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Neue Stadt - Neues Glück

von Seredhiel
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Chiaki Nagoya Marron Kusakabe Miyako Toudaiji OC (Own Character) Yamato Minazuki
12.09.2020
31.07.2022
51
162.712
10
Alle Kapitel
68 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
29.01.2022 3.492
 
Guten Abend zusammen,

entschuldigt den späteren Upload.
hatte doch glatt vergessen, dass heute was hoch gehen sollte *pfeift*
meine Betafee hatte mich daran erinnert *smile*

das Kapitel ist ein wenig länger und vielleicht etwas schwerer zu verkraften
hiermit seid ihr vorgewarnt

viel Spaß beim Lesen *Kekse und Kakao da lass*

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Neugierig beobachtete Maron ihren Freund und er erklärte ihr, was sie dort machen würden. Damit schien er sich selbst etwas zu beruhigen und teilte auch etwas sehr Wichtiges mit ihr. Es zeigte ihr, wie viel er ihr vertraute, und das machte sie stolz. Auch wenn sie kurz überlegte, diese Geste zu erwidern, doch das war nicht die richtige Zeit dies zu tun. Bald... werde ich ihm alles von mir erzählen., versprach sie sich, während sie gemeinsam mit Kenji eine Kerze anzündeten und das Licht auf ein Schiffchen setzen. Dieses wurde am Wasser ausgesetzt und so konnte er seine Mutter zusätzlich gedenken.

Mehrere Augenblicke ließ Maron ihrem Freund die Zeit und stellte sich mit Kenji etwas abseits hin, damit Chiaki in Ruhe seinen Brauch vollziehen konnte. Während sie Kenjis Hand hielt, hatte sie ihren Blick auf ihrem Freund. Zu gern würde sie mehr für ihn tun, doch wusste sie nicht, wie sie ihm helfen könnten. Eine Sache würde ihr einfallen, denn der junge Arzt hatte nur noch seinen Vater aus der Familie. Eine Aussprache würde beiden etwas bringen. Da war sich Maron sicher, jedoch kannte sie bereits die beiden Sturköpfe. Daher hatte sie große Sorgen, dass dieses Vorhaben nach hinten los gehen würde.

Leise seufzte sie und zog damit Kenjis Aufmerksamkeit auf sich. “Alles gut, Mama?”, fragte er sie und nun blickte sie zu ihm. Ein wenig nickte sie und versuchte zu lächeln.

“Weißt du, mein Kleiner”, begann sie und hockte sich zu ihm. “Es ist oftmals schwierig in einer solchen Situation. Chiaki trauert und ich weiß leider nicht, wie ich ihn aufbauen kann.”

“Oh”, entkam es Kenji. “Hand halten ist doch toll oder Mama?” Diese Frage überraschte Maron ein wenig, weshalb sie nicht genau wusste, was sie sagen sollte.

“Das ist es”, hörte sie Chiakis Stimme und sah zu ihm auf. Genau wie Kenji, der gleich die Hand des jungen Mannes in seine nahm. “Auch wenn man es nicht für möglich hält, doch diese Geste zeigt weit aus mehr als man mit Worten erreichen kann”, erklärte Chiaki mit einem sanften Lächeln.

“Wirklich?”, fragte Maron nach, nachdem sie sich wieder erhoben hatte. Direkt legte er einen Arm um sie und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.

“Euch heute hier zu haben, ist wundervoll, denn ich weiß, dass ihr für mich da seid”, sprach er sanft aus und drückte Kenjis Hand. Natürlich wäre es schöner, wenn er den beiden seine Mutter vorstellen könnte, aber das war nun Mal nicht mehr möglich. “Danke dafür.”

“Jederzeit, Chiaki”, wisperte Maron und streckte sich, um seinen Mundwinkel zu küssen.

Einige Momente standen sie beieinander, ehe sie sich leicht lösten. Maron ging an die andere Seite ihres Sohnes und nahm seine Hand. Zusammen gingen sie wieder die Treppen runter, doch Chiaki blieb abrupt stehen. Ehe sie nachfragen konnte, erkannte sie den vermeidlichen Grund für sein Stehen bleiben. Kaiki kam gerade mit Kagura hinauf und nickte leicht dem Paar zu. Kenji löste sich von den Erwachsenen und lief zu den beiden Herren. “Hallo”, grüßte er sie und Kagura und Kaiki lächelten den Kleinen an.

