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Someone Will Remember Us

GeschichteAngst, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Montgomery de la Cruz
06.09.2020
22.11.2020
30
99.640
4
Alle Kapitel
40 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
13.09.2020 2.737
 
Einen schönen guten Morgen, ihr Lieben!


Ich möchte mich für eure Reviews und Favoriteneinträge bedanken. Ich weiß, dass das Fandom „Tote Mädchen lügen nicht“ auf fanfiktion.de nicht so verbreitet ist, daher freue ich mich umso mehr über jede Art von Rückmeldung von euch. :-)

Es ist schön zu wissen, dass ihr Monty (und Winston natürlich) auch ein anderes Ende wünscht. Hoffentlich werdet ihr diese alternative Geschichte genauso lieben wie ich.

Ich wünsche euch viel Spaß mit dem neuen Kapitel und einen schönen Sonntag. Genießt ihn! :-)

Liebe Grüße

Anja

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Kapitel 3: Eine Sekunde kann lange sein


Ich habe es geschafft, das meiste Blut wegzuwischen, aber nur, weil das Blut verschwunden ist, gilt das nicht auch für den Schaden. Ich kann genau die Stellen sehen, an denen die Flasche zerbrochen ist und ihr Glas sich in meine Haut gebohrt hat.

Ich stehe vor dem Spiegel und drehe meinen Kopf zur Seite, um einen besseren Blickwinkel zu bekommen. Scott wird ausflippen, wenn er mich sieht.

Ich könnte mir ein paar Tage von der Schule freinehmen und warten, bis die Spuren weniger sichtbar sind, dann wird Scott mich nicht verhören müssen.

Vorsichtig berühre ich einen der Schnitte mit meinen Fingerspitzen, um nach übrig gebliebenen Glasscherben zu suchen und ich schaffe es, ein paar größere Stücke aus meiner Haut zu ziehen. Es tut weh und ich zucke ein- oder zweimal zusammen, aber es ist nicht so, als hätte ich das noch nie gemacht.

Winston sitzt auf dem Rand der Badewanne. Ich weiß, dass er empfindlich ist, aber er hat nicht weggesehen, nicht ein Mal.

Er stellt keine dummen Fragen, vermutlich kann er sich zusammenreimen, was passiert ist.

Ich wünschte jedoch, er würde etwas sagen, irgendetwas.

Beim letzten Mal, als wir im Sommer zusammen abgehangen haben, habe ich ihm von meinem Dad erzählt. Er hat mir zugehört und dann haben wir uns voneinander verabschiedet. Wir haben gewusst, dass es das letzte Mal gewesen war, dass wir Zeit miteinander verbracht haben.

Was offensichtlich jedoch nicht der Fall ist.

Ich blicke stirnrunzelnd in den Spiegel und denke darüber nach, dass er dieses Versprechen gebrochen hat. Ich habe schon immer gewusst, dass er eher der anhängliche Typ ist.

„Schau, ich weiß, was du sagen wirst… aber ich glaube wirklich, wir sollten das von jemandem untersuchen lassen“, meint Winston. Er beißt sich auf die Unterlippe und sieht mich an, als würde er sich Sorgen um mich machen.

Süß.

Ich starre mein Spiegelbild an. Doch Winstons Zähne graben sich immer noch in seine Unterlippe und ich spüre, wie sich mein Puls beschleunigt.

Ich drehe den Wasserhahn auf und halte meine Hände unter das warme Wasser.

Meine Jacke weicht in dem kaltem Wasser in der Badewanne ein, auf der Winston sitzt. Er hat gegoogelt und offenbar kann man Blut aus Kleidung herausbekommen. Ich bin allerdings nicht sicher, ob ich alles davon verstehe.

Ich reibe meine eingeseiften Hände aneinander. Wahrscheinlich sind sie mittlerweile sauber, aber ich brauche einen Moment, um mich zu beruhigen und nicht daran zu denken, dass ich in seinem Badezimmer stehe. Mit ihm.

Was stimmt nicht mit mir?

