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Our inseparable bond

von Rilli
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
28.08.2020
28.08.2020
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1.482
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Zur späten Stunde eines ereignislosen Tages ging ein kleiner Junge, noch ein Kind von sechs Jahren, über die Felder, auf der Suche nach seiner besten Freundin. Er hatte ihr etwas zu sagen, doch wusste nicht wie, es würde für beide alles ändern. Er hatte Angst die Wahrheit zu sagen, doch eine Lehre seines Vaters war es, niemals die Angst zuzulassen, denn Angst schwäche den Geist und ein geschwächter Geist sei nutzlos im Kampf.
Noch immer in seinen Gedanken verloren streifte der Junge umher, bis er einen roten Fleck zwischen dem Weizen entdeckte. Zielsicher ging er darauf zu und erkannte ein kleines Mädchen, die Beine angewinkelt und in den Horizont schauendes Mädchen, ihr rotes Haar im Winde wehend. Dort saß seine beste Freundin, nichtsahnend von der Neuigkeit, die er ihr überbringen würde.
Ganz leise schlich er sich von hinten an sie heran, wollte sich einen Spaß mit ihr erlauben. Als er bei ihr war, packte er sie an den Schultern und schrie „BOO!“. Das Mädchen schrie auf, total erschrocken und sprang auf, während der Junge begann zu lachen. „Hahaha das war zu lustig haha. Du bist ja immer noch so schreckhaft.“ Ihm flossen vor Lachen schon Tränen seine Wangen hinab. Das Mädchen schaute ihn nur entgeistert an, welches sich in genervt umwandelte. „Und du bist noch immer so gemein.“, entgegnete sie nur und setzte sich wieder auf ihren Platz. „Nein es war lustig und du solltest lernen Spaß zu haben und auch zu verstehen.“ Mit diesen Worten setzte sich der Junge neben seine kleine Freundin. „Was machst du hier alleine? Müsstest du nicht bei deinem Vater sein?“ Doch die Kleine drehte sich weg von ihm und schmollte „Kleinen, gemeinen Jungs wie du es bist sag ich es nicht.“ Dieses kleine Mädchen kann sehr stur sein, gerade wenn es um ihren besten Freund geht. „Ach komm schon, sag es mir, du bist meine allerbeste Freundin auf der ganzen Welt!“ Es hatte schon etwas Flehendes, doch schließlich schaute sie ihn an. „Das liegt daran, dass ich deine einzige Freundin bin.“ Mit diesem Konter streckte sie ihm ihre kleine, rosa Zunge heraus, was dem Jungen nicht gefiel.
„Nicht wahr, ich habe viele Freunde, du hast sie nur nie gesehen, sie leben überall auf der Welt!“ Der Junge drehte den Kopf weg, damit das kleine Mädchen seine roten Wangen nicht sah. Er war ein schlechter Lügner. „Ja, was auch immer.“ Dumm war das Mädchen nicht, sie durchschaute seine Lüge sofort, wollte aber seine Gefühle nicht verletzen. Er war eben ein unreifer Bengel.
„Ich ruhe mich aus. Vater lässt mich härter und schwerer auf dem Feld arbeiten. Der Winter bricht bald ein.“ Nun, nachdem seine Wangen wieder eine normale Farbe annahmen, sah er sie wieder an mit einem breiten Grinsen. „ Oh je, harte Arbeit nervt, aber dafür können wir wieder Schneeballschlachten halten!“ „Damit du wieder im Gesicht getroffen wirst und anfängst zu weinen?“ Diese Erinnerung erschien in dem Kopf des Mädchens und sie konnte nicht anders als zu lachen, bis ihr die Tränen aus den Augen liefen. Sofort lief der Junge wieder rot an vor Scham. „Da war ein Stein in dem Schneeball! Ich weine doch nicht bei Schnee! Ich bin doch kein Schwächling!“ Langsam beruhigte sich die Kleine wieder, glaubte ihm aber kein Wort, er aber blieb in der Überzeugung die Wahrheit zu erzählen.
Dann stand das Mädchen auf, klopfte sich den Staub von ihrem Kleid ab und sah von oben auf ihn herab. „Möchtest du lieber streiten oder spielen?“ Bei dem Wort „Spielen“ sprang der Dorfjunge auf seine kleinen Füße voller Freude. „Lass uns spielen!“ rief er und schnappt sich einen relativ großen und stabilen Ast. „Das ist mein Schwert!“ Das Mädchen grinste so breit wie er und nahm für sich selbst einen Stock, kleiner als der ihres Freundes. „Du weißt das ist unfair. Dein Vater ist ein ranghoher Soldat der königlichen Armee, er hat dir viele einzigartige Tricks beigebracht.“ Dennoch versuchte sie ihr Glück, ihn zu schlagen. Sie trat einen Schritt vor und versuchte ihn an der Brust zu treffen, doch der Junge parierte den Stoß mit Leichtigkeit. „Mein alter Herr hat mir nichts beigebracht, ich bin einfach der Beste auf der Welt!“, und mit einem Schlag zerbrach der Stock seiner Gegnerin. Für kurze Zeit schaute die kleine „Verliererin“, so würde der Junge sie jetzt bezeichnen, schaute für einen Moment traurig auf ihre zerbrochene Waffe, bis sie ihn ansah. „Deinen letzten Kampf gegen den Stallburschen hast du verloren,“ Mit dieser Aussage hatte er nicht gerechnet. Die Scham stieg in ihm wieder. „Daran kann ich mich nicht erinnern! Ich habe niemals verloren!“ Noch eine dreiste Lüge, das wussten beide, aber zugeben wollte der Junge es nicht. Es stellt sich als beeindruckend dar, sich als starken und siegreichen Burschen hinzustellen, das würde den Mädchen gefallen… jedenfalls meinte das ein älterer Junge aus dem Dorf zu ihm, er wusste es nicht besser.
