Die Prinzessin von Merisantus

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Aladdin Alibaba Saluja Judar Kougyoku Ren OC (Own Character) Sinbad
28.08.2020
15.10.2020
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28.08.2020 1.718
 
"Prinzessin...bitte...Sie-", murmelte Goldym als er seine Prinzessin dabei beobachtete wie sie über das Geländer der Brücke balanciert. Sie blieb sofort stehen und schaute ihre Leibgarde mit einem gelangweiltem Blick an. „Wie oft soll ich es noch sagen...“. Sie sprang vom Geländer herunter und tippte Goldym bei jedem folgendem Wort auf die tätowierte Brust, „..du sollst mich Merisa nennen...“. Er schaute verdutzt, suchte für einen kurzen Moment nach den richtigen Worten, doch als er antworten wollte fuhr seine Prinzessin schon wieder fort. „..und außerdem sollst du mich nicht siezen. Wir kennen uns doch nun schon so lang.“, ihre Arme verschränkt sie vor der Brust und ließ ihren Blick sinken, „..du bist eher ein guter Freund für mich als meine Leibgarde.“.

Goldym und Merisa kennen sich schon seit ihrer Geburt. Er war damals 9 Jahre alt. Seine Familie war schon seit er denken kann im Dienst der königlichen Familie von Merisantus. Sein Vater und sein Onkel waren die Leibwächter des Königs und so wurde er der Leibwächter der jungen Prinzessin. Und das war nie einfach.
Stets ist sie auf der Suche nach Abenteuern und Herausforderungen. Das hat der König nie gern gesehen, deshalb wurde es zu Goldyms Aufgabe die Handlungen der Prinzessin stets vor den Augen des Königs zu verstecken. Schließlich dient er Merisa und nicht dem König.

Goldym geht auf die Knie und legt seine rechte Hand auf seine Brust. „Verzeih Prinzessin. Aber wie ihr wisst kann ich euch diesen Gefallen nicht tun.“. Merisas Augen weiteten sich. Als seine Augen dann plötzliche nach oben schauten, direkt in ihre Auge, spürte sie wie ihr die Hitze ins Gesicht stieg.
„Zumindest nicht hier...“, flüsterte er kaum hörbar und warf einen verstohlen Blick nach links. Merisa folgte ihm unauffällig ohne ihren Kopf zu bewegen. Für einen kurzen Moment konnte sie eine Schattengestalt zwischen den Palastpflanzen entdecken. Ein Spion ihres Vaters.
Merisa strich sich eine Strähne aus dem Gesicht und lächelte ihre Leibgarde peinlich berührt an. „Ich verstehe.“.
Die beiden setzten ihren Weg fort. Eigentlich wollte sie in die Stadt. Merisa liebte es direkt bei ihrem Volk zu sein und sich ihrer Zufriedenheit zu versichern. Doch ehe sie das Tor durchschreiten konnten wurden sie von einer riesigen Person aufgehalten.
Ein Mann mit kurzen, weißen Haaren stand vor ihnen. Sein Haar war mit verschiedenfarbigen Federn geschmückt und an seinem Hals und auch Handgelenken glitzerten tausend goldene Ketten.
„Merisa, der König verlangt uns.“, sprach er mit gefährlich ruhiger Stimme. Sein Gesicht bleibt  ausdruckslos als er das junge Mädchen anschaut. Die Prinzessin nickte und lächelte die unheimliche Person an.
„Goldym, warte doch bitte im Palastgarten auf mich. Ich werde allein mit Mirandus zu unserem Vater gehen.“. Goldym tat wie ihm befohlen. Er verbeugte sich noch einmal vor dem Prinzen und der Prinzessin bevor er sie verließ.

Mirandus ist Merisas älterer Bruder. Als Ältester der 3 Geschwister ist er mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste König von Merisantus. Momentan ist er der Führer der schwarzen Berserker, einer Elitegruppe der Armee welche sich auf Zweihandwaffen spezialisiert hat. Ihre Mitglieder können in kurzer Zeit eine ganze Armee auslöschen. Außerdem ist Mirandus ein Dungeon-Bezwinger und besitzt 5 Djingefäße. Er und seine 5 Leibwächter bilden die schwarzen Berserker.

Ihr jüngerer Bruder Marvic kämpft allerdings auch mit aller Kraft um die Gunst des Königs um dessen Nachfolger zu werden. Er ist ebenfalls ein Dungeon-Bezwinger und besitzt 3 Djingefäße. Derzeit ist er noch in der Ausbildung, möchte danach aber direkter General der Merisantulischen Streitkräfte werden.

