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"Irgendwie so...."

von Die Linda
SammlungAllgemein / P12 / Gen
30.08.2020
16.11.2021
7
3.610
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30.08.2020 680
 
Ich sitze davor und ich kann es einfach nicht mehr. Früher ging es von allein, so spontan und wie unter einer fremden Hand geführt. Worte, die solche Funken sprühten und in mir selbst etwas entzündeten. Meine Muse tanzte um mich, küsste ungestüm und gestaltete meine Tränen zu sinnlichen Worten um. Sätze, die andere bezauberten, sie inspirierten und wo sie fremde Herzen die Hände schüttelten. Es blockiert, es sticht und meine Hände zittern. Mächtige Gefühle, die mir das Atmen verbieten, meine Augen feucht halten und mir doch widerwillig gegen die Stirn schlagen. Immer und immer wieder, bis ich auf die Knie falle und mich ergeben will. Was wollt ihr mir sagen? Ich versteh es nicht. Wieso verstehe ich es nicht mehr so richtig?
Alles was ich sehe, erstickt mich. Glückliche Menschen mit glücklichen Lieben reißen mir die Haare aus. Ich gönne es ihnen, ich hasse nur die Gefühle des Fehlens. Was bin ich im Moment?
Ich will anders sein und doch nicht dazu gehören. Selbstliebe und doch Angst vor einem einsamen Tod, in einem verlassenen Raum voller farbloser Wände.
Lachen habe ich noch nicht verlernt, aber es hängt in mir, was die Tränen nach oben treibt. Finde keinen Namen, keine Abstammung, keine Zugehörigkeit dafür. Ahnenlos und doch voller Früchte. Die Nacht umhüllt meine Fantasie und doch bangt der Morgen. Oder ich um ihn? Rein gar nichts kann sich drehen, nur jeder glaubt das er es tut. Irrglauben einer sternlosen Bewegung, die schmerzt und schlägt. Irgendetwas ist dort vorn, sieht mir zu, winkt und schaut doch verschwommen aus. Allmählich hasse ich dieses Lächeln. Alles muss vollendet werden, sagt die angebliche offene Stimme mir gegenüber. Jeder glaubt mich zu verstehen, doch sind sie nicht schön froh, wenn sie mich weiter winken können? Sie kennen manche alte Worte von mir und denken nicht an die Frage, deswegen folgen immer und immer wieder nur die selben Antworten. Ohne hinzuhören, ohne einen neuen Herzschlag. Einfach "Verständnis" sagen und schon funktioniert die gute Menschen-Manie. Ekelhafte Süße breitet sich auf meiner Zunge aus, wenn ich diese Leute sehe, die sich als profitabel hinstellen und niemals etwas unkorrektes sagen wollen. Wieso will niemand mehr für das Falsche in sich stehen? Noch menschlicher ist doch nichts schlimmes. Oder vielleicht fürchten sich alles so sehr vor den Augen anderer, das sie sich selbst Zuhause den Spiegel abhängen?
Wenn ich weine, dann spielen die mentalen Probleme um meinen Kopf eine fröhliche Schalmei. Und dabei denke ich dann, dass niemand das verstehen kann. Während ich gleichzeitig weiß, dass es viele gibt, die ebenfalls nach Mitternacht, in aller Dunkelheit, aus dem Fenster starren und nach der ultimativen Wahrheit für ihr Leben fanden. Weshalb fühlen sich Sorgen immer so individuell an, als wäre man der einzige der sie kennen würde? Um mich herum scheinen alle ihren Plan gezeichnet zu haben. Und vielleicht denken sie das auch von mir, wer weiß das schon. Wer sagt schon die Wahrheit?
Ich bin Schauspieler, Schriftsteller, Sprecher, Fantast und Philosoph. Alles zusammen und vereinzelt, eine unantastbare Substanz mit buntgemischten andersartigen Stimmen, Verwirrungen und Intrigen. Doch was davon bin ich? Wie viel davon bin ich?
Der Glaube für die Überzeugung ist davongeschlichen. Über Nacht, ohne Brief. Ohne Kuss oder gar einen Wunsch für die Zukunft. Wenn ich tanze, dann male ich innerlich. Dinge, so unverständlich, dass ich weine vor Schönheit. Keiner der es sieht oder soll?
Verteufelte Sehnsucht nach Macht und Talent. Über mich, das Gefühl jemand zu sein, bei den sich andere einfach freuen.
So stockend, so versteift und voller Antworten, die die Richtung nicht kennen. Ausflüchte, die alles besser wissen und denen ich vollkommen egal sein werde. Genügsam oder Erfüllung? Was stimmt mich friedlicher, wenn ich das tue, was ich will?

Alles ist zur Zeit so mutlos. Besonders in den Augenblicken für das Innere. Wenn ich es eigentlich nicht will, aber dann doch zurückgeworfen werde. An jenen Ort, wo ich bereits vor zig Jahren bereits war und ich es dort gehasst habe. Glück macht mich zur Zeit schwach, Unglück kann ich nicht ertragen und das Gute soll für immer sein. Gerade bin ich irgendwie so......
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