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Someone Will Remember Us

GeschichteAngst, Liebesgeschichte / P18 Slash
Montgomery de la Cruz
06.09.2020
22.11.2020
30
99.640
2
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40 Reviews
Dieses Kapitel
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30.10.2020 4.898
 
Guten Abend ihr Lieben!



Es tut mir leid, dass ich es nicht eher geschafft habe, aber ich musste heute bis 19:00 Uhr arbeiten…

Ich will gar nicht viel vorher sagen und wünsche euch viel Spaß mit dem neuen Kapitel. Es ist mit knapp 4800 Wörtern länger als die anderen Kapitel und es wird viel passieren, also macht euch bereit…

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Kapitel 20: Süß und sauer


Wir halten einen Sicherheitsabstand zueinander ein. Ich stelle sicher, dass ich ein wenig hinter ihm zurückzubleibe, während er uns ins Hotel eincheckt. Ich laufe ein paar Schritte hinter ihm, als wir den Flur hinuntergehen, und dann gehe ich auf der anderen Seite der Treppenstufen.

Meine Atmung wird mit jeder Sekunde schwerer und das liegt nicht daran, dass wir die Treppen praktisch rauf- und zu unserem Hotelzimmer rennen.

Die ganze Zeit kichert und lacht Winn so sehr, dass er nicht einmal mit dem Schlüssel die Tür zu unserem Zimmer öffnen kann.

Es ist ein kleines Hotel, aber schicker, als ich es für eine so kleine Stadt erwartet habe.

Er lässt die Schlüssel auf den Teppich fallen und ich kann es nicht mehr ertragen.

Ich schiebe ihn aus dem Weg und hebe die Schlüssel selber auf.

Als ich den Schlüssel ins Schloss stecke, schlingt Winn von hinten die Arme um meinen Bauch und fängt an, Küsse auf meinem ganzen Rücken zu verteilen. Er will wirklich, dass ich den Verstand verliere, oder?

Ich schaffe es, die Tür zu öffnen, und trete ein. Dabei trage ich Winn praktisch, weil er sich auf mich lehnt und nicht einmal seine Füße bewegt, um wenigstens zu versuchen, selber zu gehen.

Er schließt die Tür hinter uns mit dem Fuß und ich lasse die Schlüssel auf den Boden fallen, ohne mir die Mühe zu machen, die Tür abzuschließen.

Endlich lässt er mich los und ich drehe mich zu ihm um. Ich nehme mir einen Augenblick, um ihn einfach nur anzusehen.

Seine Lippen sind leicht geöffnet, seine Augen geweitet und seine Wangen gerötet – er sieht einfach so perfekt aus.

Aber ich bekomme nur ein oder zwei Sekunden, um ihn zu betrachten, weil er sich vorbeugt und mich küsst.

Ich widere seinen Kuss ungeschickt, weil ich einfach nur seinen Mund auf meinem haben will. Es interessiert mich nicht wirklich, solange ich ihn schmecken und fühlen kann.

Seine Hände wandern nach oben an meinen Hinterkopf und er drückt mich sogar noch näher an sich. Ich nutze die Chance und bewege uns langsam Richtung Bett.

Ich trete einen Schritt zurück und er folgt mir. Ich lege eine Hand auf seine Hüfte und die andere beginnt, seinen Gürtel zu öffnen. Er drückt seinen Unterleib vor, als wollte er, dass ich ihn einfach nur anfasse.

Ich lasse seinen Gürtel zu unseren Füßen fallen und mache einen weiteren Schritt zurück, während ich seine Hose aufknöpfe. Ich gehe weiter, bis ich spüre, wie das Bett von hinten meine Beine berührt. Ich bleibe stehen und setze mich vorsichtig hin.

Winn will nicht einmal, dass wir den Kontakt unterbrechen. Er setzt sich auf mich, seine Knie ruhen zu meinen Seiten auf dem Bett, und legt seine Hände auf meine Schultern.

Ich schaffe es, ihm seine Jeans mit ein wenig Hilfe von ihm rasch auszuziehen, aber sie bleibt an seinen Fußknöcheln hängen und er fängt an, zu lachen.

„Scheiße“, sage ich und beginne ebenfalls, zu lachen.

Ich drehe uns um und sein Rücken landet auf dem Bett. Ich ziehe an seiner Jeans und schlussendlich ist sie ausgezogen und ich werfe sie beiseite.

