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Resort of Changes

von Yesaja
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
OC (Own Character) Tom Hiddleston
10.09.2020
26.10.2020
31
80.069
7
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Dieses Kapitel
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24.09.2020 2.473
 
Seit zwei Tagen war Milly nun schon weg und Tom fühlte sich irgendwie verloren. Es war ein merkwürdiges Gefühl, ein Gefühl, das er so noch nicht hatte. Nach einem Streit mit Zawe, die ihm gestanden hatte an seinem Telefon gewesen zu sein, war er Stundenlang über das Gelände gestreift, hatte ein paar Runden im Pool gedreht und sich im Fitnessraum verausgabt. Mitten in der Nacht war er wieder aufs Zimmer gegangen und hatte sich beim Frühstück dann mit ihr darüber unterhalten, dass dieses verhalten untragbar war, er es ihr allerdings nicht ganz verdenken kann, da er ihr wirklich etwas verheimlichte. Er hatte Zawe gestanden das er Milly geküsst hatte und auch wie es dazu kam. Natürlich war Zawe alles andere als begeistert gewesen und hatte ihn zur rede gestellt. Nie war Zawe laut und auch in diesem Falle, konnte sie ihn nicht anschreien oder zum Teufel jagen. Weinend hatte sie sich im Schlafzimmer eingeschlossen und er war einfach nur aus dem Zimmer verschwunden. Er war gelaufen ohne Ziel und am Ende stand er vor Millys Blockhütte und fragte sich, warum das alles passierte.
Schnaufend setzte er sich auf die Stufen und fuhr mit den Fingern durch die Blumen, die neben ihm in einem Kübel gepflanzt waren. Milly wohnte hier auf dieser Insel, weit weg von seinem zuhause, sie hatte einen Job, der ihr nicht mal eben erlaubte wochenlang zu verschwinden, um ihn zu begleiten und er würde nicht „Mal eben“ zu ihr fliegen können. Machte das alles überhaupt Sinn?
Mit dem Rücken an das Holz gelehnt, streckte er die Beine auf der Stufe aus und schloss die Augen. Gab es einen Weg für sie beide? War es richtig oder war es nur ein kurzes aufbeben, wie bei einer Midlifecrisis üblich? Er war nun schon 41 und die Zeit blieb nicht stehen, nur weil er Hiddleston hieß!

Vom Kiesweg herkommend, war Miranda auf dem Weg zum Häuschen, um Millys Blumen und Pflanzen zu gießen. Als sie Tom dort sitzen sah, verzog sie wissend den Mund und schmunzelte. „Also doch!“, murmelte sie und lief auf ihn zu. „Guten Tag Tom, kann ich dir irgendwie helfen?“, stieg sie über seine Beine und schloss die Tür zum Haus auf. „Ich...“ räusperte er sich kurz. „Ich habe Milly gesucht, sie ist seit Samstag verschwunden.“
„Ich weiß, sie musste sich ja bei uns abmelden.“ Suchend lief sie durch den Wohnraum. Tom erlaubte sich einen Blick ins Innere und war erstaunt, wie geräumig es doch war. Liebevoll hatte Milly sich eingerichtet und dekoriert. Grüne Pflanzen, wo man hinsah und dazwischen Bücher und Unmengen an CDs. „Ist sie krank?“, fragte er vorsichtig und sah Miranda hinterher, die mit einer kleinen Gießkanne die Grünpflanzen abklapperte. Sie sah ihn auf die Frage hin an und seufzte auf. „Komm Mal bitte rein und setz dich zu mir!“, deutete sie auf die Couch. Tom tat was sie wollte und schaute neugierig zu, wie sie ihr tun beendete und den pinken Elefanten zurück in den Schrank stellte. Mit einem Glas Wasser für beide, setzte sie sich neben ihn und suchte seinen Blick.
„Hör zu Tom, Milly ist nicht krank, auch wenn sie sich so fühlt. Sie...“ Kurz stockte Miranda und nahm einen Schluck. „Sie ist durcheinander und hat Liebeskummer!“
Toms Augen weiteten sich, was Miranda natürlich nicht verborgen blieb. „Ich weiß nicht wer ihr das Herz gebrochen hat, es geht mich auch nichts an, aber sie leidet und redet sich ein, sie könne ihn vergessen. Sie hat mir erzählt wie gut er ihr getan hat und wie besonders die Momente waren.“
„Wo... Ehm, wo genau ist sie denn jetzt?“
„Zum Nachdenken geht sie immer in die Altstadt und dort gibt es nur einen Ort, an dem sie sich wirklich wohlfühlt!“

