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Someone Will Remember Us

GeschichteAngst, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Montgomery de la Cruz
06.09.2020
22.11.2020
30
99.640
4
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Dieses Kapitel
1 Review
 
07.10.2020 3.985
 
Guten Abend zusammen,



heute kommt Kapitel Nummer 10 und es wird heiß. ;-)

Heute gibt es wirklich mal nur Monty und Winston und niemanden sonst. Die geballte Ladung sozusagen.Ich hoffe sehr, dass es euch gefällt.   :-)

Vielen lieben Dank für eure Reviews! Ich freue mich immer sehr darüber!

Jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen und einen schönen Abend. Wir lesen uns Freitag wieder.

Liebe Grüße

eure Anja

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Kapitel 10: Das Schauspiel beenden


„Scheiße“, stöhne ich gegen seinen Mund und dränge ihn vorwärts. Aber die Tür ist immer noch verschlossen und Winston hat Schwierigkeiten damit, sie aufzuschließen und mich gleichzeitig zu küssen.

Endlich schafft er es, nach der Türklinke zu greifen und ich schubse ihn ins Zimmer. Er stößt gegen etwas und beginnt zu taumeln, aber ich packe ihn an der Taille und halte ihn nah bei mir, um sicherzustellen, dass er nicht hinfällt.

Ich muss seine Hüften loslassen und versuche herumfummelnd, sein Shirt aufzuknöpfen. Ich bin so froh, dass er keine Krawatte trägt, sonst würden wir uns hier noch stundenlang abkämpfen.

Ich wette, wir könnten das in nur einer Minute schaffen, wenn wir einfach kurz Abstand zwischen uns bringen und uns konzentrieren würden. Aber ich kann mich nur darauf konzentrieren, ihn zu küssen.

Ich schaffe es, seine drei oberen Knöpfe aufzubekommen, dann gebe ich auf. Ich schubse ihn zum Bett und meine Hände greifen nach unten zum Saum seines Shirts.

Ich muss mich von ihm losmachen und er stöhnt protestierend. Ich packe sein Shirt und ziehe es ihm über den Kopf. Es ist nicht leicht, weil gerade einmal drei seiner Knöpfe offen sind, aber es funktioniert und das ist alles, was mich interessiert.

Er setzt sich aufs Bett, schlingt die Arme um meinen Hals und versucht, mich mit ihm runterzuziehen.

Ich fange nicht an, ihn wieder zu küssen. Seine Pupillen sind geweitet und seine Lippen geschwollen und ich versuche, so viel wie möglich davon in mich aufzunehmen, ehe er meine Haare packt und meinen Mund wieder auf seinen zieht.

Gott, er will mich so sehr, verdammt.

Er rutscht auf dem Bett hoch und ich bewege mich mit ihm, als er ein Bein um meine Taille schlingt und die Ferse in meinen unteren Rücken drückt. Mich auf ihn drückt.

Aber ich bin immer noch vollständig angezogen und mein Schwanz wird so hart, dass ich an nichts anderes denken kann als daran, wie er mich auf sich drückt.

„Warte“, sage ich atemlos und unterbreche den Kuss. Ich brauche einen Moment, um Atem zu holen. Mir ist so scheiße schwindelig.

Aber Winston lässt mich nicht gehen. Er packt mein Shirt mit der Faust und bringt unsere Münder dazu, wieder aufeinanderzutreffen, und bald kapiere ich, warum.

Ich kann durch seine Hose spüren, wie hart er ist. Die Beule drückt gegen meinen inneren Oberschenkel und ich scheine sie nicht ignorieren zu können. Vielleicht ist er sogar noch härter als ich.

Seine Lippen öffnen sich und er lässt zu, dass meine Zunge seinen Mund erkundet. Ich dringe hart in ihn ein, ein und aus, ficke praktisch seinen Mund mit meiner Zunge. Ein tiefes Stöhnen entweicht seiner Brust.

Die Vibration durchfährt mich und ich muss mich davon abhalten, aufzustöhnen. Ich stöhne verfickt nochmal nicht.

