Wer wir waren und wer wir sind

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12 Slash
Chakotay Kathryn Janeway Q Seven of Nine
25.08.2020
22.09.2020
14
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16.09.2020 4.284
 
Kathryn saß gerade auf der Terrasse und versuchte in einen Buch ein wenig zu lesen, doch dann sah sie aus dem Augenwinkel Seven aus der Scheune kommen. Schnell legte sie ihr Buch beiseite und eilte auf Seven zu.

„Es ist genug! Bring die Pinsel und die Farbeimer wieder in die Scheune zurück. Du wirst das jetzt nicht auch noch machen!“ erklärte Kathryn bestimmend. Seven zog ihre Augenbraue in die Höhe und sah Kathryn fragend an.

„Captain?“ fragte sie und Kathryn erhob ihren Finger.

„Oh komm mir nicht mit *Captain*. Du weißt genau was ich meine. Seit wir vorgestern aus der Stadt vom Einkaufen zurück gekommen sind, wirbelst du im Haus und draußen herum und machst alle möglichen Arbeiten. Gestern hast du sogar den ganzen Tag alle Fenster des Hauses geputzt, Gardinen abgenommen, gewaschen und wieder aufgehängt. Und jetzt kommst du mit Farbeimer aus der Scheune. Und genau jetzt ist der Punkt erreicht, das ich dir sagen muss, das es genug ist.“ erklärte Kathryn und Seven sah sie stirnrunzelnd an.

„Nein, ich weiß nicht was du meinst. Erkläre es mir bitte.“ bat Seven und Kathryn stemmte ihre Hände in ihre Hüften und sah Seven im Captainmodus an.

„Du hast in den letzten zwei Tagen nur gearbeitet und alles getan, was im Haus oder draußen  getan werden musste. Aber jetzt ist es genug. Jetzt möchte ich das du aufhörst damit. Es ist nicht nur mein Landurlaub, sondern auch deiner. Und das heißt das du ab sofort aufhörst hier herum zu wirbeln, zu putzen, zu reparieren oder sonstige Arbeiten zu verrichten, die nicht erledigt werden müssen. Verstehst du mich jetzt?“ fragte Kathryn und Seven legte ihre Hände auf ihren Rücken und strafte ihre Schultern.

„Ist das ein Befehl?“ fragte sie stattdessen und Kathryn sah sie einen kurzen Moment erstaunt an.

„Nein, noch ist es kein Befehl, aber ich kann gern einen Befehl daraus machen, wenn du das möchtest.“ erwiderte Kathryn und stellte sich ebenfalls zu ihrer vollen Größe auf.

„Wir sind Dienstfrei und auch nicht mehr auf der Voyager, rein theoretisch bist du nicht mehr mein befehlshabender Captain.“ sagte Seven in einen logischen Ton und sah Kathryn herausfordernd an.

Kathryn schluckte eins, zweimal, bis sie ihre Hände hoch in die Luft warf und sie wieder sinken ließ.

„Du hast recht, ich bin nicht mehr dein Captain, jedoch bitte ich dich, bring die Farbeimer und die Pinsel zurück in die Scheune, geh nach oben in dein Zimmer und zieh bitte die Badesachen an, die ich dir auf dein Bett gelegt habe. Ich möchte gern schwimmen gehen und ich möchte das du mich  begleitest und anfängst dich endlich zu erholen!“ sagte Kathryn, nun sanfter und Seven Gesichtszüge wurde ebenfalls milder, aber ihre Hände ließ sie immer noch verschränkt auf ihrem Rücken.

„Aber der Zaun benötigt einen Anstrich.“ erwiderte sie logisch.

„Das mag sein, aber das muss nicht jetzt und nicht heute sein. Das kann auch ein anderes mal erledigt werden.“ erwiderte Kathryn prompt.

„Ich kann nicht schwimmen.“ erklärte daraufhin Seven leise und ein wenig beschämt.

