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Resort of Changes

von Yesaja
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
OC (Own Character) Tom Hiddleston
10.09.2020
26.10.2020
31
80.069
7
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Dieses Kapitel
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25.10.2020 3.565
 
Mit den ersten Schritten, die Milly aus dem Flughafen trat, huschte ein kalter, feuchter Windstoß unter ihre Bluse. Beladen mit Koffern, hatte sie den Mantel über ihren Arm gehängt und kniff nun die Augen zusammen. „Sag mal ist das immer so ein regnerisches Wetter bei euch? Jetzt nichts gegen Regen, aber gepaart mit kalter Luft, ist das absolut ekelhaft auf der Haut.“ Verzweifelt ging ihr Blick zu Tom, der wenige Schritte vor ihr, ein Taxi eingenommen hatte. „Nicht mehr Regen als in anderen Ländern Rund um Europa. Es kommt einem nur so vor.“ Er nahm ihr das Handgepäck ab, damit sie ihren Mantel anziehen konnte und gab ihr einen Kuss auf die Nasensitze. „Tut mir leid, ich bin einfach zu lange in der Sonne gewesen. Wenn wir Regen haben, dann warmen Sommerregen. Der macht Spaß, dass hier… eher weniger!“
Das Taxi fuhr Richtung London Innenstadt. Um zu Toms Loft zu kommen, mussten sie von dieser Seite aus, wohl oder übel einen großen Teil durch die City nehmen müssen.
„Meine Mom erwartet uns morgen zum Brunch. Wir haben also den Abend für uns und können akklimatisieren.“ Hielt er sein Telefon hoch und schaute in Millys Müde Augen. „Sehr schön, ich bin fix und fertig. Wenn ich bedenke, dass ich in 10 Tagen wieder auf die Insel zurückmuss und wieder in so einem Vogel festsitze, wird mir schon ganz flau. Ich werde mit Bobby viel laufen müssen.“ „Das können wir einrichten, ich bin jeden Morgen um 6 mit ihm im Park.“ Millys Gesicht rutschte gefühlte cm nach unten, die Augen sahen noch müder aus als zuvor. „Das habe ich nun überhört!“

Ehrfürchtig sah sich Milly die Hochhäuser und die vielen Menschen auf der Straße an. Sie hatte sich London irgendwie kleiner vorgestellt. All die Bilder und Filme, mit den kleinen beschaulichen und total romantischen alten Städtchen und Familienvierteln. Wo war das nur?
Tom beobachtete, wie sich Millys Miene immer wieder veränderte, wie sie neugierig und fast ängstlich, an ein Kind erinnernd, aus dem Autofenster sah und ganz viel in ihrem Kopf passierte.
„Alles in Ordnung?“, griff er sanft nach ihrer Hand und lächelte aufmunternd. Millys Kopf nickte zaghaft. „Ich dachte es sieht anders aus.“ „Wie soll es denn aussehen?“, gluckste Tom und sah nun selbst hinaus. Sein London, seine Heimat. Er kannte es nur so. Immer im Wachstum, immer mehr in die Moderne.“ „Na ja. Es gibt so viele Filme, da sieht das anders aus. Oder in meinen Büchern! Das sind total romantische Orte. Die können doch nicht alle fiktiv sein.“
„Nicht ganz, nein. Ich glaube ich zeige dir mal unser London, wie wir es kennen. Das Umland ist das schönste und vieles wird ja Richtung Schottland und Irland gedreht, dass muss man dazu sagen. Großbritannien ist groß und bietet viele schöne oder wie du es nennst, romantische Orte.“ Breitgrinsend blickte sie Tom an. „Ich freu mich drauf!“
Kaum in Toms Wohnung angekommen, waren die Schuhe von Millys Füßen und der Mantel an der Garderobe. „Ich gehe schnell Telefonieren, du kannst dich gern umsehen.“ „Na, ob ich in einer Junggesellenbude etwas zum „Umsehen“ finde, wage ich zu bezweifeln!“, kicherte Milly und gab ihm einen schnellen Kuss. Wie es oft war, standen sie nach eintreten in die Wohnung bereits im Wohnraum. Dieser war groß und durch die hohen Fenster sehr hell. Hellgraue Gardinen rahmten die klaren Scheiben, durch die man auf die Skyline schauen konnte. Die Einrichtung war so typisch Britisch, fand sie. Eine dunkelgrüne Wand, vor der ein Flatscreen hing. Eine Kunstledercouch die farblich angepasst war. Der Glastisch hatte einen feinen Metallrahmen und verlief in zwei Ovale. Darauf lagen Drehbücher und das Fotobuch von Ole. Auf der Couch hatte Tom eine Karierte Decke halb über Lehne und Sitzfläche gelegt. Daneben auf dem Boden lagen das große Hundekissen und ein Spielzeug.
