Resort of Changes

von Yesaja
GeschichteAllgemein / P16
OC (Own Character) Tom Hiddleston
10.09.2020
26.10.2020
31
80.069
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18.10.2020 4.027
 
„Wie?“ Milly starrte Miranda an. „Seit wann geht das denn mit euch schon?“ Miranda fuhr sich verlegen durch die Haare und schmunzelte. „Na ja, in der Woche, in der du ständig mit Tom unterwegs warst... Ich habe mich vor Langeweile jeden Abend im Kasino und unserer Lounge herumgetrieben, hatte meinen Spaß oder habe mich in die Schichten einteilen lassen. Und wie du weißt, ist er jeden Abend dort, wenn er hier ist.“ Mit ihrer Hand fuhr sie über seine Finger und lächelte ihn an. Wir haben, ich glaube zwei Wochen lang jeden Abend zusammengespielt, getrunken, getanzt und am Ende aufgeräumt.“ Mit leicht erröteten Wangen sah sie vor sich auf den Teller. „Irgendwann habe ich sie einfach geküsst! Und da ich zu diesem Zeitpunkt von dir meine Liebe wusste, wie gut unser Vorratsraum ist, habe ich sie direkt mitgenommen. Was Du kannst, können wir auch!“ Sein dunkles lachen grollte hervor. Milly lief Puderrosa an und verzog amüsiert die Lippen. „Und warum sagt ihr nichts? Ich meine, hallo? Das sind auch schon einige Wochen!“ Kyle legte seinen Arm um Miranda und grinste. „Bei dem Raum hattest du bereits Recht, also dachten wir, wir machen das andere auch nach!“ Milly hob eine Braue. „Verarschst du mich gerade?“ Kyle kicherte und gab Miranda einen Kuss auf die Schläfe. „Jein! Aber wir wollten erst Wissen ob es da etwas zu erzählen gibt.“ Er zuckte mit den Schultern und griff dann nach seinem Glas. „Dann war es ja auch so, dass du erst weg warst, dann unglücklich und ich wollte nicht in deine Traurigkeit mit einer eventuell neuen Beziehung platzen. Und als du dann zu Steve gezogen bist... Es war irgendwie nie Zeit. Wir haben schon lange keinen Abend mehr zusammen verbracht.“ Miranda schien traurig und lehnte sich gegen Kyles Schulter. Milly legte den Kopf schief, sah Miris Augen, die soviel mehr aussagten und bekam ein schlechtes Gewissen. „Ich habe dich vernachlässigt, stimmts? Ich war eine ätzende Freundin und habe es nicht gemerkt, weil ich mit mir und meiner Jammerei zu tun hatte!“ „Und mit Steve!“, fügte Kyle lachend hinzu.
„Warum fragst du mich eigentlich danach ob es mir genehm wäre, dass ihr hier heiratet?“ „Weil du meine Stellvertreterin bist, die Trauzeugin und Wedding-Planner- Deshalb!“
Millys Herz klopfte ihr bis zum Hals. „Ich? Wann. Wie soll ich das denn… Oh man, wir haben bis März die Bauarbeiten... Miriiii…Muss das hier sein?“ Miri legte ihren Dackelblick auf. „Warte, ich habe eine Idee!“, schoss Milly hoch und lief um den Tisch. „aber nun kommt erst mal her! Herzlichen Glückwunsch zum Baby, zur Verlobung und keine Ahnung was euch noch so einfällt!“ Sie fiel erst Miranda und dann Kyle um den Hals und drückte sie fest an sich. „Danke Milly!“, brummte er ihr ans Ohr. „ohne dich wüsste ich nicht, wo mir der Kopf stünde. Und du machst meine Frau Glücklich… Na ja, zumindest noch eine Weile!“
„War das Baby geplant? Ich weiß das du immer übervorsichtig bist, normalerweise“, fragte Milly Kyle leise. Mit einem frechen Grinsen sah er sie an. „Ich bin alt, ich muss an meine Zukunft denken. Ich bin komplett offen gewesen für alles was kommt. So schnell wars jetzt nicht geplant, aber ich freu mich wahnsinnig darauf!“
„Ich freue mich für euch und ich hoffe du machst sie glücklich! Schließlich hat sie für dich die Vollbusigen Tänzerinnen abgeschrieben!“, zwinkerte sie und nahm sich ein neues Glas. Diesmal mit Champagner, um mit dem Paar anstoßen zu können.