„Das macht nichts. Ich kann es dir zeigen, wenn du möchtest. Falls du nicht möchtest, wäre es einfach nur sehr schön, wenn du mir Gesellschaft am See leistet und wir gemeinsam ein wenig Zeit miteinander verbringen.“ sagte Kathryn, während sie ihre Hand sanft auf Seven Wange legte und leicht darüber streichelte.

Seven Augen begannen sofort zu leuchten und sie drehte ein wenig ihr Gesicht, sodass ihre Lippen nun genau in Kathryns Handfläche lagen. Mutig genug, spitzte sie ihre Lippen und hauchte einen kleinen Küss darauf. Kathryn lächelte sie an und zog Seven schnell in ihre Arme und küsste sie leicht auf die Wange.

Seit sie sich vor zwei Tagen gegenseitig ihre Gefühle für einander gestanden hatten, hatte es in der Zwischenzeit immer wieder mal diese kleinen Zärtlichkeiten zwischen ihnen gegeben. Vorausgesetzt Kathryn hatte die Initiative ergriffen.

„Also begleitest du mich bitte zum See?“ fragte Kathryn noch einmal sanfter und liebevoller und Seven nickte mit ihrem Kopf.

„Ja.“ sagte sie leise und erhielt ein großes Lächeln von Kathryn.

„Sehr schön. Gib mir die Farbeimer und die Pinsel. Ich bringe sie schnell weg, während du hoch gehst und dich umziehst.“ erklärte Kathryn und nahm Seven alles ab, was sie in ihren Händen hielt.

„Und bitte creme dich mit der Sonnencreme ein. Ich möchte nicht das du einen Sonnenbrand bekommst.“ erwähnte Kathryn noch, während sie schon langsam zur Scheune ging, um die Sachen wegzubringen.

Seven ging derweilen langsam ins Haus und seufzte tief. Es stimmte schon, seit sie vorgestern vom Einkauf zurückgekehrt waren, hatte sie sich Aufgaben gesucht, die sie erledigen konnte. Sie hatte Gretchen überall Hilfe angeboten, wo immer es ging und Gretchen hatte dankbar ihre Hilfe angenommen. Seven war das Konzept von Freizeit oder Ausruhen immer noch nicht geheuer und sie fühlte sich eindeutig unwohl nichts zu tun und keine Arbeit oder Aufgaben erledigen zu können. Sie war immer noch zu sehr Borg. Aber es konnte nicht schaden, einen Nachmittag mit Kathryn am See zu verbringen. Danach konnte sie bestimmt weiterarbeiten.

Seufzend stieg Seven die Treppe nach oben zu ihrem Zimmer hoch. Auf dem Bett fand Seven die Badekleidung, die Kathryn für sie dorthin gelegt hatte. Anders als erwartete, sah diese Badekleidung ganz angenehm aus, da es aus einen blauen Oberteil bestand, welches recht luftig geschnitten war. Dazu gab es noch eine Hose, welche schwarz und ähnlich wie ihre Boxershort aussah, die sie vor einigen Tagen gekauft hatte. Daneben lag die Sonnencreme, die Seven sofort in ihre Hand nahm und sich die Anwendungsbeschreibung durchlas.

„Wie gefällt dir die Badebekleidung?“ erklang auf einmal Kathryns Stimme, als sie durch das Badezimmer Seven´s Zimmer betrat. Seven sah zu ihr auf und lächelte.

„Akzeptabel.“ erklärte Seven und Kathryn lachte daraufhin auf.

„Gut, dann solltest du sie schnell anziehen, damit wir zum See runtergehen können.“ sagte Kathryn und als Seven Anstalten machen wollte, ihre Latzhose genau dort wo sie stand auszuziehen, hielt Kathryn sie auf.

„Geh am besten ins Badezimmer oder warte, bis ich dein Zimmer verlassen habe.“ sagte Kathryn und Seven sah sie stirnrunzelnd an.

„Warum?“ fragte sie irritiert und Kathryn sah sie beschämt an.

„Damit du dich ungestört umziehen kannst.“ erwiderte Kathryn und Seven sah sie immer noch fragend an.

