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Eifersucht - Eine Leidenschaft die mit Eifer sucht was Leiden schafft

GeschichteAllgemein / P18
Inu-Yasha Kagome OC (Own Character)
07.09.2020
18.01.2021
21
94.501
6
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12.10.2020 4.182
 
6.Kapitel: Zuhause





Die Aufbauarbeiten im Dorf gingen voran. Begannen noch am selben Tag. Gleich, nachdem die Yōkai erfolgreich vertrieben wurden. Auch die Behandlungen der verletzten Dorfbewohner gingen Rin und Kaede sogleich an.
Und da die beiden dafür Kaede's Hütte brauchten, zu der die Verletzten kamen, wartete InuYasha im Haus seiner Freunde darauf, dass Kagome wieder aufwachen würde.

„Es ist erst ein paar Stunden her, InuYasha.“ wollte Sango ihn beruhigen, als sie das Haus ihrer Familie betrat.
Ihre Freundin lag auf dem Futon, auf dem sie normalerweise schliefen und der Han'yō saß neben ihr, wich nicht eine Sekunde von ihrer Seite.
„Glaubst du, es interessiert mich, wie lange sie schon nicht bei Bewusstsein ist?“ InuYasha's Unterton war knurrend und er presste seine Kiefer aufeinander. „So lange sie nicht wieder wach ist-“
„Machst du dir auch noch Sorgen.“ beendete die Taijiya seine Gedanken. „Ich weiß, InuYasha. Das machen wir uns alle. Aber Kaede war doch erst bei ihr und meinte, dass es ihr gut zu gehen scheint.“
„Kannst du mit den Teilen der Yōkai etwas anfangen?“ knurrte er wieder. Noch immer war er nicht gut auf die alte Miko zu sprechen.
Sango seufzte nur kurz. „Mit einigen, aber nicht mit allen. Auf jeden Fall werde ich mich die nächsten Tage noch daran machen, die vorhandene Ausrüstung der Dorfbewohner zu verbessern und neue, bessere anzufertigen.“
InuYasha nickte nur.
„Wenn du Hunger hast, nimm dir ruhig was von unseren Vorräten.“
„Hab ich nicht“
Sango, die wieder zu den anderen Dorfbewohnern gehen wollte, um vor allen den Frauen bei den Wiederaufbauarbeiten zu helfen, öffnete die hölzerne Tür ihres Hauses, als der Han'yō noch einmal das Wort an sie richtete.
„Sango?“
„Hai?“ Sie sah noch einmal kurz zu ihm, auch wenn er dies nicht erwiderte.
„Arigatō.“
Ein Lächeln bildete sich auf ihren Lippen.
„Du musst uns dafür nicht danken.“

Auch am nächsten Morgen war die junge Miko noch nicht erwacht. Was zu einer ansteigenden Sorge unter den Bewohnern des Dorfes führte, die sich darin zeigte, dass sie öfters bei Kaede, aber auch bei Sango und Miroku, nach Kagome's Zustand fragten und beteten, dass sie bald aufwachen möge.
Hatten sie doch Angst, die starke Miko zu verlieren, die ihre Kinder rettete und von der sie sich Schutz erhofften.
„Diese Yōkai kamen also direkt wegen Kagome-sama hierher.“ fasste Miroku die Erkenntnisse der Vierergruppe zusammen, die in Kaede's Hütte um deren Feuerstelle saß.
Während Rin draußen mit Seiko und Moeko spielte.
„Sie äußerten InuYasha gegenüber klar den Wunsch, dass sie Kagome haben wollen.“
„Und sie sprachen doch auch davon, dass es Kagome-chan's Licht sei, das sie fürchten. Das eine Gefahr für sie darstellt.“
„Sie nannten Kagome-sama Shikon Miko.“
Kaede nickte. „Sie wissen also, dass Kagome einst das Shikon no Tama zu uns brachte und es auch wieder verschwinden ließ. Sie wissen um ihre Kräfte. Die für jeden Yōkai einmal eine ernsthafte Gefahr darstellen werden.“
„Dann ist Kagome jetzt also das Ziel aller Yōkai?“ fragte Shippō etwas ängstlich bei seinen Freunden nach.