Am liebsten wäre Tom sofort aufgesprungen und losgelaufen, besann sich dann doch eines Besseren und blieb, wo er war.
„Weißt du, ich habe immer erst altes hinter mir gelassen, ehe ich mich auf etwas neues eingelassen habe!“, stand Miranda auf und ließ ihn allein um draußen die Kübel zu wässern. Nachdenklich lief er im Wohnraum herum, sah sich die Fotos an, die sie aufgehängt, hatte und versuchte tief in sich hineinzuhören. Was sollte er nur tun?
Vor der Tür hörte er plötzlich Miranda, die etwas lauter sprach. „Jason kann dir die Mappe bringen Milly, kein Problem! Er wollte sowieso nach dir sehen.“ Mit gespitzten Ohren lief er näher zur Tür. „Nein keine Probleme vor Ort und die Bestellungen würden wir auch machen, aber da du zu perfektionistisch bist, überlassen wir das dir! Also was soll ich ihm nun sagen?“ Nach einem kurzen Schweigen konnte er hören wie Miranda die Gießkanne abstellte und die Stufen zur Hütte erklomm. „Gut, dann schick ich ihn dir vorbei, wir hören uns süße, bye!“ Mit dem Blick aufs Handy lugte sie ins Haus. „Und du, ich muss dich bitten zu gehen, ich möchte abschließen.“ „Ja, ja natürlich, entschuldige!“
Mit großen Schritten war er nach draußen gegangen und schlich zum Kiesweg. Miranda sah ihm nach und schüttelte den Kopf. Das konnte sich niemand guten Gewissens mit ansehen! „Tom, warte Mal“, eilte sie zu ihm. „Ich weiß nicht, warum ihr es so schwer macht! Komm bitte in einer halben Stunde zum Blumenladen.“
Tom verzog die Augenbrauen ein wenig. „Blumenladen, wieso?“ „Frag nicht, komm einfach vorbei, bitte!“ „Okay!“ Irritiert, sah er Miranda nach, die den Weg hinunter zum Hotel rannte. Selbst ging er auf der anderen Seite weiter.


Milly hatte Bea morgens im Blumenladen geholfen, seit sie bei ihr das Zimmer genommen hatte. Sie hatte der alten Dame den Laden komplett auf links gedreht, gefegt und gewischt, Sortiert und umdekoriert. Am Ende waren beide Frauen mehr als zufrieden und die Kunden positiv überrascht. Gerade hatte sie vor dem Geschäft eine Befestigung für die Hängepflanzen angebracht und den Aufbau erneuert, auf dem Bea ihre Sträuße präsentierte, ehe sie sich eine kalte dusche gegönnt hatte.
Mit ihrem Notizbuch und einem leckeren, mediterranen Mittagessen, das ihr Bea gebracht hatte, saß sie nun auf ihrem winzigen Balkon und sah immer wieder über die Fußgängerzone, die sie stark an eine Italienische Kleinstadt erinnerte. Sie liebte diese Ecke einfach und würde alles dafür geben, hier leben und arbeiten zu können, aber sie hatte nicht das Geld dazu, um Bea das Geschäft inklusive dem dazugehörigen Haus abzukaufen.
Und vermieten wäre für Bea zu umständlich, da sie ihre letzten Jahre nicht mit Verträgen und Menschen verbringen wollte, die für sie alles Geschäftliche übernahmen. Und verschenken konnte sie es auch nicht, da sie jeden Cent brauchte.
Die kleine Frau träumte von einer Weltreise auf dem Schiff, das sie jede Woche im Hafen beobachtete.

Milly schmunzelte bei dem Gedanken daran, wie sie ihr diesen Wunsch erfüllen und sich und sie, überglücklich machen würde, wenn es nur ginge. Seufzend sah sie wieder auf ihre Notizen und die Rechnungen, die sie seit Tagen auf das Papier kritzelte. Ihr erspartes reichte nicht mehr, seit sie ihren Eltern den Umzug finanziell unterstützt hatte. Und egal wie sie ihre Stunden im Hotel drehte und wendete, sie würde selbst mit einer Gehaltserhöhung, nicht vor den ausgerechneten 5 Jahren, das Geld zusammen haben.

