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Someone Will Remember Us

GeschichteAngst, Liebesgeschichte / P18 Slash
Montgomery de la Cruz
06.09.2020
22.11.2020
30
99.640
2
Alle Kapitel
40 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
22.11.2020 7.163
 
Einen schönen guten Morgen!



Es ist soweit. Heute bekommt ihr von mir das dreißigste und damit letzte Kapitel von Someone Will Remember Us. Ich kann nicht fassen, wie schnell die Zeit verflogen ist, dass wir schon hier angekommen sind.

Ich bin unglaublich stolz, dass ich nach all den Jahren wieder die Motivation für und vor allem den Spaß am Übersetzen gefunden habe. Dass ich es tatsächlich geschafft habe, noch einmal eine Geschichte vollständig zu übersetzen.

Andererseits macht es mich auch ein wenig traurig, dass SWRU nun (für mich zum fünften Mal :-D) vorbei ist. Ich glaube, so geht es grundsätzlich allen Autoren und Übersetzern am Ende einer Geschichte.

An dieser Stelle bedanke ich mich vielmals für all eure Rückmeldungen – sei es in Form von Reviews, Favoriteneinträgen oder Sternchen. Jeder einzelne Klick auf SWRU hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Es ist ein unglaublich tolles Gefühl, zu wissen, dass es da draußen Menschen gibt, die sich tatsächlich durchlesen, was ich hier fabriziere und (hoffentlich) auch Spaß dabei haben.

An jeden einzelnen von euch möchte ich daher Danke sagen. :-)

Zudem möchte ich mich bei Cherry Unicorn bedanken, die mir tatsächlich zu jedem einzelnen Kapitel ein Review hinterlassen hat. Mit der Zeit hat es sich für mich fast wie eine Art Chat angefühlt und ich habe mich jedes Mal außerordentlich über ihr Feedback gefreut. Ganz lieben Dank dafür, liebe Lea. <3

Zu guter Letzt bedanke ich mich sehr bei der Autorin KingWinston. SWRU war die erste Fanfiktion von ihr, die ich nach dem Ende von Tote Mädchen lügen nicht gelesen habe und sie hat mir so aus meinem emotionalen Tief zu dieser Zeit herausgeholfen. Sie hat Monty meines Erachtens hier so Canon zur Serie beschrieben, alles war einfach so glaubhaft und wunderschön geschrieben – es war genau die „Therapie“, die ich damals gebraucht habe, und sie hat mir wahnsinnig geholfen. Und dafür danke ich ihr sehr.

Das erste Kapitel der Fortsetzung Becoming The First Choice werde ich am Donnerstag posten, weil ich es bei dieser leider nicht mehr schaffen werde, drei Kapitel pro Woche hochzuladen. Bis auf das letzte Kapitel habe ich die Story zwar schon fertig übersetzt, aber bei mir auf der Arbeit hat diese Woche das Weihnachtsgeschäft angefangen und dadurch wird es in den nächsten Wochen zeitlich etwas schwierig bei mir.

Ich hoffe sehr, dass ich den ein oder anderen Leser auch für den weiteren Verlauf von Monty und Winston begeistern kann. :-)

Für die Zeit nach BTFC arbeite ich aktuell aber auch schon an Kapitel 13 einer neuen Wonty-Übersetzung von der Autorin – ihr werdet mich also noch lange nicht los. ;-)

So, bevor ich noch rührseliger werde, verabschiede ich mich fürs Erste an dieser Stelle und wünsche euch viel Spaß mit dem letzten Kapitel von SWRU, welches knapp 6700 Wörter hat. Habt einen schönen Sonntag und bleibt gesund!

Liebe Grüße

eure Anja

_________________________________________


Kapitel 30: Der Countdown


Ich weiß, dass Scott Estela eingeladen hat, vorbeizukommen, weshalb ich aus dem Haus sein will, bevor sie eintrifft.

Ich vermisse sie. Ich vermisse es, jeden Morgen mit ihr zu frühstücken. Ich vermisse es, ihr zuzubrüllen, dass sie sich im Badezimmer beeilen soll. Ich vermisse es, wie sie in mein Schlafzimmer kommt, wann immer unsere Eltern sich gestritten haben.

Dad trinkt immer mehr. Es interessiert ihn nicht einmal, wohin Estela geht und was sie macht. Er gibt langsam auf.

Mom ist wieder ausgezogen. Oder zumindest ist sie gerade dabei. Sie hat mit Scotts Mom gesprochen. Sobald sie ausgezogen ist, ziehen Estela und ich bei ihr ein. Weg von Dad.

Sie hat sich heute mit mir treffen wollen. Sie hat es mir übers Handy erzählt, gleich, nachdem sie mir gesagt hat, dass sie ihr Bestes gibt, um uns von unserem Dad wegzubekommen.

Aber wir werden uns wann anders treffen. Erst muss ich jedem anderen sehen.

Benji trägt ein paar grauer Jogginghosen und sonst nichts, als er die Haustür öffnet.

Mittlerweile bin ich daran gewöhnt, ihn bei Winn zuhause zu sehen. Wir haben zusammen abgehangen, Winn und ich. Manchmal leistet Benji uns Gesellschaft, manchmal nicht.

Es sind fast zwei Wochen vergangen, seit wir Ryan im Einkaufszentrum gesehen haben. Wie ich zuletzt gehört habe, haben sie ihn wegen illegalem Drogenbesitz verhaftet und eventuell läuft ein Verfahren gegen ihn. Ich bezweifle es. Reiche Kinder kommen mit allem davon.

Ich habe Winn fast jeden Tag gesehen und wenn ich ihn nicht gesehen habe, habe ich ihn stattdessen angerufen oder ihm geschrieben.

Wir werden immer besser in diesem „Abhängen, ohne uns gegenseitig küssen zu wollen“-Ding. Das bedeutet nicht, dass ich nicht daran denke, ihn zu küssen.

„Ah, mein liebster regelmäßiger Besucher“, sagt Benji mit einem Lächeln im Gesicht, während er mich einlässt.

Ich kenne ihn erst seit fast drei oder vier Wochen, aber scheiße, ich werde ihn vermissen, wenn er wieder nach England verschwindet. Er bleibt über Weihnachten und Neujahr und dann fliegt er wieder zurück. Es wird seltsam sein ohne ihn in der Nähe.

„Wo ist Winn?“, erkundige ich mich, als ich anfange, meine Schuhe im Flur auszuziehen. Ich habe bereits einen Platz im Schuhregal.

