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Wie man seinen Schatten zähmt

OneshotFamilie, Schmerz/Trost / P12
Leta Lestrange Newt Scamander Porpentina "Tina" Goldstein Theseus Scamander
02.09.2020
02.09.2020
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Diese kleine Sammlung an Szenen begann als eine Gedankenstütze für mich, dann wurde sie zu einer Charakterstudie von Newt, bevor sie völlig unerwartet zu einer Beziehungsstudie Newt/Theseus mutierteund dann kamen irgendwie Tina und Leta dazu. Möglicherweise werde ich einige angedeutete Szenen in einem längeren Werk noch einmal aufgreifen. Es tut mir ein wenig leid, dass ich Dumbledore und Jacob hier nicht ausreichend beleuchten konnte, aber das hätte die Grenzen des Werks wirklich gesprengt.

Übrigens kann es gut sein, dass ich hierzu bald noch einen zweiten Teil hochlade, eine Favorisierung könnte sich also möglicherweise lohnen… *hust* *just saying*… :D

PS: Das ist offiziell der unzutreffendste, schlechteste Titel, den ich jemals einer Geschichte gegeben habe.

Disclaimer: Ich verdiene hiermit kein Geld, alle Rechte liegen bei J. K. Rowling, ihren Co-Autoren und/oder Warner Bros., so sicher bin ich mir da nicht – aber sie liegen auf jeden Fall nicht bei mir.




„Merlin, Newton! Du bist doch kein Knieseljunges!“, sagte Esmeralda Scamander streng und rieb gereizt mit dem Ärmel über sein dreckverschmiertes Gesicht, was ein unangenehmes Brennen hinterließ. Newt war fünf Jahre alt und rückblickend war das der Zeitpunkt, an dem das Unglück begann.

Newt war kein Knieseljunges, aber etwas stimmte nicht mit ihm. Wenn man ihn aus den Augen ließ, huschte er durch die Hintertür und kehrte in der Dämmerung zurück, zerkratzt, schmutzig, das Haar voller Zweige und seine grünen Augen leuchteten hell im Halbdunkeln. Ein Rascheln im hohen Gras löste den unbezwingbaren Wunsch in ihm aus, sich anzuschleichen und das Etwas zu beobachten. Newt wusste, dass er kein Knieseljunges war, aber etwas stimmte nicht mit ihm. Theseus und Vater und Mutter es mochten, an Tischen zu sitzen und mit zu lauter Stimme über Dinge zu sprechen, die er nicht verstand, zusammen mit Menschen, die schwere dunkle Roben trugen und mit ebenso schweren Schritten gingen und lauter zu lachen pflegten, je später der Abend wurde. Newt mochte nichts davon. Wenn man ihn zwang, still zu sitzen, wurden seine Augen wie magischen von den Fenstern angezogen, helle oder dunkle Rechtecke, die hinausführten in eine Welt mit Wind und Regen und Blättern und dem schweren Geruch von feuchter Erde. Theseus mochte es, neben Newt zu stehen und seine rechte Hand zu umklammern und die andere Hand den Fremden zu reichen, die ihm wohlwollend zunickten. Newt schien dann die Eingangshalle viel zu klein und sein Blick huschte wie von allein zu seinen Schnürsenkeln, während seine Gedanken unbeirrbar zu seiner Sammlung an Hippogreif-Federn zurückkehrten. Der Gedanke war tröstlicher als Theseus‘ feuchte Hand in seiner und er wusste, dass das nicht so sein sollte. Dass kein Mensch so denken sollte, ein Kniesel aber auch nicht. Er wusste nicht, wer oder was er war und in welchem Lebensraum er eine Heimat finden sollte.

***


„Keinen Tag länger bleibe ich in diesem Haus!“, stammelte Mrs. Hughes, als Newt acht Jahre alt war. Tränen liefen über ihr gutmütiges, faltiges Gesicht und Newt hatte das schreckliche, überwältigende und verwirrende Gefühl, jemandem Leid angetan zu haben, ohne zu wissen warum. Was hatte er falsch gemacht? Und warum machte er wieder und wieder alles falsch? Mrs. Hughes hatte einen nervenzerreißenden Schrei ausgestoßen, als sie Newt in seinem Zimmer auf dem Boden hockend gefunden hatte, völlig erdverschmiert inmitten eines Haufens sezierter Horklumpe. Schluchzend war sie bei seinem Vater vorständig geworden und hatte beteuert, wie sehr es sie schmerze, ihre Anstellung aufgeben zu müssen, aber Newton sei so ganz anders als Theseus. Sylvester Scamander wusste, dass Newton ein Problem war. Und Newt wusste es auch. Er musste versuchen, sich zu ändern. Sofort.

