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Bemerkenswerte Begebenheiten

von - Lemmy -
Kurzbeschreibung
OneshotAbenteuer / P12 / Gen
28.08.2020
10.12.2021
7
20.494
3
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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21.11.2021 2.786
 
Nach längerer Zeit kommt hier mal wieder ein Oneshot für die Wochen-Challenge von Sira-la, und zwar für die Kalenderwoche 46. Die Vorgabe lautete:
Schreibe eine Geschichte mit Corona, aber NICHT mit dem Virus, und auch nicht mit irgend einem anderen Virus! (Beispiele: Die Band namens Corona [»Rhythm of the night«], das Bier namens Corona, Corona als Frauenname…) Die Geschichte soll den Grundtenor Corona haben, aber eben in dem Zusammenhang, den ihr auswählt, und der Name soll auch im Titel vorkommen.
Damit soll einmal daran erinnert werden, daß es auch andere, normale, schöne und vor allem ältere Dinge gibt, die man mit dem Begriff verbinden kann.

Ausgerechnet dieser Prompt war eine Steilvorlage für die Ghostbusters^^. Viel Spaß mit:


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Das Corona-Phänomen


Eddie schreckte auf, als er ein lautes Poltern hinter sich hörte. Als er sich umwandte, sah er, dass Jake die Kellertreppe hinuntergestürmt kam, und wunderte sich einmal mehr, wie es der dünne Teamführer fertigbrachte, dabei Geräusche zu verursachen, als sei er ein Elefant. Vermutlich gab es einen neuen Auftrag, und dann neigte Jake dazu, sich vor Begeisterung zu überschlagen. Eddie schaffte es in solchen Fällen, absolut ruhig zu bleiben. Rasch warf er dem neben ihm sitzenden Tracy einen Blick zu, doch der Gorilla ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und arbeitete weiter an dem Gerät, das er gerade konstruierte. Eddie leistete ihm dabei Gesellschaft. Manchmal war es wirklich faszinierend, dem schlauen Menschenaffen bei der Arbeit zuzusehen.

„Wir haben einen Auftrag!“ verkündete Jake lautstark, kaum dass er an Tracys Werkbank angekommen war. „Also los, Leute, kommt schon!“ Seine helle Stimme überschlug sich beinahe vor Enthusiasmus.

Während Eddie sich mit deutlich geringerer Begeisterung von seinem Stuhl erhob, brummelte Tracy nur: „Brauche noch ein paar Minuten.“

„Hey, das geht aber nicht, wir müssen sofort los!“

Du willst sofort los“, korrigierte Eddie und streckte sich. Er hatte eine ganze Weile dagehockt und fühlte sich nun eingerostet und alt, trotz seines jungen Alters. Wie viel lieber würde er nun in die Küche gehen, sich einen Kakao machen, ein Stück Kuchen genehmigen und es sich damit vor dem Skelevision bequem machen ... doch sein Freund quengelte und würde nicht eher Ruhe geben, als bis sie sich auf den Weg gemacht hatten. Mit aller Willensanstrengung rief sich Eddie ins Gedächtnis, dass er mit Tracy und Jake ein Team bildete und sich ja auch damit einverstanden erklärt hatte, Geisterjäger zu werden. Außerdem konnte er das Geld, das der Auftrag bringen würde, gut gebrauchen. Unlängst hatte er in einem Geschäft eine Packung hübscher Tuschefarben entdeckt, die jedoch recht teuer war. Eddie malte gerne, und die Farben kämen ihm genau recht. „Ist der Auftrag denn eilig?“ fragte er.

Jake überlegte. „Also, ein Notfall ist es nicht. Aber wir sollten uns trotzdem nicht länger Zeit lassen als nötig. Macht ja auch keinen guten Eindruck, wenn wir so lange brauchen. Tracy?“ fragte er an den Gorilla gewandt, der gerade im Begriff war, eine Schraube an seinem Gerät festzuziehen. Das Teil sah aus wie ein kleiner Monitor auf einem Griff. Oben schauten zwei antennenartige Gebilde heraus, und Knöpfe und Skalen gab es auch. „Was ist das?“

„Geistermonitor“, erwiderte Tracy in seiner kurzangebundenen Art. Der Gorilla beherrschte zwar die menschliche Sprache, nutzte sie jedoch sparsam, es sei denn, er hatte etwas zu sagen, das ihm wirklich wichtig war. Er legte den Schraubenzieher beiseite und begutachtete sein Werk stolz von allen Seiten. „Hast Glück, Jake. Ist fertig. Könnte schon funktionieren. Möchte ihn ausprobieren. Dafür kommt der neue Auftrag gerade recht.“ Er stand auf und streckte seine imposante Gorillagestalt. „Kann losgehen!“

Eddie seufzte tief. Zwei gegen einen, da hatte er keine Chance. Manchmal war Tracy genauso begeisterungsfähig für einen Auftrag wie Jake, nur aus anderen Gründen. Was für ein tolles Timing!