„Ich bin von der Schule geflogen“, sagt Winston und seine Stimme füllt die Stille zwischen uns. „Und sicherlich kannst du erraten, warum ich mich dazu entschlossen habe, ausgerechnet an die Liberty zu wechseln.“

Ich wage einen Blick zu ihm zurück und er schenkt mir ein kleines unsicheres Lächeln. Was soll das bedeuten?

Ich ignoriere den letzten Teil und konzentriere mich auf den ersten. Von der Schule geflogen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass er jemals etwas tun könnte, für das man ihn von der Schule werfen würde. Er ist viel zu brav.

„Weswegen? Hast du von jemandem die Mathehausaufhaben abgeschrieben?“ Ich ziehe ihn auf. Er muss nicht wissen, wie sehr mein Herz rast. Ich spüle meine Hände unter dem lauwarmen Wasser ab. Wenn ich gelassen wirken kann, wird er es mir vielleicht abkaufen. Ich schaue auf in den Spiegel und erhasche einen Blick auf ihn. Er lächelt oder lacht nicht mehr, er wirkt sogar ein wenig nervös.

Meine Hände sind tropfnass und ich schüttle sie. Die Handtücher liegen gefährlich nah bei Winston und ich traue es mir nicht zu, an ihm vorbeizugehen und nach einem Tuch zu greifen, ohne irgendwas Dummes zu tun.

Ich drehe mich um und wische meine Hände an meinen Jeans trocken, während ich mich gegen das Waschbecken lehne.

Winston blickt zu Boden und seufzt. „Tatsächlich habe ich bei meinem Studierfähigkeitstest geschummelt“, sagt er leise und ich erstarre.

Er berichtet, wie der Typ, der seinen Studierfähigkeitstest für ihn geschrieben hat, erwischt wurde und ihn verraten hat, aber ich nehme gar nichts davon auf.

Wir haben unser Druckmittel verloren.

Und das ist alles, an das ich denken kann.

Es war das Einzige, was wir in der Hand hatten, das ihn davon abgehalten hat, zu reden. Und jetzt haben wir nichts. Nichts hält ihn mehr davon ab, es jedem zu erzählen. Er hat nichts mehr zu verlieren.

Ich kann mich nicht beherrschen. Noch ehe ich es merke, stehe ich über ihm und meine Hände packen den Kragen seines Shirts.

„Bist du deswegen hier, hä?“, zische ich ihn an.

Er blickt zu mir auf, seine haselnussbraunen Augen sind vor Schreck geweitet. Es ist der gleiche Ausdruck, den er in seinen Augen hatte, als er im Sommer seine Tür geöffnet hat und ich vor ihm stand, um mich für das zu entschuldigen, was auf der Party passiert war.

Ich schubse ihn zurück gegen die Badewanne und er streckt seine Hand aus, um sich an der gefliesten Wand abzustützen. Er muss befürchten, dass er ausrutschen und in das kalte Wasser fallen könnte, in dem meine Jacke zurzeit liegt.

Aber das wird nicht passieren. Fest packen meine Hände sein Shirt, ich werde ihn nicht einfach so loslassen.

„Monty“, flüstert er und ich kann sehen, dass er Angst hat.

Seine Eltern sind nicht zuhause. Wir sind allein. Ich könnte ihn krankenhausreif schlagen und liegen lassen und niemand würde es mitbekommen.

Ich könnte aber auch etwas anderes tun. Ich könnte mich einfach nach vorne beugen und –

Und dann erinnere ich mich daran, warum ich ihn überhaupt gepackt habe.

„Was? Also nur, weil du dein Leben kaputt machst, glaubst du, dass du hierherkommen und meins auch ruinieren kannst?“, frage ich und Winston zieht die Augenbrauen zusammen. Er sieht nicht mehr verängstigt aus, eher verwirrt. Und er begreift, dass ich auch Angst habe.

