Die Kindheit von Herbert von Krolock

GeschichteFamilie, Übernatürlich / P18
Graf von Krolock Herbert von Krolock Koukol OC (Own Character)
04.09.2020
16.09.2020
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16.09.2020 2.558
 
Hi hier ist ein neues Kapitel für euch  :)  Es hat ein bisschen länger gedauert als geplant aber hier ist es nun. Viel Spaß beim lesen :)
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Seufzend öffnete Breda seine Augen. Es hatte keinen Zweck. Er konnte nicht schlafen. Zu viele Gedanken gingen ihm durch den Kopf. Wie gern wäre er jetzt bei seinem Sohn? Doch es war ihm nicht möglich. Das Sonnenlicht trennte die beiden voneinander. Wie es ihm wohl jetzt grade geht? Weint er? Schläft er? Ob er Hunger hat? Er wusste das sein Diner Koukol sich am Tage um seinen Sohn kümmerte aber… ER War der VATER nicht Koukol aber was sollte er tun? Ihm waren die Hände gebunden. Das Sonnenlicht würde ihn töten.



Aber ein kleiner Trost blieb ihm. Noch hatte Herbert keine festen Tages und Nacht Zeiten. Noch erwachte er sehr häufig in der Nacht so das Breda sich um ihn kümmern konnte. Noch… Aber wie würde es werden, wenn Herbert so groß war, dass er in der Nacht schlief und am Tage auf war? Daran wollte er gar nicht denken. Aber… Es wird nicht immer so sein. Nein. Irgendwann würde sein Sohn sich verwandeln. Das stand fest und ließ sich auch nicht vermeiden.



Dieser Gedanke ließ Breda kurz lächeln und er schloss seine Augen und er fand wirklich noch mal in einen tiefen, erholsamen Schlaf. Endlich. Mitternacht. Auf die Minute genau öffnete der Graf seine Augen, öffnete den Sarg, kletterte hinaus und verließ fast schon rennend die Gruft. Er wollte nur noch zu seinem Sohn. Beim Schloss angekommen, öffnete er auch sofort die große Tür, ging durch die große Halle, die Treppen hinauf und begegnete Koukol, der nicht grade munter aussah. „Koukol?!“, dieser drehte sich zu dem Grafen um, sah ihn an und verneigte sich. „Mein Herr?!“, fragend sah der Graf ihn an. „Wie geht es meinem Sohn? Ist alles in Ordnung mit ihm?“, wollte er auch sofort wissen. „Er wirkt unruhig! Füttern, wickeln, schaukeln hilft gar nichts! Um ehrlich zu sein Herr… Ich befürchte er wird krank!“, meinte sein Diner nachdenklich.



„Danke! Du kannst schlafen gehen!“, ohne ihn noch weiter zu beachten, ging Breda angespannt zum Schlafzimmer und öffnete leise die Tür. Er ging zu der Wiege und sah seinen Sohn der grade erwachte sanft an. „Hallo mein Kleiner! Wie geht es dir?“, Herbert fing an zu schreien und Koukol hatte Recht. Sein Weinen klang anders als sonst. „Oh ist ja gut! Papa ist ja jetzt da!“, Breda schob sanft eine Hand unter den Kopf seines Sohnes die andere Hand unter seinen kleinen Körper. Breda nahm sein Sohn so, dass sein Kopf auf seiner Schulter lag. „Ich habe dich so sehr vermisst!“, die sanfte Stimme beruhigte Herbert und er hörte auf zu weinen aber…“Du zitterst ja schon!“, Breda seufzte.



Da er ein Vampir war, hatte er natürlich auch keine Körperwärme mehr wie ein Mensch. Er war kalt. So kalt wie Eis und Schnee im Winter, wenn nicht noch um einiges kälter. Herbert hingegen, war noch ein normaler, sterblicher Mensch und noch dazu ein Baby. Das machte die Situation etwas schwierig. Er legte seinen Sohn wieder in die Wiege, holte noch eine Decke und deckte seinen Sohn behutsam zu. Doch Herbert fing wieder an zu schreien. Er wollte wieder auf den Arm seines Vaters.