Als die beiden Jungs und der Affe wieder in den Wohnbereich hinaufgingen, um von dort zur Umkleidestrecke zu gelangen, fragte Eddie: „Wohin geht es denn, Jake?“

„Wir müssen nach Corona“, erwiderte sein blonder Freund. „Dort passieren seit ein paar Tagen unerklärliche Phänomene in einem kleinen Wohngebiet.“

„Was ist denn das für ein komischer Name für einen Ort?“ wunderte sich Eddie, während er sich mit dem Gedanken abfand, gleich wieder im Ghostbuggy zu sitzen, um zu ihrem neuesten Auftrag zu gelangen.


Der Ghostbuggy brachte die Geisterjäger schneller nach Corona, als es Eddie lieb sein konnte, aber wozu konnte ihr Einsatzfahrzeug schließlich fliegen? Wie GB es geschafft hatte, in kürzester Zeit von der Ostküste zur Westküste der USA zu gelangen, würde für immer sein geisterhaftes Geheimnis bleiben.

Und nun waren sie hier, in Corona, einer Kleinstadt im Riverside County in Kalifornien, und ließen sich vom Bürgermeister, der sie angerufen hatte, die Situation schildern. In den letzten Tagen hatte es in einem kleinen Wohngebiet am Stadtrand mehrere unerklärliche Erscheinungen gegeben, immer in den Gärten. Geister an sich waren bisher nicht zu sehen gewesen, dafür aber eine Art von Lichterscheinungen, die unvermittelt auftauchten und umherwanderten. Bedrohlich wirkten sie nicht, jedoch hatten sich die betroffenen Hausbesitzer nicht ganz wohl damit gefühlt. Da man für die Phänomene keine natürliche Erklärung finden konnte, ging man davon aus, dass sie paranormalen Ursprungs waren, und hatte die Geisterjäger kontaktiert.

Jake hatte sich vom Bürgermeister die Lage des Wohngebiets beschreiben und die Adressen der betroffenen Hausbesitzer geben lassen, und nun waren sie mit GB dorthin unterwegs. Es war ein schöner Herbsttag, das Laub der Bäume hatte sich bereits verfärbt, und bunte Blätter bedeckten die Fußwege und verzierten die Rasenflächen. Der Himmel war wolkenverhangen, klarte jedoch immer mehr auf, so dass ab und zu die Sonne herauskam. Es war noch sehr mild.

Das Wohngebiet bestand aus kleinen, bunten Häuschen mit großen Vorgärten, die rechts und links die Straße säumten. Da es direkt am Stadtrand lag, war es von viel Grün umgeben.

Eigentlich sehr idyllisch, dachte Eddie gedankenvoll, als Tracy den Ghostbuggy zur ersten Adresse auf der Liste steuerte. Er bemerkte, dass Jake, der vor ihm saß, den Kopf aufmerksam nach links und rechts drehte, und wusste, dass der junge Teamführer sich einen Überblick verschaffte. Vielleicht prüfte er auch, ob seine Nase anschlug und einen Geist witterte.

Kurz darauf befanden sich die drei Geisterjäger im Gespräch mit den Pattons, einem Ehepaar um die Fünfzig, die von dem Phänomen in ihrem Vorgarten, das sich meist nur abends oder nachts zeigte, schon mehrfach heimgesucht worden waren.

„Also, bedrohlich fanden wir das Ganze eigentlich nicht, junger Mann“, erwiderte Mrs. Patton auf Jakes Frage, wie sie die Erscheinungen wahrgenommen hatte. „Eine Gestalt konnte ich nicht erkennen, es war irgendwie nur eine Art Lichtfleck, etwa so groß“, sie deutete die Größe mit ihren Händen an.

„Es waren mehrere, und sie wechselten die Farbe“, ergänzte ihr Mann. „Unsere Nachbarn, die Thompsons, die Bellmans und die McMahons, hatten diese Dinger auch in ihren Gärten.“ Er kratzte sich am nur noch spärlich behaarten Hinterkopf. „Eigentlich hatten wir das gute Wetter nutzen und heute Abend eine Grillparty mit den Nachbarn veranstalten wollen. Das können wir aber nun wohl vergessen. Meine Frau hat extra schon Maissalat gemacht“, er nickte in Richtung von Mrs. Patton.

