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{You should have killed me}

SongficDrama, Angst / P12 / Gen
Benjamin "Benji" Dunn Solomon Lane
30.08.2020
30.08.2020
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You should have killed me

|Disclaimer: Der Film, seine Charaktere und der inspirierende Song zu dieser Geschichte gehören nicht mir. Sie gehören ihren rechtmäßigen Erfindern und ich leihe sie mir nur aus.

A/N: Also... Dies ist eine Songfiction inspiriert vom Song "You should have killed me when you had the chance" von A Day to Remember. Die ganze Idee ist entstanden, als Solomon Lane eben diesen Satz (You should have killed me) sagt in "Mission Impossible Fallout".
SPOILERS für "Rogue Nation" und "Fallout".|

{You should have killed me}

~ I walked into your house this morning. I brought the gun from our end table. Your blood was strewn across the walls, they'll find you on your bathroom floor when I'm done. [...] You should have killed me, when you had the chance.~ (You should have killed me when you had the chance; A Day to Remember)

Er blickte auf das riesige Anwesen, welches vor ihm in die Höhe ragte. Scheinbar hatte die Regierung angefangen das IMF für ihre Taten zu respektieren, nachdem sie die Welt - wie sie zumindest behaupteten - erneut gerettet hatten.
Sie würden es nie verstehen. Sie würden nie verstehen, dass ihr Egoismus und ihre Moral diese Welt in den Ruin trieben. Hätte der Plan des Syndikats oder der Apostel funktioniert, dann wäre die Welt endlich zu einem besseren Ort geworden. Doch das würden Menschen wie Ethan Hunt oder sein lächerliches Team niemals verstehen.

Nur noch ein paar Schritte und er würde endlich seine langersehnte Rache bekommen.

Er hatte absichtlich solange gewartet bis Hunt am frühen Morgen das Haus verlassen hatte, um Ilsa und Stickell von ihrer nächtlichen Patroullie abzuholen. Nur eine einzige Person war noch in dem Haus.

Benjamin Dunn.

Wie oft war Hunts Teammitglied und Freund dem sicheren Tod schon entkommen?
Diesmal würde er sicherstellen, dass der Mann das Haus nicht lebend verlassen würde.  

Er griff nach der Pistole, die in dem Holster seines Gürtels steckte und lief vorsichtig um das Haus herum zur Hintertür.
Keine Wachposten, keine sichtbaren Kameras.
Alles schien darauf hinzudeuten, dass das Team sich möglichst unauffällig in dem Gebäude außerhalb der Stadt aufhalten sollte.

'Ein kleineres Gebäude wäre wohl passender gewesen, wenn man sich verstecken will.'

Obwohl es für ihn sowieso eine Leichtigkeit gewesen war das Team ausfindig zu machen.
Er schaltete vorsichtshalber das Störgerät ein, welches über ein Signal sämtliche Kameras oder Sicherheitsanlagen abschalten sollte.
Dann betrat er die Türschwelle und machte sich mit Bedacht an sein Werk, um das verschlossene Gebäude zu öffnen.
Ein leises Geräusch zeigte ihm, dass das Schloss geknackt war.

Solomon Lane betrat den hinter der Tür liegenden Flur und schaute sich um. Nicht mehr lange und sein Ziel wäre erreicht.
_______________________________________

Benji Dunn seufzte. Eigentlich hatte er Ethan begleiten wollen, aber dieser hatte gesagt, dass er auf das Haus aufpassen solle. Sie könnten ihre Basis nicht unbeaufsichtigt lassen. Damit hatte er ja im Grunde recht, aber dem Agenten behagte es nicht allein in diesem großen Gebäude zu sein. Er hatte einfach schlechtes Gefühl.

Die Hoffnung, dass sich sein Unwohlsein durch eine heiße Dusche beseitigen ließe, hatte tatsächlich etwas Wirkung gezeigt. Er hatte beschlossen, dass seine Angst einfach der Tatsache geschuldet war, dass er schon seit geraumer Zeit nicht mehr alleine gewesen war. Eigentlich war immer jemand vom Team da gewesen, wenn sie nicht sogar komplett als Gruppe die Zeit miteinander verbrachten, um ihre derzeitige Mission zu erfüllen.