Der Sessel, ein alter, abgegriffener Ohrensessel, hatte direkt Millys Aufmerksamkeit. Er stand neben einer Stehlampe in Regalnähe. Dort hatte er viele Bücher und CDs aufgereiht.
Ein relativ dunkler Teppich, geschickt bei dunkel Hundehaaren, lag unter dem Tisch und ebenso im Raum. Der Helle Holzboden war sehr gepflegt oder erst neu verlegt worden. Vor dem großen Fensterbereich und Balkon, stand ein schwarzer Esstisch und sechs passende Stühle. Ein großer Topf stand mittig darauf und gab einer Strelitzie Platz zu blühen. Leicht lächelte Milly. Eine moderne Wohnung brauchte eine Pflanze, die dazu passte. Das Sideboard zu ihrer Linken, war schwarz-weiß und passte sich perfekt dem großen Raum an. Tom hatte dort Bilderrahmen stehen und an der Wand dahinter, Fotos in schwarzen Rahmen hängen. Fotos mit Kollegen und verflossenen auf dem roten Teppich oder am Set. Auf dem Sideboard waren Familienfotos und Bobby. Toms große liebe, neben seiner Familie.
Milly öffnete die helle Tür, die vom Flur abging und stand im Schlafzimmer. Das schien fast genauso groß und war mit weißen Möbeln bestückt. Graue Bettwäsche, graue Gardinen und ein großes Bild über dem Bett. Abstrakte Kunst in gestrichelten Linien, farblich passend zum Raum mit feinen Farbtupfern in Gold und grün.
Vor dem Bett stand eine Kiste, auf die man sich setzen konnte und seitlich ein moderner Sessel und ein Beistelltisch mit runder Platte. Das Badezimmer lag direkt daneben und war schlicht weiß. Die Handtücher Blau und Schwarz. Wenige Flaschen und Tuben. Ein großer beleuchteter Spiegel über dem Waschbecken und der Waschtisch mit Schubladen ausgestattet.
Der Einbauschrank ging über die komplette, gegenüberliegende Wand des Bettes und war auch fast komplett bestückt mit Anzügen, Hemden, Jeans und Sportkleidung; Pullovern, Shirts und Gürteln.
„Okay, ich will jetzt nicht wissen, wo der Schuhschrank ist und wie voll der sein wird!“, gluckste Milly und ging zurück in den Wohnraum. Nun wollte sie wissen wo die Küche war und das Büro. Tom war neben der dunkelgrünen Wand den Flur entlanggelaufen, den sie nun auch nahm. Dieser war kurz und offenbarte, dass die Wand nur zwischengezogen war. Sie stand aktuell in der offenen Küche, neben der es scheinbar zum Büro ging. Die Küche war passend zum Rest, modern in Chrome und schwarz gehalten. Eine Kochinsel und passende Hocker. Sie hörte Tom telefonieren und lief zur Tür. Das Büro war im Gegensatz zum Rest, recht klein, aber dennoch groß genug, um einen Schreibtisch und ein Sofa zu beherbergen. Sogar ein Schrank fand Platz, in dem er scheinbar Unterlagen untergebracht hatte. Das Fenster verlief links über eck bis hinter seinen Sitzplatz. Dunkelrote Gardinen boten Gelegenheit abzudunkeln und machten den Raum gemütlicher. Lächelnd saß er am Telefon und sah Milly zwinkernd an, während er seiner Mutter zusagte, dass Milly sich freue und sie pünktlich kommen würden.
„Na, alles gesehen?“, grinste er nach dem Gespräch und erhob sich von seinem Stuhl. Milly hatte die Arme ineinandergelegt und sich in den Türrahmen gelehnt. „Ja, außer den Schuhschrank!“, fing sie an zu lachen. „Was?“, sah er sie verwundernd an und schmunzelte. „Dein Schrank ist voll. Du hast mehr Kleidung als ich! Nur Schuhe habe ich keine gesehen!“ „Du bist doch an dem Sideboard vorbeigekommen!“ „Das fast 3m lange Teil? Ja bin ich, warum?“ „Da sind sie drin!“, gluckste er und nahm sie liebevoll in seine Arme. „Das sind vorgetäuschte Schubladen.“
Milly legte ihr Arme um seinen Nacken und lächelte. „Du bist schlimmer als eine Frau, aber dafür auch immer... hach!“, seufzte sie und gab ihm einen Kuss.
