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Tales of a Gypsy - Den Glocken so nahe

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12
Claude Frollo Clopin Esmeralda OC (Own Character) Phoebus Quasimodo
09.09.2020
13.01.2021
11
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13.01.2021 2.401
 
Wir fielen uns in die Arme und zogen Djali an uns ran. Lagen noch ein Moment zusammen auf dem Boden, bis einer der Kirchengänger, das Wort erhob. "DU! Glöckner, was hast du hier unten zu suchen? Hast du nicht schon genug Unheil angerichtet?!" Wir lösten uns erschrocken von einander und drehten uns um. Quasimodo war an einer Säule, doch warf er, erschrocken von dem Mann einen Kerzenständer um und flüchtete. "Warte!", rief ich ihm hinterher, doch er blieb nicht stehen. Ich sah Esme an, die mir zu nickte und wir folgten ihm. "Wir wollen nur mit dir reden.", rief Esmeralda ihm in der Wendeltreppe hinterher, doch er blieb immer noch nicht stehen. Hab ich ihm wirklich so eine Angst gemacht, dass er selbst bei mir nicht stehen blieb? Wir rannten weiter die Wendeltreppe hoch und versuchten ihn einzuholen, doch er war wirklich schnell. Doch dann sahen wir ihn. Hatten die Stauten gerade wieder mit ihm gesprochen? "Da bist du ja. Wir hatten schon Angst, dass du uns entwischt." Esme und ich holten Luft und sahen den Glöckner glücklich an. "Ja! Nun," Quasimodo räusperte sich, "ich.. äh.. ich hab noch meine Pflichten. Es-es-es-es-es war nett euch, äh, wieder zu sehen." "Nein! Warte!" Wir rannten ihm weiter hinter her, denn er erklomm die nächste Treppe und rannte in seine Behausung. "Es tut mir leid wegen heute Nachmittag. Ich wusste ja nicht wer du bist. I-ich hätte dich sonst nie im Leben, auf die Bühne...." Esme stockte. Ich schaute sie an und sie sah sich begeistert um. So wie ich einst. "Was ist das hier?", fragte sie darauf. "Das ist mein zu Hause.", beantwortete Quasi ihre Frage. Er versteckte sich hinter einem Holzbalken, was ihm aber nicht sehr gut gelang. "Hast du die ganzen Sachen etwa selber gemacht?", fragte Esme, mir kam es vor wie ein Dejavu, denn die selbe Frage stellte ich ihm auch. Ich schaute zu Quasimodo der kicherte. "Die selbe frage hatte Monique auch gestellt." Er wusste also noch meinen Namen. Esmeralda drehte sich zu uns um und lächelte. "Ja ich erinnere mich. Meine Schwester, war schon mal bei dir. Sie hat mir sehr viel davon Berichtet." Ich schaute wieder verlegen zu dem Glöckner, der mich wieder mit glasigen Augen anschaute und ein lächeln auf den Lippen hatte. Wie beim Fest vor dem Zelt. Sie drehte sich wieder um und erblickte ein Tuch . "Was ist das?"  "Oh nein, bitte. Sie-sie sind noch nicht fertig, i-ich muss sie noch anmalen."  Da war das Tuch auch schon verschwunden und zum Vorschein tauchten zwei Figuren auf. "Das ist ja der Schmid, Ha, und der Bäcker.", rief Esmeralda begeistert. Ich ging auf den Tisch zu und begutachtete die neuen Figuren. Sie hatte recht, ohne Zweifel waren es die beiden. Ich beobachtete währenddessen, wie Djali anfing die Schäfchen zu Futtern. "He, böser Bock! Lass das!", ich scheuchte ihn weg, als dank erntete ich ein aufgebrachtes Bölken.  "Du bist ein erstaunlicher Mensch, Quasimodo." Ich drehte mich zu den beiden um und sah Quasis verlegenes Gesicht. In mir machte sich ein komisches Gefühl bemerkbar. Was war das? "Ich hab einst Monique die Glocken gezeigt, wollt Ihr sie auch sehen?", fragte der Glöckner meine Schwester. "Ja, natürlich.", antwortete sie ihm. "Kommt ihr mit?" Esme sah mich und den Bock an, darauf nickte ich.  