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One last ride.

Kurzbeschreibung
OneshotLiebesgeschichte / P12 / Gen
26.08.2020
26.08.2020
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Warme, angenehme Luft umhüllte meinen energischen Körper während ich über die Bürgersteige meiner Heimatstadt lief und mit einem Sprung den Asphalt betrat, der unter mir rauchte wie eine angezündete Zigarette. Zuvor war sanfter Regen bei einer Außentemperatur von 29 Grad gefallen. Meine Hüften bewegten sich rhytmisch zu der lauten Musik, meine schwarzen Boots hinterließen laute Geräusche, mein Mund bewegte sich durch das Kauen eines Kaugummis. Selbstbewusst, siegessicher, stark schoss ich über die Straße ließ meinen kurzen Jeansrock in Bänden sprechen. Das dazu kombinierte glitzernde Top ließ mich strahlen wie ein Engel auf Erden und in einem Moment der Siegessicherheit zart lächeln. Ich lächelte geheimnisvoll zu mir selbst. Lässig spazierte ich daher, fühlte mich, war bereit für das kommende Geschehen. Dabei verstärkte ich meinen Blick und betrat die aufbrausende Situation, die sich vor mir entwickelt hatte. Die Dunkelheit des Abends blitzte in meinen Augen auf, die nach alkohol- und anspannungsgetränke Atmosphäre berauschte meine Sinne, eine menschenüberflutete Veranstaltung erschien vor meinem Gesicht. Schlanke, überschminkte und kaum bekleidete Frauen tanzten reizvoll und ignorierten meine Blicke. Gutaussehende, trainierte und mit Sonnenbrillen versteckte Männer unterhielten sich lautstark. Fremde, interessierte und aufgeregte Besucher schossen Fotos von den aphrodisierenden Rennwagen. Zügig fuhr ich mit meiner Hand zu meinen leicht geöffneten Mund, entfernte das Kaugummi von meiner Zunge und schmiss es in einen Müllbehälter, an den ich vorbei lief. Ich näherte mich immer mehr, Schritt für Schritt, Augenblick für Augenblick dem Rennen, freute mich innerlich auf einen ganz speziellen Menschen, war leicht nervös. Kurz vor dem Moment des Zusammentreffens ballte ich meine Hände zu Fäusten, spürte Feuchtigkeit, begann damit mich aufzuregen. Wieso schien ich auf einmal derart durcheinander? Weshalb verlor ich anscheind mein souveränes Auftreten? Was ging vor sich? Ich räusperte mich einmal, versuchte nach Luft zu schnappen, schaffte es wenigstens etwas meine Lungen zu versorgen. Links von mir war der Besitzer eines gelblackierter FW Jetta R Sport seinen Sound am überprüfen, rechts von mir ein 1967 Ford Mustang in weiß perfekt in einer Parklücke geparkt und dort vorne, wo sich fast alle Menschen aufhielten, lachten, Fotos schossen, prahlten, Peacezeichen mit ihren Händen formten, dort hinten erstrahlte das Paradies in Form eines Dodge Chargers Revell in der Farbe schwarz. Wie ein bissiger Panther mit frisch polierten Felgen erblitzte er vor meinen Augen. Ein geschliffener Diamant. Verdammt, der Rennwagen lockte mich näher zu sich, ließ mich die Menschenmasse durchsuchen, erfolglos bleiben. Wo zur Hölle steckte er nur? ,,Drinks?“ holte mich eine hübsche Japanerin aus meiner Trance, sodass ich kurz ihr perfekt geschminktes Gesicht musterte. ,,Nein, danke.“ lehnte ich sofort ab, was sie desinteressiert zu mir blicken ließ. ,,Falls du den Boss suchst, er ist in seinem Bau.“ gab sie mir einen Ratschlag, was mich fragend zu ihr sehen ließ, doch bevor ich erneut etwas sagen konnte, verschwand sie schon wieder in der Masse. Er war also der Boss von alle dem? Bevor ich weiter spekulieren konnte, machte ich mich auf die Suche und wurde fündig. An einer Wand erschien eine schwere Eisentüre, die von zwei starken Männern bewacht wurde und wie das Schicksal es so wollte, regte sich etwas. Die Masse begann sich aufzuregen, sie klatschten in die Hände und ließen mich einen Mann erkennen, der hinaus in die Nacht trat. Neugierig versuchte ich mich durch die Masse zu drücken, folgte den Menschen, erkannte einen glattrasierten Hinterkopf. Sofort schoss mein Herz in die Höhe, meine Atmung versagte, ich spürte diesen Drang ihm nah zu sein. Meine Hände berührten fremde Körper, meine Augen blieben versteinert auf den Rücken dieses Mannes, mein Inneres wurde überrascht als ich unerwartet durch die Masse flog und inmitten eines Kreises landete. Ich stand in einem Menschenkreis, in der mitte der reizende Dodge Charger und an ihm rückengekehrt stehend ein Mann von Mann. Meine Zunge berührte kurz meine Oberlippe, meine Gedanken versanken an einen unartigen Ort, meine Haltung baute sich schleichend wieder auf.

