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Wenn Narben verheilen

GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
31.08.2020
21.12.2020
17
17.721
4
Alle Kapitel
38 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
02.11.2020 855
 
Hey :D
Ich hab's tatsächlich geschafft, das Kapitel bis heute zu schreiben :D
Nur ist mir kein passender Titel für das Kapitel eingefallen. Wenn ihr eine Idee für einen Titel habt, der nicht zu viel über das Kapitel verrät, schreibt ihn gerne in einen Review, dann füge ich ihn ein. Danke schonmal im Voraus ^^
Außerdem danke an Frelldy DA und Samirana für eure Reviews und los geht's mit dem Kapitel!


Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag. Und im nächsten Augenblick überkam mich die Wut auf Frau Eckert. Ich hatte mich ihr anvertraut, ihr von meinen Ängsten und Sorgen erzählt und zum Dank erzählte sie alles vor der Klasse? Mehr noch, ich hatte sie gebeten, meinen Mitschülern nichts zu verraten und sie hatte es einfach ignoriert und mein sorgsam gehütetes Geheimnis ausgeplaudert! Genau das war der Grund, weshalb ich mich eigentlich niemandem anvertrauen wollte!
Auf einmal ließ Emma mich los, trat einen Schritt zurück und sah mir in die Augen. „Ich wusste nicht, dass es so schlimm ist, Celina.“
Plötzlich konnte ich meine Wut nicht mehr zurückhalten. „Warum hat Frau Eckert euch alles erzählt?“, rief ich und der Ärger war meiner Stimme deutlich anzumerken.
Emma schaute mich stirnrunzelnd an. „Aber es ist doch wichtig, über so etwas zu reden.“
„Aber doch nicht vor der ganzen Klasse!“ So langsam regte mich auch Emma auf.
„Wie denn sonst, damit es etwas bringt?“ Nun sah sie mich mit einem Gesichtsausdruck an, den ich irgendwo zwischen Überraschung und Ratlosigkeit einordnen würde.
„Äh …“ Diese Frage brachte mich ein wenig aus der Fassung. War das nicht klar? „Vielleicht mit einer Freundin oder einem Familienmitglied oder einer anderen Vertrauensperson?“, schlug ich in einem Ton vor, der ihr klarmachen sollte, dass ihre Frage vollkommen überflüssig war.
Inzwischen konnte ich ihren Gesichtsausdruck nicht mehr klar zuordnen; sie sah aus, als hätte sie gerade mindestens 20 verschiedene Emotionen gleichzeitig.
„Okay, ja, schon“, lenkte sie ein. „Aber diese Vertrauensperson muss dann dafür sorgen, dass das die Klasse erfährt, sonst ist das Problem ja nicht gelöst.“
Nun war ich völlig verwirrt. „Hä?“, brachte ich nur zustande.
Im selben Moment schien Emma ebenfalls zu dem Schluss gekommen zu sein, dass hier etwas nicht stimmte. „Hä?“, machte auch sie.
Wir starrten uns verständnislos an.
„Was faselst du denn die ganze Zeit von der Klasse?“, versuchte ich, Ordnung in unser Gespräch zu bringen.
Emma sah mich an, als wäre das total offensichtlich. „Was ist denn das für eine Frage? Ist doch klar, dass man mit der Klasse sprechen muss, wenn die für das Mobbing verantwortlich ist!“
„Das … Mobbing?“, fragte ich langsam. „Was ist mit dem Unfall?“
„Welcher Unfall?“, wollte sie verdattert wissen.
„Hat Frau Eckert nicht …?“ Ich stockte.
„Von welchem Unfall redest du?“ Emma ließ nicht locker. Doch dann merkte ich, wie sie meine Narben fixierte und ihr schien ein Licht aufzugehen. „Oh, das meinst du.“
Ich nickte nur.
„Und was sagtest du gerade, was Frau Eckert nicht hätte?“, bohrte sie weiter nach.
„Frau Eckert hat euch offenbar nicht von dem Unfall erzählt, oder?“
„Nein, das hat sie nicht. Wäre ja auch echt gemein. Jetzt ergibt alles Sinn, was du gesagt hast.“
Ich lächelte erleichtert. „Ja, geht mir auch so.“
Und diesmal trat ich einen Schritt vor und nahm Emma in den Arm. „Danke, dass du zu mir gekommen bist. Das bedeutet mir viel“, sagte ich ehrlich.
Und obwohl ich Emmas Gesicht nicht sehen konnte, wusste ich, dass sie lächelte.

Einen Tag später stand Emma wieder vor der Tür, diesmal zum Glück aus einem fröhlicheren Anlass. Als ich die Tür öffnete, lächelte sie mich an.
„Hi, Celina, ich wollte dich fragen, ob du Lust hast, einen Spaziergang im Park zu machen und uns zu unterhalten. Ich meine, wir wissen ja noch nicht viel über einander und da dachte ich … na ja, dass wir uns eben mal über uns unterhalten könnten.“
Ich war zwar im ersten Moment etwas überrumpelt, aber dann fand ich, dass sie recht hatte und nickte. „Okay, ich komme!“ Schnell zog ich mir Sandalen an und nahm den Schlüssel vom Haken. Kurz bevor ich die Haustür zuziehen konnte, sprang mein Kater Leo aus dem Garten auf mich zu und schlüpfte im letzten Moment durch den Türspalt. Ich schüttelte belustigt den Kopf. Das war so typisch Katze, sich durch irgendetwas durchzuquetschen und sei es noch so schmal.
„Das macht er immer“, meinte ich grinsend zu Emma.
Sie grinste zurück. „Wollen wir los?“
Ich nickte. Wir schlenderten die Straße entlang in Richtung Park. Es war draußen recht viel los und wir hofften, dass wir im Park noch eine freie Bank finden würden.
Etwa nach der Hälfte des Weges fing Emma an, von sich zu erzählen.

Also den ersten Teil des Kapitels zu schreiben, hat am meisten Spaß gehabt. Ich fand es beim Schreiben total witzig, mir zu überlegen, wie die jeweils Andere wohl auf den Satz der Anderen reagieren würde (Versteht man das? Also, ich meine, wie Emma auf Celinas Sätze reagieren würde und umgekehrt).
Mit dem Ende bin ich allerdings nicht wirklich zufrieden, das kommt meiner Meinung nach ein bisschen abrupt. Na ja, ich übe ja noch.
Bis nächsten Montag!
LG Lotte
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