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The Darkness Inside

von DeanW
GeschichteÜbernatürlich, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Derek Hale Mieczyslaw "Stiles" Stilinksi
08.09.2020
16.10.2020
10
38.148
24
Alle Kapitel
28 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
11.09.2020 3.811
 
Hallo alle miteinander :)

Ich habe es doch noch geschafft, aber ihr habt mich auch sehr motiviert!
Mich haben die Favo-Einträge, sowie die zwei Empfehlungen und das Review direkt zu Anfang umgehauen und ich freue mich, dass meine Geschichte einen guten start hatte.

Jetzt geht es direkt weiter mit dem zweiten Kapitel und am Dienstag dann das 3 ;)

Viel Spaß und lasst mir ruhig ein Review da :D
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Kapitel 2

Stiles ist mit seinem Jeep nach Hause gerast, schneller als eigentlich erlaubt. Er fühlte sich die ganze fahrt über verfolgt und wollte einfach nur nach Hause. Dort angekommen rennt er auf sein Zimmer, ignoriert seinen Vater, der nach ihm ruft. Stiles Vater kennt dieses Verhalten bereits, seit der Nogitsune Sache macht er sich jedoch immer sehr viel sorgen um seinen Sohn, lässt ihn aber für heute in Ruhe.

In seinem Zimmer angekommen tigert Stiles nervös auf und ab. Derek wird es Scott sagen! Auch wenn Derek es niemals zugeben würde, er will schließlich auch nicht, dass jemanden aus seinem Rudel etwas passiert und ob er will oder nicht, er gehört zu Scotts Rudel, genauso wie Stiles. Aber Derek hat wahrscheinlich keine Lust sich um dieses Problem zu kümmern und wird es deswegen dem Alpha sagen. Stiles hat es satt, dass sich alle um ihn sorgen. Er will das auch mal alleine hin kriegen!

Frustriert schnaubend schmeißt sich der Teenager auf sein Bett und versucht, seinen hektischen Herzschlag zu kontrollieren. Er starrt stur auf seine Decke, zählt innerlich bis zehn und schließt dann seine Augen.

Es kostet ihn sehr viel Selbstbeherrschung, nicht wieder aufzuspringen und sich weiter zu bewegen. Er muss jetzt aber einfach mal zur Ruhe kommen und das wird er nie, wenn er durch sein Zimmer tigert.

Als Stiles sich etwas mehr beruhigt hat öffnet er wieder seine Augen und setzt sich auf. Wie ein Häufchen elend sitzt er auf seinem Bett und starrt auf seine Hände. Ihm ist immer noch kalt, der Schmerz ist auch noch vorhanden. Jetzt wo Stiles drüber nachdenkt, hat es ihm eigentlich sehr gut getan, das Derek ihm den Schmerz nahm. Er hatte es wahrscheinlich nicht beabsichtigt gemacht. Scott hatte es auch einmal versehentlich getan und Stiles kann es sich nur so erklären, dass ein Werwolf den Schmerz spürt und ihn automatisch aufsaugt, zumindest wenn er stark ist.

Der Schmerz war noch da gewesen, aber es wurde definitiv leichter. Derek hat ihm mal wirklich etwas gutes getan... Irgendwie ein komisches Gefühl. Aber Derek hat schon öfters Dinge getan wo Stiles sich gefragt hat, wieso er es getan hat. Es passte eigentlich nie zu seiner Art, wenn er mal Stiles das Leben gerettet hat. In einem Moment hatte er ihm gedroht, ihm seine Kehle rauszureißen mit seinen Zähnen und im nächsten hatte er ihn dann manchmal sogar gerettet. Die Drohung mit der Kehle raus reißen hat Derek jetzt schon seit sehr langer Zeit nicht mehr verwendet, aber der Werwolf hatte sich auch geändert nachdem seine Schwester wieder da war. Vielleicht wurde er etwas sanfter, weil er dachte, dass seine ganze Familie, außer Peter, tot wäre und dann kam seine Schwester wie aus dem nichts. Womöglich hat es ja sein kleines Herz größer werden lassen, zumindest wäre das eine Erklärung für seine nicht mehr ganz so drohende Art.