„Ich wünsche euch alles erdenklich Gute! Auf das ihr immer so glücklich bleibt.“

Das Essen zog sich noch eine Weile und obwohl Milly früh zum Flughafen musste, hatte sie es nicht Eilig ins Bett zu kommen. Die Freunde hatten endlich wieder einen Gemeinsamen Abend und sehr viel Spaß, weshalb sie es bis zum Schluss auskosten wollte. Einen Tanz mit dem frisch Verlobten, mit Jason, der in der kommenden Woche für beide einspringen würde und einen letzten Tanz mit Steve.
„Ich weiß nicht, wie ich mich jemals für alles bedanken kann, was du in den Monaten für mich getan hast! Du warst sofort für mich da, du hast mir das Gefühl gegeben, das alles gut wird, dass du immer da bist und ich nicht tiefer Fallen kann. Ich war wirklich glücklich Steve! Und wenn Tom nicht wäre, ich glaube ich würde bei dir bleiben, auch wenn du nichts von dieser Gefühlsduselei hältst!“, kicherte Milly und legte ihren Kopf an seine Schulter. „Du musst dich für nichts bedanken Milly! Ich habe das getan, was Nötig war und irgendwann gewöhnt man sich an dich!“, gluckste er und drückte sie fester an sich. „Du bist bei deinem Briten schon richtig, hoffe ich! Wenn nicht muss ich ihn in der Bucht ertränken!“ Er gab ihr einen Kuss auf den Hinterkopf und legte dann seine Wange daran.

Mit kleinen Augen und eiligen Schritten, lief Milly mit Steve durch das Flughafengebäude. Er hatte mit einem seiner Geschäftsfreunde gesprochen und das Privatflugzeug für sie organisiert. Gemeinsam liefen sie über den Asphalt und gaben ihren Rollkoffer ab. „Ich habe für Frühstück gesorgt, lass uns reingehen!“, schob er Milly vor sich her. In einer Jeans und einem Croptop gekleidet, einem der dicken Mäntel über den Arm geklemmt, stieg sie die wenigen Stufen hinauf und betrat das, was sie noch nie von Innen gesehen hatte. Links und Rechts Ledersitze und kleine Klapptische. Der Flugbegleiter begrüßte die beiden und wies sie an sich zu setzen. Die Tür schloss, der Kapitän kam aus dem Cockpit und begrüßte sie ebenfalls. Steve würde mit dem Flugzeug nach einer Pause weiterfliegen, zurück nach Florida. Er hatte dort Gespräche mit potenziellen Geschäftspartnern. Einen neuen Club in Orlando und eine neue Ausrüstung für seine Bars von einem der beiden Männer. Das beste vom besten für seine Gäste.
Milly saß total nervös in ihrem Sitz und knibbelte an ihren Fingern, den Blick aus dem Fenster gerichtet. Fliegen machte ihr zwar keine Panik, aber es war nun nicht wirklich ihre Lieblingsbeschäftigung. Nebenbei ging sie die Informationen durch, die Kyle ihr gegeben hatte, für das Gespräch beim Abendessen. Steve sah immer wieder zu ihr rüber. Sie hatte ihm ganz schön den Kopf verdreht, dass musste er zugeben, aber er freute sich für sie. Für sie und Tom.
Milly erinnerte ihn an die Frau, mit der er von Jahren verlobt gewesen war. Bevor er das Archies eröffnet hatte und bevor er der war, den er heute darstellte. Claudia war zwar blond, aber in ihrer Art mit Milly zu Vergleichen. Immer waren die anderen vor ihrem Eigenen Wohl. Sie arbeitete als Chefredakteurin eines dieser Frauenmagazine. Die waren verliebt, wollten Heiraten und eine Familie. Doch mit dem Erfolg des Magazins, kamen die Reisen. Sie sahen sich kaum noch, lebten sich immer mehr auseinander. Als er dann plante in die Lounge zu investieren, stritten sie ein ums andere Mal. Für Claudia war es nichts anderes als eine Herabsetzung der Frauen, ein begaffen der Tänzerinnen. Seit der Trennung wollte er keine Frau mehr so nah an sich heranlassen. Dachte er! Milly hatte es geschafft, auf eine positivere Art und Weise. Sie würde immer einen Platz in seinem Herzen haben und er würde alles daransetzen, dass die beiden Glücklich wurden.