„Unter der Dusche“, berichtet er mir, als er sich auf die Couch im Wohnzimmer legt. „Wenn du jetzt gehst, schafft du es vielleicht noch rechtzeitig, um ihm Gesellschaft zu leisten.“

Ich verdrehe die Augen und Benji lächelt vor sich hin. Ohne ihn wären wir vermutlich gar nicht da, wo wir jetzt sind.

Ich bleibe mit Benji im Wohnzimmer, auch wenn der Gedanke, mit Winn zu duschen, sehr verführerisch klingt.

Winn und ich… es wird besser. Es ist nicht perfekt. Wir haben geredet, wir haben gestritten und wir haben uns wieder vertragen. Aber wir haben uns nicht geküsst. Ich denke, wir bewegen uns in die richtige Richtung.

„Also…“, meint Benji und seufzt. „Werde ich eine Wonty-Wiedervereinigung miterleben, bevor ich wieder nach England fliege? Oder versucht ihr immer noch dieses „Freunde“-Ding?“

Ich ziehe meine Augenbrauen zusammen. „Eine was?“

Wonty? Das hat er gesagt, oder?

Benji verdreht über mich die Augen, als wäre ich der dumme. Er ist zwanzig Jahre alt und verhält sich wie ein Kind.

„Wonty“, wiederholt er langsam. „Winston und Monty. Obwohl ich auch Minston in Erwägung gezogen habe, weil–“

„Ich will es wirklich nicht wissen“, schneide ich ihm das Wort ab. Ich beginne langsam zu bemerken, warum dieser Kerl keine Freundin hat.

Vor einem Monat hätte es mich gegruselt, jemanden das sagen zu hören. Aber kommt schon, es ist Benji. Er kommt damit durch. Davon abgesehen bin ich daran gewöhnt, dass er seltsamere Dinge sagt.

„Was habe ich verpasst?“

Beim Klang seiner Stimme drehe ich den Kopf. Winston steht im Türrahmen und lehnt sich dagegen, während er versucht, seine Socken anzuziehen.

Seine Haare sind nass und er trägt ein graues T-Shirt – mein T-Shirt. Es hängt wie ein Kleid an ihm herunter. Zudem trägt er ein Paar Shorts, die fast bis zu seinen Knien reichen. Ich bin ziemlich sicher, dass sie Benji gehören.

„Nichts“, sage ich, bevor Benji den Mund aufmachen und einen weiteren Kommentar über uns abgeben kann, wie er es schon viele Male zuvor getan hat.

„Also, kommst du mit in mein Zimmer?“, will Winn von mir wissen und ich liebe es, wie selbstsicher er langsam wird. In seinem Schlafzimmer zu sein, bedeutet nichts. Die meisten unserer Unterhaltungen finden in diesem Raum statt.

Wir schaffen es, das Wohnzimmer zu verlassen, ohne dass Benji noch mehr Bemerkungen von sich gibt, aber er zwinkert mir zu, als Winn sich umdreht. Ich werde den Kerl wirklich vermissen.

„Ich dachte, du triffst dich heute mit deiner Mutter“, sagt Winn, während wir die Treppe hochgehen.

„Sie musste es verschieben“, lüge ich. Ich will nicht, dass er weiß, dass ich es verschoben habe, weil ich stattdessen ihn sehen wollte.

Er summt leise, als wir den Flur entlang und zu seinem Schlafzimmer gehen. Das erste, was mir auffällt, als ich reingehe, sind die neuen Vorhänge, die sein Zimmerfenster einrahmen. Saubere, hellblaue.

Ich erinnere mich an diesen einen Septemberabend, als ich vor seinem Fenster im Park gesessen und gehofft habe, dass er hinaussehen und mich entdecken würde. Ich frage mich, wie anders sich die Dinge entwickelt hätten, wenn er nie aus dem Fenster geschaut hätte.

Normalerweise fallen wir in unsere Routine: Ich liege auf seinem Bett, er sitzt auf dem Sessel und wir reden einfach nur abwechselnd.

Aber diesmal fühlt es sich anders an.

Niemand von uns sagt etwas und ich starre weiterhin aus dem Fenster.

„Ich… ähm… Vielleicht bin ich an Neujahr nicht hier“, meint Winston dann und ich verstehe, warum er so zögert, mit mir zu sprechen.

Seinem Großvater geht es endlich langsam besser, er hat ihn am Samstag besucht. Er hat mich gefragt, ob ich mitkommen will, aber ich habe mich nicht getraut.

Ich drehe mich um, um ihn anzusehen, aber er sieht okay aus. Es ist definitiv nicht wegen seinem Großvater.

„Meine Eltern wollen einfach nur ein paar Verwandte besuchen, das ist alles“, erklärt er mir und lässt sich langsam auf das Bett sinken. „Ich versuche, sie davon zu überzeugen, mich hier bleiben zu lassen. Benji auch. Du weißt, es wird sein letzter Tag hier sein. Ich bezweifle, dass er meine Tante Susy besuchen wollen wird.“

Und wieder einmal rettet Benji uns. Ich habe keine Ahnung, wie wir zurechtkommen werden, sobald er weg ist.

„Wir feiern eine Party bei Charlie“, berichte ich ihm. Tun wir nicht. Aber das werden wir.

Er hebt eine Augenbraue. Wahrscheinlich wundert er sich, warum er bisher noch nichts von der Party gehört hat. Mach dir keine Gedanken, das hat Charlie auch noch nicht.

„Wirst du kommen? Mit Benji?“, frage ich schnell, bevor er irgendwelche Fragen über diese Party stellen kann, zu der ich ihn gerade eingeladen habe.

„Ähm… sicher“, sagt er. „Ich sollte meine Eltern überzeugen können, mich gehen zu lassen.“

„Cool.“

„Cool.“

Cool.

***


Cool? Das scheint Charlie anders zu sehen.

„Nein! Auf keinen Fall!“, ruft Charlie. „Sieh mal, Mann, ich habe dich lieb, aber nein.“

„Aber ich habe ihn schon eingeladen!“

Es stellt sich heraus, dass es fast unmöglich ist, in weniger als zwei Wochen eine Silvesterparty zu planen.

Scott weigert sich, sich an der Diskussion zu beteiligen, auch wenn ich erkennen kann, dass er es lieben würde, wenn wir auf eine Party gehen könnten.

„Und hat Alex nicht gesagt, dass er an Silvester noch nichts vorhat?“, frage ich ihn.