Die restlichen Mitglieder der Apostel aufspüren.

Es war ein zeitraubender und anstrengender Auftrag, aber er würde sich mit Sicherheit lohnen.
Besonders seitdem sie Solomon Lane erneut ins Gefängnis gebracht hatten, war es wichtiger denn je seine restlichen Anhänger ausfindig zu machen, um weitere Katastrophen zu verhindern. Und das würden sie... als Team. Auch wenn Benjis Aufgabe momentan nur im Schützen der Basis lag.

Er schloss gerade den letzten Knopf seines Hemdes, als er ein leises, kaum hörbares Geräusch wahrnahm.
Waren es Schritte?
Benji war sich nicht sicher, aber er eilte zu dem großen Schrank in der Ecke des Badezimmers, auf welchem seine Waffe lag. Er ergriff sie... und erstarrte, als eine Stimme hinter ihm ertönte.

"Hallo, Mr. Dunn."

Diese Stimme. Sie ließ Benji das Blut in den Adern gefrieren. Sofort schien sich wieder ein Seil um seinen Hals zu schnüren und ein Druck auf seiner Brust entstand. Er durchlebte die selbe Todesangst, die ihm bereits zweimal durch diesen Mann widerfahren war.
Wie war das möglich? Wie konnte er hier sein?

Langsam drehte Benji sich um... und sah seinem schlimmsten Albtraum ins Gesicht.

"Lane."

Der Name sollte eine selbstsichere Aussage sein, aber es war nicht mehr  als ein Hauchen. Die Irritation war förmlich aus Benjis Gesicht zu lesen.
Sein Gegenüber hingegen lächelte nur überlegen, eine Waffe direkt auf Benjis Brust gerichtet.
Langsam bewegte der Mann sich auf ihn zu und der Agent wich instinktiv einen Schritt zurück, seine Waffe ebenfalls erhoben.

'Hört endlich auf zu zittern', befahl er seinen Händen, aber sie hörten nicht auf ihn. Egal wie sehr er versuchte mutig zu wirken, das Gefühl von Angst schien seinen Muskeln ein Eigenleben zu schenken.

"Ich sagte doch, dass wir noch nicht fertig sind, mein Freund-", fing Lane an, doch Benji unterbrach ihn:
"Noch einen Schritt näher und ich schieße."

Tatsächlich blieb der andere Mann eine Sekunde stehen, aber er lachte nur auf und ging dann langsam weiter.

"Wir wissen beide, dass das nicht passieren wird. Das IMF hat keine Genehmigung dazu mich zu töten."

Wie recht Lane damit hatte. Benji könnte ihn nicht einfach erschießen. Zu wichtig waren die Informationen, die dieser Mistkerl den hohen Ämtern dieser Welt lieferte. Er müsste ihn überwältigen, ohne ihm das Leben zu nehmen.

"Wie-"

"Es war einfach auszubrechen. Ich habe überall Leute. Selbst in den so teuren Reihen der Briten", erklärte Lane, fast so als könne er Benjis Gedanken lesen.

"Aber... man hätte uns über den Ausbruch informieren müssen."

Lane grinste nur.

"Das hätte man in der Tat... wenn man davon wüsste."

Als er Benjis verwirrten Blick sah, führte er seine Erklärung fort.

"Diese Technik mit den Masken... Sie ist wirklich praktisch. Niemand wird je erfahren, dass ein Apostel an meiner Stelle im Gefängnis sitzt und Tag für Tag verhört wird."

Benji öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, doch er wusste nicht was. Dieser Plan... er war, so ungern er es zugab, wirklich schlau. Wieso zum Teufel waren sie alle darauf reingefallen? Wieso hatten sie die Menschen des Geheimdienstes nicht genug überprüft?

"Natürlich werden sie es erfahren. Ich werde sie darüber informieren."

Ein weiterer kläglicher Versuch stark zu klingen. Das Zittern seiner Hände hatte sich inzwischen auch auf seine Stimmbänder übertragen.

"Niemand wird etwas darüber erfahren, weil es keine Zeugen geben wird."

