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Eine harte Woche

KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Patrick Jane Teresa Lisbon
29.08.2020
29.08.2020
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29.08.2020 2.700
 
Vorwort:
Ich habe mir vor ein paar Tagen zum zweiten Mal die erste Folge der vierten Staffel angesehen und wurde dabei unweigerlich zu dieser Fanfiction inspiriert. Ich meine, dieses Ende beinhaltet wirklich eine der süßesten Szenen, die sich bis zu jenem Zeitpunkt zwischen Jisbon ereignet hat. Und genau an diesem Ende; jenem wo Jane als freier Mann das Gerichtsgebäude verlässt und er und Lisbon sich wortwörtlich mit den Augen auffressen– *hust* natürlich nur platonische Freundschaft *hust* –, werde ich ansetzen.


1. Kapitel
Nicht schuldig

Es war ein schöner Tag. Eine Tatsache, die Teresa Lisbon wenige Stunden zuvor gar nicht wirklich wahrgenommen hatte. Zu groß war ihre innere Unruhe gewesen. Zu groß die Ungewissheit. Patrick Jane hatte zwar schon immer die Begabung gehabt, sich von einer Schwierigkeit in die nächste zu katapultieren, doch ein Mord, eine solch ausweglose Situation, das war selbst für den blonden Berater, der nun schon seit über sieben Jahren für das CBI arbeitete, eine Novität. Ein neues Terrain, welches es zu erkunden und abschätzen gab, ehe er sich wenig später, wie auch bei all seinen anderen Schlammasseln, wieder hinausbugsierte.

Unglaublich, dachte Lisbon, während sie einen Schluck aus ihrem braunen Kaffeebecher nahm. Dieser Mann ist wirklich mit allen Wassern gewaschen.

Noch vor wenigen Stunden hatte sogar die Todesstrafe in dem Gerichtsverfahren mitgemischt, von mildernden Umständen, geschweige denn einem Freispruch, war nicht ansatzweise die Rede gewesen – und doch hatte er die Jury mit seiner charmanten Art überzeugen können.

Nicht schuldig.

Lisbon schüttelte den Kopf, konnte sich jedoch ein erleichtertes Lächeln, welches ihre Mundwinkel umspielte, nicht verkneifen. Wenn sie mit etwas nicht gerechnet hatte, dann mit diesem Urteil. Aber so war es nun einmal mit Patrick Jane. Es gelang ihm immer wieder aufs Neue, sie mit seiner unkonventionellen Art – positiv oder negativ – zu überraschen. Mit dem Kaffee in der Hand ließ sie sich auf einen der Stühle in der Nähe ihres Autos nieder, von dem aus sie einen guten Blick auf den Ausgang des majestätischen Gerichtsgebäudes hatte. Und mit dem zartbitteren Koffeingeschmack auf ihrer Zunge und der leichten Brise, die um ihre hochgezogenen Hosenbeine strich, fühlte Lisbon das erste Mal an diesem Tag, wie sich die Last, die wie eine Faust ihr Herz umklammert hatte, löste. Sie konnte wieder frei atmen und fühlte sich, abgesehen von ihrem einbandagierten Arm und der Tatsache, dass sie auf unbestimmte Dauer suspendiert war, ausgesprochen gut.

Grace, Cho und Rigsby hatten sich wenige Minuten zuvor entschuldigt, da sie noch eine Besprechung mit JJ LaRoche hatten – ebenso wie ihre eigene, stand auch die Kariere ihrer Schützlinge in den Sternen –, sie hatten sich jedoch am Abend um neun im O’Malley verabredet. Eine Menge unausgesprochene Dinge lag in der Luft, die es noch aufzugreifen gab, auch wenn sich ihre Wege in Zukunft mit großer Wahrscheinlichkeit trennen würden. Die illegale Observation war mit dem Tod von O’Loughlin unweigerlich ans Licht gerückt und hatte im gesamten CBI Wellen geschlagen. Bertram war, nicht zuletzt wegen dem großen Medienansturm, schlecht auf die ganze Einheit zu sprechen, hatte es sich jedoch zur Aufgabe gemacht, ihnen nach seinem Besuch bei Lisbon im Krankenhaus, mehr oder weniger aus dem Weg zu gehen. Ob das wiederrum ein gutes oder schlechtes Zeichen war, würde sich noch herausstellen. Eines war jedoch gewiss: Trotz all den Selbstvorwürfen, mit denen sie sich neben den Schmerzen ihrer Schussverletzung in den letzten Tagen herumschlagen musste, verspürte Lisbon dennoch ein ausschlaggebendes Quantum Stolz ihrer Einheit gegenüber. So viel Loyalität und Zusammenhalt war alles andere als selbstverständlich und Lisbon konnte gar nicht in Worte fassen, wie dankbar sie war. Ein solches Team über die letzten Jahre hinweg ihre Einheit nennen zu dürfen, war eine große Ehre gewesen – auch wenn sie das nie offen aussprechen würde, hielt sie ihre Gefühle und Emotionen in der Regel für sich.

