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Neun Jahre

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18
Futakuchi Kenji OC (Own Character)
07.09.2020
23.11.2020
17
36.679
8
Alle Kapitel
25 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
26.10.2020 2.403
 
Hallo meine Lieben,

Schon wieder Montag?! Wo rennt nur die Zeit hin. Kann es gar nicht glauben dass eine weitere Woche rum ist! Um euch den Wochenstart zu versüßen gibt es ein neues Kapitel, hoffe es gefällt euch. Bin sehr gespannt was ihr dazu zu sagen habt, freue mich und bin äusserst gespannt auf eure Rückmeldungen!

An dieser Stelle eine kleine Triggerwarnung! In diesem Kapitel kommt es zu Gewaltsszenen. Mehr will ich an der Stelle gar nicht verraten, sonst spoiler ich euch zu sehr.

Ein riesiges Dankeschön ❤️❤️❤️ für die neu dazugekommen zahlreichen Favoriten-Einträgen und die Aufrufzahlen. Das überrascht mich jede Woche aufs neue und freue mich über jedes einzelne riesig! ❤️❤️❤️ So etwas motiviert mich total!!! :-*
Ebenso ein grosses Dankeschön an alle die immer noch mit dabei sind! ❤️❤️❤️

Weiterhin gilt, ich freue mich ebenso über Reviews mit konstruktiver Kritik, Lob und anderen Anmerkungen, egal ob diese öffentlich oder per PN bei mir ankommen. Also haut auf die Tastatur wenn ihr möchtet. XD
Danke für die ganze Reviews, die vorallem per Privatnachricht eingehen. ❤️
Ebenso freue ich mich auch über weitere Empfehlungen und Favoriten. ❤️

Dann wünsche ich euch nun einen entspannten Restmontag und einen guten Start in die neue Woche!

Lange Rede kurzer Sinn viel Spass beim Lesen!

Liebe Grüsse
Yuki ❤️
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Schrei?!


Federleicht strichen die Lippen hinter meinem Ohr entlang, entlockten mir ein Keuchen während meine Hände durch das unglaublich weiche Haar wühlten. Behäbig fuhren meine Fingerspitzen die sanfte Haut am Nacken entlang, fanden ihren Weg auf den Rücken, das Spiel seiner Muskeln unter der Haut, spürte ich bei jeder Bewegung des Körpers auf mir. Heiss fühlte sich sein Atem an während dieser meinen Hals entlang wanderte, immer wieder zarte Küsse darauf verteilte. Die rauen Fingerkuppen unvergleichlich sanft über meinen Oberkörper tanzten, mir eine Gänsehaut bereiteten. Es war ein unglaublicher Kontrast zu seiner sonst so schroffen, ruppigen Art, eine Seite an ihm die ich gar nicht kannte, welche vermutlich bisher nur ich zu sehen bekam. Ich wollte mehr davon, mehr von ihm, umschlang mit meinen Beinen seine Hüfte, drückte mich ihm entgegen. Seine Lippen strichen meinen Kiefer entlang ehe diese sich auf meine legten, während es im Hintergrund schrill klingelte, sich ein Gefühl des Fallens in mir breit machte.

Dumpf tönte der Aufprall in meinen Ohren, ein erschrockenes Keuchen entwich meiner Kehle als ich mit dem Rücken auf dem Boden aufkam. Verwirrt blickte ich nach oben wo das schrille Läuten herkam, schnell streckte ich meine Hand nach dem Wecker aus, haute darauf damit dieser endlich still war. Seufzend ließ ich mich zurück auf den Boden fallen, blickte in das halbdunkel meines Zimmers, während sich die Haut in meinem Gesicht zunehmend erwärmte. "Verdammt, das wird immer schlimmer mit mir, Ich werde so langsam echt verrückt." In der Bettdecke verheddert blieb ich einfach auf dem Boden liegen, wollte nicht aufstehen, nicht zur Arbeit und schon gar nicht Kenji begegnen. Eine Mischung aus vorfreudigem Kribbeln und einem Gefühl das sich meine gesamten Eingeweide verknoteten, machte sich allein bei dem Gedanken Futakuchi zu treffen in meinem gesamten Körper breit. Seit dem Samstag Nachmittag als wir in den Sommerregen kamen, verfolgte mich der Brünette regelrecht in meinen Gedanken und Träumen. Seit heute genau fünf Wochen, hatte ich immer wieder solche Träume wie vorhin, vorwiegend spielten sich diese Fantasien in einem Bett ab und mit zunehmenden Träumen waren wir weniger bekleidet oder wie in dem Traum vorhin gleich ganz nackt. Wenigstens schaffte ich es ihm während den Schultagen weitestgehend aus dem Weg zu gehen, dabei kam mir das vermehrte Volleyballtraining sehr entgegen. Wir sahen uns höchstens in der Mittagspause, da war in aller Regel Aone glücklicherweise mit dabei, da fiel es mir um einiges leichter mit Kenji und den Gedanken welche er in mir auslöste umzugehen. Somit hatte ich nur einen Tag an dem ich ihm nicht aus dem Weg gehen konnte und dieser Tag war heute. Seufzend erhob ich mich vom Boden, klaubte frische Klamotten aus dem Schrank und verzog mich ins Bad, eine kalte Dusche sollte meine erhitzten Gedanken abkühlen können.