Ich muss ihn zu der Erkenntnis bringen, dass diese Party eine gute Idee ist. Ich kann mit Winn herkommen, er mit Alex und Scott mit Estela. Wir gewinnen alle.

Charlie seufzt. „Bring Alex nicht mit ins Spiel.“

Aber ich stelle fest, dass er langsam erkennt, dass diese Party etwas Gutes haben kann. Charlie und Alex scheint es gut zu gehen, sie haben es leicht. Fast wünsche ich mir, dass Winn und ich das von Anfang an auch hätten haben können.

Scott und ich sagen nichts, während Charlie in seinem Zimmer auf und ab geht und es durchdenkt. In einer Minute wird er nachgeben. Wir müssen ihm nur ein paar weitere Sekunden Zeit geben, darüber nachzudenken.

„Ich meine– Ich wüsste nicht mal, wo ich anfangen sollte“, sagt Charlie zu sich selbst.

„Dafür sind wir hier“, meint Scott und grinst mich an. Zwei gegen einen.

Ich weiß, was Charlie Sorgen macht. Es muss so viel Scheiß organisiert werden. Ich habe noch nie eine Party organisieren müssen und bin immer nur auf die gegangen, die gerade liefen.

„Ich-Ich werde die Leute einladen“, sagt Charlie eilig, aber er scheint auch aufgeregt zu sein. „Ich werde dafür sorgen, dass das Team die Nachricht verbreitet.“

Zu einfach.

Charlie fängt an, eine Liste mit all den Dingen zu erstellen, die wir erledigen und besorgen müssen.

Aber wir drei werden nicht in der Lage sein, das alles alleine zu schaffen. Scott verspricht, Estela zu Hilfe zu nehmen und ich? Ich kenne jemand, der sich als nützlich erweisen könnte.

***


Ich weiß, wir haben gesagt, dass wir uns nichts schenken, aber ich will ihm etwas Besonderes geben.

„Du könntest ihm eine wiederverwertbare Plastiktüte schenken und er würde so tun, als wäre es das Beste, was er jemals geschenkt bekommen hat“, erklärt Benji mir und ich weiß, dass er damit nicht falsch liegt.

Aber er verdient etwas Großes, etwas Besonderes. Ich muss mir etwas überlegen, aber jetzt muss ich muss auf die Party konzentrieren.

Es stellt sich heraus, dass Benji ein paar Leute kennt und sie lassen uns kostenlos einen Teil ihrer Dekoration leihen, weil ihre Party abgesagt wurde. Benji meint, sie schulden ihm etwas und er würde alles für mich tun.

Ich glaube, er ist in mich verliebt. Oder vielleicht in Winn. In uns beide. Definitiv uns beide.

Benji holt die Kisten aus dem Haus, gibt sie an mich weiter und ich lade sie in mein Auto. Zum Glück muss ich mich nicht mit ihm unterhalten. Er spricht nur mit mir, wenn er mir die Kisten überreicht, und geht dann zurück ins Haus, um eine andere zu holen. Wie viel Scheiß besitzen diese Kerle?

Ich weiß, dass Winn – genauso wie ich – mit Benji redet, aber ich weiß auch, dass er – was auch immer ich ihm erzähle – für sich behält. Das gleiche tut er bei den Dingen, die Winn ihm erzählt.

Ich versuche immer noch, diese herauszufinden.

„Hat er irgendwas über mich gesagt?“, frage ich, als Benji mit einem weiteren Karton herauskommt. Dieser ist viel schwerer und er hilft mir, ihn ins Auto zu packen.

Benji legt den Kopf zur Seite, die „Wirklich?“ ausdrücken soll. Ich weiß, dass er mir nichts erzählen wird, aber es ist einen Versuch wert gewesen.

„Hör auf, dir Sorgen zu machen“, sagt er zu mir und klopft mir auf die Schulter.

Aber wie soll ich aufhören, mir Gedanken zu machen? Es ist unmöglich.

***


Ich habe nicht lange hier gewohnt, aber ich werde es vermissen.

Scotts Bett ist zu unserem Bett geworden, Scotts Schlafzimmer unser Schlafzimmer und Scotts Haus unser Haus.

Und jetzt wird Scotts Weihnachten unser Weihnachten.

„Komm schon“, stöhnt Scott, während er an meinem Bein zieht. „Sogar Estela ist hier. Wir warten nur auf dich.“

Ich bin an diese Art von Weihnachten nicht gewöhnt. Früh aufzustehen, zusammen zu frühstücken und Geschenke auszupacken.

„Steh auf!“ Scott schafft es, mich ein Stückchen aus dem Bett zu ziehen, und ich fange an zu lachen. „Ich werde es nicht vermissen, dich jeden Morgen aufwecken zu müssen.“

Das wird er allerdings. Ich weiß, dass ich es werde. Sich mit mir zu beschäftigen, ist sein liebster Teil des Tages.

Ich habe es geschafft, gerade einmal ein paar Stunden zu schlafen. Ich bin die ganze Nacht wachgeblieben, um mit Winn zu schreiben. Er muss sein Weihnachten mit seinen Großeltern verbringen, weshalb wir uns bis Silvester nicht sehen werden.

Ich könnte aufstehen, aber es könnte das letzte Mal sein, dass Scott mich früh aufwecken muss und ich werde nicht so leicht aufgeben.

Ich habe mit meiner Mom gesprochen. Sie ist bereits ausgezogen und wir sollten im Januar bei ihr einziehen können. Mein Dad hat ihr mit rechtlichen Schritten gedroht, aber er wird einen Scheiß tun. Er hat bloß Angst davor, alleine zu sein.

„Monty…“

„Scotty…“

Dann wirft sich der Mistkerl auf mich und versucht, mich aus dem Bett zu schubsen. Ich werde das wirklich verflucht nochmal vermissen.

„Scheiße, scheiße, okay“, sage ich zwischen meinem Lachen, als er versucht, mich niederzuringen. „Ich bin auf, ich bin auf. Ich bin in einer Minute unten.“

Endlich lässt Scott mich los und verlässt den Raum. Kurze Zeit später höre ich ihn und Estela unten im Wohnzimmer lachen. Vielleicht ist es letztendlich wirklich nicht schlecht, dass die beiden zusammen sind.

Ich schaffe es, meine Zähne zu putzen und mein Gesicht zu waschen, bevor Scott erneut kommt, um mich zu holen.

