing an das Zaumzeug anzulegen und räusperte sich. „Ich hab mit ihrer persönlichen kleinen Dienerin gesprochen, diese Drahtelfe. Die hat mir erzählt, dass die kleine Prinzessin werfen kann aber treffen tut sie so gut wie nie.“ Alle Drei brachen in Gelächter aus und ich kauerte mich zusammen, bemüht so mucksmäuschenstill zu sein, wie es nur irgend ging. Wieder meldete der Erste sich zu Wort: „Irgendwie peinlich findet ihr nicht? Der ganze Hofstaat macht sich hinter ihrem Rücken über sie lustig und sie bemerkt`s nichtmal. Wie ich`s gesagt habe, sie kann nur Reiten, Rennen und Klugscheißern.“ Er lechzte höhnisch auf. „Reiten, um von den Feinden zu flüchten, rennen wenn das dürre Ding vom Ross fliegt und Denken, um ein schlaues Versteck zu finden... Oder um dem Richtigen einen zu blasen, damit der sie beschützt!“ Der zweite Ritter lachte auf und sagte: „Jungs, seid nicht so gemein.“ Er sprach mit amüsierter aber dennoch leicht verteidigender Stimme. „Zumindest ist sie ziemlich gewitzt. Habt ihr mitbekommen was die für eine Intelligenz hat? Sie kann alle großen Sehenswürdigkeiten der drei Reiche aufzählen und wenn sie davon schwafelt wie ungenau das Wassersystem hier ist will man sie doch glatt ficken damit sie endlich den Mund hält!“ Wieder Gelächter. „Jaja Hirn hat sie allerdings aber so verspannt wie die Kleine ist, wirklich ein Jammer. Die braucht einen Mann!“ Ich hörte, wie er sich auf die Brust klopfte. „Ich melde mich freiwillig die Prinzessin zu entjungfern! Aber nur wenn sie die Klappe hält, ich will nichts über ihre Ingenieurskunst erfahren während in komme.“ Und dann redeten sich weiter. Lange. Und ich erfuhr so allerlei Details darüber was man über mich sagte. Und ganz besonders wer es sagte. Und das waren so gut wie alle die ich kannte.
Erst da fiel mir auf, dass meine Hände zu Fäusten geballt und die Wangen nass von meinen still herabfließenden Tränen waren. Seit diesem Tag hatte ich eine Abneigung entwickelt. Eine Abneigung gegen alles und jeden was hier und in all den anderen Reichen lebte.
Und Abscheu. Ein Abscheu welcher sich nur schwer zügeln lies.

Wenn ich eine Sache hasse dann ist es das Sonnenlicht am Morgen. Wie es scheint, grell und unnachgiebig mitten in meine Augen und mich aus dem Schlaf reißt wie ein Eimer eiskalten Wassers. Doch genauso wache ich an diesem Morgen auf. Einen Moment lang bin ich mir nicht sicher, wo ich bin. Dieses Bett fühlt sich anders an als das Zuhause und es ist viel wärmer im Zimmer und lauter. Stimmen, Gelächter und andere seltsame Geräusche dringen aus den Fenstern. Leicht verwirrt setze ich mich auf. Die Erinnerung kommt mit einem heftigen Schlag zurück und kurz verfalle ich in eine zittrige Starre.  
Ich bin nicht Zuhause. Und das ist auch kein Albtraum, sondern harte Realität. All die Ereignisse des gestrigen Tages explodieren in meinem Kopf wie ein Vulkan. Das Elysium, der Plan meiner Eltern, die Schwärze, all die Angst und das Gerede über Prophezeiungen, das Gesicht, dieses schöne Gesicht im Spiegel und…
Die goldene Lagune in einunddreißig Tagen.
Die Lippen zu einer Grimasse der Verzweiflung verzogen lasse ich den Blick langsam auf meine Venen an der Unterseite meines Armes gleiten. Die schwarzen Adern pulsieren bei jedem Herzschlag, doch nun bereitet es mir seltsamerweise keinerlei Unruhe. Ganz im Gegenteil. Ich atme tief ein und aus. Einmal, zweimal, dreimal. „Zurück.“, befehle ich im Stillen. Niemand darf das sehen. Das, was auch immer es ist gehört ganz allein mir. Sofort schwindet die Schwärze zurück in meinen Körper, so als würde er es aufsaugen. Nun ist mein Arm wieder hautfarben und normal. Keine Schwärze. Garnichts.
