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Someone Will Remember Us

GeschichteAngst, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Montgomery de la Cruz
06.09.2020
22.11.2020
30
99.640
4
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40 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
20.09.2020 2.973
 
Guten Morgen ihr Lieben!



Ich hoffe sehr, dass ihr eine schöne Woche hattet. In diesem Kapitel gibt es endlich wieder mehr Wonty-Action. ;-) Ich bin schon sehr gespannt, wie es euch gefällt.

Auch bedanke ich mich an dieser Stelle sehr für eure Reviews, Favoriteneinträge und die Empfehlung. Das bedeutet mir sehr viel.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und noch einen schönen Sonntag. Erholt euch gut.

Liebe Grüße

eure Anja

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Kapitel 5: Workshops


Winston zu ignorieren stellt sich als einfacher heraus, als ich zuerst angenommen habe.

Ich habe kaum Zeit, um an ihn zu denken. Scott hat angefangen, mir beim Lernen zu helfen, um sicherzustellen, dass ich tatsächlich eine Chance habe, den Abschluss zu schaffen.

Mir ist nicht bewusst gewesen, dass Lernen so viel Arbeit erfordert, aber es ist immer noch besser, als das letzte Schuljahr zu wiederholen und zusammen mit meiner jüngeren Schwester meinen Abschluss zu machen.

Nee, selbst dann würde ich meinen Abschluss wahrscheinlich nicht schaffen. Ich würde mein letztes Jahr wiederholen, bis ich dreißig wäre.

Aber weil ich meinen Abschluss schaffen will, bedeutet das, dass ich anfangen muss, auf Schulausflügen aufzupassen. Ich kann nicht einfach nur herumalbern, mich aus dem Staub machen und zurückkommen, wenn es Zeit wird, zurückzufahren.

Ich weiß nicht mal, was der Sinn hinter diesem Ausflug ist. Wir befinden uns in einem alten Museum, aber ich passe nicht wirklich auf. Scott befiehlt mir, einfach nur Notizen zu machen, aber meine Hände werden vom Schreiben müde und ich werfe die Daten und Geschehnisse durcheinander, weil der Tour-Führer zu schnell spricht, und gebe auf.

Scott seufzt, aber er erzählt mir keinen Scheiß darüber, dass ich mich mehr anstrengen solle. Er weiß, dass ich mich wirklich anstrenge.

„Ich lasse dich später meine abschreiben“, sagt er, als er sein Heft in seinen Rucksack packt.

Wir sind an einer der Bänke vor dem Museum stehen geblieben, weil wir zu einem anderen Gebäude gehen sollen, um unsere Mittagspause zu machen. Danach kommen wir für ein paar Workshops wieder hierher und anschließend können wir diese Folter endlich beenden und zurück zur Schule fahren.

„Gott, ich hätte lieber Mathe mit Mr. Dunbar anstatt an diesem Ausflug teilzunehmen“, sage ich zu Scott und laufe der Gruppe hinterher.

„Hättest du?“, will Scott mit erhobener Augenbraue von mir wissen.

„Nee“, gebe ich zu und wir lachen.

Wir gehen weiter, aber wir werden etwas langsamer und bleiben hinter der Gruppe zurück.

Es macht mir nichts aus. Langsam mit Scott an meiner Seite zu gehen. Zum ersten Mal seit einiger Zeit stehen die Dinge für uns beide gut. Nicht perfekt, aber gut.

Wir laufen nebeneinander her, mit einem Grinsen auf unseren Gesichtern. Wir sprechen nicht und müssen es auch nicht.

Scott weiß über meine Mom Bescheid. Er hat nicht fragen müssen, damit ich es ihm erzähle. Ich habe es ihm erzählt, weil ich ihm vertraue. Sie ist noch nicht wieder komplett eingezogen, aber jeden Tag verbringt sie mehr und mehr Zeit in unserem Haus. Ich könnte mich daran gewöhnen, nach Hause zu kommen und ihre hausgemachten Gerichten zu Abend zu essen.

Sogar Dad versucht, sich zu bessern. Er wirft mir immer diesen Blick zu, wann immer ich etwas tue, das ihn nervt und ich weiß, dass ich mich auf dünnem Eis bewege. Bald wird er explodieren. Doch für den Moment versucht er, sich wie der perfekte Ehemann zu benehmen, bis er meine Mom überredet hat, wieder bei uns einzuziehen.

