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Angstschweiß

von Calydea
GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P16
Bobby Singer Dean Winchester OC (Own Character) Sam Winchester
07.09.2020
13.01.2021
18
54.562
9
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75 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
13.01.2021 3.010
 
Eingeständnisse

Robyn

Ich schaue in die Nacht.
Irgendwie ist es seltsam, mit Dean hier zu sitzen. Auf einer Bank in einem menschenleeren Park, unter dem fahlen, gelblichen Licht einer Straßenlaterne.
Ich spüre leicht seine Wärme im Rücken und den sanften Druck seines Arms auf meiner Schulter. Und obwohl es sich zu einem gewissen Maße beruhigend anfühlt, bin ich furchtbar nervös und angespannt.
Bis gestern, und auch heute den ganzen Tag, war ich viel zu abgelenkt, um mir Gedanken zu machen, was passieren könnte, wenn ich dem Cuna Walaaca wieder gegenübertreten muss. Ich wusste nur, ich will dabei sein, nachdem wir herausgefunden haben, dass es genau das Monster ist, das mich erwischt hat. Über das ‘Wie’ habe ich nicht nachgedacht. Und das ist es, was mich jetzt gerade fast wahnsinnig macht.
Bisher haben wir nur darüber gesprochen, ihn zu jagen und zu vernichten, da klang alles ganz leicht. Es war noch so weit weg. Doch jetzt ist es das nicht mehr. In meinem Kopf setzt sich ein unaufhaltsames Gedankenkarussell in Gang, das sich ums Verrecken nicht abstellen lässt.
Ich habe keine Ahnung, wie ich reagieren werde, wenn mir der Cuna wieder gegenübersteht.
Renne ich weg? Mache ich irgendetwas Dummes? Schaffe ich es womöglich, ihm souverän entgegenzutreten?
Letzteres wäre sicherlich der Idealfall, alles andere eine Gefahr. Für jeden von uns.
Bis jetzt war mir nicht klar, dass die ganze Sache so eine Herausforderung für mich werden würde und wie schwer es mir dadurch fällt, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Bei keiner Jagd zuvor hatte ich solche Probleme. Es waren Jobs, die erledigt werden mussten und das ist dieser hier auch. Eigentlich. Wäre da nur nicht meine persönliche Erfahrung, die mich jetzt irgendwie hemmt und dazu führt, dass ich mir mehr Sorgen darüber mache, wie das Ganze ausgeht. Ich kann es mir nicht leisten, mir über meine Reaktion den Kopf zu zerbrechen. Ich muss funktionieren und diese Jagd zu einem vernünftigen Ende bringen. Doch gleichzeitig ist da auch diese Angst, genau in dem Moment zu versagen.
Nach wie vor habe ich das Gefühl, dass mir das hier helfen kann, um mit diesem Erlebnis endlich abzuschließen. Dass mit dem Cuna auch mein Trauma stirbt. Keine Albträume und Aussetzer mehr. Ein Befreiungsschlag. Zumindest versuche ich, mir das einzureden.

Ich werde aus meinen Gedanken gerissen, als ich spüre, wie Dean sich hinter mir bewegt. Ich löse mich von ihm und drehe mich um.
“Alles okay?”
Er nickt und rutscht ein wenig hin und her.
“Ja, mir schläft nur der Hintern ein. Diese Scheißbank ist echt unbequem. Und jetzt komm wieder her, wird etwas frisch an der Seite.”
Wie vorhin schon, lasse ich mich darauf ein. Ich weiß selbst nicht einmal genau, warum. Es fühlt sich irgendwie richtig an, obwohl ich es absolut nicht verstehe. Die einzige Erklärung, die mir einfällt, ist die, dass die letzten Jahre und der Abstand doch mehr geholfen haben, als ich bisher dachte.
Ich kann sicher nicht behaupten, dass ich Dean verziehen habe. Aber allein die Tatsache, dass er sich der Wahrheit gestellt und seinen Fehler offen zugegeben hat, macht auf mich den Eindruck, etwas wiedergutmachen zu wollen. Zudem hat er dieses Eingeständnis, wenn auch unter größtem Widerstreben, nicht nur mir gegenüber gemacht, sondern sogar vor Sam und Bobby. Und das will bei ihm schon etwas heißen. Es war keine Entschuldigung, aber für seine Verhältnisse kommt es dem recht nahe.
Vielleicht ist es genau das, was mir bisher von seiner Seite immer fehlte. Ein bisschen Einsicht, dass er Scheiße gebaut hat, und es einmal von ihm zu hören.
Jetzt gerade gibt es nur noch eine Sache, die neben meiner Nervosität die ganze Situation richtig unangenehm macht. Und das ist das Schweigen zwischen uns. Keiner sagt ein Wort. Dean scheint seinen eigenen Gedanken nachzuhängen, und auch meine schweifen wieder ab.