„Gib mir eine Sekunde, verdammt“, brülle ich, als er gegen die Badezimmertür hämmert. „Ich trage nicht mal eine Hose.“

Ich höre ihn aufstöhnen und zwei Minuten später kommt er mit einer schwarzen Jogginghose wieder zu mir.

„Wirst du wirklich da stehenbleiben und mir beim Umziehen zusehen?“, frage ich, während er im Türrahmen zum Badezimmer steht.

„Ja“, erklärt er. „Ich lasse nicht zu, dass du es weiter hinauszögerst.“

Ich verstehe nicht, was er meint, bis ich runterkomme und sehe, dass alle im Esszimmertisch sitzen – ihre Teller immer noch leer und sauber.

Sie haben auf mich gewartet.

Sie haben nicht frühstücken oder die Geschenke auspacken wollen, bis ich runterkomme. Das habe ich nie gehabt.

***


Später sitzen Estela, Scott und ich in unserem Schlafzimmer, früher bekannt als Scotts Schlafzimmer.

„Ruf ihn einfach an!“

Ich will ihn anrufen, ihn fragen, wie es ihm geht und ihm sagen, dass ich ihn vermisse. Gott, ich werde wirklich anhänglich.

Aber wir sind nicht zusammen und ich bin nicht sicher, ob es akzeptabel ist, wenn ich ihn anrufe.

Estela wirft ein Kissen nach mir und ich fange es und werfe es direkt zurück. Wir sitzen auf dem Bett, während Scott sich auf seinem Schreibtischstuhl dreht.

„Monty ist ein Schlappschwanz“, sagt Scott leise, während er sich von uns wegdreht. Ich sehe, wie sich seine Wangenknochen heben, als er grinst.

Ich verdrehe die Augen. „Ich will ihn einfach nicht stören.“

„Ich bin sicher, dass er gerne von dir hören würde“, ermutigt Estela mich. Sie streckt den Arm nach dem Nachttisch aus und hebt mein Handy hoch. „Hier.“

Ich werfe einen Blick auf das Handy, das sie mir hinhält, und dann wieder auf sie.

„Gott, wo ist Benji, wenn man ihn braucht?“, meint Scott und schüttelt den Kopf. Benji hätte mittlerweile bereits Winns Nummer für mich gewählt.

Estela streckt mir ihre Hand näher hin.

„Na schön“, sage ich und nehme ihr mein Handy ab. „Ich rufe ihn an.“

Ich verlasse den Raum und setze mich mit dem Handy in der Hand auf die Treppe. Ich will nicht, dass sie unserem Gespräch lauschen.

Was, wenn er nicht abhebt? Was, wenn er es tut? Was sage ich?

Er hebt ab.

„Hey! Du hast angerufen“, sagt er und klingt glücklich, erfreut darüber, dass ich angerufen habe.

„Ähm, ja“, sage ich und reibe mit einer Hand über meine Stirn. „Ich wollte… Ich wollte nur…“

Was wollte ich? Ihm sagen, dass ich ihn vermisse? Seine Stimme hören? Mit ihm reden? Alles davon?

„Ja, ich auch“, sagt er leise, als ich meinen Satz nicht beende. „Ich wollte dich anrufen, aber ich wollte nicht…“

„Ja, ich auch“, wiederhole ich seine vorherige Antwort. Gott, sind wir nicht ein Paar?

Ich erwarte, dass er Small Talk macht, mich fragt, wie es mir geht oder was ich heute Morgen so gemacht habe. Aber er kommt direkt auf den Punkt.

„Ich vermisse dich“, sagt er und ich fühle, wie mein Herz in meiner Brust hämmert.

„Ich vermisse dich auch“, erwidere ich und muss anschließend schlucken, weil mein Hals trocken ist. „Ich kann es nicht erwarten, dich zu sehen.“

Ich höre ihn auf der anderen Seite der Leitung leise lachen und entspanne mich ein bisschen. Das wäre so viel einfacher, wenn ich wüsste, dass wir auf der gleichen Seite des Buches sind.

Ich denke, wir sind auf der gleichen Seite.

***


„Sie zerbrechen schon irgendwelchen Mist“, stöhnt Charlie in meine Richtung, während wir an der Haustür stehen. Er blickt hinüber zum Footballteam, das tatsächlich irgendetwas zerbricht.

„Hey! Kommt verdammt nochmal runter vom Wohnzimmertisch!“, brülle ich zu ihnen rüber, weil sie auf Charlie nicht hören.

Charlie hat mir den Arsch gerettet, indem er diese Party schmeißt. Ich werde nicht zulassen, dass jemand sie ruiniert.

Die zwei Typen sehen sich augenverdrehend an und gehen dann weg, während sie immer noch etwas leise vor sich hinmurmeln.

Ich sehe, wie Scott und Estela auf der anderen Seite des Raums Fotos schießen, und lächle, ohne es zu wollen. Sie sieht so glücklich mit ihm aus. Sie verdient es, glücklich zu sein.

Vielleicht wunderst du dich, warum Charlie und ich an der Haustür stehen. Ich warte darauf, dass mein Date auftaucht, und er wartet auf seins.

Ich weiß, dass er bald hier sein sollte. Benji hat mir geschrieben, um mir zu sagen, dass sie das Haus vor ungefähr fünfzehn Minuten verlassen haben.

„Hast du für heute Nacht etwas geplant?“, will Charlie von mir wissen und er hat dieses dümmliche Grinsen auf dem Gesicht. Ich weiß, was er mir zu sagen versucht.

„Halt die Klappe“, sage ich ihm und dann sehe ich ihn durch die Tür treten.

Benji ist an seiner Seite, wie immer, und er schaut auf und winkt mir zu.

„Ich nehme an, ich warte alleine auf Alex“, meint Charlie und rückt ein wenig zur Seite, um Winn und Benji etwas Platz zu machen.

„Hey“, sagt Winn und schenkt mir ein breites Grinsen. Er schiebt die Hände in seine Hosentaschen und ich lächle zurück.

„Hey.“

Winn bleibt an Ort und Stelle stehen und wahrt Abstand, aber Benji stürzt herbei und umarmt mich direkt.

„Oh Mann, ich freue mich so, dich zu sehen. Das kannst du dir gar nicht vorstellen“, meint er, während er mich an seiner Brust zerquetscht.

„Ja, ich mich auch“, sage ich, aber Benji umarmt mich so fest, dass ich kaum atmen kann.

