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Wenn Narben verheilen

GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
31.08.2020
21.12.2020
17
17.721
4
Alle Kapitel
38 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
04.10.2020 973
 
Hey :D
Ja, ich melde ich auch mal wieder. Über einen Monat ist es her, dass das letzte Kapitel kam und dafür möchte ich mich entschuldigen. Ich muss sagen, ich war in letzter Zeit nicht sehr motiviert, was das Schreiben angeht und dann kam noch die Schule dazu, die am Anfang des Schuljahres (meiner Meinung nach) am stressigsten ist (okay, eigentlich ist die Vorweihnachtszeit am stressigsten, weil viele Lehrer/-innen ihre Klassenarbeiten noch vor die Weihnachtsferien quetschen, wobei es dann schon mal zu drei Arbeiten und ein, zwei Tests in einer Woche kommen kann, aber davon mal abgesehen, ist der Schuljahresanfang am anstrengendsten, weil ich nach den langen Sommerferien Schule einfach nicht mehr gewohnt bin). Ich will euch jetzt aber auch nicht weiter mit Schulzeug und Motivationsproblemen volllabern, also einfach danke an Frelldy DA für den Review und weiter geht's mit der Geschichte!



Am nächsten Morgen ging ich früher als sonst aus dem Haus, um Frau Eckert vor der ersten Stunde am Lehrerzimmer abzupassen. Wenn mein Plan denn funktionierte. Es war zwanzig vor acht, als ich die Glastür des Haupteingangs der Schule öffnete. Genug Zeit, um mein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Es war noch relativ ruhig im Schulhaus, nur wenige Schüler waren in den Fluren unterwegs. Auch das war Teil meines Plans. So konnte ich in Ruhe mit Frau Eckert sprechen, ohne dass es jeder mitbekam. Beim Lehrerzimmer angekommen, wollte ich gerade an die hölzerne Tür klopfen, als diese sich schon öffnete und Frau Eckert heraustrat. Sie zuckte ein wenig zusammen, als sie mich bemerkte; offenbar hatte sie nicht mit mir gerechnet.
„Oh, Celina! Kann ich dir helfen? Möchtest du einen Lehrer sprechen?“
„Nein … äh … also doch … ähm, ich wollte mit Ihnen sprechen.“
„Mit mir?“, fragte sie überrascht.
„Äh, ja, genau. Ich wollte Sie um etwas bitten.“
„Was denn?“
„Ich wollte Sie bitten, meinen Mitschülern das mit dem Mobbing nicht zu erzählen. Ich … ich möchte das nicht.“
Frau Eckert runzelte die Stirn. „Aber Celina, nun sei doch vernünftig! Das kann doch so nicht weitergehen!“
Ich schüttelte den Kopf. „Natürlich nicht, aber ich möchte auch nicht, dass Sie mit der Klasse sprechen.“
„Und warum nicht?“, wollte sie wissen.
„Ich will eben nicht.“
Ich hatte keine große Lust, ihr hier auf dem Gang, wo jederzeit andere Schüler vorbeikommen konnten, zu erklären, dass ich den Verdacht hatte, dass das Mobbing danach eher schlimmer werden würde.
„Tut mir leid, Celina, aber ich bleibe bei meiner Meinung: Wir müssen etwas unternehmen, und da du das offensichtlich nicht möchtest, werde ich diejenige sein, die etwas unternimmt.“
Soviel zu meinem Vorsatz, sie umzustimmen.
„Bitte!“, startete ich noch einen letzten verzweifelten Versuch.
Frau Eckert seufzte. „Du wirst sehen, danach wird es besser.“
Ich gab resigniert auf. Diesen Kampf hatte ich verloren.

Als ich kurz darauf das Klassenzimmer betrat, sah ich Emma schon an ihrem Platz sitzen. Ich ging zu ihr.
„Hi, Celina!“, begrüßte sie mich gut gelaunt und lächelte mir zu.
Ich lächelte zurück. „Hallo, Emma!“
Kaum dass ich saß, begann sie zu reden. „Ich wollte dich mal fragen, ob wir nicht zusammen nach Hause gehen wollen. Ich meine, wir wohnen ja direkt nebeneinander und haben denselben Weg, also können wir eigentlich auch gemeinsam gehen.“
„Klar, gerne! Nur heute geht es nicht, ich darf schon früher …“
Ich stockte. Gerade hatte ich das bevorstehende Gespräch mit den Mitschülern vergessen und schon erinnerte ich mich wieder daran. Und dann fiel mir plötzlich ein, dass damit auch Emma wissen würde, dass ich gemobbt wurde. So sollte sie es eigentlich nicht erfahren.
„Was darfst du schon früher?“, hakte Emma nach und riss mich damit aus meinen Gedanken.
„Ich darf schon früher nach Hause gehen“, murmelte ich ein bisschen widerwillig.
„Und warum?“, wollte sie wissen.
Ich schwieg und versuchte schnell eine Antwort zu finden, die ihr weder die Wahrheit verriet, noch verletzend wirkte. Doch Emma kam mir zuvor.
„Schon gut, du musst nichts sagen, wenn du nicht willst“, beruhigte sie mich.
Konnte sie Gedanken lesen?
Doch leider war das Verschweigen der Antwort nur ein Aufschub. Spätestens heute Mittag würde sie es sowieso erfahren. Ich seufzte. Irgendwie häuften sich die Probleme gerade.
Ich hatte keine Zeit mehr, weiter darüber nachzudenken, denn in dem Moment betrat unsere Spanischlehrerin das Klassenzimmer und ich konzentrierte mich auf den Unterricht.

Doch schon eine Viertelstunde später galt meine Aufmerksamkeit dem kleinen zusammengeknüllten Zettel, der soeben auf meinem aufgeschlagenen Heft gelandet war. Oh nein, nicht jetzt! Sofort legte ich möglichst unauffällig meine Hand darauf und warf einen schnellen Seitenblick zu Emma. Sie schien nichts mitbekommen zu haben; ihre Augen waren auf die Lehrerin gerichtet, die vorne an der Tafel irgendetwas erklärte. Ich legte die Papierkugel so leise, wie es ging, in mein Federmäppchen. Aber wohl nicht leise genug.
Eine Stimme rechts von mir fragte plötzlich flüsternd: „Was ist das?“
Mist, Emma hatte es doch bemerkt! Rasch griff ich nach dem Zettel und versteckte ihn in meiner Hand.
„Ach, nichts“, nuschelte ich und versuchte dabei, möglichst so zu klingen, als wäre das, was in meiner Hand war, äußerst uninteressant und absolut nicht der Rede wert.
Doch scheinbar hatte das Emmas Neugier nur gesteigert. Sie tat so, als ob sie sich wieder dem Unterricht zuwenden würde, aber als ich das Papier kurz darauf wieder in mein Mäppchen legte, griff sie so schnell, dass ich nicht reagieren konnte, danach und faltete den Zettel auf, bevor ich sie daran hindern konnte.
„Gib mir den Zettel zurück, Emma!“, flüsterte ich eindringlich. Doch sie ging nicht darauf ein. Ich wusste nicht genau, was auf dem Zettel stand; ich hatte ihn noch nicht gelesen, aber ich war mir sicher, dass es nichts Positives war.
Und das sagte auch Emmas Gesichtsausdruck, als sie sich fassungslos zu mir drehte.


Ja, das ist ein ziemlich gemeiner Cliffhanger, ich weiß ;)  Aber man sagt ja so schön: Vorfreude ist die schönste Freude, stimmt's?
Bis zum nächsten Mal!
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