Estela ist überzeugt, dass sie das tun wird. Ich? Ich glaube nicht an Märchen.

Ich blicke nach rechts und meine gute Laune verschwindet sofort wieder.

Es fühlt sich an, als würde jemand ein Messer in meinem Bauch umdrehen und ich presse meine Kiefer aufeinander, um mich daran zu erinnern, dass es nicht wehtun sollte. Ich ignoriere ihn, nicht umgekehrt.

Aber was, wenn ich falschliege? Was, wenn er genug hat und es leid ist, mir hinterherzurennen? Er ist länger bei mir geblieben, als es die meisten Menschen getan hätten, dafür hat er meinen Respekt.

Er steht in der Nähe einer der Bänke und hält eine Kamera in der Hand. Er hebt sie an seine Augen und ich beobachte, wie er ein paar Fotos von der Gruppe vor uns macht.

Sieh mich verdammt nochmal an.

Sieh. Mich. An.

Ich stecke meine Hand in meine Jackentasche und taste herum, um nach dem Stück Papier zu suchen.

Meine Schulteamjacke trage ich nicht. Ich habe es nicht über mich gebracht, sie anzuziehen. Also trage ich eine alte schwarze Jacke, die ich irgendwo hinten in meinem Kleiderschrank gefunden habe. Ich bin ziemlich sicher, dass sie Charlie gehört. Ich glaube, ich erinnere mich daran, sie bei einem Kartenspiel gewonnen zu haben, aber die Details verschwimmen ein wenig in meinem Kopf.

Es ist geradezu lächerlich. Mit meinem Daumen streiche ich über die Ecke des Papierstücks. Es ist bereits ziemlich abgegriffen und weich von den vielen Malen, die ich jeden einzelnen Buchstaben und jede Kante mit meinen Fingern nachgefahren bin.

Ich tue es, um mich daran zu erinnern, dass er mich nicht ignoriert. Die Notiz ist der Beweis dafür. Das muss sie sein.

Aber es sind mehr als zwei Wochen vergangen, seit er mir meine Jacke wiedergegeben hat, und ich habe ihm nicht einmal eine Sekunde meiner Aufmerksamkeit geschenkt. Ich wäre nicht überrascht, wenn er schlussendlich beschlossen hätte, mich gehen zu lassen.

Gut. Jetzt kann ich zu meinen alten Leben zurückkehren.

Er ist nicht mit dem Bus gefahren, in dem Scott und ich sitzen, aber ich habe gesehen, wie er und Alex zur gleichen Zeit in ihren Bus gestiegen sind. Er weiß auf jeden Fall, wie er seine Freunde auswählen muss. Ein Spinner nach dem anderen.

Ich drehe den Kopf, um zu beobachten, wie er um das Museumsgebäude herumgeht. Er sollte sich nicht von der Gruppe entfernen. Er sollte nicht so dumm sein, abzuhauen.

Er könnte sich verlaufen oder die Zeit vergessen und dann würde er zu spät zu den Workshops kommen.

Jemand muss sicherstellen, dass das nicht passiert.

„Ich… ähm“, setze ich an, bleibe stehen und lasse Scott alleine weitergehen. Er geht ein paar Schritte weiter und dreht dann den Kopf, um mich anzusehen. Er wirft mir einen verwirrten Blick zu, einen, der „Was tust du?“ bedeutet. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich keine verdammte Ahnung.

„Ich muss… etwas tun“, sage ich vage und Scott erwartet keine genaueren Informationen. Er weiß, dass ich sie ihm geben würde, wenn ich wollte.

„Monty…“, seufzt er und schüttelt den Kopf, als wäre er von mir enttäuscht. Offensichtlich denkt er, ich würde mich einfach von dem ganzen Ausflug absetzen. Aber nein, ich werde nur sicherstellen, dass Winston die tollen Workshops nicht verpasst.

„Ich komme gleich zurück“, unterbreche ich ihn schnell, bevor er noch mehr sagen kann. „Versprochen.“

Er wirkt nicht überzeugt, als er einen Schritt zurücktritt.

Geh“, befehle ich ihm. Er sieht mich noch einmal an, seufzt und geht langsam schneller, um sich wieder der Gruppe anzuschließen.