Ein leises Klopfen an meiner Tür lässt mich zusammenfahren. Die Augen verdrehend schnalze ich mit der Zunge. Es scheint als würden diese Diener nur darauf warten, dass man aufwacht, um einen sofort zu nerven. „Mylady dürfen wir eintreten? Seid ihr schon wach?“ Mit gerunzelter Stirn stehe ich auf. Wir? Es sind also mehrere? Na wunderbar.
„Tretet ein.“, sage ich mit leicht genervt klingender Stimme, doch versuche ich diesen Unterton abzudecken. Auch wenn ich seit diesem Vorfall im Stall abgrundtiefes Misstrauen, ganz besonders gegenüber Dienern jeglicher Art empfinde, will ich dennoch nicht unnötig gemein sein. Schließlich können sie nichts für dieses Dilemma.
Es treten drei ein: Lucy, die andere mit dem hellen Haar und eine weitere Satyrin mit großen blauen Augen und schwarzen Fell. „Wir wünschen euch einen guten Morgen Prinzessin.“ Alle Drei knicksen kurz und ich nicke zur Antwort. „Mein Blick wandert zu einem großen Kleidungsstück, was Lucy in der Hand trägt. „Was ist das?“ Ich zeige darauf und Lucy legt es vorsichtig auf das Bett. „Mylady, König Oberon wünscht eure Anwesenheit beim Frühstück und bittet euch dies zu tragen.“ Es ist ein absurd edles Kleid, das über und über mit Smaragden und Saphiren besetzt ist, und dazu passend ein Mantel und Handschuhe, die bis zum Ellbogen reichen. Stirnrunzelnd lasse ich meine Finger über den Stoff fahren. Er ist weicher als die dünnste Seide. Zuhause kleidet keiner von uns sich so formell, doch hier scheint es wohl anders zu sein. Da werde ich mich wohl fügen müssen. „Nun gut.“ Ich nicke und fahre mir mit der Hand durchs Haar. Wenn Oberon mit mir an seiner Tafel speisen möchte kann ich ihm diesen Wunsch kaum ausschlagen. „Helft mir das anzuziehen.“

Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich es geschafft mir das viel zu schwere Kleid samt den anderen Accessoires anzuziehen. Es ist wie ich es gedacht habe, allein hätte ich dieses Ungetüm niemals überwerfen können. Die Satyrinnen haben mein Haar nun gekämmt und die vordersten Strähnen hinten zusammengeflochten, sodass sie nun wie ein dünner Zopf über meinen Rücken fallen. „Gut.“ Ich nicke und schaue in den großen Spiegel neben dem Kleiderschrank. Kurz zuckt das Bild des Mädchens in mein Gedächtnis, das wunderschöne Gesicht und für einen Moment fühle ich mich so hässlich wie eine Ratte. Doch eine Sekunde später ist es wieder weg und ich blicke zufrieden auf mein Spiegelbild. Nein, nein ich bin nicht hässlich. Das ist nicht hässlich. Dieses Kleid ist schön, genauso wie mein jetziges Gesicht. Es ist aber nicht dein Gesicht., ertönt die leise Stimme in meinen Ohren. Es ist nur ein schmieriges Abbild. Wenn du weiter so aussiehst bleibst du das was du bist: Eine feige Kopie und ein wertloses Nichts.
„Ihr seht bezaubernd aus Prinzessin.“ Die Satyrin mit dem hellen Haar strahlt mich verzückt an. „Wie eine Königin.“ Ich lächele ihr kurz zu. Ein nettes Kompliment.
Wärst du nicht gerne eine Königin? Was sagte Noctis noch gleich? Du könntest deren Prophetin und Königin sein.