Endlich lässt er mich los und zieht sich zurück. Er sieht zurück zu Winn und schüttelt den Kopf. „Dieser Kerl hat nicht aufgehört, darüber zu reden, dass er dich sehen will, seitdem wir von seinen Großeltern zurückgekommen sind. Ich habe sogar selber angefangen, dich zu vermissen.“

Winn sieht peinlich berührt aus. Er blickt zu Boden, streitet es aber nicht ab.

„In Ordnung, ich werde euch zwei allein lassen“, meint Benji dann und klopft mir auf die Schulter. „Wenn du mich brauchst, ich werde mich irgendwo betrinken.“

Er lässt uns allein, ihn und mich. Und ich bin nicht sicher, wo ich anfangen soll.

„Du siehst gut aus“, sage ich und sofort erscheint ein Lächeln auf seinem Gesicht und seine Wangen werden leicht rot.

„Gut zu wissen“, sagt er und macht einen Schritt auf mich zu. „Ich wollte jemanden beeindrucken.“

Ich hebe eine Augenbraue und versuche, ein ausdrucksloses Gesicht beizubehalten. „Und, funktioniert es?“

Er zuckt die Achseln. „Sag du es mir.“

Aber ich kann nicht einfach so zulassen, dass es das mit mir macht. Ich muss mich beherrschen.

„Können wir irgendwo reden?“

Wir stehen nah an der Haustür und für meinen Geschmack sind zu viele Leute um uns herum. Wenn ich es jetzt nicht herausbekomme, werde ich es später auch nicht schaffen.

Er nickt langsam und ich gehe langsam von ihm weg, führe ihn weiter in den Raum. Ich komme an Scott und Estela vorbei und biege dann nach links ab, um ins Esszimmer zu gelangen.

Wir haben uns dagegen entschieden, das Esszimmer zu dekorieren, weil es ein recht kleines Zimmer ist und wir nicht wolltrn, dass sich die Leute hier versammeln.

Es ist leer, wir sind die einzigen Menschen hier drin. Ich halte am Tisch an und lehne mich mit dem unteren Rücken gegen ihn.

Es gibt keine Tür zum Esszimmer. Jeder, der vorbeikommt, könnte uns hier sehen, aber das interessiert mich nicht.

„Was ist es?“, fragt Winn, als er sich an die Wand gegenüber von mir lehnt.

Da ist vieles. Hoffentlich wird ihm nicht mittendrin langweilig.

Ich seufze und lecke mir nervös über die Lippen.

„Ich habe in letzter Zeit viel nachgedacht. Über uns. Als mein Dad es herausgefunden hat, wollte ich nichts anderes tun, als es dir zu erzählen. Ich bin in mein Auto gestiegen und stand so kurz davor, zu dir nach Hause zu fahren. Ich wollte nur bei dir sein und es dir sagen“, sage ich nervös und hole tief Luft. „Wann immer… irgendwas passiert ist. Ich wollte nichts anderes tun, als es dir zu erzählen. In deiner Gegenwart muss ich mich nicht verstellen. Du machst einfach alles so… leicht.“

Er starrt mich an und nickt langsam. Er sagt nichts, weil er weiß, dass ich immer noch viel zu sagen habe.

Meine Hände werden langsam schwitzig, also schiebe ich sie in meine Hosentaschen. „Und ich weiß, dass ich… ich scheitere, Dinge vermassle, Dinge verkompliziere. Aber… ich versuche angestrengt, mich zu verbessern, weil ich besser werden will“, sage ich. Ich senke den Kopf, weil die Art, wie er mich ansieht… mich schwindelig werden lässt.

„Ich will mich für dich bessern“, erkläre ich ihm. „Ich will so sein, wie du mich gerne hättest. Ich will, dass du mir Dinge erzählen kannst und ich will meinen Mist mit dir teilen.“

„Ich will nicht, dass du dich für mich änderst“, sagt Winn und lächelt mich an. „Ich will nur dich. Ich will dich so, wie du bist.“

Wie ich bin. Die Version von mir, die Dinge kaputtmacht. Die, die kaputt ist. Er denkt nicht, dass ich kaputt bin.

Mein Herz fängt wie verrückt an zu schlagen, weil er es zugegeben hat. Er will mich.

Ich bin nicht sicher, wie wir ab hier weitermachen sollen. Er hat mich überrumpelt und ich blicke mich im Raum um in dem Versuch, meinen Herzschlag zu beruhigen.

„Ich…“

„Wirst du mich nun endlich fragen, ob ich dein Freund sein will?“, unterbricht Winston mich und sieht mich mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Denkst du nicht, dass ich lang genug gewartet habe?“

Das hat er vermutlich. In der Tat, zu lang. Er hat all meinen Scheiß hingenommen, all meine Katastrophen und meine Fehler, und er ist immer noch da.

Langsam gehe ich auf ihn zu, bis nur noch ein paar Zentimeter Abstand zwischen uns liegen, und er beobachtet mich vorsichtig.

„Möchtest du…“, setze ich an und halte inne, um mich zu beruhigen. Das passiert gerade wirklich. „Möchtest du mein Freund sein?“

Er fängt an zu grinsen, wie ich es bei ihm noch nie zuvor gesehen habe.

Ich hätte mir nie vorgestellt, dass es so ablaufen würde. Ich habe immer gedacht, dass er derjenige sein würde, der mich fragt. Dass er derjenige sein würde, der auf eine Antwort wartet, und ich derjenige, der Ja sagt.

„Hmm“, macht er und tut so, als würde er nachdenken.

Idiot.

Ich weiß, dass er Ja sagen wird. Er weiß, dass er Ja sagen wird.

Er legt die Hände auf meine Schultern und bringt mich näher zu ihm. „Ja, ich will dein Freund sein.“

Mein Freund. Meiner.

Es fühlt sich an, als wäre ein schweres Gewicht von meiner Brust genommen worden. Aber ich komme nicht dazu, etwas zu sagen, weil er mich zu einem Kuss an sich zieht.

Meine Lippen streifen gegen seine und dann lasse ich endlich zu, dass ich ihn küsse. Meine Hände wandern hoch zu seinen Hüften und ich halte ihn gegen die Wand gedrückt, während er den Kopf neigt und unseren Kuss vertieft.

Und dann–

Blitz.

Ich ziehe mich von Winn zurück und frage mich, was zur Hölle das gewesen ist. Er sieht genauso verwirrt aus wie ich.