Merisa, das Mittlerekind, hingegen interessiert sich nicht für den Thron. Sie will hinaus in die Welt. Abenteuer bestreiten und wundersame Orte entdecken. Doch der jetzige König würde das nie zulassen.

Als Mirandus und Merisa den Thronsaal betreten wartet dort bereits ihr jüngerer Bruder Marvic.
Alle drei stehen vor ihrem Vater und warten darauf dass er aufklärt warum sie nun alle hier sind.
„Nun...“, beginnt er mit ruhiger Stimme. Seine rechte Hand streichelt durch seinen langen weißen Bart, der im perfekten Kontrast zu seiner gebräunten Haut steht.
„In kürze werden wir einen Besuch von einem Benachbarten Land erhalten. Das Kaiserreich Kou“, erklärt er.
„Kou? Ich hoffe doch in friedlicher Absicht?“. Mirandus schien sehr angespannt zu sein. Das Kaiserreich Kou und Merisantus haben zwar einen Freundschaftspakt, dennoch ist es bekannt dass Kou ein sehr 'angriffslustiges' Reich ist.
Der König nickte verständnisvoll als würde er die Gedanken seines ältesten Sohnes teilen. „Ich verstehe deine Bedenken, Mirandus. Doch das Kaiserreich versicherte uns, dass es bei diesem Besuch nur friedliche Absichten hegt. Es scheint so als würden die jüngeren Kinder des Kaisers, Kougyoku Ren und Kouha Ren, uns aufgrund des bevorstehenden Jubiläums des Freundschaftspaktes besuchen.“.
„Also wird es ein Fest geben?“, fragte Marvic und grinste dabei schelmisch. Der jüngste der Asinus Geschwister war schon immer ein....Herumtreiber... und freut sich auf jedes Fest dass in der Stadt Merisantus gefeiert wird.
Der König seufzt, „Ja, Marvic. Doch als Gastgeber für ein anderes Reich hat sich die Familie Asinus von ihrer besten Seite zu zeigen.“.
Marvic ignorierte den alten Mann. Er hat ein perversen Grinsen im Gesicht und reibt sich wie ein irre die Hände. Nur Gott weis was in seinem Kopf vorgeht.
„Wie erwartet...“, kicherte Merisa und schaut zu ihrem älteren Bruder. Doch Mirandus schien von der ganzen Situation wenig begeistert. Er starrte mit verengten Augen zum König, als würde er versuchen seine Gedanken zu lesen. Für einen kurzen Moment sah Merisa etwas in seinen Aufflackern. Misstrauen oder vielleicht sogar Hass? Sie konnte es nicht genau deuten.

Der König beendete die Konferenz und schickte alle außer Merisa zu ihren Aufgaben zurück. Die 19-Jährige kannte den Anlass des folgendem Gespräch bereits.
„Meine Tochter. Wie du weist ist dein Verhalten als Prinzessin im Alltag sehr...fragwürdig...“, beginnt er und versucht dabei die Gefühle seiner Tochter nicht zu verletzen. Die Weißhaarige schluckte schwer und schloss angestrengt ihre Augen. Sie wollte dass was gleich auf sie zu kommt nicht hören.
„..Ich bitte dich deshalb darum in den nächsten Tagen dein bestmögliches Verhalten zu zeigen...schließlich hat der Besuch des Prinzen eine besondere Bedeutung...“. Für einen Moment blieb Merisas Herz stehen.
„Ich möchte dass der Prinz Gefallen an dir findet und um deine Hand anhält. Das Kaiserreich Kou soll sich mit uns Verbünden.“.
Merisas Körper fühlt sich taub an. Das Gefühl in Händen, Füßen...sogar im Gesicht ist vollkommen verschwunden. Sie hört nur noch ihren eigenen Herzschlag der wie das Donnern eines Gewitters in ihrem Kopf hallt. Vor diesem Moment hat sie sich ihr lebenlang gefürchtet.
Ihr Vater erzählte ihr noch viele Sachen, doch ihre Konzentration war gänzlich verschwunden. Ihre Gedanken kreisten nur noch darum wie sie so schnell wie möglich fliehen konnte. Auf alles was der König ihr sagte nickte sie stumm, bis er sie endlich entließ.