***


„Ich versuche dir zu helfen, Newt!“, sagte Theseus und seine Stimme war zornig und laut. Seine Schritte waren ebenso schwer geworden wie die der Fremden und Newt ertappte sich dabei, wie er die Furcht in seinem Inneren mit dem Gedanken an Hippogreife zähmen wollte. „Das muss aufhören, dieses Herumtreiben und bis zur Nacht nicht Heimkommen, diese Verantwortungslosigkeit! Mutter weint sich noch die Augen aus deinetwegen! Bis September musst du lernen, still zu sitzen und aufzuhören zu träumen und… Schau mich an, wenn ich mit dir spreche!

Newt schaute. Theseus‘ Augen waren dunkel und besorgt und wütend und sein Mantel roch nach Rasierwasser und alten Büchern. Newt wusste, dass er keine Angst vor Theseus haben sollte, aber er konnte nichts dagegen tun. Er fühlte sich überrollt von der schieren Präsenz seines Bruders, einer ihm unerklärlichen Macht, die Theseus dadurch begründete nicht zu blinzeln, nicht wegzuschauen, nicht zu zappeln, nicht über Worte zu stolpern. Er erinnerte sich an die vielen Male, in denen Theseus seine Hand gehalten hatte, um ihn daran zu hindern sich zu verstecken, sich unsichtbar zu machen, Orte zu erkunden, die bewohnbarer waren als der Salon und die Halle mit den Teppichen und glatten Steinfußböden. Das waren keine Orte für ein Knieseljunges. Das waren keine Orte für ein Wesen wie ihn…

„Du hörst mir gar nicht zu, oder?“, sagte Theseus bitter und dann fiel Newts Zimmertür hinter ihm zu.

***


Theseus hatte ihm einen Brief geschrieben und ihm gratuliert. Du wirst sehen, dass in Hufflepuff jeder einen Platz findet und dass dir alle mit Offenheit und Hilfsbereitschaft begegnen werden. Nutze deine Chance, Newt.

Newt wusste nicht, warum er ausgerechnet nach Hufflepuff gekommen war. Er war sicher nicht listig, nicht mutig und auch nicht besonders klug, aber er war gewiss nicht loyal. Jeder wusste das, und Theseus wusste das sowieso. Er war ein hoffnungsloser Fall. Es kümmerte ihn ja anscheinend nicht einmal, dass seine Mutter seinetwegen schlaflose Nächte verbrachte, jedenfalls nicht genug, um sich zu ändern, um endlich die Augen auf das Pergament vor ihm zu richten, statt stundenlang sehnsüchtig auf die Ländereien zu starren. Newt spürte, dass Theseus recht hatte und dass seine letzte Chance, sich zu ändern, gekommen war. Aber selbst unter den anderen Hufflepuffs hatte Newt das Gefühl, dass etwas mit ihm nicht stimmte. Etwas in ihm war wild und ungezähmt, ein Geschöpf, das sich ängstlich in die Ecke drückte, wann immer ein Mensch mit einem offenen Lächeln und leuchtenden Augen auf es zu kam und die Hände ausstreckte. Es machte es Newt unmöglich, stundenlang an einem Pult zu sitzen und trieb ihn hinaus in den schottischen Regen. Aber es war an der Zeit, dieses Geschöpf zu zähmen. Newt würde alle Kraft zusammennehmen müssen, und dann würde er lernen, Quidditch zu spielen und Hauspunkte zu sammeln und an Federn nur noch als Schreibutensilien zu denken.

***


„Sie sind ja schon wieder völlig schlammverschmiert, Scamander! Ein solches Auftreten dulde ich nicht in meinem Klassensaal! Fünf Punkte Abzug für Hufflepuff!“

Newt war zwölf Jahre alt und fühlte sich elender denn je. Er hatte schon lange begriffen, dass er sich nicht ändern konnte, dass er seine Mutter nicht glücklich machen konnte, seinen Vater nicht wohlwollend und Theseus nicht stolz. Das Wesen in ihm, das es ihm unmöglich machte, den Blickkontakt zu halten oder zu sprechen, ohne sich lächerlich zu machen, war mit ihm gewachsen. Statt sich anzupassen, hatte Newt perfektioniert, was er seit frühester Kindheit übte: sich unsichtbar zu machen, wie ein junger Kniesel unentdeckt um die Ecken zu huschen, in der Dunkelheit zu sehen und Ärger auszuweichen. Hoffnungsloser denn je wünschte er sich, er könne sein wie Theseus mit seinen sicheren Schritten und dem noch sichereren Blick. Aber er hatte begriffen, dass er so nicht werden würde, dass er weder ein anständiger Mensch sein konnte, noch irgendein Tier. Er war gezwungen zu einem Halbleben, einem Balancieren zwischen Gitterstäben, einem ständigen Ausweichen vor den Tücken und Untiefen der menschlichen Interaktion. Er wusste nicht, was er getan hatte, um dieses Schicksal zu verdienen, aber vielleicht lag es daran, dass er die Menschen um sich ständig zu nerven, oder noch schlimmer, zu verletzen schien.

