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Neun Jahre

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18
Futakuchi Kenji OC (Own Character)
07.09.2020
23.11.2020
17
36.679
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04.10.2020 1.915
 
Abgemacht?!


Bereits einen unfreundlichen Spruch auf den Lippen blickte ich mich zu der am Boden sitzenden Gestalt um, die so eben mit voller Wucht in mich hinein gelaufen war. Die Worte blieben mir im Hals stecken als ich Iwashita erkannte, welche sich die Nase hielt, blass einfach sitzen blieb und schmerzhaft aufstöhnte. Sie rannte mir äusserst heftig gegen die Schulter, ich blinzelte sie an während ihr Mund mit nasaler Stimme "E… Entschuldigung…." stammelte. Schicksal…hallte es durch meine Gedanken, gerade als ich an meine Mitschülerin dachte rannte sie in mich hinein. Verwundert starrte ich das Mädchen, welches vor mir auf dem Boden saß an, sie sollte doch eigentlich noch arbeiten oder hatte ich sie falsch verstanden? Kopfschüttelnd ging ich in die Hocke und sprach die Schwarzhaarige an. "Alles in Ordnung, Keiko? Du warst so schnell ich hab dich gar nicht kommen sehen." Genau so, hatten wir uns vor etlichen Jahren kennen gelernt, auch da rannte sie in mich hinein, als ich mit Aone von der Grundschule nach Hause lief. Damals waren wir gerade in der vierten Klasse, auch zu dieser Zeit war sie in unserer Paralellklasse. Kurz stieg Panik in mir auf, als mir der Grund für das Ereignis zu jener Zeit, in den Sinn kam, hastig schaute ich mich um. Jedoch sah ich nichts verdächtiges, somit konzentrierte sich meine Aufmerksamkeit wieder auf Keiko, welche langsam die Augen öffnete und mir verwirrt entgegen blinzelte.

"Kenji?!? Bin ich in dich reingerannt? Tut mir Leid, war keine Absicht." Behutsam nahm sie ihre Hand vom Gesicht und legte sie in meine Hand, welche ich ihr entgegen streckte und ihr aufhalf. Ein kleines Rinnsal Blut lief aus ihrer Nase, mit flinken Fingern meiner freien Hand, kramte ich in meiner  Sporttasche nach einem Taschentuch, hielt es ihr entgegen. "Keiko, du blutest aus der Nase." Ihre Iriden blickten irritiert auf unsere Hände, da ich ihre immer noch in meiner hielt. Als hätte ich mich verbrannt, ließ ich eilig los, drückte ihr das weisse Papiertuch in die Finger. Verlegen verfrachtete ich meine Hände in die Hosentaschen, die Haut mit der ich ihre Finger berührt hatte, kribbelte unentwegt, rasch machte ich eine Faust um dieses seltsame Kribbeln loszuwerden. "Los mach schon oder willst du alles vollbluten?" genervt blaffte ich ihr die Worte entgegen, immer noch verwirrt von dem seltsamen Gefühl das sie in meinen Fingerspitzen ausgelöst hatte. Mit fahrigen Bewegungen drückte sie sich das Taschentuch auf die Nase blickte mich nachdenklich an. "Was ist denn mit dir los, Futakuchi? Du bist ja verdammt gut gelaunt, das eben war doch nicht mit Absicht." mit einem ähnlich genervten Tonfall antwortete mir die Schwarzhaarige, schaute mich irritiert an, als versuchte sie zu ergründen weshalb meine Reaktion so barsch ausfiel. Diese ganze Situation machte mich nervös, äusserst nervös, um ehrlich zu sein, jedoch wusste ich nicht weshalb das so war. "Tsk…nichts ist mit mir, bin einfach schlecht drauf, hast du ein Problem damit? Komm mit, ich bring dich nach Hause, ich wollte sowieso noch was mit dir besprechen, so kann ich mir den Weg später sparen."