Winn legt seine Hände auf meine Hüften und zieht mich wieder auf ihn drauf. Ich komme ihm entgegen und schwebe über ihm. Er versucht, mich erneut zu küssen, aber ich halte ihn unten.

Er sieht mich an, als würde er um Erlaubnis bitten, mich küssen zu dürfen. Seine Augen wandern mehrmals zu meinen Lippen und dann zurück zu meinen Augen und ich kann nicht anders, als darüber zu grinsen, wie sehr er mich will.

Sanft fahren meine Finger seinen Kiefer und dann seinen Wangenknochen nach, dann halte ich an seinen Lippen inne und streiche mit meinem Daumen über seine Unterlippe.

Es ist faszinierend, wie weich sich seine Lippen unter meinen Fingerspitzen anfühlen. Er öffnet die Lippen und fängt an, meine Finger zu lecken. Ich stecke einen Finger in seinen Mund und er saugt langsam an ihm, während er mir in die Augen sieht, und ich kann richtiggehend fühlen, wie hart ich davon werde.

Ich stecke einen zweiten Finger in seinen Mund und beginne, die beiden sogar noch tiefer hineinzuschieben. Er würgt nicht und saugt weiterhin an meinen Fingern, schlingt immer wieder seine Zunge um sie.

Ich kann kaum atmen. Ich fühle jede einzelne seiner Bewegungen.

Er schafft es, meine zwei Finger mit seiner Spucke zu bedecken und dann ziehe ich sie heraus.

Verdammt.

Wir haben kein Gleitmittel.

„Was?“, fragt Winn, als er sieht, wie mein Gesichtsausdruck sich verdüstert.

Ich stöhne auf und streiche mein Haar mit der Hand zurück, die nicht mit Spucke bedeckt ist. „Wir haben kein verfluchtes Gleitmittel.“

Winn zuckt die Achseln. „Spucke sollte es auch tun.“

Und ich spüre, wie ich rot werde. Spucke? Ich… okay.

Ich nicke langsam und versuche, gelassen zu bleiben. Dann greife ich nach unten zu seiner Boxershorts und ziehe sie ihm mit der trockenen Hand aus.

Winn beobachtet mich und ich kann sehen, wie hart er ist. Er nimmt meine Hand mit seinen eigenen beiden Händen und ich halte ihn nicht auf, während ich zusehe, wie er meine Finger wieder in seinen Mund steckt.

Ich ächze, als er härter an ihnen saugt, und als sie vollkommen nass sind, nimmt er sie wieder heraus.

Das ist viel heißer, als Gleitmittel zu benutzen.

Er spreizt die Beine für mich und ich beuge mich nach unten und küsse ihn wieder, weil ich nicht will, dass er mir zusieht, wenn ich anfange, ihn zu fingern.

Ich fummele herum, bis ich das enge Loch finde, dann drücke ich einen Finger dagegen. Winn murrt gegen meine Lippen und schiebt dann seine Zunge in meinen Mund.

Ich liebe es, wie er schmeckt, verdammt.

Ich schaffe es, einen Finger in ihn zu schieben und er zuckt leicht zusammen. Ich bewege ihn rein und raus, bis er sich an ihn gewöhnt.

Es ist vollkommen anders, als Gleitmittel zu benutzen, rauer, und ich weiß, dass er es auch spüren kann.

Ich denke wirklich nicht, dass es eine gute Idee ist, kein Gleitmittel zu benutzen. Ich will ihm nicht wehtun.

Ich glaube, dass er sich langsam an einen Finger gewöhnt, bin aber nicht sicher, ob zwei Finger eine gute Idee sind, besonders ohne Gleitmittel.

Leicht ziehe ich mich von ihm zurück und schaue ihm in die Augen. „Mehr?“

Er nickt schnell und schluckt schwer. „Bitte.“

Also schiebe ich einen zweiten Finger in ihn und wieder zuckt er zusammen. Er geht tatsächlich nicht problemlos rein, aber es scheint ihn nicht zu stören.

„Scheiße. Verdammt“, stöhnt Winn und er beginnt, sich gegen meine Finger zu bewegen.

Er hat immer noch sein Shirt an, also ziehe ich mich zurück, schaffe ein wenig Raum zwischen uns und ziehe es ihm mit einer Hand aus. Meine beiden Finger bearbeiten ihn dabei weiterhin.