Kaede blieb ihren drei Gästen eine Antwort schuldig. Sah, während sie in Gedanken war, in die kleine Flamme, über der Wasser für den Tee kochte.
„Kaede-sama?“ riss Miroku sie aus diesen Gedanken.
„Ich weiß, InuYasha ist nach wie vor nicht gut auf mich zu sprechen und ich kann seine Sorgen um Kagome auch verstehen. Aber der Junge muss begreifen, dass Kagome nun eine sehr wichtige Person für das Dorf sein wird. Als die Miko, die mit dem Shikon no Tama kam und es auch wieder aus dieser Welt verschwinden lies, wohnen ihr starke Kräfte inne. Die sie ihr Leben lang, zum Ziel aller Yōkai machen werden. Die aber auch eine Chance für sie sind. Denn wenn sie diese erst einmal meistern kann, wird sie keinen Yōkai fürchten müssen.“
„InuYasha hat Angst, dass Kagome-chan dasselbe passieren wird, wie Kikyō.“ Sango's Finger krallten sich in den grünen Stoff, den sie über ihrem Yukata um ihre Beine trug. „Und ich kann ihn verstehen. Ich weiß nicht...wie es ihm ergehen würde und ob er jemals darüber hinweg kommen könnte, sollte er auch noch Kagome-chan verlieren.“

Umso länger es dauerte, dass die junge Miko weiterhin ohne Bewusstsein blieb, desto besorgter und unruhiger wurde der Han'yō an ihrer Seite.
//Kagome, verdammt...//
Kurz knurrte er.
//Jetzt mach endlich deine Augen auf//
Schon seit dem Moment, in dem er sie in seinen Armen hielt, warf er sich selbst vor, sie nicht gut genug beschützt zu haben.
Desto mehr fielen die Sorgen von ihm ab und wichen endlich eintretender Erleichterung, als er sah, wie Kagome's Augenlider kurz zu zucken begannen. Und auch ein kurzes Aufstöhnen von ihr zu hören war, als sie ihre Augen öffnete.
„Kagome.“
Sie sah noch einen Moment lang die Decke an, ehe sie seine Anwesenheit zu bemerken schien und zu ihm sah, sofort zu lächeln begann.
„Inu...Yasha…“ Sie klang noch recht schwach, wollte sich aber gleich aufrichten.
„Langsam, Kagome.“ Seine Arme um sie gelegt, hielt er sie fest, da sie noch recht schwach wirkte.
„Wieso...sind wir bei Sango-chan und Miroku-sama?“
„Weißt du nicht mehr, was passierte?“
Sie versuchte kurz, sich zu erinnern. „Mein Kopf tut noch leicht weh.“
„Wahrscheinlich, weil du, nachdem du nach deiner dämlichen Aktion zusammengebrochen bist, mit deinem Kopf auf dem Boden aufschlugst.“
„Was hab ich…“ Und dann erinnerte sie sich plötzlich wieder, war alles sofort präsent, was passierte. „Ich beschützte doch nur...die Kinder.“
„Und hast dich dabei total verausgabt. Bei Kami, Kagome, denkst du auch einmal nach?!“
„Schrei mich nicht an.“
„Am liebsten würde ich noch viel mehr machen, als dich nur anzuschreien, Kagome. Was wäre wohl passiert, wenn sich die restlichen Yōkai nicht gleich zurückgezogen hätten? Keiner von uns wäre schnell genug bei dir gewesen, um dir und den Kindern zu helfen, nachdem du zusammengebrochen bist. Die Yōkai hätten dich töten können!“
„Hätte ich die Kinder nicht beschützen sollen?“
„Du sollst dich nicht zur Zielscheibe machen!“ Kagome sah ihn fragend an. „Die Yōkai waren wegen dir im Dorf. Sie waren hinter dir her. Sie spüren, dass deine Kräfte eine Gefahr für sie sind. Also wollten sie diese Gefahr ausschalten, so lange sie noch die Chance hatten, deine Kräfte schwach waren.“
„Meinst du denn, sie sind es jetzt nicht mehr?“ Sie fühlte sich nicht sonderlich anders als vorher.
