Redress

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
Draco Malfoy George Weasley Harry Potter Hermine Granger Molly Weasley Ronald "Ron" Weasley
08.09.2020
19.09.2020
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16.09.2020 1.773
 
„Hagrid!“ Harry und seine Freunde grinsen über beide Ohren, als der Halbriese auf sie zukam und bei ihnen stehen blieb. „Na ihr drei? Ron, machst du schon wieder Ärger?“ Er zwinkerte dem Rothaarigen zu, ehe er sich den Slytherin zuwandte. „Und ihr? Habt ihr nichts Besseres zu tun, als innerhalb ein paar Minuten schon wieder Chaos zu verbreiten?“ Draco schüttelte den Kopf und seufzte. Natürlich, das Wiesel bedrohte ihn mit seinem Zauberstab und er war schuld daran. Was hatte er von jemandem erwartet, der seit dem ersten Schuljahr dem goldenen Trio zur Seite stand? Hinter dem riesen Idioten tauchte McGonagall auf: „Weasley, ich hoffe doch sehr, dass ich sie nicht noch von der Schule verweisen muss, wenn sie ihr Gemüt nicht in Zaum halten können.“ Der Rothaarige schluckte und murmelte ein: „Nein Professor.“, ehe die versammelte Mannschaft sich wieder setzte und die Lehrer zu ihren Tischen gingen. Die Schulleiterin blieb an ihrem Platz stehen und blickte zu den Schülern: „Willkommen zurück in Hogwarts. Wie sie sehen, sind die Reperaturarbeiten noch in vollem Gange und Tag für Tag findet das Schloss seinen alten Glanz wieder. Ich freue mich, so viele von ihnen hier begrüßen zu können. Wie ich Ihnen bereits in den Briefen geschrieben habe, wird sich dieses Jahr einiges für sie ändern. Da sie bereits kurz vor ihren Prüfungen, oder auch bereits in der Vorbereitung dafür steckten, sind sie die ersten zwei Jahrgänge, die wir zurückgeholt haben, damit sie pünktlich ihre Abschlüsse machen können. Die unteren Stufen werden erst wieder diese Schule betreten, wenn alles wieder in seinem Urzustand ist. Um ihnen das ganze Drumherum zu erleichtern, haben wir die Funktion der Häuser für sie aufgehoben. Sie brauchen sich also um nichts anderes als ihren Prüfungen Sorgen zu machen. Es werden weder Hauspunkte gewonnen, noch abgezogen, noch werden Quidditch oder andere Aktivitäten stattfinden.“

Ein Raunen ging durch die Menge. Gerade der beliebteste Sport in der Zauberwelt war es, was die Schüler am meisten gebrauchen konnten, um Spaß zu haben. Auch Draco empfand es als schwere Einbuße dieses Jahr nicht auf einem Besen sitzen zu können. Auch wenn er nur wegen seinem Vater in die Mannschaft eingetreten war, so mochte er das Gefühl von Freiheit auf dem Besen ungemein. „Die Schlaf- und Gemeinschaftsräume werden ebenfalls nicht wie bisher benutzt. Der Gryffindorturm wurde vollständig zerstört und auch der Turm der Ravenclaws hat einiges an Schäden davongetragen. Wir haben uns daher entschlossen sämtliche Schüler in den Räumen der Slytherin unterzubringen.“ Hier und da kamen Buhrufe und böse Blicke, doch McGonagall ignorierte alle Widerworte und fuhr mit bestimmter Stimme fort: „Es sind wie immer 2 Bettzimmer und um ihnen zumindest diese Freiheit zu lassen, können sie sich ihren Mitbewohner selbst aussuchen. Ich bitte die bisherigen Slytherin den restlichen Schülern im Anschluss des Essens den Weg zu ihren neuen Unterkünften zu zeigen. Das Passwort lautet übrigens „Cave inimicum“. Und jetzt genießen sie Ihre erste Mahlzeit zurück in Hogwarts.“ Mit diesen Worten schenkte sie den Schülern ein leichtes Lächeln und setzte sich.

