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Drachenblut und Kopfgeldjägerin - die Legende von Sal

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 / Het
24.08.2020
18.04.2021
85
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07.04.2021 1.972
 
Kapitel LXXXII

„Wir danken euch sehr für die Begleitung“ nickten Skadi und Sal den Sturmmänteln zu, als sie Kürbis an den Ställen von Rifton abgaben und Hofgrir mit ein paar Münzen versorgten.
„Wir haben uns gegenseitig geholfen“ wehrten die Männer fröhlich ab und einer machte auch schon etwas mit dem örtlichen Kutscher aus:
„Und danke noch einmal, für die Hilfe in Ivarstatt. Wir wären zu spät gekommen, dank Euch sind nur wenige Bewohner gestorben und nicht nur das Gasthaus ist bald wieder aufgebaut.“
„Es war selbstverständlich für uns“ lächelte Skadi sanft und dann betraten die beiden Frauen die Stadt, es war schon dunkel, nur noch wenige Riftoner waren unterwegs und kühle Luft kam vom See her, legte sich auf die Häuser und Straßen.
„Wir könnten Morgen einmal zu dieser Dämmerwacht runtergehen“ schlug Sal vor:
„Jetzt sind wir ja zu dritt hier, und auf einen Tag mehr oder weniger kommt es ja nun wirklich nicht an. Außerdem brauche ich Bolzen, vielleicht haben sie da welche für mich übrig. Wenn ich eine Gilde für die Vampirjagd aufstellen würde, dann würde ich mir als erstes einen Schmied besorgen. Egal mit welchen Waffen ich auf die Jagd gehe, oder mit welchen Rüstungen. Selbst als Zauberer sollte man etwas schützendes tragen, ein Schmied wird also auf jeden Fall immer gebraucht.“
„Ich bin mir fast schon sicher, dass sie einen Schmied haben. Und wenn dieser Esbern sich schon ewig unten im Rattenweg versteckt, dann wird es wirklich auf einen Tag mehr auch nicht mehr ankommen“ bestimmte Skadi und sie erreichten den Bienenstich, überlegten für einen Moment ob sie dort einmal hinein sehen sollten. Vielleicht hatte es sich Tyr dort ja gemütlich gemacht, aber eigentlich war das recht unwahrscheinlich.
„Hoffentlich ist Brynjolf nicht allzu wütend auf mich“ überlegte Sal ein wenig unsicher, als sie sich dagegen entschieden und gleich auf den Weg zum geheimen Eingang machten.
„Weil Ihr mit ihm geschlafen habt, und jetzt mit Ulfric verlobt seid?“
„Ja.“
„Es war nur Sex, und wenn er klug ist... und Eure Freundschaft schätzt... dann wird er dies genauso sehen wie Ihr.“
Sie erreichten den Geheimeingang und betraten darüber die Zisterne, welche sich erneut sichtlich verändert hatte. Alles wirkte sauberer, heller, und die Statue von Nocturnal machte sich wirklich gut neben den Betten und der größeren Kochstelle. Es gab nun sogar einen längeren Tisch für die Diebe, und auf diesem standen noch ein paar Schüsseln. Anscheinend hatte man da vor Kurzem noch gegessen.
Aber außer Rune, und ein paar müden Dieben, war keiner da, weder Tyr noch Brynjolf.
„Ob Tyr doch oben im Bienenstich ist“ überlegte Skadi.
„Nein, wahrscheinlich nicht. Hier ist das Bett gratis“ sie betraten die zersplitterte Flasche und da saß der Freund tatsächlich mit Brynjolf an einem Tisch, ließ sich den Met schmecken. Und auch Etienne war da, kaum sah er das Drachenblut, sprang er sie an und umarmte sie fest.
„Sal“ fiepte er:
„Ich weiß gar nicht wie ich Euch danken kann.“
„Ähm...“ die junge Halb-Dunmer spürte wie ihr das Blut in den Kopf schoss, und das auch weil Brynjolf nun aufstand und die Fäuste in die Hüften stemmte.
Das sah alles nicht gut aus für sie.
Aber Tyr grinste auch so komisch.
„Also...“ begann der Diebesgildenmeister und dann glitt ihm auch ein Grinsen über die Lippen, erlaubten sich die Beiden vielleicht einen Scherz mit ihr:
„Gebt sie frei, Etienne.“
„Natürlich“ schnappte der Dieb nach Luft und ließ sie dann los, um sich gleich Skadi zu widmen:
„Ohne euch hätten mich die Thalmor wahrscheinlich zu Tode gefoltert.“
„Auch ich bin euch sehr dankbar, aber was muss ich da aus Windhelm hören. Ihr habt Euch mit Ulfric verlobt, Salestra Arethi“ grinste Brynjolf immer breiter, Sal rieb sich verlegen an der Nase:
„Ihr seid sehr süß, wenn Ihr so verlegen seid. Aber das müsst Ihr nicht, es war nur logisch das Ihr Euch für ihn entschieden habt. Wäre ich an Eurer Stelle gewesen, hätte ich das auch getan.“
„Ich habe das nicht getan, weil es logisch war“ wehrte das Drachenblut ab und setzte sich dann mit an den Tisch:
„Wir wären schon eher hier gewesen, wenn nicht die kaiserliche Armee Ivarstatt angegriffen hätte. Aber zum Glück waren wir auch gerade da und konnten helfen.“
„Tullius scheint Panik zu bekommen“ bestimmte Tyr sofort:
„Ulfric nimmt ihm Reach, Balgruuf ist sein Verbündeter. Jetzt hat er nur noch Falkenring und Haafingar. Mit zwei Fürstentümern, von insgesamt neun, gewinnt man keinen Krieg. Wie lief es in Flusswald?“
„Schlecht. Also nein“ Skadi konnte sich endgültig von Etienne befreien, und auch Brynjolf setzte sich wieder dazu, bestellte Met für sie alle:
„Eigentlich ist es egal, aber wir mussten Delphine töten.“
„Ihr musstet sie töten“ staunte der Meisterdieb.