„Findest du mein Aussehen so abstoßend, das du mir nicht dabei zu sehen magst?“ fragte Seven leise und Kathryn sah sie mit großen Augen an.

„Was? Nein, natürlich nicht. Ich finde dein Aussehen keineswegs abstoßend. Für mich siehst du wunderschön aus und keines deiner Implantate oder keine deiner Narben kann daran etwas ändern. Nein, das ist es nicht. Es ist nur so, das ich dir die nötige Privatsphäre geben wollte.“ erklärte Kathryn und Sevens Gesichtsausdruck erhellte, weil Kathryn sie nicht hässlich fand. Wobei sie zugeben musste das sie sich selbst anders sah und auch nicht genau wusste, wie sie das ändern sollte. Frustriert deswegen, verfinsterte sich ihre Mimik wieder ein wenig. Damit Kathryn es nicht bemerkte, drehte sie sich weg und nahm die Badekleidung und ging ins Badezimmer.

„Kathryn?“ rief sie kurz danach.

„Ja?“

„Behält man die Unterwäsche unter der Badekleidung an?“ fragte Seven und Kathryn musste schmunzeln.

„Nein, zum schwimmen, zieht man sie aus.“ antwortete sie zurück, während sie sich auf Sevens Bett setze, welches Seven in den letzten Nächten nie benutzt hatte, da sie regeneriert hatte.

Einen Moment später stand Seven in ihrer Badekleidung wieder vor Kathryn und Kathryn betrachtete sie lächelnd.

„Du schaust gut aus. Wie fühlst du dich darin?“ fragte sie und Seven sah an sich herunter.

„Akzeptabel“ sagte sie während sie ihre Kleidung aufs Bett legte.

„Schön, soll ich dir beim eincremen helfen?“ fragte Kathryn und nahm die Sonnencreme schon in die Hand.

„Nein, ich denke ich kann das allein bewältigen. Danke.“ erwiderte Seven und Kathryn sah sie ein wenig enttäuscht an, übergab Seven aber die Sonnencreme.

„Okay, dann ziehe ich mich schnell um. Könntest du mir dann aber bitte helfen, meinen Rücken einzucremen?“ fragte Kathryn und Seven begann breit zu grinsen.

„Gern.“ sagte sie und Kathryn grinste sie zurück an.

„Gut, bin gleich wieder da.“ sagte sie und schritt schnell ins Badezimmer, dann in ihr Zimmer und zog eilig ihre Kleider aus und zog den grünen Badeanzug an, den sie vorgestern gekauft hatte. Sobald sie ihn anhatte, betrachtete sie sich im Spiegel. Leise seufzend stellte sie fest, das sie nicht mehr ganz so jung, frisch und dynamisch darin aussah, wie noch vor einigen Jahren. Kein Wunder das Seven nie die Initiative ergriff und Kathryn nie zuerst berührte.

Kathryn schreckte kurz zusammen, als sich schlanke Hände auf ihren nackten Rücken legten und sanft darüber strichen und ein Kuss auf ihren Nacken gelegt wurde.

Seven´s Hände glitten über Kathryns Rücken bis zu ihren Hüften. Dann zog sie Kathryns Körper an ihren und ihre Hände legten sich auf dem Bauch von Kathryn, während sie weitere Küsse auf ihren Nacken hauchten und dann leicht hinein biss.

Kathryn stöhnte leise auf, als sich ein warmer Stich in ihrem Unterleib, sie in diesen Moment durchzog.

„Gefällt dir das?“ fragte Seven leise, während ihre Borghand, zu Kathryns linker Brust wanderte und sie dann ergriff. Es war kein schmerzhafter Griff oder Umklammern, es war eher eine zärtliche  Inanspruchnahme ihrer Brust und Kathryn spürte sofort, wie ihr Nippel sich unter Sevens Hand hart aufrichtete und  dagegen stach.

Seven setzte weitere Küsse auf Kathryns Nacken, während ihre rechte Hand Kathryns Bauch hinunter wanderte und sich dann auf ihr Oberschenkel legte.