Er senkte dem Kopf und starrte auf sein Pult, aber er konnte nicht verhindern, dass er das wütende Tuscheln der anderen Hufflepuffs trotzdem hörte.

***


„Ab mit Ihnen in den Regen, Mr Scamander“, sagte Professor Winfield munter und scheuchte ihn aus Gewächshaus drei, aber Newts Schritte waren müde und taub, als er seinen Hauskameraden über die Wiese zurück zum Schloss folgte. Er starrte auf seine Füße und beobachtete, wie das Regenwasser rechts und links neben seinen Schuhen hervorquoll. Das drückende, vertraute Gefühl auf seiner Brust zwang ihn dazu, regelmäßig und langsam zu atmen, weil er nicht wusste, was sonst passieren würde.

Und da war er. Direkt vor ihm am Boden lag ein kleiner, hässlicher Vogel, vom Regen durchtränkt und von der Welt verlassen. Newts Hände zitterten heftig, als er in die Hocke ging und das Wesen aufhob, so behutsam und vorsichtig, wie es ihm möglich war. Die Federn klebten feucht und weich an seiner Haut und er spürte, wie der Druck in seiner Brust zunahm und sich dann plötzlich auflöste, als der Vogel seine Augen öffnete und schwach krächzte. Newt war schwindelig vor Glück. Zärtlich und ganz sanft barg er das Tier unter seinem Umhang und stolperte auf das Schloss zu. „Alles wird gut“, flüsterte er und er wusste nicht, mit wem er sprach, aber sein Gesicht war nass und er konnte frei atmen.

***


„Ich gehe nicht nach Hause.“ Newt wusste, dass es Wunschdenken war, den Sommer in Hogwarts zu verbringen, aber die Angst und die Traurigkeit, die sein Leben lang an ihm gehaftet hatten, hatten sich mit dem Knoten in seiner Brust aufgelöst und waren zu Trotz geworden. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er das Gefühl, eine Aufgabe zu haben, gebraucht zu werden. Etwas an ihm war richtig, zum allerersten Mal. Das Rabenküken krächzte leise und Newt wandte den Blick von dem Mädchen ab, um den Vogel einen Wurm in den Schnabel zu stopfen. Dies war seine Aufgabe und er war gut darin. Er würde nicht zulassen, dass irgendjemand alles wieder zunichtemachte.

„Der Rabe ist mein Familienwappen.“ Newt blickte auf und das Schimmern in den Augen des Mädchens erinnerte ihn an die Verletzlichkeit der Geschöpfe, derer er sich angenommen hatte, um seine eigene Schwäche zu heilen. Etwas in ihrem unbestreitbar schönen, aber traurigen Gesicht ließ Newt wissen, dass er ihr vertrauen konnte. Er zögerte, bevor er das Rabenküken behutsam aufhob und vorsichtig in ihre Hände setzte. Ihr Gesicht hellte sich auf und Newt spürte mit stolperndem Herzen eine seltsame Art der Verbindung. Vielleicht war er doch nicht unter allen Menschen ein fremdes Geschöpf. Ihr kleines Lächeln ließ ihn den Atem anhalten. Er hatte gelernt, dass es eine Sache gab, eine einzige Sache, die ihm lag. Er konnte verletzten Geschöpfen helfen. Wer sagte, dass er dieses Können nicht auch auf Menschen ausweiten konnte, wenn er ganz, ganz behutsam war?

***


„Wir werden uns niemals, niemals im Stich lassen.“ Sie schluchzte.

„Niemals.“

„Schwöre es!“

„Ich schwöre es.“

Der Rabe war vor Monaten davongeflogen, aber Leta war geblieben. Von allen Geschöpfen, denen Newt jemals begegnet war, was sie mit Abstand das faszinierendste, aber auch das gefährlichste. In gewisser Weise war sie wie er. Sie konnte keinen Lebensraum für sich finden, aber das war, weil die Menschen sie quälten und verletzten. Anders als Newt aber war sie stolz, wild und schön, sie wehrte sich, fuhr die Krallen aus und hinterließ mindestens so viele Verletzungen, wie ihr zugefügt wurden. Für Newt, der es gewohnt war, durch die Schatten zu huschen und unbemerkt zu bleiben, war das ein Wunder, das ihn unwiderstehlich anzog. Sie hatte dieselben Eigenschaften, die er immer an Theseus bewundert hatte – sie war mutig, durchsetzungsstark und selbstsicher – aber sie versuchte nicht, Newt zu verändern. Sie war der erste Mensch, der ihn ansah und ihn nicht verurteilte, und das machte sie zu dem kostbarsten Geschöpf in Newts Leben.

