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『Durarara!!』 || 『Willst du bei mir bleiben?』

von Rayllum
OneshotSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Masaomi Kida Saki Mikajima
10.09.2020
10.09.2020
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Mikas Anruf weckte dich mitten in der Nacht, aber er ließ dir keine Zeit, um wütend zu werden. Trotz der schrecklichen Hintergrundgeräusche konntest du seine panische Stimme hören – Kida war verletzt worden und wurde nun ins Krankenhaus gebracht. Er konnte dir nicht viel darüber sagen, da er ziemlich in Eile war, aber er hatte versprochen, dir alles zu erklären, sofern du dich mit ihm vor dem Krankenhaus treffen wolltest.
     Ohne einen zweiten Gedanken zu verschwenden, kamst du aus dem Bett und schlüpftest in die erste Jeans und den nächstbesten Pullover, den du in dem Chaos finden konntest, der sich dein Zimmer taufte. Du zogst dir deine Turnschuhe an und hattest Handy und Schlüssel sicher in den Taschen deines Pullis verstaut, bevor du aus dem Haus gestürmt warst. Ausnahmsweise warst du glücklich darüber, dass deine Eltern fast jeden Abend durcharbeiteten.
     Das Krankenhaus war nicht weit von deinem Haus entfernt, es waren etwa zwanzig Minuten zu Fuß. Du hattest es in 15 Minuten erreicht, völlig außer Atem, und es fühlte sich an, als würde dein Herz jeden Moment stehenbleiben. Du wartetest ein Weilchen ab, um deine Fassung wiederzuerlangen, bevor du in das riesige Gebäude des Raira-Krankenhauses gingst und dich an die Rezeption stelltest, wo du höflich nach Masaomi Kida fragtest.
     Im Flur trafst du auf Mikado, und du ranntest sofort auf ihn zu, batest ihn um Erklärungen, die er dir lieferte. Diese ganze Geschichte mit den Dollars und den Yellow Scarves war etwas viel auf einmal für dich... du hattest keine Ahnung, dass deine beiden besten Freunde aus der Kindheit in Gangs steckten.
     „Ich werde nicht sauer auf dich sein, Mika, jetzt ist nicht die Zeit dafür. Aber ich schwöre, wenn sich das alles geklärt hat –“ – sobald du ein bisschen weniger emotional warst – „Wirst du von mir hören. Damit meine ich euch beide.“
     Jetzt gerade brauchtest du etwas Zeit, um deine Gedanken wieder zu sammeln und dich wieder zu beruhigen, damit du nicht inmitten deiner Beschwerden anfingst, in Tränen auszubrechen. Du warst sehr verletzt, weil sie nie mit dir über ihre Probleme geredet hatten, und obwohl du verstehen konntest, dass sie dich aus ihren Angelegenheiten raushalten wollten, wart ihr immer noch beste Freunde. Ihr solltet füreinander da sein, jederzeit und auf jegliche Art. Und dieses Mal warst du daran gescheitert, ihnen zu helfen.
     Mikado hatte dich gewarnt, durch die Tür deines Freundes zu treten. Er hatte dich gewarnt, dass er noch immer bewusstlos war.
     „Ich glaube, ich werde eine Weile hierbleiben, damit du zuerst mal nach Hause gehen kannst.“
     Er wünschte dir eine gute Nacht, und du sagtest ihm, dass er sich etwas ausruhen solle, dass du ihn wissen ließest, ob Kida aufwacht.
     Leise betratst du den Raum, in dem er lag, ohne Bewusstsein und mit einem Tropf an seinem Arm. Du hocktest dich auf einen Stuhl, der neben ihm stand, und legtest seine Hand in deine beiden.
     Bis auf den Verband um seinen Kopf sah er in Ordnung aus. Bitte, wach auf. Du legtest seine Hand in deine und berührtest im Gebet seine Stirn mit der seinen, die Augen fest zusammengekniffen. Bitte, bitte wach auf.
     Mit einer deiner Hände strichst du ihm sanft einige Strähnen seines hellbraunen Haars aus seinem hübschen Gesicht. Gegen die Müdigkeit ankämpfend, wachtest du über ihn.
     „Ich erinnere mich noch daran, als er mich so angesehen hat.“
     Diese sanfte, weibliche Stimme ließ dich aufschrecken, und du wandtest den Blick von Masaomi ab. Im Türrahmen stand Saki, die ziemlich gut auf den Beinen stehen konnte, dafür, dass ihre Beine eigentlich gebrochen sein sollten.
     „Du magst ihn, nicht wahr?“, fragte sie.
     „Wieso ist das wichtig? Er liebt dich immer noch.“
     Trotz der Tatsache, dass er mit ihr Schluss gemacht hatte, liebte er sie noch. Es war offensichtlich.
     „Ich weiß nicht, ob ich ihn verdiene.“
     „Tust du auch nicht.“ Du verachtetest sie – nicht aus Eifersucht, sondern weil du wusstest, dass sie ihm irgendwie wehtun würde. Das hatte sie bereits getan. „Du tust es nicht, aber er liebt dich, und das ist alles, was zählt.“
     Du hattest Masaomi noch nie glücklicher erlebt als in der Zeit, in der er mit ihr zusammen war, und nach der Trennung war er nicht ganz er selbst gewesen. Klar, du mochtest sie nicht, aber du konntest es ertragen, sie wieder mit ihm zu sehen, wenn es ihm zuliebe war.
     „Er würde besser zu jemandem wie dir passen.“
     „Ich weiß.“ Du würdest ihn niemals so verletzen, wie sie es getan hatte. Du würdest ihn nie anlügen. „Eine wahre Schande, dass er das nicht sieht.“
     „Ich glaube, das tut er. Du hast sein Lächeln nicht erlebt, wenn er über dich redet, wie seine Augen ganz plötzlich aufleuchten... Wenn du es doch nur versuchen würdest–“
     „Ich werde ihn dir nicht stehlen, Saki, ich bin nicht so eine.“
     Natürlich, wenn du ihn hättest verführen wollen und es versucht hättest, hättest du Erfolg gehabt. Immerhin hatte er, seitdem er sich mehr oder weniger von Saki getrennt hatte, weiterhin mit allem und jedem geflirtet. Allerdings nie mit dir – jedes Mal, wenn er kurz davor war, fiel ein nervöses Lachen von seinen Lippen, und er änderte seine Meinung. Du warst kein Mädchen, mit dem er flirten wollte. Nicht, wenn es bedeutete, herumzualbern und es nicht ernst zu meinen. Er würde dich nicht benutzen, um die Exfreundin zu vergessen, in die er noch verliebt war, und du warst der Ansicht, dass er sich selbst mit der Beziehung abfinden sollte, ohne dich einzumischen.
     „Aber was, wenn ich ihn dir überlasse? Du bist die, die er braucht, nicht ich.“
     „Wirst du es denn durchziehen? Wirst du wirklich abhauen?“
     Und Saki lächelte. Sie war sich vollends bewusst, dass sie niemals wieder an Kidas Seite zurückkehren würde, wenn sie es jetzt durchzog. Sie liebte ihn genug, um ihn mit jemand anderem glücklich sein zu lassen.
     „Pass auf ihn auf.“
     Du nicktest. Das brauchte sie dir wirklich nicht zu erzählen. Sie verließ den Raum und ließ dich mit ihrem Exfreund allein. Du spieltest weiterhin mit seinem Haar, bis er schließlich die Augen öffnete.
     Erleichtert atmetest du auf, während du sanft über seine Wange strichst und ihm ein schwaches Lächeln schenktest.
     „[Name?] Was machst du –“
     „Mika hat es mir erzählt. Und zwar alles“, begannst du. „Ich konnte nicht weggehen, ich habe mir zu große Sorgen gemacht.“
     „Es tut mir leid... und es tut mir leid, dass ich es dir nicht selbst gesagt habe.“
     Natürlich wusste er, dass er dir wehgetan hatte. Denn er kannte dich wie seine Westentasche.
     „Ist schon gut. Sag’s mir nächstes Mal einfach, wenn du in Schwierigkeiten steckst.“ Deine Hand hatte seine Wange losgelassen, um nur wieder von seiner gegriffen zu werden.
     „Willst du bei mir bleiben?“, fragte er, aufrichtig besorgt über die Antwort. „Obwohl ich schreckliche Dinge getan habe? Obwohl es mit mir gefährlich sein kann?“
     „Ich werde immer bei dir bleiben.“
     Er erwiderte dein schwaches Lächeln, bevor er die Augen schloss. Er war müde, was ganz normal war, da er mitten in der Nacht aufgewacht war. Du hattest gehört, wie er dir zuflüsterte, noch ein bisschen mit seinem Haar zu spielen, bis er einschlief. Du stimmtest zu und ließt wieder einmal deine Finger durch seine braunen Strähnen fahren.
     Du machtest damit weiter, bis du sichergehen konntest, dass er eingeschlafen war, und sogar danach hieltst du seine Hand in deiner eigenen, während du für den Rest der Nacht ein Auge auf ihn warfst.