Stiles Handy was in seiner Hosentasche vibriert reißt ihn aus seinen Gedanken. Er kramt das kleine Ding aus seiner Tasche und liest den Namen Scott. Konnte Derek es nicht einmal fünf Minuten für sich behalten?! Stiles Finger zittern, als er den Anruf entgegen nimmt und sich sein Handy ans Ohr hält.

,,Scott?“, meldet er sich zu Wort und betet zu Gott, dass seine schlimmste Befürchtung nicht wahr geworden ist.

,,Stiles, was ist los?“, fragt Scott irritiert. Nein! Er weiß es wirklich! Stiles schwört sich genau in diesem Moment, Derek dafür Büßen zu lassen. Er weiß noch nicht wie, aber er wird das bereuen! Stotternd versucht Stiles sich irgendwie zu erklären, jedoch wird er von Scott unterbrochen der noch hinterher setzt ,,Bist du nicht bei Derek gewesen? Ich brauche diese Kräuter wirklich ganz dringend, morgen ist Vollmond und Malia scheint jetzt schon durchzudrehen.“

Verwirrt zieht Stiles seine Augenbrauen nach oben. ,,Oh.“ Gibt Stiles von sich. ,,Ja. Ja doch ich habe die Kräuter bin... bin schon auf den Weg zu dir und M-Malia.“ Bevor Scott noch etwas sagen kann legt Stiles schnell auf und springt wieder von seinem Bett auf.

Er läuft die wenigen Stufen nach unten und ruft zu seinem Vater, dass er noch schnell zu Scott muss. Der Sheriff will eigentlich noch etwas darauf erwidern, aber Stiles ist schneller und verschwindet durch die Haustür. Scott wohnt nicht wirklich weit weg, trotzdem steigt Stiles in sein Auto und stellt als erstes wieder die Heizung ein. Vielleicht sollte er noch einmal mit Deaton darüber reden, denn normal kann das wirklich nicht mehr sein.

Leider kann er die Heizung in seinem Auto nicht sehr lange genießen, weil Scott wirklich nicht weit weg wohnt. Schneller als gedacht kann Stiles wieder die Zündschlüssel entfernen und die warme Luft kommt ihm wie auf Knopfdruck nicht mehr entgegen. Der Braunhaarige schnappt sich das Glas und steigt aus. Draußen kommt ihm direkt ein kalter Wind entgegen, der ihn augenblicklich frösteln lässt.

Als Stiles an der Haustür klopft ist er etwas überrascht, dass Melissa ihm öffnet. Die Schwarzhaarige lächelt Stiles an und bittet ihn rein, dabei seine Schulter streichelnd. Er hat eine Jacke an, sie kann durch den Stoff nicht merken, dass seine Haut eiskalt ist.

,,Scott ist oben, falls du ihn suchst“, sagt die Mutter von Scott, weil sie sich bereits denken kann, wieso Stiles hier ist. Der Teenager bedankt sich und läuft auch schon die Stufen nach oben in Scotts Zimmer.

Sein bester Freund hat seine Tür auf und Stiles steuert auf diese zu, stockt jedoch in seiner Bewegung, als er Scott reden hören kann. ,,Okay Derek, danke dass du es mir gesagt hast. Ja. Ja jetzt weiß ich Bescheid.“ Redet er, so wie es scheint mit Derek weshalb Stiles Herz kurzzeitig stehen bleibt.

,,Stiles!“, ruft Scott von seinem Zimmer aus. Natürlich hat der Werwolf ihn bereits gehört, oder gerochen, oder was auch immer. Stiles fühlt sich irgendwie ertappt, weil er ja gelauscht hat. Das Herz, was gerade eben nicht geschlagen hat schlägt nun dreifach so schnell. Dementsprechend sieht Stiles auch völlig ruiniert aus, als er vor Scott tritt.

,,Hast du mit... Derek geredet?“, stottert Stiles unbeholfen vor sich hin, auch wenn er die Antwort auf diese Frage bereits weiß.

