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Neun Jahre

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18
Futakuchi Kenji OC (Own Character)
07.09.2020
23.11.2020
17
36.679
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12.10.2020 2.186
 
Unangenehm?!



Nachdenklich blickte ich Futakuchi hinterher, wie er den Gang entlang lief, durch das Wohnhaus in dem ich wohnte, ehe ich leise die Wohnungstüre schloß. Seufzend ging ich zurück in mein Zimmer, nahm das Notizbuch vom Bodentisch, mein Blick fiel auf die leere Seite, Aizawas Telefonnummer und seine Nachricht an mich hatte es offenbar durchgedrückt. Genervt und wütend riss ich nun auch diese Seite aus dem Buch und entsorgte sie sofort, mit einem wütenden Schnauben, im Mülleimer. Genervt fiel ich aufs Bett und starrte die Decke an, dachte über Kenjis seltsames Verhalten nach, nachdem ich vom Telefonat zurück kam. Verbissen saß er am Tisch, sagte zu allem 'Ja', egal wie sehr ich ihn versuchte aus der Reserve zu locken, im Normalfall fuhr er innerhalb weniger Sätze aus seiner Haut, gab provokante Antworten, konterte erbarmungslos verbal zurück. Aber heute, kam nichts, als war er mit seinen Gedanken sonst wo, nur nicht hier. Stirnrunzelnd fragte ich mich was wohl der Grund für sein Verhalten war, am plausibelsten war, dass er wegen irgendwas, was den Volleyballclub betraf, so drauf war, viel anderes hatte er meist nicht im Kopf. In letzter Zeit machte ich mir viel zu viele Gedanken um den Wingspiker, seit dem ich die letzten Wochenenden so oft und lange mit ihm zusammen war. Etwas hatte sich geändert zwischen Kenji und mir, etwas Grundlegendes, jedoch war mir bisher nicht bewusst was genau sich geändert hatte. Leise Geräusche ließen mich aufhorchen, ein Lächeln legte sich auf meine Lippen als ich aufstand und leise in die Wohnung ging. Die wenigen Stunden die ich heute noch mit meiner Mutter hatte, wollte ich genießen, bevor sie wieder zur Nachtschicht musste, somit verdrängte ich jegliche Gedanken an Kenji, in den hintersten Winkel meines Kopfes.



Das war bereits der vierte Samstag an dem ich dem Braunhaarigen Nachhilfe gab, seine Laune war mehr als im Keller seit unsere Volleyballmannschaft beim Oberschultunier gegen Karasuno rausgeflogen war. Noch nie hatte ich etwas von dieser Schule gehört, aber offenbar war sie gar nicht mal so schlecht wenn sie gegen unser Team gewann. Seufzend beugte ich mich über meine Aufgaben, meine Schicht ging noch eine Stunde und es war nichts los. Also hatte ich mich an einen der hinteren Tische verkrochen und lernte dort für die Schule. Seit dem Vorfall vor vier Wochen mit Aizawa hatte ich mir das angewöhnt, von dort aus hatte ich einen guten Blick durch den gesamten Laden, sah wenn der Koch auf mich zu kam. So etwas wie an dem vergangenen Samstag wollte ich nicht nochmal erleben, eine Bewegung an der Tür ließ mich aufschauen. Futakuchi kam herein geschlendert, blickte sich kurz um, ehe er auf mich zu schritt, seine Lippen waren fast unmerklich zu einem Lächeln verzogen. Ein dumpfes Geräusch entstand als er sich auf den Stuhl fallen ließ, ein Seufzen entwich ihm.