Ich beschließe, mich ein weiteres Mal von ihm zurückzuziehen und diesmal hält er mich nicht auf. Ich bin so verdammt hart und muss einfach raus aus meinen Klamotten.

Aber Winston kümmert sich schon darum. Seine Lippen streichen an meinem Ohr vorbei und er beginnt, die Krawatte zu entknoten, die ich mir von Charlie geliehen habe.

Ich habe Charlie geschrieben, dass ich nach Hause gehen würde, weil es mir nicht gut ginge. Ich habe ihm erzählt, dass ich meine Autoschlüssel auf der Rückbank meines Autos gelassen habe und sie selber damit nach Hause fahren können.

Es ist ein ziemlich glaubwürdiger Vorwand.

Jetzt fängt er an, mein Shirt aufzuknöpfen und ich erlaube mir einen Augenblick, um mein Kinn auf seiner Schulter abzulegen und seinen Geruch einzuatmen.

Seine Haare streichen an meiner Nase vorbei und ich schmiege mich an ihn, während ich tiefe Atemzüge nehme. Das habe ich an ihm vermisst.

„Ich habe dich vermisst“, flüstert Winston in mein Ohr. Seine Stimme ist so tief, dass ich ein Kribbeln in meinem Unterleib spüre.

Er wird langsamer und nimmt sich Zeit, jeden einzelnen Knopf aufzumachen, und es macht mir nichts aus.

Langsam bewege ich mich gegen ihn, meine Hüften reiben gegen seine und ich höre, wie er scharf einatmet.

„Hör nicht auf“, sagt er und seine Hände sind nun an meinem letzten Knopf. Er macht ihn auf und schiebt das Shirt an meinen Armen hinab. Seine Fingerspitzen streifen an meinen Muskeln vorbei und dann ist das Shirt weg und auf dem Boden.

Es ist zu lange her und ich setze mich in Bewegung, um ihn wieder zu küssen.

Meine Lippen bewegen sich auf seinen und ich weiß, dass meine Lippen genauso geschwollen sind wie seine.

Ich weiß, dass wir immer noch über einige Dinge reden müssen. Ich muss mich ausnahmsweise richtig entschuldigen. Aber jetzt in diesem Moment zählt nur das hier. Reden können wir später.

Seine Hände wandern hinunter zu meiner Hose und er öffnet ihren Knopf und zieht den Reißverschluss herunter.

Mein Schwanz kämpft praktisch darum, endlich freizukommen. Ich habe das Gefühl vermisst, in ihm zu sein, sein Gesicht zu sehen, wenn ich in ihn stoße, sein Stöhnen zu hören, während ich ihn die Kontrolle verlieren lasse.

Er zieht meine Hose bis zu meinen Oberschenkeln hinunter und ich erledige den Rest und ziehe an meiner Hose, bis sie vollständig ausgezogen ist.

Winston versucht, mich umzuwerfen und über mich zu gelangen, aber ich halte ihn unten.

„Scheiße“, schafft er es zu flüstern, als ich ihn mit einer Hand an seiner Schulter unten halte. Er ist so verdammt angeturnt. Aber andererseits bin ich das auch.

Meine Augen wandern an seinem Körper auf und ab und halten an der Beule in seiner Hose inne, die nun sichtbarer ist, als jemals zuvor.

Ich habe ihn bisher noch nie angefasst.

Es gibt viele Dinge, zu denen ich bereit bin. Aber den Schwanz eines anderen Typen anzufassen? Das ist eine Linie, die ich nie übertreten will.

Winston sieht, dass ich starre und versteht den Wink mit dem Zaunpfahl. Seine Hände bewegen sich langsam zu seinem Reißverschluss und ich beobachte, wie er seine Hosen aufmacht und dann herunterzieht.

„Du bist so verdammt hart“, ziehe ich ihn auf und er stöhnt.

Ich strecke die Arme aus und ziehe ihm die Hose vollständig aus. Er entledigt sich seiner schwarzen Boxershorts – dem letzten Kleidungsstück, das er noch getragen hat – und ich sehe zu, wie er eine Hand um seinen Ständer legt.

