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Verschwinde so lange du noch kannst

von -Chikako-
GeschichteAllgemein / P6 / Gen
OC (Own Character)
25.08.2020
25.08.2020
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25.08.2020 693
 
„Verschwinde so lange du noch kannst“

Langsam blickte die Brünette auf und sah etwas ungläubig auf das Taschentuch welches plötzlich auf ihrem Tisch lag. Was sollte das bedeuten? Wollte sich die Dame, die es verloren hatte nur einen Spaß erlauben? Etwas irritiert sah sie der Frau in dem schwarzen Rock hinterher. Ihre Haare waren locker hochgesteckt aber ebenfalls schwarz. Allerdings kam keine weitere Reaktion.

Vorsichtig stand sie auf, den Blick noch immer auf die junge Frau gerichtet, dessen Namen sie nicht einmal kannte. „Miss, ihr Taschentuch“ sie sprach es nur leise aus, dennoch schien die Schwarzhaarige sie gehört zu haben. Sie drehte sich um und helle blaue Augen sahen in die Richtung aus der sie gerade kam, während ein leichtes Lächeln sie sanften Lippen umspielte. Es kam dennoch kein Wort von ihr, bevor sie sich wieder umdrehte und einfach weiter ging.

Die Brünette, ihr Name war Emilya, konnte es nicht glauben. War das jetzt frech oder meinte die Blauäugige es ernst. Wieder ging ihr Blick auf das Taschentuch hinab, welches sie mittlerweile in der Hand hielt. Der Stoff war seidig weich und die Schrift nicht einfach nur drauf gekritzelt. Das Stofftaschentuch war nach dem Waschen anscheinend sorgfältig zusammengelegt und geglättet worden, denn es waren noch immer Bügelfalten zu sehen. Die Worte waren darauf gestickt und es sah nicht so aus, als sei es mit einer Maschine gemacht worden.

Moment.

Woher wusste Emilya, wie  der Unterschied zwischen einer Handstickerei und der einer Maschine aussah? Kurz schüttelte sie den Kopf, ihre Gedanken schweiften ab, das war nun absolut nicht wichtig. Das es gestickt war, hieß in diesem Moment nur eines. Und zwar, dass diese Situation von vorn herein geplant war. Also sollte sie wirklich besser verschwinden?

Noch einmal sah sie zu der Schwarzhaarigen hinauf, welche auf einmal verschwunden war. Leicht verwirrt blickten sich ihre grüne Augen um. //Sie kann doch nicht einfach verschwunden sein\\ dachte die Brünette sich und seufzte leise. Noch mals für kurze Zeit überlegend, schnappte sie sich dann ihre Tasche, ließ ihre bereits bezahlte aber noch halb volle Tasse stehen und verschwand aus dem kleinen Café. Emilya hoffte einfach, dass dies das Richtige war und besah sich noch einmal das Taschentuch, während sie über die angrenzende Straße lief.

Irgendetwas ließ sie nicht los. Immer wieder sah sie hinab in ihre Hand und somit zu dem weichen Stoff. Sie wusste einfach nicht was sie davon halten sollte. Wieder entwich ihr ein Seufzen, als sie plötzlich fast in jemanden hinein gelaufen wäre. „Das war knapp“ lächelte sie der attraktiver Mann an und sah der jungen Frau direkt in die Augen. Beinahe unheimlich. Seine Augen ließ sie nicht wieder gehen. Wie gefesselt starrte sie in die hellen grünen Augen. „j...ja, Verzeihung“ murmelte sie nur leise und schluckte leicht, bevor sie sich dann doch schweren Herzens los riss. Sein Blick war irgendwie, tief in sie hinein gewandert, wodurch sich die Brünette  etwas unwohl fühlte. Langsam strich sie eine ihrer leicht welligen Strähnen hinter ihr Ohr und nickte dann leicht im vorbeigehen, als Verabschiedung. Auch wenn sie sich nicht einmal richtig begegnet waren. Schnell führten Emilya die Schritte weiter hinab zum Pier, wo auch der Parkplatz war, an dem sie ihr doch recht kleines Auto abgestellt hatte. Noch immer etwas verwirrt, von den beiden irgendwie merkwürdigen Begegnungen, stieg sie in ihren Wagen und machte sich auf den Heimweg.

Nicht weit entfernt, stand der Mann noch immer an der Stelle, wo er Emilya fast angerempelt. Seinen Blick hatte er noch immer nicht von ihr genommen. „Sie erinnert sich anscheinend wirklich nicht mehr an uns“ Die Schwarzhaarige Frau war zu ihm gestoßen und blickte nun auch in die Richtung in der ihre einstige Freundin verschwunden war. Erneut  war das leichte Lächeln auf den Lippen zu erblicken, doch nun schien es auch ein wenig traurig.
„Dann hat er es also wirklich durchgezogen, hätte ich nicht gedacht“ lachte der Mann und zog die Frau in seine Arme, bevor er sie auf offener Straße leidenschaftlich küsste. „Lass uns gehen“ murrte er leise und verschwand dann mit ihr im Dunkel der noch recht frühen Nacht.
Das hinter ihnen das Café in Flammen aufging, interessierte sie dabei nicht.
 
 
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