Er zieht mich wieder zurück, seine Hände drücken sich in meine Schulterblätter und ich kann fühlen, wie seine Fingernägel beginnen, gegen meine Haut zu kratzen.

Er fängt an, sich an mir zu reiben und runzelt dann die Stirn, als sein Schwanz auf den Stoff meiner Jeans trifft.

„Zieh deine verdammten Klamotten aus“, befiehlt er mir und ich starre ihn an. Hat er gerade…

Ich schlinge meine freie Hand um seinen Hals und bin nicht wirklich sicher, welche Art von Reaktion ich dafür bekommen werde. Er grinst und ich kann mir nicht helfen, aber es erregt mich, wie er zu mir aufsieht.

Ich sollte meine verdammten Klamotten loswerden.

Ich ziehe meine Finger aus ihm heraus und lasse seinen Hals los, obwohl er versucht, Einwand zu erheben. Dann greife ich an mein Shirt und ziehe es mir über den Kopf. Es landet zusammen mit dem Rest von Winns Kleidung auf den Boden und er beobachtet mich, als ich an meinen Reißverschluss greife.

Er könnte mir zur Hand gehen, aber er beschließt, es nicht zu tun.

Er schaut mir zu und grinst langsam, als ich meine Augen verdrehe. Er wird wirklich da liegen bleiben und nichts tun.

Dann streckt er die Hände aus, um nach meinen Hüften zu greifen, und beginnt, seine Nägel in sie zu graben, während ich versuche, meine Jeans auszuziehen.

Ich mache einen Schritt vom Bett weg und er stöhnt protestierend, als er beobachtet, wie ich langsam meine Jeans zu meinen Knien runterrolle.

„Beeil dich“, stöhnt Winston, er greift nach seinem Schwanz und fängt an, sich einen runterzuholen.

Und das reicht, damit ich mich beeile.

Ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden, trete ich meine Hose weg und lande wieder auf ihm.

Er spreizt seine Beine sogar noch weiter, also schätze ich, dass ich heute keinen geblasen bekomme. Oder zumindest jetzt nicht.

Ich bringe mich in Position und lege eine Hand auf die Wand hinter dem Bett, um mich abzustützen.

Scheiße. Spucke.

Okay, richtig.

Ich schwöre, ich habe keinen Schimmer, was ich tue und ich hasse es, dass er ihn hat.

Ich spucke auf meine andere Hand und greife zwischen seine Beine, um meine Spucke um seinen Eingang herum zu verteilen.

Er sieht mir zu und spuckt dann in seine eigene Hand. Ich weiß nicht, was er vorhat, aber ich vertraue ihm.

Anschließend langt er zwischen meine Beine und ich fühle, wie sich seine befeuchtete Hand um meinen Schwanz legt. Mein Atem bleibt mir fast im Hals stecken.

Seine Augen lassen meine nicht los, während er mir langsam mit seiner eigenen Spucke einen runterholt.

Er drückt einmal unten die Wurzel, dann gleitet seine Hand noch ein letztes Mal über die gesamte Länge, bevor er mich loslässt.

Ich weiß, dass – auch wenn es sich nass anfühlt – es immer noch rau sein wird und ich vorsichtig sein muss.

Ich nehme eines seiner Beine und lege es über meine Schulter. Ich halte es mit der Hand fest, die nicht die Wand berührt.

Mit meiner Eichel drücke ich gegen seinen Eingang, aber zuerst geht er nicht rein und Winston stöhnt auf.

„Scheiße, schieb ihn einfach rein“, stöhnt er und ich erkenne, dass er sich verzweifelt am Kissen festhält.

Also tue ich es. Ich drücke ein wenig stärker und diesmal gleitet er rein. Ich schiebe nur die Spitze rein, weil sein ganzer Körper zusammenzuckt und er einen Augenblick braucht, um sich zu beruhigen.

„Bist du okay?“, frage ich und er nickt nur, weil er nicht fähig zu sein scheint, irgendwelche Worte zu bilden.

Ich schiebe ein wenig weiter und er lässt das Kissen los und nimmt stattdessen meinen Rücken. Ich zische, als er seine Nägel in meinen Rücken gräbt, aber nicht, weil es sich schlecht anfühlt.

Ich schaffe es, bis zur Hälfte in ihn einzudringen und es ist schwer, mich zu bewegen. Ich will wirklich nicht wissen, wie es für ihn ist. Ich bewege mich ein wenig zurück, sodass wieder nur noch die Spitze in ihm ist. Langsam schiebe ich mich weiter und weiter in ihn, bis mein kompletter Schwanz in ihm ist.