Kurz begrüßte Maron die Männer und sah vorsichtig zu Chiaki. Er war komplett angespannt. Nur zu deutlich konnte sie dies erkennen, denn seine Nasenflügel blähten sich ein wenig auf. Schwerer schluckte sie, nahm sanft seine Hand und schaffte es so, dass er zu ihr blickte. “Lass uns später darüber reden”, bot sie ihm an und beließ es dabei expliziert nur einer Andeutung zu machen, worüber sie sprechen sollten.

“Einverstanden”, entgegnete Chiaki, schloss kurz die Augen und atmete einmal tiefer durch. Obwohl er gerne seinen Vater anschreien wollte, so wusste er, dass dies der falsche Ort und auch die falsche Zeit war. Das gehörte definitiv nicht hier her.

“Lass uns jetzt etwas essen gehen und ein Eis zum Nachtisch holen”, sagte Maron mit einem kleinen Lächeln, um ihren Freund auf andere Gedanken zu bringen. Das funktionierte auch, denn er nickte und drückte zart ihre Hand zur Bestätigung. “Bis die Tage”, verabschiedete sie sich von Kagura und Kaiki und Kenji tat es seiner Mama gleich.

Sogleich gingen die drei weiter und je weiter Chiaki von seinem Vater wegkam, umso entspannter wurde er. Maron war nun bestärkt darin, heraus zu finden, was damals passiert war. Nur so wäre sie vielleicht in der Lage ihn besser verstehen zu können. Denn etwas tief in ihr, sagte ihr, dass da weit mehr dahinter stecken würde, als die Frauengeschichten. In Gedanken versunken kamen sie schließlich am Auto an und fuhren gleich zu einem Restaurant. Kenji durfte sogar wählen in welches und dadurch war der Kleine begeistert.

Aus diesem Grund plapperte er auch ganz aufgeregt und zauberte sogar dem Paar öfters ein Lächeln auf die Lippen. Es war unglaublich, wie einfach er sie auf andere Gedanken bringen konnte. Wahrlich war Kenji ein kleiner Sonnenschein, der gute Laune verbreitete. Einmal mehr bemerkte Maron diese seltene und tolle Gabe von ihrem Sohn. Zusammen stiegen sie aus, nachdem Chiaki geparkt hatte, und betraten das Lokal. Nur wenig später saßen sie schon am Tisch und sie studierten die Karte eingehend.

Es dauerte ein wenig, bis sie bestellt hatten und das Essen auch kam. Dieses verlief sogar ganz normal, wenn man dabei bedenken würde, wie mies Chiakis Laune noch vor einigen Stunden war. Tatsächlich war Maron darüber sehr erfreut, dass sie den Tag noch so gut über die Bühne gebracht hatten. Aber eines nahm sie sich vor, am nächsten Tag würde sie mit ihm reden. Dabei konnte sie nur hoffen, dass er mit ihr darüber sprechen möchte und ebenso würde. Jedoch für den Moment stellte sie diesen Gedanken beiseite.

Nach dem Essen beglich Chiaki die Rechnung noch bevor Maron dies tun konnte. Eine Augenbraue zog sie hoch und er grinste leicht mit einem Zwinkern. Leicht seufzte sie, doch nickte sie schließlich. Es war unmöglich ihn um zu stimmen. Dahingehend war er einfach irgendwie altmodisch. Er war ein solcher Mann, der zu gerne die Rechnungen beglich. Denn das tat er wirklich gern, deshalb würde sie ihm dies überlassen. Dafür würde sie ihm auf anderer Weise dies zurück geben.

Sogleich machten sie sich auf den Weg zum Auto und danach nach Hause. Dabei sprachen sie vermehrt miteinander und Maron erklärte ihrem Sohn, dass sie am kommenden Tag den Kleinen zur Schule bringen und danach abholen würden. Danach hätten sie Spätschichten, doch beim kommenden freien Tag würden sie einen Ausflug zusammen machen. Noch wusste sie zwar nicht welchen, doch das würde sich sicher spontan noch finden lassen. Denn es gab im Sommer viele Möglichkeiten etwas zu unternehmen.