Denn das habe ich. Wenn irgendjemand herausfindet, was wir im Sommer gemacht haben, wäre mein Leben vorbei. Mein Dad würde mich verprügeln, bis ich nicht mehr laufen könnte. Meine Freunde würden mich für eine ekelhafte Schwuchtel halten und kein respektables Footballteam würde eine Schwuchtel in seiner Mannschaft haben wollen.

Wie gut, dass ich keine bin. Eine Schwuchtel, meine ich. Der Sommer war ein Fehler, eine einmalige Sache und es hatte nie wieder passieren sollen. Wir könnten also genauso gut so tun, als wäre es nie passiert.

„Du denkst, dass ich das will? Dein Leben ruinieren? Gott. Monty…“ Er klingt enttäuscht, als könne er nicht glauben, dass ich so wenig von ihm halten könnte. Aber was soll ich denn denken? Bryce antwortet nicht auf meine Nachrichten, wir haben unser Druckmittel verloren und jetzt taucht er einfach überall auf.

Winston weicht meinem Blick aus und langsam löse ich meinen Griff an seinem Kragen. Er atmet zittrig aus, als ich vor ihm zurückweiche.

„Das könnte ich dir nie antun“, haucht er, während er versucht, sich zu beruhigen.

Ich lasse meine Hände an meine Seiten fallen und mache ein paar Schritte von ihm weg.

Was habe ich mir gedacht? Dass ich ihn zusammenschlage? Wieder? Er würde mir nicht vergeben, nicht diesmal.

Ich wage es nicht, zu ihm aufzusehen. Nachzusehen, wie er aussieht, was er vielleicht denkt.

„Ich habe nicht vor, es jemandem zu erzählen“, sagt er sanft, aber ich schaue nicht zu ihm auf. Ich sehe, wie er ein wenig auf mich zukommt und ich mache einen weiteren Schritt zurück, sodass mein unterer Rücken wieder das Waschbecken berührt.

Er versucht nicht, sich mir weiter zu nähern und ich begrüße das. Weil ich in seinem Badezimmer bin. Mit ihm. Und mein Puls aus welchem Grund auch immer rast.

Er setzt an, etwas zu sagen, aber ich weigere mich, ihm zuzuhören.

„Ich muss los“, unterbreche ich ihn schnell und blicke zu ihm auf.

Seine Lippen sind geöffnet und sein Gesicht ist entspannt. Es überrascht mich, wie schnell er sich davon erholt hat, dass ich ihn bedroht habe, aber ich kommentiere es nicht.

„Ich, ähm, muss los“, wiederhole ich und deute auf die Badezimmertür.

Ich weiß nicht, worauf ich warte, auf seine Zustimmung? Darauf, dass er mir die Tür öffnet und mich hinausbegleitet, als wäre ich ein Kind? Oder vielleicht will ich, dass er mich bittet zu bleiben.

Doch wenn er das täte… wäre ich nicht sicher, wie meine Antwort lauten würde.

Ich rühre mich nicht. Ich bleibe an Ort und Stelle stehen, als würden meine Füße am Boden kleben, und Winston betrachten mich von oben bis unten, als wisse er, dass ich nicht gehen würde.

Er verschränkt die Arme vor der Brust und wartet. Leicht hebt er eine Augenbraue und neigt den Kopf zur Seite. „Dann geh“, meint er und leckt sich die Lippen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass er es absichtlich macht, aber ich falle trotzdem darauf rein und meine Augen huschen zu seinen Lippen.

Und auf einmal fühlt sich jede Sekunde wie eine Stunde an und ich könnte stundenlang auf seine Lippen starren.

Diese Lippen, die ich so gerne geküsst habe.

Verdammt seist du, Winston Williams.

Tief einatmen.

„Ich verschwinde.

***



Ich wache in einem fremden Bett auf, aber ich bin allein.

Ich öffne meine Augen nicht und lächle still in mich hinein, während ich auf der leeren Bettseite herumtaste und nach etwas suche, das ich packen kann. Ein Kissen.

Ich ziehe es an meine Brust und schlinge die Arme darum.

Ich bin stolz auf mich.

