Der Zwilling wird dir beistehen!

GeschichteDrama, Romanze / P16
Fred Weasley George Weasley Harry Potter Hermine Granger OC (Own Character) Severus Snape
31.08.2020
27.09.2020
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16.09.2020 2.162
 
Kayla und ihre Freunde saßen im Zug nach Hogwarts, als die Türe mit Schwung aufgeschoben wurde und Neville mit dem Tagespropheten in der Hand hereinstürmte. "Habt ihr es schon gehört?", rief er, ließ sich neben Ginny auf den Platz fallen.

"Was denn?", wollte Ron wissen. Neville schlug das Blatt auf und drehte es so, dass sie einen Blick drauf werfen konnten. Hermine hob erschrocken eine Hand vor den Mund und Harry riss dem völlig verstörtem Neville das Blatt aus den Hand.

"DRACO MALFOY. Sohn von Lucius und Narzissa Malfoy wurde in einem Waldstück in der Nähe von Brighton tot aufgefunden. Die Ermittlungen des Ministeriums haben ergeben, dass es Suizid war. Warum schied ein so junger Mann freiwillig aus dem Leben? Schämte er sich für seinen Vater, der zur Zeit in Askaban sitzt oder war es Liebeskummer? Der Tagesprophet ermittelt weiter.

"Das gibt es doch nicht", stieß Harry aus. Draco und er hatten sich nie besonders gemocht, doch irgendwie schnürte ihm der Gedanke, dass er nie wieder auf ihn treffen würde, den Hals zu. Was musste in Dracos Leben passiert sein, damit er so einen Schritt gewagt hatte?

Während der Hogwarts Express wieder unterwegs zur Schule war, saß Albus gemeinsam mit Hagrid, Minerva, Severus, Moody und Remus in seinem Büro. Der Schulleiter war sehr blass um die Nase und immer wieder schaute er kopfschüttelnd auf die London Times, die vor ihm lag. Severus saß stumm auf seinem Platz, den Kopf gesenkt und Remus lief nervös im Zimmer auf und ab.
"Wir müssen langsam handeln, Albus. Er hat es bestimmt bald herausgefunden", meinte Minerva mit zitternder Stimme.

"Ich befürchte liebste Minerva, dass er es bereits herausgefunden hat. Ihr habt die Nachrichten aus der Times gelesen und ich habe euch noch aus einem anderen Grund herbestellt. Ich habe heute Nachmittag die Mitteilung vom Ministerium erhalten habe, das man Sybills Leiche in einem Waldstück nahe Liverpool gefunden hat", antwortete Albus traurig. Minerva riss ihren Kopf hoch und sofort hallte ein Schluchzen durch den Raum. Hagrid, der neben ihr saß, legte behutsam einen Arm um sie und zog ein Taschentuch aus seinem Mantel.

"Dann war das mit den Einbrüchen in den Krankenhäusern kein Zufall", sagte MadEye.

"Nein, das war es sicher nicht." Albus legte seine Nickelbrille auf den Tisch, lehnte sich zurück und seufzte auf.


"Wir müssen Harry einweihen, ich bin bereit, Albus. Entweder wird er es verstehen oder er wird mich noch mehr hassen. Aber er muss es erfahren. Die zwei müssen zusammenhalten. Nur zusammen sind sie stark." Severus hatte sich von seinem Platz erhoben und sah seinen Freund an.

"Bin ganz deiner Meinung, Severus. Und im Grunde genommen wissen wir doch gar nicht, wie die Prophezeiung genau gemeint ist. Auf jeden Fall müssen die zwei Zusammensein, das steht fest", sagte MadEye.

"Ich habe Harry schon eine Nachricht zukommen lassen", antwortete Albus.

"Aber du musst nun auch geschützt werden, Severus. Ich bin der Meinung dass du euer Haus verlassen und dich hier komplett einquartieren musst. Er wird irgendwann herausfinden, dass du da mit drinsteckst, wenn er es nicht schon hat." Remus blickte in Severus Richtung und dieser nickte. "Für Kayla wird es nun noch mal schwierig. Hermine weiß Bescheid, aber wie werden die restlichen Freunde reagieren. Besonders natürlich Harry. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, dass es sein könnte, das er nicht so reagiert, wie wir es erhoffen."

"Davor habe ich auch Angst. Meine Kleine ist stark, aber ob sie dann noch so stark ist, dass kann ich nicht beantworten", stöhnte Severus aus.


In Hogwarts angekommen, war es relativ ruhig, als die Schüler die große Halle betraten. Natürlich war Dracos Selbstmord das Gesprächsthema Nummer eins und sofort gingen viele Gerüchte um das Wieso und Warum umher. Die Lehrer saßen schon alle auf ihren Plätzen, als Professor Dumbledore das Rednerpult betrat.
"Liebe Schüler und Schülerinnen, ihr wisst, dass ich zum Schulbeginn nach den Weihnachtsferien eigentlich keine großen Reden halte und auch heute wird das nicht der Fall sein. Aber ich denke, dass ihr alle heute morgen die Nachrichten verfolgt habt und wir in unserem Hause einen Verlust zu beklagen haben. Draco Malfoy's Tod hat das Lehrerkollegium und mich schwer getroffen. Ich möchte Severus Snape, als Hauslehrer und den Schülern von Slytherin mein Beileid aussprechen. Wir haben Draco als aufgeweckten jungen Mann, tollen Sporler und guten Schüler kennengerlernt und so möchten wir uns auch an ihn erinnern. Also erheben wir nun unserer Gläser. Auf Draco Malfoy", sagte Dumbledore.