Der Weg zu Keiko verlief extrem ruhig, sie strafte mich mit eisernem Schweigen und Ignoranz. Ich hasste es wenn sie das tat, dann hatte ich es zu weit getrieben, wenn sie mir nicht mal pampig Antwort gab. Seufzend ließ ich mich auf ihr Bett fallen, blickte mich Gedankenverloren in ihrem winzigen Zimmer um, es gab wirklich nicht viel in diesem Raum, nur das nötigste. Es sah noch genau so aus wie damals, als die Winterferien begannen, das Einzige was sich verändert hatte war ihr Laptop, dieser war nicht mehr das alte abgenutzte, langsame Teil von damals, sondern das Neuste vom Neusten. Darauf hatte meine Schulkameradin ewig hin gespart, genauso wie auf das Smartphone das sie hatte. Diese beiden Dinge waren das einzige Moderne hier, nicht mal einen Fernseher besaß sie. Offenbar hatte ich Glück, ich musste nur den Mund aufmachen, meinen Eltern sagen ich brauchte einen neuen Fernseher oder einen Laptop und zack, war ich am nächsten Tag mit meinem Vater im nächsten Multimediastore um neue Gerätschaften zu kaufen. Abfällig schnalzte ich mit der Zunge, meine Freundin hatte wirklich nichts interessantes hier drin, die einzigen Bücher die vorhanden waren, waren Schulbücher, kein einziger Manga oder sonst etwas, was auch nur Ansatzweise etwas Spaß versprach. Erschrocken zuckte ich zusammen als eine Wasserflasche auf mich zu geflogen kam, jedoch war auf meine Reaktion verlaß, routiniert landete die Flasche in meiner Hand. Überheblich grinsend schaute ich zur Schwarzhaarigen die sich gerade auf dem Boden an ihrem niedrigen Tisch niederließ. "Was wolltest du mit mir besprechen, Futakuchi?" ihr Nasenbluten hatte bereits auf dem Weg hierher aufgehört, langsam rutsche ich vom Bett und gesellte mich zu meiner Freundin. Eigentlich machte es mir nichts aus mit meinen Mitmenschen von oben herab zu sprechen, aber bei Keiko fühlte es sich einfach falsch an.

Irgendwie stieg Nervosität in mir auf, wenn mich die grauen Augen meines Gegenübers musterten, aus Verlegenheit nahm ich erstmal einen großen Schluck des Wassers. "Iwashita… Also es geht um die Nachhilfe, ich kann dein Angebot doch nicht annehmen…" barsch schnaubte sie auf, schnitt mir somit das Wort ab. "Was soll das? Wie kommst du jetzt da drauf? Damit wir immer wieder dasselbe Theater haben, wenn Klausuren anstehen?" belustigt musterte sie mich, während mein Hirn fieberhaft nach einer Ausrede suchte, welche die Schwarzhaarige auch anstandslos schluckte. Die Stille welche herrschte breitete sich zwischen uns aus, während mir nichts passables einfiel. "Du brauchst dir keine Lüge ausdenken, ich weiss bescheid-" irritiert starrte ich sie an, was wusste sie? Das Takanobu und ich das gestrige Gespräch mitbekommen haben? "-Aone hat mich gestern bereits angerufen, wollte ebenfalls die Nachhilfe bei mir absagen. Das habe ich ihm natürlich sofort ausgeredet, da hat er mir die Wahrheit gesagt, das ihr zufällig das Gespräch mit meiner Lehrerin mitbekommen habt. Du weisst so gut wie ich, das Aone nicht lügen kann, somit war das kein Problem, den Umstand herauszufinden. Ich will gar nicht abstreiten, das ich unter anderem durch die intensive Nachhilfe mit dir, um einiges weniger Zeit hatte, mich auf meine Sachen zu konzentrieren. Aber das war mir bewusst, als ich dir zugesagt habe, dass dies höchstwahrscheinlich passieren würde. Also mach dir deswegen keine Gedanken, ich habe meinen Wochenplan bereits dementsprechend angepasst, das ich genug Zeit für meinen eigenen Kram habe." ungläubig blinzelte ich der Grauäugigen entgegen, vor allem der Umstand das Aone telefonierte brachte mich aus dem Konzept. Wenn mein bester Freund mal sein Handy benutzte, dann um in aller Regel, Textnachrichten zu schicken und nicht um zu telefonieren. "Also…Ähm… Damit hast du mich jetzt überrascht, das Bild von einem telefonierenden Aone, krieg ich nicht zusammen…tut mir leid." skeptisch stellte ich mein Wasser auf den Tisch ab, die Tatsache das die Schwarzhaarige bereits eine Lösung für ihr Zeitproblem gefunden hatte, überraschte mich nicht. Aber dennoch übermannte mich eine Art schlechtes Gewissen, weil sie zugab dass es an meiner Nachhilfe lag, ihre schlechten Ergebnisse. "Nein… Ja… Also wegen der Nachhilfe… Ich möchte nicht dass du wegen mir alles umschmeißt, verstehst du?" seit wann war ich so unsicher? Seit wann stotterte ich? Wieso war ich in der letzten Zeit immer so angespannt in ihrer Nähe? Gehetzt wich ich ihrem Blick aus, schaute stattdessen aus dem Fenster, irgendwas hatte sich zwischen uns verändert, nur definieren konnte ich es noch nicht.