„Darum geht es doch jetzt gar nicht.“ Er gab sich Mühe, an sich zu halten und knurrte nur unterdrückt. Sie sah nicht nur Wut in seinen Augen, sondern auch Sorge.
„Gomene.“ und lehnte sich deswegen an ihn. „Ich wollte dir keine Sorgen bereiten.“ Sie drückte sich an ihn. Und spürte auch gleich, wie sich sein Körper sofort entspannte. Seine Arme sich enger um sie legten.
„Du bist so eine dumme Gans.“ klang seine Stimme schon wesentlich ruhiger. „Über Sorgen war ich doch schon längst raus, Kagome. Die Yōkai hielten mich fest, die Anderen wurden von ihnen in Schach gehalten. Niemand hätte dir helfen können. Ich hätte….“ Seine Umarmung wurde fester. „...dich vor meinen Augen verlieren können.“ Er legte seinen Kopf auf ihren.
„Dann ist es...meine Schuld, dass das Dorf angegriffen wurde? Weil ich wieder hier bin?“ Sie vergrub ihr Gesicht an seiner Brust. Seine Wärme und Nähe taten ihr gut. So, wie sie spürte, dass ihre Nähe ihm gut tat.
„Hör auf so einen Mist zu denken. Es ist nicht deine Schuld, sondern die der Yōkai. Die denken, sie könnten unser Dorf angreifen und dann noch mit dem Leben davon kommen.“
Überrascht sah sie zu ihm. Sah er, in ihre braunen Augen. Sein Blick wurde weicher.
„InuYasha-“
„Und dann glauben sie auch noch, dich besiegen zu können.“ Er strich ihr eine Strähne hinter ihr Ohr zurück. Berührte dabei zärtlich ihre Wange.
Was ihr Herz stolpern lies, ihre Wangen begannen sich warm anzufühlen.
„Aber denk ja nicht, nur, weil deine Kräfte jetzt wieder so wie damals zu sein scheinen, dass ich dich aus den Augen lasse.“ Sein eben noch weicher Blick wurde ernster. „Kagome, du-“
´´Du bist endlich wach, Kagome-chan.``

Plötzlich stand Sango in ihrer eigenen Haustür.
Sofort fuhren die beiden auseinander, lies der Han'yō sie los. Was die Taijiya, in ihrer Freude, ihre beste Freundin wieder wach zu sehen, geflissentlich ignorierte und die junge Miko einfach umarmte.
„Wir machten uns alle so viele Sorgen. Vor allem aber auch die Dorfbewohner.“
„Gomene.“ entschuldigte sie sich, strich sich verlegen durchs Haar. Ihr Gesicht fühlte sich immer noch warm an. „Wie lange war ich weg?“
„Ganze 3 Tage. Wie fühlst du dich?“
Davon war sie dann doch überrascht und sah mit einem kurzen Seitenblick zu InuYasha, sah ihn entschuldigend an. Jetzt verstand sie natürlich noch mehr, warum er sich Sorgen machte.
„Schon besser. Zumindest ausgeschlafen.“ versuchte sie die Situation aufzulockern. „Aber trotzdem noch ein bisschen fertig. Und ein bisschen, als hätte ich noch eine Weile mit dem Gefühl eines fiesen Muskelkaters zu kämpfen.“
„Es war auch ziemlich überraschend zu sehen, wie viel Kraft du auf einmal freisetzen konntest.“
„Eigentlich lies ich mich nur von meinen Instinkten und meiner Intuition leiten. Ich tat dasselbe, wie damals bei Lady Tausendfuß. Nur rechnete ich nicht damit, dass ich gleich so viel meiner Kräfte einsetzen würde. Dass ich...überhaupt über so viel Kraft verfüge.“
„Und Kaede meint, du wärst noch viel stärker.“
Kagome nickte nur. Das konnte sie sich zwar nicht vorstellen, aber sie glaubte Kaede.
