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Orison

von luminas
OneshotAllgemein / P16 / Gen
OC (Own Character) Ougai Mori
06.09.2020
06.09.2020
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ORISON
ᴀᴜꜱ ᴅᴇᴍ ᴀʟᴛ ᴇɴɢʟɪꜱᴄʜᴇɴ: ɢᴇʙᴇᴛ.


Es ist düster und der Himmel scheint zu weinen. Schritte hallen durch die leeren Straßen, scheinen ihnen ein Leben zu geben, genauso wie das plätschern.
Der Himmel scheint in dieser Nacht zu weinen.
Vielleicht weint er für ihn? Oder um ihn?


Fast schon müde, verfolgen die grauen Augen, das Spektakel auf der Straße.

Warum fühlt er nichts? Er sollte schreien, sich bewegen, Emotionen verspüren. Nichts. Da ist nichts.
Warum nicht?


“Bleib doch stehen Daicho”, die Stimme klingt etwas süßlich, passt nicht zu dem düsteren Lächeln auf den Lippen, des schwarzhaarigen Mannes.
Sein Gegenüber bleibt tatsächlich stehen. Nicht gewollt.
Doch die Mauer vor ihm versperrt ihm den Weg. Sackgasse.

Er sollte etwas tun. Irgendetwas.

Der braunhaarige Mann scheint sich geschlagen zu geben, hebt die Hände über den Kopf und dreht sich langsam um, das sein Gegenüber, Nein. Sein Feind. Eine Waffe in der Hand hält, ist ihm schon lange bewusst. Und eben diese hält er ihm jetzt auch entgegen.
Ein kleines Grinsen schleicht sich auf seine Lippen. “Wie jetzt? Willst du mir nicht zuerst den Kiefer brechen, Mori?”, fragt er frech.

Ein kleines Zucken seiner Lippen. Der Spruch war gut. Seine Augen wandern vom braunhaarigen zum schwarzhaarigen Mann.
Er will ‘Tue es nicht’ schreien. Aber seine Lippen verlassen kein Wort.


“Nun, sagen wir ich lasse dir das erspart, der guten alten Zeiten willen”, Ōgai Mori fuchtelt kurz mit der Pistole herum und zuckt dann mit den Schultern, ein kleines Lachen entweicht Daicho.
“Der guten alten Zeiten willen, verstehe, du könntest mich der Zeiten willen auch einfach laufen lassen.”, er versucht sein Glück. Wer weiß was es ihm bringt? Doch sein alter Partner lässt sich nicht umstimmen, stattdessen wedelt er mit der Hand.
“Ach, jetzt willst du zu viel des Guten”, winkt er ab und wird dann wieder ernst.
“Du weißt was auf Verrat folgt.”, meint er, seine Stimme so kühl wie Eis, so scharf wie ein Messer.
“Ich weiß”, ein letztes Schulterzucken des Mannes, während er seine Hände runternimmt.

Das war der Deal. Er hat auf seinen Tod gepokert und er scheint zu gewinnen, das Mori dem Mann in diesem Moment ein Gefallen tun soll weiß er nicht.
Nein. Einzig und allein der Mann vor ihm und der Junge auf dem Dach wissen Bescheid.
Und letzterem tut es leid. Nicht, dass sein eigener Vater wohl nun sterben soll. Nein. Der alte Doktor tut ihm leid. Seltsam.


Er atmete tief ein und schließt die Augen, er will es nicht sehen. Doch den Schuss hört er. Laut und deutlich. Ein Signal. Ein Moment.
Ein Stein der umgestoßen wurde und auf den es kein Entkommen gibt.

↬ ---♔--- ↫


Kurz atmet er tief aus und öffnet die Augen wieder.
Entkommt seinen sich wiederholenden Erinnerungen.
Entkommt dem sich wie ein Gebet immer wiederholendem Wort. Fehler.
Ōgai Mori hatte Monate zuvor unwissend einen Fehler begangen, der ihn bald schon einholen soll.
Alle hier wissen das.

Kurz blinzelt der Junge, schaut sich in dem dunkeln Zimmer um und tastet dann sein Nachtschränkchen ab, bis er das kühle Gerät seiner Begierde zu fassen kriegt. Handy.
“Urghs”, er blinzelt, als das kalte blaue Licht angeht und ihn kurz blendet.
02:25 Uhr. Er drückt auf die Taste und lässt sein Gerät wieder schlafen.
Für einen Moment überlegt Ren, ob er sich auch wieder schlafen legen soll.
Aber dann würde er früher oder später wieder zu den letzten Momenten seines Vaters und zum Mafia Boss, welchen er heimlich bemitleidet gelangen.
Er hat schon seitdem er klein ist, seitdem er ihn kennt, mit dem Doktor sympathisiert. Hatte sich von Anfang an gut mit ihm verstanden und war von Anfang an dagegen, dass man dem Doktor etwas tun sollte.
Und nun? Nun sind sie nicht mehr aufzuhalten.
Ren hatte es aus Zufall mitbekommen, hat aus Zufall so viel verstanden, was er zuvor nicht verstanden hat.

Warum er zum Beispiel nie ein Mitglied der Port Mafia wurde, obwohl sein Vater es war und er den Boss persönlich kannte.
Warum sein Vater so oft in Tokyo war, obwohl sie zu dem Zeitpunkt noch in Yokohama gewohnt haben.
Wer die ganzen Leute waren, die seinen Vater immer kontaktiert hatten.

Er seufzt, dreht sich auf seinen Rücken und starrt die im, Tageslicht weiße, Wand an.
Yokohama. Wie weit ist das eigentlich entfernt?
Erneut dreht er sich zum Nachtschrank und ertastet sein Handy.
Erneut blinzelt er wegen des grellen Lichtes und fängt dann an auf dem Gerät herumzutippen.
Er würde keine 30 Minuten brauchen und dann wäre er dort.
Aber seine Idee ist Lebensmüde.

Wenn er von hier abhaut und sie es merken, und das werden sie, dann werden sie ihn suchen, finden und womöglich töten.
Wenn er es bis zur Hafenmafia schaffen sollte und Mori wieder trifft, wird dieser ihn womöglich töten.

Er seufzt kurz. Ätzend. Aber dennoch. Irgendwas in ihm sträubt sich.
Die Gebetsstimme, die ihm nun zuflüstert: Geh!

Und mit einem Mal, ohne groß weiter darüber nachzudenken, steht er auf und geht zu seinem kleinen Schrank an der anderen Seite des Zimmers, welches eigentlich nicht seins ist.

Er denkt nicht mehr nach. Er hört nur die Stimme.
Die Stimme die bis vor einigen Minuten noch monoton ‘Fehler.’ gebetet hat, scheint Mut gefasst zu haben, ruft förmlich ‘Geh!’ und das ist, was er nun tun wird.
Er wird gehen.
Gehen und den Mafiaboss retten.
Und, wenn es das letzte ist, was er tut.
Er folgt seinem Gebet.
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