Er ist eng um mich herum und es fühlt sich so verflucht gut an. Ich fange an, hinein- und hinauszustoßen, während er aufstöhnt und die Haut auf meinem Rücken mit seinen Händen zerfetzt.

Ich erinnere mich an diese Sache mit dem richtigen Winkel und hoffe, dass es nicht wehtut. Ich stoße leicht nach oben und bekomme keine Reaktion. Aber ich wiederhole die Bewegung und diesmal zuckt sein ganzer Körper nach oben und er stöhnt laut auf.

Scheiße, ich hoffe wirklich, dass sich im Zimmer neben unserem niemand aufhält.

„Sssh“, mache ich leise und lege eine Hand über seinen Mund, während der andere Arm weiterhin sein Bein umfasst.

Ich fühle, wie er gegen meine Hand ächzt und stöhnt, während ich in ihn rein- und rausstoße. Ich werde schneller und bin ziemlich sicher, dass er versucht, in meine Hand zu beißen, weil sich sein Mund öffnet und ich seine Zunge an meiner Handfläche spüren kann.

Ich sehe, dass er anfängt, seine ersten Lusttropfen auf meinen Bauch zu verteilen und er fasst sich noch nicht einmal selbst an, weil er zu sehr damit beschäftigt ist, meinen Rücken zu zerkratzen.

Ich nehme die Hand von seinem Mund und fahre mit meinem Finger seine Brust und seinen Bauch hinunter. Dann halte ich inne, als ich seinen Schwanz erreiche.

Ich beginne, schneller in ihn zu stoßen, und sein Gesicht verzieht sich genüsslich. Scheiße, ich komme bald.

Ich schlinge meine Hand um seinen Schwanz und fange an, ihm genauso schnell einen runterzuholen, wie ich in ihn stoße.

Er gräbt sich weiter in meinen Rücken und versucht, mich zu einem Kuss herunterzuziehen, aber ich habe genau die richtige Position und werde nicht zulassen, dass er es verdirbt.

„Fick dich“, keucht er, als ich mich gegen sein Ziehen sträube, aber ich lache nur. Er kann so kindisch werden, wenn er nicht das bekommt, was er will.

Ich bewege mich nun noch schneller und schneller und es ist alles, auf das ich mich konzentrieren kann. Meinen Schwanz und die Hand um seinen Schwanz.

Dann stöhnt er auf, seine Muskeln ziehen sich um mich zusammen und er spritzt über meine Hand. Ich streichle ihn weiter, nur ein bisschen langsamer, und dann lasse ich los. Langsam bewege ich mich in ihm, während ich mein Sperma in ihn schieße.

Ich glaube, mein Rücken blutet.

***


Niemand hier kennt uns.

Absolut niemand und trotzdem halten wir einen Sicherheitsabstand zueinander.

Ich habe die Eintrittskarten für uns gekauft und glaube mir, das war es sowas von wert. Ich vergebe Scott für alles, was er mir je angetan hat oder mir noch antun wird. Das muss Scotts bisher beste Idee gewesen sein.

Er sieht sich nach all den Fahrgeschäften, Lichtern, dem Riesenrad und den Ständen um. Alles. Und er liebt alles.

Es ist Mitte November und obwohl es erst halb acht ist, ist es schon so dunkel und die Lichter stechen umso mehr hervor.

„Ich hätte meine Kamera mitbringen sollen“, erzählt Winn mir, während er sich weiterhin umschaut und versucht, alles in sich aufzunehmen.

Ich habe keine Zeit, mich umzusehen. Ich will so viel wie möglich von ihm in mir aufnehmen.

Ich schnaube. Seine Kamera? Wirklich? Daran denkt er jetzt?

„Freak“, murmele ich leise vor mich hin und er dreht scharf den Kopf zu mir.

„Hey!“ Er lacht und schubst mich leicht mit der Hüfte. Ich wünschte, ich könnte behaupten, dass es mir egal wäre, aber ich blicke mich sofort um, um zu sehen, ob jemand es gesehen hat.

Aber niemand beobachtet uns. Niemanden interessiert es, ob wir zusammen sind. Ich wäre dumm, wenn ich diese Chance nicht nutzen würde.