Auf die Banken konnte sie sich nicht verlassen, die waren nicht vertrauenswürdig, weshalb sie ihren Lohn auch nach Deutschland überweisen ließ und ausschließlich Onlinebanking betrieb. Einen Kredit würde sie so nicht bekommen und auf Pump leben, war auch nicht ihre Vorstellung von einem Sorgenfreien Leben.
Sie wollte nicht darauf schauen müssen, dass sie genug einnahm, um die Miete eines Ladens oder den Kredit für ein eigenes Geschäft zu haben. Sie wollte das machen was sie liebte, ohne immer die Geldfrage im Kopf haben zu müssen.
Ob Bea diese 5 Jahre noch warten konnte, wusste Milly nicht, sie konnte es nur hoffen, sonst wäre ihr Traum endgültig geplatzt.
Von einem Klopfen an der Tür, wurde sie erneut aus ihren Gedanken gerissen. „Milly Schätzchen, unten wartet ein junger Mann auf dich, soll ich ihm etwas ausrichten, oder gehst du zu ihm?“, fragte Bea vor der verschlossenen Tür. „Ich komme sofort, Danke!“

*Irgendwann! *
Notierte sie in ihrem Buch und legte es zurück in ihre Tasche. Mit dem leeren Teller in der Hand, sprang sie die Stufen hinunter und stellte ihn in die Spüle. „Wo ist er denn?“ Bea lächelte und deutete zur Tür. Er wartet draußen. Ein sehr netter Mann und so hübsch!“
Milly zog die Stirn kraus. Jason war zwar nicht hässlich, aber so hatte auch noch niemand von ihm gesprochen.

„Ich werde das Zimmer Morgenfrüh noch schnell wischen, bevor dieser Student einzieht Bea, dann hast du die Arbeit nicht!“, rief Milly zur Küche während sie die Tür zur Straße öffnete. Im Schwung nach draußen, fiel ihr alles aus dem Gesicht. „Du?“, starrte sie Tom an, der mit einer schwarzen Mappe in der Hand vor ihr stand.
„Hy Milly!“, lächelte er sie an und das erste Mal seit Tagen, glänzten seine Augen.
„Was... Warum bringst du mir die Mappe?“ Sie nahm sie entgegen und sah kurz über die Liste.
„Miranda hat sie mir gegeben und gesagt das du sie brauchst. Jason konnte sie nicht bringen und da ich mich hier umsehen wollte… Sie sagte ich finde dich nur an einem Ort und wie ich sehe, ich lag richtig.“
Millys Blick ging an dem alten Haus hinauf. Mit einem schmunzeln nickte sie. „Ja, hier fühle ich mich wohl!“

Wortlos sahen sie sich an. Beide wollten so viel sagen, aber keiner von ihnen fand die richtigen Worte. Millys Blick ging irgendwann zu Boden und dann den Weg hinunter zum Brunnen. „Ich werde mir das schnell ansehen, dann kannst du es direkt wieder mitnehmen, Miranda kann die Bestellung dann faxen.“

Tom hatte die Hände am Hosenbund und sah nun ebenfalls kurz zu Boden und dann in die andere Richtung die Straße entlang. „Okay.“ Das war das erste Mal seit Jahren, das er nicht wusste, was er sagen oder tun sollte. Er fühlte sich wie ein alter Idiot, der einen zweiten Frühling erleben wollte, wie ein Teenager, der sich das erste Mal für ein Mädchen interessierte. Milly hatte die Liste in Nullkomma nichts abgearbeitet und ihm zurückgegeben. „Sie sollen das bis morgen früh um 8 Uhr faxen, sonst kommt das nicht mehr rechtzeitig und ich komme erst mittags zurück.“
„Richte ich ihr aus.“
Und wie schon Minuten zuvor, schwiegen sie sich an. Die Augen voller Sehnsucht, Angst und tausend Fragen.
„Dann geh ich mal wieder rein. Danke das du es hergebracht hast, das hättest du nicht tun müssen, wirklich!“
„Wie gesagt, ich wollte mir die Stadt sowieso ansehen, nachdem du so geschwärmt hast...“