Okay, vielleicht schlafe ich nicht in meinem eigenen Bett, aber immerhin schlafe ich auch nicht in seinem. Das ist gut. Gib mir noch eine Woche und ich werde ihn in der Schule nicht mal mehr bemerken. Er wird ein Junge wie jeder andere sein.

Plötzlich wird mir bewusst, dass ich nicht mehr alleine im Raum bin. Ich höre ihn leise seufzen und weiß jetzt schon, was er sagen wird.

„Lass mich in Ruhe, Scotty“, murmele ich ins Kissen. “Ich bin müde.”

Er stöhnt auf und ich kann mir vorstellen, wie er die Augen verdreht. Ich öffne meine Augen, nur um zu sehen, ob ich richtig liege.

Er lehnt am Türrahmen, hat die Arme vor der Brust verschränkt und sieht nicht erfreut aus.

„Hast du vor, mir zu erzählen, was mit deinem Kopf passiert ist?“, erkundigt er sich und zieht eine Augenbraue hoch, während er auf eine Antwort wartet.

Ich stöhne ins Kissen und schließe meine Augen in der Hoffnung, dass er einfach verschwindet. Gestern Abend mag ich damit davongekommen sein, ihm nichts zu erklären, aber Scott würde es nicht einfach vergessen.

Nachdem ich Winston (und meine Jacke) zurückgelassen habe, bin ich zu Scott nach Hause gelaufen.

Es hat einige Zeit gedauert, bis ich dort angekommen bin, aber der Spaziergang hat mir gutgetan. Ich habe meinen Kopf freibekommen und mich beruhigt.

Mit Winston alleine in einem Raum zu sein, war keine gute Idee, und ich hasse, was für einen Einfluss es auf mich hat. Aber ich habe es geschafft zu verschwinden, ohne irgendetwas Dummes zu tun und das muss etwas bedeuten.

Estela hat Scott geschrieben, nachdem ich das Haus verlassen habe. Sie hat sich Sorgen um mich gemacht. Sie hat die zerbrochene Flasche und das Blut gesehen und auch, dass ich mich kaum auf den Beinen halten konnte. Sie war sich sicher, dass ich zu Scott gehen würde.

Ich vergrabe mein Gesicht noch tiefer im Kissen und es stinkt nach Scott.

Ich erinnere mich an Winstons Schal um meinen Hals. Sein Geruch ist mir in die Nase gestiegen und es hat mir nichts ausgemacht. Es war berauschend. Schade, dass ich ihn in seinem Haus zurückgelassen habe.

Schritte. Und dann wird das Kissen aus meinem Griff gezogen.

Ich ächze und öffne die Augen, um Scott zu sehen, der über mir steht. Das Kissen hält er an seine eigene Brust gedrückt. Er versucht angestrengt, wütend auszusehen, aber er schafft es nicht.

Ich lache leise darüber, wie lächerlich er aussieht. Die Augenbrauen zusammengezogen sieht er mich an, während er das Kissen umarmt.

„Estela hat mir erzählt, was passiert ist“, sagt er schlicht und ich höre auf zu lachen.

Sein Gesichtsausdruck wird weich und er schluckt, während er auf meine Reaktion wartet. Aber was soll ich schon tun?

Scott hat es immer gewusst. Tief in seinem Inneren hat er gewusst, woher meine Narben und Blutergüsse stammen. Aber er hat es nie laut ausgesprochen.

Und nun hat er es.

Er starrt mich an. Aber nicht auf die Art, auf die Winston mich angesehen hat, als ich ihm von meinem Dad erzählt habe. Nein.

Winston… hat geduldig zugehört. Er hat mich nicht angesehen, als hätte er Mitleid mit mir. Er hat nicht versucht, sich zu entschuldigen und nicht „Es tut mir leid, dass dir das passiert ist“ gesagt. Das war auch nicht das, was ich hören wollte.

„Danke, dass du es mir erzählt hast“, hat er gesagt.

Scott andererseits sieht mich mit einem verzerrten Gesichtsausdruck an. Das „Es tut mir leid, dass dir das passiert ist“ steht ihm ins Gesicht geschrieben.