„Darf ich dich küssen?“, frage ich ihn und halte mitten auf dem Weg an, sodass die Leute an uns vorbeilaufen müssen.

Winn sieht mich mit geweiteten Augen an und keucht leise auf. „Du meinst…?“ Und es überrascht mich nicht, dass er erschrocken ist, denn so geht es mir auch. „Hier? Wo tatsächlich andere Menschen sind?“, will er wissen und ich weiß, dass er sich über mich lustig macht, aber es ist mir egal. Ich lächle. „Monty… bist du dir sicher? Ich wär–“

Er redet zu viel.

Ich lege meine Hände auf seine Hüften und ziehe ihn zu mir, damit er mich küsst, ehe ich die Möglichkeit bekomme, meine Meinung zu ändern.

Mein Herz hämmert in meiner Brust und ich muss mich immer wieder daran erinnern, dass es niemanden schert, ob ich ihn hier küsse.

Menschen laufen überall an uns vorbei und ich bin sicher, dass ein paar uns ansehen, aber keiner von ihnen interessiert sich dafür, dass ich – Montgomery de la Cruz – hier stehe und einen Jungen küsse.

Er lächelt gegen meine Lippen und es ist kein intensiver Kuss, aber er fühlt sich süß an und sorgt dafür, dass mir in meinem Inneren ganz warm wird.

Ich trete einen Schritt zurück, weil ich später noch reichlich Zeit haben werde, ihn zu küssen.

„Komm schon“, dränge ich ihn und gehe langsam weiter den Weg entlang.

Wir sind von Menschen umgeben und ich kann es nicht sehen, aber fühlen, wie seine Hand nach meiner sucht.

Verdammt. Wir haben uns in der Öffentlichkeit geküsst, noch bevor wir die Chance hatten, Händchen zu halten. Wir machen es schon völlig falsch.

Aber wer zum Teufel schert sich schon um Routinen und Regeln und was richtig ist und was falsch. Das fühlt sich richtig an, also lass mich einfach seine verfluchte Hand halten.

Ich verschränke meine Finger mit seinen und es überrascht mich, wie kalt seine Hände sind. Ich drücke seine Hand und er drückt zurück, aber wir schauen einander nicht an. Ich muss ihn nicht ansehen, um zu wissen, dass er grinst, weil ich weiß, dass ich es tue.

***


Winn und ich sind auf fast jedes Fahrgeschäft gegangen, aber nun sind wir beide müde und haben nur noch eine Fahrt vor uns. Das Riesenrad, aber das heben wir uns für zuletzt auf.

„Komm schon“, jammert Winn, während wir alle Stände und Imbisswagen passieren. „Wenn dir wirklich etwas an mir liegt, würdest du versuchen, einen Bären für mich zu gewinnen.“

Ich lache und schüttle den Kopf.

Mit ihm in der Öffentlichkeit zu sein… es ist etwas, von dem ich mir wünschte, ich hätte es schon früher ausprobiert.

Ich kann ihn küssen, anfassen, seine Hand halten oder ihn sogar nur ansehen und die Leute brauchen nur einen Blick auf uns zu werfen, um zu wissen, dass er mir gehört.

Noch nicht offiziell, aber das wird er.

„Du weißt, wie die einem das Geld aus den Taschen ziehen“, sage ich zu ihm, weil ich weiß, dass ich nicht in der Lage sein werde, irgendetwas für ihn zu gewinnen und es danach nur peinlich sein wird.

Er macht einen Schmollmund und lässt uns erneut mitten auf dem Weg anhalten.

Mittlerweile ist es viel später und es sind weniger Menschen hier, weil sie entweder nach Hause gefahren oder auf den Fahrgeschäften sind. Es sind hauptsächlich nur noch Teenager und junge Erwachsene hier.

Er wartet darauf, dass ich ihn wieder küsse. Er hat mich den ganzen Abend lang wirklich ausgenutzt.

Er lehnt sich näher zu mir und neigt nach Kopf nach oben. Ich lehne mich ebenfalls vor und gerade, als meine Lippen seine fast berühren, ziehe ich mich zurück und laufe wieder los.

Ich höre ihn stöhnen und er folgt mir erneut.

„Küss mich bitte“, sagt er und das will ich wirklich, aber ich will, dass er sich darum bemüht.

Ich gehe weiter, aber er tritt vor mich und bringt mich zum Stehen. „Besame.“

Sieht so aus, als wäre unsere Lerneinheit keine komplette Zeitverschwendung gewesen.