In der Wohnung angekommen, spielten sie zusammen noch mit Kenji, ehe sie den Kleinen bettfertig gemacht hatte. Schließlich musste der Junge am nächsten Tag zur Schule, daher sollte er zeitig in die Federn kommen. Diesmal las Maron ihm etwas vor und Chiaki lauschte ihrer Stimme. Es fühlte sich für ihn perfekt an. Vermutlich da sie einfach sein Gegenstück war. Sie machte ihn erst zu einer vollständigen Person. Das hatte er schon nach ihrem ersten Aufeinandertreffen bemerkt. Auch wenn er es damals noch nicht so sah, aber jetzt war es klar und deutlich für ihn zu erkennen.

Nachdem Maron fertig gelesen hatte, gab sie ihrem Sohn einen Kuss auf die Stirn und wünschte ihm eine gute Nacht. Chiaki tat es ihr gleich und prüfte noch einmal, ob der Kleine gut genug zu gedeckt war. Danach verließen sie beide den Raum und Maron überlegte einen Moment, ehe sie Chiaki noch einen Kaffee beziehungsweise einen Tee anbot. Beim ersteren Angebot sagte er direkt zu, weshalb sie für sich und ihn einen Kaffee zubereitet hatte. Genauer gesagt einen Cappuccino.

Mit den Bechern setzten sie sich auf das Sofa und Maron machte es sich richtig bequem. Ein Bein winkelt sie unter sich an und das andere stellte sie auf. Lächelnd sah sie zu ihrem Freund und grinste leicht. “Bequem?”, fragte er bei ihr nach.

“Absolut... ich mag es so zu sitzen”, erklärte sie und nippte an ihrem Cappuccino.

Eine gewisse Stille setzte ein, während sie ihre Getränke genossen. Momentan traute sich Maron nicht ihn an zu sprechen, denn er sollte von sich aus kommen. Doch ob er das tun würde, konnte sie leider nicht sagen. Schließlich ging es hierbei um etwas ganz Privates und solange waren sie noch nicht zusammen, um dies mit ihr zu teilen. Zudem müsste er wieder in das schlimmste Erlebnis hinein tauchen, welches er in seiner Kindheit erlebt hatte.

“Ich wollte dir noch danken, mein Engel”, durchbrach er die Stille, nachdem er seinen Becher zur Hälfte leer getrunken hatte. Etwas überrascht blickte sie zu ihm.

“Wofür denn?”, wollte sie nun wissen, da ihr nicht klar war, was er meinen könnte.

“Nun”, begann er, nahm einen Schluck zu sich und sah zu ihr. “Für einfach alles. Obwohl unser Kennenlernen etwas holprig war... hast du mir eine Chance gegeben. Sogar hinter meine Fassade geblickt und du hast mich kein einziges Mal verurteilt.” Bei diesen Worten lächelte er. “Vor allem... für heute wollte ich mich bedanken. Du bist mit gekommen und hast mich nicht gedrängt nach der Sache mit meinem Vater. Das bedeutet mir sehr viel.”

“Das habe ich alles gern gemacht, doch...”

“Ich weiß”, unterbrach er sie, denn er wusste, was sie ihm sagen wollte. Sie hatte damit absolut recht, deshalb atmete er einmal tiefer durch. “Es fällt mir nur schwer darüber zu reden”, gab er ehrlich zu.

“Das verstehe ich zu gut, mein Romeo”, sprach sie einfühlsam aus und stellte ihren mittlerweile leeren Becher auf den kleinen Tisch. Kurz zuckten seine Mundwinkel und sie erkannte das allzu bekannte Möchtegerngrinsen in seinem Gesicht. Scheinbar gefiel ihm der Spitzname, weshalb sie diesen nun künftig häufiger nutzen würde.

“Genau dafür liebe ich dich, mein Engel... selbst jetzt schaffst du es ein Lächeln auf meinem Gesicht zu zaubern”, meinte er und stellte auch seinen Becher auf dem Tisch ab, ehe er zu ihr rückte. Direkt kuschelte sie sich an ihn und erneut kehrte eine gewisse Stille ein. “Weißt du”, unterbrach er diese selbst. “Ich bin einfach nur wütend auf ihn”, fasste er seine Gefühlslage kurz und bündig zusammen.