Er trug helle, beige Boots, eine düstere, blaue Jeans, ein helles, weißes Shirt. Unter seinem Shirt malten sich starke Muskeln, ein trainierter Oberkörper, verführerische Männlichkeit ab. Unfähig einen klaren Gedanken zu produzieren, stellte ich mich selbstbewusst auf, durchbohrte ihn mit meinen Blicken, bevor er leicht damit begann sich umzudrehen. Er lehnte an der offenen Motorhaube, schien etwas zu überprüfen, ließ den Blick nach links schweifen, mich warten. Als er überraschend zügig die Motorhaube hoch zog und lautstark nach unten knallte, zuckte ich kurz auf, um danach entgültig von der Schlange im Paradies einen Apfel angeboten zu bekommen. Schleichend drehte er sich herum zu mir, ließ mich sofort die blitzernde Kreuzkette erkennen, danach vorsichtig meinen Blick erheben. Und als mein Blick sich mit seinen verband, da wurde ein Hochhaus in die Luft gesprengt, ein Schuss einer Waffe abgefeuert, der Motor eines Wagens von 0 auf 100 beschleunigt. Wie in einer anderen Welt gefangen trafen sich unsere Blicke, wir verbanden uns miteinander, wir erkannten uns. Heiliger Vater! Seine Augen waren mir so vertraut, sie flüsterten zu mir, ich befand mich in einer Trance, alles wurde still. Ich konnte weder sprechen, noch handeln, noch denken! Seinen Gesichtsausdruck konnte ich nicht deuten, er war undurchschaubar, unverwechselbar geheimnisvoll, prägend anziehend, doch eins konnte ich spüren. Unsere Verbindung, unser Band, unsere Geschichte, nach dieser ganzen Zeit, exestierte sie immer noch, stärker als jemals zuvor. Während ich zu ihm starrte, ihm verfiehl, da vergaß ich alles um mich herum. Die Menschen schienen zu verschwinden, die Musik schien zu verstummen, die Situation schien sich zu beruhigen. Es gab nur uns. Ihn und mich. Mich und ihn. Nach einer Zeit des Abwartens, war er es der die Initiative übernahm und mich somit entspannte, da er langsam, aber sicher auf mich zusteuerte. Er kannte mich, er erkannte mich! In diesem Moment durchlebte ich eine Welle der Schuld, der Angst, der Sorge, es war schon so lange her als ich das letzte mal auf ihn getroffen war, mein ganzes Selbstbewusstsein verblasste in seiner Nähe, meine Gefühle für ihn begannen zu kochen und ich stellte mir die Frage, ob es die richtige Entscheidung gewesen sei hier aufzutauchen. Aber kann etwas so gefühlintensives falsch sein? Immer näher, vertrauter, beengter trat er zu mir, brachte mich dazu meinen Blick zu senken, doch als ich dieses glänzende Kreuz so nah, so dicht, so real vor meinen Augen erkannte, da nahm ich all meinen Mut zusammen und erhob meinen Blick. In voller Weiblichkeit blickte ich zu ihm. Seine Aura erschien prüfend vor mir, er scannte mich, er beobachtete mich, aber er verurteilte mich keinesfalls. Schweigend standen wir voreinander, ließen den Moment passieren, warteten ab, was der andere tat und egal wie sehr ich auch hoffte, dass er zu mir sprechen würde, umso schöner fand ich seine Handlung, die er danach ausführte. Unerwartet tauchte seine starke Hand an meiner zarten auf, seine Finger spielten mit meiner Hand, unsere Haut schenkte sich Wärme und trieb mich in den Wahnsinn. Als ich nach unten blickte erkannte ich seine hellen, meine dunklen Boots und unsere Hände, die sich kennenlernten, wieder annäherten, sich wieder berührten. Dieser Moment der Zweisamkeit ließ mich Träume und Wünsche entwickeln, die nichts mit der Realität zu tun hatten und in einer Nuance der Schwäche sprach ich zu ihm. ,,Dominic...