„Wisst ihr auch, dass es meine Kräfte sind, weshalb die Yōkai das Dorf angriffen? Dass es meine Schuld ist, weil ich zurück bin, dass das Dorf zum Ziel wurde?“ InuYasha roch ihre Tränen, die sie zurückzuhalten versuchte.
„Darüber klärte sie uns auch schon auf.“ Sango nickte und sah, wie sich die Finger ihrer Freundin in die Decke krallten. Sie legte ihre Hand auf Kagome's. „Aber das ist egal, Kagome-chan.“ fragend sah diese zu ihr von ihrem Schoß hoch. „Die Dorfbewohner, wir alle, sind dir unglaublich dankbar. Für das, was du tatest. Dank dir sind unser aller Kinder sicher. Auch unsere.“ Nun konnte er auch Sango's Tränen riechen.
Er hasste es, wenn Frauen weinten. Und noch weniger konnte er es leiden, wenn er diese Frauen kannte, sie ihm nahe standen. Sie zu seinem Rudel gehörten...oder an seine Seite.
„Könnt ihr jetzt mal aufhören zu flennen?“ beide sahen zu ihm. „Ist ja echt nicht auszuhalten. Wisst ihr, wir mir das Salz eurer Tränen, in der Nase sticht?“ Einen seiner verschränkten Arme nahm er aus seinem Ärmel und rieb sich mit dem Zeigefinger unter seiner Nase.
Als Kagome ihn daraufhin anlächelte, wurde er kurz rot um seine Nase und wich ihrem Blick gleich wieder aus.
„Meinst du, du kannst schon wieder aufstehen, Kagome-chan?“ Auch Sango sah mit vielsagendem Blick zu dem Han'yō, ehe sie amüsiert den Kopf schüttelte und dann zu ihrer besten Freundin sah.
„Sie sollte sich noch ausruhen.“ knurrte InuYasha und sah mit bösem Blick zu Sango, die schon wieder stand.
„Denkst du nicht, dass sie das allein entscheiden kann?“ Diese erwiderte seinen finsteren Blick.
„Ich bin noch hier.“ machte Kagome auf sich aufmerksam. „Aber ich denke, das dürfte gehen.“ Sie nickte, wollte aufstehen. Schwankte dabei jedoch kurz, weshalb InuYasha sie sofort stützte.
„Es geht wirklich gut, Kagome.“ kam es sarkastisch von ihm.
„Ich lag 3 Tage. Was erwartest du da?“ entgegnete sie ihm. „Es geht mir aber gut.“ wollte sie ihn auch beruhigen.
„Die Dorfbewohner werden beruhigt sein, zu sehen, dass es dir schon wieder gut geht.“ Sango schob ihre hölzerne Haustür auf und Kagome folgte ihr nach draußen, mit InuYasha an ihrer Seite. Dessen Arm noch um ihre Taille lag.

Sofort waren ihr alle Blicke sicher, als sie ins Dorf hinein ging, auf dem Weg zu Kaede's Hütte war.
„Kagome-sama, Ihr seid wieder wach.“ Und die Dorfbewohner begannen, sich neugierig um sie zu scharen. Erleichterung erkannte sie in ihren Gesichtern.
„Hey, lasst ihr auch mal etwas Platz.“ knurrte InuYasha gleich, sodass einige von ihnen auf Abstand zu der jungen Miko gingen.
„InuYasha!“ Sie schüttelte mit ihrem Kopf. Knurrend wich er ihrem Blick aus. Mit einem Lächeln sah sie dann wieder zu den Menschen um sie herum. „Es freut mich, zu sehen, dass es euch allen gut geht. Und es tut mir leid, wenn ihr euch Sorgen um mich machtet.“
„Wir sind nur froh, Euch wieder wohlbehalten auf den Beinen zu sehen, Kagome-sama.“
„Und wir werden Euch auf ewig dankbar sein, dass Ihr unsere Kinder rettetet.“
„Habt vielen Dank, Kagome-sama.“
„Arigatō, Kagome-sama.“ Auch einige der Kinder kamen nun zu ihr, auf deren Augenhöhe sie sich zu ihnen kniete.
