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Resort of Changes

von Yesaja
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
OC (Own Character) Tom Hiddleston
10.09.2020
26.10.2020
31
80.069
7
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Dieses Kapitel
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29.09.2020 2.419
 
Stundenlang liefen Tom, Miranda und Jason durch die Stadt, fuhren durch die City und suchten sogar in der 63km entfernten Stadt, bei Millys Eltern nach ihr, aber keiner hatte sie gesehen oder etwas von ihr gehört.
Zurück im Hotel stürmte Tom das Büro von Kyle. Donna schreckte hoch und sah ihn irritiert an. „Kann, kann ich ihnen helfen?“ „Ja ich denke schon! Die Kündigung von Milly, was soll das? Sie haben keine Beweise, denn all das, was Sie aufführen, sind Unterstellungen, reine Vermutungen! Und die E-Mail meiner Exfreundin ist nichts wert! Wir waren nie verlobt und Milly hat sich nie an mich rangeschmissen, sondern hat immer wieder erwähnt, dass sie mich nicht duzen darf, dass es Regeln gibt. Aber was bringen all diese Regeln, wenn sich Menschen, mögen? Wenn sie freunde werden und mehr füreinander empfinden, als sie vielleicht sollten? Da kann niemand etwas dran ändern und es sollte niemals bestraft werden. Sie haben der Frau alles genommen was sie besaß. Ihren Job, ihr zuhause und all ihre Wünsche und Träume. Ich hoffe Sie sind stolz auf sich!“
„Ich? Sie sollten lieber Mal drüber nachdenken, dass ihr Promistatus nicht vor Strafe schützt! Sie haben Milly das angetan, nicht ich. Sie hat den Vertrag mit diesen Regeln unterschrieben und sich nicht darangehalten. Kündigungsgrund!“
„Falsch! Sie hätten sie verwarnen müssen. Sie können sich darauf einstellen, dass ich alles mit Mr. Aneva besprechen werde, es ist eine Unverschämtheit, wie Sie mit Menschen und Gästen umgehen!“
Wütend stürmte er die Gänge entlang und fuhr hinunter in den 6. Stock, suchte nach seinem Telefon. Wie automatisch wählte er erst Millys und dann Zawes Nummer, doch keine von beiden ging ran. Zawes Nummer war obendrein nicht mal mehr vergeben. Sauer knallte er das Smartphone auf den Tisch und warf sich mit den Händen im Gesicht, in die Couchkissen. „Verdammt!“

Jason und Miranda versuchten Tom aufzumuntern. Sie gaben ihm den Schlüssel von Millys Haus, damit er dort schlafen konnte, versuchten Ihn abzulenken, in dem sie ihn besuchten, wann immer sie konnten. Jason holte ihn zum Essen ab, Miranda schleppte ihn mit in die Lounge und achtete darauf, dass er sich nicht betrank und Jason fuhr ihn jeden Morgen in die Stadt. Tom wollte unbedingt nach Sonnenaufgang in der Bucht sein. Milly war jeden Samstag dort, um zu schwimmen, doch diesmal nicht und auch nicht am Tag darauf oder gar am Montag. Sie war weder dort noch in der Altstadt oder bei ihren Eltern aufgetaucht. Toms Herz war schwer. Er vermisste Milly und war zu Tode betrübt, dass er sie nicht fand, ihr nicht helfen konnte. Wie gerne wäre er jetzt bei ihr gewesen.
Mit hängendem Kopf spazierte er von der Stadt zurück ins Resort. Die Augen waren rot und die Augenringe lagen tief.
Er schlief kaum, machte sich Sorgen und hatte Sehnsucht.
Mit jeder Sekunde, in der sie weg war, spürte er, wie verrückt er nach ihr war, wie viel er für sie empfand.

Nach einer Runde im Pool, um den Kopf frei zu bekommen, entdeckte er Kyle, der gerade den Außenbereich betrat. Neben ihm Donna und Ronda. Beide Frauen redeten auf ihn ein, oder besser, Donna redete und Ronda nickte wild zur Bestätigung. Kyle schüttelte immer wieder den Kopf und hob beschwichtigend die Hände. Tom konnte nichts verstehen, aber das war auch egal, er musste mit ihm reden.
Mit einem Handtuch eilte er auf ihn zu. „Kyle? Tut mir leid, wenn ich dich störe, aber ich muss dringend mit dir reden!“ Kyle lächelte Tom an. „Das trifft sich gut, ich muss auch mit dir reden, glaube ich!“, sah er von der Blonde zur rothaarigen und wieder zurück. „Lass uns in einer halben Stunde zu Mittagessen“, schlug Kyle vor. „In Ordnung, ich werde da sein!“, trennten sich ihre Wege.

