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Die Geküsste von Venus

von Calypsoo
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Kagome Sesshoumaru
25.08.2020
09.05.2021
20
97.646
17
Alle Kapitel
46 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.04.2021 4.058
 
Hallo! Mir wurde die Frage gestellt, ob ich vielleicht zwei Kapitel in der Woche posten würde.
Nächste Woche fängt bei mir wieder regulär die Uni wieder an und da muss ich erstmal schauen, ob ich dafür Zeit habe!
Aber wenn es gehen sollte... wärt ihr daran interessiert?:))
Das wären dann aber eher so ~2000 Wörter!
Gibts mir Bescheid :))

Unruhig tigerte Sango vor dem Gemach des Lords.
Die Wächter beobachteten die nervöse Dienerin.

Auf einmal wurde die Tür aufgerissen und Kagome trat aus dem Zimmer heraus.
Sofort stellte sich die Dienerin zu ihrer Herrin. Der Zofe fielen die zitternden Hände ihrer Freundin auf.

„Kagome? Alles gut bei-“, Sango stockte, als sie plötzlich eine ominöse Aura hinter sich spürte.

Vorsichtig drehte sich die Braunhaarige zu der Quelle des Unheils um. Wortlos starrten zwei giftgrüne Augen auf Sango herab, während die Zofe ihn ängstlich musterte. Es war ein hübscher Mann, mal von seiner Unheimlichkeit abgesehen. Hohe Wangenknochen, durchdringliche Augen und schwarze Augenbrauen.
Der schwarzhaarige Mann überragte die beiden Frauen mit seiner schieren Größe. Mit seiner unzugänglichen Art ähnelte er Sesshomaru.

„Sango-chan. Das ist mein neuer Leibwächter. Katsumi, das ist meine persönliche Dienerin Sango“, stellte Kagome den Unbekannten vor.

Fast poppten Sangos Augäpfel aus den Sockeln heraus, so überrascht war sie von der Nachricht.

„Der neue Leibwächter…? Und was ist mit…“, die Zofe wagte es nicht den Satz zu vervollständigen, als es ihr plötzlich flau im Magen wurde. Ihr Blick fiel wieder auf den Mann. Seine verengten Augen musterten die Dienerin mit solch einer Intensität, dass es Sango ganz kalt innerlich wurde.

„Sango-chan. Bitte bring mich auf mein Zimmer“, Kagome griff nach Sangos Arm, um die Freundin näher an sich zu ziehen. Fast schon verzweifelt krallte sich die Herrin in den Arm der Dienerin. Schwer schluckte die Zofe und brach als Erste den unangenehmen Augenkontakt mit dem Mann.

Vorsichtig führte Sango ihre Freundin von der Tür weg und beide machten sich auf den Weg zum östlichen Flügel.
Ohne mit der Wimper zu zucken folgte Katsumi mit genügend Abstand den zwei angespannten Frauen. Kagome war ungewöhnlich ruhig an ihrer Seite.

Leicht beugte sich die Braunhaarige zu ihrer Freundin und hauchte: „Kagome. Was geschieht-“

Kagomes zärtliche Hand verkrampfte sich augenblicklich in Sangos Arm, signalisierte dabei der Zofe, dass sie lieber ihren Mund halten sollte.
Kurz huschten die braunen Augen zum bizarren Mann. Erst jetzt bemerkte die Dienerin, die zwei schwarze Ohren an seinem Kopf, welche sehr aufmerksam lauschten. Nervös richtete Sango wieder ihren Blick nach vorne und verschnellerte ihre Schritte. Sie musste wissen, was hier gerade passierte.

Vor dem Gemach merkte die Zofe, dass Shippo nicht mehr vor der Tür stand. Sango biss sich leicht auf die Unterlippe. Was würde jetzt mit dem Fuchs passieren?

Sobald Sango und Kagome das Zimmer betraten, knallte die Dienerin dem Leibwächter die Tür ins Gesicht und wirbelte herum.

