You have to marry, (f*ck)

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Draco Malfoy Hermine Granger
24.08.2020
27.09.2020
19
40.366
24
Alle Kapitel
59 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
16.09.2020 2.233
 
15 Sterne, wow, danke! Und auch danke an alle diejenigen, die immer so nette Reviews und Mails schreiben!
Soooo dann gibt es jetzt wohl auch die Antwort auf die Fragen der Fragen und am Ende ein bisschen sad Hermine :(
Was denkt ihr über den Schluss?

Additionally, ich weiß nicht ob ich morgen noch ein Kapitel fertig schaffe und über das Wochende bin ich nicht Zuhause und habe auch keine Zeit zu schreiben :( Deshalb lesen wir uns vermutlich erst am Montag oder Dienstag.
lg

...

15. [... ]

...

Hermine war sprachlos.
“Also außer du willst auch weg, so wie Carter.”, Malfoy schien so gelassen, doch auch in ihm brodelte etwas. Er immerhin nicht jeden Tag um die Hand einer Hexe an. Es war sogar das erste Mal, dass er einen Heiratsantrag machte (was bei seinem jungen Alter auch nicht allzu überraschend sein sollte). Carter hatte er nie offiziell gefragt, wieso auch, wo sie einander zugeteilt wurden.
“Nein.”, sagte Hermine.
“Nein was?”, fragte Malfoy.
“Ich will nicht weg.”
“Ok.”
Stille. Es war erdrückend. Hermine hatte seine eigentliche Frage noch nicht beantwortet.
“Ich kann das nicht.”
“Ok.”
Und dann stand Draco Malfoy auf und ging davon. Hermine fragte sich, was sie angestellt hatte. Er war ihre Möglichkeit einen Partner zu bekommen! Und sie seine. Aber sie wollte doch keinen Malfoy heiraten! Seine Tante hatte ihr den Arm aufgeritzt und die Narben waren nur mit vielen magischen Behandlungen wegzubekommen. Das Trauma trug sie noch immer mit sich. Sie konnte ihn schon allein deswegen nicht heiraten. Hinzu kam sein Vater, der für ein Jahr nach Askaban musste. Er selber war ein Todesser gewesen. Unwillkürlich fragte Hermine sich, ob er das Mal noch immer mit sich trug.
Ruckartig stand sie auf und lief Malfoy hinterher. Sie sah seine Silhouette durch den Eingang gehen, hinaus auf die Ländereien. Sie trug nur ein Sweater und draußen war es kalt, doch das war ihr egal.
Hermine war noch nie die beste im Sprinten gewesen und so war sie völlig außer Atem als sie bei Malfoy ankam. Sie erreichte ihn nahe der Linde, an der sie so gerne saß und lernte.
“Malfoy!”
“Granger.”, sagte er und drehte sich gelassen zu ihr um. Er sah nicht aus wie ein Mann, der gerade eine Abfuhr bekommen hatte. Er sah aus wie an jedem anderen Tag. Sein hellblondes Haar war nicht mehr gegelt wie früher, er hatte leichte Ringe unter seinen grauen Augen. Schmale Lippen und ein spitzes Kinn. Er trug einen schwarzen Anzug.
“Du willst mich heiraten?", fragte sie und der Unglaube schwang in ihrer Stimme mit.
"Es ist wohl eher ein Müssen als ein Wollen.", sagte Malfoy. Und das war die Realität. Sie würde nicht aus Liebe heiraten und das hatte sie doch immer gewollt. Sie nickte. Sie redete nicht. Sie war viel zu stumm in letzter Zeit. Die Umstände erdrückten sie und das Atmen wurde schwer. Hermine streckte die Hand aus und Malfoy schaute sie fragend an.
"Wir heiraten. Das ist sowas wie unser neuer Deal."
Und er nahm ihre Hand und nickte.