„Wir sollten König Oberon nicht länger warten lassen.“ Ich drehe mich zu den Mädchen um und zwinge mich zu einem weiteren Lächeln. Alle drei nicken gleichzeitig, so wie Puppen, die man in derselben Sekunde am Strang gezogen hat. „Kommt mit Prinzessin. Euer Großvater erwartet euch schon.“

Der Weg zu dem Saal ist weit entfernt und nach einer Weile gebe ich es auf mir die zahlreichen Biegungen und Gänge zu merken durch welche wir gehen. Es ist zu komplex und meine Gedanken sind noch zu verworren als das ich darauf achten könnte. Als wir ankommen merke ich, dass es derselbe Raum ist, in dem ich gestern war. Der mit dem riesigen Tisch auf dem diese goldenen Figuren gemalt sind. Als wir eintreten verbeugen sich die Satyrinnen augenblicklich so tief, dass deren Nasenspitzen kurz davor sind den Boden zu streifen. Auf dem thronähnlichen Stuhl am Kopfe des Tisches sitzt Oberon und sieht zu uns herüber, die Augen starr und emotionslos auf mich gerichtet. „König Oberon.“ Ich tue es den Satyrinnen gleich und wage einen Knicks, wobei ich darauf achte, nicht das Gleichgewicht zu verlieren, denn das Kleid drückt mich durch die Schwere der Smaragde und Rubine seitlich zu Boden. Dann richte ich mich auf, mit geradem Rücken und den Kopf in die Höhe gestreckt. „Prinzessin Madeleine.“ Oberon streckt eine Hand aus und deutet damit auf einen Stuhl direkt neben sich. „Setz dich Enkelin und speise mit uns.“ Uns? Ich runzele kurz die Stirn, denn Oberon sitzt dort allein. Dennoch gehe ich raschen Schrittes herüber zu dem Tisch, hinter mir Lucy die mir den Stuhl zur Seite schiebt damit ich mich setzen kann. „Wird Königin Titania noch zu uns stoßen?“, frage ich mit leiser Stimme. Es ist mir immernoch nicht geheuer mit voller Lautstärke zu sprechen. Oberon setzt zu einer Antwort an doch hinter mir ertönt eine Stimme, die mir einen kurzen Schauer über den Rücken jagt. „Nein werte Prinzessin, Königin Titania ist leider verhindert, ihr müsst wohl mit mir vorliebnehmen.“ Als ich mich umdrehe sehe ich direkt in die grünen Augen des Hofnarren. Grinsend kommt er auf mich zu, verbeugt sich kurz spöttisch und setzt sich ohne jegliche Einladung auf die andere Seite des Tisches, neben Oberon und mir direkt gegenüber. Ich überlege nicht als mir folgende Worte aus dem Munde gleiten: „Speist der Hofnarr etwa mit uns?“ Der Blick dieses Robin Goodfellow verändert sich nicht sonderlich, er zieht nur eine Augenbraue in die Höhe doch das Grinsen hält weiter bestand. Auch Oberons Miene verzieht sich zwar nur leicht, aber es reicht, um mein Herz vor Nervosität etwas schneller klopfen zu lassen. „Robin Goodfellow ist meine Rechte Hand Prinzessin Madeleine. Willst du die Loyalität und den Rang meiner Dienerschaft etwa anzweifeln?“ Die Röte fließt mir ins Gesicht. Das habe ich nicht gesagt. Er hat mir die Worte auf so rapide Art und Weise im Munde verdreht, dass ich nicht weiß was ich antworten soll. „Macht euch nichts daraus Oberon unsere kleine Prinzessin ist es bloß nicht gewohnt mit Dienern zu speisen. Sie wurde schließlich mit einem großen goldenen Löffel im Munde geboren. Oder sollte ich eher sagen mit einem eisernem?“ Nein, darum geht es nicht. Ganz und garnicht. Vielleicht hege ich der Dienerschaft gegenüber stets großem Misstrauen aber nicht mehr als allen anderen Wesen auch. Er war gestern derjenige gewesen der herablassend mit mir gesprochen hatte. Und das war eine Sache, die ich nicht dulden wollte. Doch was soll ich nun sagen? Petzen wie gemein der böse Hofnarr doch gewesen ist? Nein, da ist es klüger die hochnäsige Prinzessin heraushängen zu lassen. „Verzeiht eure Majestät, bei uns ist dem bloß nicht Sitte, mit jemand anderen an einem Tisch zu sitzen als der Familie und Gästen.“ Darauf erwidert Oberon nichts, sondern nickt nur kurz, so als wäre das Thema nun geklärt. Doch dieser Robin sitzt da, die Arme verschränkt und grinsend. Sein Blick wandert an mir hinauf und wieder herunter. Ich versuche es nicht zu beachten und trinke stattdessen aus der Tasse, in die einer der Butler, die um uns herumstehen eine braune Flüssigkeit eingegossen hat. Es schmeckt nach Tee.
„Ich habe einen Vorschlag für dich Madeleine.“ Oberons Stimme klingt nun nicht mehr emotionslos, sondern geradewegs freundlich. Ich blicke ihn verdutzt an und er sieht zurück, zwar kalt, aber offensichtlich bemüht etwas Sympathie in seine Worte fließen zu lassen.
„Morgen bei Sonnenaufgang werde ich mit meinen Männern eine Jagd veranstalten, mitten im Herzen des Wilden Waldes.“ Kurz macht er eine Pause so als würde er auf etwas wie ein freudiges Aufkeuchen meinerseits warten. Doch ich rühre keinen Muskel.