Nach allem, was geschehen war, hatte er verstanden, dass der sprechende Hut sich doch nicht geirrt hatte. Er war loyal. Er würde Leta niemals im Stich lassen. Sie brauchte ihn. Und er… brauchte sie.

***


„Es war meine Schuld. Es war meine Idee. Leta hatte nichts damit zu tun.“

Newt zitterte am ganzen Körper, aber er fürchtete sich nicht. Etwas sagte ihm, dass er gerade eine große Heldentat beging, eine Aufopferung, die seinen Körper ganz leicht machte, und für einen Moment blickte er Professor Prendergast direkt in die Augen. Der Mut ließ ihn schwindelig werden. Er sah nur Letas Gesicht, ihre riesigen dunklen Augen in ihrem blassen, aber schönen Gesicht. Er wusste, dass sie keinen Ort hatte, an den sie gehen konnte, wenn man sie hier verstieß. Er wusste nun, dass es zwei Sachen gab, die ihm lagen, und das waren das Retten von Geschöpfen und seine Loyalität gegenüber der einzigen Person, die ihm einen Platz zum Leben gegeben hatte. Nun war es an ihm, ihr diesen Lebensraum zu erhalten.

„Hiermit verweise ich Sie von Hogwarts, Mr. Scamander, wegen der Gefährdung von Menschenleben durch ein Tierwesen!“

Das Gefühl, das Richtige getan zu haben, ließ das Bedauern in Professor Dumbledores Gesicht und die steinerne Enttäuschung auf der Miene seines Vaters verschwimmen.

***


„Hast du überhaupt verstanden, dass du genauso gut in Askaban sitzen könntest?!“

Newts Herz war gebrochen. Er war verraten und verlassen und er wusste plötzlich, wie sich das Rabenküken gefühlt haben musste, zerbrochen und in lebensfeindlicher Umgebung für ein solches Geschöpf, mit nichts bedeckt als einem dünnen, klebrigen Flaum. Newt hatte in zwei Wochen fünfzehn Briefe an Leta geschrieben, zuletzt nur noch wenige, hoffnungslose Worte, das verzweifelte Krächzen eines verlassenen Vogelkindes, aber er hatte keine Antwort bekommen. Noch konnte er nicht begreifen, dass sie ihn verraten hatte. Er hatte ihr alles gegeben, was er hatte, und sie hatte es genommen und war gegangen. Er konnte nichts tun, als fassungslos in seinem Zimmer zu sitzen und zu warten. Er hatte die Fähigkeit verloren, sich lautlos durch die Räume zu bewegen, denen er sich nicht zugehörig fühlte, zusammen mit seinen Aufgaben und allem anderen, was ihn zu mehr gemacht hatte als einem hilflos fiependen Vogelküken.

„Du hast Mutter das Herz gebrochen und Vaters Ruf ruiniert und das alles wäre nicht passiert, wenn du einmal nicht an dich selbst gedacht hättest!“ Theseus war vernichtend. Seine Augen waren wie Eis und rote Funken schossen aus seinem Zauberstab, den er in der geballten Faust umklammert hielt. Newt starrte ihn an und war zu taub, um sich zu fürchten. „Aber ich werde nicht zusehen, wie du diese Familie vollends ruinierst! Ich werde schon dafür sorgen, dass du dir diese Biester aus dem Kopf schlägts und endlich die Füße stillhältst, Newton! Ab morgen wird hier alles anders, das schwöre ich dir, und du wirst bis an den Rest deines Lebens ordentlich und gesittet im Ministerium an einem Schreibtisch sitzen, wo du niemandem gefährlich werden kannst!“

Nach Tagen spürte Newt wieder Tränen seinen Wangen herabrinnen, aber diesmal war es aus Zorn. „Du kannst mich nicht zwingen“, flüsterte er und krallte die Hände in die Bettdecke.

„Glaub mir“, zischte Theseus, „ich kann.“

Und Newt spürte ein ungeahntes Gefühl in sich aufsteigen, heiß und lodernd und vernichtend, und in diesem Moment hasste er Theseus mehr als alles andere auf der Welt. Denn Theseus hatte recht.

***


„Hören Sie auf zu träumen, Mr. Scamander, und machen Sie hier endlich weiter, um Merlins Willen!“

Von allen lebensfeindlichen Orten, an denen Newt zu bestehen versucht hatte, war das Ministerium der schlimmste. Das einzige, was ihn durchhalten ließ, war die Wut auf Theseus. Er würde ihm nicht die Genugtuung gönnen, an diesem Ort unterzugehen, einzugehen wie ein Vogel in einem zu kleinen, dunklen Käfig. Es war Theseus‘ Schuld, dass Newt jetzt in seinem ganz persönlichen Alptraum festsaß. Die schwarzgekachelten Flure waren so gegensätzlich zu den Wäldern und Wiesen, denen er sich zugehörig fühlte und all den exotischen Orten, nach denen er sich sehnte, dass er das Gefühl hatte, kaum atmen zu können. Die Schritte der Männer mit den langen dunklen Umhängen hallten in den langen dunklen Korridoren ganz wie damals, als er fünf Jahre alt war, in seinem Elternhaus, und nun war ihm klar, dass das Unglück damals begonnen hatte. Damals, als er zugelassen hatte, dass Theseus seine Hand umklammert hielt, damit er nicht davonhuschen und einen Weg nach draußen finden konnte, wo der Himmel weit war und der englische Regen die stickige Wärme des Salons und das missbilligende Stirnrunzeln der anderen Menschen aus seinen Gedanken spülte.