Scheinbar kann ich meine Gedanken nicht davon lösen, während er sich selbst einen runterholt. Gott, ich bin so scheiße geil.

Ich beuge mich wieder herab und drücke einen Kuss auf seine Lippen, als ich mit einer Hand meine Boxershorts ausziehe.

Ich scheine nicht mehr richtig atmen zu können, während Winston prüfend mein Gesicht studiert. Seine Augen sind dunkel vor Verlangen. Alex könnte das niemals bei ihm auslösen.

Meine Eichel streift gegen meinen Bauch und ich greife nach unten, um mich anzufassen.

„Gleitmittel?“, flüstere ich gegen Winstons Lippen, während ich anfange, mich zu streicheln. Zuerst langsam, dann ein wenig schneller.

Er rollt sich auf die Seite und streckt einen Arm zum Nachttisch neben seinem Bett aus. Er öffnet die oberste Schublade und nimmt eine Tube Gleitmittel heraus. Sie ist fast voll. Ich glaube nicht, dass er jemanden gevögelt hat, seitdem ich ihn das letzte Mal gefickt habe.

Gut.

Ich tunke meine Finger in das Gleitmittel, das ich auf meine Hand geschüttet habe und Winston beobachtet mich.

Normalerweise würde ich mit einem Finger anfangen, aber er ist so scheiße hart und geil, dass ich weiß, dass er wahrscheinlich zwei aushalten kann.

„Okay“, sage ich und meine Hand beginnt zu zittern. Scheiße.

Erneut lege ich meine Lippen auf seine und er küsst mich so energisch zurück, dass ich sicher bin, dass meine Lippen morgen noch geschwollen sein werden.

Eine seiner Hände zieht an meinen Haaren, die andere packt meine Hüfte.

Ich warte einen Moment und weiß, dass er bereits darauf wartet.

Ich greife zwischen seine Beine und drücke zwei Finger gegen seinen Eingang.

„Scheiße“, versucht er zu sagen, aber ich schneide ihm mit meinem Mund das Wort ab.

Und dann – ohne Vorwarnung – schiebe ich beide Finger in ihn.

Er zuckt zusammen und stöhnt auf. Es ist ein tiefes Stöhnen, das mich – auch wenn ich hasse, es zu sagen – mehr anturnt, als mir lieb ist.

Ich ficke ihn mit meinen Fingern, drehe und krümme sie, bis ich sicher bin, dass er bereit ist.

Seine Hände hinterlassen blaue Flecken auf meinen Hüften, seine Nägel bohren sich in sie und es tut verdammt weh, aber ich beschwere mich nicht.

Er ist so verflucht eng um meine Finger und der Gedanke, in ihm zu sein, lässt mich schwindelig werden. Ich muss mich wirklich zusammenreißen.

„Monty…“, stöhnt er und ich halte es nicht mehr aus. Ich muss in ihm sein. Jetzt.

Ich nehme die Finger aus ihm heraus und er stöhnt protestierend auf. Ich ziehe mich wieder zurück und schmiere Gleitmittel über meinen schmerzenden Schwanz. Ich bin so hart, dass es wehtut.

Er wichst sich schneller jetzt, reibt zwischendurch mit dem Daumen über die Eichel, und ich kann nicht aufhören, ihm zuzusehen.

Ich muss mich richtig in Stellung bringen, ich weiß, dass er nicht seine Hände und Knie gehen will. Ich weiß, dass er das nicht will.

Ich schiebe mich zwischen seine Beine und versuche, mit meinen Fingern wieder seinen Eingang zu finden.

Ich beuge mich hinab, um ihn erneut in einen Kuss zu verwickeln, als er sein Bein gegen meinen unteren Rücken presst. Okay, schon verstanden.

Ich positioniere mich. Meine Eichel berührt seinen Eingang und drückt dagegen, sein Atem geht schneller.

Er greift mit seinen Händen nach meinen Schultern, stöhnt auf und gräbt seine Nägel in sie, als ich in ihn stoße.

Seit dem Sommer habe ich das nicht mehr getan, aber ich weiß immer noch, was ihm gefällt.