„Kagome. Was passiert-“, Kagomes Hand legte sich sofort auf Sangos Mund und ihr Finger legte sich auf die eigenen vollen Lippen.
Sango runzelte mit der Stirn. Dann drehte sich die Dame zu ihrem Tisch, riss sich die Verschleierung vom Gesicht und nahm ein Stück Papier.
Eilig schrieb die Frau auf dem Pergament und hielt es dann hoch, damit es die Braunhaarige lesen konnte.

>Er kann uns hören. Ich weiß nicht wie gut, aber wir sollten am besten nichts riskieren<

Sango nickte leicht, griff nach dem Papier und fing sofort ihre Frage aufzuschreiben. Die Dienerin konnte dank ihrer klugen Freundin, trotz ihres niedrigeren Rangs gut lesen und schreiben.

>Was ist passiert? <

Kagome entnahm das Blatt und fing an zu erläutern.

>Tadashi hat entschieden, dass ich einen neuen Leibwächter kriegen soll. Ich glaube, dass dieser Mann mir nachspionieren soll. Deswegen werden sich all unsere Pläne verschieben, da die Gefahr zu groß ist, dass dieses Schoßhündchen es mitkriegt. Ich bin mir sicher, dass er mir nicht traut<

Besorgt sah Sango vom Blatt hoch und beide Frauen betrachteten sich nachdenklich. Dann nahm die Dienerin wieder die Feder und schrieb.

>Was ist mit Shippo? <

Betrübt zuckte Kagome mit den Schultern und schrieb eine Antwort.

>Ich weiß es nicht. Tadashi will ihn versetzen, aber ich werde mir was überlegen<

>Was willst du jetzt machen? <

Dann hielten beide für einen Moment inne, bis Kagome wieder die Feder ergriff. Jedoch nahm sie drei weitere Papierstücke und schrieb etwas auf denen auf.
Sango versuchte über ihre Schulter zu blicken und das Geschriebene durchzulesen. Schnell faltete Kagome die drei Zettel und reichte es ihrer Freundin. Dann schrieb die Herrin auf das andere Blatt.

>Du musst Sesshomaru, Shippo und Shouta jeweils eine Nachricht überbringen. Außerdem versuch herauszufinden, wie sich Katsumi und Tadashi kennengelernt haben. Pass bitte auf dich auf<

Sango nickte fest und verstauchte die Zettel in ihrem Ärmel.
„Sango-chan. Bring mir bitte mein Frühstück. Ich bin so hungrig“, sagte Kagome laut.
„Jawohl, Kagome-sama“, mit einem aufmunternden Zwinkern verließ Sango das Zimmer.

Leise schloss Sango die Tür hinter sich und drehte sich zum Wächter. Dieser starrte schon interessiert Sango an. Die Dienerin schluckte schwer und sagte: „Ich freue mich darauf mit dir zu arbeiten, Katsumi“

Der Dämon nickte kurz und schwieg.

Sango drehte sich um und ging angespannt durch den Gang. Die ganze Zeit spürte sie seinen wachsamen Blick, wie der sich regelrecht in ihre Seele bohrte, bis die Dienerin um die Ecke bog.

Zuerst suchte die Zofe Shouta auf. Der junge Soldat arbeitete zurzeit als ein Wächter im Thronsaal. Nachdem ihn die Dienerin unauffällig in einen dunklen Gang gezogen und ihm das Stück Papier gereicht hatte, wusste Shouta, dass etwas nicht stimmte. Der Gesandte las aufmerksam die Nachricht durch und versprach Sango, dass er alle Aktivitäten, welche mit dem Umsturz zu tun hätten, im Moment stoppen würde. Der verantwortungsbewusste Dämon würde sich höchstpersönlich darum kümmern und die Zofe verstand, warum ihre Herrin dem jungen Mann vertraute.

Als Nächstes machte sich Sango auf den Weg zu dem Lord des Westens. Leise seufzte die Dienerin, als sie daran dachte, dass sie jetzt mit dem eiskalten Mann interagieren müsste.
Der westliche Flügel des Palastes war wie immer leer. Fast schon verlassen wirkte der Teil des Schlosses. Rasch eilte Sango durch die Gänge und blieb dann vor einer Tür stehen.