Auch wenn Lisbons Gedanken während des Wartens immer weiter abschweiften, war der Fokus ihres Blickes ununterbrochen auf die dezente, anthrazitfarbene Metalltüre auf der linken Seite des Gerichtsgebäudes gerichtet. Im Vergleich zu der imposanten, mit dutzenden Mustern verzierten Haupteingangspforte, wirkte sie geradezu unscheinbar. Und das war auch der Sinn daran, denn so konnten die Leute, egal ob Staatsanwalt, Rechtsanwalt oder Mandant unbemerkt das Gebäude verlassen. Natürlich nur, wenn die Presse dies duldete und nach einem Prozess Gnade walten ließ. In diesem Fall war es äußerst ungewöhnlich, dass weit und breit keine Journalisten und TV-Sender vor oder auf der Treppe herumlauerten, hatte Janes Verfahren doch landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Lisbon vermutete, dass Bertram dafür gesorgt und der Meute mit einem kurzen Statement bereits die Mäuler gestopft hatte. Dennoch kam ihr die Ruhe, welche sich trotz der Feierabendzeit über das Gebäude und seine Umgebung gelegt hatte, suspekt vor.

Lisbon nahm gerade den letzten Schluck aus ihrem Kaffeebecher, als sie hinter der blickdichten Glasscheibe der Seiteneingangstüre eine Bewegung wahrnahm. Die Türe wurde geöffnet und Jane verließ mit schnellen Schritten das Gebäude, bevor er kurz innehielt und sich suchend umsah. Ob er jemanden erwartet hatte oder nicht, konnte Lisbon nicht urteilen, jedoch war das erfreute Lächeln, dass kurz, wenn auch etwas verlegen über das Gesicht des blonden Mannes huschte, nicht zu übersehen. Er hob die Hand und winkte ihr kurz zu. Bei der Erinnerung daran, wie sie vor wenigen Stunden mit einer unguten Vorahnung, begleitet von krampfenden Bauchschmerzen das Gerichtsgebäude betreten hatte, ihren Berater, ihren Freund, am Ende des Prozesses schon hinter Gittern gesehen hatte, war es in diesem Moment umso schöner, ihn als freien Mann, freigesprochen in allen Punkten der Anklage, durch diese Türe gehen zu sehen. Lisbon musste lächeln. Sie stand auf und warf den Kaffeebecher mit einer schwungvollen Bewegung in den nahegelegenen, schwarzen Mülleimer.

Fast gleichzeitig erreichten sie das Auto und Lisbon verspürte plötzlichen den Drang, Patrick Jane zu umarmen. Sie konnte nicht sagen, woher dieses Gefühl, dieses Bedürfnis, kam, schob es jedoch kurzerhand ihrer Erleichterung zu. Wahrscheinlich hätte sie in diesem Moment die halbe Welt umarmen können. Der Gedanke, dass Jane lebenslänglich hinter Gittern kommen würde, vielleicht sogar in den Todestrakt, hatte Lisbon die letzten Nächte wachgehalten, denn sie wusste ganz genau, dass sie sich in diesem Fall selbst die Schuld darangegeben hätte. Was natürlich unsinnig war. Schließlich hatte Jane aus eigenen Stücken entschieden, Red John zu erschießen. Dennoch waren zwei Fragen hartnäckig in ihrem Gehirn geblieben. Hätte ich es wissen müssen? Hätte ich es verhindern können? Schließlich hatte Jane nie ein Geheimnis daraus gemacht, was er am Ende seiner Jagd nach Red John mit diesem machen würde. Jedoch war Lisbon immer der Meinung gewesen, ihn aufhalten zu können. Zumindest war es das, was sie sich stets einzureden versuchte. In dieser Annahme hatte sie falsch gelegen, war gescheitert. Und diese Tatsache wäre, wenn es tatsächlich zu einer Verurteilung gekommen wäre, unerträglich für Lisbon geworden.