“ hauchte ich kaum vernehmbar und atmete dabei leicht aus, was ihn meine Hand erheben und zu sich ziehen ließ. Er zog meine Hand zu sich, führte sie zu seiner Brust, legte sie dort seelenruhig ab, ließ mich seinen Herzschlag spüren, meinen Körper pulsieren, dann unterbrach er mich. ,,Ich...“ wollte ich beginnen, doch er schloss kurz seine Augen und gab mir somit zu verstehen, dass er es nicht hören wollte. ,,Es spielt keine Rolle, was in der Vergangenheit passiert ist. Auch spielt es keine Rolle, welcher Grund dich zu mir geführt hat. Alles was zählt ist, dass du hier bist.“ sprach er und löste somit einen Schauer in mir aus. ,,Nach all den Jahren.“ fügte er hinzu, was mich erneut zu ihm starren und den Moment aufsaugen ließ. ,,Ich habe mein Leben immer in dreiviertel Meilen gelebt, doch als du eines Tages spurlos verschwunden warst, da ist mein Tacho verstummt.“ gestand er mir. ,,Dich jetzt so lebendig und strahlend vor mir zu sehen ist...“ sprach er und machte eine kurze Pause. ,,Überwältigend.“ vervollständigte er. ,,Lass uns heute die Nacht erleben ohne Vorwürfe und Verurteilungen. Vertraust du mir?“ stellte er mir eine Frage, die ich ohne zu zögern beantworten konnte. Dominic Toretto war der wohl aufopferungsvollste, ehrlichste und treuste Mensch dieses Planeten. Natürtlich vertraute ich ihm. Blind und gehörlos. ,,Natürlich, Dom.“ willigte ich selbstverständlich ein.

,,Dann halt dich an mir fest.“ waren es seine Worte bevor ich aufschrie. Wie aus dem nichts, bückte er sich zu mir, umschlang mit seinen starken Armen meine Beine, hob mich hoch und schmiss mich mit Leichtigkeit über seine Schulter. Mein Becken knallte gegen seinen Oberkörper, meine Finger griffen nach seinem Shirt, meine Beine wurden von ihm festgehalten. Lachend ließ ich diesen Moment geschehen, nahm die Welt über Kopf war, spürte Aufregung und Leidenschaft. Er war ein so wundervoller Abenteurer und als er mich zu seinem Wagen führte, konnte ich mir sein Grinsen förmlich vorstellen. Nach einer Zeit des Holperns, wurde ich wieder hinuntergelassen und landete leicht gegen die Beifahrertüre seines Dodge Chargers. Meine Füße berührten den Boden, meine Hände verließen seinen Körper, mein Blick war neugierig und freudig. Dicht stand er nun vor mir, presste seine Männlichkeit gegen mich, ließ mich ein wenig erröten. Ihn so innig zu spüren war ungewohnt, anderes, explosiv. Dabei wusste er wahrscheinlich genau, was er damit in mir auslöste. Aber ein Gentleman schweigt und genießt. ,,Steig ein.“ sagte er dann keinesfalls in einem Befehlston, was ich ohne zu zögern ausführte. Lächelnd genoss ich noch den Blick zu ihm als er sich von mir entfernte, um mich dann schleunigst herumzudrehen, den Griff des Wagens an mir zu reißen, um die Türe zu öffnen. Mit einem Klackgeräusch öffnete ich die Türe und als ich das innere des Wagens vernahm, den Geruch aufsaugte, die Geräusche hören konnte, da schossen mir alte Erinnerungen in den Kopf, die mich nachdenklich stimmten. Das feine Leder berührte meine