"Was ist los, Futakuchi?" Aufmerksam musterte ich sein angespanntes Gesicht. "Die haben mich doch tatsächlich zum Kapitän gemacht…" Theatralisch fiel sein Kopf auf den Tisch, blieb einfach dort liegen. "Ist das nicht gut?" Ich hatte wirklich keine Ahnung von Volleyball, geschweige denn davon, was man als Kapitän zu tun hatte. Langsam blickten seine graubraunen Iriden zu mir, während sich seine rechte Augenbraue hob, genauso wie sein Torso. "Ist das dein Ernst? Das ist einfach nur furchtbar stressig, noch mehr Aufgaben die ich zu erledigen habe. Vom neuen Setter, der gar nichts drauf hat, außer gross zu sein, macht mehr Fehler als alles andere, das ist so nervig. Der fängt dauernd an zu heulen, wenn man ihm sagt dass er was falsch macht, das ist äußerst lästig und hält dauernd das Training auf. So wird das nie was… Hätten die nicht wen anderes zum Kapitän wählen können?" Mit einem schweren Aufseufzen beendete der neue Volleyballkapitän die Beschwerde und legte seinen Kopf resigniert auf dem Unterarm ab. "Mhh…aber wenn dich deine Teamkameraden zum Kapitän gewählt haben, dann glauben die doch auch das du das gut kannst, oder? Und der neue Setter kann ja wohl nicht schlimmer sein als du und Aone, Moniwa hat euch doch immer die Problemkinder genannt, oder? Dann kommst du bestimmt auch mit dem Zuspieler zurecht." Blind schob ich die rechte Hand in meine Tasche, wühlte darin herum, bis ich das Rascheln vernahm und die rechteckige Plastikverpackung spürte, langsam zog ich diese zwischen meinen Unterlagen hervor. Während ein Murren Kenjis einzige Antwort war, schob ich gemächlich die Tüte zu dem Braunhaarigen herüber, der resigniert ein Auge öffnete. "Huh?!" Aus dem Augenwinkel nahm ich wahr wie weitere Gäste den Laden betraten, zwei Mädchen in meinem Alter und ein junger Mann, der sich an den Tisch neben dem Wingspiker und mich setzte. "Vielleicht muntern die dich auf, habe sie geschenkt bekommen und naja, du liebst Sour Drops doch." Während ich noch sprach, stand ich bereits auf und machte mich an die Arbeit, schließlich ging meine Schicht noch Fünfzig Minuten.

Während ich hinter dem Tresen sauber machte, saß Aizawa bei dem jungen Mann am Tisch, unterhielt sich angeregt mit ihm. Futakuchi schielte immer wieder mehr oder weniger unauffällig zu den beiden herüber, offenbar schien das Gespräch zwischen den jungen Männern äußerst interessant zu sein. Meine Ablösung erschien pünktlich, wie immer war meine Kollegin, eine Frau mittleren Alters, etwas zu früh dran. Aber mich störte das am wenigsten, während ich mit ihr überprüfte ob die Kasse stimmte, räumte Kenji bereits meine Sachen zusammen. Mittlerweile hatte ich mich daran gewöhnt, daß er das tat, genauso das er mich jeden Samstag nach seinem Volleyballtraining hier abholte, wenn wir Nachhilfe hatten. Nach der Kassenübergabe lief ich zum Volleyballkapitän zurück, der mich nachdenklich musterte. "Bist du soweit? Können wir los?" Entgegnete er und hielt mir meine Tasche hin, ich nahm sie lächelnd entgegen und legte sie mir um. Aizawas Blick spürte ich in meinem Rücken, als ich mich zum Gehen umgewandt hatte grinsten mich seine Lippen dreckig an. "Denk dran, mich anzurufen. Wir sehen uns nächste Woche." Das Zwinkern seines Auges widerte mich genauso an wie seine Abschiedsworte. Mehr als ein genervtes Schnauben war er mir nicht Wert, somit lief ich einfach los, ohne mich umzublicken, ob Futakuchi mir folgte oder nicht.