“Das habe ich gesehen... aber es ist nicht nur wegen der Frauengeschichten von ihm oder?”, hakte sie nun nach und seufzte leise.

“Nein... aber das ließ das Fass eben überlaufen. Deshalb bin ich damals auch ausgezogen, weil ich das nicht mehr ertragen habe. Kagura half mir die Wohnung hier zu finden und organisierte ebenso den Schulwechsel”, erklärte er und aufmerksam hörte Maron zu. Er erzählte weiter von der Zeit vor seinem Umzug, doch noch kam sie nicht darauf, was der Grund für seine Wut und seinen Hass sein könnte. Natürlich war das schon mies von Kaiki, dass er so kurz nach dem Tod seiner Frau andere Weiber abgeschleppt hatte.

“Ach du meine Güte... aber ist das nun auch so?”, fragte Maron nach und kurz überlegte er sogar.

“Nicht mehr so viele... wobei er seit mehreren Monaten wohl keine hat oder sehr diskret damit umgeht”, sprach er nachdenklich aus. Maron wollte noch weiter nachfragen, doch sie musste gähnen. Unweigerlich wanderte sein Blick zur Uhr. “Oh... es ist schon spät... wir sollten ins Bett”, meinte er.

“Schon?”, fragte sie und blinzelte. Ihre Augen erspähten ebenso die Uhrzeit und sie nickte. “Lass uns ins Bett gehen”, bestätigte sie seine Aussage. Eigentlich wollte sie noch etwas wissen, aber sie wollte ihn nicht drängen.

“Keine Sorge... morgen erzähle ich dir den Rest”, versprach Chiaki seiner Liebsten und ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen. Das bedeutete ihr sehr viel, denn er vertraute ihr damit bedingungslos und das war eine wahre Ehre für sie.

“Ich bitte darum, Romeo”, entgegnete sie und er grinste leicht dabei.

Sogleich erhoben sie sich und noch bevor sie etwas tun konnte, hob er sie auf seine Arme. Den Protest, dass sie noch Zähne putzen sollten, erstickte er einfach mit einem Kuss. Er wollte gerade ganz andere Dinge mit ihr tun, als sich um die Mundhygiene zu sorgen. Erst war sie unsicher, ob es richtig wäre, doch etwas in seinem Blick verriet ihr, dass er das gerade brauchte. Dieses Gefühl der Begierde und geliebt zu werden.



Der neue Tag brach mit einem nervigen Ton an. Leider klingelte der Wecker erbarmungslos los. Leise grummelte sie vor sich hin und machte den Wecker aus. “Ist es schon so weit?”, fragte Chiaki verschlafen.

“Es scheint so”, entgegnete sie ihm und gähnte erneut. “Ich wecke mal Kenji und mache ihn fertig”, bemerkte sie und stieg aus dem Bett.

Müde zog sie sich ihren Morgenmantel an und ging leise aus dem Zimmer. Da Chiaki noch etwas schlafen konnte, wollte sie ihn auch lassen. Wie von selbst ging sie zu Kenji ins Zimmer. Leise lugte sie hinein und schmunzelte, da der Kleine schon im Bett saß. “Guten Morgen”, grüßte sie ihn. Manchmal wurde er von alleine wach und dies war wohl einer der Morgen.

“Morgen”, nuschelte er und gähnte ausgiebig. Das war sogar ansteckend, weshalb Maron ebenfalls gegähnt hatte.

“Werde ruhig wach... wir haben noch Zeit”, erklärte sie ihm und er nickte. Da Kenji ansprechbar war, wusste sie, dass er wach genug war und sie konnte sich einen Kaffee besorgen.

In der Küche machte sie die Maschine an und ließ die schwarze Brühe durchlaufen. Gähnend nahm sie den Becher und trank von dem belebenden Elixier. Das weckte ihren müden Geist wieder auf und sie holte schon eine Schüssel mit einem Löffel für Kenji. Dazu noch das Müsli und die Milch. Alles war für sein Frühstück bereit. Noch einen Schluck nahm sie und sah nach ihrem Sohn. Er zog sich gerade fertig an und gähnte erneut. Es war ein ziemlich niedlicher Anblick. Als er zur Tür blickte, strahlte er seine Mama an.