Immer nervöser tigerte ich im Ramenladen auf und ab, meine heutige Schicht verging wie im Flug. Jedesmal zuckte ich zusammen wenn das kleine Glöckchen bimmelte und einen neuen Gast ankündigte. Genauso oft atmete ich erleichtert aus wenn es nicht Futakuchi war, auch dies mal war es nicht mein Schulfreund. Langsam machte ich mich weiter an die Arbeit, nahm Bestellungen auf, brachte diese fertig an die jeweiligen Tische, kassierte, räumte ab. Monoton machte ich diese, erschrak über mich selbst, wenn meine Gedanken wieder zu meinen nächtlichen Fantasien abschweiften. Gedankenverloren kaute ich auf meiner Unterlippe, wischte den Tresen, als ich wieder das Bild eines halbnackten Kenjis vor meinem geistigen Auge hatte. Wie er in der Badezimmertüre stand, lediglich mit Shorts bekleidet, in seinen braunen Haaren glitzerten die einzelnen Wassertropfen im Sonnenlicht. Wie sich einzelne Tropfen aus seinen Haarspitzen lösten, auf seine Haut auf den Schultern und dem Schlüsselbein fielen. Langsam über die Haut perlten, über die Brust liefen, glitzernd über seine Bauchmuskeln rannen ehe sie im Bund seiner Shorts verschwanden.

"...shita?! Iwashita?! IWASHITA?!" Erschrocken hielt ich in meiner Bewegung inne, blinzelte die Aushilfe an, welche mich ablösen sollte. "W… Was?" Stammelte vor mich hin, schaute in die blauen Iriden der Frau die mich jeden Samstag ablöste, um 14:00Uhr. "Der Tresen ist sauber, ausser du willst durch ihn hindurch wischen dann solltest du weiter machen.-" Mütterlich lächelte diese mich an. "-Dein Freund noch gar nicht da?" Fragend schaute ich sie an. "Was meinst du?" Ehrlich gesagt wusste ich nicht was die Frau meinte, welche meine Mutter sein konnte. "Na der braunhaarige grossgewachsenen Junge der dich seit Wochen Samstags immer abholt. Ist er krank? Oder hat er heute etwas anderes vor?" Blinzelnd schaute ich von ihrem Gesicht durch das spärlich besetzte Restaurant, erst jetzt fiel mir auf das Kenji noch gar nicht da war. "Futakuchi hat heute bestimmt länger Training, in einigen Tagen hat seine Mannschaft ein wichtiges Turnier. Und er ist nicht mein Freund… Also nicht so mein Freund…. Du weisst schon…" Mit jedem Wort wurde ich leiser, drückte den Lappen in meinen Fingern als gäbe dieser mir halt, betrachtete die metallisch glänzende Oberfläche des Edelstahls.