„Die sind aber schön. Pflücktet ihr die nur für mich?“ Von den Kleinen bekam sie einen großen und bunten Blumenstrauß überreicht, den die Kinder ihr, mit schüchternen Ausdrücken in ihren Gesichtern, überreichten und bestätigend nickten. „Der ist wirklich schön, arigatō.“ freute sie sich ehrlich darüber und lies damit die vielen kleinen Kinderaugen strahlen.
Was weder Sango noch InuYasha entging.
„Es ist schön, dich wieder bei Bewusstsein zu sehen, Kagome.“ Auch Kaede, der die Dorfbewohner Platz machten, sah sichtlich erleichtert aus. Genauso wie Rin, die sie begleitete und neben ihr stand. Und Miroku und Jinenji.
„Endlich seid Ihr wieder wohlauf, Kagome-sama.“
„Wir machten uns alle schon schreckliche Sorgen, Kagome.“
Sie stand von allein wieder auf, brauchte diesmal nicht InuYasha's Hilfe und lächelte breit über ihr ganzes Gesicht. „Ich schlief ja auch lange genug.“
„Kommt, Kagome-sama.“ Rin nahm sie gleich an ihre Hand. „Ihr müsst unbedingt etwas sehen.“ wollte sie mit sich ziehen. „Das wird Euch sicherlich gefallen.“
„Nicht so schnell, Rin-chan.“ Das Mädchen war ganz aufgeregt, zog sie Richtung Treppe, die zum Grabmal hoch führte, wo später einmal ihr Familienschrein stehen sollte. „Ich komm ja kaum hinterher.“

InuYasha, ihre Freunde und die Dorfbewohner folgten ihr. Was sie zunächst noch irritierte. Bis sich ihre Augen erstaunt weiteten. Wegen dem, was sie sah.
Denn auf einem hinteren Teil des Geländes, wo später auch einmal das Haus ihrer Familie stehen würde, stand auch jetzt ein Haus. Von dem sie sich sicher war, dass das noch nicht dort stand, als sie hierher zurückkam.
Und es war nicht nur eine einfache Holzhütte, wie Kaede und Rin sie gemeinsam bewohnten. Auch kein etwas größeres und festeres Haus aus Lehm, wie das von Sango und Miroku. Was sie schon sehr schön fand. Sondern ein noch größeres, wenn auch einfaches Haus.
Die hellen Wände waren zur Hälfte aus Lehm gebaut und im unteren Bereich aus Holz. Wie auch Sango's und Miroku's Haus, war es ebenerdig und es gab nur das Erdgeschoss. Doch dafür war es recht großzügig, man sah ihm schon von außen an, dass es mehrere Räume besaß.
Das Dach war mit Stroh abgedeckt, in dem sich ebenfalls eine Luke befand. Der Hauseingang war überdacht. Es hatte eine hölzerne Schiebetür, die im oberen Teil jedoch Streben besaß und ähnlich der ihres Elternhauses war.
Als sie diese beiseite schob und öffnete, stand sie zunächst einmal im Doma. Demselben Eingangsbereich, wie ihn auch Kaede's Hütte aufwies, mit festem Erdboden.
Rechts neben sich sah sie eine Holzschiebetür, die zu einem kleinen, angrenzenden Zimmer führte, in das man schon von außen ein Blick durch das Fenster aus Holzgittern werfen konnte.
In diesem Raum schien sich schon alles zu befinden, was sie brauchte, um Kräuter und Heilpflanzen zu lagern und zu verarbeiten.
Vom Doma aus, führte eine Shōji in den dahinterliegenden Raum.
In ein Hi no ma, einem Empfangsraum.
Ein einfacher, quadratischer Raum. Ausgelegt mit Tatami. Großzügig fiel Licht durch die offen stehenden Shōji hinein. Vor denen, wie sie sah, sich außen auch hölzerne Schiebetüren befanden. Wohl, um sie in Herbst und Winter, vor der Witterung zu schützen.