„Es wird erzählt, dass du bisher niemals dort warst, stimmt das?“ Ich nicke und frage mich, warum er sich extra bei mir darüber erkundigen muss, schließlich weiß das absolut jeder. Ist wohl eine reine Höflichkeitsgeste. „Nun denn, ich möchte das du mitkommst. Sicher gehst du exzellent mit Bogen und Armbrust um, deine Talente würde ich zu gerne präsentiert bekommen.“ Das Erste habe ich erwartet. Den Vorschlag, oder wohl bessergesagt den Befehl, dass ich mitkommen soll doch das Zweite, der Teil mit den Waffen, versetzt mich in leise Panik. Schon jetzt sehe ich meine Blamage: Wie alle lachen werden, darüber, dass ich weder schießen noch schlagen oder sonst etwas kann. Nun schweigt Oberon, er erwartet offensichtlich eine Reaktion von mir, möglicherweise einen glücklichen Sprung in die Luft oder ein breites Lächeln, aber da ist nichts. Nach einigen Sekunden vollkommener Stille nicke ich kurz. „Ja, nun…ja es wäre mir…es wäre eine Ehre König Oberon. Aber… nun ich muss euch enttäuschen nun… der Bogen…“ Ich räuspere mich und kaue kurz auf meiner Unterlippe herum. Ich muss ihm jetzt schon irgendwie klarmachen, dass ich nicht schießen kann und schon garnicht töten. Noch nie habe ich Menschen verstanden, die rein aus Lust und Laune Tiere oder Menschen umbringen. Schließlich ist dort überall Blut und Tod und wenn ich vor einer Sache Angst habe dann ist es der Tod.
„Ich…und auch die Armbrust…das sind nicht die Waffen…“
„Sie ist nicht die die schießt.“, unterbricht Robin mich plötzlich. Mit großen Augen sehe ich ihn an. Er würdigt mich jedoch keines Blickes, sondern kaut auf einem Stück Fleisch herum, während er zu Oberon spricht. „Sie ist besser im Hetzen und beim Ausfindigmachen des Tieres. Habt ihr denn nicht gehört, wie begabt sie im Reiten und Spurenlesen ist?“ Der König sieht mich an, langsam nickend und wendet sich wieder seiner Speise zu. Perplex sitze ich da, unsicher ob es reiner Zufall ist, dass Robin die zwei Dinge aufgezählt hat, die ich tatsächlich kann, da ich unzählige Bücher darüber gelesen habe, oder ob es auch ein jedermann bekannter Fakt ist. Ich beschließe, dass es mir egal ist.
„Und Fallen.“, platzt es aus mir heraus. Beide sehen mich an, Robin mit gerunzelter Stirn und Oberon mit leichtem Interesse. „Fallen sagst du?“, fragt der König und zieht eine Augenbraue hoch. Tatsächlich ist das in keinster Weise gelogen. Ich kann Fallen bauen wie ein Meister und schon mehr als einmal habe ich sie meinem Vater und Glitch gezeigt. Gesehen wie sie verwendet wurden, habe ich nur bei ein paar davon und dass auch nur als Probe bei den Rittern meines Vaters, doch funktioniert haben sie stets ohne Probleme. Hastig nicke ich. Wenn schon angeben dann richtig.
„Ich habe mich seit jeher für die Ingenieurskunst und der Architektur interessiert.“, sage ich mit hoher, stolzer Stimme, darauf bedacht, dass ja jeder im Raum es hört. Los ihr Tratschenden Diener, erzählt es herum, verbreitet wie gut ich darin bin zu bauen und zu kreieren. Sagt jedem wie leicht er an einem von mir errichtetem Strick landen kann.
Leicht lächelnd spieße ich ein Stückchen der Frucht, auf die auf meinem Teller liegen und lasse sie leicht in der Luft kreisen.
„Eine Falle zu bauen ist in meinen Augen bei weitem effizienter als das dumpfe Abschießen eines Rehs. Es bedarf viel mehr Konzentration und Perfektion. Und selbstverständlich auch die richtigen Reiter, die das Tier dahin jagen wo die Falle erbaut ist.“ Den letzten Satz betone ich besonders herzlich, sonst laufe ich in die Gefahr hinaus, dass Oberon denken könnte, dass ich die Art wie er und seine Kumpanen jagen als minderwertig erachte. „Das scheint mir wahrhaftig interessant zu sein. Du wirst meinen Rittern sicher gerne beibringen wie deine Ingenieurskunst funktioniert.“ Das Wort sagt er mit offensichtlich misstrauischer Stimme. Anscheinend gefallen ihm solche neuen Begriffe nicht. „Ja, mit größtem Vergnügen Majestät.“ Mein Blick fällt auf Robin der wieder leicht lächelt und mich mustert mit einem Ausdruck reinen Hohnes. Am liebsten würde ich fragen was denn so lustig ist, aber das wage ich nicht. Nicht an diesem Tisch vor dem König. Während des restlichen Essens sage ich kein Wort mehr, der Hofnarr und Oberon unterhalten sich zu zweit über irgendwelche Dinge, von denen ich nichts verstehe, reißen Witze deren Pointen mir entgehen und benutzen Begriffe, die mir absolut fremd sind. Gut so, denn die Anspannung fällt von mir ab, da niemand mir nun mehr Aufmerksamkeit schenkt und ich ruhig essen kann.