Dean hatte vorhin völlig recht damit, als er meinte, ich sei verrückt, freiwillig den Köder zu spielen. Das wird mir mehr und mehr klar. Aber ich konnte einfach nicht länger im Versteck bleiben.
Es war die verfluchte Angst, die mich auf diese Bank getrieben hat. Mit einem Mal wurde sie so stark, dass ich am liebsten geflüchtet wäre. Doch genau das kann ich nicht machen!
Ich muss mich dieser Sache stellen, so schnell es geht, und dem Ganzen endlich ein Ende setzen. Je eher der Cuna stirbt, desto besser.
Deshalb habe ich die Deckung der Büsche verlassen. Ich konnte da nicht mehr sitzenbleiben. Ich glaube, wenn ich nur noch ein paar Minuten länger gewartet hätte, wäre ich wirklich weggerannt. Mir blieb in dem Moment nur die Flucht nach vorne.
Außerdem konnte ich es irgendwie nicht mit mir vereinbaren, dass ein Unschuldiger in diese Falle tappt. Jeder Mensch, der nichts von den übernatürlichen Dingen weiß, ist einer mehr, der sorglos weiterleben kann. Wenn wir schon hier sind, warum sollten wir einen Unbeteiligten da hineinziehen? Der Cuna will mich. Uns. Also soll er uns auch kriegen. Ich muss aber zugeben, dass ich Sam echt dankbar bin, dass er Dean dazu gebracht hat, mir Gesellschaft zu leisten. Ich wüsste nicht, ob ich jetzt hier ganz allein sitzen könnte und nicht doch wegrennen würde.