„Ja.“ hauchte Kathryn stöhnend, bevor sie sich besann und ihr viele Gründe einfielen, wieso das gerade jetzt keine gute Idee war. Daher drehte sie sich zu Seven um und sah ihr in die blauen Augen.

„Mir gefallen deinen Berührungen sehr und ich würde dies gern fortführen, aber ich muss dich leider bitten, damit aufzuhören.“ erklärte Kathryn und Seven sah sie irritiert an.

„Warum?“ fragte sie leise und verwirrt.

„Weil noch nichts wirklich geklärt ist. Ich bin in dich verliebt und du in mich, aber du bist noch mit Chakotay zusammen, oder? Ich weiß nicht ob du die nächsten Wochen bleiben wirst oder ob du morgen schon abreist. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen kann, wenn du gehen wirst. Und dann befindest du dich auch noch in einer Selbstfindung und ich möchte nicht alles verkomplizieren, in dem wir Sex haben oder uns so sehr erregen, das es zum Sex kommen könnte. Das alles zusammen genommen sind zu viele Faktoren, die erst einmal alle geklärt werden müssen, damit ich das zu lassen kann.“ erklärte Kathryn vernünftig.

„Ich möchte einfach, das du dir wirklich sicher bist, das ich es bin, mit der du Sex haben magst. Sieh mal ich bin wesentlich älter als du und du hast mich noch nie nackt gesehen. Ich sehe weiß Gott nicht mehr so jung und knackig aus, wie es einmal der Fall war. Ich mache mir Sorgen, das du enttäuscht sein wirst. Ich habe..., ich meine ich hatte..., ich weiß nichts über Sex mit einer anderen Frau. Und  nun, ich bin ein Sternenflottencaptain, wir geben nicht gern zu, das wir uns unsicher fühlen. Und...“ Kathrypn plapperte weiter vor sich hin, während Seven sie neugierig betrachtete und versuchte, einen Sinn in dem zu finden, was Kathryn alles sagte.

„Ich hatte noch nie Sex mit irgendwem.“ unterbrach Seven sie auf einmal, in der Hoffnung, das Kathryn aufhören würde, soviel Unsinn weiter zu erzählen.

Außerdem hatte Seven eben gar nicht vorgehabt Kathryn zu verführen und mit ihr Sex zu haben. Sie war einfach nur durch das Badezimmer in Kathryns Zimmer gegangen und hatte ihr dabei zugesehen, wie sie sich ihren Badeanzug anzog. Dabei hatte sie plötzlich das große Verlangen verspürt, sie zu berühren und zu küssen. Ihre Hände waren dann einfach über Kathryns Körper gewandert, ohne das sie selbst irgendetwas davon geplant hatte. Sie war eigentlich wie in Trance gewesen.

Kathryn sah Seven sprachlos an und blinzelte sie mit ihren Augen verwirrt an.

„Aber..., ich meine... ich dachte, du und Chakotay..., ihr... hättet...“ Kathryn stotterte vor sich hin und Seven lächelte sie warm an und schüttelte ihren Kopf.

„Nein, soweit sind wir nie gekommen. Chakotay wollte, aber ich nicht. Ich war immer zu nervös und verspannt. Und daher kam es nie dazu.“ gestand Seven.

„Oh.“ sagte Kathryn nur und setzte sich auf ihr Bett.

„Ja. Und eben wollte ich dich auch nicht verführen und mit dir Sex machen. Es war nur, ich..., ich wollte dich noch etwas fragen und kam daher zu dir in dein Zimmer. Du hattest mich nicht bemerkt, weil du dich gerade schnell ausgezogen und dann den Badeanzug angezogen hast. Aber ich verspürte ein großes Verlangen dich zu berühren und dann war ich schon bei dir und … Ich wollte nicht deine Privatsphäre stören oder dich ohne deine Erlaubnis berühren. Es war... es tut mir leid.“ sagte Seven beschämend. Doch Kathryn hielt ihre Hand Seven entgegen und Seven nahm diese an.

Kathryn zog Seven zu sich auf das Bett und gab ihr einen Kuss.