„Denkst du dran, dass du den Schlüssel für das Haus holst? Du weißt, du kommst sonst nicht rein.“ Milly schwenkte herum und blinzelte. „Schlüssel?“ „Skihütte?“, erinnert Steve. „Ja... ja klar! Sorry, ich habe gerade daran gedacht, um was es genau geht. Hoffentlich versau ich es nicht!“
„Du bist doch mittlerweile gut darin, Männer, um den Finger zu wickeln!“, grollte Steve lachen aus seiner trockenen Kehle. Der Flugbegleiter saß ihm gegenüber und wartete auf das Lichtzeichen, dass er sich abschnallen und Getränke anbieten konnte. „Blödmann! Mir geht es um die Details! Ich wollte die Mappe eigentlich nicht mitnehmen!“ „Das wäre besser, der Vertrag wird ja direkt in deine Hände übergehen, damit du ihn an Kyle faxen kannst. Außerdem wissen die beiden, worum es geht.“

Die Stunden im Flugzeug verbrachten die beiden damit, Musik zu hören und sich über den vergangenen Abend zu unterhalten. Milly war so froh, dass er bei ihr war und sie nicht die ganze Zeit allein sein musste.
„Hast du eigentlich die aktuellen Nachrichten von UK gelesen?“ Steve legte seinen Kopf zur Seite und sah sie an. Milly schüttelte den Kopf. „Nein! Wir waren uns einig, dass wir vorerst keine Zeitungen und so weiter ansehen. Wir wollen komplett abschalten, ehe wir uns wieder damit befassen!“
„Juckt es nicht in den Fingern?“ Milly legte nun auch ihren Kopf zur Seite und schmunzelte ihn an. „Doch! Aber ich denke es ist besser, wenn ich auf die E-Mail von meinem Anwalt warte!“
Steve nickte. Sie hatte recht. Er würde auch kein Wort sagen, über das, was er gelesen hatte. Positiv waren Donnas Aussage und die Reaktion darauf. Er war sich sicher, dass sich das Ganze in den nächsten Wochen von allein erledigen würde. Zawe hatte kein Druckmittel mehr und Toms Anwalt hatte klar gemacht, dass die Wohnung auf das Kind überschrieben worden war und bis zu dessen Geburt über Toms Agentur verwaltet wurde. Zawe hatte unterschrieben und wusste, dass sie im Falle dessen, keine Rechte mehr auf die Wohnung hatte. Und nun war es nun mal so, dass es keinen Erben gab und sie keine Rechte hatte. Und von Geschäftspartnern wusste Steve, dass Zawe durch diese Schlagzeilen, das aktuelle Theaterspiel verloren hatte und sich aufs Land zurückgezogen hatte. Sie würde sicherlich zurückkommen, damit rechnete er, aber für eine Weile, würden beide ihre Ruhe haben, da glaubte er fest dran.
Am Flughafen begleitete Steve Milly zum bestellten Wagen, er musste ja sowieso warten, bis es weiterging. Der Fahrer hievte den Koffer in den Kofferraum und Milly legte sich in Steves Arme. „Hey, du schaffst das schon!“, rieb er ihr über die Oberarme und lächelte. „Ich würde dir mein Archies auch anvertrauen und das soll was heißen!“
„Drück mir die Daumen, ja?“, schaute sie noch einmal zu ihm hoch, drückte ihm einen Kuss auf und verschwand dann im Auto. „Mach ich!“, warf er die Tür zu und winkte dem Wagen nach.

Im Autoradio lief Never ever von All Saints. Ein Song den sie als Jugendliche gern gehört hatte. Ein Lächeln legte sich auf ihre Lippen, bei dem Gedanken daran. Der Fahrer fuhr sie durch die Stadt und direkt zum Gebäude, in dem der Manager saß, der die Skihütten verwaltete. „Ich beeile mich!“, sagte sie zum Fahrer und schloss die Autotür. Es waren zwei Stockwerke, die sie hochgehen musste. Die Flure und Stufen, waren mit Teppich ausgelegt und überall, war es wohltemperiert. Auf dem Flur, der zum Büro führte, zog sie den Mantel aus und sah sich neugierig um. Sie hatten einige Bekannte Menschen bereits in den Hütten untergebracht, die sie Verwalteten. Geschäftsleute, Sänger, Schauspieler, Politiker und einige aus dem Fernsehen. Milly kannte zwar nicht alle, aber sie war doch beeindruckt.