Ehe die Zofe klopfen konnte, wurde die Tür aufgerissen. Anstatt dass ein ausgewachsener, silberhaarige Dämon vor ihr stand, kam es krächzend von unten: „Was willst du?“

Überrascht senkte Sango ihren Blick und entdeckte die grüne Kröte, welche immer an Sesshomarus Bein hing.

„Äh…ist Sesshomaru-sama hier?“

„Nein. Mein Meister ist beschäftigt“, blaffte der Kappe die junge Frau an. Verwundert runzelte Sango die Stirn. Mit was wäre, denn der Herr des Westens bitte schön beschäftigt?

„Ist noch was, Mädel?“, die Kröte verschränkte genervt die Arme.

Anstatt ihm zu antworten, warf ihm Sango das Stück Papier zu. Wütend drehte sich die Braunhaarige vom Kappa weg und stolzierte davon.
‚Unverschämt genau wie sein Herrscher‘, dachte sich die Braunhaarige.

Als Nächstes machte sich Sango auf den Weg um nach Shippo zu suchen.
Jedoch fand sie den lebensfrohen Kitsune nicht. Auch wenn sie sich bei anderen Angestellten erkundigte, wusste keiner genau, wo der Fuchs gerade war. Nervös biss die Braunhaarige an ihrem Nagel herum.
‚Was ist, wenn er jetzt schon versetzt wurde? Wir hatten keine Chance mit ihm zu reden! Was sollten wir tun?‘, überlegte sich die Dienerin, während sie in der Küche auf das Frühstück für ihre Herrin wartete.

Ein Koch richtete das Tablett für die Ehefrau des Lords her, als Sango ihn an stupste.

„Sango? Ist was?“, fragte der junge Mann nach.

„Hast du was von Shippo gehört? Er ist diesen Morgen plötzlich verschwunden und niemand hat was von ihm gehört“, erläuterte Sango besorgt.

Leider schüttelte der Koch mit dem Kopf und dekorierte weiter den Teller mit Früchten.

„Nein. Von dem hab‘ ich nichts gehört…“, der Mann hob seinen Kopf und erblickte den enttäuschten Gesichtsausdruck der Zofe.

„Aber ich habe ganz andere Informationen, die dich vielleicht interessieren könnten“, versuchte der Koch die Braunhaarige aufzumuntern. Neugierig legte die Braunhaarige ihren Kopf etwas zur Seite.
„Um wen geht’s?“
„Um den neuen Leibwächter der Herrin“, der Koch wackelte wild mit seinen Augenbrauen und sofort war Sangos Interesse geweckt. Sie war in der Gerüchteküche gelandet.

„Der Dämon wurde vor 15 Jahren von Tadashi-sama aus den Klauen eines Riesen gerettet. Der Riese hat ihn anscheinend 1000 Jahre lang festgehalten und gefoltert“, fing der Koch an leise zu erzählen.
Sangos Augen weiteten sich. „1000 Jahre? Warum denn? Ist Katsumi ein Verbrecher?“
„Das weiß man nicht. Jedoch steht fest, dass die einzige Aufgabe des Riesens war, den Yokai zu gefangen zu halten. Aber dann hat Tadashi-sama ganz allein über den Riesen gesiegt“

Skeptisch zog Sango ihre Augenbrauen zusammen.

„Ganz allein, sagst du? Ein 15-jähriger Junge?“
Heftig nickte der Koch und fuhr mit seiner Erzählung fort:„ Seitdem hat der Dämon seinem Retter Treue geschworen. Die nächsten Jahre reisten Tadashi-sama und der Dämon durch das Land und stellten im Osten wieder Ordnung her. Vor 8 Jahren durfte der Yokai sogar im Palast wohnen. Erst als die Prophezeiung über unsere Herrscherin verkündet wurde, verschwand der Dämon spurlos. Jetzt sieh da! Er ist wieder hier!“

Plötzlich meldete sich eine junge Aushilfe von der Seite.

