Match Made In Hell

OneshotHumor, Romanze / P16 Slash
Gavin Reed RK900
31.08.2020
31.08.2020
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31.08.2020 844
 
Kommentar
Ich wollte nie dieses Pairing schreiben und was tue ich? Genau. *hust*
Kathey ist an allem Schuld. Beschwerden bitte bei ihr abliefern. xD



Match Made In Hell


„Sieh dir das dumme Arschloch an.“
Die Musik, die lautstark aus den Boxen des Nachtclubs dröhnte, hätte die Stimme von Gavins Sitznachbarn an der Bar fast übertönt. Aber auch nur fast. Der Mann war alkoholisiert und hartnäckig – wenn auch erfolglos – darum bemüht, Gavins Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, weshalb er seine Ansichten und Gedanken mit überlauter Stimme kundtat.
Gavin hatte gehofft, dass seine einsilbigen Antworten reichen würden, um dem Mann sein Desinteresse zu verdeutlichen, aber der Typ verstand den Wink mit dem Zaunpfahl offenbar nicht.
Wäre er nicht privat hier, sondern während seiner Dienstzeit, hätte er dem Mann schon längst seine Polizeimarke gegen die Nase gedrückt und ihm geraten, sich zu verziehen. Doch Gavin trug weder Abzeichen noch Waffe bei sich, und er hatte es selten so bereut, wie an diesem Abend.
„Frage mich, was der Schrotthaufen hier will“, fuhr sein Verehrer fort, der Gavins Schweigen scheinbar als Aufforderung interpretiert hatte, seinen Monolog fortzuführen. „Der weiß doch gar nicht, wie man Spaß hat.“
‚Da ist er nicht der einzige‘, dachte Gavin, doch die Worte des Mannes weckten seine Neugier und ließen ihn von seinem Cocktail aufblicken.
Als sein Blick auf den Goliath von Android fiel, der stocksteif inmitten der tanzenden, schwitzenden Menge stand, während seine LED unaufhörlich in gelbem Licht flackerte, schlich sich zum ersten Mal an diesem Abend ein Lächeln auf Gavins Lippen.
So leise, dass nur ein Android ihn über das Wummern des Basses hinweg hören konnte, sagte er:
„Hier drüben an der Bar.“
Sofort drehte der Android den Kopf in ihre Richtung und seine blaugrauen Augen fixierten Gavin.
„Was guckt der so komisch zu uns rüber?“, fragte Gavins Nachbar misstrauisch und nahm einen Schluck von seinem Bier.
„Keine Ahnung, vielleicht hat er eine Fehlfunktion“, erwiderte Gavin schulterzuckend.
Obwohl es der erste vollständige Satz war, den er seit einer halben Stunde äußerte, schenkte sein Verehrer seinem Kommentar keine Aufmerksamkeit.
„Bitte befreie mich von diesem Idioten, Nines“, murmelte Gavin über den Rand seines Cocktails hinweg.
Die LED rotierte gelb, gelb, gelb. Dann wechselte sie plötzlich zu einem konstanten Blau über.
Der Mann neben Gavin stieß ein entsetztes Keuchen aus, als der Android seinen Kopf weiter drehte, bis er sich wie bei einer Eule auf die Rückseite seines Körpers gedreht hatte.
„Oh mein Gott, was ist das denn für ein Freak?!“, rief Gavins Nachbar und plötzlich war alle Selbstsicherheit aus seiner Stimme gewichen. Er stand vom Barhocker auf und nahm sein Bier.
„Sorry, Süßer, aber ich will nicht Opfer eines durchgeknallten Androiden werden“, sagte er zu Gavin, als würde der sich auch nur einen Scheiß für ihn interessieren.
Dann war er in der Menge verschwunden.
Nines hatte seinen Kopf mittlerweile wieder in seine Ausgangsstellung zurückgedreht und schob sich zwischen den Tanzenden hindurch auf die Bar zu.
„Hey, Babe“, begrüßte ihn Gavin mit einem Grinsen, kaum dass sich der Android auf dem Hocker seines ehemaligen Sitznachbarn niedergelassen hatte. „Netter Horrortrick. Du kommst gerade richtig. Noch fünf Minuten länger, und ich hätte den Blödmann unter irgendeinem Vorwand auf die Toilette gelockt, um ihn zu verprügeln.“
Nines legte den Kopf zur Seite. „Fowler hätte dich dafür um mindestens einen Kopf kürzer gemacht.“
Er runzelte die Stirn. „Und du bist schon ziemlich kurz.“
„Oh, haha, sehr witzig, Arschloch“, erwiderte Gavin und boxte dem Androiden mit der Faust gegen die Schulter. Da Nines gebaut war wie ein Panzer, bereute er es jedoch sofort wieder und rieb sich die schmerzenden Finger. „Vielleicht hätte Fowler gemeckert, aber das wäre es wert gewesen.“
„Ich würde es begrüßen, wenn du von solchen Aktionen absiehst“, sagte Nines. „Du bist der einzige menschliche Polizist auf der Station, den ich nicht hasse.“
„Aww“, machte Gavin. „Du liebst mich.“
„Liebe ist nichts weiter als eine Verkettung chemischer Prozesse“, entgegnete Nines. „Und wie du weißt, bin ich keine biologische Lebensform.“
„Ich liebe es, wenn du romantisch wirst.“
„Im Gegensatz zu RK800 verstehe ich Sarkasmus, Gavin.“
„Was dich eindeutig zum überlegenen Modell macht.“
„Als ob es daran jemals Zweifel gegeben hätte.“
„Nun...“
Gavin.“
Doch Gavin lachte nur.  Er liebte es, am Ego des Androiden zu kratzen.
„Danke, dass du so schnell auf meine Nachricht reagiert hast“, sagte er dann. „Die Musik hier war schon mal besser; ich habe langsam angefangen, mich zu Tode zu langweilen. Und dann musste mich auch noch dieser Typ zulabern!“
„Keine Ursache. Aber wenn du glaubst, dass ich mich mit dir an der fragwürdigen Gruppenaktivität beteilige, die ihr Menschen als Tanzen bezeichnet, dann irrst du dich.“
„Ich bitte dich, das würde ich dir niemals antun“, erwiderte Gavin. „Nein, ich dachte eher daran, dass wir zu mir gehen und du mir das Hirn rausvögelst.“
Nines‘ LED blinkte mehrfach gelb auf, als er über diesen Vorschlag nachdachte.
Dann verzogen sich seine Lippen zu einem schmalen Lächeln.
„Das sollte möglich sein.“
Gavin schnappte grinsend seine Jacke und warf ein paar Dollarscheine auf den Tresen.
„Fantastisch.“
Niemand schenkte ihnen Beachtung, als sie Hand in Hand den Club verließen.