"Also, wie wollen wir es machen?" ruhig drang ihre Stimme zu mir, langsam blickte ich zu ihr, sah zu wie sie das Notizbuch aus der Tasche kramte und es aufgeschlagen auf den Tisch zwischen uns legte. "Also wenn es ginge würde ich gerne Samstag, nach dem Training, Nachhilfe nehmen. Unter der Woche, krieg ich abends nichts mehr in den Schädel, nach dem Training-" verwirrt sah ich zu ihr, als sie in ein lautes Lachen verfiel, das brachte mich fast zur Weißglut. Sie wusste genau, wie unangenehm es mir war, äußerst gereizt blaffte ich ihr entgegen. "Was soll das, Iwashita? Was ist daran so witzig? Wir können es auch gerne sein lassen!" Nein, konnten wir nicht, aber das brauchte ich nicht zu betonen, dass wusste das Mädchen, welches sich gerade kaputt lachte, selbst zu gut. Es dauerte einige Augenblicke bis sich die Schwarzhaarige endlich beruhigte, sich mit feuchten Augen und einem Lächeln auf den Lippen, endlich erklärte. "Entschuldige, Futakuchi, aber genau das habe ich erwartet, das du Samstags Nachhilfe willst, du bist so durchschaubar. Hier schau…" langsam schob sie das aufgeschlagene Notizbuch herüber, interessiert blickte ich auf den Wochenplan der darin notiert war. Tatsache, fein säuberlich hatte sie meinen Namen Samstags darin eingetragen, offenbar kannte mich Keiko zu gut. Mehr als ein zustimmendes Knurren brachte ich nicht zustande, als meine Freundin vom Boden aufsprang und zum klingelnden Festnetz-Telefon hastete.

Neugierig blätterte ich durch das Notizbuch, während ich wartete, entdeckte Zusammenfassungen, zu verschiedenen Themen, aus den unterschiedlichen Schulfächern. Meine Iriden blieben an einer leeren Seite hängen, die Seite davor wurde offenbar unsauber und hastig herausgerissen. Ich legte den Kopf leicht schief, sah dass das, was auf der vorherigen Seite geschrieben wurde, durchgedrückt war. Die feinen Linien erkannte man im Papier wenn man ganz genau hinsah, in krakeligen Zahlen stand da eine Handynummer, das was darunter stand musste ich zweimal lesen, da ich dachte ich hätte mich verlesen. 'Ruf mich an, damit wir beide etwas Spaß haben können.' Ich fragte mich was das zu bedeuten hatte, wer so etwas in das Notizbuch meiner Freundin schrieb. Vorstellen das sich die Schwarzhaarige auf so etwas einließ, konnte ich nicht, dazu war sie nicht der Typ, dem einen Drittklässler gab sie regelmäßig einen Korb. Da glaubte ich nicht, das sie sich auf eine schnelle Nummer einließ, andererseits was wusste ich wirklich über Keiko? Nichts, bisher hatte ich mir nie die Mühe gemacht sie nach irgendetwas zu fragen, geschweige denn hatte es mich interessiert. Dieses Gefühl welches, wie bittere Galle schmeckte und meine Kehle hinaufstieg, hinterließ eine Wut in mir, die sich anfühlte als wenn jemand beim Blocken besser war als ich. Eilig blätterten meine Finger in dem Notizbuch zurück, bis der Wochenplan der Schwarzhaarigen wieder aufgeschlagen vor mir lag. Gerade noch rechtzeitig, bevor sie das Zimmer betrat und sich am Tisch niederließ, ohne eine Ahnung davon zu haben wie sehr die Wut in mir kochte. Ich hoffte sie bemerkte es auch nicht, denn wie ich das erklären sollte, war mir selbst nicht klar, ich konnte dieses Gefühl ja noch nicht einmal einordnen.

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Hallo zusammen,

Schon wieder Montag?! Nein, ich habe mich nicht im Wochentag geirrt. XD Jedoch habe ich morgen einen sooo voll gepackten Tag, das ich mich entschieden habe das morgige Kapitel bereits heute upzuloaden.

Ein riesiges Dankeschön ❤️❤️❤️ für die neu dazugekommen zahlreichen Favoriten-Einträgen. Damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet und freue mich über jedes einzelne riesig! ❤️❤️❤️ So etwas motiviert mich total!!! :-*
Ebenso ein grosses Dankeschön an alle die immer noch mit dabei sind! ❤️❤️❤️

Weiterhin gilt, ich freue mich ebenso über Reviews mit konstruktiver Kritik, Lob und anderen Anmerkungen, egal ob diese öffentlich oder per PN bei mir ankommen. Also haut auf die Tastatur wenn ihr mögt. XD
Danke für die ganze Reviews, die vorallem per Privatnachricht eingehen.
Ebenso freue ich mich auch über weitere Empfehlungen und Favoriten. ❤️

Dann wünsche ich euch nun einen entspannten Restsonntag und morgen einen guten Start in die neue Woche!

Liebe Grüsse
Yuki ❤️
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