Schweigend liefen der Wingspiker und ich die Straßen entlang, dieser schien seinen Gedanken nachzuhängen. Auf der Hälfte des Weges, zu Futakuchi kam trotz des Sommers ein heftiger Wind auf, der einen massiven Sommerregen mitbrachte. "Verdammt, das hatten die doch erst gegen Abend gemeldet. Komm beeil dich!" Kenjis Hand umschloss meine, zog mich mit sich, sprintete mit mir durch die Straßen, in einem viel zu schnellen Tempo. Nur noch wenige hundert Meter waren es bis zu ihm, da holte uns der Platzregen ein. Völlig durchnässt und nach Atem ringend, kamen wir vor seiner Haustür zum stehen. Mir brannte die Lunge, genauso meine Muskeln in den Beinen, ich war absolut unsportlich wie ich feststellte. "Für nen Bücherwurm hast du echt gut durchgehalten." Ich keuchte ihm zur Antwort lediglich entgegen, zum Sprechen fehlte mir der Atem. Der Braunhaarige schloss hastig die Tür auf zog mich mit hinein, ehe er sie mit einem leisen Klicken schloß. "Geht's wieder?" Seine Augen betrachteten mich prüfend, ich nickte ihm entgegen, während sich meine Atmung langsam beruhigte. "Ja, es geht so langsam wieder, ich bin das einfach nicht gewohnt." Kurz lachte der Volleyballkapitän auf, ehe er mir mit ironischer Stimme antwortete. "Das habe ich gemerkt, alleine wäre ich trocken zu Hause angekommen." Skeptisch blickten meine Iriden zu ihm hoch, während ich mir eine nasse Haarsträhne aus dem Gesicht schob. "Sorry, das du Nachhilfe brauchst und jetzt wegen mir nass geworden bist." Schnippisch kamen die Worte aus meinem Mund, während ich anfing zu zittern und die Tasche auszog die mit einem feuchten Klatschen auf dem Boden aufkam. "Tsk…komm mit du bist klitschnass und zitterst, du gehst dich erstmal unter Dusche aufwärmen, ich werf deine nassen Klamotten in den Trockner." Seine Tasche landete bei meiner auf dem Boden, genauso flogen dessen nasse Schuhe in die Ecke. "Aber… Ich hab keine Wechselklamotten dabei und…" Energisch stapfte der Braunhaarige bereits die Treppe nach oben, schaute auf mich herab, blaffte mich an und fiel mir ins Wort. "Na und?! Ziehst halt was von mir an, bringt dich schon nicht um, ausserdem hab ich keine Lust schuld zu sein wenn du krank wirst. Komm jetzt endlich du holst dir sonst den Tod." Sofort stapfte er weiter lautstark die Treppe hinauf, seufzend zog ich mir die Schuhe aus, er hatte ja eigentlich recht, aber ich hasste es wenn Kenji recht hatte.

Seufzend lief ich ihm hinterher, fand Futakuchi vor seinem Schrank stehend, in dem er herum wühlte. Immer wieder zog dieser was hervor, warf es zurück, schnalzte mehrfach abschätzig mit der Zunge. Mit einem Bündel Klamotten in der Hand warf er die Schranktür zu, lief hastig zur Türe die zu seinem eigenen kleinen Badezimmer führte. "Warte du brauchst noch ein frisches Handtuch und nicht wundern, da drin herrscht Chaos, ich hatte es eilig heute Morgen." Zitternd nickte ich ihm entgegen als er auf den Gang hinauslief, wenige Augenblicke später stand er mit einem grossen und einem kleineren flauschigen Handtuch vor mir, drückte es mir samt dem Klamottenbündel in die Hand. "Danke, aber du solltest dich auch aufwärmen." Unsicher lief ich in das kleine Bad, als seine Stimme zu mir drang. "Ja mach ich auch, ich geh einfach schnell im Bad meiner Eltern duschen, bis gleich." mit dem Zuschlagen seiner Zimmertür war er verschwunden.

