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Can you hold me, my dear?

von Penevin
OneshotAngst, Liebesgeschichte / P12
China Russland
26.08.2020
26.08.2020
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26.08.2020 1.606
 
Ein kleiner Oneshot während ich an meinem neuen Kapitel zu "Eine spektakulär-unspektakuläre Liebesgeschichte" tippe!
Und damit eine schöne Wochenhalbzeit an euch!
Feedback und Kritik sind wie immer herzlichst willkommen, ich bitte sogar darum. <3


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Das schale Mondlicht bedeckte den Raum mit einem silbernen Schleier, badete die Person welche mit angezogenen Knien am Bett saß, in Licht. Der stetige Lärm des Verkehrs der Außenwelt wurde von dem gelegentlichen, leisen Schniefen des Mannes unterbrochen und wütend wischte sich Yao die Tränen von den Wangen.
Er war dumm.
Dumm sich über alles einen solchen Kopf zu machen, dumm salzige Tränen darüber zu vergießen.
“Verdammt.”, nuschelte er nur mit gebrochener Stimme und konnte fühlen wie sich bereits die nächsten Tränen sammelten. Er hatte keine Ahnung wie lange er eigentlich schon auf das trostlose Hotelfenster starrte und den Wolken beim passieren zu sah. Es war doch ohnehin egal.
Ein leises Knarren verriet ihm, dass die Tür zum Hotelzimmer geöffnet wurde - nur um kurz darauf wieder ins Schloss zu fallen, genau so still. Kurz hörte man Schritte und das ablegen Kleidungs ehe es mit einem Mal abbrach und er den Blick auf seiner Rückseite fühlen konnte.
“Oh. Ich dachte du schläfst schon.” Eine vertraute Stimme breitete sich im Raum aus und Yao konnte gar nicht anders als sich etwas zu entspannen. das Rascheln der Kleidung nahm wieder auf und kurz darauf wurden auch die Schuhe abgestreift, fielen mit einem leisen Klack zu Boden. Allein seine Stimme schaffte es immer wieder ihn auf eine gewisse Art und Weise zu beruhigen.
Die russische Nation wartete auf eine Antwort und ein weiteres Schniefen Yaos verließ seine Nase als er still den Kopf schüttelte. Die Schritte von Ivan hielten aprubt inne und der Braunhaarige konnte sich bereits denken welche Worte folgen würden.
“Weinst du etwa?” Yao zuckte nur mit den Schultern und schniefte erneut, ignorierte die Besorgnis in Ivans Stimme. Es würde keinen Sinn machen zu lügen, war es doch so schmerzhaft offensichtlich. Nur wenige Sekunden verstrichen, da hatte sich Ivan auch schon aufs Bett neben ihm geworfen. Die Matratze senkte sich unter dem Gewicht des Mannes und wie von selbst rutschte Yao dadurch näher an ihn heran. Seine Arme strichen über Yaos Tränen verschmiertes Gesicht.  “Was ist denn los, Yao?”
Als wäre das Signal für die verlorene Schlacht gefallen, schluchzte er laut auf. Ohne Widerspruch seines Gegenübers vergrub er sich in Ivans Brust, krallte sich an das Shirt das er trug und presste sein Gesicht gegen den Stoff.. Sofort wanden sich zwei große Arme um ihn herum, drückten ihn fest an den warmen Körper. Tränen sickerten in das weiße Shirt und gedämpftes Schluchzen hallte durch den Raum, verlor sich zwischen den Wänden wieder.
Gott ich bin so dumm, dachte er sich.  So verdammt dumm.

