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Resort of Changes

von Yesaja
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
OC (Own Character) Tom Hiddleston
10.09.2020
26.10.2020
31
80.069
7
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
29.09.2020 2.245
 
Gedankenverloren saß Tom in der Bucht, auf einem Palmenstamm und warf kleine Kiesel ins Wasser. Seit Sonnenaufgang saß er hier und wartete, wie jeden Tag. Und wie jeden Tag bracht ihm Ole etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Immer wieder versuchte er Tom aufzubauen und ihm zu erklären, dass nicht er Schuld an allem hatte und dass er wiederkommen konnte, um mit ihr zu reden. „Es ist immer besser, wenn man sich Zeit zum Vermissen nimmt, ehe man sich ausspricht und die Liebe wachsen lässt!“, lächelte Ole.
„Ich weiß nicht ob ich wieder komme Ole. Sie ist weg ohne eine Nachricht, oder eine erklärende, beruhigende Nachricht. Sie meldet sich nicht und lässt mich hier schmoren. Das bricht mir das Herz und… Ich werde die Zeit nutzen mir über einiges klar zu werden.“
„Ich bin nicht in der Position, um dir zu widersprechen oder zu sagen, dass es falsch ist. Milly verhält sich gerade vielleicht nicht richtig, aber sie tut genau das, was ihr Herz sagt. Ich glaube ganz fest daran, dass sich das Aufklären wird. Donna ist nicht mehr da, es wird ruhiger.“
„Hat sie Familie hier?“
„Donna?“
Tom nickte und legte seinen Blick wieder ans Wasser.
„Ihren Sohn und die Nanny. Weißt du, sie hat als Schülerin im Hotel angefangen, nachdem ihre Eltern gestorben waren. Sie hat immer hier gewohnt und nachdem sie mit einem unehelichen Kind zurückgelassen wurde, waren Kyle und seine Eltern ihre Familie. Sie wird auch noch bei ihnen wohnen, nur den Job ist sie los. Kyle liebt den Jungen wie seinen Sohn, bezahlt die Schule und wird sich um seine Ausbildung kümmern, aber er wollte Donna nie heiraten. Und das sage ich jetzt tatsächlich als Tratschtante!“, grinste er und presste die Lippen aufeinander.


Nach seiner Rückkehr in die Blockhütte, um seine Sachen zu holen, fischten ihn Miranda und Jason ab. Georg und Rico nahmen seine Sachen und begleiteten ihn ins Hotel. Nach einem gemeinsamen, letzten Essen verabschiedeten sie sich von ihm. Die Mädels heulten und die Männer gaben ihm eine Männerumarmung. „Hoffentlich sehen wir uns doch irgendwann wieder!“, gab ihm Ole die Hand.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, setzte er sich in das Auto und sah zu, wie das Gebäude immer kleiner wurde.



Milly lag bei einem Tätowierer auf der Bank und verzog das Gesicht. Sie ließ sich die Sternenkoordinaten in den Rippenbogen stechen, von dem Tag und dem Moment, als Tom sie das erste Mal geküsst hatte. Der bittersüße Schmerz sollte sie immer daran erinnern, dass nichts auf dieser Welt ewig hielt, dass man immer wieder verletzt wurde und auch, wie schnell man sich verlieben konnte, ohne es überhaupt gewollt zu haben.
Seit einer Woche hielt sie sich am Stadtrand in einem kleinen Ferienhaus auf. In dem Haus hatte sie damals Urlaub gemacht, als sie ihren ex kennenlernte, sich verliebte und im Hotel anfing. Hier hatte alles angefangen.
Das Smartphone hatte sie in ihrem Koffer und der stand bei Bea. Es schmerzte, wenn sie daran dachte, dass niemand, nicht mal ihre Eltern wussten, wo sie war, auch wenn sie nur einen Luftsprung entfernt darauf wartete, dass ihr Herz sich erholte.
In einer Einkaufsstraße besorgte sie sich Klamotten Basics und Outfits, um die Clubs zu stürmen. Nach einem Wochenende voller Tränen und Essen, musste sie raus, unter Leute und sich den Kopf freitanzen.