Die Stunden verbrachten sie auf der Couch. Ohne Telefon, TV und Internet. Sie bestellten Essen, hörten Musik und Tom versuchte sie auf seine Familie vorzubereiten.


„Ich bin doch irgendwie nervös!“, krallte sich Milly in Toms Hand. „Ich war noch nie gut in Familienzusammenführung!“, gestand sie und hatte diese leichte Panik in den Augen. „Was glaubst du das passiert?“, fragte er leise und nah an ihrem Ohr, während sie auf die Tür zuliefen. „Keine Ahnung!“, gluckste Milly und legte das Gesicht an seinen Oberarm. „Tief durchatmen, alles wird gut. Meine Mom ist jedem offen gegenüber!“ Vor ihnen öffnete sich die dunkle Tür und ein Kopf mit langen, weißen Haaren lugte heraus. „Tom, da bist du ja. Hallo Milly!“, lächelte Diana und hielt beiden ihre Hände entgegen. Milly reichte ihr die Hand und wusste nicht, was sie tun sollt. „Hallo Mrs. Hiddleston. Danke für die Einladung!“, kam es unsicher aus ihr heraus. Diana legte den Kopf schief und schmunzelte. „Du musst keine Angst vor mir haben Schätzchen! Ich bin Diana und du die Freundin meines Sohnes. Wenn er dich liebt, gehörst du bereits zur Familie! Und nun kommt rein, sonst dreht Bobby komplett durch!“
Tom legte seinen Arm um Milly und führte sie in die Wohnung. Bobby, der hinter der nächsten Tür auf und ab tigerte, schoss sofort auf sie zu, als Diana die Tür geöffnet hatte. „Hey Bobby!“, begrüßte ihn Milly, wenn er sich immer mal wieder von seinem geliebten Herrschen auf sie zu eilte. „Ich weiß mein Junge, das nächste Mal kommst du wieder mit, versprochen!“, beruhigte Tom seinen braunen Kumpel und sah ebenso glücklich aus, ihn wieder zu haben.
Anders als die Milly, die sie war, saß sie am Tisch, vor sich die drei Damen aus Toms Leben und wusste nicht, was sie sagen und tun sollte. Ihr waren die Schlagzeilen und Fotos unangenehm und der Grund für Toms Trennung von Zawe, so wie dem Verlauf des Ganzen. Sie fühlte sich schuldig an allem und glaubte nun, dass die drei sie dafür Verurteilen könnten.
Klar, sie schauten sie freundlich an und ihre Tonlagen waren ebenso positiv, aber wer wusste schon, was in ihren Köpfen vorging. „Darf ich fragen was du so machst?“, fragte Sarah irgendwann nach. Als Journalistin war sie einfach zu neugierig, zum Glück positiver als die, die Milly kennengelernt hatte. „Ich bin Stellvertretende Resort Leitung, Floristin, Personalleiterin, Animateurin und Barkeeperin. Irgendwie vieles!“, lächelte Milly und rieb sich immer wieder die flachen Hände über die Oberschenkel. „Sie ist ein Multi Talent und ich muss sagen, als Resort Leitung, macht sie sich hervorragend!“, grinste Tom und faste nach Millys Hand, um sie zu beruhigen. „In den ganzen Artikeln stand nur dass sie eine Mitarbeiterin in dem Hotel war, aber nicht, as sie genau dort tat. Du kennst mich, ich interessiere mich immer für die Hintergründe. Und Milly, du bist an der Seite meines Bruders, da wirst du dich hoffentlich rasch dran gewöhnen, dass ich immer alles wissen will!“, lachte Sarah vergnügt und nahm einen Schluck von ihrem Tee.