“Iss etwas und ich ziehe mich schnell an”, sprach sie und er nickte, ehe er zu ihr kam und sie sanft umarmte.

Danach eilte er an ihr vorbei und sie schlich sich leise in ihr Zimmer zurück. Dort nahm sie Unterwäsche, einen Rock und eine Bluse. Damit wollte sie rausgehen, doch sie spürte jemanden hinter sich. “Habe ich dich geweckt?”, fragte sie und hatte schon seine Arme um ihren Bauch.

“Nein... guten Morgen... zieh dich in Ruhe an”, sprach er und küsste ihren Nacken.

“Guten Morgen, Romeo... hast du noch etwas schlafen können?”, fragte sie ihn und er nickte liebevoll.

“Ja... lass uns anziehen und Kenji zur Schule bringen”, meinte er und sie nickte.

Direkt löste er sich von ihr und stahl sich noch einen Kuss. Gerne erwiderte sie diesen und lächelte ihn verliebt an. Danach zogen sie sich an und gingen in die Küche. Während Maron aus ihrem Becher trank, begrüßte Chiaki erst Kenji und machte sich einen Becher für unterwegs fertig. Er hatte gemerkt, dass es schon spät war, und da würde er keine Zeit dazu haben Kaffee zu trinken. Das überraschte Maron, doch sie fand das echt süß von ihrem Freund. Er war wirklich sehr zuvor kommend und achtete stets auf den Kleinen.

Nachdem Kenji fertig war, holte er seinen Rucksack und sie verließen gemeinsam die Wohnung. Damit der Kleine nicht zu spät kommen konnte, nahmen sie den Wagen und fuhren zu der Grundschule. Dort verabschiedeten die Erwachsenen den Jungen und sahen ihm noch einige Zeit nach, ehe sie nach Hause fahren. Dabei hatte Chiaki seinen Kaffee nebenbei getrunken und konnte damit ein Gähnen gut unterdrücken. Wobei er zurück in der Wohnung dann doch machtlos war.

“Sollen wir uns noch etwas hinlegen?”, bot Maron ihm an und er schüttelte den Kopf.

“Aber nein... ein weiterer Kaffee wird das bereits richten”, entgegnete er ehrlich und erntete ihren besorgten Blick. “Mach dir keine Gedanken, mein Engel. Zudem sollten wir die Zeit nutzen”, meinte er und machte sich noch einen braunen Zaubertrank. “Wir haben da noch ein Gespräch offen.”

“Oh... du meinst...”, fing sie an und er nickte.

“Genau... unsere gestrige Unterhaltung. Ich möchte dir alles erzählen. Vielleicht wird es besser danach”, unterbrach er sie, denn er konnte an ihrem Blick sehen, was sie sagen wollte.

“Wie meinst du das?”, hakte sie nun nach.

“Sakura hatte damals gemeint, dass es gut wäre, wenn man sich jemanden anvertrauen kann. Eine Person zu finden, die bei einem ist, egal was passiert war oder passieren würde”, erklärte er und sah sie sanft an, bevor er seinen Becher nahm.

“Und... ich bin... diese Person für dich?”, kam es nun überrascht über seine Worte. Die Offenheit und das Vertrauen, welches er ihr dadurch gewährte, machte sie fast schon sprachlos. Schwerer schluckte sie und er nickte.

“Für mich... bist du mein Engel... ich will nur dich an meiner Seite und nur dir vertraue ich uneingeschränkt”, sprach er ehrlich aus und sah sie lächelnd an.

“Deshalb nennst du mich so?”, fragte sie nach. Nach einem Schluck Kaffee nickte er ihr zu. “Du bist einzigartig... weißt du das”, lächelte sie ihn verlegen an.

“Das kann ich nur zurück geben... komm... lass uns auf dem Sofa Platz nehmen”, sprach er und zustimmend nickte sie.

Maron nahm noch eine Wasserflasche für sich mit und folgte ihm ins Wohnzimmer. Zusammen setzten sie sich und tranken etwas. Obwohl sie neugierig war, gab sie ihm alle Zeit der Welt, um an zu fangen. Denn er sollte entscheiden, wann und wie er sich ihr gegenüber öffnen würde. Es dauerte einige Minuten, bis er soweit war und tiefer durchatmete. Er bat sie darum ihn erst aussprechen zu lassen, bevor sie mögliche Fragen stellen konnte. Sie nickte lediglich und so begann er.