„Ja. Wir konfrontierten sie mit den Fakten und sie war alles andere als begeistert davon, dass wir Elenwen nach Oblivion schickten“ erzählte Sal:
„Sie bezeichnete besonders mich als dumm und eine Marionette der Graubärte, woraufhin wir uns von ihr trennten. Erstmal nicht durch den Tod, aber sie kam uns nach und griff uns mit Zaubern an, woraufhin wir keine andere Wahl mehr hatten. Wir müssen also ohne sie weitermachen, und am Besten erzählen wir diesem Esbern nichts davon. Er wird nicht kooperieren, wenn er weiß das wir schon eine Klinge getötet haben. Wisst Ihr von ihm, Brynjolf?“
„Ja, ich und Vekel. Er kommt durch uns an Lebensmittel und andere Dinge, wie Bücher. Und er hat auch schon für Drachenknochen bezahlt. Wir können euch jederzeit zu ihm bringen.“
„Morgen erstmal nicht“ wehrte Sal gelassen ab:
„Wir dachten, da wir ja jetzt endlich mal wieder zu dritt in Rifton sind, könnten wir der Dämmerwacht einen Besuch abstatten. Immerhin hatten wir es ja Isran versprochen, beziehungsweise seinem Boten. Es ist schon so lange her, dass ich seinen Namen vergessen habe.“
„Vanik“ meldete sich Skadi sofort, woraufhin Tyr wieder grinsen musste und Sal es ihm gleich tat:
„Ich habe keinerlei Interesse an ihm. Das wäre auch derzeit sehr problematisch, denn ich reise mit euch und er geht auf Vampirjagd. Wir könnten uns also kaum sehen. Und wenn mir das Reisen mit euch schon wichtiger ist, dann hat das alles auch keine Zukunft. Aber ich muss zugeben das er nicht unattraktiv ist. Trotzdem bin ich mehr gespannt darauf was dieser Esbern zu sagen hat, als auf diese Dämmerwacht. Auch wenn es etwas mysteriöses hat, besonders dieser Isran.“
„Wir sollten auch noch einplanen, wann wir nach Winterfeste reisen können. Auf jeden Fall aber nicht zusammen mit diesem Esbern“ überlegte Tyr ernsthaft und wurde sehr neugierig angesehen.
„Erst wolltet ihr überhaupt nicht zur Akademie und plötzlich müsst Ihr unbedingt hin“ grinste Sal breit:
„Wenn das mal nicht an einer gewissen Magierin liegt? Wie steht es mit Mercer, Brynjolf.“
„Er hat sich nicht mehr gezeigt, und ich glaube auch zu wissen wieso er so beschäftigt ist. Es geht um etwas sehr wertvolles, aber auch mächtiges. Weswegen er sich auch erstmal Wissen aneignen muss. Wir sind selbst noch am Anfang, aber schon wesentlich weiter als er. Wenn ihr zur Akademie reist, dann solltet ihr unbedingt einmal mit Enthir sprechen.“
„Warum“ hakte Tyr sofort nach.
„Er ist unser Verbindungsmann dort, und er verkauft magische Gegenstände, die ihr sonst nirgends findet“ grinste Brynjolf breit:
„Für euch auch sicher zu einem Freundschaftspreis.“
„Er ist also Euer Hehler dort“ stellte Skadi gelassen fest:
„Und sein Name klingt nach einem Bosmer.“
„Er ist mehr als nur ein Hehler, er ist auch Mitglied der Gilde. Wir schickten ihn vor einigen Jahren zur Akademie, um etwas zu „besorgen“, aber die Zauberer erwischten ihn. Sie stellten ihn vor die Wahl, entweder er wird Mitglied bei ihnen, oder sie schießen ihn einmal quer über das Geistermeer. Sie sahen wohl sein Potential und tolerieren seine Aktivitäten stillschweigend, wenn sie diese nicht sogar selbst nutzen. Worüber denkt Ihr nach, Sal?“
Das Drachenblut war sehr schweigsam und nachdenklich geworden, starrte auf den Eintopf, welchen ihr Vekel vor die Nase stellte.