,,Ja. Er hatte mich angerufen. Da fällt mir ein, ich wollte dich etwas fragen“, gesteht Scott.

Stiles Augen weiten sich, er leckt sich nervös über seine Lippen und möchte am liebsten gerade einen Marathon laufen, nur um die Anspannung aus seinem Körper raus zu bekommen. Er reist sich gerade noch so zusammen um still stehen zu bleiben. Hyperaktiv zu sein ist wirklich nichts angenehmes. Man hat ständig eine innere Anspannung die einen dazu bringt sich bewegen zu müssen.

Scott sieht seinem Freund an, dass er sichtlich nervös ist und er beäugt ihn auch etwas misstrauisch, aber Stiles versucht so ruhig wie möglich zu bleiben, auch wenn sein Geruch ihn wahrscheinlich verrät.

,,Kommst du zum nächsten Rudeltreffen?“, kommt Scotts Frage wie aus heiterem Himmel. Stiles Gesichtszüge verraten ihn. Er schaut Scott an als hätte er gerade eine ihm fremde Sprache gesprochen.

,,D-du meinst das morgen, oder?“, fragt Stiles noch einmal genauer nach. Scott nickt nur, während er seinen besten Freund noch immer kritisch beäugt.

,,Derek kommt auch, deswegen frage ich. Dann wären wir alle zusammen“, erklärt Scott seine Frage. Ab jetzt ist Stiles vollends verwirrt. Also hat Derek nicht angerufen um ihn zu verpetzen, sondern um Bescheid zu geben, dass er bei dem nächsten Rudeltreffen dabei wäre? Aber wieso will er plötzlich dabei sein? Morgen ist immerhin Vollmond, müsste er da nicht andere Dinge im Kopf haben als Mittags zur Schule zu kommen und sich mit Pubertierenden Kindern abgeben? Oder will er es dort zum Thema machen? Vor allen erwähnen, dass mal wieder etwas mit dem schwachen Stiles nicht stimmt und man ihm unbedingt helfen muss.

,,Ja. Ja ich werde kommen“, sagt Stiles bestimmend. Was auch immer Derek morgen bei dem Treffen verraten will, Stiles weiß es zu verhindern.

,,Gut. Dann sind wir endlich mal wieder alle dort“, freut sich Scott und lächelt sein typisches süßes lächeln, bei dem man ihn am liebsten knuddeln möchte. Auch Stiles lächelt kurz, es ist aber leider kein echtes lächeln.

,,Ich muss wieder gehen. Dad will noch etwas mit mir essen und ich muss noch Hausaufgaben machen“, gesteht Stiles. Es entspricht auch der Wahrheit. Sonst denkt sich Stiles immer eine Ausrede aus, um nicht unnötig lange mit Scott in einem Raum zu sein. Die Schuldgefühle sind einfach viel zu stark, auch wenn Stiles selber Allison nicht getötet hat.

,,Ja okay. Wir sehen uns dann morgen in der Schule“, verabschiedet sich Scott von seinem besten Freund, der daraufhin aus dem Zimmer geht, sich auch noch von Melissa verabschiedet und wieder nach Hause fährt.

Dort wartet bereits sein Vater auf ihn und hat auch schon das Essen gekocht. Es gibt Nudelauflauf den Stiles eigentlich auch mag, aber schon seit einiger Zeit ist ihm der Hunger vergangen. Er isst, weil er es muss nicht, weil er will. Ein komisches Gefühl, dass sich hoffentlich bald legen wird.

,,Da bist du ja. Komm, setz dich. Es ist gerade fertig geworden“, begrüßt der Sheriff seinen Sohn, der sich auf seinen Platz setzt und sich etwas von dem Nudelauflauf auf seinem Teller macht. Auch sein Vater macht sich etwas zu Essen drauf und zusammen speisen sie.

,,Gibt es was neues?“, fragt Stiles Vater während er den ersten bissen nimmt.