Quasimodo eilte voraus und ging die Treppen schnell hoch. Das letzte mal war er auch so begeistert und aufgeregt. Ob meine Schwester ihn in ihren Bann gezogen hatte? Wieder dieses seltsame Gefühl... Was war das bloß?  Wir folgten ihm und erklommen die Treppen, oben angekommen wartete Quasi schon ungeduldig. "Das ist die kleine Sophie", er hüpfte von einer Glocke zu anderen, "Jeanne-Marie, Ann-Marie, Louis-Marie. Drillinge also." Die Namen haben sich seit dem letzten Mal jedenfalls nicht geändert, stellte ich fest. Esmeralda bewunderte die größte Glocke von ihnen. "Und wer ist das?" "Die dicke Marie.", antwortete Quasimodo erfreut. "Wollt ihr noch mehr sehen?" Er sah uns abwechselnd an. Blieb sein Blick einen Augenblick länger bei mir? Mein Herz machte einen Freuden Sprung. Okay? Seltsam. "Ja es würde uns sehr freuen.", beantwortete ich einfach die Frage. "Schön!" Begeistert kletterte Quasimodo weitere Treppen empor und wir folgten ihm auch da hinauf. "Das beste hab ich aufgespart." Er winkte mit den Armen und als wir raus traten konnte ich meinen Augen nicht trauen. Der Anblick war einfach wunderschön. "Nicht mal der König hat so eine Aussicht.", bemerkte Esme und ging weiter zum Rand der Kathedrale. Auch ich gesellte mich neben ihnen und schaute verträumt in den dämmernden Abendhimmel. "Wir könnten für immer hier oben bleiben, nicht wahr?", fragte ich meine Schwester, immer noch verzaubert von der verblüffenden Aussicht. "Du.. ihr.. das könnt ihr doch." Quasimodo hing an der Fassade, wenn er nicht aufpasste würde er einfach fallen. "Nein, könnten wir nicht.", seufzte Esmeralda. "Oh doch. Ihr habt Asylrecht." "Aber keine Freiheit. Wir Zigeuner halten es nicht lange hinter Mauern aus.", antwortete Esmeralda. "Sie hat leider recht." Ich löste mich von der Aussicht und drehte mich um. "Aber ihr, ihr  seid gar nicht wie die Zigeuner. Zigeuner sind böse." Ich schaute ihn mit hochgezogener Augenbraue an. Hatten wir das Thema nicht bereits? Er sah mich an. "Ich weiß, wir hatten diese Unterhaltung schon einmal, aber dennoch kommt mir das alles eigenartig vor." "Wer erzählt dir denn so was?", wollte Esmeralda wissen. Quasis Blick wechselte zwischen mir und meiner Schwester. "Richter Frollo. Mein Herr. Mein Ziehvater." "Wie konnte ein so grausamer Mann wie er, dich aufziehen?" Er sah von Esmeralda auf und sah mich an. "Ihr seid euch ziemlich ähnlich. Die gleiche Frage." Ich lächelte ihn an und setzte mich zu ihnen aufs Dach, wo sie es sich gemütlich gemacht hatten. "Nun wir können es beide nicht verstehen, wie so ein Böser Mann, einen so lieben Menschen großziehen konnte, ohne dass du auch so wirst." "Aber er hatte mich aufgezogen, als niemand mich wollte. Weil ich doch ein Monstrum bin." "Hat Frollo das gesagt?", wollte Esmeralda von ihm wissen. "Schaut mich an." Ich sah Esme an, dass sie es so nicht hinnehmen wird. "Gib mir deine Hand." Quasimodo schaute sie Irritiert an. "Wieso?" "Ich will sie sehen." Er zögerte kurz, gab ihr aber seine Hand. "Hm. Eine lange Lebenslinie, oh und diese bedeutet du bist schüchtern." Sie fuhr mit ihrer Fingerspitze über seine Hand und deutete die Linien. "Hmmm. Hm.Hm. Hm.... Na sowas." "Was?", wollte der Glöckner wissen. "Ich seh gar keine...." "Keine Was?" "Keine Monstrum Linien. Keine einzige." Esme war Quasimodos Gesicht so nahe, dass in mir wieder dieses seltsame Gefühl in mir aufkeimte. Konnte das Eifersucht sein? Nein... Ich wäre doch nie Eifersüchtig auf meine Schwester..... Oder? "Jetzt bist du dran. Siehst du bei uns etwas böses?" Esme zog an mein Handgelenk und hielt meine und ihre Hand vor Quasimodos Gesicht. "Nein! Nein! Nein! Ihr