Er hebt eine Augenbraue und wartet auf meine Reaktion. Ich kann ihn einfach nicht abweisen. Er weiß, was für eine Kontrolle er über mich hat.

Ich seufze und lege meine Hände auf beide Seiten seines Gesichts. Und dann küsse ich ihn zärtlich und er erwidert den Kuss genauso sanft.

Wir sind beide atemlos, als wir uns voneinander lösen, und mein Puls rast, aber ich versuche, es zu ignorieren.

„War das okay?“, flüstere ich zittrig und verstehe nicht, warum ich plötzlich so nervös bin.

Er nickt und ist nicht in der Lage, irgendetwas zu sagen. Meine Augen wandern zu einem der Stände hinter ihm.

Ich lasse meine Hände an meinen Seiten herabfallen und grinse ihn an. „Wie wäre es mit Zuckerwatte?“, frage ich ihn und er zieht die Augenbrauen hoch. „Ich füttere dich mit ihr.“

Dann sieht er überzeugt aus. „Na schön.“

Sobald wir die blaue Zuckerwatte haben, gehen wir hinüber zu dem Bereich, in dem sich alle Tische befinden. Nur ein Tisch ist besetzt und es sitzen zwei Mädchen an ihm und essen ihre Pommes. Sie beachten uns nicht.

Keiner der Tische ist sauber, auf allen sind verschüttete Getränke, Essensreste und -packungen verteilt.

Winn setzt sich auf einen der Tische und stellt seine Füße auf der Bank ab, sodass sein Rücken dem Tisch zugewandt ist und er mir.

Ich reiße kleine Stücke von der Zuckerwatte und wir essen sie abwechselnd. Ich schiebe mehr in seinen Mund als in meinen, weil ich nicht so scharf auf den süßen Geschmack bin, aber es scheint ihm nichts auszumachen.

Manchmal neckt er mich und leckt mit seiner Zungenspitze über meine Fingerspitzen und ich weiß, dass wir beide daran zurückdenken, was im Hotelzimmer geschehen ist.

Aber gerade sieht er so unschuldig aus und isst von meiner Hand. Ich bin froh, dass niemand sonst diese Seite von ihm zu Gesicht bekommt, die ich erst vor ein paar Stunden kennengelernt habe.

Er leckt sich über die Lippen, während er darauf wartet, dass ich ein weiteres Stück in seinen Mund lege, aber ich beuge mich vor und küsse ihn stattdessen. Er kann nicht so über seine Lippen lecken und erwarten, dass ich ihn nicht küsse.

Er grinst mich an und ich grinse zurück, aber unser Glück hält nicht lange an.

„Scheiß Schwuchtel“, höre ich es hinter mir und mein Blut gefriert zu Eis.

Ich wirbele herum, um zu sehen, wer der Kerl ist, er hält nicht an. Er geht weiter, aber ich lasse ihn nicht davonkommen.

Was zur Hölle denkt er, wer er ist?

„Hä? Was hast du gesagt?“, rufe ich ihm nach, aber Winston hält mich bereits am Shirt gepackt, um sicherzugehen, dass ich dem Typ nicht nachrenne.

„Beachte ihn einfach nicht, Monty. Er ist es nicht wert“, meint Winston leise und zieht mich zu sich, auch wenn ich versuche, ihn abzuschütteln.

„Was hast du verfickt nochmal gesagt?“, brülle ich den Kerl erneut an und dieses Mal reagiert er.

Er dreht sich um und ich erkenne, dass es ein pummeliges Kind ist, mit Brille und Stoppelfrisur. Er wirkt nicht älter als fünfzehn. Aber es ist mir egal, wenn ich muss, prügle ich ihn krankenhausreif.

Sein jungfräulich aussehender Arsch hat nicht das Recht, mich oder Winn – wenn wir schon dabei sind – zu verurteilen. Aber das Kind hat mehr Eier, als ich angenommen habe.

Er hält inne und zeigt mir den Mittelfinger und ich spüre, wie mein eiskaltes Blut auf einmal anfängt zu kochen.

„Twinks!“, brüllt er uns zu und ich muss meine Hände zu Fäusten ballen.

Aber ich bekomme gar keine Chance, etwas zurückzubrüllen, weil Winn mir zuvorkommt.