“Bee?”
Ich zucke leicht zusammen, als Dean mich erneut aus meinen Gedanken reißt.
“Ja?”
“Du solltest wirklich zurück zu Sam.”
“Warum?”, frage ich überrascht und drehe mich zu ihm um.
Er schiebt sich die Sonnenbrille ins Haar und schaut mich mit leicht zusammengekniffenen Augen an.
“Weil es dir scheiße geht. Es wäre besser, wenn ich das allein mache und du mit Sam im Hintergrund bleibst. Keinen Außenstehenden hineinziehen zu wollen, verstehe ich, aber du solltest auch nicht hier sein.”
“Wie kommst du darauf, dass es mir nicht gutgeht?”
“Ich kenne dich lange genug, Bee. Und da machen die sieben Jahre, in denen ich dich nicht gesehen habe, keinen Unterschied. Du zappelst und du atmest zu unregelmäßig. Das war bei dir schon immer so, wenn du nervös, angespannt oder aufgeregt warst.”
Verdammt! Mir ist das nicht aufgefallen. Warum habe ich darauf nicht geachtet? Ich durfte mir schon oft genug anhören, dass man mir unangenehme Situationen ansehen kann. Dass mir das ausgerechnet heute passieren muss!
“Ich zapple gar nicht!”, versuche ich, mich rauszureden.
“Ach nein? Und wie nennst du es, wenn du ständig mit dem Fuß wippst und die Hände nicht stillhalten kannst? Ich bin nicht blöd. Ich sehe und merke es. Dir macht diese Jagd mehr zu schaffen, als du zugeben willst, oder etwa nicht?”
Ich schnaube einmal. Es ist sowieso sinnlos, das abstreiten zu wollen. Ich kann nur versuchen, es als weniger dramatisch hinzustellen.
“Ja, okay. Vielleicht hast du ein bisschen recht. Diese Jagd macht mich etwas nervös. Aber wen wundert es, bei dem Monster, das wir jagen müssen?”
Er zieht eine Augenbraue hoch und ich sehe sofort, dass er mir diese Antwort überhaupt nicht abkauft. Es mag bei Dean öfters den Anschein machen, dass ihm manches nicht auffällt, was aber nicht der Fall ist. Er hat nur die dumme Angewohnheit, es ausgerechnet dann anzusprechen, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Das merke ich gerade jetzt wieder.
“Du weißt, dass es nicht an der Art des Monsters liegt, sondern am Cuna selbst. Er hat dir verflucht übel zugesetzt. Dass du Angst hast, ist nur normal. Aber anstatt es uns zu sagen, hast du versucht, es zu überspielen. Und das auch noch ziemlich schlecht.”
Ich streiche mir mit einer fahrigen Bewegung durchs Haar und mir bleibt nichts anderes übrig, als etwas auszusprechen, das ich für mich behalten wollte. Eine Unterhaltung von Sonntag. Ich will es eigentlich gar nicht und hasse es, Dean gegenüber dieses Eingeständnis machen zu müssen. Und auch vor Sam, der mit ziemlicher Sicherheit jedes Wort davon mitbekommt. Ich schaffe es nicht, die leichte Verzweiflung in meiner Stimme zu unterdrücken.
“Und dann? Hättet ihr beide euch irgendwas einfallen lassen, um mich da rauszuhalten. Aber ich brauch das hier, Dean, damit ich endlich einen Punkt setzen kann. Bobby wollte schon nicht, dass ich mitkomme. Er hat, als wir am Sonntag alle gepackt haben, versucht, mir ins Gewissen zu reden. Er hält mich für zu labil, was diese Jagd angeht. Meine Reaktion auf das Monster für zu unberechenbar. Seine Aussage ‘wenn ihr heute noch fahrt’ galt dir und Sam. Nicht mir. Seiner Meinung nach habt ihr beide mehr als genug Erfahrung, um den Cuna zu erledigen. Ich wäre dabei nur ein Risiko und sollte mir gut überlegen, ob ich das machen will. Ich habe ihm dasselbe gesagt, wie dir gerade. Ich brauche das und muss das tun, weil ich hoffe, dass es mir hilft. Musst du damit jetzt auch noch anfangen, dass du es für falsch hältst? Ich will hier sein und mich dem stellen. Ich kann nicht irgendwo rumsitzen und auf euren Anruf warten, dass es vorbei ist. Warum versteht das keiner?”
“Ich verstehe dich, Bee. Wirklich. Aber du musst selbst zugeben, dass Bobby nicht ganz unrecht hat, oder? Denkst du, er hat nur mit dir gesprochen? Hat er nicht. Er war auch bei uns und hat uns eingetrichtert, dass wir ja auf dich aufpassen sollen, weil er sich Sorgen um dich macht.”
Ich schaue Dean entgeistert an. “Ihr wusstet davon?”
“Natürlich wussten wir es. Dachtest du ernsthaft, Bobby hätte uns das verschwiegen? So ein Erlebnis, wie du es hattest, steckt keiner einfach weg. Du warst gerade mal siebzehn und musstest das immer für dich behalten. Das macht einen fertig. Der Cuna ist was Persönliches, Bee, und damit eine ganz andere Hausnummer, als jede normale Jagd. Ich weiß das. Die nehmen einen richtig mit. Und das sehe ich auch deutlich bei dir. Du hast Angst und deshalb handelst du nicht so, wie ich es eigentlich von dir gewöhnt bin.”
“Du bist doch genauso betroffen.” Ich schaue Dean an, der sich die Sonnenbrille wieder auf die Nase schiebt.
“Ja, aber nicht auf die gleiche Weise. Würdest du jetzt bitte ins Versteck zurückgehen?”
Kurz überlege ich, zu widersprechen, doch dann nicke ich. Zähneknirschend muss ich mir eingestehen, dass er recht hat, und Bobbys Gespür, wie eigentlich immer, vollkommen richtig war. Es nimmt mich mehr mit, als ich die ganze Zeit dachte, und auch wenn der Cuna für Dean ebenfalls eine persönliche Note hat, ist seine Situation in dieser Hinsicht doch eine völlig andere.