Und erst, als er sich Diego in der Gruppe angeschlossen hat, atme ich aus und löse meine Faust von dem Stück Papier.

***


Das bin nicht ich.

Ich bin nicht dieser Mensch.

Ich bin es nicht, der auf diesen Bus zuläuft, der seine schwitzigen Hände an meiner Jeans abwischt, als er den Bus betritt. Und es ist nicht mein schneller Herzschlag, den ich in jedem Zentimeter meines Körpers fühlen kann.

Gott. All das wegen eines Kerls.

Zuerst bemerkt er mich gar nicht. Er kramt in einer Tasche herum, die auf einem der Sitze im Bus liegt. Er steht mit dem Rücken zu mir und ich hüstele, weil ich das nicht länger aushalte.

„Alex, ich habe doch gesagt, dass ich–“, fängt er an, während er herumfährt und dann hält er abrupt inne. Seine Augen weiten sich, als er mich dort stehen sieht, wie ich seinen einzigen Ausweg aus dem Bus versperre (er würde nicht den Notausgang benutzen, oder?).

Keiner von uns weiß, was er sagen soll.

Er presst seine Lippen aufeinander und lässt zu, dass sein schwarzes Haar über seine Augen fällt.

Ich habe gedacht, ich wüsste, was ich sagen würde. Ich habe alles genau geplant. Aber zu hören, wie er Alex‘ Namen ausspricht, bringt mich komplett aus dem Konzept.

„Nicht Alex“, sage ich leise und schaue mich im Bus um, als hätte ich zuvor noch nie einen von innen gesehen.

„Ja, das sehe ich“, sagt Winston langsam und er verschränkt die Arme vor der Brust.

Ich bin froh, dass er mich nicht fragt, was ich hier tue, denn ich wüsste nicht, was ich darauf antworten sollte.

Plötzlich fühle ich, wie die Ecke seines Zettels gegen meinen Daumen streicht und ich spüre, wie meine Kehle trocken wird.

Ich schlucke einmal und atme tief ein, ehe ich meine Augen wieder auf ihn richte. „Ich… ähm… ich glaube, ich schulde dir was?“

Er schnaubt und blickt weg und aus dem Fenster. Das ist nicht die Reaktion, die ich erwartet habe.

Ich habe gehofft, dass er vielleicht zumindest lächeln würde. Doch er lächelt nicht.

Er hebt die Hände an sein Gesicht und reibt sie an ihm rauf und runter. „Jesus, Monty“, sagt er leise und sieht mich immer noch nicht an, als er seine Arme an seine Seiten fallen lässt. „Mach dir deswegen keine Gedanken. Ist das alles?“

Er seufzt auf und steckt seine Hände in die Hosentaschen und ich kann nicht anders, als wütend auf ihn zu werden.

Was soll das heißen, „Mach dir deswegen keine Gedanken“? In letzter Zeit tue ich nichts anderes mehr.

Ich setze meinen Ruf aufs Spiel, indem ich auch nur im gleichen Bus wie er bin. Er könnte zumindest versuchen, so zu tun, als würde er sich ein bisschen darüber freuen, mich zu sehen.

„Die Notiz. Sie–“, murmele ich und ich will mich schlagen, weil ich so erbärmlich klinge. Sprich laut.

Winston lacht tatsächlich. Es ist nicht das gleiche Lachen, das ich sonst immer in ihm auslöse, aber trotzdem ein Lachen. Das akzeptiere ich.

„Ich habe den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden“, teilt er mir mit und endlich dreht er seinen Kopf und sieht mir direkt in die Augen. „Es tut mir leid, dass… du weißt schon. Ich werde dich nicht mehr belästigen. Ich werde dich in Ruhe lassen.“

Er schenkt mir ein kleines Lächeln und wendet sich dann wieder seiner Tasche zu. Er nimmt etwas aus ihrer heraus und steckt es in seine Hosentasche, ehe er den Reißverschluss wieder schließt und die Tasche unter dem Sitz verstaut.

So sollte das eigentlich nicht ablaufen.

Er kommt langsam auf mich zu, mittlerweile ohne seine Kamera in den Händen – er muss sie zurück in seine Tasche gelegt haben. Gerade als ich glaube, dass er sich an mir vorbeidrängen wird, um den Bus zu verlassen, bleibt er ein paar Zentimeter vor mir stehen.