„Es hat mich sehr erregt, wie du mich überrascht und berührt hast. Und ich wäre gern weiter gegangen, wenn nicht all diese Unklarheiten existieren würden.“ erklärte Kathryn traurig.

„Du bist mir also nicht böse?“ fragte Seven unsicher, doch Kathryn schüttelte ihren Kopf.

„Nein, ich bin dir nicht böse. Wäre ich böse gewesen, hätte ich es gleich unterbunden. So war ich sehr angenehm überrascht. Kannst du mir bitte meinen Rücken mit der Sonnencreme eincremen?“ fragte Kathryn und Seven nickte ihr zu und nahm die Sonnencreme in ihre Hand.

Seven verteilte etwas Sonnencreme auf ihre Handflächen und rieb sorgsam zuerst Kathryns Schultern ein.

„Ich habe heute morgen, als du noch geschlafen hast, mit Gretchens Erlaubnis mich in das Computerterminal eingeloggt und nach einer Unterkunft in San Francisco gesucht. Ich habe leider nichts gefunden, daher habe ich ein Hotelzimmer gebucht. Seit du mir das Konto eingerichtet hast, habe ich fürs erste genug Kredits um mir das leisten zu können. Ich möchte ungern in den Quartieren der Sternenflotte die nächsten Wochen wohnen.“ erzählte Seven leise und Kathryn hatte ihren Kopf zu ihr nach hinten gedreht und sie mit einen traurigen Gesicht angeschaut.

„Du bleibst also nicht?“ fragte sie leise.

„Nein, ich muss herausfinden wer ich bin, wer ich sein möchte und was ich mit meinen weiteren Leben anfangen möchte. Ich habe auch daran gedacht, meine Tante Irene kennen zu lernen, so wie du es mir vor einiger Zeit nahe gelegt hast.“ erwiderte Seven.

Kathryn drehte ihren Kopf wieder nach vorne und versuchte die Tränen, die in ihren Augen schon stachen, zurück zu drängen.

„Was ist mit uns beiden?“ fragte sie leise.

„So lange ich nicht weiß, wer ich bin und was ich mit meinen Leben anfangen möchte, kann ich keine Beziehung mit dir eingehen. Das wäre eine falsche Vorgehensweise.“ antwortete Seven logisch und Kathryn musste ihr zustimmen, obwohl es ihr das Herz zerbrach.

Kathryn drehte sich zu Seven um und sah sie genau an.

„Seven, ich möchte das du weißt, das ich immer deine Freundin sein werde und du immer meine Liebe und meine Unterstützung haben wirst. Du und Icheb werdet immer zu Familie gehören und  hier oder wo ich leben werde, willkommen sein.“ erklärte Kathryn und zog Seven in ihre Arme und drückte sie fest an sich.

Seven legte ihre Arme um Kathryn herum und drückte sie ebenfalls fest an sich.

Als sich die beiden von einander lösten, hatten sie beide Tränen in den Augen, die langsam ihren Wange herunter liefen.

„Ich liebe dich.“ sagte Kathryn leise und Seven schloss ihre Augen, für einen kurzen Moment. Nachdem sie sie wieder öffnete, sah sie Kathryn sehr verliebt an und ihre Unterlippe begann kräftig zu zittern, da sie versuchte, nicht zu schluchzen.

„Ich..., ich..., ich liebe dich auch, aber ich muss gehen.“ erwiderte Seven leise und Kathryn nickte ihr zu.

„Ich weiß. Ich bin immer für dich da, vergiss das bitte nicht.“ erwiderte Kathryn und lächelte Seven sanft an.

Seven beugte ihren Kopf zu Kathryns Kopf und legte ihre Lippen auf Kathryns, die sofort den Kuss erwiderte und Seven wieder in ihre Arme schloss.

***********************


„Wieso siehst du so traurig aus?“ fragte Gretchen, nachdem sie sich neben Kathryn auf die Stranddecke gesetzt hatte.

„Hallo Mom, schön das du her gekommen bist.“ erwiderte Kathryn und zeigte auf Seven, die im See munter herum schwamm.