nackten Beine, meine zarten Finger fuhren einmal über den Sitz bevor ich Platz nahm, die Beifahrertüre schloss ich mit einem Knall, um danach draußen wieder die tobende Masse zu erkennen. Alle waren gekommen um Toretto zu sehen. Und er? Er hatte seine Augen ganz für mich. Lange blieb ich allerdings nicht allein, die Fahrertür wurde geöffnet und ein Mann von Stärke betrat den Wagen. Die Stimmung wurde erhitzt als auch er Platz nahm und seine Türe schloss. Zu zweit saßen wir nun in diesem Meisterwerk der Schnelligkeit, harrten aus, sagten nichts. Wir mussten nicht miteinander sprechen, um einander zu verstehen. Ein Blick reichte aus und während sein Blick schleichend zu mir herüber wanderte, wusste ich was er von mir verlangte. Langsam griff ich nach dem Gurt rechts von mir, zog ihn über meinen Körper, versiegelte ihn in der Verankerung und sofort ertönte danach ein lautes grummen. Er hatte zeitgleich den Gang eingelegt, spielte mit dem Gas, brachte mich zum lächeln, da er wie immer fokussiert und schweigend das Geschehen analysierte. Die Motoranzeige stand abwechselnd auf 0 bis 7, sie schwankte, er reizte sie aus und in einem Augenblick des Wartens wurde ich in den Sitz gedrückt, schloss meine Augen und spürte Schwerelosigkeit. In null Komma nichts drückte er aufs Gas, ließ den Motor aufschreien, mich in der Kirche beichten. Wir rasten, wir brausten, wir fuhren davon, durch die Menschenmasse, die Straßen, die Stadt. Wir bewegten uns durch Häusergegenden, durch Schnellstraßen, durch unsere Vergangenheit. Dabei durchlebte ich unser Kennenlernen, die Rennen, die wir gefahren waren, die Anziehung, die Eifersucht, die Außeinandersetzungen, die Funken der Liebe, die noch nicht zu einem Feuer entfacht waren. Vorsichtig lenkte ich meinen Blick zu ihm und beobachtete ihn wie er meisterlich den Wagen lenkte. Seine starken Hände umfassten das Lenkrad, seine athletischen Oberarme verstärkten seinen Griff, seine herkulische Haltung ließ mich wie verzaubert. In diesem Moment, in diesen Atemzug, in dieser Sekunde blühten meine Gefühle für ihn auf wie zarte Rosen an einem Sommermorgen. Zwischen uns war so viel unausgesprochen, unausdiskutiert, unausdebattiert. Ich wünschte mir so sehr ihn niemals verlassen zu haben, auch wenn uns damals keine andere Wahl blieb, meine Schuldgefühle schnürten mir die Luft ab, meine Sehnsucht stieg ins unermessliche, ich versank in Kummer. Dominic schien dies zu bemerken, er war ein sehr aufmerksamer Freund, er kümmerte sich immer um jeden und gab einem das Gefühl gewollt zu sein. Dafür und auch für andere Charaktereigenschaften verehrte ich ihn so sehr. Nach einer Zeit des Denkens kam der Wagen langsam, aber sicher zum stehen. Der Dodge Charger rollte aus, verlangsamte seine Geschwindigkeit und zeigte mir über die Motorhaube hinweg das weite und wilde Meer, welches sich vor uns erstreckte. Wir befanden uns an der Kalifornischen Küste, mitten im nirgendwo, auf einem Parkplatz, weit weg vom Trubel. Gleitend ließ Toretto dann beide Fenster vorne hinunter, damit die frische Luft und auch die Wolken der Nacht uns umhüllten. Regungslosigkeit kehrte ein. Einzig und allein der Ozean preschte Wellen hervor, ließ Möven umher fliegen, Wolken umher schweben. Es war magisch.