Breda brach es fast das Herz. Was konnte er aber tun? Wenn er Herbert zu lange auf seinem Arm hielt, würde der Kleine erfrieren. Noch hatte der Prozess der Köpertemperatur Anpassung nicht begonnen und es würde auch noch ein paar Wochen dauern ja, sogar vielleicht Jahre bis es so weit wäre. Obwohl Herbert noch ein Baby war, so wusste er schon ganz genau wer sein Vater war und dass er nur zu einer gewissen Zeit bei ihm war. Natürlich wusste er noch nicht was sein Vater war, dass er am Tage in der Gruft sein musste und was Zeit wirklich bedeutete und so weiter. Doch wer sein Vater war, das wusste der Kleine Herbert schon jetzt obwohl er erst ein paar Tage alt war. Das war einer der Sinne die ein Baby, wenn es von einem Vampir abstammte gleich nach der Geburt entfaltete spätestens dann, wenn es zum ersten mal bei Mutter und Vater auf dem Arm war, wenn beide Vampire waren oder von ein Elternteil der Vampir war. Diese sofortige Einprägung war nur bei Vampiren möglich. Normale Menschen Babys brauchten etwas mehr Zeit, um Mutter und Vater zu erkennen. Auch bei seiner Mutter da diese kein Vampir war, hätte es wahrscheinlich eine andere Bindung gegeben als zu seinem Vater.



Breda überlegte kurz, verließ das Zimmer, ging in eines der Gästezimmer und holte ein paar Decken. Dann ging er wieder in das Schlafzimmer. Herbert schrie jetzt noch lauter. Breda ging zum Tisch, breitete eine der Decken auf dem großen Tisch aus und ging wieder zu Herbert. „Ich bin da Herbert! Ist ja gut!“, er nahm seinen Sohn auf den Arm, legte ihn auf die Decke auf dem Tisch, wickelte ihn in die Decke und dann nacheinander in die anderen. Dann nahm er ihn wieder auf den Arm. „Scchh! Papa ist hier!“, Breda streichelte ihm sanft über den Rücken und ging mit ihm langsam hin und her.



Herbert hörte auf zu weinen als er merkte, dass er wieder auf dem Arm seines Vaters war und entspannte sich aber… Er begann wieder zu zittern und ihm war wieder etwas kalt. Auch seinem Vater war es nicht entgangen, dass sein Sohn wieder froh und ein wenig zitterte. Besorgt sah er seinen Sohn an. „Ist dir wieder kalt?“, fragte er sanft. Herbert begann zu gähnen. Breda wusste, wenn Herbert jetzt auf seinem Arm einschlief, könnte er erfrieren, aber er wollte ihn auch nicht wachhalten.



Er hatte keine andere Wahl. Er musste Herbert wieder zurück in die Wiege legen, damit sein Sohn gefahrlos schlafen konnte. Doch kaum hatte Breda ihn in die Wiege gelegt, schrie Herbert wieder los. Er wollte doch nur auf Papas Arm schlafen. Warum durfte er das nicht?!



Breda nahm seinen Sohn aus den Decken bis auf eine und begann die Wiege sacht zu bewegen. „Ich weiß du möchtest auf Papas Arm! Aber dann frierst du!“, meinte Breda sanft. Er war innerlich aufgewühlt und wütend. Es wäre so leicht Herbert zu beruhigen. Sein Sohn wollte nur zu seinem Vater. Deswegen weinte er so viel. Breda konnte es nicht mehr ertragen. Er brauchte einen Moment für sich und ging aus dem Zimmer.



Breda fühlte Wut in sich aufsteigen. Ja innerlich tobte er. WARUM?! WARUM hatte er sie nicht verwandelt?! Jetzt konnte er noch nicht einmal sein eigenes Kind auf den Arm nehmen, ohne Angst haben zu müssen es zu töten. Er war Herberts Vater und er liebte seinen Sohn über alles. Er war der Grund, weshalb er noch lebte. Doch wie sollte er sich um sein Baby kümmern, wenn er es nicht mal fünf Minuten berühren konnte.
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Koukol hatte es währenddessen aufgegeben einzuschlafen. Immer wenn er kurz davor war einzuschlafen, wachte er von Herberts schreien wieder auf. Er seufzte und stand auf. Es hatte keinen Sinn mehr liegen zu bleiben. Was hatte der junge Graf nur? War er krank? Hatte er Schmerzen? Koukol beschloss sich einen Tee zu machen. Er verließ sein Zimmer, um in die Küche zu gehen. Auf dem Weg begegnete er dem Grafen. Er hatte seinen Herrn und Meister selten so verzweifelt gesehen. Was war geschehen? Sollte er nach ihm sehen oder doch lieber seiner Wege gehen? Er kannte ihn jetzt schon so lange. Hundert Jahre, um genau zu sein und doch… Konnte er seine Reaktionen nicht immer einschätzen.