„Hey!“, ruft Winn zu ihm und das Kind bleibt stehen. „Lutsch meinen verdammten Schwanz, du Arschloch.“

Das Kind sieht angewidert aus und läuft weg, bevor ich zu ihm gelangen kann. Vertrau mir, Kind, so widerlich ist es gar nicht.

Ein paar Sekunden lang sagt keiner von uns etwas, dann treffen sich unsere Blicke und wir brechen in schallendes Gelächter aus.

Ich habe nicht gedacht, dass er es so in sich hat. Aber er überrascht mich jeden Tag mehr und ich liebe jede Kleinigkeit, die ich über ihn herausfinde.

„Also? Wo waren wir?“, fragt Winn und ich bin froh, dass er sich nicht auf unsere Unterhaltung mit dem Kind konzentriert, es ist unsere Zeit nicht wert.

***


„Du musst mich oben auf dem Riesenrad küssen“, erklärt Winston mir, während wir uns unseren Weg hinüber zur Warteschlange bahnen. „Ohne wird unser Date nicht vollständig sein.“

„Oh, das ist also ein Date?“, ziehe ich ihn auf und er verdreht die Augen.

„Natürlich ist es eins“, sagt er zu mir, als wäre ich dumm. „Was sollte es sonst sein? Ein freundschaftliches Outing? Ich glaube nicht.“

Und dann küsst er mich ein weiteres Mal, um seine Worte zu unterstreichen. Wir sind weit davon entfernt, nur Freunde zu sein.

Nachdem wir (naja, er) die Zuckerwatte aufgegessen haben, sind wir hinüber zu den Buden gegangen, an denen man eine beschissene Menge merkwürdigen Zeugs kaufen kann.

Winn hat mit einem der Kerle dort ein anregendes Gespräch über Kameras geführt, während ich einen Teil der Scheiße durchstöbert habe, die ich kaufen könnte.

Ich glaube nicht, dass ich jemals etwas für ihn gekauft habe. Zumindest nichts, von dem er länger etwas hat. Daher wollte ich, dass mein erstes Geschenk besonders wird.

Letzten Endes habe ich mich für eine silberne Kette mit einem silbernen Bärenanhänger entschieden. Ich schätze, am Ende hat er doch seinen Bären bekommen.

Er trägt ihn nun über seinem Shirt, obwohl er kitschig wirkt mit dem, was er trägt.

Wir haben fast die Schlange erreicht, als ich höre, wie eine vertraute Stimme meinen Namen ruft.

„Monty! Monty! Hey!“

Und ich kenne diese beschissene Stimme und weiß, dass es zu schön gewesen ist, um wahr zu sein.

Langsam drehe ich mich um und trete ein paar Schritte zur Seite – weg von Winn.

Weil ich es ertragen kann, wenn andere Leute uns ansehen. Sie werden mich nicht verurteilen, zumindest nicht laut. Aber Bryce wird es.

Aber Bryce ist nicht alleine und das ist der beängstigende Teil.

Er ist mit Ryan Carter zusammen, dem Kerl, der Bryce praktisch beigebracht hat, Bryce zu sein.

Ryan ist ein großer Typ mit dunklen kurzen Haaren und braunen Augen. Er hat uns alles beigebracht, für das die Sportler an der Liberty stehen.

Ich habe ihn seit vielleicht zwei Jahren nicht gesehen. Nach dem, was ich zuletzt gehört habe, war er im Entzug.

Oh, warum musste er sich bloß erholen? Hätte er nicht einfach dort bleiben können?

Winston wirft mir keine seltsamen Blicke zu und weiß, dass er jetzt Abstand halten muss, weil wir hier über Bryce sprechen.

Aber mir Bryce könnte ich es aufnehmen.

Aber ich könnte mich niemals auf einen Kampf mit Ryan einlassen.

„Was für ein Zufall, hier auf dich zu stoßen!“, sagt Bryce und gibt mir eine einarmige Umarmung, welche ich mich zwinge, zu erwidern.

Zufall? Eher eine Tragödie.

„Du erinnerst dich an Ryan, oder?“, sagt Bryce und ich nicke. Ich wünschte, ich könnte ihn vergessen.

Aber Ryan sieht nicht mich an. Er mustert Winston von oben bis unten und als ich Winston einen Blick zuwerfe, wirkt er, als würde er sich so verdammt unwohl fühlen.

„So, wer ist denn der Kerl?“, will Ryan wissen und zeigt einfach mit dem Finger auf Winston, als könnte er uns nicht mal hören.