"Auf Draco Malfoy", tönte es im Saal.
Der Schulleiter verzichtete diesmal auf das allseits beliebte "Hau rein", stattdessen gab er ein stummes Zeichen und die Speisen erschienen auf den Tischen.




Nach dem Essen erschien Harry pünktlich in Dumbledores Büro. "Guten Abend, Professor", begrüßte er ihn.
"Guten Abend Harry", erwiderte Dumbledore und wies mit der Hand auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch.

"Sie wollten mich sprechen, Sir?"

"Harry, heute wirst du alles erfahren. Ich wollte dich eigentlich behutsam darauf vorbereiten, aber es sind in den letzten Tagen einige Dinge passiert, die mir keine andere Wahl lassen." Er pausierte kurz, dann stand er langsam auf und bewegte sich durch das Zimmer. "Du musst wissen Harry, das Professor Trelawney vor etwa fünf Jahren einen Zweite Prophezeiung gemacht hat und wie schon die Erste betraf sie Voldemort und dich.  Leider muss ich dir mitteilen, dass man Sybill vor ein paar Tagen Tod aufgefunden hat und ihr Tod trägt eindeutig die Handschrift der Todesser. Ich gehe daher schwer davon aus, das auch Voldemort jetzt von dieser Prophezeiung erfahren hat.

"Oh Gott, das tut mir leid. Wie lautete die Prophezeiung", entwich es Harry.

"Später Harry. Ich werde dir zuerst noch zwei Erinnerungen zeigen, die für dich wichtig sind, um das alles zu verstehen. Die Erste ist eine Erinnerung von Remus Lupin." Er bat Harry ans Denkarium. "Ich bitte dich wieder, sie dir nur anzusehen. Deine Fragen werden ich später alle beantworten."

Harry nickte und senkte den Kopf. Remus Lupin stand in einem langen Korridor und schien völlig nervös zu sein, da er ständig auf und ab lief. Eine Krankenschwester kam ihm entgegengelaufen, lächelte ihn kurz an und verschwand dann in einem der Zimmer. Remus blickte ihr hinterher und schnappte nach Luft, als jetzt sein James Potter aus dem Zimmer trat. "Nicht mehr lange, Remus. Oh, wenn ich ihr nur die Schmerzen nehmen könnte", hörte Harry seinen Vater nervös sagen.

Das Bild verschwamm kurz und im nächsten Augenblick hörte Harry ein Baby schreien. Sein Vater kam mit einem Bündel aus Handtüchern auf dem Arm hinaus und strahlte Remus an. "Schau ihn dir an Remus, ist er nicht wunderschön?", schluchzte er.

"Mein Gott, ist der niedlich", antwortete Lupin. Harry lugte über Remus Schulter und konnte einen Blick auf sich selbst werfen. "Wie geht's Lily?"

"Soweit gut, aber sie ist natürlich froh, wenn alles vorüber ist. Die Hebamme sagt, es handelt sich nur noch um ein paar Minuten, bis die Kleine kommt. Das wäre bei Zwillingen so üblich." sagte James nun.

Harry wich zurück. Zwilling, hatte er da Zwilling gehört. Kurz schnappte er nach Luft und senkte dann erneut den Kopf.

Er befand sich noch immer im Krankenhaus und stand wieder neben Remus, der verängstigt neben einer Wiege saß und eine kleine Hand hielt. Harry sah auf das Namensschuld vor dem Bettchen und runzelte die Stirn, als er dort K. Potter lesen konnte. Das Baby schrie plötzlich grell und bäumte sich auf und sofort sprang Remus panisch von seinem Stuhl auf und rief nach der Krankenschwester, die sofort aus dem Nebenzimmer gerannt kam. Vorsichtig hob sie den Säugling aus dem Bett und riss entsetzt ihre Augen auf, als sie auf eine klaffende blitzförmige Wunde über dem Herzchen blicken konnte.

Harry wich zurück und blickte Dumbledore fragend an. Doch dieser wies mit seiner Hand erneut auf das Denkarium.

Harry sah einen Spiegel vor sich und sah in ihm den Oberkörper eines Mädchens. Sie zog ihr Shirt über den Kopf und sofort fiel im die Narbe direkt über dem Herzen auf, welche von einem Tattoo verdeckt wurde. Als sie sich jetzt mit dem Rücken zum Spiegel drehte, erschrak Harry, als er auf den Phönix blickte, auf Kaylas Phönix. Jetzt konnte er auch ihr Gesicht sehen, welches im Spiegel strahlte. "Cool, was Dad", hörte er sie sagen.
Hinter ihr erschien Severus Snape. "Naja", murrte dieser.