Milly drehte sich mit einem leichten Kopfnicken und umfasste den Türgriff. Tom zerriss es fast. „Warte. Bitte.“ Milly stockte, sah ihn aber nicht an. „Ich... Können wir kurz reden?“
Milly schloss die Augen und versuchte den Kloß in ihrem Hals hinunter zu drücken. „Es tut mir leid, aber ich kann nicht.“ Ehe er noch etwas sagen konnte, war sie auch schon im Haus verschwunden. Tom strich sich durch die Haare und drehte sich von der Tür weg, sah sich um und hätte am liebsten laut geschrien. Auf direktem Wege lief er zurück zu Jasons Wagen, den er sich geliehen hatte und fuhr zurück zum Hotel.
An allen vorbei, eilte er zum Blumenladen und legte Miranda die Mappe auf den Tresen. „Ihr sollt bis morgenfrüh um 8 Uhr faxen, damit es noch rechtzeitig kommt.“
Miranda sah ihn mit offenem Mund an. „Warum bist du schon zurück?“ „Sie hat es abgesegnet und ist wieder in den Laden gegangen. Sie... Sie hatte keine Zeit. Ich werde mir die Stadt dann wohl allein und ohne Stadtführerin ansehen müssen.“
„Kannst du mit dem Schauspiel aufhören? Ich weiß auch ohne dass ihr auch nur einen Ton zu mir sagt, was los ist und verdammt, ich weiß nicht wo euer scheiß Problem ist!“ Hart schnaubend stemmte Miranda die Hände in die Hüfte und überlegte. Tom sah sie nur perplex an. „Sie kommt morgen wieder, fängt aber erst am Mittwoch wieder an zu arbeiten. Ich sage dir jetzt etwas und wenn du ehrlich zu dir selbst bist, nimmst du es an!“
„Ehm, in Ordnung?“, traute sich Tom nicht zu widersprechen.


Millys Herz steckte ihr immer noch halb im Hals fest, als sie die Treppe nach oben gestürmt war. „Fuck, fuck fuck! So wird das nichts. Was mach ich denn nur?“
Bea hatte das ganze vom Laden aus beobachten können und klopfte nun an ihre Tür. „Milly Schätzchen, darf ich reinkommen?“ Mit der Hand wischte sie über ihre Augen und holte ein paarmal, tief Luft, ehe sie antwortete. „Ja komm rein.“
Langsam öffnete sich dir Tür und der Kopf mit den weißen Haaren schob sich hinein. „Ich weiß nicht was los ist Kindchen, aber du siehst alles andere als Glücklich aus! Und wenn ich das sagen darf, der hübsche Mann da unten auch nicht. Und wenn ich mich daran erinnere wie oft ich das schon gesehen habe, kann ich nur eines zu dir sagen: Geh zu ihm und genieße was du bekommst! Auch wenn es nur für einen Sommer ist, selbst wenn es nur Tage sind, jedes Glück, jeder fetzen Liebe ist es Wert! Glaube mir, ich habe mein Leben gelebt, war verheiratet, wurde Witwe, habe nie Kinder bekommen, aber ich habe geliebt – mehr als einen Mann!
Und dieser hier, mag er sein wie er will, für jetzt will er nur dich und das solltest du nicht verschenken!“
Unkontrolliert liefen die Tränen an Millys Wangen hinunter, tropften auf ihre Hände und die Oberschenkel.
„Er ist mit seiner Freundin hier im Urlaub Bea. Ich kann doch niemanden in mein Herz lassen der vergeben ist. Selbst nur in mein Bett wäre verwerflich!“
„Ach Schätzchen!“, lachte Bea und wischte ihr eine Träne weg. „Er hat sich doch schon lange für dich entschieden, sonst wäre er nicht hier gewesen!“
Ungläubig sah sie in die erfahrenen Augen der 70-Jährigen und schniefte. „Glaubst du wirklich?“


Im Hotelzimmer von Tom und Zawe herrschte stille. Tom hatte sich umgezogen und saß auf dem Balkon. Zawe, die kurz nach ihm zurück ins Zimmer gekommen war, hatte sich im Bad eingeschlossen.
„Alles in Ordnung da drin?“, sah Tom dann doch irgendwann mal nach und klopfte an die Tür. Von dort hörte er nur ein Schnaufen und Würgen. „Zawe? Alles in Ordnung?“ „Verschwinde!“, schimpfte diese allerdings nur und schien sich erneut mit dem Porzellan Gott zu unterhalten.
„Soll ich den Arzt holen? Hast du die Krabben gestern nicht vertragen?“ „Du-sollst-verschwinden!“, wurde sie nun lauter und warf irgendetwas gegen dir Tür.
„Okay, aber ich werde vorher trotzdem den Arzt zu dir schicken.“ Bevor er das Zimmer verließ, rief er bei Dr. Tawe an und schilderte ihm das Problem. Im Foyer begegneten sie sich dann noch und Tom gab ihm die Keycard von Zawe, damit er hineingehen konnte.

Schnaufend ließ er sich am Pool in eine Liege nieder und setzte die Sonnenbrille auf. „Hoffentlich braucht sie nur Tabletten, sonst darf ich mir noch ein Lager auf der Couch bauen.“
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