„Ich habe auch noch gehört, dass Katsumi der letzte Yokai seiner Blutslinie ist“

Sango und der Koch tauschten einen überraschten Blick aus.

„Der Letzte?“, hakte die Dienerin interessiert nach. Die Aushilfe stellte den Kopf voll mit Gemüse auf einen Tisch.

„Ja. Er ist ein schwarzer Panther. Sie sind eigentlich vor 900 Jahren ausgestorben. Früher haben mal die schwarzen Panther über den Süden regiert, jedoch haben die hellen Leoparden die Herrschaft umgestürzt. Sehr großer und langer Konflikt. Dann wurden die schwarzen Panther ausgerottet. Da Katsumi aber in der Gefangenschaft des Riesens war, passierte ihm nichts“

„Der Arme. Wie schlimm es wahrscheinlich für ihn sein musste zu wissen, dass die ganze Familie nach all den Jahren ausgerottet wurde…“, klagte eine weitere Angestellte, die heimlich zugehört hatte.

„Ich habe aber gehört, dass Katsumi nicht allein gefangen gehalten wurde. Sondern mit seiner ehemaligen Frau“, ertönte es plötzlich von einer Waschfrau, die gerade eine Pause einlegte.

„Nee, mit seiner restlichen Familie. Mit seiner Schwester oder so!“, ergänzte noch ein älterer Koch.

Immer mehr Diener und Angestellte versammelten sich in der Küche und gaben ihren Senf dazu.

„Er soll anscheinend noch stärker als Sesshomaru-sama sein!“, behauptete ein schlaksiger Koch.

„Über die vielen Jahre mit der Reise mit Tadashi hat der Wächter viele uneheliche Kinder bekommen“, brummte ein Wächter.

Die Diener kauerten zusammen und besprachen den Neuankömmling.

„Ich habe gehört, dass er eine skandalöse Beziehung zu Tadashi-sama hatte!“, fügte eine Frau kichernd hinzu. Sofort zogen alle geschockt die Luft ein und stimmten der Frau zu.

„Ja, ja! Kann ich mir gut vorstellen!“
„Ui! Traumpaar!“
„Der ist ganz bestimmt in Tadashi-sama vernarrt!! Arme Kagome-sama! Konkurrenz!“

Eilig schrieb Sango all die Gerüchte, die sie hörte auf einen Zettel auf. Jedes Einzelne könnte Kagome irgendwie helfen.

„Was ist nur hier los?!“, schrie auf einmal jemand hinter der Gruppe. Alle Menschen erstarrten gleichzeitig und hielten angespannt die Luft an. Sie kannten diese krächzende Stimme nur zu gut.
„Sofort zurück zur Arbeit! Kein Kaffeeklatsch, ihr faulen Säcke!!“, brüllte Daichi und fing an mit einem Tuch die Diener zu peitschen.

Die aufgeregte Gruppe löste sich sofort aus und Sango flüchtete mit dem Frühstück augenblicklich aus der Küche. Sie hatte genug Informationen.

Als die Zofe endlich im Gang angekommen war, wurde sie gleich mit dem mürrischen Blick des Panthers begrüßt.

„Wusste gar nicht, dass es so lange dauert Frühstück zu machen“, brummte der Mann und musterte die Braunhaarige vor ihm ganz genau.

Doch Sango ignorierte seine blöde Bemerkung und betrat einfach das Gemach ihrer Freundin. Die Herrin saß nachdenklich am Tisch und schreckte auf, als sie die Tür hörte. Hoffnungsvoll sah Kagome auf und winkte die Dienerin sofort zu sich.

Sango wunderte sich fast nicht bei der ersten Frage, die Kagome stellte.

„Hast du den weißen Zucker gesehen?“, ihre verschiedenfarbigen Augen funkelten neugierig die Zofe an. Sango lächelte leicht, da sie gleich verstand, dass Kagome nicht den echten Zucker meinte.
‚Wie niedlich sie doch ist. So verliebt‘, dachte die Braunhaarige und stellte das Tablett ab.

