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Neun Jahre

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18
Futakuchi Kenji OC (Own Character)
07.09.2020
23.11.2020
17
36.679
8
Alle Kapitel
25 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
07.09.2020 1.533
 
Hallo meine Lieben,

Da das erste Kapitel so kurz ist und Montage meistens doof :-) gibt es hier noch eine weiteres Kapitel zur Feier des Montags. XD

Keine Sorge, die Kapitel werden im Laufe der Story definitiv länger! Versprochen! *Bestechungskekse hinstell und lieb guck*

Alles zu Feedback, Reviews, Empfehlungen, Favoeinträgen habe ich vorhin im ersten Kapitel ja zur Genüge eben schon erklärt. ^^

Liebe Grüsse
Yuki ❤️

Möchte ich?!


Eins musste ich dem Kerl echt zu gute halten, er ließ einfach nicht locker, das war jetzt das wievielte Mal, das er mich um ein Date fragte? Das fünfte Mal in diesem Schuljahr? Aus dem Augenwinkel sah ich wie er mit langen Schritten über den Schulhof schritt. Er war ja wirklich nett, aber für so etwas wie Dates hatte ich wirklich keine Zeit, zwischen Schule, Arbeiten, Lernen, Nachhilfe geben, blieb wirklich keine Zeit mehr für so etwas. Auch wenn er noch so nett war, ich seufzte auf als ich den dicken Schmöker für die Buchbesprechung aus meiner Tasche zog. Somit war mein Wochenende mit nichts tun wohl dahin, jedes mal passierte das selbe, wenn ich Hausaufgaben schnellstmöglich erledigte um mir freie Zeit am Wochenende zu ermöglichen, kam irgendeiner der Lehrer auf die glorreiche Idee einem noch mehr Aufgaben aufzuhalsen. Manchmal wünschte ich mir wirklich ich wäre nicht in der Univorbereitungsklasse, aber ich musste Bestnoten abliefern um ein Stipendium zu kriegen, wenn ich wirklich auf die Uni wollte. Wenn ich aus dem Teufelskreis ausbrechen und ihn durchschlagen wollte. Es blieb mir also nichts anderes übrig als mich aufs Lernen zu konzentrieren, meine Augen flogen über die Buchseiten, während meine rechte Hand blind Notizen machte, bei denen ich später wieder Probleme hatte sie zu entziffern. Die Schatten der Blätter die sich in dem lauen Wind wiegten, malten kuriose Muster auf die Buchseiten, ein Lächeln schlich sich mir auf die Lippen.

Meine Augenbrauen zogen sich fragend zusammen als sich zwei Paar Beine, die in den grauen Hosen der Jungenuniform steckten, in mein Blickfeld schoben. Langsam hob ich den Kopf, über den Rand meines Buches. Ich erblickte ein schnell in die Hose gestopftes weisses Hemd, eine viel zu locker gebundene gelbe Krawatte, welche schief saß, der türkisfarbene Blazer wurde knitternd in der Hand gehalten, die Schultasche hing ihm lässig über die Schulter. Ich seufzte laut auf als ich weiter in das grinsende Gesicht schaute, das mich mit graubraunen Iriden aufmerksam von oben herab musterte. Er pustete sich die hellbraunen Haarsträhnen aus dem Auge, die ihm sofort wieder zurück rutschten, was an dem Seitenscheitel lag. Wieso schnitt er sich die Haare nicht einfach, wenn sie ihm immer wieder ins Gesicht fielen? Ich schüttelte unmerklich den Kopf und wand mich Aone zu, der mich freundlich anblickte und wie immer mit einem  Knurren begrüsste. Manchmal erinnerte dieser mich wirklich an einen zu gross geratenen Hund, der zwar bedrohlich aussah, aber den gutmütigsten Charakter der Welt besaß. Ihm zusehend, wie er sich langsam vor mir auf den Boden setzte, ließ ich den Stift auf mein Notizbuch fallen und legte das dicke Buch auf meinen Schoß. Meine Hand zog die, in rosa Stoff eingeschlagene, Bentobox zu mir und gab sie beschämt Aone zurück. "Vielen Dank Aone, aber das ist wirklich nicht nötig. Du weisst ich möchte nichts von dir, für die paar Stunden die ich dir helfe." Es war mir nicht möglich ihm in die Augen zu blicken, zu sehr schämte ich mich dafür, für die Situation in der ich steckte. "Anders kann ich mich nicht Revanchieren." Die tiefe brummelige Stimme, welche so selten erklang, das ich ihn jedesmal fasziniert musterte, ließ mich zu ihm aufschauen. Sein ebenso seltenes Lächeln zauberte mir selbst eines auf die Lippen.