Ich drehe den Kopf zur Seite, um das Mädchen anzusehen, das mit uns im Zimmer steht. Estela grinst mit der Kamera in einer Hand und schüttelt das Polaroid mit der anderen. Sie steht im Türbogen und Winn lehnt seine Stirn an meine Wange.

„Was machst du ’Stela?“, will ich von ihr wissen und sie kichert.

„Scott und ich… wir machen Fotos. Um sie in ein Album zu kleben“, berichtet sie uns, während sie auf das Polaroid in ihrer Hand starrt. „Nur um die heutige Nacht in Erinnerung zu behalten. Ich finde, das hier ist es wert.“

Ich könnte ihr das Foto aus der Hand nehmen, es zerreißen und wegschmeißen. Aber ich will es nicht wirklich.

Sie verlässt den Raum wieder, mit dem Polaroid immer noch in der Hand, und Winston sieht mich mit hochgezogener Augenbraue an.

„Ich finde, es ist eine süße Idee“, erzählt er mir und reibt seine Nase an meine. „Es ist etwas, mit dessen Hilfe man sich an uns erinnern wird.“

Ja, man wird sich auf jeden Fall an uns erinnern. Es wäre schwer, das zu vergessen.

***


Ich weiß nicht, wie wir hier gelandet sind, aber wir sind es.

Benji und Scott haben uns immer weiter genervt, weshalb wir nach oben gehen wollten, um etwas Ruhe und Frieden zu haben.

Aber jetzt sind wir in Charlies Gästezimmer, er liegt nackt vor mir und ich bin über ihm.

Er behält seine Hände auf meinen Armen, während ich seinen Hals küsse, und ich weiß, dass meine Haare in seinem Gesicht kitzeln.

„Verdammt“, haucht er, als ich anfange, kleine Bisse an seinem Hals herab zu hinterlassen.

Seit der Zeit in dem Hotelzimmer haben wir das hier nicht mehr getan. Ich will ihn, will es aber nicht überstürzen.

Seine Nägel fangen an, sich in die Haut an meinen Armen zu graben und ich ächze. Ich versuche, ihn abzuschütteln, aber er hält sich fest. Er schlingt eines seiner Beine um meine Hüfte und versucht, mich runterzudrücken, aber ich wehre mich.

„Scheiße, ich will dich küssen“, sagt er zu mir, nachdem ich mich weigere, von seinem Hals abzulassen. „Lass mich dich verdammt nochmal küssen.“

Ich drücke einen letzten Kuss auf seinem Hals, aber um ehrlich zu sein will ich langsam auch zu etwas anderem übergehen.

Endlich ziehe ich mich von seinem Hals zurück und schwebe über ihm. Er sieht mich mit geweiteten Augen an und versucht, sich aufzusetzen, um mich zu küssen. Ich lasse ihn.

Seine Lippen berühren meine und er vergräbt seine Hände in meinen Haaren. Ich spüre, wie seine Zunge über meine Unterlippe fährt und ächze leise.

„Habe dich vermisst“, murmele ich gegen seine Lippen und er lacht leise. Wie haben wir nur denken können, Freude bleiben zu können? Ich habe keinen blassen Schimmer.

Ich schubse ihn zurück aufs Bett und drücke seine Hände mit meinen an die Seiten seines Kopfes. Er beschwert sich nicht, bis ich mich von ihm zurückziehe.

Ich kann bereits fühlen, dass er einen feuchten Pfad auf meinem Oberschenkel hinterlässt, und senke meinen Körper, um mich gegen ihn zu bewegen.

Unsere Schwänze reiben mehrere Male aneinander und er stöhnt jedes Mal auf.

„Hör nicht auf“, befiehlt er mir und ich drücke meine Lippen auf seine, damit er aufhört zu reden.

Ich kann spüren, wie er immer wieder in meinen Mund stöhnt und ächzt, und es sorgt nur dafür, dass ich noch härter werde.

Er fängt an, seinen Unterleib gegen meinen zu bewegen und ich halte es nicht mehr aus.

Zum Glück bin ich diesmal schlau genug gewesen, Gleitmittel mitzubringen. Ich habe gewusst, dass er mich alleine erwischen wird.

Endlich lasse ich seine Hände los und greife nach der Flasche, die neben uns auf dem Bett liegt.

Nun, da seine Hände frei sind und ich damit beschäftigt bin, das Gleitmittel auf meine eigene Hand zu kippen, greift er nach unten und ich fühle seine Hand an meinem Schwanz, während er mir weiterhin in die Augen sieht.

Langsam fängt er an, mir einen runterzuholen, drückt leicht meine Eichel und lässt seinen Daumen über den Schlitz gleiten, und ich lasse ihn.

Aber dann greife ich ebenfalls nach unten und löse seine Hand von mir. Ich verteile das Gleitmittel überall auf meinem Schwanz und dann fängt seine Hand wieder an, mich zu massieren.

Ich versuche, mich zu beherrschen, aber ab und zu entfährt mir mitunter ein Ächzen, und er beobachtet mich.

Ich fühle, wie mein Schwanz in seiner Hand zuckt, und gerade, als ich kurz davor bin zu kommen, hört er auf und versucht, mich mit seinem Bein um meine Hüften näher an ihn zu drücken.

Er verhält sich so bedürftig, aber genau das will ich auch. Ich will, dass er mich braucht.

Ich will ihn nicht einmal vorbereiten. Ich will nur in ihm sein. Ich will ihn nur um mich herum fühlen. Aber meine Finger greifen zwischen seine Pobacken und ich drücke sie gegen seinen Eingang.

Er gräbt die Nägel in meinen Rücken und beobachtet mich abwartend. Dann schiebe ich beide Finger in ihn und er zuckt zusammen. Er beißt sich auf die Unterlippe, um ein Stöhnen zu unterdrücken, und ich kann ihm nur zusehen, als ich anfange, meine Finger in ihm zu bewegen.

Ich krümme sie, während ich sie rein- und rausbewege. Ich hasse es, dass er mich beobachtet, und beuge mich hinab, um ihn erneut zu küssen.

Seine Nase reibt gegen meine und dann küsse ich ihn auf die Lippen. Seine Lippen fühlen sich weich und feucht auf meinen an, aber ich küsse ihn grob in dem Versuch, so viel wie möglich von ihm zu bekommen.

Plötzlich zuckt sein Körper unter mir zusammen und er keucht. „Scheiße. Monty. Verdammt.“

Ich werde ein wenig langsamer und er hasst es und beginnt, sich auf meinen Fingern zu bewegen.