Draco blickte sich um. Niemand schien von der neuen Situation begeistert zu sein und er sah den verbissenen Ausdruck in Pansy´s Gesicht und auch er war nicht allzu begeistert davon, sein Heim mit allen anwesenden teilen zu müssen. Ein kurzer Blick und ein Nicken in Richtung seines besten Freundes und er wusste, dass er ihn als seinen Mitbewohner einplanen konnte. Die dunkelhaarige Slytherin hatte nicht so viel Glück. Es waren nicht alle von ihren damaligen Mitschülern wieder zurückgekehrt und da Parkinson nun einmal mit ihrer Art sehr oft aneckte, hatte sie gerade unter den weiblichen Mitschülern keine Freunde. Hilflos blickte sie den Blonden an, doch hierbei konnte er ihr nicht helfen. „Pansy?“ Die Slytherin drehte ihren Kopf zu Hermine. „Ich…hm… Möchtest du dir mit mir ein Zimmer teilen? Da nur Frauen zusammen in ein Zimmer können und ich keine… Nunja keinen großen weiblichen Anteil in meinem Freundeskreis habe und du… Naja… du ja auch alleine wärst dachte ich… naja…nur falls das okay ist-“ „Von mir aus.“ Erstaunt sah Malfoy sie an und runzelte die Stirn. Granger hatte schon Recht, sie waren bei ihren Mitschülerinnen nicht unbedingt beliebt und ihre Freunde waren allesamt männlich, trotzdem erstaunte es ihn, dass Pansy ja gesagt hatte. Das Trio schien ebenfalls nicht mit der Antwort gerechnet zu haben, denn sowohl Harry als auch Ron machten große Augen. Die braunhaarige lächelte stattdessen leicht und nickte der Slytherin zu.

Nachdem auch der letzte Rest an Essen vom Tisch verschwunden war, fühlten sich alle satt und schläfrig. Bevor sie entlassen wurden, stand McGonagall noch einmal auf und richtete sich erneut an die Schüler: „Ich weiß, dass das alles nicht einfach für sie ist, dass sie nun mit Leuten zusammengestellt werdet, gegen die sie bis vor kurzem noch um den Hauspokal gekämpft habt. Ich weiß, dass es vielen von ihnen schwer fällt zu verstehen, wieso Mitschüler, wie Mister Malfoy und Miss Parkinson wieder hier auf der Schule sind, doch bedenken sie bitte eins: In Hogwarts ist jeder willkommen, der hierhergehören will. Wir haben lange in der Lehrerschaft diskutiert, das Ministerium und die Vertrauensschüler der Jahrgänge hinzugezogen und uns dazu entschlossen ihnen eine neue Chance zu ermöglichen. Niemand von ihnen wurde verurteilt, niemand von ihnen hat im Kampf gegen uns gekämpft, sondern für uns, oder hat sich von beiden Seiten ferngehalten. Ich bitte sie alle, die vorherigen Streitigkeiten beizulegen und sie ebenso willkommen zu heißen, wie wir es tun. Jeder, der etwas aus sich und seiner Zukunft machen möchte ist hierher zurückgekehrt. Sollten sich einige von ihnen immer noch nicht sicher sein, ob wir die richtige Wahl getroffen haben möchte ich darauf hinweisen, dass, wie sie hoffentlich bereits gemerkt haben, einige ihrer Mitschüler in Begleitung eines Aurors hier herkam. Jeder dieser Männer ist dazu angehalten einzugreifen, sollte für ihren derzeitigen Schützling Fluchtgefahr bestehen, oder sollte er einen von ihnen angreifen wollen. Deswegen bitte ich sie erneut: Fokussieren sie sich auf ihre Prüfungen und machen sie es ihren Mitschülern nicht schwerer, als sie es ohnehin bereits haben. Und nun wünsche ich ihnen allen eine gute Nacht, die Unterrichtsstunden beginnen morgen Mittag.“

Erleichtert ließ Draco die Luft zwischen seinen Lippen entweichen, die er während der Ansprache angehalten hatte. Im Stillen dankte er der Professorin dafür, dass sie genau das ausgesprochen hatte, was jeder der hier anwesenden dachte und ganz klar gezeigt hatte, dass auch Schüler, die einmal auf der Seite des dunklen Lords gestanden hatten immer noch in der Schule willkommen waren. Langsam standen er und seine Freunde auf, gefolgt von den Gryffindors und schritten zum Eingang zurück. „Könnt ihr uns zeigen, wo eure Räume sind?“, bat Hermine die drei, doch Ron machte eine abfällige Handbewegung: „Wir wissen doch schon, wo die sind. Weißt du nicht mehr im zweiten Jahr, wo wir-“ Er stockte, als er merkte, was genau er da von sich gab und Draco zog argwöhnisch eine Braue nach oben: „Was genau war im zweiten Jahr Weasley? Und wie zur Hölle seid ihr in unseren Gemeinschaftsraum gekommen?“ Er blickte finster zu Potter: „Du doch bestimmt auch, oder?“ Schuldbewusst blickte der Angesprochene zu Boden: „Ehm... Naja, irgendwie mussten wir ja erfahren, ob du der Nachfahre Slytherin warst und damals die Kammer des Schreckens geöffnet hattest… Und da haben wir, also eigentlich eher Hermine… Also der Vielsafttrank… Und Crabbe und Goyle…“
Da fiel es dem Blonden wie Schuppen von den Augen: „Die Brille…. Du warst das damals!“ Ertappt zuckte der Brillenträger zusammen und nickte. Erst da realisierte der Slytherin, was genau sie ihm vorgeworfen hatten: „Moment. Ihr dachte ICH sei der Erbe Slytherin gewesen???“ „Ach komm, so abwegig wäre das gar nicht gewesen“, fauchte Ron und verschränkte die Arme. „Und dann habt ihr euch einfach einen Trank gebraut und seid bei uns eingebrochen?“, kicherte Pansy leise „Und dann heißt es immer, wir Slytherin sind die Hinterhältigen.“