seid lieb und g-g-gut und..." Er nahm unsere Hände in seine und mir lief ein Schauer durch meinen Körper. "Und Zigeunerinnen. Und Frollo tut uns dreien vielleicht unrecht." Sie stand auf und entzog sich Quasimodos Händen, doch meine ruhte noch in ihnen. Ich schaute den Glöckner an, der mir direkt in die Augen blickte. Meine Gefühle wuchsen. Hatte meine Schwester recht, mit dem was sie auf dem Narrenfest sagte? Quasi schaute runter und sah das meine Hand noch immer in seinen Händen lag und ließ sie mit einem verlegenen Blick, langsam los. Kaum merklich seufzte ich und erhob mich, um zu meiner Schwester zu gehen, gefolgt von Quasimodo. "Ihr habt mir geholfen. Jetzt helfe ich euch." Überrascht sahen wir ihn an. "Aber wir können nicht raus. Vor jeder Tür, stehen Posten.", bezweifelte ich den Plan. Quasi grinste mich an. "Wir brauchen keine Tür." "Du meinst runter klettern?" Meine Augen wurden größer und ich schaute nach unten in die Tiefe, was mir Esmeralda gleich tat. "Ja. Einer trägt den Bock und ich trage euch." Ich schluckte. "Und du glaubst du kannst uns beide, beziehungsweise uns drei tragen?" Er überlegte kurz und nickte dann. "Ich wüsste nicht, was dagegen spräche." "Also gut." Wenn er sich sicher war, dann vertraute ich ihm da. Als ich zu Esmeralda sah, hatte sie wohl den selben Gedanken.  "Komm her Djali.", sagte Esme zu ihrem Bock, welcher gleich auf ihre Arme sprang. Sie verband ihm die Augen, was vermutlich keine schlechte Idee war. Ich war geneigt dazu, das selbe zu tun, doch ich widerstand dem drang.
"Fertig?" Wir nickten. "Ja.", sagten wir gleichzeitig. "Also gut einer hält sich bei mir fest und die andere kann ich so nehmen." Also kletterte ich auf sein Rücken und hielt mich fest, während er Esmeralda auf die Arme nahm. "Habt keine Angst." "Wir haben keine Angst!", schoss es aus Esme. Da wäre ich mir allerdings nicht so sicher. Mit einem Schwung, sprang er über die Umrandung und hing an einem Wasserspeier. "Jetzt hab ich Angst!" Esmeraldas Stimme zitterte und ich hielt mich noch fester an ihm. Ich wollte nicht runter gucken, doch als wir da so hingen, konnte ich nicht anders. Oh nein, oh nein, oh nein. Bitte fall nicht runter. "Ihr dürft bloß nicht nach unten sehen.", schlug Quasimodo vor. Das war nur etwas zu spät. Djali verlor sein Tuch um die Augen und meckerte vor Angst. "Hast du das schon mal gemacht?", fragte ich ihn, während er Schwung holte und über weitere Absätze der Kathedrale lief. "Nein." Nicht die richtige Antwort.... Er sprang plötzlich auf den anderen Turm zu. Esme und ich sogen gleichzeitig vor Schreck die Luft ein, doch er hielt sich gekonnt, mit einer Hand an einer Sprosse fest und kletterte den Turm gekonnt und sicher weiter runter. Ich dachte das schlimmste sei geschafft. Ein weiter Sprung und wir kamen auf einem Dach zum stehen.  "Du bist der geborene Akrobat.", lobte ihn meine Schwester, welches ich mit einem "Mhm." bestätigte. "Danke.", sagte der Glöckner fröhlich, doch plötzlich löste sich ein Ziegel auf dem wir standen und schlittern dem Ende des Dachs entgegen. Ich wusste nicht wie wir da wieder raus kommen sollten, doch Quasimodo sprang rechtzeitig ab und hielt sich am Wasserspeier fest. Unter uns sahen wir Soldaten, die dem Geräusch der weiter fliegenden Ziegel folgten. Dann ließ er den Wasserspeier wieder los. Landete mit den Füßen auf der Galerie, sprang von dort aus weiter, nahm den Schwung vom Wasserspeier und landete sicher auf eine Statue die schon bessere Zeiten erlebt hatte. Ein Soldat kam an uns vorbei und wir pressten uns an die Statue um nicht gesehen zu werden.
