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Emma

GeschichteDrama, Freundschaft / P12 Slash
Debbie Fischer Jaqueline Wendt OC (Own Character) Oliver Dreier
30.08.2020
27.11.2020
17
24.928
2
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2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
21.11.2020 1.435
 
Guten Abend ihr Lieben!

Da ist mir beim Hochladen doch glatt ein Fehler unterlaufen. Das Kapitel gehörte natürlich nicht in diese Story. Das tut mir wirklich leid. Und vielen Dank für die Review, die mich darauf aufmerksam gemacht hat.
Hier dann aber jetzt das richtige Kapitel. Ich bitte nochmals um Entschuldigung und hoffe, ihr habt trotzdem Spaß beim Lesen :).

Liebe Grüße


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Die Leere war auch in den letzten Stunden geblieben. Während des Mittagessens und auch, als eine Schwester kam, um mir mitzuteilen, dass mein Physio Termin auf 13:30 Uhr verlegt worden war. Ich hatte die ganze Zeit über Löcher in die Luft gestarrt und nachgedacht. Na ja, zumindest hätte ich das gerne. Aber nicht nur meine Gefühlswelt war leer, auch in meinem Kopf herrschte gähnende Leere. Als Jacky mich am Vortag nach der Schicht nochmal kurz besucht hatte, hatte sie mir mitgeteilt, dass sie heute eine Doppelschicht schieben musste, da wir so viele Krankenscheine auf der Wache hatten. Die Aussicht darauf, heute eher keinen Besuch mehr zu bekommen, machte meine Stimmung nicht gerade besser. Ich merkte kaum, wie die Zeit verging, bis es an meiner Zimmertür klopfte und Schwester Stephanie eintrat. „Hallo Frau Kramer. Ist Alles in Ordnung bei Ihnen? Simon von der Physio hat gerade angerufen, er wartet auf Sie.“, erklärte sie mit freundlicher Stimme. Verdutzt sah ich erst sie an und warf anschließend einen Blick auf mein Handy. 13:40 Uhr. Mist. Mittlerweile war ich fit genug, dass ich selbst hoch zur Physio ging, aber ich hatte gar nicht wahrgenommen, dass es schon Zeit war. Hektisch richtete ich mich auf.
„Oh man, tut mir leid. Ich war etwas in Gedanken und hab die Zeit komplett vergessen, ich mach mich direkt auf den Weg. Tut mir ehrlich leid.“, beteuerte ich.
Skeptisch sah sie mich an. „Sind Sie sich sicher, dass es Ihnen gut geht? Sie sehen etwas blass aus.“
Ich setzte ein Lächeln auf, auch wenn mir nicht danach war: „Ja, mir geht’s wirklich gut. Ich hab einfach die Zeit verplempert.“. Das war nicht einmal gelogen. Körperlich ging es mir ja tatsächlich gut.
Die Schwester schien nicht ganz überzeugt, hakte aber nicht weiter nach: „Na gut, soll ich Sie eben hoch bringen?“.
„Das ist lieb, aber ich schaff das schon, Danke trotzdem.“, erwiderte ich und schob mich an ihr vorbei auf den Flur. Dort angekommen stieß ich einen tiefen Seufzer aus und begab mich Richtung Aufzug. Am Liebsten hätte ich den Termin einfach sausen lassen. Ich hatte keine Lust, Simon jetzt mit meiner schlechten Laune entgegen zu treten, wusste aber auch nicht, ob ich es schaffen würde, diese zu überspielen.
Wenig später war ich an meinem Ziel angelangt und klopfte an die Tür. Simon öffnete sie genau so, wie ich ihn kennengelernt hatte. Furchtbar gut aussehend und mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Doch selbst das stimmte mich missmutig. Kennt ihr das, wenn ihr so schlecht drauf seid, dass euch einfach Alles nur noch trauriger macht? Wenn euch einfach Alles trist und grau vorkommt, weil ihr in eurem eigenen Film gefangen seid? So ging es mir in diesem Moment. Ich wollte das nicht. Ich wollte nicht unglücklich sein und erst recht wollte ich Niemandem damit auf die Nerven gehen, aber ich schaffte es nicht, das abzuschalten.
„Hey, da ist sie ja! Du hast mich warten lassen.“, begrüßte Simon mich gespielt beleidigt.
Doch ich konnte sein Grinsen nicht erwidern, konnte nicht auf die gewohnt lustige Art kontern. Stattdessen antwortete ich nüchtern: „Sorry, ich hab irgendwie die Zeit vergessen. Tut mir leid, dass du warten musstest.“
Sein Grinsen erlosch und Besorgnis legte sich in seinen Blick. Nicht das auch noch. Ich ging an ihm vorbei ins Zimmer und hoffte inständig, er würde mich einfach nicht darauf ansprechen.
„Ist Alles gut bei dir?“, wollte er wissen, nachdem er die Tür hinter mir geschlossen hatte.
Na das hatte ja prima funktioniert. Ich rieb mir durchs Gesicht und drehte mich zu ihm um: „Ich bin ein bisschen neben der Spur.“, antwortete ich wahrheitsgemäß, woraufhin ich einen weiteren besorgten Blick erntete.
„Ist Irgendwas passiert?“, fragte er.