,,Meinst du allgemein oder was neues im Übernatürlichen Bereich?“

,,Beides?“ gesteht der Sheriff schief lächelnd.

,,Also Übernatürliches gibt’s nicht viel neues. Malia hat es mit der Kontrolle nicht so raus, weshalb Scott vermutlich morgen bei ihr sein wird und sie notfalls einsperrt.“

,,Vermutlich? Hilfst du ihm denn nicht?“ Eine berechtigte Frage, weil Stiles und Scott immer alles zusammen machen.

,,Ehm... Nein. Er hat gesagt, dass er das alleine mit ihr schafft und ich lieber zuhause bleiben sollte“, lügt Stiles und stopft immer mehr Nudeln in seinem Mund, die er alle wie ein Hamster in seine Backen steckt.

,,Und sonst? Ist es tatsächlich mal ruhig in Beacon Hills?“, lacht der Ältere.

Stiles schlingt seine Nudeln runter um seinem Vater zu antworten:,,Es scheint tatsächlich ruhig zu sein.“

Es ist eigentlich traurig, dass man in dieser Stadt ausnahmsweise mal in Sicherheit ist aber es stimmt. Erst hatte Peter alles in Angst und Schrecken gelegt, dann Jackson, dann das Alpha Rudel und Jennifer Blake und dann Stiles selbst. Jetzt scheinen sie alle einmal durch atmen zu können.

Nachdem aufgegessen wurde geht Stiles wieder auf sein Zimmer um die besagten Hausaufgaben zu machen. Es ist eigentlich gar nicht so viel, aber Stiles kann sich kaum konzentrieren. Der leichte Schmerz in seinem Körper und die Tatsache, dass seine Finger kalt sind und er dadurch seinen Stift kaum halten kann sorgen dafür, dass er vier mal so lange braucht, bis er seine Geschichtsaufgaben endlich fertig hat.

Nach seinen Hausaufgaben verkriecht Stiles sich in seinem Bett und deckt sich zu, während er eine Jogginghose und einen Pulli an hat. Abends wirkt die Kälte noch stärker, was Wahrscheinlich daran liegt, dass er Abends zur Ruhe kommt und es ihm dann deutlicher wird. Er schmeißt sich auch eine Schmerztablette ein für die leichten Kopfschmerzen die er hat. Für den Schmerz in seinem ganzen Körper nimmt er die Dinger nicht mehr. Nur manchmal, wenn es fast nicht mehr auszuhalten ist, was nicht sehr oft vorkommt.

Es ist eigentlich noch zu früh um jetzt schon zu schlafen, aber Stiles wüsste nicht, was er sonst tun sollte. Also liegt er in seinem Bett, stärker zugedeckt als im Winter und dennoch zitternd und schließt langsam seine Augen.

*

Am nächsten Morgen ist Stiles aufgedreht wie eh und je, dafür aber viel nervöser. Was genau will er eigentlich machen, falls Derek wirklich plaudert? Er kann ihm nicht drohen, dass ist so als würde die Ameise dem Schuh drohen, ihn zu zertrampeln. Das ist einfach unmöglich! Aber er kann ihn das nicht ausplaudern lassen. Vor allem, was genau würde Derek sagen wollen? Stiles hatte entsetzliche Schmerzen, kümmert euch mal darum. Würden die anderen ihn überhaupt für ernst nehmen?

Das Rudeltreffen ist in der großen Pause, also hat Stiles noch ein paar Stunden um sich zu überlegen wie er einem ausgewachsenen, muskulösen, angsteinflößenden Werwolf den Mund verbieten soll.

In der Schule selbst trifft Stiles kurz Scott der ihm sagt, dass sie sich später wieder in Coachs Büro treffen, weil dieser eh immer auf dem Sportplatz ist in den Pausen um seine Schüler übers Feld zu jagen.