Nach einer Weile bin ich satt. Die seltsamen Speisen wie die blauen Früchte, das gelblich wirkende Fleisch und dieses Brot was so eigenartig schmeckt sind mir allesamt nicht geheuer deshalb will ich sowieso nicht allzu viel davon essen. Starr bleibe ich sitzen, taste mit meiner Hand nach der Tasse, doch sie ist leer.
„Madeleine.“ König Oberon hat wohl ebenfalls zuende gespeist denn er tupft sich elegant mit einem Samt Tuch den Mund und sieht mich an. „Sicher bist du sehr begierig darauf die Sehenswürdigkeiten unseres Hofes zu erkunden.“ Eigentlich nicht, nein. Ich bin begierig darauf in mein Zimmer zu gehen und darauf zu warten, bis ich wieder Nachhause kann.
„Robin Goodfellow hat sich dazu bereit erklärt dir alles zu zeigen was auch immer du sehen willst. Ich möchte, dass du dich im Laufe deines Offenhaltest so viel wie möglich mit unserer Kultur auseinandersetzt, mit den Sitten und Bräuchen deiner Vorfahren, hast du verstanden?“ Nein habe ich nicht, aber was bleibt mir anderes übrig als zu nicken. „Gut. Ihr dürft nun aufbrechen.“ Aufbrechen? Ich will nicht aufbrechen, ganz und garnicht.
„Danke für eure Gastfreundschaft Majestät.“, sage ich mit tonloser Stimme, stehe auf und verbeuge mich kurz. Robin steht ebenfalls auf und lächelt Oberon mit verschränkten Armen an. „Oh ja Majestät, das Essen war zu köstlich. Fast noch besser als der Anblick ihrer Enkelin.“ Ich bin gewillt meine Beine so schnell wie es nur möglich ist in die Hände zu nehmen und in meine Gemächer zu flüchten, doch erstens weiß ich nicht wie ich dahin komme und zweitens wäre es furchtbar unhöflich. Und da dieser Hofnarr mir im Thema Autorität erstaunlicherweise überlegen ist will ich mir seinen Zorn nicht noch mit einer dritten peinlichen Tat zuziehen. Langsam gehe in Richtung der Tür, aus der ich gekommen bin, nicht ganz sicher was nun mit mir geschehen wird. Die Wachen, die jeweils rechts und links davor stehen öffnen sie, sobald ich hinauswill. Der Gang, der dahinter liegt, ist lang und es gibt, wie es scheint etwa einhundert Türen und Tore. Nein, keine Möglichkeit zu entkommen. Oder zumindest keine bei der ich es nicht riskieren würde in die Hände eines gefährlichen Wesens zu fallen.
„Na wen haben wir denn da.“ Die breite Tür, die in den Saal führt, klatscht mit einem lauten Knall zu und ich zucke zusammen. Hastig drehe ich mich um und sehe zu Robin der mit verschränkten Armen dasteht, grinsend und die Augen zu Schlitzen verzogen. „Hätte nicht gedacht, dass Meghans kleine Tochter so ein hochnäsiges Ding ist.“ „Ich bin nicht hochnäsig.“, erwidere ich leise und wende meine Augen ab. „Ich kann es nur nicht leiden von Hofnarren belächelt zu werden.“ „Oh na verzeiht mir Mylady, lasst ihr mich jetzt Köpfen?“ Auf diese höhnische Erwiderung gehe ich nicht ein, sondern schließe die Augen und lege meine Finger auf die Nasenwurzel. Das Ganze hier wird mir zu viel und die folgenden Worte habe ich während des Essens und der fieberhaften Suche nach einem Entkommen lange und gründlich abgewogen. Dieser Kerl ist ganz bestimmt genauso wenig erpicht auf Oberons Befehl wie ich, deshalb muss es funktionieren: „Hör zu ich habe einen Vorschlag.“ Meine Stimme klingt rau und zerschoren, so als hätte ich die letzten Stunden nichts anderes getan als mir vor Kummer die Seele aus dem Leibe zu brüllen. „Wir wissen beide, dass das eine absolut unnötige Sache ist und ich denke du hast bei weitem besseres zu tun als mich durch den Hof zu schleifen und mir Dinge zu zeigen die ich schon kenne.“ Ich zwinge mich meine Hand herunterzunehmen und Robin direkt ins Gesicht zu schauen. Seine Augen funkeln sogar im dämmrigen Licht des Flurs so unnatürlich hell, dass es fast schon unheimlich wirkt.