,,Ich habe deine Verbundheit mir gegenüber nie angezweifelt. Ich wusste, dass du eines Tages hier her zurück kehren würdest. Die Verbindung zwischen uns hat, wird und kann nie jemand trennen.“ begann er zu mir zu sprechen, sodass mein Blick nach links zu ihm wanderte. Ich erkannte in der Dunkelheit, dass er entspannt im Sitz saß, hinaus in die Ferne blickte, den Moment genoss, sodass ich es ihm gleich tat. Ich lehnte mich zurück, atmete tief ein, schmeckte das salzige Meer. ,,Du hast diese anmutige Schönheit, die jeden Mann bezirzt. Damals warst du ein so junges Mädchen. So scheu, zurückhaltend, in sich gekehrt und heute? Heute sitzt eine wahrhaftig starke, unfassbar mutige und berauschend schöne Frau neben mir. Eine Frau, deren Fahrt in die Zukunft noch vor ihr liegt und die zu einem Mann zurückgefunden hat, der sie immer unerstützen wird.“ erklärte er mir emotional. ,,Du bist mir nichts schuldig, ich erwarte keine Rechenschaft von dir mir gegenüber, keine Erklärungen weshalb du damals einfach verschwunden bist, weil ich weiß, dass du in der Vergangenheit immer weise und aus Liebe zu deiner Familie gehandelt hast. Nur auf eine Frage erwarte ich eine Antwort.“ fügte er hinzu und ließ mich zart meine Augen öffnen. Wie vorherbestimmt traf sich plötzlich unser Blick. Seiner nachdenklich, meiner sehnsüchtig und das Rauschen des Pazifiks um uns herum. ,,Was empfindest du für...“ sagte er und ließ mich warten. ,,Mich?“ stellte er mir die alles entscheidende Frage, die mein Herz zum toben brachte. Er hatte diese Frage kaum hörbar ausgesprochen, so leise, dennoch männlich rau, was mich durcheinander brachte. Ich hatte Dominic immer als ein Vorbild gesehen, als einen Freund meiner Familie, einen Vertrauten im Bekanntenkreis und als die Jahre ins Land zogen, ich meine Pubertät entwickelte, fraulicher wurde, da hatte sich etwas zwischen uns verändert. Ich konnte ihn nicht mehr ansehen, da es meinen Verstand betrübte. Ich konnte ihn nicht mehr berühren, da es mein Herz veränderte. Ich konnte nicht mehr in seiner Nähe sein, da ich mich sonst in ihn verloren und mich niemals selbst gefunden hätte. Ich brauchte diesen Abstand, damit ich als erblühte Rose zu ihm zurückkehren konnte. Ansonste wäre ich immer dieser kleine Samen geblieben, der sich nach Wasser, Sonne und Ferne sehnt. ,,Du bist für mich der bewunderswerteste Mann, den ich je in meinem Leben getroffen habe. Ein temperamentvoller Kämpfer, ein beschützerischer Bruder, ein religiöser Mensch, ein begnadigter Fahrer. Das Wort Loyalität beschreibt dich zu Einhundertprozent. Familie ist für dich wie auch für mich das wichtigste und dafür habe ich dich immer respektiert.“ begann ich. ,,Auf dich ist verlass, du stehst zu deinem Wort, du lässt Taten folgen, noch nie hast du mich enttäuscht, mich zweifeln, mich leiden lassen. Dein Ruf ist überall bekannt, er steht für Ehrgeiz und Ehre. Die Menschen sehen in dir Hoffnung und ich sehe in dir Sehnsucht.“ formte ich mein Geständnis und wurde noch gefühlvoller. ,,Sehnsucht nach einer starken Schulter, Sehnsucht nach Männlichkeit, Sehnsucht nach Zweisamkeit.“ vervollständigte ich mein Reden, was etwas in seinem Blick veränderte. Er begann zu verstehen, dass ich schon all die Jahre zuvor wahrhaftige Gefühle für ihn hatte und das dies womöglich der Grund für mein Verschwinden sein könnte, doch er fragte mich nicht danach, er ließ mich aussprechen, gab mir meine Zeit, lauschte meinen Worten. ,,Ich habe noch nie einen Mann außer dich geliebt, Dominic. Noch nie habe ich einen Mann berührt oder gespürt. Du löst in mir etwas besonderes, etwas unbeschreibliches, etwas intensives aus und ich bin heute hier her gekommen, weil das Verlangen nach dir einfach zu stark ist. Es war schon immer sehr stark, doch heute...“ sagte ich. ,,Ist es erdrückend.“ machte ich ihm ein Geständnis, um danach zurückhaltend seinen Blick zu suchen. Er schien nachdenklich, baute eine Pause ein, ließ uns schweigen. ,,Du hast schon immer derart empfunden?“ fasste er zusammen. Ich nickte, spürte wie sich Tränen bilden wollten, da die gefühlsintensive Achterbahnfahrt seinen Höhepunkt zu erreichen schien, was ihn sofort handeln ließ. Er kam mir näher, lehnte sich zu mir, ergiff meine Hände, die in meinem Schoss lagen, schenkte mir Wärme. Seine Hände legten sich über meine, das Gefühl der Innigkeit verstärkte sich, ich war absolut machtlos, ich war ihm verfallen, ihm ausgeliefert. ,,Das ist verdammt mutig von dir ehrlich mit mir zu sein. Es bestärkt mich, da es mir genauso geht wie dir.“ vernahm ich unerwartet und ließ meinen Blick in seine Augen schweifen. Mit einem schwungvollen Wimpernschlag blickte ich hoch in sein Engelsgesicht und musste lächeln. Wie aus dem nichts lächelte ich auf, ließ meine Tränen fallen, die er zärtlich aus meinem Gesicht entfernte. Sein Daumen fuhr zweimal zart über meine Haut, um die Trauer aus meiner Seele zu entfernen und ließ mich dankbar zu ihm blicken.