Anfangs bewege ich mich langsam und dann – als ich schneller werde – bemühe ich mich, in einem bestimmten Winkel in ihn zu stoßen. Er kommt mir entgegen und so wir machen weiter, bis ich die Stelle treffe.

„Scheiße, scheiße, scheiße“, murmelt er und beißt in meine Schulter. Seine Zähne graben sich in meine Haut und ich ächze.

Ich bewege mich weiter in ihm, während er sich einen runterholt. Seine Lippen bewegen sich zu meinem Hals und er fängt an, Bissspuren überall auf ihm zu hinterlassen. Ich werde mir später darüber den Kopf zerbrechen, wie ich sie verdecken kann.

Wieder stoße ich in ihn und er drückt meine Taille mit seinem Bein noch stärker. Ich wage es zu ihm aufzublicken und er sieht so verdammt heiß aus.

Ich weiß, dass er das hier genießt. Er stöhnt jedes Mal, wenn ich in ihn stoße oder die richtige Stelle treffe.

Seine Lippen ruhen auf meinem Kiefer und er beginnt, ihn langsam zu küssen, hinterlässt dabei Spucke überall auf meinem Hals und meinem Kinn.

„Darf ich in dir kommen?“, frage ich und seine Augen weiten sich allein bei der Vorstellung.

„Ja“, sagt er und nickt schnell. „Bitte tu es.“

Ich weiß genau, wann er kurz davor ist, zu kommen. Ich warte nur auf den richtigen Moment.

Und dann spannen sich seine Muskeln um mich herum an und weißes Sperma beginnt, aus seinem Schwanz zu schießen.

„Verdammt“, sage ich, weil ich mich kaum noch beherrschen kann.

Mir ist bewusst, dass er jetzt empfindlich ist und ich werde langsamer, höre aber nicht auf, in ihn zu stoßen.

Sein Sperma klebt überall auf seiner Hand und seinem Bauch und ich kann nicht anders, als mich zu fragen, wie er wohl schmeckt. Und gerade, als ich daran denke, fühle ich, wie mein Schwanz zuckt und ich lasse los.

Ich stoße immer langsamer in ihn, während ich in ihm abspritze. Mein Territorium markiere.

Winston putzt seine Hand an der Bettdecke ab und greift hoch in meine Haare. Seine Hand ist nicht vollständig sauber, aber ich sage nichts und lasse zu, dass er mich an meinem Haar zu einem Kuss runterzieht.

Meine Zunge bewegt sich schamlos über seinen Lippen und ich ziehe mich aus ihm heraus, während sich meine Zunge immer noch in seinem Mund befindet. Er zuckt leicht zusammen und seufzt anschließend in meinen Mund.

Scheiße.

Ich habe ihn wieder gefickt.

***


Genauso wie der Sommer vorbei ist, hätten wir auch Geschichte sein sollen.

Das letzte Mal, dass wir miteinander gevögelt haben, als ich ihm von meinem Dad erzählt habe – das hatte das Ende sein sollen. Ich würde ihn nie wiedersehen und obwohl es irgendwie erschütternd war, bin ich damit einverstanden gewesen.

Aber jetzt bin ich wieder in seinem Bett.

Das hätte nicht passieren sollen.

Ich kann ihn auf den Kissen riechen, auf der Bettdecke, auf mir. Ich weiß, dass er gerade nicht bei mir ist. Das Bett fühlt sich so leer an und ich kann ihn nicht atmen hören.

Schlussendlich beschließe ich, meine Augen zu öffnen und mich trifft das Sonnenlicht, das durch das Fenster reinscheint. Das gleiche Fenster, von dem ich gehofft habe, dass er mich an dem Tag, an dem mein Dad die Flasche über meinen Kopf zerbrochen hat, durch es entdecken würde.

Scheiße. Mein Dad.

Ich muss mir so viele Alibis überlegen. Eins für Scott und Charlie, eins für Natalie, eins für meine Familie…

Verdammte Scheiße.

Ich ächze leise und strecke mich im Bett. Ich wünschte wirklich, Winn würde nicht so früh aufwachen. Ich würde schrecklich gerne den Tag mit ihm im Bett verbringen.