„Ich weiß bereits alles von diesen Labyrinthen, Schlössern, Flüssen und Gärten, die du mir zeigen sollst.“ Robin zieht die Augenbrauen erstaunt hoch, erwidert jedoch nichts. Diese Reaktion nehme ich als gutes Zeichen.
„Weißt du, wir haben eine Bibliothek im Eisernen Reich und dort gibt es viele…“ „Bücher?“, unterbricht er mich spöttisch. „Ja das haben Bibliotheken so an sich. Und weiter Kleines?“ Ich beiße die Zähne zusammen. Dieser Mann, ganz gleich wie gut er doch aussehen mag, bringt mich an die Grenze eines baldigen Nervenzusammenbruchs. Es ist erstaunlich. Wir kennen uns erst einen Tag und schon hat er mich mehr als einmal zur Weißglut gebracht. Respekt mein Lieber, das hat noch nie jemand geschafft.
„Ja. Ganz viele Bücher. Unter anderem über das Sommerreich und ich habe sie alle gelesen, absolut alle, jede Seite jede Zeile und wenn Oberon mich etwas darüber fragen sollte werde ich ihm wahrscheinlich mehr dazu erzählen können als er selbst weiß, also wie wäre es, wenn wir einfach unsere beiden Wege gehen und…“
„Ich will dich ja nicht unterbrechen Kleines, aber das wird nicht passieren.“ Meine Stimme erstirbt mit einem Male und ich sehe ihn perplex an. Diese Antwort habe ich tatsächlich ganz und garnicht erwartet.
Robin tritt einen Schritt näher zu mir und anders als gestern im Labyrinth folge ich dem Drang zurückzuweichen. „Aber ich dachte…das ist aber…“ Er hebt eine Hand, um mich zum Schweigen zu bringen.
„Nein, nein Kleines ich erkläre dir nun wie diese Sache nun ablaufen wird: Die gute Nachricht ist, dass du dir keine einzige Sehenswürdigkeit anschauen musst, da brauchst du dir keinerlei Sorgen zu machen. Aber deine Eltern haben mir eine kleine hübsche Aufgabe gegeben und so fügsam wie ich bin muss ich sie nun erfüllen!“ Ja, nun was er meint ist mir klar. Das hat mir Vater schließlich auch gesagt:
Goodfellow wird dir beibringen, wie man den Sommerschein zumindest ein bisschen besser kontrolliert und wie man mit einem Schwert umgeht.“
„Nein.“ Mehr würge ich nicht heraus. Meine Stimme ist zwar leise doch wie gestern im Saal bin ich kurz davor wie ein kleines Kind auf den Boden zu sinken und zu betteln, man möge mich doch um Himmels Willen wieder Nachhause bringen, in mein Reich, mein Schloss und mein Zimmer wo ich in Sicherheit bin.