Ich will gerade aufstehen, als es im Gebüsch knackt. Ich halte schlagartig inne und sehe, wie auch Dean sich aufrecht hinsetzt und lauscht. Ein zweites Knacken, und sein Blick huscht zu dem Dickicht gegenüber. Gebannt starrt er in das Gestrüpp. Als es raschelt, springt er auf und zieht seinen Colt. Ich taste ebenfalls nach dem Revolver in meinem Hosenbund.
Mein Puls rast inzwischen und ich sehe mich gehetzt um. Dann ein Husten. Wir drehen uns gleichzeitig dem Geräusch zu. Fixieren einen Busch, der sich verdächtig bewegt. Ich merke, wie sich eine leichte Panik in mir breitmacht, und atme einmal tief durch. Versuche, dieses Gefühl loszuwerden. Leider funktioniert es nicht so gut, wie erhofft,
Dean hebt seine Waffe und geht ein paar vorsichtige Schritte auf das Gestrüpp zu. Ich folge ihm, wende mich aber nach rechts. Bringe mit weichen Knien ein wenig Distanz zwischen uns, um ihm seitlich Deckung geben zu können, sollte es notwendig sein und ziele auf den leicht zitternden Busch.
Mein Herz schlägt mir hart gegen die Brust, in meinen Ohren rauscht es und es kommt mir vor, als würde ich auf einmal kaum Luft bekommen. Ich merke, wie mir der kalte Schweiß ausbricht. Dann eine plötzliche Bewegung am Boden. Reflexartig richte meine Waffe darauf und kann gerade noch verhindern, einfach abzudrücken.
Völlig perplex schaue ich den Igel an, der unter dem Gebüsch hervorhuscht und danach gemächlich durchs Gras spaziert. Nicht, ohne ein weiteres Mal zu husten, was erschreckend menschlich klingt.

Mit einem Schlag fällt die komplette Anspannung von mir ab, und so verrückt es auch klingt, ich fange vor Erleichterung an, zu lachen. Die ganze Situation ist so absurd, dass ich einfach nicht anders kann. Wir haben mit einem Monster gerechnet, stattdessen taucht ein Igel vor uns auf.
Ich hole einmal tief Luft und schaue zu Dean, der immer noch mit erhobener Waffe das kleine Tier anstarrt.
“Verdammtes Mistvieh!”
“Ach komm schon, Dean. Lass den armen Igel in Ruhe. Der sucht nur was zu fressen, bevor er Winterschlaf halten muss.”
“Soll er woanders suchen. Wir sind hier auf Monster- und nicht auf Kleintierjagd.”
Mit dieser Feststellung verfliegt der kurze Moment der Erleichterung und fast sofort kommt die Nervosität und Anspannung zurück. Ich werde wieder unruhig und meine Gedanken fangen erneut an, zu kreisen. Doch bevor diese in unschöne Szenarien abdriften können, hebt Dean die linke Hand und schaut auf die Uhr.
“Es ist zwei Uhr nachts. Wo bleibt der Mistkerl? Er will uns, oder nicht? Also, wo steckt er? Einfacher können wir es ihm ja nicht machen.”
Dean stellt sich mitten auf den Weg, breitet die Arme aus und dreht sich einmal um sich selbst.
“Jetzt komm schon, Arschloch! Wo zur Hölle steckst du?”
“Hör auf, so rumzubrüllen! Hast du sie noch alle?”
Ich packe Dean am Arm und drehe ihn zu mir um. Er schiebt sich die Sonnenbrille ins Haar und guckt mich wütend an.
“Was denn? Ist doch wahr. Wie viele Jahre warten wir auf diese Gelegenheit?”
“Das heißt aber nicht, dass du hier wie ein Gestörter rumschreien kannst, Dean. Was hältst du davon, wenn wir uns mal ein wenig die Beine vertreten, statt nur rumzusitzen? Einmal bis zur Kreuzung und wieder zurück?”
Ich deute den Weg entlang, den wir vorher gekommen sind. Etwa einhundert Meter entfernt gabelt er sich.
Ich mache den Vorschlag nicht nur seinetwegen, auch ich könnte ein bisschen Bewegung vertragen und hoffe, damit meine Unruhe etwas in den Griff zu bekommen.
Dean nickt und zieht sein Telefon aus der Tasche.
“Ja, ist wohl keine schlechte Idee. Ich schreib kurz Sammy, dass er Bescheid weiß. Er soll das hier weiter beobachten und wir machen eine kleine Runde. Vielleicht entdecken wir ja was. Und danach bleibst du bei ihm, klar?”

Nur ein paar Minuten später sind wir wieder auf dem Rückweg zur Bank. Dean hat sich etwas beruhigt. Stillsitzen und warten war noch nie seine Stärke. Ein Wunder, dass er es überhaupt so lange ausgehalten hat.
Auch mir hat dieses bisschen Bewegung ein wenig geholfen. Zumindest sollte es ausreichend sein, wenn ich gleich wieder zu Sam ins Versteck muss.
Ich schiebe mir die Sonnenbrille ins Haar und reibe mir über die Augen. Eigentlich will ich nicht zurück ins Gebüsch, aber das Aufeinandertreffen mit dem Igel und meine Reaktion haben mir gezeigt, dass ich wohl doch anfälliger bin, als ich zunächst annahm. Dieses verdammte Monster! Warum musste das alles vor sieben Jahren nur so verflucht schiefgehen?

