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Der Schattenwandler

von Scharick
GeschichteAllgemein / P12
26.08.2020
26.08.2020
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Tag 1

Hallo, der der das hier gerade ließt.
Ich habe dich eigentlich nicht darum gebeten, das hier zu lesen.
Und trotzdem tust du es.
Die Menschen erstellen mir zu viele Regeln.
Nicht das diese Regeln mich stören würden, denn sie betrafen mich ja nicht.
Ich, der Schatten abseits der normalen Welt, war eher ein Feind als ein Freund von allem.
Ich mochte keine Blumen.
Ich mochte kein Licht und ich mochte vor allem aber keine Menschen.
Traurig dass gerade diese Spezies sich als die klügste Rasse nannte, dann aber die Erde in Schutt und Asche legte.
Nicht wortwörtlich, aber man kann es so gut vergleichen.
Ihre Kriege, ihr Hass, ihr Neid und ihre Arroganz führten dazu.
Mich würde es tatsächlich nicht wundern, wenn morgen alles sterben würde.
Dann wäre wenigstens die Qual vorbei.

Tag 2

Heute gab einen großen Waldbrand.
Irgendwo in Afrika.
Einer, der die Umwelt verachtete, hatte bestimmt eine Glasflasche irgendwo liegengelassen.
Ganze Dörfer brannten aus, weil niemand helfen konnte.
Zu wenig Wasser.
Afrika ist jetzt ein sehr leerer Kontinent.
Nur noch wenige Menschen leben dort.
Und auch sie werden, wenn sie nichts zu essen bekommen, sterben.
Keiner der anderen Kontinente kümmerte sich darum.
Es gab in eben diesen sehr viel Protest, doch auch diese Menschen lernten schnell schweigen.
Ich sah das Ganze wie einen Weltuntergang.
Das Wirtschaftssystem war fast zusammengebrochen.
Doch alle machten weiter wie zuvor.

Tag 3

In Asien ist ein tödlicher Virus ausgebrochen.
Wahrscheinlich ist einer dieser seltsamen Wissenschaftler daran Schuld.
In den Nachrichten sah man überall nur tote und herumliegende Körper.
Langsam wurde ich nachdenklich.
Waren diese Katastrophen vielleicht doch meine Schuld?
Doch diesen Gedanken verdrängte ich.
Der Virus hatte auch angefangen in Europa anzugreifen.
Würden morgen überhaupt noch Menschen leben?
Ich konnte es nicht sagen, aber ich hoffte es.

Tag 4

Der asiatische Virus hat tatsächlich zu meiner Befürchtung ganz Europa ausgelöscht.
Warum ging das so schnell?
Doch den Menschen in Amerika ging es gut.
Denen in Nord- und denen in Südamerika.
Ich zweifelte daran, dass dies so bleiben würde.
Sicher würde ich die Erde übermorgen verzweifelt leer vorfinden.
Die meisten der Tiere hatten nicht überlebt.
Zwar war Afrika zu einer leeren Dürre geworden, aber die anderen lebten.

Tag 5

In Südamerika ist eine Atombombe explodiert.
Das ganze Land war verstrahlt, nur weil ein Mensch diese gefährliche Bombe aus Versehen gezündet hat.
Einer der riesigen Äquatorwinde hatte die Strahlung auf die andere Seite mitgenommen.
Jetzt waren auch dort alle Menschen tot.
Und alle Tiere.
Meine Tiere.
Ihr könnt das Trauern nennen, was ich hier tue.
Doch das ist es nicht.
Es ist Bedauern.
Und Nachdenklichkeit darüber, dass die Erde nun leer war.
Der Brand hatte schon einen ganzen Kontinent ausgelöscht.
Der Virus hatte jeden Menschen, jedes Tier und jede Pflanze vernichtet, der angesteckt wurde.
Und schließlich die Atombombe.
Meiner Nachdenklichkeit galt aber nicht den Menschen.
Ich verachtete sie,
Innerhalb von fünf Tagen hatten sie alles zerstört.

Tag 6

Alles ist leer.
Kein Leben mehr um mich herum.
Alles ist still.
Aber ich bin noch hier.
Der, der als Schatten die Welt hütet.
Und nicht deren Lebensformen.
Ja, dass ist verachtend.
Aber das ist meine Aufgabe.
Und ich erfüllte sie bedingungslos.
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