„Nein, leider nicht. War nicht da“, musste Sango ihre Freundin enttäuschen. Augenblicklich verschwand der Funke in ihren Augen und ein betrübter Blick legte sich auf ihre schöne Miene.

Kagome zwang sich zu einem kleinen Lächeln und wand sich ihrem kalt gewordenen Frühstück zu.

„Was ist mit der Paprika?“, fragte Kagome nach. Sango verstand, dass sie dieses Mal Shippo meinte.

„Wie vom Erdboden verschluckt. Alles ist weg“, erklärte die Zofe beiläufig. Besorgt zog Kagome ihre Augenbrauen zusammen und überlegte.

Sango griff in ihren Ärmel und reichte der Schönheit den Zettel mit den Informationen, die sie gesammelt hatte.
Aufmerksam las sich die Schwarzhaarige das Geschriebene durch und legte dann nachdenklich den Zettel weg.
Sehr interessante Fakten über den Unbekannten. Aber wer weiß, ob sie auch stimmen?
‚Was soll ich nur machen?‘

Tief seufzte die Herrin und rieb sich müde die Augen. Beruhigend legte Sango ihre Hand auf die Schulter der Schwarzhaarigen und drückte leicht zu.
„Das wird schon, Kagome. Das wird“, versicherte Sango ihrer Freundin.


Was aber beide Frauen nicht wussten, es wurde nicht besser.
In den nächsten Tagen geschah nicht viel. Oder eher es konnte nicht viel geschehen, wenn Katsumi ständig an Kagome klebte.

Egal wohin Kagome gehen wollte, sei es ein normaler Spaziergang in ihren Garten oder in die Bibliothek, der Panther ließ sie nie allein. Er ließ ihr keine Minute Freizeit. Ständig folgte der stille doch stets aufmerksame Wächter seiner Herrin. Nur in ihrem Gemach konnte die Frau ihre Ruhe finden, obwohl sie mit Sango keine wichtigen Themen mehr ansprechen konnte. Sobald ein sensibles Thema aufgegriffen wurde, musste ein Zettel Pergament her. Einige fragten sich schon, warum es so oft in dem Gang nach Rauch stank. Ziemlich oft musste die Schwarzhaarige nämlich die Beweise zerstören.

Sobald Kagome ein Fuß aus ihrem Zimmer setzte, folgte Katsumi ihr wie ein dunkler Schatten.

In den ersten Tagen blieb die Frau in ihrem Gemach und stellte Notfallpläne her. Doch sie konnte sich nicht gut konzentrieren, da der Gedanke, dass jemand hinter ihrer Tür stand und sie verdächtigte, ständig in ihrem Kopf hing.

An dem dritten Tag reichte es Kagome. Sango führte ihre verschleierte Herrin durch den öffentlichen Garten, dicht gefolgt von dem Wächter.

Kagome massierte sich müde die Schläfen und drehte sich genervt zu dem Dämon: „Katsumi. Können Sie mir bitte ein Wasser bringen?“

Sie hörte ein amüsiertes Brummen gefolgt mit: „Verzeihen Sie mir, Kagome-sama. Das kann ich leider nicht tun. Ich muss auf sie aufpassen. Das ist meine Aufgabe, als ein Wächter. Für weitere Angelegenheiten haben Sie ihre Dienerin, nicht wahr?“

Katsumi hatte sofort verstanden, dass die Schwarzhaarige ihn weghaben wollte. Doch so leicht würde er nicht nachgeben.

Gereizt knirschte Kagome mit den Zähnen und spürte, wie Sango an ihrem Arm zog. Die Braunhaarige wollte jeglichen Konflikt mit dem Dämon meiden, da dieser sowieso schon Kagome verdächtigte.

Kagome wusste, dass sie den Mann nicht leicht von sich abwimmeln könnte. Sie musste Tadashis Vertrauen zurückgewinnen, damit Katsumi ihr wenigstens etwas Raum zum Atmen geben könnte. Deswegen spielte Kagome die gute Ehefrau. Jeden Tag besuchte sie ihren Ehemann und kümmerte sich um ihn, was dieser natürlich sehr genoss. Leider ging es dem Lord des Osten immer besser und schon bald wäre er wieder auf seinen Beinen.