„Mr. Scamander!“

***


Der Krieg war eine Erleichterung. Newt wusste, dass er so etwas nicht denken durfte, aber es war die Wahrheit. Über ihm schimmerte der Sternenhimmel, riesig und frei, und die Front war meilenweit entfernt. Alles, was es hier gab, waren die felsige Landschaft, die Nacht um ihn herum, sein eigener Herzschlag und… Drachen. Zum ersten Mal seit Jahren fühlte er sich wieder lebendig. Er wusste, dass es jämmerlich war, aber der anerkennende Händedruck seines Vater, als er in den Krieg aufgebrochen war, hatte ihm Auftrieb verschafft – das Gefühl, frei atmen zu können, hatte er aber erst unter freiem Himmel wiedergefunden, das Gefühl, eine Aufgabe zu haben. Er interessierte sich nicht für Politik und der Kriegsausbruch war nur eine willkommene Gelegenheit gewesen, seinen Schreibtisch zu verlassen. Dennoch, Theseus, Vater und Mutter hatten ihn anders angesehen… Wie gebannt starrte Newt auf eine dunkle Felsformation in der Ferne. Wenn Sie nur nahe genug herankommen könnten, wenn sie sich gegen den Wind anschleichen könnten, sodass die Drachen…

„Scamander!“ Newt zuckte zusammen und das magische Fernglas rutschte ihm aus der Hand und fiel mit einem metallenen Klappern zu Boden. Leise fluchend tastete er in der Dunkelheit. Für einen Augenblick hatte er vergessen, dass es auch noch einen Haufen missmutiger Ministeriumsangestellter gab, die skeptisch und mürrisch hinter ihm hertrödelten und den Erfolg der Mission meistens vereitelten.

„Scamander!“, keuchend, stolpernd und wild mit den Armen wedelnd kam einer seiner Kameraden auf ihn zugestürzt. „Eben kam eine Eule aus London! Ihr Bruder hat 50 Auroren aus einem deutschen Hinterhalt gerettet! Er bekommt den Merlinorden verliehen und Sie bekommen Fronturlaub, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen! Sie sollen sofort nach London kommen, Sie Glückspilz!“

Schwer ließ sich Newt auf einen Stein sinken. Wieder und wieder war es Theseus in seiner idiotisch selbstsicheren Art, der die richtigen Dinge tat und Newt damit vom Glücklichsein abhielt, der ihm die Flügel stutzte, wenn er einmal freien Himmel sah, Theseus, der seinen viel zu großen Schatten auf ihn warf.

***


„Mr. Scamander, nicht wahr? Ich habe ihren Artikel über die Ukrainischen Eisenbäuche gelesen. Ich war beeindruckt.“

Newt musste sich sehr konzentrieren, um die Augen von seinem Sektglas zu lösen. Er streifte den gedrungenen, stark nach Tabak riechenden Mann vor ihn mit dem Blick, bis er konzentriert über dessen Schulter hinweg in den Saal voller lachender Ministeriumsangestellter starrte.

„Augustus Worme. Obscurus Verlag. Sie scheinen ein Talent fürs Schreiben zu besitzen.“

Newt entfuhr ein Lachen. Er wusste genau, dass er nur wenige Begabungen hatte, und Schreiben hatte noch niemals jemand zu seinen Talenten gezählt.

„Ja, lachen Sie! Aber was würden sie sagen, wenn ich Ihnen anbiete, ein Buch über Tierwesen für meinen Verlag zu schreiben?“

Newt verschluckte sich an seinem Sekt und konnte nur mit Mühe einen Hustenanfall unterdrücken. Mit tränenden Augen starrte er auf Mr. Wormes linkes Ohr und stammelte: „Aber… Sie wollen keinen Leitfaden zu… ihrer Vernichtung, oder?“

Mr. Worme entblößte mit seinem Grinsen eine Unmenge gelblicher Zähne. „Aber nein, junger Mann, ich kenne ihre Einstellung. Ich erwarte Ihre Eule!“

Und Newt spürte, wie sich zum ersten Mal in einem Salon voller Leute mit langen, dunklen Umhängen ein echtes Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitete.