Danach sieht Stiles ihn erst einmal nicht mehr, dafür aber Lydia. Das ist auch so eine Sache. Er hat keiner leih Interesse mehr an ihr. Klar, er ist ihr Freund, sie haben schon viel durch gemacht, aber er ist nicht mehr in sie verliebt. Wenn er ehrlich zu sich ist, ist er das schon länger nicht mehr, er ist ihr aus Gewohnheit noch hinterher gelaufen und weil er vielleicht auch wissen wollte wie es sich anfühlt geliebt zu werden und in einer Beziehung zu sein mit allem drum und dran. Eigentlich traurig, wenn man genauer drüber nachdenkt.

Lydia scheint es aber nicht weiter zu stören, dass Stiles ihr nicht mehr hinterherläuft. Sie wollte so oder so nie etwas von ihm und ist deswegen wahrscheinlich erleichtert, dass er es jetzt endlich sein lässt.

Die Unterrichtsstunden vergehen wie im Flug was Stiles aber immer nervöser werden lässt. Er hat mittlerweile keine Fingernägel mehr, die er abkauen kann!

Und dann ist es soweit. Das Rudeltreffen. Und Stiles weiß immer noch nicht wie er Derek abhalten soll alles zu verraten. Das nennt man dann wohl eine Zeitverschwendung, wenn man die ganze Zeit überlegt, was man gegen jemanden ausrichten kann, gegen den man nichts ausrichten kann!

Als Stiles den Raum von dem Coach betritt, sind Scott und Malia bereits in diesem. Malia wirkt gereizt durch das Geräusch der Tür, die Stiles sowohl öffnet, als auch schließt. Natürlich ist sie gereizt, heute Nacht ist Vollmond. Ausgerechnet an einem Freitag. Danach wird Malia das Wochenende brauchen.

,,Beruhige dich“, redet Scott auf die Braunhaarige ein, deren Augen bereits Bedrohlich glühen, obwohl Stiles kaum etwas getan hat. Irgendwie wird ihm unwohl in diesem recht kleinen Raum mit einem Kojote eingesperrt zu sein der sich nicht kontrollieren kann.

Das Glühen der Augen verschwindet, nachdem Scott nach Malias Armgelenk greift und sie sich fortan nur noch auf den Alpha kontrolliert. Sie atmet tief durch, so wie Scott es ihr gerade auch vor macht. Es ist interessant zu beobachten, dass Scott scheinbar ihr Ruhepol ist. Ob die beiden wissen, was das zu bedeuten hat? Immerhin war Allison Scotts Ruhepol... Aber Stiles schweift ab.

Als nächstes kommt Lydia, gefolgt von Derek und Kira. Dann sind sie also vollständig. Isaac ist nach Allisons tot gegangen um den Nogitsune versteckt zu halten der sich mit Hilfe einer Fliege repräsentiert. Ob er danach wieder kommt weiß keiner, auch wenn Scott es inständig hofft. Isaac ist ein Teil des Rudels und das wird er auch immer bleiben. Sogar Stiles würde sich freuen, wenn er wieder zurück kommt obwohl sie beide nie wirklich warm miteinander wurden.

,,Also. Derek danke, dass du gekommen bist“, eröffnet Scott das Gespräch wie immer. ,,Zuletzt haben wir uns vor zwei Wochen hier getroffen. Ist es weiterhin ruhig in Beacon Hills oder ist jemanden etwas aufgefallen?“

Lydia meldet sich daraufhin als erstes zu Wort, weil Scott sie auch als erstes ansieht:,,Ich habe bis jetzt noch nichts gehört oder gespürt“, gesteht sie. Als nächstes schaut Scott Derek an.

,,Es kamen ab und an ein paar Werwölfe nach Beacon Hills, oder besser gesagt sie haben es versucht“, gesteht er mit verschränkten Armen. Sein Blick trifft dabei Stiles, den er in Grund und Boden starrt. Stiles versucht seinen Blicken auszuweichen, kann sie aber ständig auf sich spüren.

,,Wieso hast du das nie gesagt?“, empört sich Scott.

,,Sie hatten dich gesucht und ich habe sie daran gehindert. Wollten in dein Rudel aber glaub mir, ich kenne die ganzen Typen. Die würden nicht eine Sekunde zögern dich zu töten um dann der Alpha zu werden.“

,,Also hast du sie verjagt?“, fragt Malia.