"Dann frage ich mich, wieso er jeden Samstag, fast eine Stunde hier rum sitzt und auf dich wartet?" Ich schaffte es nicht in die Augen der Frau zu schauen. "Naja weil ich ihm samstags bei sich zu Hause Nachhilfe gebe und er meinte es sei kein Problem wenn er den kleinen Umweg läuft und mich hier nach dem Training abholt." Leise flüsterte ich gegen den Tresen. "Aha…deswegen sitzt der gute jeden Samstag hier, weil du ihm Nachhilfe gibst, ohne einen anderen Grund? Obwohl es vermutlich logischer wäre wenn er direkt nach Hause ginge und du nach der Arbeit zu ihm gingst? Okay, ich bin zwar ne ganze Ecke älter als du, aber zu meiner Zeit hat das noch was bedeutet wenn ein Junge einen so regelmäßig von der Arbeit abgeholt hat." Breit grinste mich die Blondine an, mir fiel nichts ein was ich darauf erwidern sollte. Das Piepsen meines Handys in der Schürze liess mich kurz zusammen fahren, beschämt schaute ich auf meine Hände, da es nicht erlaubt war sein Handy während der Arbeit bei sich zu haben. "Na los schau schon nach, vielleicht ist es nur 'ein' Freund, der darum bittet dass du hier auf ihn wartest? Von mir erfährt keiner etwas." Verschwörerisch griente mich meine Arbeitskollegin an. Langsam bewegte sich meine Hand in die Schürzentasche und zog das Gerät hervor. Mit wenigen Handgriffen war es entsperrt und die Nachrichtenapp geöffnet, welche mir tatsächlich eine Nachricht von Kenji anzeigte.

Kenji Futakuchi ; 13:54
Das Training ging länger, warte auf mich, bin in 15 Minuten da.


"Sooo rot wie du wirst, war es 'ein' Freund der dir geschrieben hat… Hab ich recht?" Neugierig lehnte sich meine Kollegin nach vorne um mir aufs Handy zu linsen, es regte mich auf wie sie das Wort 'ein' betonte. Seufzend verdrehte ich die Augen und nickte fast unmerklich während mein Handy in die Tasche zurück glitt.

Routiniert kontrollierten wir gemeinsam die Kasse, ich war froh dass die Blauäugige das Thema 'ein' Freund nicht mehr weiter vertiefte, trotzdem grinste sie mich zum Abschied schief an. Meinen Mantel enger um mich ziehend, trat ich aus dem Ramenladen heraus in die nasskalte Witterung. Von wegen goldener Oktober, der Himmel war von grauen Wolken verhangen, es hatte bis vor einer Stunde Bindfäden geregnet, nun nieselte es nur noch leicht. Der Oktober zeigte sich bisher von seiner schlechtesten Seite, ein Wasserfilm lag auf der Strasse und dem Gehweg, somit setzte ich mich in Bewegung, lief um die Häuserecke und stellte mich in der schmalen Seitengasse unter, welche weitestgehend vom Nieselregen verschont blieb. Meine Tasche ließ ich neben mir zu Boden gleiten, der weitestgehend trocken war, lehnte mich an die kalte Häuserwand und schaute nach oben, in das variable grau des Himmels. Ich sinnierte darüber nach weshalb es hier trocken war, um nicht an das Gespräch mit meiner Arbeitskollegin von eben zu denken, damit ich nicht zu viel in irgendetwas hinein interpretierte. Langsam schlossen sich meine Lider während ich durch atmete.

Essensgerüche gepaart mit Zigarettengestank und eines viel zu penetranten Aftershaves stiegen mir in die Nase, angewidert rümpfte ich diese. Langsam hoben sich meine Augenlider blickte direkt in die hellbraunen Iriden von Aizawa, der mich belustigt von oben herab anschaute. Sein Gesicht war nur wenige Zentimeter von meinem entfernt, wo kam der nur so schnell her? Langsam dämmerte es mir, in der Seitenstrasse lag der Liferanteneingang, hastig versuchte ich mich von ihm weg zu drehen. Jedoch hatte ich keine Chance, der Koch kesselte mich mit seinen Armen ein, klatschend kamen seine Handflächen neben meinen Schultern auf der Häuserwand in meinem Rücken auf. "Wo willst du hin? Ich wollte mich doch nur ein wenig mit dir unterhalten. Da ich die letzten Wochen so brav meine Füsse stillgehalten habe damit du in Ruhe bemerken kannst das dein kleiner Freund nur ein Idiot ist." Dreckig grinsend raunte dieser mir die Worte in mein Gesicht, aber er hatte recht, in den letzten fünf Wochen hatte mein Arbeitskollege mich tatsächlich in Ruhe gelassen, kam mir nicht zu nahe. Bereits hatte ich eine leise Hoffnung das er mich zukünftig in Ruhe ließ mit seiner Angraberei, aber das hatte dieser mit seinen Worten so eben zerschmettert. Ich wollte ihm etwas verbal ins Gesicht pfeffern oder ihm zumindest eine Scheuern, aber mein ganzer Körper war wie gelähmt, unfähig sich auch nur einen Millimeter zu bewegen, wie ein paralysiertes Kanninchen drückte ich mich an die Wand hinter mir. Mein Kopf war wie leergefegt, Angst kroch durch meine Adern, welche sich mit jedem Atemzug weiter steigerte. "Was denn meine Kleine? Hat es dir etwa die Sprache verschlagen?" Höhnisch lächelnd sprach mir der Kerl mit den schwarzbraunen Haaren die Worte entgegen. Mein gesamter Körper begann zu zittern, ein Gedanke beherrschte meine Sinne: 'LAUF! DU MUSST HIER WEG!' so sehr ich es versuchte, nichts tat sich, meine Beine bewegten sich einfach nicht, gehorchten mir nicht, zitterten einfach nur. Mein Mund klappte mehrmals auf und zu, versuchte etwas zu sagen, zu schreien aber auch meine Kehle versagte ihren Dienst. Warum passierte das gerade jetzt? Warum passierte mir das?