Lane stand nun direkt vor Benji, die Waffe gegen seine Brust gedrückt.
Er blickte ihm in die angsterfüllten Augen und konnte nicht anders als die Waffe zu entsichern. Sofort weiteten sich die Augen noch mehr.

"Sagen Sie, Mr. Dunn. Wie wären sie schlussendlich lieber gestorben? Die nette Jacke in dem Restaurant... oder der Strick in Kashmir?"

Benji schluckte, sichtbar in Panik. Sein Brustkorb bewegte sich schnell auf und ab und er spürte die Schweißperlen, die seine Stirn hinab liefen.
Und trotzdem... als hätte ihn auf einmal ein Adrenalinstoß erfüllt, schlug er plötzlich Lanes Arm nieder und stürzte sich auf den Mann.

Er würde hier nicht sterben. Er würde kämpfen. Lane würde sehen, dass Benji nicht umsonst ein Agent im Außendienst war.
Und nicht nur Lane würde es sehen.
Auch Luther, Ilsa... und Ethan.
Er würde ihnen zeigen, dass er kämpfen konnte! Denn dazu war er ausgebildet worden.

Eine Rangelei um die Waffe begann, als beide Männer sich gegenseitig schubsten und schlugen.

Diesmal würde Benji nicht verlieren. Er würde diesen Mistkerl fertig machen. Nicht nur für sich. Auch für sein Team... und für die ganze Welt.
Solomon Lane durfte einfach kein freier Mensch sein in dieser Welt. Denn er würde sie zerstören.
Und das musste Benji um jeden Preis verhindern.

Er verfluchte sich innerlich dafür, dass er seine eigene Waffe durch das Zittern der Hände fallen gelassen hatte. Jetzt ging es nur um diese eine entsicherte Pistole. Und Benji würde alles dafür geben, um sie in die Hände zu bekommen.

Ein Schuss ertönte, lauter als Benjis Kampfgeschrei, welches abrupt verstummte.
Ein Schmerz schoss durch seinen gesamten Körper, am schlimmsten war er jedoch in seinem Unterbauch.
Benji taumelte einen Schritt zurück und legte eine Hand auf die schmerzende Stelle. Als er sie wieder wegnahm, sah er, dass sie mit Blut bedeckt war.
Er fiel auf die Knie, als seine Beine auf einmal unter ihm nachgaben, Übelkeit und ein verschwommenes Sichtfeld ihn übermannten.  

So viel Blut. Wo kam dieses ganze Blut her? Es lief über den gesamten Boden, bildete eine Lache so groß wie eine Pfütze nach einem herbstlichen Gewitter.

Benjis Blick glitt von seinen Händen hinauf über das mit Blutspritzern bedeckte Hemd direkt in das Gesicht seines Gegenübers.

Lane lächelte stumm, während er die Waffe erneut auf Benji richtete. Diesmal auf den Kopf, welchen der Agent nur schüttelte.

Nein... das durfte nicht sein. Er hatte versagt. Schon wieder. Er musste sie alle enttäuschen. Die Regierung, das Team... Ethan. Das Bild des Mannes blitzte kurz vor seinen Augen auf.

'Es tut mir so schrecklich Leid, Ethan. Verzeih mir, dass ich es nicht geschafft habe.'

Wie ein Film zogen die Erinnerungen an die Zeit mit seinem Freund an ihm vorbei.
Jede gefährliche Mission, jedes Lachen, jedes Weinen...
Sie hatten so viel zusammen erlebt. Würde... Ethan ihn vermissen, nachdem er es einmal mehr nicht geschafft hatte, Lane zu besiegen? Er hoffte es zumindest.

"Sie hätten mich töten sollen, als sie die Chance dazu hatten."

Lanes Worte hallten durch seinen Kopf, während Benji die Augen schloss. Jetzt war es zu spät. Tränen füllten seine Augen und er wartete auf den alles beendenden Klang.

Ein Schuss ertönte.


|A/N: Ich lasse das Ende offen. Hat Lane tatsächlich abgedrückt? Oder ist Ethan oder ein anderes Teammitglied rechtzeitig zurückgekommen? Es ist eure Entscheidung. Vielen Dank fürs Lesen!|
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