***


„Du weißt, dass du nicht ewig vor deinen Problemen davonlaufen kannst.“

„Halt den Mund, Theseus, halt einfach den Mund!“

Newt knallte seinen Koffer zu (wenn Theseus wüsste) und wandte sich schließlich dem Mann zu, der im Türrahmen lehnte. Er konnte es kaum ertragen, ihn anzusehen. Theseus hatte ihn verraten, zum zweiten Mal verraten, er kam sich dumm und schäbig und naiv vor, so naiv. Der einzige Weg für ihn führte aus London fort und er wünschte nur, er müsste niemals zurückkommen. Er wünschte, er müsste Theseus niemals wiedersehen.

Theseus‘ Schultern schienen heute nicht ganz so breit, sein Blick nicht ganz so stechend. Er streckte sogar die Hände nach Newt aus, aber er hätte besser wissen sollen, dass man ein verletztes Tier niemals anfassen sollte. „Newt, ich weiß, das war überraschend für dich, aber wenn es wegen Leta ist…“

Newts Schritte waren lang und rücksichtslos. Er ließ Theseus im Türrahmen stehen und blickte nicht zurück. Die Luft schmeckte nach Regen.

***


Die Sonne war vernichtend und alles war anders. Newt keuchte und Blut sickerte von seiner Schulter langsam in sein Hemd, aber er spürte eine freie, wilde Glückseligkeit in seiner Brust, als der Donnervogel den Kopf senkte und die Flügel hinter dem Rücken faltete. Newts Hand fuhr zitternd durch das weiche, duftende Federkleid. Seit Jahren hatte er sich nicht mehr so glücklich gefühlt. „Alles wird gut, Frank. Ich werde dich nach Hause bringen“, flüsterte er und seine Stimme brach, als er es wagte, auch sein Gesicht an die Flanke diese wunderbaren, wilden Geschöpfs zu pressen.

„Nach Hause…“, flüsterte er, und Tränen und Blut schmeckten nach Freiheit.

***


„Wer sind Sie?!“

Ms. Goldstein war die unerfreulichste Begegnung seit Jahren. Ihr Blick war stechend, dunkel und hell zugleich, und wie Theseus schien sie die ärgerliche Begabung zu haben, seine Lügen sofort zu erkennen und ihn an Orten festzuhalten, die er nicht mochte. Ihre schwarzen Augen schienen ihn genau zu sehen und seine Versuche, ungesehen zu verschwinden, vereitelte sie mit einer Leichtigkeit, die fast unheimlich war. Newt fühlte sich unwohl in ihrer Gegenwart. Er fühlte sich durchschaut. Es beunruhigte ihn zutiefst.

Aber die Art, wie sie hinter ihrem Schreibtisch vor ihrem Kollegen in Deckung ging, war ihm irgendwie vertraut. Vielleicht war ihr Irrwicht ebenfalls ein staubiger Schreibtisch in einem winzigen, dunklen Büro. Vielleicht konnte sie ihn deshalb so leicht duchschauen.

Vielleicht war das der Grund, weshalb er mit einem Koffer voller Backwaren zu ihr nach Hause ging.

***


„Das fänd‘ ich schön. Sehr sogar.“

Newt starrte durch den Dezembernebel auf die unwirklichen Lichter New Yorks, die hinter ihm verschwanden, und versuchte zu verstehen, warum es ihm zum ersten Mal widerstrebte, eine Großstadt zu verlassen. Wenn überhaupt war New York noch schrecklicher als London, laut und unübersichtlich und grau und voller Menschen. Und doch hatte er freiwillig angeboten, zurückzukehren; und doch spürte er ein Ziehen in seiner Brust, das ihn überzeugen wollte, sofort umzukehren, seinen Koffer zu umklammern und zu disapparieren. Zum ersten Mal seit Jahren war der Wind kalt und der Raum um ihn zu leer. Er stand ratlos vor seiner neuen Freiheit und fragte sich, warum der Gedanke an Hippogreif-Federn unter seinen Händen nicht halb so verlockend war wie die einzelne Haarsträhne eines Menschen, die er immer noch zwischen den Fingern spüren konnte.

***


Die Dinge wiederholten sich, aber Newt fühlte sich kein bisschen besser als beim ersten Mal. Wenn überhaupt kam er sich noch idiotischer, noch naiver vor. Er hätte es wissen müssen. Er hätte es wissen müssen, nachdem er fünf Briefe geschrieben hatte und keine Antwort bekommen hatte. Er hätte keine fünf weiteren Briefe schreiben sollen. Er hatte das Gefühl, dass Eulen plötzlich die einzigen Tiere waren, für die er noch wirklich Begeisterung empfinden konnte und er hasste sich dafür, dass ihm wieder der Fehler unterlaufen war, eine Bindung zu einem anderen Menschen einzugehen, sich Hoffnungen zu machen. Er hätte nach Theseus, nach Leta wissen müssen, dass er nicht davon ausgehen sollte, dass andere verstanden, wenn er sie mochte.

