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Wenn Narben verheilen

GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
31.08.2020
21.12.2020
17
17.721
4
Alle Kapitel
38 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
16.11.2020 848
 
Hi :D
Da ist das neue Kapitel! Das Etwas ist noch nicht dabei, kommt aber sicher im nächsten Kapitel.
Danke an Samirana, Federhalter02 und Frelldy DA für eure Reviews und los geht's!



Am nächsten Morgen wachte ich erst spät auf und war trotzdem noch müde. Der immer wiederkehrende Albtraum hatte mich in der Nacht mehrere Stunden wach gehalten. Die Aussicht darauf, dass ich heute mit Emma verabredet war und ihren kleinen Bruder Nico kennenlernen würde, vertrieb allerdings meine Müdigkeit und die düstere Wolke des Albtraums, die noch über mir hing.
Um zwölf Uhr stand ich vor dem Haus Nummer 14 und klingelte. Kaum eine Sekunde später öffnete Emma schon die Tür.
„Hallo, Celina!“, rief sie fröhlich. „Wir wollten gerade losgehen, um bei dir zu klingeln!“
Mein Blick wanderte nach unten. Zwischen Emmas Beinen lugte ein kleiner Junge mit blonden Haaren und ebenso braunen Augen wie Emma hervor. Er grinste schelmisch und sah sehr lebhaft aus. Das musste Nico sein!
„Hallo!“, quietschte er und strahlte.
Ich musste angesichts seiner Aufgeregtheit schmunzeln. „Hallo, Nico!“
„Spielplatz, Spielplatz!“, jubelte er.
„Ja, Nico, jetzt gehen wir auf den Spielplatz“, bestätigte Emma. Obwohl sie solche Freudenausbrüche gewohnt sein musste, schien sie doch amüsiert. „Komm, zieh dir deine Schuhe an!“
Nico nickte gehorsam und holte ein Paar grellgrüne Sandalen aus dem Schuhregal neben der Tür. In Windeseile hatte er die Schuhe an den Füßen und war aufgesprungen. Emma hielt ihm die Hand hin und ihr Bruder ergriff sie.
„Ist es weit?“, fragte Emma an mich gewandt.
Ich schüttelte den Kopf. „Nur ein paar Minuten zu Fuß.“
„Dann los!“, rief Emma und Nico wiederholte begeistert: „Los!“
Emma zog die Haustür hinter sich zu und wir schlenderten gemütlich los. Erst mussten wir ein Stück in Richtung Park und dann etwa auf der Hälfte des Weges links abbiegen.
Schon nach ein paar Metern ließ Nico die Hand seiner großen Schwester los.
„Bleib auf dem Gehweg!“, schärfte Emma ihm noch ein, bevor Nico ein Stück vorausrannte und dann ein Stück vor uns weiterlief, wobei er immer wieder stehenblieb, um einen Schmetterling auf einer Blüte zu beobachten oder einen Stein vom Wegesrand mitzunehmen. Als wir vier Minuten später den Spielplatz erreichten, hatte er eine ganze Handvoll Steine vorzuweisen, an denen ich nicht wirklich etwas Besonderes erkennen konnte.
Ich hörte Emma neben mir seufzen. „Komm, Nico, lass ein paar Steine hier. Du hast doch zu Hause ganz viele!“
„Aber die Steine werden doch nass geregnet, wenn ich sie hier lasse!“
Emma sah stirnrunzelnd zum Himmel. „Es regnet doch gar nicht!“
„Aber bestimmt bald wieder. Und wenn die Steine nass werden, erkälten sie sich!“
Ich sprang ein. „Weißt du, Nico, die Steine lieben Regen! Wenn du sie mit ins Haus nimmst, wo es immer trocken ist, werden sie traurig.“
„Wirklich?“, fragte Nico ungläubig.
Ich nickte. „Wenn du sie hierlässt, können sie sich auf den nächsten Regen freuen.“
Emmas Bruder blickte auf die Steinsammlung in seinen Händen. „Na gut“, meinte er schließlich und legte alle Steine, die er hatte, neben das Klettergerüst auf den Boden.
Emma warf mir einen anerkennenden Blick zu.
„Wow“, sagte sie, als wir kurz darauf auf einer Bank saßen und Nico beim herumturnen zusahen. „Das habe ich noch nie geschafft! Ich schwöre dir, er hat mindestens zweihundert Steine zuhause herumliegen! Vielleicht legt er die jetzt alle irgendwo nach draußen!“
Ich musste aufgrund von Emma hoffnungsvoller Stimme grinsen. „Vielleicht legt er sie auch nur in den Garten.“

In den folgenden drei Tagen passierte nichts Besonderes, außer dass ich ab Montag nach der Schule zusammen mit Emma nach Hause ging und wir verabredeten, uns auch morgens zu treffen, um zusammen zur Schule zu laufen.
Als ich am Donnerstag nach der Schule vor der Haustür stand, war ich bester Laune. Ich hatte keine Hausaufgaben für morgen zu erledigen, hatte seit Montag keine Zettel mehr zugeworfen bekommen (Frau Eckerts Gespräch schien wohl doch gewirkt zu haben) und nur lag ein freier Nachmittag vor mir, den ich wahrscheinlich mit Lesen verbringen würde.
Als ich gerade aufschließen wollte, öffnete die Tür sich schon von selbst und meine Eltern standen mit ernsten Gesichtern vor mir. „Wir müssen mit dir reden, Celina“, verkündete Mama.
Ich hatte ein mulmiges Gefühl im Bauch, als ich ihnen ins Wohnzimmer folgte. Was konnte so wichtig sein, dass sie beide da waren und mich nicht einmal begrüßten? Und warum schauten sie so ernst?
„Celina“, begann Papa, „wir hatten ein Gespräch mit Frau Eckert. Und sie hat uns etwas empfohlen.“
Ich wurde noch misstrauischer als ohnehin schon. Was konnte Frau Eckert meinen Eltern empfohlen haben? Gleich darauf bekam ich meine Antwort.
„Und zwar, dass wir einen Psychologen für dich suchen.“


Noch eine wichtige Ankündigung: Ich werde nächste Woche kein Kapitel hochladen, weil ich jetzt am Donnerstag eine Chemiearbeit und nächste Woche Dienstag eine Geschichtsarbeit schreibe. Da ich beides schwierig zu lernen finde (Formeln, Jahreszahlen), werde ich vermutlich nicht viel Zeit finden, weiterzuschreiben.
Allerdings habe ich mir überlegt, zusammen mit meiner Freundin Pradaline ein vierteiliges Weihnachtsspecial zu schreiben und dann jeden Adventssonnntag einen Teil hochzuladen. Dann habt ihr noch etwas, auf das ihr euch freuen könnt.
Dann bis übernächsten Montag!
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