Bryce weiß, wer er ist, und wirft mir einen wissenden Blick zu. Er weiß verflucht nochmal Bescheid und wird es Ryan erzählen.

Aber Bryce sagt nichts weiter. Niemand von uns tut es.

„Hmm?“, fragt Ryan nach. „Dein Freund?“

Sein Ton… Ich weiß bereits, was er denkt.

Ich versuche, nicht an die Anzahl der Typen zu denken, bei denen ich zugesehen habe, wie er sie in der Highschool verprügelt hat, nur weil er vermutet hat, dass sie schwul wären. Du siehst Ryan zu lange an und er erzählt den Leuten, du wärst eine Schwuchtel.

„Bitte“, sage ich und schnaube in dem Versuch, es ins Lächerliche zu ziehen. Ich könnte ihn als einen Freund ausgeben.

Aber es ist besser, wenn er verschwindet. Jetzt.

Ryan ist gefährlich und Winn ist in seiner Nähe nicht sicher.

Aber Ryan lacht nicht und auch Bryce tut es nicht. Die Spannung um uns heran ist so dick, dass ich kaum meine Muskeln rühren kann.

„Was machst du dann mit ihm hier?“, will Ryan wissen und seine Stimme ist grob. Er könnte mir und Winston ohne mit der Wimper zu zucken eine reinhauen. „Hängst du jetzt mit Schwuchteln ab? Hä? Ist es das, was du jetzt tust?“

Winston muss von hier verschwinden.

Ich lache. „Hast du so eine schlechte Meinung von mir?“ Dann schaue ich Bryce an und mir kommt eine Idee. „Diese Schwuchtel hat etwas gegen mich in der Hand. Er hat mich gezwungen, mit ihm hierher zu kommen. Ich konnte nicht wirklich nein sagen.“

Mein Mund fühlt sich trocken und gleichzeitig sauer an und ich schlucke immer wieder, aber er wird nur immer trockener.

Ich will Winn nicht anschauen. Ich will seinen Gesichtsausdruck nicht sehen.

„Tatsächlich?“, fragt Bryce und ich bin nicht sicher, ob er es tut, um meine Story zu untermauern oder ob er mir wirklich glaubt. „Ich dachte, du hättest gesagt, dass du es geklärt hättest.“

Aber das tut nichts zur Sache, weil Ryan mir jetzt glaubt.

„Ich… ich… Ich sollte vermutlich gehen“, stammelt Winston und tritt einen Schritt zurück, aber ein Blick von Ryan reicht, damit er sich nicht bewegt.

„Was hast du gegen ihn in der Hand?“, fragt Ryan ihn streng und nickt zu mir.

Winston sieht ihn nicht mal an. „N-nichts.“

Ryan nickt langsam. „Das ist richtig. Du hast nichts gegen ihn in der Hand. Nichts, hörst du mich? Du lässt Monty in Ruhe oder ich werde mich mit dir befassen.“

Und ich fühle mich, als stünde ich kurz davor, umzukippen oder zu kotzen. Vielleicht auch beides.

Winston nickt rasch, er will nur von hier verschwinden und ich kann es ihm nicht verübeln.

Ich starre ihn an und will ihm einen Blick schenken, der „Es tut mir leid“ oder „Ich erkläre es dir später“ sagt, aber er sieht nicht einmal in meine Richtung.

„Verschwinde jetzt von hier, du dreckige Schwuchtel“, sagt Ryan durch zusammengebissene Zähne und Winston taumelt.

Und gerade, als er weggehen will, tritt Ryan einen Schritt vor und spuckt ihm ins Gesicht.

Ich sollte für ihn eintreten. Scheiß auf Bryce. Scheiß auf Ryan. Scheiß auf alle. Nur er ist mir wichtig.

Aber ich bin ein beschissener Feigling.

Und ich lache verflucht nochmal.

Ich lache.

Bryce lacht.

Ryan lacht.

Und Winston verschwindet.

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Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass die Autorin unglaublich gut darin ist, Angst zu schreiben? Nein? Nun, dann lernt ihr diese Seite jetzt von ihr kennen. :-D

Ich hoffe, ihr fiebert weiter mit Winn und Monty mit. Das nächste Kapitel gibt es für euch zum Glück schon am Sonntag.

Bis dahin wünsche ich euch ein schönes Wochenende. :-)

Liebe Grüße

eure Anja
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