„Ich habe ihr erst vor einer knappen Stunde das schwimmen beigebracht und nun ist sie nicht mehr aus dem Wasser heraus zubekommen.“ erzählte Kathryn weiter und setzte ein gezwungenes Lächeln auf. Jedoch konnte sie Gretchen nicht täuschen.

„Und warum schaust du dann so traurig?“ fragte sie noch einmal.

„Weil sie morgen abreist.“ erklärte Kathryn leise.

„Verstehe, das tut mir leid für dich. Darf ich fragen, wieso?“ fragte Gretchen und sah ihre Tochter an.

„Sie weiß nicht wer sie ist und sie möchte es heraus finden. Sie möchte auch ihre Tante Irene besuchen. Ich denke es ist eine gute Idee, wenn sie ihre Verwandtschaft kennen lernt und vielleicht  kann sie dort heraus finden wer sie ist.“ erwiderte Kathryn und Gretchen nickte ihr zu.

„Weiß sie, das sie jederzeit bei uns Willkommen ist?“ fragte Gretchen und Kathryn sah sie erstaunt an.

„Ja natürlich Mom, ich habe es ihr gesagt und sie hat mir versprochen, sich regelmäßig bei mir zu melden, um mich wissen zu lassen, wie es ihr geht.“ erwiderte Kathryn.

„Gut.“ sagte Gretchen und erhob sich von der Stranddecke. „Ich werde mich kurz abkühlen im See. Bin gleich wieder da.“ sagte sie und schritt schon runter zum See.

Kathryn sah ihr hinter her und bedauerte, das ihre Mom nicht geblieben war, um sie zu trösten. Sie fühlte sich elendig und wusste nicht genau wie sie damit umgehen sollte, das Seven morgen schon abreiste und sie nicht wusste, wann sie sie das nächste mal wiedersehen würde. Am liebsten würde sie sich in ihrem Zimmer unter ihrer Bettdecke verkriechen und hemmungslos ihren Kummer freien Lauf lassen und heulen. Aber so musste sie stark sein und ein Lächeln für Seven aufsetzen und dürfte niemanden wissen lassen, wie sehr sie Sevens Entscheidung hasste.

Schwer seufzend und mit wässrigen Augen legte sich Kathryn zurück auf die Stranddecke und wischte sich schnell ihre Tränen ab, die sich aus ihren Augen heraus gestohlen hatten. Dann bedeckte sie sie mit ihrem Arm und versuchte nicht weiter darüber nachzudenken. Was ihr natürlich nicht gelang.

Eine Weile konzentrierte sich Kathryn daher auf die Geräusche um sich herum. Die Vögel zwitscherten, die Bienen summten, die Kinder lachten und …

Kathryn setzte sich schnell auf, als sie ihre Mom und Seven näher kommen hörte, die sich gerade über irgendetwas unterhielten.

Kathryn lächelte beide Frauen zu, die sie so unendlich liebte, während sie im inneren verzweifelt war.

Als die beiden nahe genug war, reichte Kathryn erst ihrer Mutter ein Badehandtuch und dann stand sie auf, um auch Seven ein Handtuch um ihrem Körper zu schlingen.

Seven hatte schon recht blaue Lippen und zitterte leicht.

„Danke“ sagte sie, als Kathryn das Handtuch vollständig um ihren ausgekühlten Körper gewickelt hatte und es ihr sofort ein wenig wärmer wurde.

Kathryn nickte ihr einfach nur zu, unfähig etwas zu sagen. Am liebsten hätte sie Seven in ihre Arme gezogen und sie auf diese Weise warm gerubbelt. Und am liebsten hätte sie sie dann nie wieder los gelassen, sondern für immer fest gehalten. So aber, setzte sie sich zurück auf die Stranddecke und holte aus dem Picknickkorb eine Thermoskanne heraus, die Tee enthielt. Diese schraubte sie vorsichtig auf und goss dann ein wenig Tee, in eine Tasse, die sie ebenfalls aus dem Picknickkorb herausgefischt hatte.