Männer ließ sie links liegen, sie wollte, wenn, nur den einen, aber den konnte sie nicht haben. Er würde die Insel verlassen, zurück nach London gehen und sie irgendwann vergessen.
Sie war die erste im Club und die letzte die ging. Dazwischen schlief sie kaum. Stundenlang spazierte sie am Steinstrand entlang, ließ sich die warme Luft um den Kopf wehen und versuchte Tom zu vergessen. Sie konnte weder zu Bea noch zur Bucht, er würde sie dort finden. Der Kummer würde irgendwann vergehen, da war sie sich ganz sicher.
Durch den Verlust ihrer Arbeit, war sie auf ihr erspartes angewiesen und trauerte jeder Münze nach, die sie ausgab.
In den Clubs wurde sie zum Glück immer eingeladen.
Bei einem Besuch in dem beliebtesten Club der Stadt, wurde der Inhaber rasch aufmerksam auf sie. Er wusste wer sie war, schließlich kannte er Kyle und hatte sich hin und wieder mit ihm in der Hotel Lounge getroffen oder war im Kasino versackt.
Er lud sie zu einem Drink ein und führte sie in die VIP-Lounge, um sich besser mit ihr unterhalten zu können.

„Bist du nicht einer der Mädels von Kyle? Ich habe ich schon gesehen, das weiß ich!“, bot er ihr einen Platz auf dem Sofa an. Milly, die ein recht kurzes und enges Kleid trug, versuchte sich so elegant wie möglich zu setzen und nickte.
„Ja, ich war die Blumenfee und habe hinter der Theke gestanden.“ „War? Was ist passiert?“
Milly verzog das Gesicht. „Sorry, aber Sie müssten wissen, dass man nicht über seinen Arbeitgeber redet, auch nicht über einen ehemaligen Arbeitgeber.“
Steve lächelte entzückt und scannte sie genau ab. „Du kannst mich ruhig duzen, ich heiße Steve.“
„Milly“, gab sie ihm die Hand und rollte die Augen, als er ihr den Handrücken küsste.
„Ich habe kein Interesse daran einen Mann kennenzulernen oder einen abzuschleppen und ebenso wenig, mich von dir flachlegen zu lassen!“
Steve lachte laut auf. „Na du kommst ja schnell zum Punkt! Gefällt mir. Willst du nicht bei mir anfangen? Für talentierte und schlagfertige Frauen haben wir immer einen Platz im Team!“
„Ist das ein Jobangebot?“, hinterfragte Milly misstrauisch.
„Ja ist es! Ich suche immer neue Gesichter für meinen Club! Und du brauchst einen Job, also was sagst du?“
Kurz überlegte sie und beobachtete ganz genau seine Miene.
„Ich sage ich überlege es mir. Ich muss erst die Konditionen kennen.“ „Kein Problem Schätzchen, komm zu mir ins Büro morgen früh, dann reden wir darüber!“

Und nun lag sie nach diesem Gespräch auf dieser Lederpritsche und ließ sich quälen. Sie war nun ab sofort Barkeeperin im besten Club der Stadt, verdiente mehr als im Hotel und hatten das Trinkgeld für sich. Wenn sie dann bei Bea wohnen würde, konnte sie die hohe Miete für das Ferienhaus sparen. Steve hatte ihr für das neue Jahr ein Appartement in Club nähe in aussichtgestellt, dass sie dann mit ihren Sachen aus der Blockhütte bestücken konnte. „Nur 5 Jahre!“, presste sie in den Schmerz. Nur fünf Jahre, dann würde sie den Blumenladen übernehmen und sich zumindest einen Teil ihres Lebenstraums erfüllen. Auf Mann und Kinder würde sie dafür verzichten.- müssen.