„Tom, warte, ich komme direkt mit!“ Auf dem Weg zum Restaurant, traf Tom auf Kyle, der sich mit Zoe unterhielt und ihr Anweisungen gab.
Mit ausgebreitetem Armen kam er auf Tom zu und grinste breit. „Ich weiß das dir nicht zum Lachen zu mute ist, ich habe da eine Informationsflut bekommen, aber lachen steckt bekanntlich an, vielleicht hilft es ja!“, legte er Tom seinen Arm auf die Schulter und lief mit ihm zum Restaurant.
„Sehe ich so aus als würde es helfen?“ Toms stimme war leise und sanft, aber man konnte einen gebrochenen Unterton heraushören. „Wir setzen uns jetzt erst mal an meinen Tisch und dann erzählst du mir mal deine oder eure Version.“
Wie abgesprochen, legte Tom sofort los, als sie am Tisch saßen und ihre Getränke Bestellung abgegeben hatten.
Kyle hörte aufmerksam zu und mischte sich nicht ein.
Tom erzählte ihm, wie er Milly kennengelernt hatte, wie sehr sie sich um seine Zufriedenheit bemühte, wie loyal sie ihrem Job und Kyle gegenüber gewesen war und wie gut er sich gefühlt hatte, zwischen den Mitarbeitern als normaler Mensch zu sitzen, zu tanzen und spaß zu haben. Er erzählte ihm auch, von dem Struggle Milly und Zawe gegenüber, darüber wie sehr er mit sich selbst gekämpft hatte. Das Milly keinerlei Schuld an der Trennung hatte und alle Schritte von ihm aus gingen.
„…und ich denke du wirst verstehen, wenn ich dir sage, dass es heute doch wichtiger sein sollte, dass die Menschen glücklich und zufrieden sind, dass man ihnen nicht vorschreiben darf, für wen sie Gefühle aufbringen, mit wem sie sich anfreunden und in wen sie sich verlieben dürfen!“
Kyle schob sich nickend ein Stück seines T-Bone Steaks in den Mund. Tom, der in den letzten Tagen kaum bis nichts gegessen hatte, trotz Mirandas Drohungen, ließ es sich ebenfalls schmecken.

„Weißt du, meine Eltern haben damals diese Regelung aufgestellt, als sie sich dazu entschlossen, mehr für Prominente zu tun. Wir wurden sicherer, verschwiegener und alle fühlten sich wohl. Sie wollten vermeiden, dass sich die Mädels an die Musiker und Schauspieler ranmachten und am Ende mit gebrochenem Herzen oder einem Kind dasaßen, wenn sie nicht kündigten und mit ihnen verschwanden. Zwei unserer Damen hatten das nämlich getan. Eine ist mit ihrem Sänger verheiratet, die andere blieb mit einem unehelichen Kind zurück und wusste nicht was sie tun sollte. Meine Eltern haben alle Entscheidungen mir überlassen und ich habe natürlich mitbekommen, wenn meine Mitarbeiter sich vergnügt haben. Schau dir Rico an den Casanova, jedes Mal, wenn eine abreist, sucht er sich die nächste. Was soll ich da, bis auf das Moralische verurteilen? Die Frauen haben Spaß, sind glücklich und kommen wieder. Das Milly und du angebandelt habt, wusste ich bei unserm letzten Gespräch schon, da gab es erste Gerüchte. Außerdem gehe ich nachts gerne noch eine Runde, um zu sehen, ob sich ein Gast verirrt hat und da ist mir so manches mal ein gewisser Brite aufgefallen.
Donna hat sich Regelkonform verhalten, wenn auch auf eine ekelhafte Art und weiße.“
„Kyle, Milly ist weg. Sie hat alles verloren und ist seitdem abgetaucht! Ich drehe noch durch.“
„wann fliegst du ab?“
„Am Samstagabend. Ich muss sie sehen bevor ich fliege.“
„Bea und ihre Eltern wissen nichts?“
„Nein, da war ich zuerst. Keiner weiß, wo sie abgeblieben ist. Sie hat ihren Koffer zu Bea gebracht und für 6 Monate im Voraus bezahlt. Seitdem ist sie wie vom Erdboden verschluckt.“
„Weiß sie, wann du fliegst?“
Tom nickte. „Ja weiß sie, wir wollten deshalb Freitag in der Stadt essen gehen.“ Traurig ließ er den Blick sinken.
„Dann taucht sie auch erst am Samstag wieder auf. Hör zu, ich werde bei Donna und Ronda Konsequenzen ziehen und ich werde mir mit meinem Anwalt und den Mitarbeitern einen neuen Vertrag überlegen, aber was ich mit Milly mache, das kann ich erst entscheiden, wenn ich mit ihr gesprochen habe. Sie und ich... Wir haben nie wirklich ein gutes Verhältnis gehabt, gerade auch wegen meinem Stiefbruder. Aber ich habe meinem Vater versprochen, dass ich empathischer werde, dass ich Menschen so behandle wie ich behandelt werden möchte. Das ist eine heilige Sache bei uns und daran halte ich mich. Der Geldgeier in mir ist mit den letzten Pickeln verschwunden. Nur wo Milly ist und was sie macht, das weiß ich nicht, es tut mir leid!“
Tom seufzte laut. „Damit habe ich gerechnet. Ich danke dir trotzdem für alles und das du mir zugehört hast.“
„Kein Ding, ich mag dich Junge! Und Männer halten zusammen. Chris hat übrigens im Winter gebucht, kommt mit Elsa und den Kids.“ Er zwinkerte Tom verschwörerisch zu.