Vor dem Büro angekommen richtete sie ihre Haare und klopfte an. Die Holztür trug ein Schild, auf dem Smith & Smith stand. Die Mitarbeiterin rief sie herein und bot ihr einen Platz an. „Mr. Smith ist sofort für sie da! Ihr würde ihnen den Schlüssel zwar geben, aber sie müssen ihm den Vertrag unterschreiben. Dauert nicht lange!“, lächelte sie Milly zu und tippte dann weiter in ihre Tastatur. Das Vorzimmer war klein, der Boden grau und der Tresen, der die Frau von den hereinkommenden abgrenzte, abgegriffen, aber doch sehr schön. Das Holz war fast schwarz und fügte sich in das Gesamtbild ein. Die Regale drum herum waren aus demselben Holz, aber leichter und filigraner. Überall standen Grünpflanzen und es roch nach den Lilien, die auf dem Tresen standen. Die Stühle, von denen Milly einen nutze, waren relativ bequem. Cocktailsessel mit niedriger Lehne. Sie schätzte das es ein Malve Ton sein sollte. Der Stoff war weich, auch wenn er aussah wie ein Teppich.
Keine zwei Minuten später, öffnete sich die Bürotür und Smith trat mit einem anderen Herren hervor. „Dann sehen wir uns morgen, vielen Danke!“, verabschiedeten sie sich und die Augenpaare trafen Milly.
Smith legte seiner Mitarbeiterin eine Mappe auf den Tresen und drehte sich dann zu Milly um. „Miss Amiri?“ Milly nickte. „Guten Tag, schön, dass Sie da sind! Kommen Sie kurz mit in mein Büro, ich erkläre Ihnen kurz wo die Hütte liegt, was Sie beachten müssen und gebe Ihnen dann den Schlüssel.“
Sein Büro war nur minimal größer und komplett mit rotbraunem Holz ausgestattet. Der Teppich war dunkelrot und die Gardinen in passender Farbe. Große Fenster erhellten den Raum. An den Wänden standen hohe Regale, die gefüllt waren mit Büchern und Ordnern. Im vorderen Bereich standen große, schwere Ledersessel, ein kleiner Tisch und wie man aus alten Filmen kannte, eine Globusbar. Es roch nach Zigarrenrauch und Whisky. „Miss Amiri, ich habe von Kyle Aneva erfahren, dass Sie die Hütte für ihn übernehmen. Die Schlüssel habe ich hier.“ Er zeigte ihr einen Schlüsselring mit 3 oder 4 Schlüsseln, das konnte Milly nicht genau erkennen. „Zur Hütte gehört eine Garage, sollten Sie sich einen Wagen mieten. Der Kamin ist gewartet und sehr einfach in der Handhabung! Eine bebilderte Anleitung liegt auf dem Couchtisch, der davorsteht. Sie haben TV, Internet, wenn auch relativ langsam. Dafür funktionierten das Fax und Telefon sehr gut. Sie haben in einer kleinen Küche Notvorräte, da es immer sein kann, dass es zuschneit. Es steht ein Notstromaggregat im Haus und ist mit allem angeschlossen, was wichtig ist. Holz ist ebenfalls in der Küche gestapelt, neben dem außen am Haus, das logischerweise zuerst genutzt werden sollte. Es gibt Wasser aus dem Brunnen und im Notvorrat 12 Flaschen Wasser Still und 10 mit Kohlensäure. Sie haben Konserven, Taschenlampe, Gasbrenner und Kerzen. Unsere Hütten sind markiert und werden immer sofort angefahren, sollte es einen Schneesturm geben. Tee und Kaffee, Butter, Marmelade und heute Morgen frisch gelieferte Eier, stehen ebenfalls zur Verfügung. Wir hatten in all den Jahren erst zwei Mal den Fall, dass jemand drei Tage eingeschneit war, aber sie hatten es warm und waren versorgt. Sollten Sie noch etwas brauchen, sagen Sie und kurz Bescheid, Mr. Aneva sagte, das ich Ihnen alles zur Verfügung stellen soll!“
Milly saß mit offenen Mund da und blinzelte immer wieder kurz. Schneesturm? Eingeschneit? Notvorräte? Oh Gott, wo war sie nur hier? „Ehm, ja, danke?“

Sie besprachen noch einen Teil des Vertrages und wo sie sich melden sollte, wenn sie wusste, wann sie genau abreisen würde, damit der Reinigungstrupp vorbeifahren konnte. Mit dem Schlüssel und dem Vertrag in der Hand, verließ sie 10 Minuten später das Büro. Laut schnaufen lief sie zum Treppenhaus und eilte hinunter zum wartenden Wagen.