Harry wich zurück und prallte gegen einen Stuhl. Sein Herz polterte rasend schnell und er starrte Professor Dumbledore an. "Kayla ist meine Schwester, stammelte er

"Ja Harry, Kayla ist deine Zwillingsschwester", antwortete Albus.

"Ich hatte von Anfang an so ein Gefühl als würde ich sie kennen. Aber was hat das alles mit Snape...ähm Professor Snape zu tun . Ich verstehe nicht."

"Einen Moment Harry. Ich werde erstmal einige Leute dazu holen und wir werden dir alles erklären." Albus ging zu einer Türe und öffnete diese. Als Remus, Moody, Professor McConagall, Hagrid, Molly, Arthur und natürlich Severus Snape den Raum betraten, wurde Harry irgendwie schwindelig.

"Setz dich Junge, ich glaube das ist ein bisschen viel ,was?", kam von Moody, als er sah, wie der Junge leicht schwankte.

"Das kann man wohl sagen", erwiderte Harry und ließ sich auf einen der plumpsen.

Dann erzählte ihm Dumbledore dasselbe, was er Kayla damals sagte und er ließ diesmal nichts aus. Und auch die anderen erzählten ihm dann die Dinge aus ihrer Sicht. Nur Severus sagte nichts. Er stand blass in der Ecke des Zimmers und starrte stumm zu Boden.

"Ich weiß, dass ist erstmal sehr viel, was du zu verarbeiten hast, aber leider haben und die Umstände keine andere Wahl gelassen", sagte Albus.

Harry nickte nur kurz. Dann blickte er zu Severus, stand auf und ging in seine Richtung. Alle hielten den Atem an, es war totenstill im Raum und man hätte eine Stecknadel  fallen hören.

"Dann sind sie ja doch nicht so ein Ekel, wie ich immer dachte",  sagte Harry leise. Im nächsten Moment erschrak er fürchterlich, denn Severus hob den Kopf, blickte ihn mit Tränen in den Augen an und schluchzte auf.

"Es tut mir alles so Leid, Harry. Ich habe dir jahrelang das Leben zur Hölle gemacht. Ich weiß, James und ich hatten unsere Probleme, aber glaub mir, ich würde alles dafür geben, damit sie hier bei euch sein könnten."

"Na, ganz geschafft haben sie es ja dann doch nicht, mich kleine zu kriegen, Professor. Ich glaube, wir zwei werden noch viel zu bereden haben."

"Natürlich. Immer und zu jeder Zeit", flüsterte Severus leise.

Dann drehte Harry sich zu Dumbledore. "Darf ich es ihr denn jetzt sagen?"

„Du möchtest endlich deine Schwester in die Arme schließen?" Albus blickte ihn an und Harry nickte wie verrückt. " Ich dachte, du fragst gar nicht mehr."
Und schon war Harry aus dem Büro gestürmt.

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Kayla saß gerade mit Fred, George, Hermine, Ron und Ginny in Hagrids Hütte, weil er ihnen erzählte hatte, das es eine Überraschung gäbe, als Harry hereinstürmte. Geradewegs lief er auf sie zu und riss sie in seine Arme. "Ich habe eine Schwester, ich kann's noch immer nicht glauben."
Kayla sah ihn zuerst nur an, ehe sie dann in Tränen ausbrach. "Sie haben es dir gesagt, endlich haben sie es dir gesagt. Du weißt gar nicht, welche Angst ich die ganze Zeit hatte. Das du es nicht verstehst. Ich durfte nichts sagen."

Hermine weinte jetzt ebenfalls, nur die anderen blickten die beiden verwirrt an.

"Hallo, ihr beiden, haben wir irgendwas verpasst", rief Ginny.

"Es ist nicht was du denkst, Ginny" sagte Harry "Kayla ist meine Schwester."

"Sie ist was!", schrie Ron.

Sie erzählten ihren Freunden jetzt ebenfalls die Geschichte und immer wieder umarmte Ginny Harry, weil sie sich so für ihn freute.
"Was, Mum und Dad wussten auch Bescheid, das ist ja ein Ding", sagte Fred.

"Was Snape hat Kayla... Ist nicht wahr?", kam von Ron, als Kayla ihnen erzählte, bei wem sie aufgewachsen war.

Nur George verhielt sich merkwürdig still. Irgendwann stand er auf und ging hinaus. Kayla folgte ihm. "Ist ein wenig viel was?" Als sie ihn am Arm berührte, wich er zurück. und blickte sie böse an. "Und du willst mir etwas von Vertrauen erzählen. Wenigstens mir hättest du es doch sagen können. Ich dachte du liebst mich."

"Das hat doch mit meiner Liebe zu dir nichts zu tun. George, ich durfte es nicht", antwortete sie. Doch sie kam nicht weiter dazu, es ihm zu erklärten, er hatte sich schon umgedreht und lief in Richtung Schloss.
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