Alles nur ein Traum?

GeschichteAllgemein / P18
07.09.2020
07.09.2020
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Heute war es soweit. Es war der Tag der Tage, auf den wir uns schon wie kleine Kinder freuten. Wir fuhren zur Show der Ehrlich Brothers. Wir, das sind meine beste Freundin Liz und ich. Um mich einmal vorzustellen; mein Name ist Julie, ich bin 21 Jahre und Studiere britische Literatur.
Der Tag war grau und trübe, kein Wunder wir hatten Mitte November und man konnte förmlich sehen wie sich die Eiskristalle an den Fenster meines Audis bildeten. Für November war es ziemlich kalt, wir hatten eines der Jahre erwischt wo es schon anfing zu schneien und die Straßen spiegelglatt waren. Darum beschlossen wir noch eher als geplant los zu fahren, um noch pünktlich zur Show zu kommen. Ich drängte Liz sich zu beeilen, da wusste wie es hier um den Winterdienst stand. Nämlich nicht besonders gut. „Komm schon Liz, wir müssen los! Ich möchte noch pünktlich ankommen und bei dem Wetter wird es nicht besonders leicht sein.“ Sie schnappte ihre Handtasche und war bereit. „ Wir können dann.“, sagte sie nur knapp und zog die Haustür hinter sich zu während wir zu meinem Auto gingen, welches ich schon mal angelassen hatten damit ich nicht die Schreiben frei kratzen brauchte. Dann setzten wir uns in mein Auto und ich fuhr los, rauf auf die Autobahn der Show der Ehrlich Brothers entgegen.
Doch irgendwas war anders als sonst, Liz war so ruhig, so etwas kannte ich gar nicht von ihr. Vielleicht war sie mental schon in der Stadthalle, in der wir gleich sitzen würden um uns verzaubern zu lassen. Wir waren schon mehr als eine Stunde unterwegs, man sah nicht viele Autos, um ehrlich zu sein waren wir die einzigen auf der Straße, doch schob ich es auf das Wetter, welches sich rasant änderte. Es begann zu schneien und die Flocken erinnerten mich an dicke weiße Federn, welche man bei einer Kissenschlacht hatte. Das Schneetreiben würde immer mehr und meine Scheibenwischer kamen kaum noch hinter her. Immer noch sagte Liz kein Wort, ich drehte das Radio auf, da es mir langsam unheimlich wurde. Sie spielten Ave Maria. Welch passender Song, dachte ich noch und merkte wie mitten auf der Autobahn zwei gestalten aus dem nichts auftauchten und ihre Hände mystisch bewegten. Es sah so aus als würde der Schnee direkt aus ihren Händen kommen. Ich versuchte das Tempo zu drosseln, da sie immer näher kamen, doch es ging nicht. Ich bremste und trat dabei das Pedal durch, doch wir würden nicht langsamer. Wir rasten mit voller Kanne auf die beiden zu, ich riss die Hände in die Höhe und schrie laut los als wir mit ihnen Kollidierten.
Es gab einen lauten Knall und ich wachte auf.

Schweiß gebadet schreckte ich hoch. Im ersten Moment wusste ich nicht wo ich war, alles fühlte sich so real an. Es dauerte einen Moment, bis ich realisierte das ich in meinem Bett saß und gerade sowas wie einen Albtraum hatte, und nichts davon wirklich passiert war. Noch immer zitterte ich am ganzen Körper. Mein Blick fiel auf den Wecker, welcher auf meinem Nachttisch neben mir stand, es war halb vier am Morgen. Ich rieb mir die Arme, denn es war ziemlich kühl in meinem Zimmer. Kein Wunder, ich hatte vergessen das Fenster zu schließen bevor ich ins Bett gegangen war. Die Gardine wehte im Wind. Ich trat zum Fenster und blickte hinaus. Kein Schnee weit und breit. Für einen Augenblick fiel mir ein Stein vom Herzen, es war alles nur ein blöder Traum gewesen. Ich schüttelte den Kopf, schloss das Fenster und drehte die Heizung auf. Da ich mir sicher war nach diesem Traum, kein Auge mehr zu machen zu können, ging ich in die Küche und kochte mir einen Tee und nahm ihn mit ins Wohnzimmer, zu meinem Arbeitsplatz. Ich setzte mich vor meinen Pc und startete ihn. Während ich wartete, dass dieser hochfuhr, ließ ich diesem Merkwürdigen Traum noch einmal Revue passieren. Ehrlich Brothers. Das sagte mir was, doch wusste ich nicht mehr in welchen Zusammenhang ich diesen Namen schon mal gehört hatte. Ich loggte mich in meinen Pc ein und öffnete auch gleich mein E-Mail Ordner, wo auch schon wieder mehrere ungelesene Mails drin befanden. Eine sprang mir auch sofort ins Auge, ich hatte sie sogar Rot hinterlegt, um sie als wichtig zu markieren. Es war eine Mail von meinem Chef. Neben meinem Studium arbeitete ich nämlich zeitweise für einen Verlag und brachte neue Storys raus. Und in dieser Mail stand, dass ich heute nach der Uni, in die Firma kommen soll und ein ganz besonderes Interview halten dürfte.