Arthur klebte ihr einen Wasserfesten Verband auf und bat sie am Montag zurück zu komme, damit er sich das Tattoo ansehen konnte. Millys Blick ging auf ihre Uhr. Es war nach 15 Uhr und Tom müsste das Hotel nun verlassen, um zum Flughafen zu kommen. Mit Herzklopfen machte sie sich auf den Weg zur Bucht. Mit tränen in den Augen, suchte sie sich einen Platz, zog sich aus und lief weinend in das Wasser. Es würde vorbeigehen, ganz sicher! Redete sie sich immer wieder ein und zog ihre Bahnen. Sie mied den Wasserfall, zu schwer wäre dieser gang und es würde die Wunde nur weiter Aufreißen.

Eine halbe Stunde ließ sie sich treiben, bis die Tränen versiegt waren. Mit gesenktem Kopf lief sie aus dem Wasser und erschrak, als sie von weitem gerufen wurde.
Fest schloss sie die Augen. Das konnte nicht sein, er konnte es nicht sein! „Milly, bitte!“, hörte sie seine Stimmer erneut. Langsam öffnete sie ihre Augen und sah zur Straße hoch. Dort stand der Wagen des Hotels und Tom. Wenn sie ihn nicht stoppte, würde der Spinner den Hang hinunterklettern!
„Was willst du Tom?“
„Was ich will? Ich will dich!“
„Das geht nicht und das weißt du.“
Tom sah nicht ein dort oben zu stehen und ihr dabei zuzusehen, wie sie erneut floh. Er nahm allen Mut zusammen und kletterte den Hang hinunter. Der Wagen fuhr ein stück weiter, drehte und fuhr an das untere Ende der Straße. Eilig rannte der Fahrer den Strand entlang, um Tom dort runter zu holen. Doch dank seiner Stunt Erfahrungen, schaffte er es ohne Sturz nach unten. „Milly bitte, ich habe nicht viel Zeit.“
Sein Herzerweichender Blick berührte Milly. Ihr eigenes Herz schlug bis zum Hals und die gerade versiegten tränen, kamen in Sturzbächen zurück. „Warum machst du das?“, schrie sie verzweifelt und sackte in den Sand. „Lass mich doch einfach vergessen.“

Hart schluckte Tom, ließ sich aber nicht davon abbringen und stürzte auf sie zu. Fest in seinen Armen, vergrub er seine Nase an ihrem Hals. Er wollte so viel wie ihm Möglich war mitnehmen. „Warte auf mich Milly! Ich werde zurückkommen, versprochen!“
Er besiegelte seine Worte mit einem Kuss. „Ich muss gehen. Ich liebe dich Milly, auch wenn ich das jetzt zu früh oder zu schnell sage, aber wenn mir eins klar wurde in der letzten Woche, dann das mein Herz nur dir gehört!“ Kaum konnte er sich von ihren Lippen lösen, aber er hatte keine andere Wahl. Er musste gehen.

Milly sah dem Wagen hinterher. Die Wunde war erneut geöffnet und diesmal würde sie nicht so schnell heilen.