Ich seufze und presse meine Lippen aufeinander. „Okay? Und?“

Ungläubig rümpft Scott die Nase. Natürlich, ich habe nicht erwartet, dass er es verstehen würde. Mein Dad kann manchmal aggressiv werden, aber das ist in Ordnung, daran bin ich gewöhnt. Keine noch so große Menge Mitleid von ihm kann etwas daran ändern. Ich sehe einfach keinen Sinn darin, mich selbst zu bemitleiden.

Ich muss nur meinen Abschluss schaffen (was schwierig werden könnte) und dann wäre ich frei und könnte tun, was ich will. Vielleicht könnte ich sogar Estela mitnehmen.

Scheiße, ich muss echt anfangen zu lernen.

Estela.

„Ist mit ‘Stela alles in Ordnung?“, frage ich, plötzlich hellwach.

Verdammt. Ich bin so verdammt dumm. Wie konnte ich sie zurücklassen? Mit ihm?

Aber er würde nicht… er würde nicht. Er würde es nicht wagen, Estela anzurühren.

Scott sieht, wie verstört ich bin, als ich mich aufsetze, und er beruhigt mich schnell.

„Sie meinte, sie ist bei eurer Mom. Für eine Weile“, sagt er und ich blinzele.

Richtig. Unsere Mom.

Ich sage nichts mehr, während ich Scotts Bett verlasse und mich im Zimmer umsehe.

Sein Zimmer hat keinerlei Ähnlichkeit mit dem Chaos, das mein Zimmer darstellt. Sein Zimmer sieht so aus, als würde hier tatsächlich jemand wohnen. Seine Kleidung ist ordentlich gefaltet und weggeräumt, seine Hausaufgaben liegen ausgebreitet auf dem Schreibtisch und sogar die leere Tasse auf dem Nachttisch sieht so aus, als würde sie dorthin gehören. Nirgendwo zerbrochene Möbelstücke.

Alles gehört hierhin. Mit Ausnahme von mir. Ich passe nicht hier rein.

Scott sieht, wie ich die Tasse anstarre und denkt, ich wäre hungrig. Letzte Nacht hat er mir in dieser Tasse heiße Schokolade gebracht. Ich bin ziemlich aufgebracht gewesen, doch die heiße Schokolade schien zu helfen. Winston hat damals auch heiße Schokolade geliebt. Ich frage mich, ob das immer noch der Fall ist.

„Ich kann Frühstück machen?“, schlägt Scott vor. Er versucht verzweifelt, das Thema zu wechseln. Ich hoffe, er versteht endlich, dass ich nicht über meinen Dad sprechen will oder darüber, was letzte Nacht vielleicht oder fast passiert ist.

Ich kann nicht anders, als mir darüber Gedanken zu machen, was hätte passieren können, wenn ich nur eine Sekunde länger dort stehen geblieben wäre. Wenn ich meinen Blick nicht von seinen Lippen gelöst hätte, wenn ich geblieben wäre…

„Frühstück?“, versucht Scott es erneut und ich stelle fest, dass er auf irgendeine Antwort von mir wartet.

„Hä? Ja. Frühstück. Sicher“, murmle ich und schüttle leicht den Kopf. Reiß dich zusammen, Monty.

Ich reibe mir mit den Händen übers Gesicht und Scott gibt mir einen Klaps auf die Schulter, als er an mir vorbei und zur Tür geht.

„Du solltest duschen“, höre ich ihn sagen, als er an der Tür innehält, und ich schaue zu ihm auf. „Du stinkst.“

Ich trage meine Klamotten von gestern, die gleichen Klamotten, in denen ich geschlafen habe. Also ja, ich nehme an, ich stinke tatsächlich.

Ich schnaube, als er hinausgeht und mich wieder alleinlässt. Ich bin froh, dass er das Thema für den Moment ruhen lässt. Alles. Denn ich möchte nicht darüber reden, das habe ich deutlich gemacht. Ich habe ohnehin nichts zu sagen.
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