Je näher sie der Stadtgrenze kamen, umso mehr fiel Milly auf, wie viel Schnee hier eigentlich lag. Berge von weichem, sehr hellem Schnee, der einfach dazu einlud, sich hineinzuwerfen und einen Engel zu formen oder eine Schneeballschlacht zu machen. Als Kind hatte sie Schnee geliebt. Weihnachten ohne Schnee, das kam für sie nie in Frage! Und nun war sie schon so viele Jahre ohne große Wetterwechsel im warmen. Erschrocken, dass der Fahrer am Stadtrand hielt, fuhr sie herum. Der Mann stieg aus und lief um das Auto herum. Am Kofferraum blieb er stehen, öffnete diesen und holte ihren Koffer hervor. Milly schnappte sich ihre Tasche und stieg aus. „Warum halten wir hier?“ Der Mann, vielleicht Ende Zwanzig, sah sie lächelnd an. „Glauben Sie wirklich, dass wir mit dem Auto da hochkommen?“ Er deutete hinter Milly. Irritiert kniff sie die Brauen zusammen und sah in die Richtung, die er anzeigte. „Oh Fuck!“ Es ging einen Berg hinauf. Nicht wirklich hoch, aber sie sah nur weiß! Die Bäume des Waldes, waren komplett eingeschneit, es war kein Weg und keine Straße zu erkennen. „Sicher das ich das überlebe?“, sah sie ihn wieder an. „Natürlich, dass ist noch wenig, glauben Sie mir, ich bin hier aufgewachsen!“ Es dauerte auch nicht lang, da tauchte ein Fahrzeug auf, das Schneeketten trug, sehr hoch gebaut war und irgendwie an ein Schneefahrzeug erinnerte. Vorn war eine Schippe angebracht. „Das ist mein Cousin, er wird vorfahren und den Schnee räumen! Wir fahren mit einem Truck hinterher!“ Sein Cousin stieg aus, er war blond, etwa so groß wie Milly und schlank. Sein kantiges Gesicht, wurde von einem Schal und eine dieser russischen Fellmützen gerahmt.
Er nickte Milly Wortlos zu und ging auf eine Garage zu. Dort stand ein ebenso riesiges Fahrzeug mit einer verschlossenen Ladefläche. Milly kletterte an dem Truck hoch und bekam von Dave den Koffer auf den Sitz gestellt. „Ich habe noch Vorräte, Decken und Kohle für die Blockhütte geladen, deshalb passt der Koffer nicht mehr nach hinten.“

Dave fuhr seinem Cousin nach, die Strecke wirkte plötzlich nicht mehr so gefährlich wie von der Stadtgrenze. Dave bemerkte, wie sie sich umsah und schmunzelte. „Zum ersten Mal im Schnee?“ „Zum ersten Mal in solchen Massen, ja!“ „Es ist wirklich nicht so gefährlich wie es aussieht! Es ist feiner Schnee und wenn hier geräumt ist, kommt man ganz gut nach oben. Wichtig sind die Schneeketten! Die Hütte liegt am Waldrand, und der Weg ist gepflastert, so bekommt man Grip. Fred wird Streuen, damit wird es noch einfacherer. Ich habe Ihnen in der Hütte die Telefonnummer von unserer Firma hinterlegt. Wenn Sie meinen Fahrservice brauchen oder den Räumdienst, einfach anrufen!“
„Ich muss heute Abend zum Hotel. Kommt man da gut hin?“
Dave überlegte kurz. Die Strecke ist frei. Man kann obenrum fahren, das wäre kein Problem. Ich schicke Fred direkt dort vorbei und hole Sie nachher ab. Um wieviel Uhr soll ich da sein?“ Milly öffnete ihre Handtasche. „Ich schau gerade, Moment.“ Sie zog den Timer aus der Seitentasche und blätterte darin. „Um 20:45 Uhr soll ich da sein.“ „In Ordnung, dann bin ich um 20:25 Uhr da!“