“W-Was ist denn los Yao? Hey, ist ja alles gut, alles gut.” Yao konnte hören dass sein heimlicher Freund sichtlich überfordert mit der Situation war und er konnte es ihm nicht verübeln.
Ich würde selbst wohl auch nicht wissen was ich tun sollte, sagte er sich und vergrub sich tiefer in den Stoff.  
“Alle hassen mich”, raunte er nur heiser in das weiße Shirt hinein, welche sich langsam aber sicher mit Tränen und Schnodder füllte. Verwirrt zog sein Freund nur die Brauen hoch, sagte aber nichts und zog Yao einfach nur näher an sich ran.
Gott, ich liebe das… Yao selbst würde es nie zugeben, doch er mochte es wenn der größere ihm in seine Arme zog. Auch der stärkste Mann wollte sich beschützt und behütet fühlen und heute war definitiv einer dieser Tage an dene Yao seine Guarde fallen ließ.
Yao wusste nicht ob es Minuten oder Stunden waren die vergingen, als er still und leise in das Shirt seines Lovers weinte. Seine Hände hatten sich in den Stoff gekrampft, wollten den großen Russen gar nicht mehr los lassen wie es schien. Doch dieser dachte erst gar nicht daran, eine Tatsache die seine beschwichtigenden Hände bestätigten als sie über Yaos Rücken auf und ab fuhren. Eine beruhigende Geste, die wie Wunder auf Yaos Heulkrampf wirkte.
Langsam aber sicher beruhigte sich sein Atem wieder und auch die letzten paar Tränen fanden ihren Weg in Ivans Top. Es verging noch eine Weile ehe er sich mit geschwollenen Augen von Ivans Brust drückte, sich aufsetzte und sich über die Augen fuhr. Russland hatte seine Hände nach wie vor auf seinem Schoß, wollte scheinbar nicht so ganz loslassen. Eine Geste, von der Yao durchaus Notiz nahm.  Etwas, das sein Herz warm werden ließ.

“Sagst du mir jetzt was los ist?”, meinte Ivan nur und Yao konnte erkennen dass er voller Sorge zu sein schien. Sein blondes Haar wirkte im Mondlicht schon beinahe wie silber und die grunzelte Stirn zeichnete sich im schalen Mondlicht ab. Er war ein wirklich hübscher Mann, auch wenn er oft etwas anderes von sich behauptete.
Ein leises Seufzen entglitt Yaos Lippen und er nickte schwach, unterdrückte den Drang erneut in Tränen auszubrechen.
“Ich will morgen nicht auf das Meeting. Ich weiß nicht ob ich das nochmal durch drücke.”, meinte Yao nur leise und stur, fast schon wie ein trotziges Kind welches keine Süßigkeiten bekam. Ivan zog die Augenbrauen hoch und legte den Kopf schief. Seine Hand umfasst Yaos Kinn und drückte es sanft nach oben, suchte seinen Blick.
“Wieso das? Das heutige verlief doch den Umständen entsprechend nicht schlecht?” Yaos Kopfschüttel deutete ihm, dass dem wohl nicht so war. Wenn du wüsstest, mein Lieber.