„Was willst du?“, frage ich ihn und ziehe mich ein wenig zurück, damit ich ihm in die Augen sehen kann.

Dich, okay? Ich will dich, verdammt nochmal“, sagt er und es fällt ihm schwer, zu sprechen. Er ist so weit weg. Ich zögere und er stöhnt auf. „Scheiße, ich will, dass du mich fickst, Monty. Bitte.“

Okay.

Okay, das werde ich.

Ich ziehe meine Finger zurück und versuche dann, mich zu positionieren. Er winkelt sein Knie an und ich lege meine Hand darauf, während ich versuche, mir die beste Position zu überlegen, um ihn zu ficken. Aber er drückt seine Ferse in meinen unteren Rücken und ich verliere meine Konzentration.

„Hör verflucht nochmal auf, dich zu bewegen“, befehle ich ihm und halte ihn wieder unten. Ich würde seine Hände über seinem Kopf auf die Matratze drücken, aber ich will seine Hände auf meinem Rücken spüren, wenn ich in ihn stoße.

Er kommt meinem Befehl nach und ich drücke meine Eichel gegen seinen Eingang. Ich weiß, wie sehr ihn das in den Wahnsinn treibt, verharre so und reibe sie einen Moment lang gegen ihn.

Ich höre, wie er protestierend aufstöhnt und lächle. Aber ich werde ihn nicht länger foltern und schiebe langsam meine Eichel in ihn.

Er stöhnt leise und ich schaue ihn an, als er den Kopf in den Nacken legt. Ich warte einen Augenblick und stoße dann so schnell ich kann in ihn und er schreit auf. Seine Nägel bohren sich so tief in meinen Rücken, dass ich das Gefühl habe, dass sie sich direkt in meine Knochen bohren.

Er beginnt, mich durch zusammengebissene Zähne zu verfluchen, als ich mich langsam aus ihm zurückziehe und dann wieder in ihn stoße.

Er löst eine Hand von meinem Rücken und fängt an, sich im gleichen Rhythmus einen runterzuholen, in dem ich ihn ficke.

„Gefällt dir das?“, will ich von ihm wissen und er kann nicht sprechen, also nickt er nur.

Ich spüre, wie der Schweiß an meinem Rücken hinabrinnt und wünschte, ich könnte ihn genau jetzt küssen, aber dann müsste ich mich anders positionieren und das fühlt sich zu gut an.

Ich stoße härter und schneller in ihn, während ich beobachte, wie seine Hand meine Bewegungen widerspiegelt.

Ich lasse ihn immer zuerst kommen, bevor ich selber loslasse, aber ich glaube, dass ich näher dran bin als er.

Ich kralle mich in das Bettlaken und ich stoße immer schneller in ihn.

„Scheiße, Winn…“ Und das ist der Moment, in dem ich mich gehen lasse. Ich schieße mein Sperma in ihn, während ich immer wieder langsamer in ihn stoße, um meinen Orgasmus auszureiten.

Er sagt nichts, grunzt dann aber, und ich sehe das weiße Sperma, das aus seinem Schwanz kommt und über seine Hand schießt.

Wir atmen beide schwer und mein Kopf fühlt sich von der Lust gefühllos an.

Sanft gleite ich aus ihm und er zuckt zusammen.

Jetzt gehört er mir.

***


Nachdem wir uns gesäubert haben, will er nicht zurück auf die Party und kommt zu mir ins Bett.

Er hebt meinen Arm von meiner Brust, legt sich auf mich und legt dann meinen Arm über sich.

Er scheint nichts zu wiegen und ich schlinge meinen Arm enger um seinen nackten Bauch.

Ein paar Sekunden lang liegen wir einfach nur da und lächeln vor uns hin, bis er seufzt und seine Nase an meinen Hals schmiegt.

„Liebe dich“, murmelt er und mein Herz setzt einen Schlag aus. „Ich liebe dich.“

Es ist das erste Mal seit dem Winterball, als wir in dem leeren Klassenzimmer miteinander getanzt haben, dass er es gesagt hat.

Ich lache leise vor mich hin. Er wartet auf eine Antwort, aber ich will, dass seine Worte eine Zeit lang nur in der Luft schweben. Ich genieße das.

Aber er wird ungeduldig und knabbert leicht an meinem Hals.

„Okay, okay. Ich liebe dich auch“, sage ich und kann immer noch nicht glauben, dass diese Worte aus meinem Mund kommen.

Ich, wie ich einem Jungen sage, dass ich ihn liebe. Hätte nie gedacht, dass ich das einmal erleben würde.

Aber es ist keine große Sache. Es fühlt sich so natürlich an.

Wir liegen in entspannter Stille da, aber es gibt immer noch ein paar Dinge, die ich sagen will. Ich spüre seinen Atem an meinem Hals und seufze.

„Es tut mir leid. Was ich in dem Hotelzimmer gesagt habe“, entschuldige ich mich erneut.

Winn rührt sich ein wenig, sodass sein Kopf neben meinem liegt. Ich drehe den Kopf, damit ich ihn ansehen kann.

„Es ist okay“, sagt er sanft mit einem Lächeln auf dem Gesicht. „Wir sind okay.“

Wir. Uns. Zusammen. Wir sind okay.

Er sorgt dafür, dass ich mich okay fühle. Mehr als okay.

„Mir tut es auch leid“, sagt er und ich runzele die Stirn. Warum entschuldigt er sich immer?

„Was denn?“ Ich seufze. Ich freue mich darauf, zu hören, was er sich diesmal einfallen lassen hat. Es ist, als würde er immer dann, wenn ich mich entschuldige, das Bedürfnis verspüren, sich ebenfalls zu entschuldigen.

„Das mit Lucas“, sagt er und seufzt. „Ich… Nachdem du gesagt hast… Mit Lucas zusammen zu sein, hat dafür gesorgt, dass ich mich wieder normal gefühlt habe. Sicher. Er war einfach vertraut und… und ich brauchte einfach jemand Vertrautes um mich herum. Es hat dafür gesorgt, dass ich mich weniger… einsam gefühlt habe.“

Ich versuche, mich auf das zu konzentrieren, was er mir erzählt, aber mir wird langsam übel.

„Ich habe dir das Gefühl gegeben, nicht sicher zu sein?“

Sicher. Lucas hat ihm das Gefühl gegeben, sicher zu sein. Das habe ich nicht. Das tue ich nicht.

Ich fange an, von ihm abzurücken, aber er hält mich auf.