Milly erkannte die Skihütte schon von weitem. Sie schien riesig! Definitiv gab es dort ein Obergeschoss. Sie sah wunderschön aus, so in Pulverschnee gehüllt. Dave stellte sich direkt vors Haus und öffnete die klappe des Laderaums. Milly schnappte sich ihren Koffer, den er auf die Veranda gestellt hatte und öffnete die Tür. „Direkt neben der Tür ist der Lichtschalter!“, rief ihr Dave zu. Vorsichtig suchten ihre Finger nach dem Schalter. Der Lampenschirm sprang an, kaum dass sie den Schalter betätigt hatte und tauchte alles in ein warmes Licht. Der Raum schien doppelt so groß zu sein, wie Milly Blockhütte. Vor ihr stand, 2m entfernt, eine große, dunkle Couch, mit riesigen Kissen. Rechts und links zwei Ohrensessel und dazwischen ein flacher Tisch. Der Kamin war mitten im Haus, von weißen Steinen gehalten. Rechts schien es in die Küche zu gehen, sie erkannte einen Tisch und Stühle. Links ging es unter die Treppe, die ins Obergeschoss führte. Vor der Treppe war ein Panoramafenster mit hellen Gardinen. Ein Schreibtisch und das Telefon. Neben der Haustür war ein Einbauschrank, in den sie den Mantel hing. Davor stellte sie ihre Fellimitat Stiefel und lief auf Socken hinein. Langsam ging sie die Stufen nach oben. Dort verlief ein schmaler Flur von dem drei Zimmer abgingen. Der Blick von dort hinunter zum Wohnzimmer war atemberaubend! Unten hörte sie, wie jemand Türen öffnete und etwas schweres Fallen ließ.
Bevor sie sich die Zimmer ansah, lief sie runter, um nachzusehen, was Dave tat. Sie entdeckte ihn in der offenen Küche. Dahinter lag der Vorratsraum, in dem er gerade alles unterbrachte, was er transportiert hatte. „Ich habe einen Korb voller geräucherter Wurst, Speck und Fisch mitgebracht. Sollten Sie so etwas essen. Brot hat Fred im Auto, frisch gebacken! Er rollte die Gasflasche in einen Metallschrank und schloss die schwere Tür dazu. „Die Gasflasche ist hier drin vor Feuer sicher, sollte es brennen. Feuerlöscher stehen dahinten.“ Er ging mit ihr die Geräte ab und zeigte ihr alles. Fred feuerte unterdessen den Kamin an. Der würde einige Stunden brennen und sie müsste immer nur nachwerfen, solange sie bleiben würde. „Der Kamin würde so jetzt bis morgen früh brennen. Wenn Sie nachher ins Bett gehen, einfach noch etwas nachwerfen und morgen früh direkt wieder. Ab und an einfach mit diesem schönen Werkzeug hier unten die Ache ablassen, das wars!“

Als die Männer weg waren, lief Milly mit ihrem Koffer nach oben, schnappte sich das erste Schlafzimmer und ließ sich aufs Bett fallen. Sie hatte nun noch gute 5 Stunden bis sie sich fertig machen musste. Sie legte die offenen Koffer auf die Kiste vor dem Bett, holte die Kleider heraus und hängte diese an die Schranktür. Die Schuhe darunter und den Rest platzierte sie im Einbauschrank. Die Unterwäsche, das Make-up und eines der Kleider, nahm sie mit ins Bad. Nach einer erholsamen, heißen Dusche, schlüpfte sie in die Wäsche und legte sich in das King Size Bett, das noch größer war als die im Resort. Es war so schön warm und gemütlich, dass sie ungewollt einschlief.
Zum Glück hatte sie sich in ihrem Smartphone diverse Erinnerungen gestellt, um nichts zu vergessen und wurde rechtzeitig geweckt.