Jeden Morgen lief Tom bei Sonnenaufgang los, um pünktlich an der Bucht zu sein. Stundenlang saß er einfach nur da und starrte auf das Türkise Wasser. Manchmal schwamm er zum Wasserfall und setzte sich dahinter auf einen Felsvorsprung. Immer mit der Hoffnung, dass Milly irgendwann auftauchen und in seine Arme fallen würde.
Doch mit jeder Stunde, die näher an seine Abreise rückte, verlor er die Hoffnung Milly noch einmal wiederzusehen. Tausende Mal hatte er seine Termine und Dreharbeiten im Kopf hin und hergeworfen, hatte überlegt ob er Dinge absagen oder verschieben konnte, aber es war unmöglich.
Die nächsten drei Monate war er fest eingeplant und ausgebucht.
Millys ehemaligen Kollegen und Freunden tat Tom unsagbar leid. Die Mädels versuchten wirklich alles um auf der einen Seite Milly zu finden und auf der anderen, Tom abzulenken.
Auch die Männer gaben nicht auf. Immer wenn Tom im Resort war und nicht gerade in Millys Bett lag, waren sie omnipräsent. Miranda hatte mit ihm die Suite geräumt und alles in das Blockhaus geschleppt. Ole hatte ihm ein Fotobuch von allen Fotos, die er von Milly hatte und den neuen Bildern erstellt und gebunden. War mit ihm zum Theater spaziert und hatte ihm Geschichten von Milly erzählt. Er war vor ihr bereits eingestellt und hatte sie vom ersten Tag an erleben dürfen. Wie sie sich verliebt in den Vertag gestürzt und ihren Job aus der Taufe gehoben hatte. Gesehen wie sie Erwachsener und reifer wurde. Sie war immer da, wenn man sie gebraucht hatte, hat selbst nach der gescheiterten Beziehung, nie auch nur eine Sekunde daran gedacht, alles hinzuwerfen. Nie hatte sie auch nur annähernd einen Mann in ihr Leben gelassen, bis Tom gekommen war. Immer mit dem Bewusstsein das es nie zu einer richtigen Beziehung kommen würde.
Tom erfuhr zwar eine Genugtuung, in dem Kyle Ronda und Donna vor die Tür gesetzt hatte, aber die Sehnsucht war größer.

Mit großen Steinen legte er Freitagabend in der Bucht den Satz:

Ich vermisse dich Milly!, in den Sand.

Am Boden zerstört, packte er danach seine Sachen. Warum sollte er bis Sontag bleiben? Milly war nicht mehr aufgetaucht und gemeldet hatte sie sich auch bei niemandem.
Schweren Herzens schrieb er ihr einen Brief.


Meine liebe Milly,

leider haben sich unsere Wege unschön und vor allen Dingen ungewollt getrennt! Mein Herz liegt wie Blei in meiner Brust und meine Gedanken kreisen sich in Dauerschleife um dich und um uns. Warum hast du uns keine Chance gegeben? Ich vermisse dich so unsagbar…. Ich glaube ich habe mich verliebt und das macht alles umso schmerzhafter für mich.
Ich werde nach London zurückkehren und nie erfahren ob wir eine Chance gehabt hätten.
Bitte melde dich, wenn du diesen Brief gelesen hast, damit ich weiß, dass es dir gut geht. Ich mache mir große Sorgen!