Aber er ist hier. Er ist ein freier Mann. Kein Grund dir weiter den Kopf über mögliche Szenarien, die nicht eingetreten sind, zu zerbrechen.

Ihre Blicke trafen sich und Lisbon spürte ein wohlig warmes Gefühl, welches sich in ihrem Bauch ausbreitete. Für einen kurzen Moment sahen sie sich über das Autodach des Chevrolets einfach nur an und Lisbon hätte wirklich viel dafür gegeben, um einen Blick hinter seine perfekte Fassade, die nur in seltenen Fällen zu bröckeln begann, zu werfen. Was ging in Janes Kopf vor, jetzt nachdem er Red John zur Strecke gebracht hatte? Spürte er Erleichterung? Hatte er seinen Frieden, den er sich so erhofft hatte, gefunden? Lisbon wünschte es ihm von tiefstem Herzen. Auch wenn Jane ihrer Ansicht nach, mit der Ermordung einen Fehler begangen hatte, so hatte er es nichtsdestotrotz verdient.

Sie konnte spüren, wie er sie mit seinen blauen Augen ebenso eingehend musterte. Nur mit dem Unterschied, dass Jane wahrscheinlich genau wusste, was in ihrem Kopf vor sich ging. Auch wenn Lisbon sich lieber die Zunge abbeißen würde, als ihm diesen Triumph zu gewähren – sie stritt diverse Anspielungen immer vehement ab –, so musste sie zugeben, dass seine Vermutungen, Kombinationsgabe oder was auch immer sein Schlüssel für den Einblick in die Köpfe anderer Menschen war, stets treffsicher war. Und diese Tatsache, dass jemand hinter ihre Maske, die sie tagein tagaus versuchte aufrechtzuerhalten, sehen konnte, machte ihr auf eine undefinierbare Art und Weise Angst.

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Bis auf das gleichmäßige Brummen des Motors und der gewöhnlichen Geräuschkulisse des rauschenden Verkehrs, war es mucksmäuschenstill. Jane schwieg und Lisbon folgte seinem Beispiel. Es war nicht unangenehm. Sie kannten sich seit über sieben Jahren, arbeiteten und verbrachten den Großteil ihrer Zeit zusammen. Zehn Stunden am Tag. Fünf Tage die Woche. 46 Wochen im Jahr. Vielleicht sogar mehr. Lisbon wusste die Gespräche mit Jane zu schätzen, so aber auch die Momente, in denen sie zusammen schwiegen.

Sie warf dem blonden Mann einen kurzen Seitenblick zu und studierte seine Gesichtskonturen, ehe sie ihre Aufmerksamkeit wieder dem Verkehr zuwandte. So viele Dinge schwirrten in ihrem Kopf herum. Sachen, die sie ihm sagen, die sie ihn fragen wollte. Aber das hatte Zeit. Der Chevrolet war gewiss der letzte Ort, der für ein solch umfangsreiches Gespräch geeignet war.

„Und was jetzt?“, brach Lisbon schließlich das Schweigen.

„Und jetzt?“, wiederholte Jane. „Tja. Ein Tee wäre gar nicht übel.“

„Nein, ich meine was jetzt. Nachdem Sie getan haben, was Sie vorhatten. Jetzt haben Sie Ihre Rache. Fühlen Sie sich jetzt anders? Geht es Ihnen besser?“

„Nein“, verneinte Jane. „Ich fühle mich schuldig.“

„Schuldig? Wieso?“

„Weil ich die Geschworenen getäuscht habe. Ich hatte keine Wahl. Für einen Mord ins Gefängnis zu gehen, wäre ein Sieg für Red John gewesen.“ So sachlich, wie Jane es sagte, so viel Ruhe, wie er in seine Worte hineinsteckte, schien es, als wäre es die offensichtlichste Sache der Welt.