Deswegen wollte Kagome die Chance noch ergreifen, ihn irgendwie zu überreden.

Doch egal, wie sehr die Schwarzhaarige bettelte, ihr Ehemann hörte ihr nicht zu.

„Tadashi. Egal, wo ich bin folgt er mir… es ist so gruselig! Ich mag das nicht!“, klagte die Schwarzhaarige, wie ein kleines Kind.
Sie fütterte ihren Ehemann gerade Suppe. Genauso fürsorglich, wie eine perfekte Ehefrau. Vielleicht würde die unschuldige Nummer bei ihm ziehen?

Jedoch schnalzte Tadashi nur mit der Zunge und meinte: „Ich verstehe nicht, was Shippo die ganzen Jahre gemacht hat. Eigentlich hätte er so gut auf dich aufpassen müssen, wie Katsumi jetzt. Ich habe dir und ihm zu viel Freiheit erlaubt. Katsumi will dir nur Gutes, mein Schatz. Er passt nur auf dich auf. Mach dir keine Sorgen“

Empört verließ Kagome das Gemach ihres Ehemanns, nur um mit dem dunklen Lachen des Wächters begrüßt zu werden. Er hatte natürlich alles gehört. Kagome ballte ihre Fäuste zusammen und musste all ihre Wut unterdrücken, nur um den arroganten Mistkerl nicht eine reinzuhauen.

Mehrmals hatte sie unangenehme Konversationen mit dem Dämon.


Aber das war nicht einmal die Höhe. In diesen letzten Tagen hatte sich Sesshomaru nicht einmal bei der Frau gemeldet. Es war Kagome klar, dass ihn am besten gar nicht sehen sollte, um keine Aufmerksamkeit zu erwecken.
Genau das hatte sie in ihrem Brief deutlich ausgedrückt.
Beide sind sich so oft, wie möglich aus dem Weg gegangen.

Trotzdem war die Frau gekränkt.
Schmollend lag Kagome in ihrem Bett und starrte die Decke an.
‚Was fällt ihm nur ein? Nach SO einem Kuss und nach so vielen Tagen, konnte er mir nicht mal eine Nachricht schreiben?‘, nur ungern gab die Schwarzhaarige zu, wie sehr sie den Daiyokai vermisste. Es waren gerade mal fünf Tage vergangen und die Frau wollte ihn einfach wiedersehen.

Und ihm die Meinung geigen! Ihn ausschimpfen, dass er sie so lange hängen gelassen hat!

Nicht küssen. Nein.

Nur ein ernstes Gespräch führen. Das war alles.

Kein Kuss.  

Kagome warf ihrer Uhr am Nachttisch einen Blick zu. Es war drei Uhr morgens. Vorsichtig setzte die Schwarzhaarige sich auf und starrte die Tür an.
Irgendwann musste Katsumi doch schlafen. Er konnte nicht den ganzen Tag sie bewachen. Auch wenn es nur für 5 Minuten wäre, Kagome wollte Sesshomaru sehen.

Behutsam schob die Schönheit die Decke von sich und erhob sich aus ihrem Bett. Ihre nackten Füße tapsten leise zur Truhe. Schnell warf sich die Frau einen Umhang um und verschleierte sich (nur zur Sicherheit) so, dass ihre Augen noch frei blieben. So leise wie möglich schlich sich Kagome zur Tür.
Ihre Hand streckte sich aus und sie griff nach der Türklinke.

Quietschend öffnete sich die Tür, weswegen Kagome sofort leise fluchte. Im Gang war es dunkel und nur ein paar Kerzen beleuchteten den Weg. Schnell prüfte die Schwarzhaarige, ob jemand in Sicht war und dankte den Göttern, dass jeder im Palast schlief. Sogar Katsumi war nirgendwo zu sehen.