,,Zwischen uns ist etwas außergewöhnlich echtes und ich möchte es aufleben lassen. Darf ich es?“ fragte er und strich erneut über meine Wange. ,,Darf ich das Feuer entfachen?“ fügte er hinzu. ,,Dich...“ hauchte er und kam mir ein wenig näher, um mich komplett in ein Bett voller Rosen zu ziehen. ,,Küssen?“ ertönte dieses Wort, was mir Angst einjagte, aber zeitgleich auch so verlockend schien. Ich harrte aus, ich wartete, ich ließ ihn zappeln. Immer noch befanden wir uns in dieser angespannten Situation, die von Liebe, Zuneigung und Neugierde gerägt war und als meine Pupillen von seiner Iris hinunter auf seine Lippen starrten, da ließ ich mich fallen. Ich ließ los, ich schuppste die Angst fort von mir, ich nahm mein Mut in die Hand. Sein markantes Parfum stieg hinauf zu mir, seine starken Hände umschlangen meine Hüfte, sein Gesicht kam mir gefährlich nah. Diese zarten, wohlgeformten Lippen erstrahlten vor mir wie Gold in einer Kiste. Sie leuchteten zu mir, sie sprachen zu mir, sie wollte mich verführen. Meine Hände suchten sein Gesicht auf, ich berührte mit meinen Fingern seine weiche Haut, öffnete leicht meinen Mund, um ein letztes mal klar zu denken, um danach die Zündschnur der Lust zu entfachen. Vorsichtig, zart, fast schon zu lieblich ließ ich ihn seine Lippen auf meine legen. Ich wurde in den Sitz gepresst, versank im Leder, zog meine Beine an mich, ließ mich nieder. Meine innere Frau kniete vor ihm nieder als er mich küsste, seine Lippen meine Lippen berührten, er mich um den Verstand brachte. Zunächst zart war ein Kuss entstanden, der sich graduell in ein Feuerwerk verwandelte. Ich schmeckte ihn, diese süßliche-bittere Note. Ich spürte ihn, diese weichen-zarten Lippen. Ich küsste ihn, diesen maskulinen-starken Mann. Meine Sinne schossen hinauf in das Gottesreich, rauchiger Rauch schoss in die Atmosphäre, der Tacho schoss in die Höhe. Ein, nein zweimal entfernten und trafen sich unsere Lippen erneut, eine wilde Knutscherei entstand, meine Finger fuhren an seinem Nacken entlang, ich zog ihn noch dichter an mich, ich vernaschte ihn, ich probierte ihn, ich entführte ihn. An einen Ort, an ein Erlebnis, an einen Moment, der von uns beide geprägt war. Die Situation erhitzt sich, die Temperatur im Wagen stieg an, die Luft zum atmen wurde dünner und als die Lust zu stark wurde, da stoppte ich unerwartet. Plötzlich harrte ich aus, stoppte, presste meine Lippen zusammen, um seinen Gegendruck zu vernehmen. Verdammt, er war ein gandenlos guter Küsser! Erneut öffnete ich meinen Mund leicht, um seinen Atmen zu spüren und um schlussendlich in seine Arme zu laufen. Mein Blick war auf seine Lippen gerichtet, keck formte sich dann langsam ein verführerisches Grinsen auf seinem Gesicht, was mich dazu anspornte ihm erneut näher zu kommen. Ich schlang meine Arme um seine Schultern, erhob mich leicht, stieg herüber zum Fahrersitz und plazierte mich willig auf seinem Schoss. Die Nähe und Spannung stieg, mein Herz raste wie verrückt, unsere Sehnsucht spielte mit unseren Verstand. Hockend saß ich auf seinem Schoss, spürte seine starken Hände an meiner Hüfte, wurde unerwartet nachdenklich. Die silberne Kreuzkette um seinen Hals verführte meine Pupillen, ließ mich auf sie starren, in einem Moment der Neugierde berühren. Meine zarten Finger umfassten das kalte Eisen, ich spürte den harten Gegenstand in meinen Händen, wurde melanchonisch. Mein Daumen fuhr wie in einer Trance über das Kreuz, um es danach fest in meiner Faust zu verschließen, zeitgleich fuhren seine starken Hände über meine Beine, streichelten mich, berührten mich. ,,Woran denkst du?