Oder er könnte mich aufwecken, wenn er aufwacht. Das habe ich ihm schon so oft gesagt, aber er hat gemeint, ich würde zu hinreißend aussehen, wenn ich schlafe. Ich lächle vor mich hin, während ich nur daran denke.

Normalerweise geht er zum Supermarkt oder Café, um uns etwas zu Essen zu besorgen und bis ich aufstehe, hat er bereits Frühstück für uns fertig gemacht. Habe ich wirklich gedacht, dass ich all das vergessen würde, sobald die Schule wieder losgeht? Lustig.

Endlich schaffe ich es, mich aus dem Bett zu schleppen und ich gehe ins Badezimmer, um mich frisch zu machen.

Ich muss meine Boxershorts von letzter Nacht tragen, weil ich keine anderen Klamotten habe und es ist nicht so, als würde ich den Anzug zum Frühstück anziehen. Aber Winston wird es nichts ausmachen.

Schnell wasche ich mein Gesicht und fahre mit meinen Händen über meine Haare, während ich mich im Spiegel anstarre.

Sehe ich aus, als hätte ich Sex mit einem Kerl gehabt?

Ich sehe mich prüfend im Spiegel an, die Kratzer auf meinem Rücken, meinen Schultern, meinen Hüften. Es ist unmöglich zu erkennen, ob sie von einem Kerl oder einem Mädchen stammen. Oder zumindest hoffe ich das.

Es sind immer noch ein paar frische blaue Flecken und Bissspuren an meinem Hals und meinen Schultern, aber die sollte ich leicht verdecken können.

Ich putze meine Zähne mit Winstons Zahnbürste. So ekelhaft ist es gar nicht, wenn du an die Tatsache denkst, dass mein Mund noch vor ein paar Stunden voll von seiner Spucke war.

Ich spucke ins Waschbecken und spüle meinen Mund mit lauwarmem Wasser aus, bevor ich Winstons Schlafzimmer verlasse und nach unten gehe.

Wir müssen immer noch über so viele Dinge reden und es fühlt sich jetzt schon so an, als hätten wir nicht mehr viel Zeit. Weil der Morgen vorbeigehen wird und ich damit werde beginnen müssen, mich bei den anderen zu entschuldigen. Ich muss herausfinden, wo mein Auto ist, was mit Natalie passiert ist und ob Charlie und Scott meine Ausrede geschluckt haben.

Ich wage es nicht, auf mein Handy zu schauen, da ich weiß, dass mich das aus meiner Fantasiewelt reißen würde, in der nichts außer Winston und mir wichtig zu sein scheint.

Ich finde ihn in der Küche. Kochend.

Kein Scheiß, er kocht tatsächlich.

Das ist neu.

„Hey“, sage ich und meine Stimme klingt ein wenig rau. Ich stehe im Türrahmen und bin unsicher, was ich tun soll. Nicht sicher, ob wir wieder in die Routine fallen sollen, die wir über den Sommer entwickelt haben.

Er trägt eine schwarze Jeans und ein graues T-Shirt. Er sieht so dünn aus und ich will einfach nur meine Arme um seine Taille legen.

„Du bist wach“, kommentiert er fröhlich, ohne sich wirklich umzudrehen.

Ich reibe mit meinen Händen über mein Gesicht, um mich wacher zu fühlen. Dann gehe ich zu dem kleinen Esstisch, der in der Mitte der riesigen Küche steht. Sie haben einen weiteren Esstisch im richtigen Esszimmer, aber dort haben wir bisher noch nie gegessen. Es fühlt sich einfach zu formell an.

Reiche Leute, ich schwöre.

„Was machst du?“, erkundige ich mich neugierig. Das ist das erste Mal, dass er für mich kocht.

„French Toast“, sagt er über seine Schulter hinweg. Ich lehne mich über den Esstisch, um einen Blick darauf zu erhaschen und tatsächlich sehe ich, wie er Brot in eine Mischung aus Ei und Milch taucht.

Von Ei aufgeweichtes Brot? Das ist das erste, das er für mich kochen will?

Ich hebe eine Augenbraue, aber ich sage nichts. Ich will ihn nicht verärgern.