Ungläubig schüttelte der Grauäugige den Kopf. Konnte man das fassen? Er war immer der schlechte Einfluss gewesen aber Potter und seine Freunde brachten solche Aktionen bereits in ihrem zweiten Schuljahr? „Ich weiß aber nicht, wo wir hinmüssen“, warf Hermine ein und blickte fragend in die Runde. „Und wo warst du bei der ganzen Aktion?“ Sie ignorierte Blaise und boxte ihrem Freund feste gegen den Oberarm, als er antworten wollte. „Wag es dich auch nur ein Wort zu sagen Ronald!“, fauchte sie ihn an. „Katzenhaar“, flüsterte Potter den Slytherin zu und Draco konnte sich ein kurzes Auflachen nicht verkneifen. Zu gerne hätte er eine Behaarte und mit Katzenohren und Schwanz bestückte Gryffindor gesehen. „Wie kommt es eigentlich, dass ihr Zweibettzimmer habt und wir vorher immer zu viert in einem?“, mischte Ron sich wieder ein, um das Thema von seiner Freundin abzulenken. Zabini sah ihn verwirrt an: „Zu viert?“ „Ja.“ Der Blonde musste sich arg auf die Zunge beißen, um nicht einen sarkastischen Spruch loszulassen und drehte sich schnell um und schritt in Richtung Keller, in dem die Räume der Slytherin lagen. Als er nach einer ganzen Weile plötzlich vor einer Steinmauer stehen blieb, rasselte Granger, die Einzige, die nicht wusste, dass hier der Eingang lag beinahe gegen ihn. Die helfende Hand Zabinis konnte sie gerade noch rechtzeitig stoppen, was den beiden prompt einen vernichtenden Blick vom Wiesel einbrachte. „Cave inimicum“, murmelte Draco und in der Wand öffnete sich eine Tür, durch die sie zum Gemeinschaftsraum gelangten.

Das abgedunkelte Licht des Raumes erinnerte den Malfoyspross kurzzeitig an die Zeit zuhause, in der der dunkle Lord bei ihnen gewesen war und es überall im Gebäude stock duster war, doch die vertrauten Lehnstühle und Sofas in dunkelgrün und das davor brennende Feuer im offenen Kamin holten ihn schnell aus dieser Erinnerung zurück und vermittelten ihm einen Anflug von Heimatgefühlen. Ermattet ließ er sich in einen der Sessel vor dem Kamin sinken, schloss für einige Sekunden die Augen und versuchte die erneut aufkeimende Diskussion zwischen Blaise und Weasley zu ignorieren. Es brachte alles nichts, die Stimme des Wiesels war viel zu penetrant, als dass er sie hätte ignorieren können, also stöhnte er einmal leise frustriert, strich sich durch die Haare und stand dann auf: „Blaise, ich geh schon einmal vor. Bis morgen.“ Ohne auf eine Antwort zu warten verlies der den Raum und machte sich auf den Weg in seinen alten Schlafsaal. Wenn er Glück hatte, hatte sich bisher keiner der anderen Schüler sein Schlafgemach unter den Nagel gerissen. Als er die Tür öffnete jubelte er im Stillen, denn zumindest hier war ihm das Glück hold, das Zimmer war verlassen. Er ließ sich auf sein Bett fallen und schloss erneut die Augen. Der erste Tag im Hogwarts, der unendlich kräftezehrend und nervenraubend für ihn war und er zweifelte jetzt schon daran, ob er sich richtig entschieden hatte.

Hoffentlich würden zumindest die Unterrichtsstunden ruhig verlaufen.
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