Road Trip

OneshotRomanze, Freundschaft / P12 Slash
Newt Thomas
26.08.2020
26.08.2020
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Road Trip – Newtmas

Pov Newt:
Ich schaute etwas enttäuscht auf mein Handy, Minho hatte mir geschrieben. „Ich kann leider nicht mitkommen, ich bin krank. Fahr allein mit Thomas. Viel Spaß. Minho“, eigentlich wollte ich, dass er mitkam. Ich war doch immer so nervös, wenn ich allein mit Tommy war, das wusste Minho ganz genau. Vielleicht wollte er ja, dass wir Zeit zu zweit verbrachten, schließlich wusste er, dass ich Thomas vielleicht etwas mehr mochte, als anfangs geplant. Ich hatte schon oft mit ihm darüber gesprochen, wusste allerdings nicht, ob Tommy das gleiche für mich fühlte. Eigentlich hatte ich diesen Gedanken schon längst aufgegeben, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass er schwul war so wie ich. Ich hatte versucht, Minho davon zu überzeugen, den geplanten Road Trip zu verschieben, aber wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, war es schwer, ihn umzustimmen. Er hatte darauf bestanden, dass Tommy und ich zu zweit fuhren.
Ein paar Tage später trafen Tommy und ich uns vor meinem Haus. Wir stiegen in mein Cabrio und schon ging es los. Es war wirklich warm und wir hatten das Dach eingefahren. Der Fahrtwind verwüstete meine Haare. Tommy schien das aber in irgendeiner Form zu gefallen, er wuschelte mir nur durch die Haare, „Das sieht niedlich aus“, lachte er. Niedlich? Hatte er gesagt, ich sehe niedlich aus oder hatte ich mir das eingebildet? „Niedlich?“, fragte ich spöttisch, „ich sehe aus, als wäre ich gerade aufgestanden“, Thomas beantwortete das ganze nur mit einem zuckersüßen Lächeln. Den ganzen Tag verbrachten wir damit, zu unserem ersten Stopp zu fahren, Musik zu hören, schrecklich schief mitzusingen, zu essen, zu reden, zu lachen und einmal hielten wir auch kurz an, um ein kleines Picknick zu machen. Es wurde gerade dunkel, als wir an unserem ersten Stopp ankamen. Wir waren ans Meer gefahren. Die Sonne ging gerade am Horizont unter und verlieh dem Meerwasser einen wunderschönen rötlichen Farbton. Auf einmal rannte Tommy los, er hatte sich bis auf die Boxer Shorts ausgezogen und rannte zielstrebig aufs Wasser zu. Schnell zog auch ich meine Klamotten aus, schloss das Auto ab und rannte ihm hinterher. „Es ist schön warm hier drin“, rief er mir zu, „Das glaube ich dir nicht, Tommy“, gab ich lachend zurück und betrat das Wasser bis mir auffiel wie ich ihn gerade genannt hatte. Ich hatte Thomas vorher außer in meinen Gedanken noch nie Tommy genannt, das schien ihm jetzt auch aufgefallen zu sein, denn er sah mich nur mit einem Blick an, den ich nicht deuten konnte. „Tommy?“, er kam näher auf mich zu, mein Herz schlug mir bis zum Hals und ich konnte kaum atmen. „Ich mag den Spitznamen“, sagte er lächelnd. Ich spürte, wie sein Blick für einen Moment von meinen Augen zu meinen Lippen schweifte, ertappt sah Thomas mich an. Seine wunderschönen braunen Augen hätte ich den ganzen Tag lang ansehen können, kam wahrscheinlich nur irgendwie komisch rüber. Zwei nasse Hände auf meinen Schultern rissen mich aus meinen Gedanken, Tommy lehnte sich vor, um mir etwas ins Ohr zu flüstern: „Ich muss dir noch was sagen, Newtie, aber zuerst…“, er entfernte sich von meinem Ohr, ging langsam ein paar Schritte zurück und spritzte mich komplett nass. Das Wasser war nicht kalt und nicht warm, es war recht angenehm. Was war es, was Tommy mir sagen wollte? Fürs erste verdrängte ich den Gedanken daran und meine Neugier und konzentrierte mich auf die Wasserschlacht, die ausgebrochen war, nachdem ich mich an ihm für die Landung Wasser gerächt hatte. Ich wusste nicht, wie lang wir noch im Wasser waren, aber als Tommy auf mich zukam, um Frieden zu schließen spürte ich, wie er zitterte, selbst seine Zähne konnte ich klappern hören. Wir gingen zurück zu meinem Cabrio, machten uns trocken und zogen uns um. Zum Glück war es hier erlaubt, Lagerfeuer zu machen. Erst im Licht konnte ich sehen, wie blau Tommy’s Lippen waren, „Oh Gott Tommy, du hast ganz blaue Lippen, wir hätten schon viel früher raus gehen sollen. Warum hast du mir nicht gesagt, dass dir kalt ist?“ „Ich weiß es nicht, ich hab es irgendwie nicht gemerkt“, gab Thomas zu und rückte näher an mich heran, wieder schlug mein Herz gefühlt doppelt so schnell wie normal. Gerade hatte ich unsere Stockbrot Halterungen aus Stöcken fertig gebaut, als er seinen Arm um mich legte, und ich nach Luft schnappte. „Das mit den Halterungen ist eine gute Idee“, lachte Tommy. Er schaute mir tief in die Augen, als gäbe es in meinen eher langweiligen dunkelbraunen Augen so viel zu sehen, wie in seinen. „Mach ich dich etwa nervös, Newtie?“, fragte er ohne den Blick abzuwenden. „Ich…also“, „Ich wollte dir doch noch etwas sagen“, begann er, „das wollte ich dir schon seit Jahren sagen, ich hab mich aber nie getraut. Ich liebe dich, Newt“, „Ich dich auch, Tommy“. Ich lehnte mich nach vorne, bis ich ein weiches aber etwas sprödes Paar Lippen auf meinen spürte. Ich konnte gar nicht richtig beschreiben, was ich alles fühlte, es war zu viel auf einmal, um alles zu erklären, aber es war das schönste Gefühl, das ich je gespürt hatte. Als wir uns wieder voneinander lösten, grinste ich ihn an, wendete unsere Stockbrote und kuschelte mich dann an meinen Tommy. Wir hörten gemeinsam Musik, aßen unsere Stockbrote und schliefen schließlich zusammen auf der umgeklappten Rückbank. Das war mit Abstand der schönste Road Trip, den ich jemals gemacht hatte.