Nach ein paar weiteren Minuten, in denen ich ihm beim Kochen zusehe, stellt er den Herd aus und bringt einen Teller zu mir.

Er stellt ihn vor mir auf dem Tisch ab und grinst breit. „Voilà.“

Ich lache leise, während er darauf wartet, dass ich das erste Essen probiere, dass er je für mich gemacht hat.

Selbst wenn es wie reine Hundekacke schmeckt, werde ich ihm sagen, dass es das beste Essen ist, das ich jemals gegessen habe. Es ist mir egal, ich tue alles, um ihn glücklich zu machen.

Er sieht zu, als ich die Gabel nicht beachte, die er für mich hingelegt hat, mir ein Stück Brot nehme und hineinbeiße.

Nervös leckt er sich über die Lippen, als ich schlucke. Es ist einfaches French Toast, nichts Besonderes.

Aber das werde ich ihm nicht sagen.

„Wow“, sage ich mit noch immer vollem Mund, weil ich es kaum runterschlucken kann. „Ja, das ist… ja. Ich mag es.“

Ich versuche angestrengt, zu lächeln, aber ich glaube nicht, dass ich sehr überzeugend bin. Ich kann mich vor allen anderen verstellen, aber nicht vor ihm.

Winston wartet ein paar Sekunden, dann verziehen sich seine Lippen zu einem ausgewachsenen Grinsen. „Ich weiß, dass es nicht gut ist, du musst nicht lügen.“

Ich sehe ihn mit erhobener Augenbraue an und er zeigt mir wieder sein riesiges Grinsen. „Gott sei Dank“, sage ich und schiebe den Teller von mir weg.

Ich schaffe es, das Stück in meinem Mund runterzuschlucken, und Winston lehnt sich auf die andere Seite des Tisches und sieht mir in die Augen.

„Es ist das erste, was ich gelernt habe zu kochen“, berichtet er mir und ich merke, dass er mir etwas erzählt, das ihm viel bedeutet. „Wahrscheinlich auch das letzte.“

Er lacht leise und sieht dann auf den Teller, der zwischen uns steht. „Meine Eltern waren viel unterwegs, das sind sie immer noch. Ich meine, es macht mir mittlerweile nicht mehr so viel aus, es hat seine Vorteile…“, sagt er und blickt auf, um mir ein Grinsen zuzuwerfen. Wir hatten Glück, dass niemand zuhause war und wir das Haus für uns hatten.

„Aber als ich jünger war“, meint Winston, „konnte es ein wenig einsam werden. Ich hatte nicht wirklich Freunde, weißt du, wo ich doch der seltsame schwule Junge war und so.“

Ich runzele die Stirn. Ich versuche, mir einen zwölfjährigen Winston vorzustellen (er war zwölf, als er sich geoutet hat), wie er allein in der Schule ist und die Kinder in seinem Alter durch sein Fenster beim Spielen beobachtet. Ich kann mir nicht vorstellen, wie scheiße er sich gefühlt haben muss, ausgeschlossen zu werden, für etwas verurteilt zu werden, das man nicht beeinflussen kann.

Ich würde einen Zwölfjährigen für ihn verprügeln, es wäre mir scheißegal.

„Also bin ich die meiste Zeit über zuhause geblieben und habe gelernt… das zu kochen“, sagt er und deutet auf den Teller. „Das erste Mal, als ich es gemacht habe, habe ich mich wie ein professioneller Koch gefühlt. Es war angebrannt und schmeckte wie Scheiße, aber ich aß alles auf, als wäre es das Beste, das ich jemals gegessen hatte.“

Mein Herz fühlt sich schwer an und ich fühle mich schlecht, weil mir sein French Toast nicht schmeckt.

Ich weiß nicht, was ich sagen soll, also nicke ich schweigend und Winston lächelt mich an. „Wie auch immer.“

Ich bin nicht so dumm, ihm zu sagen, wie leid es mir tut, dass er das durchmachen musste. Wir haben vor langer Zeit beschlossen, uns nicht für die Vergangenheit des anderen zu entschuldigen.