Kagome zeigte sich jedoch irritiert von einer weiteren, hölzernen Schiebetür, die links in einen weiteren Nebenraum führte. Einem traditionellen Küchenraum mit einem Kamado, einem traditionellen Herd, wie er auch im Eingangsbereich von Kaede's Hütte stand. Nur war dieser hier größer.
Diese Küche verband das Hi no ma, den Empfangsraum, mit einem weiteren Raum, dem Zashiki, dem Aufenthaltsraum. Dieses Zimmer war größer als der Empfangsraum und wie dieser, mit Tatami ausgelegt.
Von diesem großzügigen Raum führten nicht nur die Shōji, vor denen sich ebenfalls auch wieder hölzerne Türen befanden, zu ihrer Linken in den Gartenbereich, wie sie die Grünfläche neben dem Haus als diesen bezeichnen würde. Der Raum verfügte auch gleich über zwei Tokonoma und auch zwei Chigaidana.
Einer Nische und einem Regal.
Gleich links von ihr, neben der Tür, durch die sie das Zashiki betrat, fand sich das erste Chigaidana, an das sich gleich die erste Tokonoma anschloss. Auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes, war beides noch mal in gespiegelter Abfolge vorhanden.
Vom Zugang zum Garten ausgesehen, kam erst das Chigaidana, an das sich die Tokonoma anschloss und neben der sich, ausgerichtet Richtung Garten, noch mal ein Regal befand.
Doch beide Nischen und Regale waren noch leer. Auch ein niedriger Tisch und Kissen oder Stühle fehlten. Er war lediglich mit Tatami ausgelegt.
Neben dem weiteren Regal, das Richtung Gartenzugang ausgerichtet war, führte eine Fusuma zum letzten Raum des Hauses.
Und der ebenfalls, nach hinten, ins Grüne ausgerichtet war.
Der Schlafraum.
Das Haus selbst war von einem hüfthohen und blickdichten Zaun aus Bambus umgeben. Ein Weg aus grauen, runden Steinplatten, ein Nobedan, führte über das grüne Gras zum Hauseingang.
„Ich versteh nicht so ganz.“ Aber sie ahnte es bereits, als sie sich zu den Dorfbewohnern umdrehte und in ihre Gesichter sah.

„Wir bauten dieses Haus für Euch, Kagome-sama.“
„Während Ihr schlieft.“
„Als Dank, dass Ihr nicht nur unser Dorf ein weiteres Mal rettetet, sondern auch unsere Kinder.“
„Nani?“ Trotz, dass sie es ahnte, sah sie die Dorfbewohner erstaunt an.
„Wir waren sowieso alle mit Wiederaufbauarbeiten beschäftigt, Kagome-chan.“
„Da dachten die Dorfbewohner, sie könnten Euch auch gleich dieses Haus bauen.“ Kagome wurde schlagartig rot.
„D-Das kann ich nicht annehmen.“ Das konnte sie wirklich nicht. „Dies ist ein viel zu großzügiges Geschenk.“
„Kagome-sama, Ihr rettetet unsere Kinder. Unser Dorf.“
„Es gibt nichts, womit wir unsere Dankbarkeit Euch gegenüber mehr ausdrücken könnten.“
„D-Das kann ich doch trotzdem…“ Sie sah in die vielen Gesichter der Dorfbewohner. „...nicht annehmen. Das ist zu...großzügig.“
„Ihr braucht Euren eigenen Bereich, Kagome-sama.“
„An den Ihr die Möglichkeit habt, Euch zurückzuziehen und wieder zu Kräften zu kommen.“
„Bei uns konntest du ja nicht bleiben, Kagome. Wir mussten die Dorfbewohner in unserer Hütte versorgen.“
„Deswegen brachte InuYasha dich zu uns, Kagome-chan.“
„Aber ihr braucht natürlich euer Haus für euch.“
Kagome verstand all das. War aber dennoch von der ganzen Situation überfordert. Auch wenn ihr das Haus wirklich gefiel.