Und er mochte Tina Goldstein, aber sie war von einem Tag auf den anderen aus seinem Leben verschwunden, ganz wie Leta damals.

Pickett zirpte besorgt, als eine einzelne Träne auf das Blatt auf seinem Kopf fiel und es nach unten bog.

„Entschuldige, Pickett“, murmelte Newt und steckte das kleine Geschöpf behutsam zurück in seine Brusttasche, in der ein Zeitungsausschnitt knisterte. Es war nur ein Foto. Newt würde es am besten gleich wegwerfen.

***


„Sie beobachten dich.“

Theseus roch wie früher, nach Rasierwasser und altem Pergament und alles in Newt sträubte sich gegen seine Umarmung. Einmal mehr hatte Theseus bewiesen, dass Newt für ihn nichts weiter war als ein schwer durchschaubares Ärgernis. Er hatte so getan, als ob er ihm Unterstützung bei seinem Ausreiseantrag anböte, aber in Wahrheit hatte er ihn nur dazu bringen wollen, wieder für das Ministerium zu arbeiten, obwohl er genau wusste, wie sehr Newt diesen Job gehasst hatte und wie glücklich er gewesen war, vor wenigen Wochen wegen des Erfolgs seines Buches endlich kündigen zu können. Aber daran war Newt gewöhnt. Theseus glaubte immer, dass sein Weg der einzig richtige sei.

Aber Theseus hatte Newt auch verschwiegen, dass Credence noch am Leben war, und diese Erkenntnis war wie Basiliskengift in Newts Bewusstsein eingedrungen. Monatelang hatte er sich Vorwürfe gemacht. Manchmal war er in der Nacht aufgewacht und hatte sich gefragt, ob Credence noch leben würde, wenn er zu irgendeinem Zeitpunkt anders gehandelt hätte. Und Theseus hatte es nicht für nötig befunden, ihm ein Wort zu sagen. Stattdessen hatte er es für eine akzeptable Bedingung gehalten, Newt zur Jagd auf Credence anzusetzen.

Es hatte Newt, sogar nach all dieser Zeit, schwer verletzt, dass Theseus derartige Dinge von ihm glaubte. Theseus hatte niemals zugehört und niemals versucht zu verstehen. All die Jahre hatte er es mit seiner selbstzufriedenen Gegenwart geschafft, Newt in Käfige zu zwingen, die viel zu klein und eng waren, wie ein gefährliches, aber nützliches Tier, dass er zu besitzen glaubte.

Aber Newt war nicht mehr fünf und Theseus Griff konnte ihn längst nicht mehr aufhalten. Als er sich losmachte und ging, klopfte sein Herz wild und schmerzhaft, als sei er nur knapp einem Raubtier entronnen. Aber das Etwas in Newt war nicht länger ganz wild und es war nicht länger ein Beutetier. Er fühlte sich nur sehr erschöpft, sehr allein und bis oben angefüllt mit Abscheu.

***


Paris also.

Newt benötigte nicht viele Dinge, aber die fiebrige Hast, mit der er seinen Koffer packte, war sogar ihm neu. Ja, er hatte Dumbledore noch vor zwei Stunden gesagt, dass ihn nichts und niemand dazu bringen konnte, nach Paris zu gehen, weil er kein Interesse an einem Aufenthalt in Askaban hatte, aber niemand musste erfahren, dass er dort war, oder? Und war es nicht seine Pflicht als Jacobs Freund, nach Paris zu gehen und Tina zu suchen?

Queenie. Er meinte Queenie. Nun ja, natürlich müssten sie zunächst Tina finden – und möglicherweise zitterten Newts Hände bei dem Gedanken ein wenig, sodass es schwierig war, die Knöpfe an seinem Mantel zu schließen – und möglicherweise hatte er seit Monaten nachts wach gelegen und sich gefragt, was er zu Tina sagen sollte, wenn er sie wiedersah – aber er ging nicht nach Paris, um Tina zu finden. Sondern wegen Queenie. Und Credence. Kein Mensch, der noch recht bei Trost war, würde illegal durch halb Europa reisen, nur um eine Frau zu suchen, die dummen Klatschblättern Glauben schenkte.

Jedenfalls nicht nur.

Vorsichtshalber nahm er den Niffler mit. Beim letzten Mal hatte er sich als ein wahrer Glücksbringer erwiesen.