Milly lächelte verlegen und nickte zaghaft. Warum hatte sie nun die Artikel erwähnen müssen? „Ich habe ja nicht wirklich viel mitbekommen davon! Was genau war denn da nun los?“, nuschelte Emma mit dem Finger am Mundwinkel, um dort den Lemon Curd wegzuwischen. Millys Brustkorb zog sich panisch zusammen. „Was soll ich sagen Emma? Ich habe mich von Zawe getrennt! Wir haben uns verändert, jeder in eine andere Richtung. Wie das passieren konnte weiß ich nicht, aber es ist passiert. Dieser Urlaub hat nichts daran geändert und ich wollte einfach Nägel mit Köpfen machen, ihr keine Hoffnungen mehr zugestehen, indem ich sie weitere Wochen an meiner Seite habe und suggeriere, dass alles okay ist. Außerdem habe ich in der ersten Woche bereits gemerkt, dass ich mich Gefühlsmäßig bereits soweit von ihr entfernt hatte, dass sich eine andere Frau hineinschleichen konnte. Zawe hat es leider nicht ertragen und einen Rosenkrieg gestartet!“, erklärte Tom und drückte Millys Hand fest unterm Tisch. Er spürte ihr Unbehagen und hoffte das sie es überstehen würde. „Nicht ertragen ist gut Tom! Sie hat uns allen gesagt, dass du fremdgegangen bist und sie deshalb früher abgereist sei. Als sie dann sagte das sie Schwanger ist, habe ich nur gehofft, dass ihr das irgendwie human geregelt bekommt. Das sie überhaupt nicht schwanger war, ist natürlich für sie tragisch, sie hatte sich so gefreut, aber für alle Beteiligten ist es, so schlimm es klingt, das beste gewesen.“ „Hast du Kontakt mit ihr?“, fragte Milly stockend und räusperte sich. Mit dem Wasserglas an den Lippen, blickte sie Toms Schwester an. „Ja habe ich. Wir haben uns immer gut verstanden. Außerdem hoffte ich, sie beruhigen zu können. Ich finde es nicht unbedingt toll, wenn mir jeden Morgen das Gesicht von meinem Bruder auf der Zeitung entgegenspringt, mit der Überschrift, was für ein schlimmer Mensch doch aus ihm geworden sei oder mit welcher Frau er doch diese Talentierte Schauspielerin betrogen hatte. Hier haben sich die Schlagzeilen wirklich überschlagen und für Tom sah es eine Weile alles andere als rosig aus. Wenn diese Aussage von der Mitarbeiterin nicht gekommen wäre und die Gerichtliche Bescheinigung, dass sie nicht wirklich schwanger war, wäre es das für die nächsten Monate oder Jahre gewesen.“
Milly nickte und versuchte dabei so ruhig wie möglich Luft zu holen. Ihr Hals schnürte sich immer weiter zu und sie glaubte an die Luft gehen zu müssen. „Von dir kannten wir nur die Fotos auf dem Schoß dieses Clubbesitzers und in ziemlich kurzen Kleidchen tanzend.“ „Nicht zu vergessen, die Fotos im Wasser!“, ergänzte Sarah.
„Ja, das ist wirklich ein tolles Bild von der neuen Freundin eures Bruders, da habt ihr recht!“, sagte Milly leise. „Ich müsste mal kurz ins Badezimmer!“, sah sie Tom an. „Vorne rechts. Soll ich es dir zeigen?“ Er erkannte in ihrem Blick, dass es ihr nicht gut ging. „Nein schon gut, ich bin schon groß, danke!“
Milly war gerade im Flur verschwunden, drehte sich Tom zu seinen Schwestern und blickte sie mit diesem Blick an, den sie an ihm nur zu gut aus ihrer Kindheit kannten. „Musste das Sein?“, fragte er Vorwurfsvoll. „Was habe ich denn getan?“ fragte Emma empört. „Emma, du hast seine Freundin bloßgestellt! Glaubst du sie war erpicht darauf, an dem Tag, an dem sie uns kennenlernt, über Zawe zu reden und darüber, wie das alles passiert ist?“, fragte Diana nach, die sich die ganze Zeit rausgehalten hatte. „Sie hat doch gefragt. Und für die Artikel kann ich ja wohl nichts!“, verteidigte sich Emma. „Du hättest es machen können, wie wir es immer tun!“, zischte Tom. „Ignorieren und sie kennenlernen! Sie ist ein toller Mensch und nicht das, was die Journalisten aus ihr gemacht haben! Ich liebe diese Frau und möchte nicht, dass sie ein schlechtes Gewissen bekommt, nur weil Zawe eine Lawine ausgelöst hat! Dank deiner Erwähnung gibt sich Milly wieder die Schuld an allem. Sie hat damit nichts zu tun!“ Tom stand auf und ging Richtung Badezimmer. Er musste zu Milly.