„Komm, setzt dich her zu mir und wärm dich mit dem Tee auf.“ sagte sie zu Seven, die sich bereitwillig neben Kathryn setzte und dankbar die Tasse mit dem Tee entgegennahm und gleich an der Tasse nippte.

„Besser?“ fragte Kathryn nachdem Seven´s Lippe aufgehört hatten zu zittern und ihre natürlich Hautfarbe wieder angenommen hatten.

„Ja, danke.“ sagte sie, während sie ihre leere Tasse beiseite stellte und das Handtuch noch ein wenig mehr an ihrem Körper zog.

Kathryn schüttelte ihren Kopf.

„Weißt du, du musst aus den nassen Badesachen heraus und ein trockenes Handtuch um dich wickeln. Das ist viel effektiver und wird dich auch viel besser wärmen.“ erklärte Kathryn und Seven sah sie blinzelnd an.

„Komm ich helfe dir. Ich halte das trockene Handtuch vor dich, so kannst du dich ausziehen, ohne das dich jemand sieht. Okay?“ fragte Kathryn und Seven nickte mit ihrem Kopf.

„Akzeptabel.“ antwortete sie und stand von der Stranddecke auf. Währenddessen kam Gretchen aus dem nahe gelegenen Wäldchen zurück und hatte sich schon dort umgezogen.

Kathryn breitete das Handtuch vor Seven aus und Seven begann das nun feuchte Handtuch von ihrem Körper zu wickeln, danach zog sie ihre Badehose aus und als letztes ihr Badeoberteil. Nachdem sie endlich von den nassen Sachen befreit war, wickelte Kathryn das trockenen Handtuch um Sevens Körper und reichte ihr noch ein kleines Handtuch, für ihre nassen Haare.

„Du warst ziemlich lange im Wasser. Hattest du Spaß?“ fragte Kathryn und Seven grinste sie breit an.

„Ja, ich hatte nicht gedacht, das man sich so gut fühlen kann, wenn man im Wasser schwimmt. Mein Körper fühlte sich schwebe los an. Irgendwie frei.“ erwiderte Seven und strahlte Kathryn an.

„Das ist schön, das du soviel Freude daran hast. Nur das nächste mal, solltest du aus dem Wasser kommen, sobald du merkst, das dir kalt ist und du auskühlst.“ tadelte Kathryn sie ein wenig und Gretchen kicherte.

„Als wenn du dich selbst jemals daran gehalten hättest.“ erwiderte Gretchen und Kathryn runzelte für einen kurzen Moment ihre Stirn. Doch dann sah sie ein, das ihre Mutter recht hatte und sie grinste sie zurück an.

„Stimmt Mom, du hast recht.“ erwiderte Kathryn und setzte sich zurück auf die Stranddecke.

„Doch damals war ich noch ein Kind und hatte andere Dinge im Kopf, als auf meine Eltern bei dieser Sache zu hören.“ sagte Kathryn und zwinkerte Seven zu, die sich neben Kathryn setzte.

„Wenn man soviel geschwommen ist, ist man wie ausgehungert. Kathy hol doch mal die Snacks aus dem Picknickkorb heraus.“ bat Gretchen und Kathryn sah in den Picknickkorb und holte die verschiedenen Behälter und Schüsseln aus dem Picknickkorb, die sie an Seven weiterreichte, welche von ihr dann an Gretchen weiter gegeben wurden.

Als letztes holte Kathryn noch Teller und Besteck aus dem Picknickkorb und Gretchen schaufelte auf den einzelnen Tellern das Essen auf. Seven bekam große Augen, als Gretchen ihr ihren Teller übergab. Nun, er war eindeutig nicht so voll, wie der Teller von Kathryn oder Gretchen, aber es war immer noch viel mehr darauf, als Seven jemals essen konnte. Daher seufzte sie tief auf und sah bedrückt auf ihren Teller hinunter.

„Keine Sorge, du musst nicht alles essen. Aber es wäre schön, wenn du von jedem Gericht ein wenig probierst.“ erklärte Kathryn, die gesehen hatte, wie Seven auf ihren vollen Teller geschaut hatte.