Der Graf hasste es schwach zu sein und noch mehr, wenn es jemand sah und mitbekam. Aber es ging um sein Kind. Er war vor ein paar Tagen zum ersten mal Vater geworden und noch dazu hatte seine Frau sich das Leben genommen. Er hätte allen Grund überfordert zu sein. Doch was sollte er jetzt tun? Koukol seufzte leise und ging an seinem Meister vorbei. „Koukol?!“, er blieb stehen und drehte sich um. „Herr?“, fragend sah der Graf ihn an. „Was wandelst du um diese Zeit noch in den Gängen umher?“, was sollte er jetzt nur sagen? „Ich…“, Der Graf sah ihn an und zog eine Augenbraue hoch. „Wollte etwas in der Bibliothek lesen!“, der Graf sah ihn irritiert an. „Um diese Zeit!? Nun… Mir ist wohl entgangen das du auch ein Wesen der Nacht geworden bist oder…“, der Graf machte eine Pause. „Solltest du mich grade versuchen zu belügen?!“, Koukol schluckte innerlich. „Weshalb bist du also noch auf?“, er sah ihn an. „Verzeiht! Ich wollte…“, der Graf unterbrach ihn. „Beantworte einfach die Frage! Ist das so schwer?!“, Koukol schüttelte leicht den Kopf. „Ich konnte nicht schlafen! Euer Sohn…“, meinte er ehrlich. „Ist nicht krank!“, meinte der Graf knapp. Fragend sah Koukol ihn an. „Herbert ist nicht krank!“, das zu hören erleichterte ihn.




„Ich bin der Grund!“, meinte Breda und versuchte so gut es ging seine persönlichen Gefühle im Verborgenen zu halten, während er das sagte. Jetzt war es Koukol, der ihn irritiert ansah. „Wie bitte?!“, fragte er überrascht. Der Graf sah ihn zornig an. „Du hast mich verstanden! Also wiederhole ich es gewiss auch nicht!“, meinte er wütend.



„Nein Ihr seid gewiss nicht der Grund! Der eigentliche Grund ist fehlende Körperwärme!“, Breda sah ihn zornig an. „Das weiß ich selbst! Aber was soll ich tun?! Ich bin nun mal ein Vampir und Vampire besitzen nun mal keine menschliche Körpertemperatur!“, seine Wut steigerte sich immer mehr. Warum sprach er  überhauptso offen über seine Gefühle?! „Hör auf meine Nerven weiter zu beanspruchen und kümmere dich um Herbert! Ich muss was erledigen!“, damit ging Breda wütend davon.



Breda ging währenddessen in die Bibliothek in der Hoffnung in irgendeinem Buch eine Lösung für dieses Problem zu finden. „Nein! Nein! Nein! Auch nicht!“, seufzend ließ er sich auf dem Stuhl der an einem großen, breiten Holztisch stand regelrecht fallen und rieb sich mit ein paar Fingern über seine Stirn. Zu allem Übel bekam er auch noch Kopfschmerzen. Kopfschmerzen. Ein Vampir mit Kopfschmerzen… Er seufzte. Was sollte er nur tun?! Gab es denn wirklich keine Lösung für dieses Problem?! Dann plötzlich, klopfte es an der Tür. Der Graf, blickte zur Tür, wollte grade etwas sagen, als die Tür auch schon geöffnet wurde. „Habe ich herein oder irgendetwas der Gleichen gesagt!?“, fuhr Breda, Koukol an, der mit einem silbernen Tablett in einer Hand zu ihm kam und das Tablett vor ihm auf den Tisch abstellte.




„Verzeiht… Ich wollte nicht unhöflich sein!“, meinte sein Diner und sah ihn entschuldigend an und reichte ihm das Glas mit dem Tee. „Das war es aber!“, meinte Breda knapp. Er nippte etwas an dem Tee und verzog das Gesicht. „Er ist ziemlich stark!“, Koukol sah ihn fragend an. „Soll ich Euch einen neuen Tee zubereiten?“, doch der Graf schüttelte seinen Kopf. „Nein! Lass gut sein!“, meinte er und trank noch einen Schluck. Koukol verneigte sich, ging schweigend zur Tür und verließ das Zimmer.



Bredas Wut wurde immer größer. Koukol wollte ihm doch nur etwas Gutes tun und kümmerte sich obendrein noch am Tage um seinen Sohn und wie dankte er es ihm?! Er hatte mit seinem Diner großes Glück im Unglück gehabt. Wie oft er sich anhören musste, dass andere seines Gleichen mit ihren Dienern mehr als unzufrieden waren konnte er schon gar nicht mehr zähen. Breda hasste Ungerechtigkeit und noch mehr hasste er sie, wenn er es war, der Unrechtes tat.