Lisbon glaubte, sich verhört zu haben. „Wie meinen Sie das?“, fragte sie verwirrt. „Red John ist tot.“

„Timothy Carter ist tot. Er war ein Monstrum, aber er war nicht Red John. Red John ist nicht tot.“

Sie hörte seine Worte zwar, konnte aber nicht begreifen, was er da zu ihr sagte. Red John war nicht tot? Der Mann, den Jane erschossen hatte, war nicht Red John gewesen? Ungläubig starrte Lisbon ihren Partner an. Dutzende Fragen drängten sich in ihren Kopf, schwirrten vor ihrem inneren Auge herum. Wenn sie mit etwas nicht gerechnet hatte, dann mit dieser Aussage. Zum zweiten Mal an diesem Tag wurde sie überrascht. Soeben jedoch negativ.

Red John ist nicht tot?

„Passen Sie auf den Verkehr auf“, erinnerte Jane sie sanft.

Geräuschvoll sog Lisbon die Luft durch ihren Mund ein, ehe sie ihren Fokus schließlich wieder auf die Straße richtete und versuchte, das Gehörte auf eine möglichst rasche Art und Weise zu verarbeiten. Das war jedoch leichter gesagt als getan. Red John war nicht tot? Es war noch nicht vorbei?

Die Ampel vor ihnen stand auf Rot. Etwas fester als notwendig trat Lisbon auf die Bremse. Mit einem Ruck blieb der Chevrolet hinter einem grauen Volvo zum Stehen und ihr Körper wurden gegen den Sicherheitsgurt gedrückt, während sich ihre linke Hand fester um das Lenkrad legte.

„Red John ist nicht tot? Was zur Hölle soll das bedeuten?“ Abermals wirbelte ihr Kopf zu Jane, nur um festzustellen, dass in dessen Gesicht weder ein schelmisches Lächeln noch irgendeine andere Mimik, die Aufschluss über seine eben geäußerten Worte gab, zu erkennen war. Fast schon teilnahmslos blickte er auf die Kreuzung. Seine Augen folgten den Autos, die an ihnen vorbeifuhren. „Soll das ein schlechter Scherz sein?“

Jane schüttelte den Kopf. „Oh, wie ich nur wünschte, dass es einer wäre.“

„Timothy Carter hat Ihnen gesagt, dass er Red John war“, warf Lisbon ein. Es konnte nicht wahr sein. Es konnte einfach nicht wahr sein. Es war geradezu absurd. Jane hatte Red John erschossen, davon war sie felsensicher überzeugt.

„Er hat gelogen. Carter muss ihn gekannt haben, weil er mir Dinge von Red John erzählt hat, die nur der Mörder meiner Frau und Tochter wissen konnte, aber Red John treibt sich immer noch da draußen herum.“

„Jane –“

„Jemand hat den Wachmann veranlasst Carters Waffe und Handy zu entwenden und hat ihn dann ermordet. Wer würde das tun, wenn nicht Red John? Ergo ist Timothy Carter nicht Red John.“

„Carter hat damit rechnen müssen, dass sie ihn umbringen. Sie haben das immer betont. Deswegen hat er den Wachmann vielleicht gebeten die Pistole und das Handy an sich zu nehmen, wenn Sie es tun.“

„Wozu?“

„Um Sie zu verwirren! Und es funktioniert! Sie suchen einen Mann, den Sie schon erschossen haben. Carters Frau ist noch in Gewahrsam. Wir sollten mit ihr sprechen. Und wissen Sie, was sie sagen wird, wenn sie redet? Dass Sie Red John erschossen haben und keinen anderen!“
 
Die Ampel wechselte wieder auf grün. Lisbon drückte die Kupplung durch und stieg aufs Gas. Etwas zu fest. Der Motor heulte auf. Sie atmete einmal tief ein und aus. Ihre Schläfen pochte und selbst ihre Schussverletzung, die bislang von den ganzen Schmerzmitteln, die sie eingeworfen hatte, betäubt wurde, begann wieder zu schmerzen.