„Eure Freunde erzählten uns, dass Ihr in ferner Zukunft einmal an diesem Ort leben werdet. Dass Eure Familie hier leben wird.“
„Also dachten wir, dies wäre ein sehr guter Platz zum wohnen für Euch.“
Diesmal konnte Kagome ihre Tränen nicht zurückhalten. Die über ihre roten Wangen liefen. Die sie sich mit den weißen Ärmeln ihres Chihaya wegzuwischen versuchte.
„Aber was habt Ihr denn, Kagome-sama?“
Sie schüttelte nur mit ihrem Kopf und die eben noch besorgten wie verwirrten Gesichter der Dorfbewohner erhellten sich, als sie mit einem Lächeln zu ihnen sah. Auch wenn ihr noch die Tränen, aus ihren funkelnden Augen liefen.
„I-Ich...bin nur so unglaublich glücklich, den Rest meines Lebens in einem Dorf mit solch tollen und lieben Menschen wohnen zu dürfen. Ich...finde das Haus wirklich schön und bin euch allen so unglaublich dankbar. Ich…“

Sango legte ihr eine Hand auf ihre Schulter, lächelte ihr aufmunternd zu. Wandte sich dann an die Dorfbewohner.
„Ich denke, wir wollten Kagome-chan jetzt etwas Ruhe und Raum für sich geben. Dass sie sich erst mal in alles einfinden kann.“
Die Dorfbewohner nickten.
„Eingerichtet ist das Haus leider jedoch noch nicht.“
„Wir wussten ja nicht, was Euch gefallen würde.“
„Es blieb uns auch keine Zeit dafür.“
„Auch wenn wir froh sind, dass Ihr wieder wach seid.“
Kagome nickte erst, schüttelte dann mit dem Kopf. Ihre Emotionen fuhren gerade Achterbahn in ihrem Kopf.
„Ist schon gut. Umso mehr kann ich mich ja auch ganz bei der weiteren Einrichtung austoben.“
Miroku stieß den Han'yō, neben dem er stand, und der alles die ganze Zeit über genau beobachtete, mit seinem Ellenbogen leicht in die Seite. Sodass er zu seinem besten Freund sah.
„Für so viel Einrichtung werdet ihr einiges an Geld benötigen. Du wirst mir also wieder zur Seite stehen?“
„Und sie hier allein zurücklassen, nachdem die Yōkai im ganzen Umland jetzt genau wissen, wer sie ist und es auf sie abgesehen haben? Hast du ne'n Knall?“
„Wie stelltest du dir denn jetzt alles Weitere vor?“
„Was meinst du?“
„Naja, denkst du wirklich, Kagome-sama wird ohne dich hier einziehen? Abgesehen davon, dass du sie nicht aus den Augen lassen wirst, ist das Haus für sie allein doch viel zu groß. Und wenn ihr dann schon zusammen lebt, nach der ganzen Zeit eurer Trennung, und wenn du dann wieder unserer Arbeit nachgehen wirst…“ ignorierte der Hōshi die Absage seines Freundes zuvor einfach. „...willst du es Sango und mir dann nicht nach machen? Und dich voll und ganz, häuslich mit Kagome-sama niederlassen? Eure...Beziehung…“ suchte Miroku kurz nach einem Wort, dass das, was zwischen den beiden eindeutig war, zusammenfasste. „...auf die nächste Ebene heben und vollständig machen?“
InuYasha versteifte sich kurz, wurde sichtbar rot um die Nase. Seine Gedanken rasten genauso, wie sein Gesicht sich zunehmend wärmer anzufühlen begann.
Er sah zu Kagome.
Die lächelte und gleichzeitig weinte. Ihr Lächeln erreichte ihre hellen leuchtenden Augen. Aus denen Tränen über ihre roten Wangen liefen. Was alles noch einmal den Kontrast zwischen ihrer hellen Haut und ihrem dunklen Haar betonte.
Sie freute sich einfach. Über das Haus, die Blumen. War dankbar für beides. Sie war vollkommen in dieser Zeit angekommen.
Hier bei ihm.