Er schloss seine Augen, atmete tief durch und schlug seine Beine übereinander. Es musste doch eine Lösung geben. Er hatte sich noch nie vor Veratwortung gedrückt und sah auch keinen Grund dies jetzt zu ändern und schon gar nicht wenn es um seinen Sohn ging. Sohn. Breda bekam ein schlechtes Gewissen. Er stand auf, ging in sein privatestes Zimmer, ging zum Schreibpult, öffnete eine Schublade, holte einen silbernen Schlüssel heraus, schloss die Schublade wieder und verließ das Zimmer.



„Koukol!“, dieser wollte sich grade wieder um Herbert kümmern und sah den Grafen an. „Ihr wünscht?“, wollte er wissen. „Schweigend hielt er ihm den Schlüssel vor die Nase. „In einem der Gästezimmer solltest du den Rest der Nacht doch noch etwas schlaf finden! Behalte ihn bis Herbert ruhiger oder mindestens ein Jahr alt ist! Aber verliere ihn nicht verstanden!?“, Koukol wusste gar nicht was er sagen sollte. „Was ist? Die Nacht dauert nicht ewig!“, Koukol verbeugte sich und ging. „Leider!“, fügte Breda noch hinzu als sein Diner ihn nicht mehr hören konnte und ging ins Schlafzimmer.



„Oh du bist ja nur am Weinen!“, meinte Breda als er in das Zimmer kam. Das meinte er natürlich nicht böse und seine Stimme klang auch nicht streng als er dies sagte. Breda spürte wieder, wie er innerlich angespannt wurde.  Er ging zu der Wiege und sah Herbert an. „Was mache ich nur?“, er nahm Herbert auf seinen Arm. Herbert wurde sofort ruhig, aber merkte das sein Vater angespannt war. „Ist ja gut! Nicht wieder anfangen zu weinen!“, Breda, atmete einmal tief ein, schloss seine Augen und versuchte sich zu entspannen. Dies gelang ihm sogar ein paar Sekunden und plötzlich…



Breda öffnete seine Augen war das?... War das eben wirklich der Herzschlag seines Sohnes gewesen, den er wahrgenommen hatte? Breda wusste nicht wie im geschah. Dieses Geräusch… Es war wie… Wie ein Rausch den er zuvor noch nie erlebt hatte. Dieser Rausch… Er war nicht zu vergleichen mit dem Rausch, den er beim Trinken von Blut oder der Jagd verspürte.  Dieser einzigartige Rausch ließ ihn alles Schreckliche was er bisher erlebt hatte vergessen. Innerlich betete er, das dies eben kein Irrtum aus tiefer Verzweiflung war.



Er schloss erneut seine Augen und entspannte sich. Und… Wieder hörte er ihn. Den Herzschlag seines Sohnes. Er versank in diesen Rykmus. Dann hörte er wie das Blut seines Sohnes durch dessen kleinen Körper floss. Dann nahm er plötzlich einen Geruch wahr. Den Geruch von Blut. Der Geruch des Blutes seines Sohnes. Bredas Atmung beschleunigte sich. Er versuchte den Geruch zu ignorieren. Es gelang ihm durch herbe Selbstbeherrschung. Plötzlich spürte er etwas. Etwas, das ihm so fremd geworden und doch so vertraut war. Wärme. Sein sonst so Eiskalter Körper wurde von Körperwärme durchflutet.



Er öffnete langsam seine Augen und wirklich. Er war warm. Berauscht von allem was grade passierte und passiert war, bemerkte er erst gar nicht, dass Herbert wieder zu schreien begonnen hatte. Breda brauchte einen Moment um all dies und seinen jetzigen körperlichen Zustand zu begreifen und zu verarbeiten. Dann aber fing er sich wieder.



Herbert zitterte und weinte. „Ist alles in Ordnung Herbert?“, besorgt sah er seinen Sohn an und drückte ihn behutsam an sich. Herbert hörte auf zu weinen und ihm war auch nicht mehr so kalt wie eben. Herbert gähnte herzhaft. „Oh so müde!? Schlaf ruhig in Papas Arm!“, das ließ sich der kleine Mann nicht zwei Mal sagen. Hatte er bis eben doch nur geweint. Er wusste zwar nicht was und wie es passiert war, dass sein Papa plötzlich nicht mehr so unbeschreiblich kalt war, aber das war ihm egal. Hauptsache bei Papa im Arm. Warm und kuschelig. Herbert war glücklich endlich in Papas Armen schlafen zu können und Breda?... Breda wusste zwar auch nicht was da eben passiert war, war aber ebenfalls unendlich glücklich seinen Sohn ohne Angst im Arm halten zu können. Denn jetzt war er nicht mehr so kalt wie Eis und Schnee im Winter.
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Hoffe das Kapitel hat euch vielleicht gefallen bis bald :)