"Bei was hilfst du denn Aone?" Eine vor mir auf den Rasen fallende Schultasche, verursachte ein dumpfes Geräusch, das von Futakuchis neugieriger Stimme begleitet wurde, während er sich auf den Rasen fallen ließ. Die graubraunen Iriden huschten verwirrt zwischen Aone und mir hin und her, als versuchten diese so herauszufinden was da zwischen mir und dem großen Kerl lief. Ein freches Grinsen legte sich auf meine Lippen bevor ich die Neugier des Braunhaarigen befriedigte. "Aone war so schlau und hat, im Gegensatz zu dir, mein Angebot angenommen. Seit Anfang des Schuljahres, gebe ich Takanobu Montags und Donnerstags Nachhilfe. Deswegen ist er auch nicht, so wie du, in Panik wegen der Klausuren. Er wird sie schaffen, da bin ich mir sicher!" Ein kurzes Lächeln huschte über das Gesicht des weisshaarigen Mittelblockers, eine leichte Röte schlich sich auf seine Wangen, der Stolz auf ihn, den ich empfand, hörte man mir regelrecht an. Futakuchis entgleiste Gesichtszüge, bei der Neuigkeit, gaben mir ein Gefühl von Genugtuung. "Aone du elender Verräter! Ich dachte wir schieben wieder gemeinsam Panik?!? Deshalb warst du Montags und Donnerstags immer so schnell nach dem Training weg! Wieso hast du nichts gesagt?" Das theatralische Seufzen das seinen Lippen entwich beendete den Satz, ließ diesen sonst so sicheren Jungen leicht panisch wirken. Aone brummte seinen besten Freund neben sich einfach nur schulterzuckend an, sein herausfordernder Blick danach und das leichte Nicken in meine Richtung, verriet mir bereits was gleich kam. Die selbe Leier wie letztes Mal, das selbe panische Lernen, um irgendwie die Klausuren zu bestehen. Ich stellte mich einfach doof, für seine Blödheit mein Angebot ausgeschlagen zu haben, sollte er jetzt ein wenig leiden, das wollte ich genießen. In meinen Gedanken verabschiedete ich mich bereits von den freien Wochenenden, welche ich mir mühsam frei geschaufelt hatte, eine andere Wahl hatte ich gar nicht, dafür war ich den beiden für damals zu dankbar.

Futakuchis Iriden wichen meinen aus, als ich ihn abwartend anblickte, solche Reaktionen sah man bei dem Braunhaarigen viel zu selten. "Keiko…. Ich brauche dringend deine Hilfe… Du weisst schon, beim Lernen… Für die Klausuren… Ich muss sie einfach bestehen… Sonst werde ich vom Volleyballtraining suspendiert, bis ich alle Klausuren geschafft habe. Wir sind kurz vor den Interhighs, ich kann kein Training auslassen…" Meinen Vornamen aus seinem Mund zu hören, kam einer bettelnden Bitte gleich, diesen verwendete er nur wenn es ihm wirklich wichtig war, wenn er wirklich meine Hilfe benötigte. Es war mir bewusst das es kaum etwas gab dass den selben Stellenwert wie Volleyball für ihn hatte, das ich ihm half stand ausser Frage, aber so leicht wollte ich es ihm dann doch nicht machen. Böse funkelte ich ihn an, die Finger meiner rechten Hand legten sich langsam um den Rücken des Buches, welches immer noch geschlossen auf meinem Schoß ruhte. Die Wangen aufplusternd holte ich mit dem Buch aus und warf es ihm gegen die Brust, schmerzerfüllt entwich ihm sein  Atem stöhnend. "Verdammt nochmal Futakuchi, du bist noch später dran als letztes Mal, es sind nur noch 4 Wochen bis zu den Klausuren! Wie stellst du dir das vor wie das funktionieren soll? Ist dir klar wie viel Stoff das ist?" Wütend war ich wirklich auf ihn, das war kaum zu schaffen, selbst wenn wenn wir die gesamten Wochenenden bis zu den Klausuren intensiv lernten. So bescheuert war er doch eigentlich nicht, wenn er sich doch nur ein wenig mehr Mühe gab, sich nur halb so beharrlich dem Lernen widmete wie dem Volleyball. Das genervte Aufschnauben das mir entwich, ließ seine graubraunen Iriden meine eigenen suchen, Entsetzen und Angst war darin zu erkennen. Die Verzweiflung sah man seiner Körperhaltung an, als er sich mir entgegen lehnte, seine Stimme klang wirklich verzweifelt. "Bitte, Keiko! Ich weiss nicht wen ich sonst fragen sollte! Keiko, ich bitte dich, du bist meine letzte Hoffnung! Ich erwarte nicht von dir daß du das gratis machst…" Mit einer barschen Handbewegung schnitt ich ihm das Wort ab, damit ging er nun wirklich zu weit, er wusste ganz genau das ich niemals Geld von ihm für die Nachhilfe annahm, genauso wenig wie von Aone, dafür kannten wir drei uns viel zu lange, waren immer noch Freunde. Allein mit diesem Angebot hatte er mich auf die Palme gebracht, ich zischte ihm wütend entgegen. "Kenji, niemals würde ich Geld von dir annehmen, das weisst du! Am liebsten würde ich dir allein für dieses Angebot eine Scheuern!..." das Bedürfnis es tatsächlich zu tun wuchs, verdient hatte er es und letztes Mal hatte ich bereits gedroht ihm den Stoff einzuprügeln. "...Du weisst so gut wie ich das ich dich nicht hängen lasse, aber dir ist hoffentlich klar, das du dir den Arsch aufreissen musst, um das noch zu schaffen?" Meine grauen Augen trafen auf das graubraun seiner, eindringlich blickte ich in sein Gesicht das nur wenige Zentimenter von meinem entfernt war. Erleichterung war in seinen Gesichtszügen zu erkennen, während sie sich entspannten. Blinzelnd suchte ich verwundert Aones Blick, als ich durch eine stürmische Umarmung von Futakuchi durchgerüttelt wurde, das war neu dass er sowas tat. Selbst Aone konnte nur schulterzuckend staunen, er zeigte mit dem Zeigefinger auf seine Uhr und hielt sie mir unter die Nase. Entsetzt stieß ich den Braunhaarigen von mir und sprang auf, während ich meine Schultasche packte. Als ich bereits loslief rief ich den beiden noch zu. "Tut mir leid ich muss los, ich komm sonst zu spät. Wir schreiben Futakuchi, wegen der Nachhilfe. Bis Montag, Aone!"
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