„Wie würde mein Großvater sagen? Verlieren ist ein Teil des Lebens, verliere und lerne stärker zu werden.“ Bei dieser Aussage imitierte sie die Stimme ihres alten Großvaters, damit diese authentischer wirkte. Ihr Freund fing bei dem Anblick an zu lachen. „Du klingst wirklich wie dein Opa, du Opa!“ Damit fing das Mädchen auch an zu Laufen wie er. „Sag mir mein Sohn, wo habe ich den Sack Getreide hin getan? Die Großmutter bringt mich sonst ins Grab wenn ich es nicht weiß.“ „Alter Mann, du bräuchtest Hilfe bei der Fortbewegung.“ Der Junge hob einen anderen massiven Stock auf und reichte diesen dem „alten Mann“, welcher ihn mit zitternder Hand annahm. „Ich danke dir, mein Junge.“
Während auf dem Feld viel gelacht, gespielt und geschrien wurde, tauchte die untergehende Sonne die Landschaft in ein tiefes Orange und Rot. Der kalte Wind der Nachtpfiff durch die Bäume und umhüllte die zwei Kameraden.
„Wir sollten zurück ins Dorf gehen.“, sprach der Junge, als er in den Himmel hinauf sah. Sofort hörte das Mädchen mit dem Schauspiel auf und richtete sich auf. „Hast du etwa Angst vor der Dunkelheit?“ Leicht verärgert schaute er in das fiese Lächeln seiner Freundin. „Nein hab ich nicht!“ Langsam wurde es aber Zeit, ihr das zu sagen, was er die ganze Zeit schon machen wollte, bevor es doch zu spät wird. „Ich muss dir aber was gestehen. Mein Vater wurde befördert und wir müssen das Dorf verlassen, noch heute Nacht.“ Nun schaute er auf den Boden, er konnte ihr nicht in die Augen sehen, konnte die Tränen nicht sehen. Das Mädchen stand da, paralysiert von der Aussage ihres Freundes. „Du gehst? So früh?“ Tränen liefen langsam ihre kleinen Wangen herab. Das konnte doch nicht sein.
„Ich sagte meinem Vater ich würde ein letztes Mal durch das Dorf gehen und in Erinnerungen schwelgen, aber ich wollte nur gehen um dich zu finden.“ Er griff in seine Tasche und holte ein kleines, glänzendes Objekt mit einem roten Stein in der Mitte heraus. „Ich hab dich gesucht um dir das zu geben. Das Armband gehörte meiner Mutter und ich will es dir schenken, bis du es mir an unserer Hochzeit wiedergibst, so wirst du mich nicht vergessen.“ Das Mädchen schaute auf den Armreif in seiner Hand. Der Besitz seiner verstorbenen Mutter durfte niemand entwenden und nun will er ihr etwas schenken. Schweigend nahm sie es an sich, bevor sie bis zu den Göttern hinauf schrie:“Du bist so ein Idiot! Warum hast du mir das nicht früher gesagt?!“
„Ich wusste es auch erst heute Morgen! Ich habe meine verbliebene Zeit mit dir verbracht! Nenn mich ruhig einen Idioten, vielleicht bin ich ein Idiot, aber du kannst dir sicher sein: wir werden uns wiedersehen und ich werde mein Versprechen auch halten! Auch halte ich das Versprechen, das wir uns gaben, als wir Familie gespielt haben.“ Nun liefen auch bei dem Jungen die Tränen, die er vermeiden wollte. Nun steht er als Schwächling da. Das Mädchen starrte auf das Armband, bevor sie aufschaute und zu ihm herüber gerannt kam, um ihre kleinen Arme um ihn zu werfen. „Halte einfach dein Versprechen.“
Damit hatte er nicht gerechnet und legte überfordert und perplex seine Arme vorsichtig um seine kleine Freundin. „Das werde ich definitiv.“ Sie standen eine Weile so da, bis die Sonne komplett hinter dem Horizont verschwand. Das kleine löste die Umarmung langsam auf und trat einige Schritte zurück. „Ich muss gehen, Vater wird sich schon Sorgen machen.“ Dann tat sie etwas Unerwartetes: sie stellte sich auf Zehenspitzen und gab dem Jungen einen kleinen Kuss auf die Wange, bevor sie in Richtung ihres Hauses rannte und sich ihre Wege nun trennen sollten und auch nicht sicher war, wann sich diese Beiden nun wiedersehen werden.



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Hallo liebe Leserinnen und Leser,
seit Langem versuche ich mich wieder an einer Geschichte. Beim Hochladen könnte die Zeit doch davonlaufen, ich arbeite im Gesundheitswesen  und das ist anspruchsvoll und zeitintensiv. Außerdem seid bitte nicht so streng mit meinem Schreibstil, ich muss mich erst wieder einfinden.
Ich wünsche noch eine schöne Zeit und bleibt gesund!
 
 
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