Er sieht traurig aus, vielleicht sogar ein wenig enttäuscht. Zurzeit scheine ich die Menschen um mich herum nur zu enttäuschen.

„Er trägst deine Jacke gar nicht“, meint er, als seine Augen über meinen Oberkörper und danach zurück zu meinen Augen wandern.

Ich zucke mit den Achseln. „Sie war dreckig.“

Genau genommen ist das keine Lüge. Auch wenn die Blutflecke weitestgehend verschwunden sind, erinnere ich mich noch genau daran, wo sie waren und die Jacke scheint eine konstante Erinnerung an diese Nacht zu sein.

Ich kann ihm nicht erzählen, dass ich sie in meinem Schrank versteckt halte – getrennt von meinen restlichen Klamotten, damit sie nicht ihren Geruch verliert. Obwohl dieser trotzdem von Tag zu Tag schwächer wird. Bald wird er vollständig verschwunden sein.

„Mittlerweile habe ich ohnehin eine neue“, beeile ich mich zu sagen und das tue ich, ich habe mich nur dazu entschlossen, sie nicht anzuziehen. Winston nickt leicht und blickt dann wieder zum Ausgang.

Nun, da ich weiß, dass er es nicht merken wird, wandern meine Augen zu seinen Lippen.

Ich frage mich, ob er sich von mir küssen lassen würde. Nur noch ein letztes Mal.

Ob er mich wegstoßen oder zulassen würde, dass ich meine Zunge in seinen Mund schiebe.

Ich schätze, es gibt nur einen Weg, das herauszufinden.

Was habe ich denn ohnehin zu verlieren? Wir sind alleine und niemand beobachtet uns.

Aber ich kann mich nicht einfach auf ihn stürzen, ich will ihn nicht vergraulen.

Ich muss mich nett und langsam herantasten.

„Ich mag deine Haare so“, sage ich, ehe ich mich aufhalten kann. „Sie sehen nett aus.“

Nett.

Nett?

Ich hätte definitiv den Mund halten sollen.

Automatisch hebt er die Hand an seine Haare und streicht sie aus seinem Gesicht. Seine Haare sind ein einziges Chaos, der Wind hat sie für ihn durcheinandergebracht und irgendwie schafft er es, gut damit auszusehen.

Ich frage mich, wie es sich anfühlen würde, meine Hände in seinen Haaren zu vergraben und ihn näher an mich heran zu ziehen. Würde er es zulassen?

Plötzlich merke ich, dass ich ihn anstarre. Meine Augen brennen sich in seine und Winston schaut rasch weg, seine Wagen verfärben sich leicht.

Er würde mich lassen.

Ich weiß das.

Er sieht auf seine Schuhe und ich strecke eine Hand nach ihm aus.

Meine Fingerspitzen streichen seine Haare und ich stecke sie sanft hinter sein Ohr. Dabei streifen meine Fingerspitzen sein Ohr.

Er atmet zittrig aus und blickt zu mir auf. Seine Pupillen sind geweitet und seine Zähne graben sich in seine Unterlippe. Er weiß genau, was er tut, als er einen weiteren Schritt auf mich zu macht.

Gott.

Ich könnte ihn hier und jetzt in diesem Bus ficken und niemand würde es erfahren.

Allein daran zu denken, in ihn zu stoßen, während ich an seinen Haaren ziehe, verursacht ein… Gefühl in meinem Unterleib und ich muss mich daran erinnern, zu atmen.

Ich lasse meine Hand von der Rückseite seines Ohrs zu seinem Hinterkopf wandern und schlinge meine Finger in sein Haar.

Ich denke nicht daran, dass er mich vor ein paar Minuten noch „Alex“ genannt hat oder dass ich mir selbst gesagt habe, dass ich nur hier bin, um sicherzugehen, dass er nicht vorhat, irgendwohin abzuhauen.

Das alles fühlt sich an, als würde es in einem anderen Leben als meinem eigenen passieren. Denn jetzt gerade greifen meine Finger in seine dunklen Haare, seine Hand liegt auf meiner Hüfte und ich kann spüren, wie sein Atmen über meine Lippen haucht. Und das ist das Einzige, das wirklich zu zählen scheint.