Und er musste unweigerlich an die vergangenen Jahre zurückdenken, senkte dabei seinen Blick. Was Miroku ebenso auffiel, wie der Blick, den der Han'yō dabei bekam. Ein Mix aus Wut und Trauer, Sehnsucht und Einsamkeit, Frust.
InuYasha dachte daran, wie es war, aus der Ferne der Hochzeit seiner Freunde beizuwohnen, während er allein war. Zu sehen wie Sango's Bauch zunehmend größer wurde. Wie die Zwillinge wuchsen. Nun hatten seine Freunde noch ein Kind. Shippō, Kohaku und Kirara waren oft unterwegs. Wirklich reden konnte er nur mit Kaede, die auch oft eingebunden war.
Und er dachte an die Blicke, die Kagome nicht selten hinterher sahen, wenn sie durch das Dorf ging. An die Gefühle, die sie in ihm auslöste, wenn sie nah bei ihm war. Auch schon auf ihren gemeinsamen Reisen, in schwierigen Situationen. In denen er nur sie an sich ran lies.
Weil sie eine angenehme Ruhe in ihm auslöste.
Die nur sie ihm bis jetzt geben konnte.
Erinnerungen an ihre gemeinsamen Küsse kehrte in sein Bewusstsein zurück. Der Letzte war erst ein paar Tage her. Aber er hatte noch das Gefühl, ihre Lippen auf seinen zu spüren. Oder auch von ihrem Kuss damals, im Shikon no Tama.
Er musste sich selbst vergewissern und ihr beweisen, dass sie einander wirklich wieder fanden. Und schon damals nahm er sich, während er sie küsste, vor, ihr danach alles sagen zu wollen, was in seinem Kopf vor sich ging.
Doch dann wurden sie getrennt…

„Wie nett, dass du wenigstens schon mal einen Futon hast.“ murrte InuYasha, als Kagome später auf diesem lag. Während er neben diesem saß. Wie sie es von ihm kannte, an der Wand lehnend.
„Sie bauten ein ganzes Haus, InuYasha.“ Kagome konnte dies immer noch nicht recht glauben. „Ich könnte unmöglich auch noch verlangen, dass eine gesamte Inneneinrichtung noch dazu kommt.“
„Als ob ich auch Sachen hier drinnen haben wollte, die andere Leute hier rein schleppten.“
Kagome seufzte nur und sah dann verwundert zu ihm, als er seinen roten Suikan über sie legte.
„Ich hab keinen Bock, dass du dich erkältest.“ war seine Antwort auf ihren Blick.
„Du könntest dich auch zu mir legen. Dann wär mir auch nicht kalt.“
InuYasha wurde etwas rot um seine Nase und hoffte, es würde ihr in der Dunkelheit nicht auffallen.
„Du musst doch auch mal schlafen.“ Das sah sie ihn noch kein einziges Mal, seit sie wieder zurück war.
„Keh.“ kam es nur von ihm. „Du weißt doch, dass mein Körper anders ist.“
„Natürlich weiß ich das.“ seufzte sie.
„Ich brauch keinen Schlaf, wie ihr Menschen. Und außerdem muss ja jemand auf dich aufpassen. Du würdest es noch hinbekommen, dich selbst im Schlaf noch in Schwierigkeiten zu bringen.“
„InuYasha?“ Sie lächelte, sah zu ihm.
„Mh?“
„Arigatō, dass du da bist und auf mich aufpasst.“
Das brachte ihn kurz aus dem Konzept.
„Als ob du dich dafür bedanken müsstest, Kagome, dass ich di-“ Mitten in seinem Satz merkte er, dass sie bereits schlief. Seinen Suikan bis an ihre Nasenspitze gezogen und tief darin eingekuschelt.
Sein Griff um Tessaiga wurde fester...




Die Unterkunftsfrage wäre damit dann ja wohl geklärt. Aber Miroku hat nicht ganz Unrecht. So eine Ausstattung und ein Leben kosten Geld. Sie sollte wohl anfangen, nun auch Aufträge als Miko anzunehmen.
Bis nächste Woche zum Lesen^.<
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