„Wir schauen uns das erstmal an“, Jake hob beruhigend die Hände. „Es wird ja bald dunkel. Bitte informieren Sie Ihre Nachbarn, dass wir uns auch in deren Gärten umschauen werden. Nicht, dass wir noch für Einbrecher gehalten und eingesperrt werden“, er schenkte den Pattons ein charmantes Lächeln.

„Darf ich mitkommen?“ Ein junger Mann mit braunem Lockenkopf, kaum älter als Jake, kam aufgeregt ins Wohnzimmer gestürmt. „Ich habe so viel von den Geisterjägern gelesen und möchte auch gerne mal einen Geist in echt sehen!“

Glaub mir, das möchtest du nicht, dachte Eddie unwillkürlich und hatte für einen kurzen Moment das ungute Gefühl, zwei Jakes gegenüberzustehen. So viel geballten Enthusiasmus zu erleben, war beinahe zu viel für den molligen Geisterjäger.

Bevor jemand etwas sagen konnte, trat Tracy vor, zog aus seinem Rucksack ein Büchlein und einen Flyer und überreichte beides dem jungen Mann. „Können keine Unbeteiligten mitnehmen. Geister sind gefährlich. Tut mir leid. Aber hier steht viel über uns und die Geisterwelt drin.“ Der Gorilla grinste gewinnend.

„Ich habe dir doch gesagt, dass daraus nichts wird, Ricky“, Mr. Patton wandte sich tröstend an seinen Sohn, der erst traurig die Schultern hängen ließ, dann jedoch begann, interessiert in dem Schriftmaterial zu blättern. „Bitte entschuldigen Sie meinen Sohn, aber er hat sich in letzter Zeit viel mit Geistern und Spuk beschäftigt.“

„Kein Problem“, erwiderte Jake. „Wir können nicht zulassen, dass Unbeteiligte bei unseren Einsätzen zu Schaden kommen, und schon gar nicht können wir jemand Unbeteiligten mitnehmen. Manchmal wird es ziemlich gefährlich.“

„Wie kommt es dann, dass Sie schon diesen gefährlichen Job haben?“ fragte Mrs. Patton. „Sie sind doch auch erst etwa im Alter unseres Sohnes.“

„Das ist eine lange Geschichte“, entgegnete Jake schmunzelnd. Wenn sie den Auftrag erledigt hatten, würde er den Pattons davon erzählen, wenn sie sie hören wollten, aber nun galt es erst einmal, auf Geisterjagd zu gehen!


Die nächste Stunde verbrachten die Ghostbuster damit, die weiteren betroffenen Grundstücke zu untersuchen, wobei sie von den jeweiligen Nachbarn wahlweise interessiert beobachtet oder mit Fragen bombardiert wurden. Inzwischen war der Abend hereingebrochen, und die kleine Straße mit ihren adretten Häuschen, Vorgärten, Garagen und Bäumen war in ein sanftes Dämmerlicht getaucht, während die Sonne hinter den entfernten Hügeln allmählich verschwand.

„Gerät funktioniert einwandfrei, bin zufrieden“, verkündete Tracy, als er durch den Vorgarten der Bellmans marschierte und jeden Busch, jeden Baum und jedes Beet mitsamt jeder Blume genau untersuchte. „Keine paranormale Energie vorhanden.“

Jake blieb einen Moment stehen und nahm das EctoStrobe herunter, mit dem er inzwischen gefühlt jeden Winkel der Vor- und Hintergärten der Grundstücke darauf untersucht hatte, ob in den vergangenen Stunden Geisteraktivitäten stattgefunden hatten. Ein paar Mal hatte er merkwürdige Schemen erkennen können. Als er sie Tracy und Eddie gezeigt hatte, hatten beide nur ratlos den Kopf geschüttelt, und  Tracy hatte gemeint, dass er so etwas noch nie gesehen habe.