‚Macht auch Sinn. Natürlich muss er auch mal schlafen. Er ist auch nur ein Wesen mit Bedürfnissen und Instinkten‘

Kagome schloss die Tür hinter sich und machte sich auf dem Weg zum Lord des Westens.


Was die Frau aber nicht bemerkte, waren die giftgrünen Augen, welche sie aus der Dunkelheit beobachteten.


Es war eine Falle gewesen.


Katsumi hatte bemerkt, wie zappelig die Frau die letzten Tage war. Sie konnte so lange, wie so wollte die gute Ehefrau spielen. Aber der Dämon roch ihren Hass gegenüber Tadashi, immer wenn sie ihn besuchte. Er hörte die Lügen, die sie ihm auftischte. Er schmeckte ihre Wut, wenn nicht alles nach ihrer Pfeife ging.
Außerdem war sie auch nur eine Hure und konnte es nicht widerstehen in der Nacht sich zu ihrem Liebhaber zu schleichen.
Obwohl er zugeben musste, dass sie ziemlich lange ausgehalten hatte. In den letzten Tagen hatte sie für niemanden ihre Beine breit gemacht. Er hatte nur ihren süßen Geruch wahrgenommen.

Genau jetzt würde er das Weib in Flagranti mit ihrem ehemaligen Leibwächter erwischen und dann würde er seinen Meister holen, um der Hure zu zeigen, wem sie hier gehörte.

Mit genügend Abstand wollte Katsumi gerade der Frau folgen, als er vor ihrem Gemach stehen blieb. Ihre Tür stand einen Spalt offen.

Auf einmal spürte Katsumi tief im Inneren den Drang ihr Gemach zu betreten. Verwirrt schüttelte der Dämon den Kopf und wollte seine Verfolgungsjagd wieder aufnehmen.
Jedoch stockte er, als sich plötzlich sein Biest fauchte: „Geh rein.“

Katsumi hielt inne. Sein Gefühl log nie. Vielleicht würde er etwas in ihrem Zimmer entdecken, was ihm helfen könnte. Ihr folgen, könnte er wann andermal.

Der Schwarzhaarige öffnete die Tür und ihr wundervo- widerlicher Geruch füllte seine Nase.

Frische Brise des Ozeans. Süße Kirschblüten.

Angeekelt schüttelte sich Katsumi.
‚Was ist nur los mit mir…‘

Vorsichtig schloss der Mann die Tür hinter sich und blickte sich im Gemach um. Ein gewöhnliches Zimmer. Bett. Tisch. Kisten. Warum sagte ihm aber dann sein Inneres, dass er unbedingt in das Zimmer musste.

Katsumi schlenderte durch den Raum und betrachtete jedes Detail genau. Sie war eine ziemlich unordentliche Frau. Klamotten lagen verstreut auf dem Boden, das Bett war unaufgeräumt und auch auf dem Tisch standen Berge von Büchern. Zuerst durchsuchte Katsumi unverschämt die Truhe der Herrin, doch außer Kleidung fand er nichts Interessantes.

Er hatte gehofft, er könnte ein Kleidungsstück ihres Liebhabers finden. Auch in ihrem Bett und Nachttisch fand er nichts Spannendes.

Dann wendete sich der Yokai ihrem Tisch zu. Irgendwelche Liebesbriefe? Wild kruschtelte er durch den Papierkram, doch außer uninteressanten Dokumenten fand er nichts.

Plötzlich fiel dem Mann die große Kommode, die er noch gar nicht untersucht hatte, auf.  
„Hm“

Neugierig griff der Dämon nach dem Henkel einer Schublade und zog einmal dran. Natürlich befanden sich dort Klamotten. Eigentlich nur viele Tücher in verschiedenen Farben, die sie trug, um sich zu verschleiern. Ein bisschen stöberte der Mann in ihren Sachen, bis er enttäuscht seufzte.

Zeitvergeudung.