Ihre zitternden Beine trugen sie aus dem Saal. Das Tor schloss sich hinter ihr doch ehe sie noch weiter gehen konnte prallte sie gedankenverloren gegen etwas warmes. Anhand des Geruches konnte sie schon erahnen wer sich da vor ihr befand.
Tränen sammelten sich in ihren Augen und sie vergrub ihr Gesicht in dem schwarzen Stoff des Umhanges den ihr älterer Bruder trug. So verblieb sie einige Minuten, ließ alles heraus was nur ging während ihr Bruder ihr beruhigend über den Kopf streichelte.

„Es wird alles gut sein.“, sagte er schließlich als sich Merisa endlich beruhigt hatte. Die jüngere nickte und löst sich langsam von ihrem Bruder.
„Mach dir nicht so viele Gedanken. Ich kümmer mich darum.“, mit diesen Worten streichelt er seiner kleinen Schwester noch einmal über den Kopf, schenkt ihr ein aufmunterndes Lächeln und verschwand dann.

Auch Merisa verließ das Gebäude und machte sich auf dem Weg zu den Palastgärten, wo Goldym auf sie wartete. Sie erzählte ihrem Leibwächter alles. Seine Reaktion war ähnlich wie die ihres Bruders. Er sagte ihr, sie solle sich keine Gedanken machen. Er würde nie zulassen dass so etwas mit seiner Prinzessin passiert.
Wieder rollte eine Träne über ihr Gesicht. Aber nicht wegen dem was ihr Vater sagte, sondern wegen der Worten der Menschen die ihr am Herzen liegen.

Der Tag neigte sich langsam dem Ende zu. Die Sonne versteckt sich bereits hinter den riesigen Bergen die die Stadt Merisantus umhüllten. Die Prinzessin saß auf dem Geländer des Balkon der direkt an ihrem Schlafgemach angrenzte. Dünner weißer Stoff flatterte im lauwarmen Wind des Dschungels. Sogar nach Sonnenuntergang war es hier in diesem Land unglaublich warm. Für die Menschen die hier geboren sind ist es kein Problem, doch die Gäste der Stadt empfinden es als große Last.

„Kannst du nicht schlafen?“, hörte sie plötzlich eine vertraute Stimme hinter sich. Es war ihr Bruder Mirandus. Merisa beobachtete ihn wie er über den Balkon ging und sich mit seinen Armen auf das Geländer stützt, dann schweifte ihr Blick zurück über die Stadt.
„Nein...ich muss immerzu an morgen denken.“, die junge Prinzessin zog ihre Beine an sich heran und presste sie an ihren Oberkörper so dass sie ihr Gesicht vergraben konnte.
„Ich sagte doch, mach dir keine Gedanken.“, wiederholte sich der Ältere. Er zog seinen rechten Arm hervor und stützte sein Kinn auf die Handfläche. „..aber dass ist auch nicht alles, oder?“.Merisa schluckte schwer.

Natürlich war es das nicht. Merisa war nie die Person die direkt und offen über ihre Gedanken redet. Zumindest nicht am Anfang. Sie war immer darauf bedacht ihre Gedanken für sich zu behalten um einen makellosen Eindruck zu hinterlassen. Doch Mirandus hatte schon immer ein Händchen dafür ihre Gedanken zu lesen. Egal wie sehr sie versuchte eine fröhliche Erscheinung zu machen, Mirandus wusste genau was n ihrem Kopf vorgeht. Sie hasste und liebte ihn dafür.

„Nein...“, hauchte sie und ließ ihren Blick wieder in die Ferne gleiten. „Ich möchte gehen...dass möchte ich wirklich sehr. Der gesamten Stadt die mir am Herzen liegt den Rücken kehren und die Welt sehen...Ist das...egoistisch?“. Ihre Stimme zitterte und ihre Sicht verschwamm langsam. Es fühlte sich merkwürdig an diese Worte endlich auszusprechen.
„Manchmal sollte man einfach das tun was man möchte.“, erklärte Mirandus, „..ohne dabei auf das Wohl der anderen zu achten.“. Er dreht seinen Kopf zur Seite und bemerkt den überraschten Blick seine jüngeren Schwester. Durch sein breites Grinsen blitzen seine ungewöhnlich spitzen Eckzähne hervor.
„Das heißt nicht dass du sofort gehen solltest, aber...“, er hielt kurz inne und überlegte sich seine Worte genau. „...wenn der Moment kommt, überlege nicht zweimal, sondern geh.“.
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