So stand ich da nun und betrachtete das vorherrschende Chaos in dem kleinen Raum, der komplett nach Kenji roch. Zahnbürste und die Zahnpastatube lagen im Waschbecken, auf dem Boden war schmutzige Kleidung verteilt. Mit einem Aufseufzen schob ich die Klamotten auf einen Haufen, legte das Zahnputzzeug auf den Waschbeckenrand, ehe ich mich auszog und unter dem heißen Wasser aufwärmte. Ich wollte so schnell wie möglich hier, aus dem nach Futakuchi duftenden Raum raus, da dieser mir nur allzu deutlich bewusst machte wie gut der Volleyballer eigentlich roch. Ein neuer Rekord, das musste es sein, so schnell wie ich wieder aus der Dusche trat und mich abtrocknete, bevor ich mir die von Keiji geliehenen Kleider über warf. Das schwarze T-Shirt war viel zu gross, es reichte bis zu den Knien, seufzend stopfte ich es in die türkisfarbenen Trainingsshorts, schnürte diese zu, da auch diese viel zu gross war. Seufzend stand ich vor dem beschlagenen Spiegel, betrachtete das verzerrte Ebenbild in dem ich meine geröteten Wangen erkannte. Anklagend lag meine nasse Unterwäsche auf den restlichen Klamotten, das war mir äusserst peinlich, ohne Unterwäsche neben Futakuchi sitzen zu müssen. Zaghaftes Klopfen ließ mich zusammen fahren, zitternd öffnete meine Hand wie von selbst die Türe. Fragend schaute ich den Volleyballkapitän an, der davor stand, welcher mich musterte. Nervosität stieg in mir auf, ohne zu wissen wie ich darauf reagieren sollte, auf diese absurde Situation. Es dauerte einige Augenblicke bis ich wahrnahm das Futakuchi lediglich in Shorts vor mir stand, einige Wassertropfen fielen aus seinen feuchten Haaren, rannen seinen Oberkörper hinab bevor diese im Hosenbund verschwanden. Durfte ich meinen Gegenüber so unverholen anstarren? Die Bauchmuskeln zählen, während Wasserperlen darüber flossen? Was dachte ich denn da für Zeug? Das musste aufhören! Kopfschüttelnd fand ich meine Stimme wieder. "Ist der für mich?" Zeigte auf den Haartrockner, den seine Finger umklammert hielten. Irritiert blinzelte er mir entgegen bevor dieser schnell den Kopf schüttelte, mir mit leiser Stimme antwortete. "Nein… Ähm…Ja, ich dachte du willst dir bestimmt die Haare trocknen, bevor wir anfangen… Mit der Nachhilfe mein ich. Also, ich warte unten auf dich." Hastig drückte Futakuchi mir den silberfarbenen Haartrockner in die Hand, schnappte sich meine nassen Sachen und verschwand schnellen Schrittes aus dem Zimmer. Zitternd steckte ich den Föhn ein und verdrängte den Gedanken daran das Kenji gerade mit meiner Unterwäsche verschwunden war. Knallrot starrte mir mein Gesicht aus dem Spiegel entgegen, ich hoffte sehnlichst das der Nachmittag schnell vorrüber war, diese unendliche Peinlichkeit endlich ein Ende fand.

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Hallo meine Lieben,

Schon wieder Montag?! Wo rennt nur die Zeit hin. Kann es gar nicht glauben dass eine weitere Woche rum ist! Um euch den Wochenstart zu versüßen gabs ein neues Kapitel, hoffe es hat euch gefallen.

Ein riesiges Dankeschön ❤️❤️❤️ für die neu dazugekommen zahlreichen Favoriten-Einträgen. Das überrascht much jede Woche aufs neue und freue mich über jedes einzelne riesig! ❤️❤️❤️ So etwas motiviert mich total!!! :-*
Ebenso ein grosses Dankeschön an alle die immer noch mit dabei sind! ❤️❤️❤️

Weiterhin gilt, ich freue mich ebenso über Reviews mit konstruktiver Kritik, Lob und anderen Anmerkungen, egal ob diese öffentlich oder per PN bei mir ankommen. Also haut auf die Tastatur wenn ihr mögt. XD
Danke für die ganze Reviews, die vorallem per Privatnachricht eingehen. Auch ein Danke an die beiden Reviewerinnen, Caro1000 und Carly88, die regelmässig reviewen. ❤️
Ebenso freue ich mich auch über weitere Empfehlungen und Favoriten. ❤️

Dann wünsche ich euch nun einen entspannten Restmontag und einen guten Start in die neue Woche!

Liebe Grüsse
Yuki ❤️
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