Er geht um den Esstisch herum und bleibt vor mir stehen.

Ich schiebe den Stuhl ein wenig zurück und drehe ihn zur Seite, sodass ich ihm zugewandt bin. Er grinst zu mir herunter und setzt sich in Bewegung, um sich auf meinen Schoß zu setzen.

Seine Oberschenkel ruhen auf meinen und ich lasse zu, dass sich meine Arme um seine Taille schlingen.

Ich sollte mich entschuldigen, aber jetzt sitzt er auf meinem Schoß und ich kann kaum denken.

Er lehnt sich näher an mich, sein Kopf befindet sich über meinem, weil er in dieser Position ein bisschen größer ist als ich.

„Du hast dir die Zähne geputzt?“, fragt er und bewegt seinen Daumen an meinem Kiefer entlang.

„Mhm.“

„Mit meiner Zahnbürste?“, will er wissen und versucht, frustriert auszusehen, aber er ist nicht sehr gut darin.

Ich grinse und hebe spielerisch meine Augenbrauen. Er findet es nicht ekelig, wenn er mir einen bläst, dafür aber, wenn ich seine Zahnbürste benutze?

„Richtig“, kichert er und gibt mir einen kurzen Kuss auf die Lippen.

Ich runzele die Stirn. „Das war noch nicht mal ein richtiger Kuss.“

„Mhm“, macht er und fährt stattdessen fort, meinen Kiefer zu küssen. Ich spüre, wie sich seine Zunge in kreisenden Bewegungen bewegt, und erinnere mich an die letzte Nacht.

„Hast du… hast du einen Knutschfleck auf meinem Kiefer hinterlassen?“, frage ich und als ich spüre, wie er gegen meine Haut lächelt, weiß ich Bescheid. „Verdammt, Winn.“

Er grinst. Ich habe seinen Spitznamen seit dem Sommer nicht mehr gebraucht und ihn zu hören, lässt mich wehmütig werden.

Ich kann meine Schultern und meinen Hals verdecken, aber meinen Kiefer? Ich seufze, aber Winston scheint meine Sorgen nicht zu teilen.

„Ich habe nur markiert, was mein ist“, flüstert er und mein Herz macht einen Satz. Und ehe ich mich’s versehe, lächle ich.

Aber sobald ich durch diese Tür gehe, verändert sich alles.

Ich seufze. Ich wünschte, ich könnte für immer hierbleiben, mit ihm. Mir um nichts und niemandem sonst Gedanken machen.

Winn merkt, dass ich die Augenbrauen zusammengezogen habe und hält inne. „Was ist los?“

Seine Stimme ist so weich und er starrt mich an, aber ich will seinem Blick nicht begegnen.

„Ich denke nur… nach“, sage ich vage und Winstons Stirn runzelt sich.

Weil ich ihn immer noch in der Schule werde ignorieren müssen. Ich werde immer noch so tun müssen, als würde er nicht existieren.

Sobald ich durch diese Tür gehe, muss ich wieder dazu übergehen, mich zu verstellen. So zu tun, als wäre ich ein guter Sohn, ein guter Schüler, ein guter Freund.

Es ist so verdammt anstrengend.

Winston sieht aus, als würde er jeden Augenblick zu einer seiner „Du kannst sein, wer auch immer zu sein willst“-Reden ansetzen, aber ich falle ihm ins Wort, ehe es soweit kommen kann.

„Wegen dieser Samstagnacht…“, setze ich an. „Hast du mir vergeben?“

Ich muss ihm trotzdem eines Tages diesen Ort zeigen, wenn die Zeit reif ist.

Winn neigt den Kopf zur Seite und grinst. „Fast.“

Ich will ihn schon fragen, was ich noch tun muss, aber dann beugt er sich hinab, presst seine Lippen auf meine und küsst mich endlich richtig.

Ich küsse ihn zurück, als würde mein Leben davon abhängen. Versuche, unsere letzten gemeinsamen Momente zu retten.

„Jetzt ist dir vergeben“, sagt er gegen meine Lippen, als unsere Nasen aneinander reiben.

Ich fange jetzt schon an, ihn zu vermissen.
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