„Nicht aufregen, Lisbon. Sonst platzen Ihre Nähte noch.“

Endlich sah Jane sie wieder an. Ein leichtes, wenn auch schuldbewusstes Lächeln, umspielte seine Mundwinkel. „Darf ich Sie auf einen Tee einladen? Was meinen Sie?“

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In dem kleinen Diner, welches sich zwischen einem Supermarkt und einem Friseur Salon befand, herrschte um kurz vor fünf reges Treiben. Mit etwas Glück hatten sie in der hintersten Reihe noch einen Platz bekommen, in dem sie sich auch mehr oder weniger ungestört unterhalten konnten. Sie hatten überwiegend Small Talk geführt. Nicht dass sie keine anderen Themen zu besprechen hätten, im Gegenteil, jedoch spürte Jane, dass es ihm guttat, über oberflächliche Lappalien zu sprechen, Sprüche zu reißen und wieder ein wenig zu lachen. Ernste Konversationen hatte er in den letzten Tagen genug geführt – und er war sich sicher, dass es Lisbon auch so ging. Zumindest hatte sich ihre verkrampfte Haltung in der Zeit, in der sie das Diner betreten, ihre Bestellung aufgegeben und geredet hatten, um einiges entspannt. Sie hatte Red John kein einziges Mal mehr erwähnt, und auch Jane hatte das Thema geschickt aus ihren Gesprächen herausgehalten. Während sie redeten und an ihren Getränken nippten, hatte Jane seinen Gegenüber immer wieder unauffällig gemustert. Lisbon sah müde und erschöpft aus – nach den Ereignissen der letzten Tage kein Wunder –, aber sie strahlte auch ein gewisses Maß an Erleichterung und Ausgeglichenheit aus. Weil sie immer noch in der Annahme war, dass Red John tot war, dass dieses Kapitel nun endgültig abgeschlossen war. Vielleicht war sie auch ein klein wenig erleichtert, dass er so glimpflich davongekommen war. So ganz genau konnte Jane das nicht sagen. Wenn es um Teresa Lisbon ging, tat er sich des Öfteren schwer, gewisse Emotionen und Handlungen zu deuten, sodass er sich im Endeffekt nur vage zusammenreimen konnte, was wirklich hinter diesem ernsten, aber auch hübschen Gesicht vor sich ging.

Während Lisbon ein Stück von ihrem Muffin abbrach und ihn sich in den Mund schob, wanderte ihr Blick zwischen den Gästen, die sich auf der anderen Seite der Glasscheibe auf der Terrasse befanden, hin und her. Schließlich sah sie ihn mit ihren grünen Augen wieder an und Jane erkannte, dass ihr gerade wieder etwas eingefallen war.

„Cho, Rigsby, Vanpelt und ich treffen uns heute Abend im O’Malley. Sie haben auch nach Ihnen gefragt“, meinte Lisbon. „Nicht dass es ein Grund zum Feiern wäre, dass sie einen Mann erschossen haben und ohne jegliche Haftstrafe davongekommen sind, aber wir sind dennoch alle froh, dass alles schlussendlich so glimpflich ausgegangen ist.“

„Alles zurück auf Anfang“, kommentierte Jane und hatte plötzlich das Bild vor Augen, wie das gesamte Team vor sechs Tagen genau in jenem Irish Pub gesessen und ihren Plan beratschlagt hatte. Damals war es noch ungewiss, wie die Sache verlaufen und ob sie Erfolg haben würden. Hätte man ihm an jenem Tag gesagt, dass die ganze Aktion mit dem Mord eines Freundes von Red John enden würde, hätte Jane denjenigen mitleidig belächelt. Aber so war das Leben nun einmal. Dinge verliefen anders als erwartet und man konnte sie im Nachhinein nicht mehr rückgängig machen. Das einzige, was einem übrig blieb, war mit den Konsequenzen zu leben. Jane nahm einen Schluck von seinem mittlerweile lauwarmen Darjeeling und schenkte Lisbon, die zunehmend ungeduldig auf eine Antwort wartete, ein leichtes Lächeln. „Das klingt nach einer guten Idee“, sagte er schließlich.


Nachwort:
Diese Fanfiktion wird voraussichtlich aus drei, maximal vier Kapiteln bestehen. Für das letzte Kapitel habe ich sicherheitshalber P16 gewählt, eventuell werde ich sogar noch etwas höher gehen.
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