“Das Meeting selbst war… sagen wir ok. Aber um das gehts mir auch weniger.” Er biss sich auf die Unterlippe, unterdrückte die aufkommenden Tränen und schluckte sie erneut hinab.
“Es geht dir um die anderen Nationen, richtig?”
Ein stilles Nicken und ein weiter Schmollmund, als Yao seine Hände in seinem Schoß vergrub. “Du hast gesehen wie sie mich alle anstarren. Als wäre ich der Tod persönlich.Ich kann das nicht nochmal. Nicht morgen.” Mit hängenden Schultern und einem weiteren Seufzen lehnte er sich wieder gegen die Schulter seines Freundes und instinktiv zog ihn dieser mit einem Arm heran. Ivan wusste sofort was er meinte, doch es war nichts das er aus eigener Kraft ändern könnte.
“Ich kann mir vorstellen dass es gerade schwer ist, Yao. Aber du weißt dass du da jetzt mehr oder weniger durch musst.”
“Ist mir schon klar.” Yao klang verletzt, wenn auch nicht beabsichtigt. Er hatte sich mehr unterstützung erhofft, doch wusste auch nicht wirklich in was für einer Form er sie eigentlich wollte. es war nicht gerade so dass Ivan einfach alle vom Gegenteil überzeugen konnte.
“Du weißt dass ich das so nicht meinte.”
“Ich weiß.” Ein schweres Seufzen war zu hören und Yao rieb sich einmal durchs Haar, wischte sich übers Gesicht. Er wollte nicht nochmal in einen Heulkrampf ausbrechen.
“Hör mal, du weißt was wir über Politik gesagt haben-”
“Sie bleibt aus der Beziehung raus, ja.” Ehe Yao weiter reden konnte, hob Russland beschwichtigend die Hand und presste sie ihm auf die Wange.
“Du kannst immer zu mir kommen wenn dich etwas bedrückt. Und auch das morgige Meeting schaukeln wir. Wenn dir irgendjemand dumm kommt, dann werf ich ihnen einfach einen bösen Blick zu.” Er schenkte Yao ein sanftes Grinsen und ließ seine Stirn auf die seine sinken. “Und wenn sie es dann immer noch nicht kapieren, dann zermahlen wir sie einfach alle.”
Yao schloss die Augen, biss sich auf die Lippe und lehnte sich der Berührung entgegen. Es tat gut so etwas zu hören, auch wenn sie Beide wussten dass es keine ernst gemeinte Drohung war.
Zumal ohnehin niemand von der Beziehung erfahren durfte - viel zu viele Fragen die sie selbst nicht beantworten wollten.
“Ich hasse diese Meetings.”, raunte Yao nur und stupste seine Nase gegen die seines Freundes.
“Ich weiß. Du lässt es mich nicht vergessen.” Ein Grinsen auf der einen Seite, ein Schnauben auf der anderen. Yaos Augen öffneten sich wieder und er lehnte sich wieder zurück, die Arme verschränkt. Sein Blick hing nun wieder am Hotelfenster und schief sah er den Mond an. “Ich meine, was genau haben wir von diesen doofen Treffen? Im Endeffekt haben wir keine Entscheidungsfreiheit und mittlerweile haben unsere Länder doch eh alle Diplomaten. Für was sind wir denn noch da? Es kommt mir vor als würden wir hier nur alle rum sitzen und die Zeit totschlagen, während unsere Bosse die richtigen Dinge der echten Welt klären.”
Ivan hatte es sich währenddessen bequem gemacht auf dem großen Hotelzimmer Bett. Sein Arm wand sich um Yao der noch immer saß und müde vergrub er seinen Kopf im Kissen, folgte Chinas Blick nach draußen.
“Hm.”, kam es lediglich von ihm und für einen Moment war es wieder still.
“Ich meine, denkst du denn nicht so? Wir könnten hier den Weltfrieden verhandeln und am Ende des Tages würde es nichts bringen, weil ja sowieso keiner hier das Sagen über irgend etwas hat.”
“Ohne die Meetings würden wir uns gar nicht mehr sehen.”
Huch. Das traf Yao unerwartet und kurz warf er einen Blick über seine Schulter. Lavendelfarbene Augen trafen auf Honigbraune und instinktiv legte er Ivan eine Hand auf die Wange.
“Ach jetzt werd hier nicht melodramatisch. Wir würden schon einen Weg finden.”
“Hm.”, kam es nur nochmal von ihm und mit einem letzten Blick zum Mond kuschelte sich Yao an seinen Freund. Er reckte die Beine, schlang die Arme um dessen Schultern und stupste mit seiner Nase gegen die seines Gegenübers.
“Danke. Das du da bist, meine ich.” Ivan grinste leicht und drückte einen sanften Kuss auf Yaos Lippen.
“Ich liebe dich.”
Sein Herz schlug bei den Worten schneller, und instinktiv drückte er sich näher an ihn.
“Ich liebe dich auch, Vanya.”
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