“ war es dann seine leise Stimme, die mich schweigen ließ. ,,Es gibt noch einen anderen Grund, wieso ich heute hier her gekommen bin.“ baute ich Spannung auf und wagte es nicht meinen Blick zu erheben. ,,Ich habe nicht mehr viel Zeit. Mein Verschwinden und meine Abwesenheit haben mich in Probleme und Sorgen verwickelt. Diese Sachen gilt es zu klären, zu regeln, zu beseitigen. Ich sage es dir nicht, weil ich um deine Hilfe bitte, sondern damit du verstehst, dass ich früher oder später erneut verschwinden muss. Es ist mein Kampf, den ich alleine bestreiten muss und in den ich niemals Geliebte Menschen hinein ziehen werde. Ich erwarte von dir kein Verständnis, auch wenn ich weiß, dass du der verständnisvollste Mann auf Erden bist. Einzig und allein, dass du meine Entscheidungen respektieren wirst, das erwarte ich.“ sprach ich zu ihm, was ihn langsam in Bewegung brachte. Liebevoll stuppste er mein Kinn an, zog es ein wenig höher, damit er zu mir sprechen konnte. Dabei verfiel ich seinen wunderschönen klaren Augen. Die Liebe zu ihm war so unfassbar mächtig. ,,Erinnerst du dich an das, was ich damals zu dir gesagt habe?“ sprach er. ,,Ich habe keine Freunde. Ich habe Familie. Und für die Familie, die es zu schützen gilt, würde ich mich selbst opfern.“ erklärte er mir seinen Standpunkt. ,,Also erwarte nicht von mir, dass ich dabei zusehen werde, wie du in dein Verderben rennst. Ein zweites mal, werde ich dich nicht gehen lassen.“ machte er mir klar, um danach zärtlich meine Wange zu berühren. Er berührte sie vorsichtig und sanft, sodass ich meine Hand über seine legte. ,,Du hast den Weg zurück zu mir gefunden, nicht weil du musstest, sondern weil du es wolltest.“ fügte er hinzu, was ich nur bestätigen konnte. ,,Und alles was nun folgt, bestreiten wir gemeinsam. Als Familie.“ war das letzte was er sagte indessen ich schweigsam wurde. Dankbar, gerührt und verliebt blickte ich zu ihm und verfiel seiner Männlichkeit. Der Moment hielt an wie eine Ewigkeit, wir saßen dicht, übereinander im Wagen, genossen die Zärtlichkeit, das Erlebte, die Spannung. Mein Gedächtnis war überfordert, diese Gefühle und diese Gespräche zwischen uns verstärkten unser Empfinden füreinander und so wie das sanfte Rauschen des Meeres von dannen zog, so nahmen auch meine Zweifel ein Ende. Denn wenn mich jemand fragen würde für welchen Menschen ich kämpfen, leben, lieben würde, dann würde ohne zu zögern der Name Dominic Toretto fallen. Er war wahrhaftig mein ein und alles und dafür lohnt es sich zukämpfen. Für diese starken Empfindungen lohnt es sich zu leben. Und für dieses bedinglose Vertrauen lohnt es sich zu lieben.

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