Mit hängendem Kopf sah ihm Emma nach. Hatte sie es doch nicht so gemeint, wie es rüberkam. Sie war weder pro Zawe noch kontra Milly. Sie wollte ihren Bruder nur endlich glücklich sehen.
Milly stand am Waschbecken, hatte die Finger fest gegen das Porzellan gedrückt und schnaufte. Ein zwei Tränen kullerten an ihren Wangen hinunter. Der Kloß in ihrem Hals war kleiner geworden, aber er saß fest. Zu hören, dass Toms Karriere angeknackst war tat weh. Hätte sie nur eine Grenze gewogen zwischen ihr und ihm, wäre es vielleicht niemals soweit gekommen. Ja sie war glücklich mit Tom sie liebte diesen Mann und ihr Herz überschlug sich jedes Mal, wenn sie ihn sah, aber sie wollte nie der Grund dafür sein, dass man schlecht über ihn redete oder von ihm dachte!
„Milly?“, klopft es an der Tür. Schnell wischte sie sich die feuchten Spuren aus dem Gesicht und holte tief Luft. „Ja?“, versuchte sie mit erhöhter stimme zu sagen. „Kann ich kurz reinkommen?“ Milly schloss die Tür auf und öffnete sie langsam. „Warum, was ist denn los?“, fragte sie irritiert. Tom trat ins Bad und schloss die Tür. Immer im Blick, Millys leicht geröteten Augen. „Nimm dir das bitte nicht zu Herzen. Emma ist oft zu direkt. Sie meint es nicht so, wie es rüberkam!“ „Tom, machen wir uns nichts vor! Wenn ich eine klare Grenze zwischen uns gezogen hätte, wäre das nicht passiert! Diese Fotos, ich hätte sie niemals zulassen dürfen, das war unprofessionell! Zawe hat reagiert wie viele Frauen aus verletztem Stolz. Sie hat ihre Liebe verloren, im Liebesurlaub! Danach verliert sie das Kind, das sie sich gewünscht hat und der Mann, der an ihrer Seite sein sollte, ist bei einer anderen, wenn auch nur Gedanklich. Da kann man nur durchdrehen! Das Emma es angesprochen hat war okay, aber es arbeitet immer noch stark in mir. Ich bin ihr nicht böse, es war nur so unerwartet!“ Tom nahm sie fest in den Arm und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Ich liebe dich Milly und du weißt, dass du es nicht hättest verhindern können!“
Nach Emmas Entschuldigung, wechselte die Gruppe das Thema und die Damen ließen sich von Milly etwas über das Resort erzählen. Tom hatte ihnen die Fotos gezeigt, dementsprechend neugierig waren sie nun. Es gab nur Kleinigkeiten von „Santa“ und niemand ließ es sich nehmen, Geschichten über Tom zu erzählen. Milly taute immer mehr auf und lachte über das, was die Frauen ihr erzählten. Sie würde zwar nicht behaupten, dass es der beste 25.12. war, den sie je erlebt hatte, aber nach dem schlechten Start, war dann doch noch ganz angenehm und witzig.

Nach dem Abend Spaziergang mit Bobby und einer leicht angeschwippsten Milly, verabschiedeten sich die beiden. Sie wollten eine ganz eigene, kleine Weihnachtsfeier und den restlichen Abend in Ruhe genießen.
Das sie ihm eine Edle Uhr und er ihr eine Kette gekauft hatte, überraschte beide. Sie hatten schließlich abgesprochen, dass sie sich nichts schenken wollten.
Die Weißgoldene Kette, mit dem Infinity Zeichen, legte sich sanft um ihren Hals, als Tom sie ihr anlegte. „Du bist verrückt!“, strahlt sie und fuhr mit den Fingerspitzen darüber. „Ja, verrückt nach dir!“


Das neue Jahr war gerade ein Tag alt, als Milly ihren Koffer packen musste. In wenigen Stunden ging ihr Flug zurück auf die Insel. Steve, der gerade von Frankreich zurückfliegen wollte, nahm einen Umweg in Kauf, um Milly mit dem privat Jet abzuholen, nichts ahnend, dass es noch einen anderen Grund hatte.