Jake ließ sich auf der Gartenbank nieder, die den Hauseingang der Bellmans verschönerte. Der junge Mann war inzwischen frustriert. Er hasste es, Auftraggebern, die den Ghostbustern vertrauten, keine Ergebnisse liefern zu können. Er zuckte zusammen, als er einen markerschütternden Schrei hörte, und sprang auf. „Eddie!“

Der korpulente Ghostbuster in dem orangefarbenen Fliegermantel kam wie ein Kugelblitz brüllend um die Hausecke geschossen, verfolgt von einem ... Etwas. Einem schwachgrün leuchtenden Etwas. „Verschwinde!“ Eddie wedelte im Laufen mit den Armen. „Hau ab! Hilfe!“

Jake und Tracy reagierten blitzschnell und holten die Waffen aus ihren Ghostpacks. Ohne näher nachzudenken, sprang Jake der Lichterscheinung in den Weg, hob den Dematerialisator und zielte. „Lass meinen Freund in Ruhe!“

Das grünliche Etwas hielt abrupt inne und jagte dann steil nach oben, bevor der blonde junge Mann feuern konnte. Und noch etwas geschah: Plötzlich tauchten noch mehr von diesen Erscheinungen auf, in verschiedenen Farben blass leuchtend. Der ganze Vorgarten wimmelte plötzlich von ihnen, es war, als schwebten bunte Laternen durch die Luft.

Eddie, der inzwischen japsend stehengeblieben war, hatte nun auch die Waffe in der Hand und suchte Augenkontakt mit seinen beiden Freunden, um einen Hinweis darauf zu bekommen, was nun geschehen solle.

„Nicht!“ ertönte plötzlich eine unwirkliche Stimme, die von überall her zu kommen schien. „Nicht schießen! Wir tun keinem was!“ Wie auf einen unsichtbaren Wink hin, verharrten die bunten Lichtflecken auf der Stelle.

Dann schwebte einer von ihnen auf die Geisterjäger zu, die beobachten konnten, wie das Etwas eine vertrautere Gestalt annahm, die eines klassischen Gespenstes, durchscheinend, mit angedeuteten, geisterhaften Gesichtszügen. Unvertraut war nur, dass eine Art Lichterkranz die Erscheinung umgab, wie ein Halo um eine Laterne oder um Autoscheinwerfer herum, wenn es neblig war oder regnete. „Wir wollen niemandem schaden“, sprach das Gespenst nun seine Jäger an. „Wir sind auf der Durchreise und fanden diesen Ort so nett, dass wir Zwischenstation eingelegt haben.“

Jake, Eddie und Tracy wechselten einen Blick, der sagen wollte „Wie bitte?“

Nachdem die Geister, die sich nun nach und nach alle in ihrer eigentlichen Gestalt zeigten, keine Anstalten machten, anzugreifen, und insgesamt friedfertig wirkten, nahmen die Ghostbuster schließlich ihre Waffen herunter. Tracy war völlig fasziniert von den Erscheinungen, da er Vergleichbares in seiner Karriere als Geisterjäger noch nicht gesehen hatte, und begann, sie mit allem, was ihm zur Verfügung stand, zu untersuchen.

Eddie erzählte derweil Jake, dass er im hinteren Garten gesucht hatte, als plötzlich dieses Ding vor ihm erschienen war und ihm einen Riesenschreck eingejagt hatte. Jake hörte aufmerksam zu und warf nebenbei einen Blick zum Wohnzimmerfenster des Hauses, von dem aus die Bellmans die Aktion verfolgten.

„Ihr seid also Wandergeister“, schloss Tracy schließlich. „Und ihr wollt niemandem etwas tun, sondern nur in Ruhe gelassen werden. Wie kommt es, dass ihr von einem solchen Schimmer umgeben seid?“

Der Geist, der zuerst gesprochen hatte, zuckte mit den durchsichtigen Schultern. „Keine Ahnung. Wir sind so entstanden.“

„Eigentlich seht ihr richtig nett aus“, Eddie kam mutig ein paar Schritte näher. Nachdem er sich beruhigt und die Lage sich entspannt hatte, wurde er neugierig. Wandergeister waren auch für ihn neu.

Es stellte sich schließlich heraus, dass es eine ganze Gruppe von Gespenstern war, die hier ein paar Tage Rast gemacht und sich über die Grundstücke verteilt hatte.

„Wir hatten gar nicht auffallen wollen und uns deshalb gedimmt, aber das hat wohl nicht geklappt“, sagte der Geist mit dem hellgrünen Halo schließlich und kratzte sich entschuldigend am schimmernden Kopf.

„Das solltet ihr vielleicht den Bewohnern dieses Hauses sagen“, Jake wies auf die Bellmans, die nun aus der Haustür traten, nachdem sie gesehen hatten, dass keine Gefahr drohte. Fast zeitgleich kamen die Pattons und die anderen betroffenen Nachbarn dazu.

