Should I laugh or cry

KurzgeschichteRomanze / P12
Dr. Anja Licht Franz Hubert
31.08.2020
04.09.2020
3
3.090
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31.08.2020 973
 
Die Geschichte basiert auf keiner Folge und ist mir irgentwann mal beim H&S schauen eingefallen... ich hoffe sie gefällt euch :) Sie wechselt immer mal wieder die Perspektive also nicht wundern...
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Genervt saß Hubsi am Steuer von Wagen 3. Er war gerade auf dem Weg in die Rechtsmedizin und das war ein Ort an den er nur ungern fuhr, schon gar nicht ohne die Begleitung von seinem Kollegen Staller. Aber ihr hocherwürdiger Chef hatte mal wieder einen seiner tollen Einfälle gehabt, um, wortwörtlich, die Polizeiarbeit erheblich effektiver zu gestalten und die Aufklärungsquote zu maximalisieren: Jeder von ihnen (ausgeschlossen von wem natürlich?) würde am Morgen eine Aufgabe beziehungsweise eine Spur bekommen und dieser müsste er dann während eines Tages nachgehen bzw. sie verfolgen, was er den ganzen Tag in der Pathologie bei Anja machen sollte, war fragwürdig. Hansi hatte sich natürlich wieder bereiterklärt, die junge Freundin ihres aktuellen Toten, der in seiner Küche erschlagen wurde, zu vernehmen, Sonja sollte irgendetwas am PC nachforschen und Riedl sollte auch im Revier bleiben… wahrscheinlich um Kaffee zu Kochen, alles wie immer eigentlich. Nur das er und Staller nicht mehr das tun konnten was sie wollten und das und die Tatsache, dass sie nur einer Tätigkeit nachgehen sollte, war, seiner Meinung nach, einfach nur unpraktisch und nervig. Mittlerweile war er am Parkplatz des Klinikums Wolfratshause angekommen und machte sich auf den Weg zur Pathologie, in der er, zumindest nach Girwidz’s Theorie, den ganzen Tag nach weiteren Ergebnissen der Obduktion und Untersuchung von möglichen Tatwaffen fragen sollte, obwohl das in Anjas Anwesenheit eigentlich nicht so schlimm werden konnte… Wo kam den das jetzt her? Hatte er das jetzt wirklich gerade gedacht?!
Er und Anja stritten sich doch eigentlich nur noch, wenn sie sich sahen, egal ob wenn sie alleine waren oder nicht. Hauptsächlich, weil er wieder irgendeinen schiefen Kommentar über irgendetwas abgegeben hatte und sie dann genauso bissig antwortete. Er wollte sie dabei doch nie verletzen, aber er konnte nicht anders, er musste seine Gefühle für diese Frau verbergen… Gefühle? Hatte er wirklich noch Gefühle für seine seit 4 Jahren geschiedene Ex-Frau? Darüber hatte er in letzter Zeit oft nachgedacht und war immer und immer wieder zur selben Antwort gekommen: Ja hatte er! Da der Gedanke allerdings leider auch nie etwas an ihrer derzeitigen Situation ändern würde, hatte er ihn jedes Mal verdrängt… oder es zumindest versucht… und dieser Gedanke musste ihn nun auch noch beschäftigen, wenn er allein mit Anja war und kein Staller ihn durch irgendwelche, meist dumme, Kommentare ablenken konnte. Aber gut er würde dies schon bewältigen, Anja war ja schließlich auch nur ein Mensch und kein Monster.

Anja saß nun schon seit einer gefühlten Ewigkeit an einem ihrer Arbeitstische und untersuchte diverse Bratpfannen auf irgendwelche Blutspuren oder sonstiges. Der Grund dafür war, dass seit dem sie die beiden Herren Polizisten Hubert und Staller telefonisch darüber informiert hatte, dass die Tatwaffe, mit der der Tote erschlagen wurde, ein wahrscheinlich runder und flacher Gegenstand, wie zum Beispiel eine Bratpfanne war, Staller alle möglichen Pfannen aus der Küche des Toten, dem vermiedlichen Tatort, in die Pathologie geschleppt hatte, damit sie diese auf Spuren untersuchen konnte. Warum ein Mensch 13 verschiedene Pfannen brauchte, war ihr zwar unklar, aber das war nun wirklich nicht ihr Problem… vielleicht war der Tote ja Hobbykoch gewesen.
Hansi war ja generell schon immer etwas übereifrig gewesen, bei Mordfällen wie bei diesem und natürlich vor allem bei Frauen. Es war immer wieder lustig mitanzusehen, wie er sich an irgendwelche Zeuginnen oder sonst jemanden regelrecht ranschmiss… Hubsi war da immer ganz anders gewesen, er war nie aufdringlich gegenüber ihr geworden, aber sie hatte sich immer von ihm geliebt und verstanden gefühlt. Die Erinnerungen an diese Zeit verursachten einen seltsamen Stich in ihrem Herzen und ließen eine noch seltsamere Leere in ihr zurück. Sie versuchte sich einzureden, dass dies einfach daran lag, dass es eine sehr schöne Zeit mit Hubsi gewesen war und man dies natürlich nicht so einfach vergessen konnte. Aber… stimmte das denn? Oder waren da noch Gefühle irgendwo tief in ihrem inneren? Ach Schmarrn… auf was für Gedanken man bei einer langweiligen Arbeit doch kommen konnte.
Sie beschäftigte sich gerade mit einem besonders großen Exemplar, als plötzlich ganz nah an ihrem linken Ohr ein lautes „BUH!“ hörte. Reflexartig zog sie ihren linken Arm mit der Pfanne nach hinten und drehte sie abrupt um. Das einzige, was sie hörte war ein lautes „Boiiiing“ und ein sehr vertraut klingendes „Ach du scheiße...“ Dies war alles innerhalb von wenigen Sekunden abgelaufen und sie erschrak nach dem einen Schreck, noch mehr, als sie sah wem sie da gerade eine ziemlich schwere Bratpfanne übergezogen hatte. „Hubsi! Um Gottes Willen, was hab i denn da angricht!“

Okay, Hubsi musste sich korrigieren, manchmal war Anja vielleicht doch ein Monster… aber er war ja eigentlich selbst schuld, er hätte sie ja nicht so erschrecken müssen… Diese Gedanken kamen ihm, als er da am Boden der Pathologie lag und versuchte nicht vor Schmerzen in seinem Kopf aufzustöhnen. Ansonsten fühlte er sich, dafür dass er gerade so einen Schlag auf den Kopf bekommen hatte, erstaunlich gut… das einzige war, dass er sich ein bisschen schwummrig fühlte… „Husbi, hörst du mi?“, hörte er nun Anja, die sich nun besorgt über ihn beugte, fragen. „Jaja, i hör di schon… mir is nur a bissl schwindlich, sonst nichts...“, konnte antworten, aber ihm wurde ziemlich schlecht dabei. „Hubsi des glaub i dir net, du schaust ziemlich, duad ma leid, scheiße aus.“ Sie hatte ihn mal wieder durchschaut… Wenn er ehrlich war, dann ging es ihm jetzt auch nicht mehr so rosig wie noch vor wenigen Sekunden und er hatte das Gefühl um ihn herum würden Anja und die Pathologie immer mehr verschwimmen. Auch als Anja anscheinend besorgt fragte: „Hubsi, was isn los? Hubs red mit mir!“, kam ihm das plötzlich sehr weit weg vor.
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