***


„Ja, das weiß ich, weil Sie ein Mittelkopf sind.“

Newt hatte sich etwas vorgemacht. Er hatte das Foto nicht weggeworfen, stattdessen hatte er in einem Akt, zu dem nicht Dumbledore, nicht einmal Jacob allein ihn hätten überreden können, illegal das Land verlassen. Er hatte die Straße abgeleckt und, schlimmer noch, stundenlang in einem Café auf einen Unbekannten gewartet, nur um Tina Goldstein zu finden. Er hatte sich etwas vorgemacht, weil sie und nur sie der Grund dafür war, dass er völlig überstürzt und unerlaubt ins Ausland gereist war. Und dann war sie einfach aus dem Haus gestürmt und hatte offensichtlich nicht die Absicht, ihn irgendetwas erklären zu lassen.

Sie verlangsamte ihre Schritte und drehte sich zu ihm um, die Arme verschränkt und die Stirn gerunzelt. „Wie bitte?“

Newt war außer Atem und er war nicht sicher, ob das nur vom beschleunigten Laufen herrührte. Er rang schon wieder um Worte, aber dieses eine Mal, dieses eine verdammte Mal durfte er seine letzte Chance nicht verspielen. Dieses eine Mal musste er eine vernünftige Unterhaltung führen.

Also holte er tief Luft und begann mit einem verzweifelten Gefühl der Dringlichkeit, über Runespoore zu reden.

***


„Ich würde sagen, dass war der beste Moment meines Lebens!“

Es wurde fast schon zu einer schlechten Angewohnheit, mit Tina durch fremde Ministerien zu rennen und Leute zu verärgern, die man lieber nicht verärgern sollte, aber Newt konnte sich definitiv daran gewöhnen. Er konnte sich nicht erinnern, wann er sich das letzte Mal so euphorisch gefühlt hatte, und dieses Gefühl ließ ihn seine Schritte mühelos beschleunigen. Diesen einen kostbaren Moment war nicht er der Unterlegene gewesen. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er kompromisslos über seinen Bruder triumphiert, weil Tina, so unglaublich es klang, ohne zu fragen an seiner Seite war und den Zauberstab gegen einen anderen Auroren erhoben hatte. Niemals würde er Theseus‘ hilflosen und zornigen Gesichtsausdruck vergessen, gefesselt an einen Bürostuhl wie er Newt jahrelang an einen Schreibtisch verdammt hatte, und dafür würde er Tina definitiv… dafür würde er sich bei Gelegenheit bei ihr bedanken.

Merlin, er sollte besser schleunigst einige Dinge richtigstellen.

***


„…Salamandern?“

Newt war sich sicher, dass sein Herz für eine halbe Sekunde aussetzte. Er starrte Tina an, die jetzt lächelte, und deren Augen noch so, so viel bezaubernder waren, als ein Salamander es je sein könnte, und die, als erste Person, die Newt jemals getroffen hatte, wirklich zu verstehen schien, was in ihm vorging. Die Erkenntnis verursachte ein kribbelndes, leichtes Gefühl in seinem Brustkorb, das ihn irgendwo in der hintersten Ecke seines Bewusstseins an Billywigs erinnerte, aber alles, woran er denken konnte, war das Gefühl von Tinas Haarsträhne zwischen seinen Fingern damals am Hafen, und gerade, als er die Hand nach ihr ausstrecken wollte, weil es einfach das Richtige war – gab es einen lauten Knall und die Zeit beschleunigte sich abrupt.

Aber was blieb, war Hoffnung, und sie wuchs.

***


Newt…“

Er hatte Theseus niemals weinen sehen. Nun saß er da auf Flamels Sofa zwischen Jacob, der stumm weinte, und Tina, die bleich und schockiert ins Nichts starrte, und schluchzte hilflos wie ein Kind, geschlagen, vernichtet.

Newts Herz brach, als er die drei Menschen betrachtete, die verloren hatten, wer ihnen im Leben am meisten bedeutet hatte, und fühlte mit einer niederschmetternden Ehrlichkeit, dass ihm sein bester Freund, die Liebe seines Lebens und sein Bruder erhalten geblieben waren. Theseus, der Situationen, in denen Newt sich hilflos und angsterfüllt verkrochen hatte, souverän und überlegen bewältigt hatte, war verloren und entwurzelt.

Seit seinen frühsten Lebensjahren hatte Newt gewusst, dass er anders war, und hatte geglaubt, dass etwas mit ihm nicht stimmte. Mehr denn je spürte er in diesem Moment die Kälte und Feindlichkeit der Welt, die ihn umgab. Aber Newt wusste auch, dass seine Fürsorge für verletzte und verlorene Geschöpfe aller Art seine einzige wahre Stärke war. Er wusste nicht, ob er sie erfolgreich auf diese drei Menschen ausweiten konnte, aber er wusste, dass er es wollte – mit jeder Faser seiner selbst. Er wusste, dass er trösten und beschützen wollte, und er wollte so verzweifelt helfen, dass es ihm den Atem nahm.

Er weinte, als er in die Knie ging und die Arme um alle drei schlang. „Ich liebe euch.“ Er liebte sie.

Und es war das Richtige.
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