Ich bin zu sehr mit meinen Gedanken beschäftigt, um zu merken, dass etwas nicht stimmt. Erst als Dean neben mir plötzlich stehenbleibt und nach meiner Hand greift, fällt mir auf, dass hinter uns Schritte zu hören sind.
Ich bleibe wie angewurzelt stehen und spüre, wie die Angst wieder in mir hochkriecht. Dann herrscht auf einmal Stille. Wer auch immer uns folgt, ist ebenfalls stehengeblieben.
“Robyn Levey! Ich hatte gehofft, dass wir uns nochmal begegnen. Unser letztes Zusammentreffen wurde ja leider etwas abrupt unterbrochen.”

Diese Stimme jagt mir einen eiskalten Schauer den Rücken hinunter. Ich merke, wie ich verkrampfe, was Dean wohl deutlich spürt, denn meine Hand umschließt panisch die seine. Er streicht mir einmal sanft mit dem Daumen über den Handrücken. Eine Geste, die vermutlich Beruhigung ausdrücken soll. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie er die andere Hand hebt und sich die Sonnenbrille zurechtrückt.
Ich selbst bin gerade einfach nur wie gelähmt.
Warum mache ich das hier? Wie blöd bin ich eigentlich?
Am liebsten würde ich rennen, aber ich kann nicht. Was zum einen an meiner Starre liegt und zum anderen daran, dass Dean mich immer noch festhält.
“Halt die Klappe, Arschloch!”
Dean klingt angriffslustig, dennoch nehme ich einen angespannten Unterton wahr.
Der Mann hinter uns lacht einmal hämisch auf, bevor seine Stimme einen amüsierten und überheblichen Tonfall annimmt.
“Dean Winchester! Dass ich das noch erleben darf! Ihr beide wieder in trauter Zweisamkeit? Und das, obwohl Bee dich doch so sehr hasst? Das ist zu schön, um wahr zu sein und wirklich eine unerwartete, wenn auch erfreuliche Überraschung.”

Diese wenigen Sätze lösen etwas in mir aus. Ich werde sauer. Stinksauer.
Ja, ich habe Dean verflucht. Dafür, dass er mich als Köder benutzt und mich, ohne ein Wort zu sagen, blind und panisch dieser Situation damals ausgesetzt hat.
Das allein hätte ich vielleicht noch irgendwie verzeihen können, wenn es gut ausgegangen wäre.
Aber ich wollte Dean nie hassen. Es war dieses Monster, das mich förmlich dazu getrieben hat. Das durch seine Folter das Gefühl von Verzweiflung und Verrat bis aufs Äußerste ausreizte. Die Empfindung so sehr verstärkte, dass ich auch danach noch glaubte, alles wäre real.
Ohne das sähe die Welt wohl heute ganz anders für mich aus.
Und jetzt steht der Mistkerl hinter mir und diese Belustigung in seiner Stimme bringt mich zur Weißglut.

Die Starre fällt auf einmal von mir ab. Mit einem Ruck entziehe ich meine Hand Deans Griff und wirble zu dem Cuna herum. Das erschrockene “Bee! Nein!” nehme ich nur am Rande wahr.
“Ja, und das ist alles deine Schuld, du mieser Scheißkerl! Und dafür wirst du zahlen! Diesmal bist du endgültig fällig!”
Ich gehe zwei Schritte auf den Cuna zu und will gerade meine Waffe ziehen, als mir ein stechender Schmerz durch den Kopf schießt und ich plötzlich mitten in der Bewegung innehalte.


*********

Ihr Lieben,

es tut mir leid, dass es erst heute hier weitergeht und hoffe, ihr könnt mir diese Verzögerung nachsehen. Umso mehr freue ich mich, dass ich es jetzt endlich geschafft habe, das neue Kapitel zu veröffentlichen :). Ich hoffe natürlich, dass es euch wieder gefallen hat.

Ich möchte mich auch an dieser Stelle wieder bei euch bedanken. Zum einen fürs Warten, aber auch fürs Lesen und für die tollen Reviews zum letzten Kapitel. Auch für die neuen Favoriten und Sternchen, die während dieser kleinen Pause hier angekommen sind. Danke euch. Ich habe mich riesig gefreut :).

Das nächste Kapitel gibts dann nächste Woche Freitag. Bis dahin, bleibt gesund und ich wünsche euch noch eine schöne Restwoche.

Liebe Grüße
Die Caly
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