Ich atme schnell und panisch ein und hebe schüttelnd beide Hände. „Du musst das nicht machen, wirklich Robin, es ist doch nicht nötig, das ist alles reinste Zeitverschwendung! Wirklich du hast sicherlich besseres zu tun ich meine…“ Er lacht leise und kommt noch einen Schritt auf mich zu und dieses Mal gehe ich nicht zurück da meine Knie sich nun so geschmolzen anfühlen wie Butter in der Sonne. „Doch, das muss ich machen, deine Mommy und dein Daddy haben es mir befohlen. Und wie du kleine schlaue Prinzessin doch sagtest…“ Er hebt einen Finger und tippt damit kurz auf meine Nase. „Ich bin nur ein Hofnarr. Ein armer, kleiner Diener der allein dafür lebt die Wünsche seiner Herren auszuführen, nichtwahr?“ Mein Herz klopft viel zu schnell, entweder weil er mir so dermaßen nahe ist oder weil ich möglicherweise gleich mit Schwert und Lanze gegen einen Bären kämpfen muss. „Also Mylady entweder du kommst jetzt von selbst mit mir mit oder ich muss dich tragen.“ Robin legt mir eine Hand auf die Schulter und lächelt schief. Sie, diese Hand, sie ist warm. Sehr warm. Ich beiße mir auf die Unterlippe, verschränke die Arme und wende mich ab, den Blick stur auf den Bode gerichtet. Kurz bin ich davor aufzulachen. Sich zu wehren wird mir wohl nichts nützen. Das ist doch alles ein blanker Witz. „Und wohin soll ich mitkommen?“. Robin grinst mich belustigt an. „Ohh Kleines du wirst schon sehen, ich verspreche dir wir werden die nächsten Tage ganz viel Spaß zusammen haben! Und außerdem…“ Er zwinkert mir zu. „Außerdem machen wir an ganz mutiges Mädchen aus dir!“

Die Schmiede ist heiß und wird dominiert von zwei Farben: Grau und Braun. Die Klingen der Schwerter und Dolche, die Spitzen der Pfeile und diese seltsam geformten Morgensterne und Äxte sind allesamt Grau. Alles andere ist aus Holz. Waffen, hier sind nur Waffen. Ich habe mich umgezogen. Das abnormal schwere Kleid ist nun weg, stattdessen trage ich nun ein weißes Hemd und eine schwarze Hose mit Lederstiefeln die, wie ich zugeben muss, bei weitem bequemer sind. Robin hat mir zwar nicht gesagt weshalb ich mich umziehen soll und was genau wir hier tun werden, da es schließlich eine Überraschung sein soll, doch langsam verstehe ich was er vorhat.
„Estment!“ Robin ruft diesen Namen so laut, dass die Wände zu beben scheinen. „Alter Kumpel, lass dich endlich blicken, wir haben hier edlen Besuch!“
„Meine Güte, höre ich richtig, Goodfellow bist du`s etwa?“ Ein winziger Mann kommt - oder besser gesagt watschelt - aus einer kleinen Tür heraus und lächelt uns mit silbrigen Zähnen an. „Na, na wie lang ist`s her, dass du mich mit deinem Grinsen beehrst. Zwanzig Jahre vielleicht?“ „Dreiundzwanzig.“, verbessert Robin ihn. „Ja ja.“ Der Zwerg lacht schallend auf und hält sich mit seinen zwei klumpigen Händen den Bauch. „Was suchst du hier du Unruhestifter, sind deine zwei lächerlichen Dolche etwa kaputt? Ich hab`s dir gesagt, nur meine Schwerter sind die einzig wahren.“ „Ach tatsächlich?“ Robin greift plötzlich in die zwei langen Scheiden an seiner Hose und holt mit einer fließenden Bewegung ein Paar Dolche hervor die so durchsichtig sind wie Glas. Zu sagen, ich würde vor Schreck zurückspringen wäre eine Untertreibung. Der Laut der aus meiner Kehle tritt gleicht einem piepsigen Kratzen über verrostetes Eisen. Doch dafür bemerkt der Zwerg mich nun endlich. Seine Miene verzieht sich skeptisch als er mein Gesicht – was nun wohl so bleich wie Kreide sein muss – mustert und beäugt. „Und wer ist das Goodfellow, hast du ein Reh in ein Mädchen verwandelt und hältst sie dir als Freundin?“ Robin geht mit einem weiten Schritt auf mich zu, legt seinen Arm um meine Taille und schubst mich sanft nach vorn. „Aber, aber Estment so spricht man doch nicht mit einem Mitglied der Eisernen Königsfamilie.“ Kurz wirkt der Zwerg etwas perplex, doch nach einigen Momenten, in denen er mein Gesicht aufs ausgiebigste mustert, verschwindet das Skeptische von seiner Miene und er lässt den Hammer, den er in der rechten Hand hält vor Schreck fallen.
„Meine Königin…Eiserne…ähm Meghan Chase das ist… ich bitte um Vergebung Königin, das war anmaßend ich…“ „Ich bin nicht Meghan Chase.“ Dieser Vergleich, dieses ständige Verwechseln lässt meine vorherige Angst wie Dampf verrauchen und hüllt mich in reine Genervtheit. „Mein Name ist Madeleine. Die Prinzessin nicht die Königin.“ Die Stimme, mit der ich das sage ist, so seltsam fest, dass ich stutze. Normalerweise rede ich niemals so mit Fremden. Entweder ich schweige vollkommen oder spreche leise wie ein Schatten doch mit einer solch grimmigen Art zu antworten, das ist absolut nicht typisch für mich. Zwar habe ich sehr wohl die emotionslose und kalte Stimmlage meines Vaters drauf, doch das was gerade meinen Lippen entsprungen ist war fast schon unhöflich. Sicher, dass das deine Stimme ist? Estment scheint dadurch nur noch verwirrter und sein Gesicht wird puterrot. Doch, bevor er wieder zu stottern beginnt mischt Robin sich ein.