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Und damit wären wir am Ende dieses ziemlich spontan entstandenen Oneshots angelangt! ^^° Ich habe neulich erst meine Durarara!!-Phase neu entfacht, weil ich eine sehr enge Freundin dazu gebracht habe, es sich mit mir anzugucken. Und ich war so im Modus, dass ich einfach etwas dazu schreiben musste. Ich kann jedem nur empfehlen, sich diesen Anime anzutun; er ist einfach nur genial.
Gerade Masaomi Kida ist ein Charakter, der mir so richtig ins Herz gegangen ist; ich kann mich einfach eins zu eins mit diesem Dude identifizieren; vom Charakter, von der Art, wie er mit Konflikten umgeht... aber das an anderer Stelle xD
Den Link zum Original findet ihr hier. Es war mal etwas anderes, einen CharacterxReader-Oneshot zu schreiben, einfach durch die konstante Benutzung der 2. Person Singular. Und das auch noch im Präteritum. Es klingt einfach auf Englisch besser, aber ich habe es... versucht. Außerdem gibt es zu Masaomi viel zu wenig meiner Meinung nach; klar sind Shizuo, Izaya und Celty ausgezeichnete Charaktere, aber der Rest geht (für mich) zu stark unter. Und dabei ist der Cast so breit gefächert!
Wie dem auch sei ~ ich verabschiede mich an der Stelle und hoffe sehr, dass es euch gefallen hat!
Haltet die Ohren steif!
LG Rayllum :3
 
 
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