„Ich hoffe das wir diesen Esbern nicht umsonst aufsuchen“ bestimmte sie dann:
„Und das er wirklich ein paar nützliche Informationen für uns hat. Ich brauche etwas, was mir den Sieg über den Weltenfresser sichert. Er wird wahrscheinlich nicht die ultimative Lösung haben, aber vielleicht den Weg dorthin. Und wenn er diese Informationen nicht freiwillig herausgibt, dann sollten wir ihn eventuell ein Weilchen mit Skadi allein lassen.“ Den letzten Satz sagte sie mit einem besonders unheilvollen Grinsen, und die ehemalige Piratin erwiderte dieses ebenso finster.
„Wir kennen ja sowieso jemanden, der die Klingen nicht sonderlich mag und der wird es begrüßen wenn wir nicht allzu lange mit diesem in Kontakt stehen“ nickte Tyr leicht amüsiert:
„Und ich kann mir gut vorstellen das dieser Esbern ähnlich wie Delphine denkt. Es ist das was sie seit dreißig Jahren plagt, das hat sie so bitter und wütend werden lassen. Was haben die Bewohner von Flusswald zu ihrer toten Wirtin gesagt?“
„Sie haben den Angriff mitbekommen, zumindest größtenteils“ seufzte Sal:
„Es geschah ja vor dem schlafenden Riesen. Sie verscharrten die Leiche irgendwo, Delphines Sachen haben wir dann im Fluss versenkt. Alles was an die Klingen, und sie selbst, erinnerte. Ich bin jetzt müde... Immerhin haben wir heute Morgen gegen Delphine gekämpft und dann auch noch gegen kaiserliche Soldaten.“ Sal stand auf und Skadi nickte zustimmend, erhob sich ebenfalls vom Tisch.
„Ich habe Betten für euch frei gehalten“ Brynjolf stand auf und trank seinen Met aus:
„Und Ihr könntet wieder zu mir ins Zimmer, Sal.“
Er grinste breit und wich einem halbherzigen Angriff aus, fing sie dabei aber auch auf und drückte sie sanft an sich.
„Er muss es ja nicht wissen, und ich habe immer noch das sauberste Bett in der ganzen Gilde. Und das weicheste.“
„Also gut“ bestimmte Sal müde und nahm die Schüssel mit dem Eintopf, trank diesen dann einfach aus und schluckte ihn auf einmal runter:
„Aber wenn Ihr Eure Finger nicht bei Euch behalten könnt, werdet Ihr diesmal nicht nur mit einer gebrochenen Rippe aufwachen.“
„Ich werde brav sein“ versprach Brynjolf, mit dem Grinsen eines wahren Diebes im Gesicht, und führte Sal dann weg.
„Er wird nicht brav bleiben“ bestimmten Skadi und Tyr gleichzeitig, mussten dann lachen und suchten ihre eigenen Betten auf:
„Und sie ebenfalls nicht.“

„Ihr hattet erneut Sex mit Brynjolf“ stellte Skadi fest, als sie am frühen Morgen Rifton verließen und sofort sahen sie, wie Sal immer dunkler wurde und dann etwas mühsam nach Luft schnappte.
„Ich bin noch nicht fest gebunden, trotzdem sollte Ulfric dies nicht unbedingt erfahren“ murmelte sie verlegen. Zum ersten Mal verließen sie die Stadt in Richtung der Grenze zu Cyrodiil und Morrowind. Aber sie würden diese so gut es ging meiden, denn es war sehr wohl noch möglich das dort kaiserliche Soldaten stationiert waren.
„Ich denke, dass er auch verstehen wird wenn das Drachenblut sich einmal amüsieren möchte. Aber wir werden ihm natürlich nichts sagen“ versprach Tyr:
„Brynjolf sah gerade sehr mitgenommen aus, glücklich, aber auch erschöpft. Ich frage mich wie Ulfric das durchhält.“
„Jedenfalls öfters als Brynjolf“ streckte Sal ihm die Zunge frech heraus, wurde dann aber wieder ernst:
„Und Brynjolf hat es zum Glück diesmal vermieden mich zu kitzeln. Trotzdem, ich weiß um meine Kraft und Ulfric eben auch. Mir kam es vor, als wäre ich nicht seine erste Ork im Bett gewesen.“
„Und damit habt Ihr es dann sehr gut getroffen“ schmunzelte Skadi und sie schlugen einen Weg ein, vorbei an einem dichten Wald und einem großen Haus, auf einer Anhöhe:
„Ich meine gehört zu haben, dass dies ein Haus von Maven ist.“
„Ich würde ihr durchaus zutrauen, dass sie nicht nur das Haus in der Stadt hat, sondern auch eines hier draußen“ überlegte Tyr ernsthaft:
„Und dort hinten scheint der Eingang zur Dämmerwacht zu sein. Zumindest sind da Feuerschalen vor einer Höhle aufgestellt.“
„Sehen wir uns das an und dann bin ich auch wirklich sehr gespannt auf Isran“ nickte Sal ernst und strich sich dabei kurz durch das Haar:
„Und was er uns zu sagen hat.“
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