"Ich weiss genau dass du mich willst und nicht dieses Milchgesicht, sonst hättest du jetzt schon lange deine Beine in die Hand genommen oder mir eine geklatscht." Verzerrt drang die Stimme des Kochs an meine Ohren, während seine Iriden über mich glitten. Warum reagierte mein Körper nicht? Die langen Finger meines Gegenübers legten sich an meine Schultern, während sein ekelhafter Zigarettenatem heiss über mein Gesicht strich. Übelkeit stieg in mir auf, als er mich mit sich zog weiter in die Seitenstrasse hinein. "Weisst du, ich mag es ja wenn die Mädels sich zieren… Aber du… so viel Arbeit ist keine Wert. Da ist es einfacher mir einfach zu nehmen was ich will!" Zu nehmen was er will? Zäh fliessend wie Honig begann mein Kopf zu arbeiten, versuchte die Informationen die dieser Mann mir gab zu verarbeiten. Immer weiter ins Halbdunkel zog der Arbeitskollege mich, als mir endlich dämmerte was er vorhatte, was genau hier passierte. Heiss stiegen mir die Tränen in die Augen, Panik stieg in mir auf, es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis mein Körper mir endlich gehorchte, sich rührte. Nach Leibeskräften versuchte ich aus seinem Griff zu kommen, jedoch schlossen sich seine Finger mehr um meine Schultern, dreckig grinsend blickte er auf mich hinab, seine Lippen bewegten sich, jedoch verstand ich kein Wort. Jemand schrie schrill, während ich weiter zappelte und versuchte mich aus seinem Griff zu winden. Als Seine Hand sich über meinen Mund legte hörte das schrillen Schreien auf, das Blut rauschte in meinen Ohren, mein Herz raste, es fühlte sich an als wolle es aus meiner Brust springen. Wütend funkelte Aizawa mich an, sagte etwas was ich nicht verstand. Meine Hände stemmten sich gegen seine Brust, ich versuchte mich von ihm zu drücken, schüttelte immer wieder meinen Kopf um seine Hand los zu werden welche mir die Luft zum Atmen raubte. Seltsamerweise verschwand dessen Hand als der Kopf des Kochs nach hinten flog, genauso lösten sich seine Finger um meine Schulter auf unerklärliche Weise.

Taumelnd lief ich nach hinten, fühlte die harten Steine der Häuserwand in meinem Rücken. Meine Beine verließ jegliche Kraft, erschöpft und zitternd sank ich auf den kalten Boden. Heiß liefen die Tränen über meine Wangen während das Blut durch meine Ohren rauschte, nur gedämpft nahm ich den tosenden Lärm um mich herum wahr. Erschrocken zuckte ich zusammen als sich etwas warmes um mich legte, ein vertrauter Geruch stieg mir in die Nase, beruhigte mich ein ganz klein wenig. Eine vertraute Stimme drang an meine Ohren. "Keiko, es ist vorbei! Du bist in Sicherheit! Ich bin jetzt da!" Vorsichtig legten sich Arme um mich, drückten mich an einen Körper, welcher warm war, der vertraute Geruch intensivierte sich. Weinend und zitternd klammerte ich mich an den Stoff der diesen Duft verströmte, hörte den hämmernden Herzschlag des Menschen der mir so vertraut war, während dessen Hand durch mein Haar glitt und mich weiter an sich presste. Ich wusste es in diesem Moment genau wie damals, ich war in Sicherheit.
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