,,Wenn du es so nennen willst“, sagt Derek und jeder weiß, dass er sie wahrscheinlich nicht nett darum gebeten hat die Stadt wieder zu verlassen.

,,Also... unterm Strich ist es immer noch ruhig?“, fasst Lydia zusammen und kann es wohl selber kaum fassen. Scott wirkt auch unsicher. Es ist immer etwas in Beacon Hills gewesen. Die Ruhe ist beinahe erdrückend. Es ist wie die Ruhe vor dem Sturm. Man weiß, dass wieder etwas passieren wird, aber man weiß nicht wann, weshalb, wieso und durch wen. Es ist so, als könnte man die Gefahr bereits schmecken und kann es doch nicht aufhalten. Ein schreckliches Gefühl.

,,Hast du vielleicht noch Tipps auf lager für heute Nacht außer diese Kräuter die übrigens gar nicht helfen“, fragt Malia leicht gereizt an Derek gewandt. So aufgekratzt hat Stiles nicht einmal Scott gesehen an seinem schlimmsten Vollmond. Zumindest nicht Tagsüber, wo der Mond noch lange nicht zu sehen ist.

,,Du solltest versuchen dich zu entspannen. Wenn du bereits jetzt schon so angespannt bist wird es nur schlimmer. Halte dir vor Augen wer du bist und lass dich nicht davon kontrollieren.“

,,Nicht davon kontrollieren lassen, wow. Danke für den Tipp“, motzt Malia und wendet sich bereits ab.

,,Damit meine ich nicht die Verwandlung. Als du dich schon einmal verwandelt hast hast du Menschen verletzt, die dir wichtig waren und jetzt sind diese Personen nicht mehr da. Du lässt dich von deiner Angst kontrollieren, wieder jemanden zu verletzten.“ Derek sagt es mit einer gewohnt kühlen Art, auch wenn er es nicht so sagen will. Was Malia passiert ist will keiner erleben und auch Derek hat seine Familie verloren. Er kann am meisten von allen verstehen, wie es ihr geht. Malia schaut ihren Cousin noch eine Weile grimmig an bis sie es dann irgendwann nicht mehr tut. Ob sie eine Einsicht erlangt hat weiß Stiles nicht, aber sie verschwindet aus dem Raum. ,,Bleib heute bei ihr“, rät Derek auch noch Scott, woraufhin dieser der Frau hinterher rennt, die bereits über alle Berge zu sein scheint.

Stiles kann gar nicht so schnell reagieren, als auch Lydia plötzlich meint, dass sie dann auch mal gehen wird, weil ihre Zeit zu kostbar wäre oder irgendwie sowas. Kira verschwindet mit ihr. Stiles schaut dem erdbeerblonden Mädchen noch kurz hinterher und wird sich dann erst der Situation bewusst. Er ist noch immer hier, in Coachs Büro. Mit Derek! Kaum, dass Stiles diesen Gedanken gefasst hat schaut er Derek an, der ebenfalls Stiles ansieht. Und dann trifft Stiles die nächste Erkenntnis. Derek hat ihn nicht verraten. Nicht mit einem Wort hat er irgendetwas angedeutet.

Erleichterung macht sich bei Stiles breit. Vielleicht kann Derek ja doch mal seinen Mund halten wenn es um so etwas geht. Wobei, wenn einer nie mit den Worten raus rückt, dann ja wohl Derek Hale.

Stiles stößt sich von dem Tisch ab, an den er sich dran gelehnt hat und will ohne irgendein Wort zu sagen ebenfalls verschwinden, aber so viel Glück hat er dann heute doch wiederum nicht. Die gerade geöffnete Tür wird von einer sehr starken Hand zu gedrückt so das Stiles weiß, dass Derek direkt hinter ihm steht, nur wenige Zentimeter von ihm selbst entfernt.