Tom hatte ihr in der Woche, in der sie bei ihm war, seine Lieblingsecken in London gezeigt. War mit ihr aufs Land gefahren, hatten einen Tagesausflug nach Schottland gemacht und sich am Silvesterabend mit Benedict und seiner Frau getroffen. Milly konnte nun behaupten, dass sie doch kleine, romantische Straßen und Städtchen gesehen und obendrein Mirandas Lieblingsschauspieler kennengelernt hatte. Diese wiederum durfte Chris und Elsa im Hotel begrüßen. Die zwei hatten sich, wie im Sommer vereinbart, nach Weihnachten für ein paar Tage dort gebucht und die Kinder direkt mitgebracht.
„Wann werden wir uns wiedersehen?“ Auf den Jet wartend, standen die beiden am Flughafen. Milly hatte ihre Arme fest um ihn geschlungen und versuchte die Traurigkeit zu unterdrücken, die sich ans Tageslicht bohren wollte.
„Ich kann es noch nicht genau sagen, ich habe das Team für nächste Woche zurückbeordert. Wir treffen uns in Cardiff. Aber ich komme zu dir, sobald ich kann, versprochen!“
Milly schniefte gegen seine Brust und nickte. Das Hemd begleitete den Weg, den ihr Gesicht darauf machten und rieb über seine Haut. „Hey ihr zwei, das Lufttaxi ist da!“ Milly zuckte leicht zusammen, als sie Steves Stimme hörte. Jetzt war er da, der Moment. Sie musste sich verabschieden und Tom zurücklassen. Tom rieb ihr über die Oberarme und gab ihr einen Kuss. „Hey, alles gut!“, flüsterte er ihr auf die Lippen und drehte sich dann zu Steve um. Das erste Mal, dass er dem Mann gegenüberstand, der mit seiner Milly zusammen gewesen war. „Hallo!“, hielt er ihm die Hand zur Begrüßung entgegen. „Hallo Tom, ich bin Steve! Ich glaube du hast schon von mir gehört – Sorry!“, verzog er das Gesicht leicht. „Hey Kleines, wie siehst du denn aus?“ Milly ließ die Schultern sacken und seufzte. „Da fragst du noch?“ „Okay, ich frag nicht, ich weiß schon!“, nahm er sie in den Arm und drückte ihr einen Kuss auf den Schopf. „Die Koffer werden gerade hineingetragen und alles noch schön frisch gemacht, dann können wir los! Wenn du etwas brauchst, sag es und wir holen es! Und nein, er gehört nicht dazu!“, zwinkerte er und legte Tom eine Hand auf die Schulter. „Hattet ihr wenigstens eine schöne Zeit?“, drehte er Milly von Tom weg und drückte diesem ein Kuvert in die Hand, ohne dass sie es mitbekam. „Ja, deshalb würde ich ihn ja gerne mitnehmen!“, lachte sich in ihre aufkeimenden Tränen. „Er kommt bestimmt bald nach, oder Brite?“ Tom hatte den Umschlag in die Manteltasche gesteckt und stand nun neben ihm. „Sobald ich kann!“, nickte er und lächelte. „Gut, dann nimm mal deine Freundin in den Arm, geht zum Duty-Free und ich bin gleich wieder für euch da!“
Vor dem Jet nahm Tom Milly ein letztes Mal in den Arm und küsste sie. Sie spürten die Liebe zueinander, das Kribbeln im Bauch und das schwere ihrer Herzen. Aber es musste sein, sie hatten beide Jobs, die auf sie warteten. „Wir sehen uns!“, hauchte er ihr auf die Lippen und berührte ein letztes Mal ihre Lippen, ehe er sie von sich und die Treppen hinaufschob. „Ich liebe dich!“, „Ich dich auch!“
Steven erschien in der offenen Tür und legte seinen Arm um sie, um sie mit rein zu nehmen. Er hob die Hand zum Gruß und schob Milly zu den Sitzen. Tom hingegen zog den Umschlag aus der Manteltasche und öffnete ihn. Mit einem breiten Lächeln las er was auf dem hellen Papier darin stand und verschloss ihn wieder. Als die Tür schloss, entfernte er sich vom Jet und winkte dem Fenster zu, das ihr Gesicht zeigte.
Zurück auf der Insel verschwand sie direkt zum Resort und in ihrer Blockhütte. Sie hatte während des Fluges geschlafen und wollte jetzt nur noch duschen und in luftige Klamotten. Sie würde sich nicht wundern, wenn sie krank werden würde, bei den Wetter unterschieden.
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