„Nein! Nein, das habe ich nicht gemeint“, sagt er rasch und stützt sich auf seinen Ellbogen auf, um mich anzuschauen. „Ich… Das ist nicht das Wort, das ich benutzen wollte. Du hast mich einfach nur wirklich verwirrt und mit Lucas… war es einfach nur leicht. Ich wusste, was er für mich empfindet. Ich hatte keine Ahnung, was du empfindest.“

Ich seufze und schaue hoch an die Decke. Ich habe nie daran gedacht… ich bin ein Vollidiot gewesen.

„Hey, sieh mich an“, sagt er. Er hat sich mit den Armen über mir hochgestemmt und seine Hände befinden sich auf beiden Seiten meines Gesichts. „Monty.“

Ich kann ihn nicht einfach ignorieren, drehe den Kopf und schaue ihn an.

„Ich liebe dich, okay?“, sagt er und jedes Mal, wenn er es tut, scheint mich immer nervöser zu machen. „Du... du gibst mir das Gefühl, sicher zu sein.“

Bevor ich etwas entgegen kann, beugt er sich hinunter und platziert einen Kuss auf meine Lippen. Seine Lippen berühren meine leicht, dann legt er seine Stirn an meine.

Und alles fühlt sich so richtig an. Endlich habe ich mein Leben in Ordnung gebracht.

***


Wir scheinen eingeschlafen zu sein.

Ich höre ein Hämmern an der Tür, wache aber nicht auf. Ich höre Rufe von draußen, wache aber auch dann nicht auf. Es sind einfach nur Besoffene von der Party.

Aber das Hämmern und die Rufe hören nicht auf und Winn wird langsam wach und rührt sich.

„Geh“, murmelt er und stupst mich leicht mit dem Ellbogen an.

„Geh du“, sage ich und schiebe ihn von mir.

Wie soll ich mich bewegen, wenn er auf mir drauf liegt und sich an mir festklammert, als hinge sein Leben davon ab.

Die Rufe und das Klopfen hören schließlich auf und ich gehe wieder dazu über, meine Nase an seinem Hals zu reiben. Wenn wir nur für immer so bleiben könnten.

Langsam schließe ich meine Augen und versuche, wieder einzuschlafen, aber ich höre, wie sich die Tür öffnet und das Licht eingeschaltet wird.

„Was zur Hölle, Jungs? Habt ihr mich nicht Klopfen gehört?“

Ich schubse Winn leicht von mir und wir setzen uns auf, um Benji bei der nun wieder geschlossenen Tür stehen zu sehen. Er hat einen Schlüssel in der Hand und starrt uns mit einem Grinsen auf dem Gesicht an.

Natürlich ist er es.

Winn und ich schauen uns gegenseitig an und wir denken beide das gleiche: Was zum Teufel?

„Kommt schon Leute, es ist fast Mitternacht“, berichtet Benji uns und er schüttelt in gespielter Enttäuschung den Kopf über uns. Aber das Grinsen auf seinem Gesicht verblasst nicht. „Ich lasse nicht zu, dass ihr Neujahr hier drin feiert. Also, was braucht ihr? Hosen? Unterwäsche? Handtücher? Wir kriegen das hin, wir kriegen das hin.“

Er läuft im Zimmer umher und hebt die Kleidungsstücke auf, die wir weggeschmissen haben. Winn und ich starren ihn an. Ist das ein Traum?

„Benji, geh verdammt nochmal raus“, schaffe ich es endlich zu sagen, während Winn ihn erschrocken ansieht.

Er seufzt und wirft unsere Kleidung aufs Bett, dabei werde ich mit einem T-Shirt im Gesicht getroffen.

„Fünf Minuten“, sagt er und zeigt mit dem Finger auf uns. „Wenn ihr bis dahin nicht unten seid, werde ich euch hier rausschleifen. Es ist mir egal, ob ihr nackt seid. Ich werde nicht zulassen, dass ihr den Countdown verpasst.“

Winn sieht mich augenrollend an und seufzt dann. „Na schön. Warte draußen.“

Ich hätte nicht gedacht, dass man ihm das würde sagen müssen. Aber es ist Benji, es hätte mich nicht überrascht, wenn er geblieben wäre.

***


„Zehn!“

Charlie und Alex blicken hoch in den Himmel und warten darauf, dass das Feuerwerk losgeht.

„Neun!“

Benji und Luke winken uns aus der Entfernung zu. Sie sollen sich besser nicht verletzen, während sie das Feuerwerk entzünden.

„Acht!“

Justin und Jessica küssen sich bereits. Sie scheinen sich wieder versöhnt zu haben. Vielleicht wird Foley jetzt endlich anfangen, vernünftig zu spielen.

„Sieben!“

Scott hält Estelas Hand und sie kichert wie verrückt und versucht, sich hinter ihm zu verstecken für den Fall, dass das Feuerwerk auf uns zu fliegt, was ich bezweifle.

„Sechs!“

Benji verlagert sein Gewicht von einem Bein auf das andere. Es ist eiskalt und wir frieren alle. Er versucht nur, sich aufzuwärmen.

„Fünf!“

Meine Jacke ist um Winns Schultern und meine Arme sind um seine Mitte geschlungen, während ich hinter ihm stehe.

„Vier!“

Er dreht den Kopf zur Seite und lächelt mich an.

„Drei!“

Ich lächle zurück und mein Herz hämmert gegen meinen Brustkorb.

„Zwei!“

Er hält die Augen auf meine Lippen gerichtet und ich weiß nicht, ob ich bis Mitternacht warten kann, um ihn zu küssen.

„Eins!“

Er beugt sich näher.

„Frohes Neues Jahr!“

Er wartet nicht einmal darauf, dass das Feuerwerk losgeht. Er schaut nicht weg, zögert nicht.

Er küsst mich. Er legt seine Hand an meinen Hinterkopf und drückt unsere Köpfe zusammen, als könnte er allein durch einen Kuss nicht genug von mir bekommen.

Meine Hände packen seine Taille und ich höre die Rufe, Gelächter und das Geräusch des Feuerwerks, das am Himmel über uns explodiert.

Benji quietscht aufgeregt und ich höre, dass er meinen Namen brüllt, aber ich beachte ihn nicht.

Ich kann mich nur auf Winn konzentrieren. Nur er ist jetzt wichtig.

Er.

Wir starten das neue Jahr, gemeinsam.

Morgen werde ich ihm mein Geschenk geben.

Und uns wird es besser gehen, als jemals zuvor.
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