Das war eine wunderbare Erfahrung und ich war wirklich glücklich, danke! Ich werde dich niemals vergesse!

Tom <3

Tränen liefen ihm an der Nase hinunter und tropften auf das Papier in seiner Hand. Er legte den Brief auf den Bilderrahmen den er in der Altstadt gekauft und mit seinem Lieblingsbild bestückt hatte und schob es auf ihr Kopfkissen.

Heulend warf sich Miranda in Toms Arme. Er hatte sich zu ihr an die Poolbar gesetzt und sich einen Coconut Cocktail bestellt. Auf seine verweinten Augen angesprochen, hatte er ihr sein Herz ausgeschüttet und von dem Brief und dem Foto erzählt. „Ich glaube ganz fest daran das sie zurückkommen wird. Ich weiß nur nicht, wie ich euch beide wieder zusammenbringe, da liegen Stunden zwischen euch.“
„Ich bin bis Ende November bei Dreharbeiten und für verschiedene Veranstaltungen und Promo unterwegs, es würde keinen Sinn machen ihr ein Ticket zu buchen und hinzulegen. Ich glaube mittlerweile auch nicht mehr daran, dass sie kommen würde!“ Enttäuscht nahm er einen großen Schluck von der weißen Sünde und senkte den Blick. „Nicht ein Wort Miri, nicht ein einziges Wort hat sie geschrieben, kein Anruf, nichts! Ich weiß weder ob sie noch lebt noch ob sie überhaupt noch an mich denkt!“
„Jetzt hör aber auf, du weißt das das nicht stimmt! Sie ist verrückt nach dir. Auch wenn sie sich nicht meldet!“, schob sie hinterher und schnaufte. Niemand wusste einen Rat, hatte eine Idee oder konnte wirklich helfen.

Tom trank ein Glas nach dem anderen, wechselte mit Gin und Wasser, um dem Kater zu entgehen. Anders als man ihn kannte, saß er da und schwieg. Es erinnerte nichts mehr an den fröhlichen und unbekümmerten Briten, der immer ein Lächeln parat hatte.
Jason, Miranda, Rico und Zoe beobachteten das ganze argwöhnisch. Das war das erste Mal, das er ohne Pause trank. Es schien, als wolle er sich alle Erinnerungen wegspülen. Schwankend hatte er sich nach Barschluss aus der Eckbank gequält und war den Männern in die Arme gefallen. „Junge, ich glaube wir sollten dich begleiten, nicht das du unterwegs in einem Busch liegen bleibst oder die falsche Tür nimmst!“ Jason schnappte sich eine Eiskalte Flasche Wasser und ein Handtuch. Rico legte Tom einen Eisbeutel ins Genick und schob ihn mit seinem Kollegen zusammen den Weg zu den Mitarbeiter Quartieren hoch. Der Aufstieg zog sich wie Kaugummi. Immer wieder rutschte Tom weg oder bliebt stehen und fragte einen der beiden, ob er so ein schlechter Mensch sei, dass Milly sich vor ihm versteckte.
Sie schafften es auch nur mit ach und krach, ihn zur Couch zu schleifen und abzulegen. Jason blieb noch eine Weile bei dem jammernden Elend und hörte sich an, was er zu sagen hatte. Am Ende wusste Jason selbst nicht mehr, wer von ihnen nun Liebeskummer hatte und wer der Schwule war.
Um 3 Uhr verließ Jason das Haus und hoffte, das Tom durchschlafen würde und nicht auf dem Gelände umherirrte und in den Kletterpflanzen hängen blieb oder irgendwo abstürzte.

Geweckt von zwitschernden Vögeln und den ersten, tiefroten Sonnenstrahlen, wachte Tom auf der Couch auf. Die Kopfschmerzen waren erträglich, aber Erinnerungen an den Abend hatte er keine mehr. Völlig fertig schleppte er sich zur Dusche, putzte seine Zähne und suchte sich etwas zum Anziehen raus. Wie jeden Morgen würde er zur Bucht gehen und wie jeden verdammten Morgen, würde er dort bis zum Mittag sitzen und warten. Warten auf die Frau, in die er sich verliebt hatte.
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