"Hoffentlich hab ich euch nicht erschreckt", sagte Quasi an uns gerichtet. "Überhaupt nicht.", antwortete Esme. "Es war jeden falls spannend.", gab ich zu. Ich hörte ein gequältes bölken und schaute zur Statue auf der Djali noch lag. Er sah etwas grün im Gesicht aus, wenn es für Ziegen überhaupt möglich war.  "Ich werde euch beide nie vergessen.", sagte Quasimodo traurig. "Komm mit uns", kam es darauf von meiner Schwester. Mein Kopf schnellte zu ihr und schaute sie an, doch ich fand die Idee nicht schlecht. Anders als der Glöckner.  "Was?",  fragte Quasi ungläubig. "Zum Hof der Wunder. Geh weg von hier." "Oh nein.", entfuhr es dem Glöckner. "Ich geh nicht noch mal daraus. Ihr habt ja gesehen was passiert ist. Nein. Hier bin ich zu Hause." "Also gut, dann kommen wir eben zu dir.",  bot ich dem Glöckner an und kam ihm spielerisch näher. Seine Augen wurden riesig.  "Hier her?" fragte er ungläubig. "Aber die Soldaten und Frollo." "Wir kommen nach Sonnenuntergang." "Aber bei Sonnenuntergang läute ich zur Abendmesse, u-und dann reinige ich den Kreuzgang  und dann läute ich zur Abendandacht.", stotterte der Glöckner weiter. Um die Ausflüchte zu beenden gab ich ihm ein Kuss auf die Wange. "Was immer dir gefällt.", schoss es dann aus ihm raus. Männer sind immer so leicht zu überzeugen, dachte ich. "Solltest du jemals  Hilfe brauchen, wird das dir den Weg zeigen." fuhr Esmeralda fort. Sie holte ihr Talisman raus, den sie in ihren Haaren versteckte. Sie sah mich an und ich holte das Gegenstück hervor, dass ich wie sie in meinen Haaren versteckte. Beides zusammen ergab eine Karte um uns zu finden. "Aber wie?" fragte Quasi uns. " Merk dir diesen Spruch: Trägst du die Gewebten Bände, hältst du die Stadt in deine Hände!" Der Glöckner nahm unsere beiden Talismane und hing sie sich über den Hals und ließ sie in seinem Hemd verschwinden. Ich hätte am liebsten noch weiter mit ihm geredet, doch plötzlich bölkte Djali, um uns darauf Aufmerksam zu machen, dass erneut Soldaten auf dem Weg waren. "Schnell. Ihr müsst fort." Wir hüpften auf das mit Stroh bedeckte Dach um besser an das Seil zu kommen, dass da hing. Djali sprang wieder auf Esmes Armen und sie rutschte am Seil herunter. Ich sah Quasi noch einmal an, der das Seil für Esme ruhig hielt. "Ich hoffe ich sehe dich wirklich wieder.", gab der Glöckner zu bedenken. "Das wirst du.", versprach ich ihm mit einem Lächeln. "Komm, sonst erwischen sie dich." Ich nickte und rutsche an dem Seil, wie vorher meine Schwester, runter. Sie wartete schon ungeduldig zwischen den gegenüber liegenden Häusern. Stumm rannten wir weiter vorwärts und ich fühlte mich beflügelt.
 
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