„Unser kleines Prinzesslein mag es nicht mit ihrer Mutter verwechselt zu werden, das macht sie nur allzu sauer.“ Er kichert und plötzlich fällt mir wieder ein, dass seine warme Hand auf meiner Taille ruht. Der Zwerg räuspert sich und schüttelt den Kopf „Das tut mir furchtbar leid Mylady, ihr seid der Königin bloß wie aus dem Gesicht geschnitten.“ Ich verschränke nickend die Arme und beiße mir auf die Unterlippe. Tja, dagegen kann man tatsächlich nichts sagen. Ich sehe ihr nun einmal ähnlich und das viel zu sehr. Robin räuspert sich. „Also Estment, wir sind wegen einer sehr wichtigen Sache hier und da benötigt unser kleines Prinzesschen dringend deine Hilfe.“ Ich hebe eine Augenbraue und sehe erst zu Robin dann zu dem Zwerg.
„Was braucht ihr denn Maje…ähm Prinzessin.“ Der Zwerg wirft mir einen kurzen nervösen Blick zu. „Nun.“ Robin lässt meine Taille los und geht in eine Ecke, wo eine Reihe von Bögen und Schwertern an der Wand hängen. Ein kurzer Schauer durchfährt mich, denn ich ahne was nun kommt.
„Wir brauchen einen davon.“ Er zeigt auf einen riesigen schwarzen Bogen, den ich in meinem Leben nicht werde halten können. „Dann das.“ Er nickt in Richtung einiger Pfeile, die so scharf aussehen wie Skalpelle. „Und außerdem…hm Kleines worauf stehst du noch?“ Er wendet sich mir zu und hebt grinsend eine Augenbraue. Ich setze an, um zu reden, um zu erklären, dass ich nicht mit Waffen umgehen kann, will und dass er sich sein Lächeln sonst wohin stecken kann, aber da fällt mir etwas ein.
„Wurfmesser.“, sage ich und versuche meine Stimme gelangweilt klingen zu lassen, so als wäre es ein fester Part meines Alltags damit um mich herum zu werfen.
In meinem Kopf höre ich die höhnische Stimme des Ritters in dem Stall:
Die Kleine kann doch auch Messer werfen hab ich gehört.“
Tatsächlich kann ich das sogar recht gut, zumindest treffe ich oft und es ist besser als garnichts. Und außerdem möchte ich diesem Goodfellow zeigen, dass ich auch etwas draufhabe. „Wurfmesser also? Nun interessant“ Der Zwerg geht zu der Wand, um die Waffen einzusammeln die Robin genannt hat. Dann geht er etwas weiter nach hinten zu einer großen Truhe. Sie ist mir bisher nicht aufgefallen, aber das ist wohl Einzige hier, was weder Grau noch Braun ist. Das Holz ist vollkommen weiß und scheint makellos, ohne auch nur ein Stäubchen auf sich zu haben. „Hier!“, sagt der Zwerg und hebt eine kleine Scheide hoch. Watschelnd kommt er zu mir und hält sie mir mit seinen rauen Händen entgegen. Unsicher nehme ich sie in beide Hände. „Doch seid vorsichtig Mylady, diese Messer sind schärfer als sie aussehen, eine Berührung und euer Finger ist halb abgehackt.“ Langsam ziehe ich eines der Messer heraus. Es ist durchsichtig, genauso wie die zwei Dolche von Robin. „Oh Kleines, sieh nur jetzt haben wir einen Partnerlook!“ Er zieht seine zwei Dolche abermals mit Schwung heraus und genauso wie vorhin springe ich zur Seite. Dieses Mal zumindest fiepe ich nicht wie eine erlegte Maus. Der Zwerg tut dieses Mal so als würde er es nicht bemerken, doch ich sehe, dass er sich sein silberzahniges Lachen verkneifen muss. Verübeln kann man ihm das nicht, schließlich sieht man nicht alle Tage Adelige Mitglieder der Königsfamilie, die sich beim Anblick eines kleinen Dolches fast die Hose vollpissen.
„Hast du nun alles was du brauchst Goodfellow?“ Der Zwerg hustet und seine klumpige Nase bebt dabei wie ein labbriger Stein. „Ja Estment, du hast uns sehr geholfen, wir werden heute bestimmt sehr viel Spaß haben, nichtwahr Kleines?“ Er grinst mich an, offensichtlich provokativ. Doch ich nicke nur und sehe zu der Scheide, die ich in meinen Händen halte.
"Klar, bestimmt zum todlachen.“
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