Doch etwas sagte dem Panther genauer hinzusehen. Jeder normale Mensch, hätte jetzt aufgegeben. Ein stinknormales Zimmer einer Frau.
Jedoch fühlte der Dämon, dass er mit seiner Vermutung richtig lag.
Mit seiner Hand tastete der Mann den Raum der Schublade ab und fand außer den weichen Samt nichts. Das tat er bei anderen Schubladen, die genauso mit vielen teuren Stoffen gefüllt waren.

Fast hätte Katsumi wieder aufgegeben, als er plötzlich den instabilen Boden der vorletzten Schublade bemerkte. Kein normaler Mensch hätte es gemerkt. Aber Katsumi war nicht normal und auch kein Mensch.

Vorsichtig tastete der Dämon wieder ab und bemerkte, dass dort ein falscher Boden angelegt war. Rasch schmiss er die Tücher aus der Schublade und entfernte das Holzstück, welches als Boden gedient hatte.

Verwundert runzelte Katsumi die Stirn und betrachtete, die vielen Papiere und Bücher, welche ordentlich in dieser Schublade lagen. Ein falscher Boden dient dazu Objekte vor einer flüchtigen Prüfung des Inhalts des Gegenstands zu verbergen.

Also was hatte das Weib zu verbergen?

Katsumi griff zuerst nach den Büchern. Interessiert blätterte der Mann und bemerkte, dass das Buch über Dämonen handelte. Verwirrt überlegte sich der Schwarzhaarige, warum sie so ein Buch brauchte oder eher es versteckte. Vielleicht wollte der ehemalige Leibwächter ihr über seine Art zeigen.
Dann griff der Mann nach einem großen Blatt Papier. Verwirrt starrte Katsumi das Blatt an.

Darauf war die Karte der östlichen Ländereien abgebildet. Aufmerksam studierte der Dämon die Kritzeleien. Mit rot wurden ‚Schlangenyokai‘ abgebildet und mit gelb die ‚Armee‘
Katsumi runzelte die Stirn. Zwar wusste der Panther nicht genau, was gerade in der Politik passierte. Doch hatte er mitbekommen, dass der Osten gerade im Krieg mit den Schlangenyokai war.

Auf einmal fiel ihm die grüne Farbe auf, welche einen größeren Teil der Karte bedeckte. ‚Rebellen?! -> Sichtung, Kontakt?‘

Der Mann hielt inne.
‚Rebellen? Was für Rebellen?‘

Ein ungutes Gefühl machte sich in dem Dämon breit. Rasch griff Katsumi in den Papierstapel und durchsuchte die Blätter. Der Dämon musste zugeben, dass das Weib nicht gerade dumm war. Obwohl die meisten Aufzeichnungen codiert waren, konnte Katsumi ein paar Schlagwörter, wie ‚Tadashi‘ oder große Zahlungen erfassen.
Außerdem fand er noch viele Zettel mit männlichen Namen, zu denen noch etwas codiert immer danebenstand. Egal, was die Frau plante, es war groß und teuer.

Plötzlich fiel ihm ein Brief in die Hand. Angespannt breitete der Dämon den Zettel aus und erstarrte, als er den Inhalt des Geschriebenen erfasste. Der Panther konnte es nicht fassen.

‚Das Weib will den Osten umstürzen. Sie will Meister umstürzen‘

Das Weib wollte eine Rebellion starten.

Plötzlich stieg ihm der Geruch von Wald und Moos auf, welcher sich schnell dem Zimmer näherte.

Innerhalb einer Sekunde traf Katsumi eine Entscheidung.

Kagome betrat leise das Zimmer und schloss die Tür hinter sich.

Gerade wollte sie sich das Tuch vom Gesicht ziehen, als sie auf einmal eine kühle Klinge an ihrem Hals spürte.
„Jetzt hab ich dich, du Miststück“

Hello!! Wie versprochen! Das Kapitel am Mittwoch! :))
Katsumi weiß jetzt das dunkle Geheimnis von Kagome...
Was denkt ihr wird jetzt passieren? hehe :] nächstes Kapitel kommt noch das pov von Kagome!
Danke an alle Reviews, die Likes und die vielen Klicks <3 !!
Bleibt alle gesund!
XOXO Calypsoo
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