Während sie sich schminkte, erhitze sie das Glätteisen, um sich Wellen machen zu können. Es war ungewohnt, Make-up, Lidschatten und Lippenstift zu tragen, dass zu einem Abendessen passte. Im Resort trug sie, wenn überhaupt etwas Nude Lidschatten, Lidstrich, Wimpern und hellen Lippenstift und nun hatte sie richtig losgelegt. Dunkelrote Lippen, dunkelroten und schwarzen Lidschatten, extra langer und breiter Lidstrich und die dichten Wimpern. Contouring, Highlights und fertig was das Ausgeh Make-up. Sie schlüpfte in das Kleid, das sie mit Steve gekauft hatte und wellte sich die Haare.
Sie zog gerade eine der letzten Haarsträhnen durch das heiße Eisen, als sie unten die Tür hörte.
Das Herz stolperte und rutschte ihr fast in die nicht vorhandene Hose. In ihrer Panik switchte sie mit dem Eisen an ihrem Ohr entlang und verbrannte sich leicht dabei. „Ah, verdammt!“, jaulte sie auf. Ängstlich hielt sie sich die Hand vor den Mund, zog den Stecker und legte das Glätteisen weg. Leise lief sie zur Treppe vor, mit suchendem Blick. Von unten hörte sie Schritte über das Holz klackern. Schnell atmend lehnte sie sich gegen die Wand, sie traute sich nicht weiter. Eine gefühlte Ewigkeit, stand sie dort und wartete. Als sie nichts mehr hörte, schlich sie zur Treppe, um an das Telefon zu kommen. Es war niemand zu sehen, als sie das Geländer umfasste. Vorsichtig schlich sie hinunter, das Telefon fest im Blick.
Bevor sie am Schreibtisch angelangt war, hörte sie erneut Schritte. Sie waren lauter und näher. Mit geschlossenen Augen schluckte sie hart und schaffte es keinen Schritt weiter. „Hallo!“, hörte sie hinter sich eine warme und bekannte Stimme. Nun schlug ihr Herz noch schneller und lauter, so dass sie kaum hörte, was um sie herum passierte. Im Drehen öffnete sie die Augen und sah in die strahlenden Augen, des Mannes, den sie so sehr vermisst hatte. Mit ihren Händen am Mund schüttelte sie leicht den Kopf. Tom sah sie ebenfalls überrascht an. Er öffnete seine Arme, in die Milly hineinrannte und sich fest an seinem Nacken festhielt. „Was machst du denn hier?“, sah sie ihn an. Ihre Augen glitzerten leicht und das ganze Gesicht strahlte. Tom drückte ihr seine Lippen auf und konnte es selbst kaum glauben. „Ich wollte ein paar Tage entspannen. Kyle hat sie mir... Kyle!“ lächelte er Milly an. „Das hat er geplant!“, antwortete Milly und drückte sich erneut auf seine Lippen. „Aber dann wussten doch auch dieser Smith, Dave und Fred Bescheid!“ „Ich habe zumindest einen Vertrag und den Schlüssel von Mrs. Smith bekommen. Dave sagt mir was, ist das der Fahrer?“ Milly nickte lachend. „Ja, das ist der Fahrer! Aber habe ich nun das Geschäftsessen?“ Tom nickte. „Ich glaube da gehen wir gemeinsam hin, ich darf die Reservierung von Kyle übernehmen, wenn ich Lust habe.“ Überglücklich sahen sich beide an. Immer wieder küssten sie sich, ehe er sie aus seinen Armen entließ. „Du siehst toll aus!“, machte er ihr ein Kompliment. In seiner Manteltasche vibrierte es plötzlich. Er zückte sein Handy und lachte.

>>Hallo ihr zwei, jetzt dürftet ihr aufeinandergetroffen sein. Viel Spaß! Das Essen um 20:45 Uhr findet statt, allerdings muss Milly nur kurz mit ihnen besprechen, was im Vertrag steht und diesen übernehmen. Nach dem Essen werden sie verschwinden und ihr habt den Abend und die ganze Woche für euch. Wenn ihr es aushaltet auch den Rest des Jahres! Der Dezember gehört mir! Macht was daraus. Kyle und der Rest der Bande<<
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