„Ja, kann man so sagen. Aber ich komm klar. Nur sei mir bitte nicht böse, wenn ich heute nicht die Fröhlichkeit in Person bin.“, antwortete ich mit einem gequälten Lächeln. Ich wollte ihm gegenüber nicht abweisend sein. Immerhin konnte er am wenigsten für meine Situation und ich wollte ihm seine Arbeit nicht unnötig schwer machen.
„Willst du darüber reden?“, fragte er weiter und sah mich dabei mit seinen warmen Augen an. Wieder huschte ein Lächeln über mein Gesicht.
„Das ist lieb von dir, aber lass uns besser anfangen, du hast ja auch noch andere Termine.“
„Na ja, mein nächster Termin ist erst am späten Nachmittag. Und wenn es dir nicht gut geht, können wir Heute auch aussetzen und einfach nur quatschen. Oder wir können aussetzen ohne zu quatschen, wenn dir das lieber ist.“ Er sah mich eindringlich an und jedes Wort, das über seine Lippen kam, sprühte nur so vor Aufrichtigkeit.
Ich lachte kurz auf: „Bist du immer so zu deinen Patienten?“, wollte ich wissen.
Etwas unsicher sah er mich an: „Wie bin ich denn?“, fragte er verdutzt.
Ich seufzte und setzte mich auf einen der Sessel. Ich vergrub mein Gesicht in meinen Händen und als ich wieder aufsah, hatte Simon mir gegenüber Platz genommen und sah mich abwartend an.
„Aufmerksam, fürsorglich. Keine Ahnung, du bist einfach… so nett.“, beantwortete ich seine Frage.
Er lachte laut auf. Hatte ich etwas Falsches gesagt?
„Du bist wirklich skeptisch, weil ich nett bin? Wäre es nicht irgendwie schlimm, wenn ich das nicht wäre? Immerhin arbeite ich mit Menschen. Du bist doch auch nett zu deinen Patienten, oder?“
Wie ich mir gedacht hatte, er war also nett, weil es sein Job war.
Meine Reaktion blieb ihm wohl nicht verborgen, denn er beugte sich noch ein Stückchen weiter vor und sah mich eindringlich an: „Hey, ich versuche immer, nett zu sein, das ist mein Job. Aber unabhängig davon, dass du meine Patientin bist, mag ich dich echt gerne, okay? Also wenn du über irgendwas reden willst, oder ich dir irgendwie ein bisschen Kummer abnehmen kann, dann sag es mir, ja?“
Etwas überrascht hob ich den Kopf und sah ihn dankbar an: „Danke.“, flüsterte ich. Wieder schlichen sich Tränen in meine Augen, doch ich wischte sie schnell weg. Simon sah mich fragend an: „Also? Was kann ich tun?“, fragte er und grinste mich an. Sofort fiel ein kleines bisschen Traurigkeit von mir ab.
Ich überlegte, ob ich ihm die Wahrheit erzählen sollte und entschied mich schließlich dafür. Ich seufzte und sah etwas unsicher auf meine Hände, die ich fest ineinander verschränkt hatte. Dann hob ich den Kopf und begann, zu erzählen: „Na ja, es ist so…als du gefragt hast, warum ich hier bin, hab ich dir nicht die ganze Wahrheit gesagt. Ich wurde wirklich verprügelt, allerdings war es keine Schlägerei, in die ich rein geraten bin, sondern mein Vater.“ Ich zögerte kurz und versuchte, Simons Reaktion abzulesen, doch seine Miene blieb unverändert. Er sah mich mit seinen warmen Augen an und wartete geduldig. Also erzählte ich weiter. Ich erzählte von dem Vorfall, von der Versorgung durch meine Kollegen und auch von dem Besuch der Polizisten Heute. Er unterbrach mich kein einziges Mal und auch wenn ich zwischendurch eine kurze Pause brauchte, wartete er geduldig. Erst als ich fertig war, ergriff er wieder das Wort: „Wow. Das klingt Alles ziemlich beschissen.“, stellte er fest.
Ich musste lachen. „Ja, da hast du wohl Recht.“, entgegnete ich.
Eine Zeit lang saßen wir uns schweigend gegenüber und er schien nach den richtigen Worten zu suchen. Schließlich durchbrach er die Stille: „Wenn du Jemanden brauchst, der dir bei dem ganzen Mist zur Seite steht, dann kannst du dich jederzeit an mich wenden, auch wenn du in ein paar Tagen hier raus bist.“
Wieder machte sich das Kribbeln in meinem Bauch bemerkbar, dass ich in Simons Gegenwart schon so oft verspürt hatte. „Das ist wirklich lieb von dir, vielen Dank.“, antwortete ich.
Die betrübte Stimmung schien wie weggeblasen.
„Und? Was machen wir jetzt?“, fragte er wieder mit dem gewohnten Enthusiasmus.
Ich überlegte kurz bevor ich antwortete: „Ich dachte, ich bin hier, um mich von meinem Physiotherapeuten quälen zu lassen.“, entgegnete ich neckisch. Die Bewegung und vor Allem die Ablenkung würden mir gut tun. Außerdem wollte ich ja schnellstmöglich wieder auf die Beine kommen.
Simon musste lachen: „Na gut, dein Wunsch sei mir Befehl.“ Er erhob sich und streckte mir seine Hand entgegen, um mir vom Stuhl aufzuhelfen. Ich ergriff sie und stand auf, doch diesmal hielt er meine Hand ein wenig länger als nötig und das Kribbeln fuhr durch meinen gesamten Körper.
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