Als Bilal vom Flughafen zurück zum Resort fuhr, saß Milly noch immer im Sand und starrte auf das Wasser. Sie hatte heute das erste Mal seit Tagen wieder nach vorne gesehen und nun? Nun war alles wieder resettet.
Sie hörte wie der Wagen oben stehen blieb und Bilal ausstieg. „Milly, soll ich dich mitnehmen? Ich denke du solltest mit Miranda reden!“ Ohne ihn anzusehen nickte sie. Schwerfällig hievte sie sich hoch, zog sich das Hemd an, das sie von Tom eingesteckt hatte und lief Bilal entgegen.
Am Resort angekommen, wusste sie das Donna und Ronda nicht mehr dort arbeiteten, weshalb sie den Weg durch das Gebäude nahm, um zu ihrem Haus zu kommen. Am Empfang quiekte Zoe plötzlich los als sie Milly erkannte und informierte per Telefon die anderen. Milly hingegen lief geradewegs zu ihrem ehemaligen Zuhause. Sie zog den Schlüssel aus der Holzverkleidung und betrat das Haus, in dem Tom eine Woche gewohnt hatte.
Überall lag sein Parfüm in der Luft und löste bei Milly Erinnerungen aus. Mit geschlossenen Augen hockte sie sich auf die Couch und wickelte sich in sein Hemd. Völlig außer Atem stürzte Miranda hinein und fiel Milly in die Arme. „Du blöde Kuh, wo warst du nur? Ich habe mir, nein WIR haben uns solche Sorgen um dich gemacht! Warum hast du dich nicht gemeldet?“
„Ich war in der Stadt musste meine Gefühle loswerden. Hat Semi gut funktioniert! Heute hatte mein Leben eine neue Wendung genommen, ich hatte ein neues Ziel vor Augen Miri und was musste dann passieren? Ich habe ihn gesehen, ihn gespürt und gerochen. Er hat mich geküsst und mir versprochen wiederzukommen. Warum Miri? Warum musste er meine Wunde weiter Aufreißen? Wir haben eine Zukunft, das müsste er doch wissen!“
„Milly hör auf damit! Geh ins Schlafzimmer und mach dir dann noch einmal Gedanken darüber, ob dein Plan mit Ende 30 in unserer Altstadt zu leben, der richtige ist. Da kannst du in Rente gehen! Du solltest reisen und verdammt noch mal, hol dir den Mann! Wenn du wüsstest, wie er gelitten hat ohne dich! Ich habe geheult und konnte nachts kaum schlafen, wegen ihm.“
Miranda erzählte ihr von dem was passiert war und wie sie alle versucht hatten ihn abzulenken. Davon das er jeden Tag zur Bucht gelaufen war und sie in der Altstadt gesucht hatte. „Er hätte alles für dich getan Milly!“


Mit seinem Brief und dem Bild saß sie auf ihrem Bett. Immer und immer las sie seine Zeilen, bis das Papier zu aufgeweicht war und sie Angst hatte, die Tinte würde verlaufen. Mit dem Kissen, auf dem er geschlafen hatte im Arm, lag sie da und fühlte tief in sich hinein.

Tom haderte mit sich, als er seine Koffer aufgab und zum Gate aufmachte. Am liebsten würde er bleiben, nur noch wenige Tage, nur um Milly nahe zu sein, sie davon zu überzeugen das er es ernst meinte, dass sie ihn besuchen kommen konnte. Doch er hatte Verträge und die waren verdammt wichtig. Das einzige was er jetzt noch tun konnte, war ihr Blumen zu schicken. Er bestellte ein ganzes Meer an Rosen, die er zu Bea und ins Hotel liefern ließ.
Das er sich auf eine Diskussion mit Zawe vorbereiten musste, schob er weit hinter sich, daran wollte er jetzt nicht denken.
In den Stunden im Flugzeug legte er sich einen Plan zurecht. Zawe wäre mit Sicherheit in ihrer Gemeinsamen Wohnung. Also musste er am Flughafen direkt ein Zimmer buchen. Bobby würde in den nächsten Monaten nicht mitkommen können und würde bei seiner Mom bleiben, weshalb er nur ein kleines Zimmer brauchen würde bis zur Abreise nach Kalifornien.
Es war bizarr sich jetzt Gedanken darüber machen zu müssen, wie er die Wohnungslösung mit Zawe klären konnte. Wer das Loft übernahm und wer auszog und ob er etwas von dem behalten wollte, was sie gemeinsam ausgesucht und gekauft hatte. Je länger er die Gedanken darüber Kreisen ließ, umso mehr stieg die Wut und Enttäuschung darüber, was Zawe getan hatte. Wie sie Milly und ihm alles zerstört hatte, nur um ihm eines auszuwischen. Nie im Leben hätte er geglaubt, dass sie so etwas überhaupt konnte. Sie war immer die Ruhige und besonnene und nun war davon nichts mehr übrig.

Sehnsüchtig blätterte er in dem Fotobuch, das Ole ihm geschenkt hatte und fühlte sich so, Milly etwas näher. Sie hatte sich sein Herz geschnappt, ohne das er es mitbekommen hatte. Und nun wollte er sich das kleine Stückchen glück erhalten, egal wie!
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