Besonders freute sich Jake für Ricky Patton, der nun doch tatsächlich einen Geist „in echt“ bestaunen konnte. Nein, sogar eine ganze Gruppe! „So wie es aussieht, können Sie doch noch Ihre Grillparty veranstalten“, sagte er zu dem Ehepaar, das fasziniert einen gelbschimmernden Wandergeist anstupste, der ein leises Quietschen von sich gab, das wie ein Kichern klang. „Und wissen Sie was? Ich habe eine Idee, wie die Geister den Schrecken, den sie den Bewohnern dieser Straße eingejagt haben, wiedergutmachen können.“


Grillpartys wurden in dieser Stadt offenbar schnell auf die Beine gestellt, denn kaum eine halbe Stunde später hatten sich die Nachbarn im Garten der Pattons versammelt, wo nicht nur ein langer Tisch mit Stühlen aufgestellt war, sondern wo Mr. Patton schon zwei große Grills angeheizt hatte, auf denen diverse Leckereien schmurgelten. Aus einer kleinen Anlage ertönte stimmungsvolle Musik, aber was das Allerbeste war: Es gab außergewöhnliche Beleuchtung!

Überall im Garten schwebten die buntschimmernden Wandergeister herum, die ihre Helligkeit nun nicht mehr gedämpft hatten, sondern genügend Licht spendeten, so dass Lampen nicht gebraucht wurden. Sie hatten sich bereiterklärt, auf Jakes Idee einzugehen, für Beleuchtung bei der Grillparty zu sorgen, um die Menschen für den Schrecken, den sie ihnen eingejagt hatten, zu entschädigen. Und so wie es aussah, hatten sie Spaß daran!

Eddie seufzte tief und biss in die Bratwurst, die Mr. Patton ihm auf den Teller getan hatte. Warum konnten nicht alle Geister so harmlos und nett sein wie diese bunten Gesellen hier? Sein Leben wäre dann so viel einfacher.

Während Tracy die Wandergeister über ihr Dasein befragte und sich eifrig Notizen machte, hockte Jake mit Ricky Patton etwas abseits auf einer Gartenbank und erzählte ihm von den Erlebnissen der Ghostbuster. Die beiden Jungs verstanden sich bestens.

„Das ist die wunderbarste Gartenparty, die ich jemals erlebt habe“, verkündete Mrs. Patton, als sie die dritte Schüssel ihres leckeren Maissalats auf den Tisch stellte. „Das haben wir den Ghostbustern zu verdanken.“ Sie ließ ihren Blick durch den dunklen Garten schweifen, in dem lautlos die farbigen Geister umherschwebten. Es war eine Lightshow der besonderen Art, es hatte etwas Magisches!


Magisch war auch der Betrag, den die Geisterjäger erhielten. Alle betroffenen Nachbarn hatten zusammengelegt, um sich bei den beiden Jungs und dem Gorilla zu bedanken, nicht nur für den erfolgreich erledigten Auftrag, sondern auch für die unvergessliche Grillparty. Nach Ende der Feier waren die Wandergeister nach einer herzlichen Verabschiedung schließlich weitergezogen.

Auf dem Rückflug nach New York sichtete Jake Tracys Notizen. „Corona-Geister? Wie kommst du denn darauf?“ fragte er seinen animalischen Freund und Kollegen.

„Na, wo haben wir sie denn entdeckt?“ erwiderte Tracy schmunzelnd. „In Corona. Bezauberndes Städtchen übrigens. Und Corona passt auch zu dem Lichtkranz um die Geister. Strahlenkranz.“ Dem war nichts hinzuzufügen, und später ergänzte Tracy seinen selbstgeschriebenen Geisterführer, von dem er Ricky Patton ein Exemplar geschenkt hatte, um die Rubrik „Wandergeister, auch bekannt als Corona-Geister“.

Und Eddie? Der kaufte sich von seinem Anteil an der Bezahlung gleich am nächsten Tag die schönen Tuschefarben, die er entdeckt hatte, und begann ein neues Werk. Inspiration brauchte er nicht, die flog ihm nur so zu, und so konnten Tracy und Jake bald ein Bild bewundern, auf dem es vor kleinen, bunten Geistern nur so wimmelte.

So hatten die Ghostbuster an einem Tag nicht nur einen Ort mit netten Bewohnern kennengelernt, sondern gleich auch noch eine neue, liebenswerte Geisterspezies.
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