,,Wir sollten mal reden“, sagt Derek und entfernt langsam wieder seine Hand von der Tür. Will er damit sagen, dass Stiles noch die Möglichkeit hat zu gehen? Wie dem auch sei, Stiles dreht sich zu dem Schwarzhaarigen um und lehnt sich dabei gegen die Tür. Derek ist ihm tatsächlich ziemlich nahe, aber nicht zu nah.

,,Worüber willst du reden?“, fragt Stiles scheinheilig, als wüsste er von nichts.

,,Vielleicht über das, was gestern passiert ist als ist dich angefasst habe?“ Derek lässt auch wirklich nichts anbrennen, oder? Ergeben seufzend lässt Stiles demonstrativ seine Arme sinken und legt seinen Kopf in den Nacken, wodurch er mit seinem Kopf gegen die Tür kommt.

,,Was willst du jetzt von mir hören?“, fragt Stiles nun gereizt und gestikuliert wild mit seinen Armen umher.

,,Was sind das für Schmerzen?“

,,Was das für Schmerzen sind? Das wüsste ich auch gerne Derek. Leider hat es noch nie jemand überlebt, wenn er mal besessen war, oder kennst du jemanden?“

Stiles wird immer wütender, auch wenn er das gar nicht sein möchte. Er war schon immer irgendwie gereizt, aber so sehr wie in letzter Zeit nicht.

,,Was sind das für Schmerzen?“, möchte Derek weiter wissen. Seine Stimme hat sich nicht verändert. Er strahlt gerade eine solch starke Ruhe aus, dass es schon beinahe auf Stiles übergeht. Der Teenager holt tief Luft. Er will damit alleine fertig werden, ja, aber darüber reden ist ja nicht schlimm, oder? Immerhin hat Stiles auch schon mit Deaton drüber gesprochen der ihm gesagt hat, dass man wahrscheinlich nichts dagegen tun kann. Deshalb will Stiles es nicht nur alleine schaffen, er MUSS es sogar. Wenn selbst Deaton sagt, dass ihm keiner helfen kann, wie will Derek ihm dann helfen? Außerdem ist es ja auch nichts so schlimmes. Zumindest noch nicht. Also ja, wieso nicht. Soll Derek ruhig wissen, dass er Stiles nicht helfen kann und deswegen kein Drama daraus gemacht werden sollte.

,,Ich kann es nicht ganz sagen. Die Schmerzen fühlen sich an, als wären sie in meinem ganzen Körper. Aber sie sind auszuhalten“, stellt Stiles klar. Derek besieht den Braunhaarigen jetzt etwas misstrauisch, als wüsste er, dass Stiles noch etwas hinterher setzen möchte. ,,Mir ist auch ständig kalt aber... alles halb so wild! Ich war schon bei Deaton und der hat mir klar gesagt, dass man da nichts machen kann also mach daraus keine große Sache. Scott hat genug zu tun mit Malia und außerdem komme ich gut damit klar“, ist Stiles Schlusswort. Derek hat sich alles in Ruhe angehört, sagt aber nichts mehr. Es ist so, als würde er nachdenken wollen, was er als nächstes sagt weil er Angst hat, etwas falsches zu sagen. Dabei hat Derek vor nichts Angst.

,,Wie schlimm ist es?“, will der Werwolf wissen. Er fragt es mit einer sanften Stimme und wenn Stiles sich nicht täuscht schwingt sogar etwas Mitleid in seiner Stimme mit. Seit wann kann der grimmige Werwolf so etwas wie Mitleid empfinden?

Stiles will nach Hause. Er weiß nicht wieso, aber er fühlt sich in Dereks Nähe plötzlich so... unwohl trifft es nicht ganz aber er will einfach nur gehen. Deswegen nutzt Stiles einfach die Gelegenheit und geht einfach raus. Dabei ruft er Derek noch hinterher, dass es auszuhalten ist. Dann ertönt die Schulglocke und die ganzen Schüler stürmen wieder ins Gebäude. Selbst wenn Derek ihm also hinterher gelaufen sein sollte, wird er ihn jetzt aus den Augen verloren haben. Ohne sich im Sekretariat abgemeldet zu haben fährt Stiles nach Hause.
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