„Danke.“ erwiderte Seven leise und Gretchen sah sie lächelnd an.

„Sehr gut. Ich hoffe es schmeckt dir. Kathryn sagte mir vorhin, das du morgen schon abreist. Das ist sehr schade, weil ich gehofft hatte, das du zu unseren Gartenfest bleibst. Aber du kommst uns doch wieder besuchen oder?“ fragte Gretchen und Seven blinzelte sie ein wenig überrumpelt an.

„Ja, natürlich.“ sagte sie nur und schob sich einen Happen vom Essen in ihrem Mund.

„Schön, das freut mich.“ erklärte Gretchen und begann ebenfalls ihr Essen zu essen.

Alle drei aßen ihr Essen in einer angenehmen Stille und obwohl Seven nicht alles geschafft hatte, hatte sie wenigsten von jeden Gericht auf ihrem Teller ein wenig probiert.

„Woah, Mom das war alles so lecker, aber jetzt bin ich ziemlich voll. Ich denke ich brauche einen Verdauungsspaziergang.“ sagte Kathryn und erhob sich von der Stranddecke.

„Sollen wir dich begleiten?“ fragte Gretchen, doch Kathryn schüttelte ihren Kopf.

„Nicht nötig.“ sagte sie und ging schon los. Sie wollte jetzt wirklich einen Moment für sich allein sein und über Seven morgige Abreise nachdenken.

Sowohl Seven, als auch Gretchen sahen ihr stirnrunzelnd hinterher.

„Hm..., wahrscheinlich braucht sie einen Moment für sich. Wir sollten einpacken und schon mal zurück zum Haus gehen.“ entschied Gretchen und Seven sah sie enttäuscht an. Da sie gehofft hatte, nach dem Essen noch einmal ins Wasser gehen zu können.

Gretchen sah wie Seven ihren Mund schmollend gezogen hatte und sah sie fragend an.

„Was?“ fragte sie neugierig.

„Ich wollte noch weiter schwimmen.“ erklärte Seven, doch Gretchen schüttelte lachend ihren Kopf.

„Nein, das wird nichts. Nachdem Essen darf man mindestens 1 Stunde nicht schwimmen gehen, weil das schlecht für deinen Körper ist. Und in eine Stunde, ist das Wasser im See schon so abgekühlt, das du dich wahrscheinlich erkälten würdest. Also nein und anziehen solltest du dich auch langsam. Du hast schon überall Gänsehaut.“ erklärte Gretchen und Seven sah sie verwirrt an.

„Gänsehaut?“ fragte sie und Gretchen lachte laut auf.

„Ja, sieh nur deine Haut ist gekräuselt. Das bedeutet das dir kalt ist und daher richten sich alle deine Härchen auf, um dich ein wenig zu wärmen. Und das nennt man Gänsehaut. Komm ich helfe dir. Zuerst musst du deine Unterhose anziehen, dazu kannst du das Handtuch ruhig erst einmal um deinen Körper lassen.“ Gretchen half Seven aufzustehen und reichte ihr dann ihre Boxershort.

Seven stieg vorsichtig mit ihrem linken Fuß hinein und dann mit ihrem rechten Fuß und zog sie dann ein wenig umständlich unter den Handtuch hoch.

„Sehr gut und nun dein Shirt.“ orderte Gretchen an.

Seven nahm ihr Shirt und zog es an, sobald es ihren Oberkörper bedeckte, löste sie das Handtuch und legte es beiseite. Als nächstes zog sie ihre Latzhose, die sie die letzten Tagen immer angehabt hatte, an. Zuletzt zog sie noch ihre Socken und ihre Schuhe an. Sobald sie vollständig angezogen war, wurde ihr auch gleich wärmer.

Gemeinsam packten dann die beiden Frauen, den Picknickkorb mit den Behältern, Teller und Besteck wieder voll und legte die Stranddecke zusammen. Da Kathryn noch nicht zurück von ihrem Verdauungsspaziergang war, gingen sie ohne sie zurück zum Haus.
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