“Meine Eltern lernten sich im Krankenhaus kennen. Er war gerade zum Oberarzt befördert worden und sie war eine der neuen Assistenzärztinnen. Sie waren fast drei Jahre ein Paar, bis sie beschlossen hatten zu heiraten. Knapp 10 Monate darauf kam ich zur Welt. Es war für meine Mutter der perfekte Tag. Das hatte sie mir immer wieder gesagt. Aber auch, dass ich die Sturheit meines Vaters geerbt hätte. Eigentlich waren wir eine glückliche Familie. Mama blieb fast drei Jahre bei mir, dann kam in den Kindergarten und sie arbeitete nur noch vormittags, damit sie mich abholen konnte.”

Bei dieser Erzählung lächelte Maron sanft und legte eine Hand auf seine, die er auf seinem Oberschenkel gelegt hatte. An seinem Blick merkte sie, dass er gerade weit weg zu sein schien. Vermutlich sah er all diese Momente erneut vor seinen Augen. Deutlich konnte sie seine Anspannung erkennen und danach den Schmerz in seinen Augen. Noch immer verband er unsagbaren Kummer mit dem folgenden Rückblick.

“Als ich fünf wurde... bemerkte ich, dass sie oftmals müde und schwach war. Ich war noch ein Kind und dachte, es wäre nur eine Erkältung”, sprach er und schluckte schwer. “Ich war so dumm und naiv... ich hätte wissen sollen, dass da mehr war. Kurz nach Weihnachten ging es ihr so schlecht, dass sie ins Krankenhaus musste. Sie blieb dort fast drei Wochen. Doch was sie hatte, hatte Vater mir nicht gesagt. Erst ging es ihr wieder besser. Wir spielten, tobten und verbrachten sehr viel Zeit zusammen. Dann kam meine Einschulung... danach war nichts mehr so wie es war...”

Mit diesen Worten kämpfte er gegen seine aufkommenden Tränen. Aber diese Traurigkeit wandelte sich rasch in Wut um. “Mama kam erneut ins Krankenhaus... mit jedem Tag wurde sie schwächer und schwächer. Ich war jeden Tag bei ihr... anfangs noch mit Vater... aber plötzlich... war er nicht mehr mit mir dort. Ich war alleine bei ihr. So gut ich konnte las ich für sie aus ihrem Lieblingsbuch vor. Sie trug immer ein Lächeln auf den Lippen... sogar bis zum Schluss... ich weiß nicht wieso Vater sie damals im Stich ließ”, knurrte er die letzten Worte in Rage. Sanft drückte sie seine Hand und schien ihn wieder zurück zu holen in die Realität.

“Er hat sie einfach so sterben lassen... so dachte ich anfangs... hasste ihn dafür... ich konnte ihn fast zwei Jahre lang nicht ansehen. Später hatte ich mich informiert und erfahren, dass Mama an einer seltenen Herzkrankheit gelitten hatte. Leider wurde sie viel zu spät erkannt. Sie konnten nichts mehr für sie tun, außer ihre Schmerzen zu lindern und ihr wenige schöne Tage ermöglichen. Natürlich hatte sich mein Hass etwas gelegt, doch dass er sie alleine sterben ließ... das geht mir einfach nicht in den Kopf.”

Nach dieser Offenbarung schluckte Maron schwer und stumme Tränen bannten sich ihren Weg über ihre Wangen. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte, deshalb nahm sie ihn einfach in ihre Arme und drückte ihn liebevoll an sich. Auf diese Weise ließ sie ihn spüren, dass er nicht alleine war. Seine Emotionen liefen gerade Amok und er krallte sich regelrecht an ihr fest. Fast so als wäre sie sein rettendes Boot, um nicht zu ertrinken.

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damit haben wir die eine Seite der Vergangenheit zwischen Chiaki und Kaiki

Was denkt ihr könnte da genau vorgefallen sein?

Lasst mir gerne eure Meinungen und Anregungen da

bleibt gesund und bis bald,
eure Seredhiel / Seren *Kekse und Kakao da lass*
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