Ich senke den Kopf und beuge mich leicht vor, sodass meine Lippen kurz davor sind, gegen seine zu streichen.

Er lacht leise, als könne er nicht glauben, dass wir wieder an diesem Punkt sind. Als hätte sich nichts verändert. Ich fühle seinen heißen Atem auf meinen Lippen und ich kann nur noch daran denken, ihn zu küssen.

Ich versuche, seinen Kopf auf mich zu zu drücken. Auf diese Weise wäre er derjenige, der den Kuss initiiert und nicht ich, und ich muss mich deswegen nicht schlecht fühlen.

Aber er weigert sich und kämpft gegen den Druck meiner Hand an.

Du küsst mich“, flüstert er und seine Stimme ist so tief, dass er es mir nicht zweimal sagen muss.

Ich knalle meine Lippen geradezu auf seine und er keucht auf. Fast sofort beginnt er, mich ebenfalls zu küssen. Sein Mund bewegt sich auf meinem, als wolle er mich nur für sich allein.

Ich beiße in seine Unterlippe, etwas, das ich schon seit Wochen tun wollte, und er öffnet seine Lippen für mich. Ich dränge meine Zunge in seinen Mund und kann spüren, wie er ein Stöhnen unterdrückt.

Seine Hände drücken stärker in meine Hüften, als ich einen Schritt vorwärts mache und ihn gegen einen der Sitze dränge.

Er würde sich tatsächlich hier und jetzt von mir ficken lassen. Ich würde ihn immer wieder vögeln, bis er so erschöpft wäre, dass er nicht mehr allein laufen könnte.

Ich würde bei ihm bleiben. Ich würde ihn hochheben und aus dem Bus tragen. Ich weiß, dass ihm das gefallen würde.

Ich könnte es tun. Aber ich werde es nicht.

Er muss lernen, dass es keine gute Idee ist, mich zu ignorieren.

Als er anfängt, an meiner Unterlippe zu saugen, löse ich mich von ihm.

„Hast du immer noch vor, mich in Ruhe zu lassen?“, frage ich ihn, wobei ich mich an seine Worte von vorhin erinnere. Er hält inne und stößt dann einen tiefen Seufzer aus.

„Nein. Gott, nein“, stöhnt er gegen meine Lippen und beugt sich wieder vor. Seine Nase reibt gegen meine Wange, als er meinen Mund mit seinem überfällt.

Ich bin hart. Das weiß ich.

Und es liegt nicht nur an ihm. Es ist auch meine Schuld. Ich muss aufhören, an all die Möglichkeiten zu denken, mit denen ich ihn in seinem Bus ficken könnte.

Ich spüre, wie sich seine Hände von meinen Hüften zu meiner Hose bewegen. Er fasst an meinen Gürtel und versucht, ihn zu öffnen.

Mit meiner freien Hand greife ich nach seinen Handgelenken – mit der Hand, die sich an dem Sitz hinter ihm festgehalten hat – und ich ziehe seine Hände von meinem Gürtel weg.

Er zieht sich etwas zurück, aber seine Lippen streifen immer noch meine, als er wispert: „Aber du bist hart.“

Ich schlucke schwer und versuche nicht daran zu denken, was seine Worte mit mir anstellen.

Ich beuge mich vor und küsse seine roten geschwollenen Lippen ein letztes Mal, bevor ich mich wieder zurückziehe.

Er sieht mich an. Seine Augen sind immer noch dunkel und er ist außer Atem. Er weiß nicht, was ich damit bezwecke. Da sind wir schon zu zweit.

„Ignorier mich nicht“, sage ich leise. Ich will selbstsicher und selbstbewusst klingen, sodass er weiß, dass er sich nicht mit mir anlegen sollte. Aber trotzdem scheint es zu funktionieren und er nickt, bevor er mich an den Schultern packt und mich in eine Umarmung zieht.

„Ich könnte dich nie ignorieren“, murmelt er, als er seine Lippen in meine Halsbeuge drückt.

Seine Haare kitzeln mich unten am Kinn und ich nehme mir einen Augenblick, bevor ich ausatme, ihn ebenfalls umarme und näher an meine Brust ziehe.

Und für den Bruchteil einer Sekunde fühlt es sich so an, als hätte ich alles.
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