Schon beim Abendessen zwei Stunden später wusste das ganze Schloss Bescheid. Hermine hatte nicht einmal irgendwem davon erzählt, doch irgendwer schien es mitbekommen zu haben. Malfoy musste geplaudert haben. Die Gryffindor war nach dem Gespräch mit dem Slytherin in die Bibliothek gegangen, zum Nachdenken.
Sie war die erste am Gryffindortisch. Als zweites kam Ron, tiefrot angelaufen.
"Malfoy? Wirklich Hermine, Malfoy?", wütend schlug der Weasley auf den Tisch, "Wir heiraten!"
"Ron!", zischte Hermine und packte ihn am Kragen. Sie zogen ihn runter, sodass er nun neben ihr saß. Die kleine Gruppe Ravenclaws, die schon in der Großen Halle war, schaute zu ihnen.
"Mine!"
"Nein, nichts Mine!", bestimmte die junge Granger, "Und nichts von wegen wir werden heiraten!" Warum sagte sie das, warum machte sie es sich kaputt? Ehrlich gesagt schien es gerade erträglicher Draco Malfoy als Ron Weasley zu heiraten.
"Du magst Mandy doch?", fragte Hermine dann um einiges ruhiger und ließ von Rons Kragen ab. Ron nickte und schaute bedrückt auf seine Hände. Das konnte er gut. Hermine seufzte. Das alles war so kompliziert.
"Ich will einfach nicht, dass du Malfoy heiraten musst. Wir sind doch Freunde und Freunde helfen einander.", sagte Ron ohne aufzuschauen. Hermine nickte und sagte: "Ja wir sind Freunde … aber das werde ich alleine schaffen. Mach dir dein Leben nicht kaputt. Ich werde Malfoy heiraten." Und dann weinte sie. Sie weinte so sehr, dass ihre Augen brannten. Ron nahm sie in den Arm und Hermine wusste, dass sein Pulli danach durchnässt sein würde. Harry kam und tätschelte ihr den Rücken, Ginny wirkte eher hilflos. Der Potter ließ die momentanen Umstände unkommentiert und Hermine war froh, als das Essen auf den Tisch kam. Doch nun füllten sich die Tische und natürlich war sie das Gesprächsthema Nummer eins. Eine Kriegsheldin heiratete einen ehemaligen Todesser. Dass die "Partnerschaft" nicht freiwillig war, schienen alle zu missachten.
Auch die nächsten Tage legte sich der Trubel nicht. Hermine bekam mehrere Wutanfälle und verließ den Unterricht frühzeitig. Zum Glück war nun nichts mehr wirklich relevant. Hoffentlich würde nächstes Semester alles besser sein. Die junge Granger wollte endlich ihre Ruhe haben. Zumindest Malfoy ließ sie in Frieden. Sie hatten seit der Abmachung nicht mehr miteinander geredet und das war vielleicht auch besser so. Auf den Slytherin war Hermine gerade nicht gut zu sprechen. Sie schob die Schuld ihres schlechten Zustandes auf ihn auch wenn das unrechtens war. Ebenso verfluchte sie Ginny, da sich ihr Magen jedes Mal umdrehte, wenn die Weasley und ihr Verlobter sich küssten.
Neville und Hannah hatten ihre Verlobung noch nicht bekannt gegeben. Genau genommen waren sie auch noch gar nicht verlobt. Aber es war wohl klar, dass sie einander heiraten würden, da sie sich in den letzten Monaten (zuerst unfreiwillig) näher gekommen waren. Ob Neville über Luna hinweg war vermochte Hermine nicht zu sagen.
Der Tagesprophet schien Informationen über sie und Malfoy zugesteckt bekommen zu haben und berichtete unsinnigerweise über einen sehr romantischen und unvergesslichen Antrag. Er hatte sie in der Großen Halle gefragt. Sie hatten am Gryffindortisch gesessen und zumindest Hermine war sehr müde gewesen. Es war keineswegs romantisch und sie hätte es gruselig gefunden, wenn es so wäre. Es war schon bizarr genug, dass sie mit Draco Malfoy verlobt war.
Sie liefen nicht Händchen haltend durchs Schloss; sie warfen sich keine verliebten Blicke zu; sie saßen abends nicht gemeinsam in der Sofaecke in der Bibliothek. Sie redeten nicht miteinander. Sie bezeichneten ihre Verlobung als einen Deal. Insgeheim hoffte Hermine, dass das Ministerium die Regelung wieder aufheben würde. Vielleicht würde sie erst bei der Hochzeit realisieren, dass von ihr verlangt wurde mit Draco Malfoy eine Familie zu gründen. Daran hatte sie bis jetzt noch kein einziges Mal gedacht und das war auch gut so.

Es begann das neue Semester und Hermine freute sich auf ihre neuen Fächer. Alle anderen Gryffindors jedoch freuten sich auf das Quidditchspiel gegen Ravenclaw. Beim letzten Spiel hatten die Löwen gegen die Adler gewonnen und hatten vor dies zu wiederholen. Harry hatte seine Mannschaft bestens vorbereitet. Die letzten Tage hatten sie mehrere Extra Trainings und ihre Freunde kamen oft erst spät abends zurück. Deswegen verbrachte Hermine die meiste Zeit mir Neville oder Luna. Beide waren angenehme Zeitgenossen, auch wenn Luna in letzter Zeit besonders träumerisch war.
Es war Freitagnachmittag als sie neben Dean hinunter zum Spielfeld ging. Heute würde der Gryffindor das Spiel nicht kommentieren. Irgendein Hufflepuff wurde für diesen Job ausgewählt und Dean war sichtlich angefressen. Mehrere Minuten ließ er seinen Frust bei Hermine aus und diese nickte immer sehr verständlich. Natürlich verstand sie es nicht, denn sie würde nie in der Lage dazu sein, ein Quidditchspiel zu kommentieren. Aber sie nickte, weil sie nett und Dean ihr Freund war. Neville und Hannah liefen hinter ihnen her. Jeff und Luna hingegen hatten sich heute unter die Ravenclaws gemischt und so gerne Luna auch für die Löwen gejubelt hätte, Jeff hatte sie zu der Ravenclaw Seite des Stadions gezogen. Dafür war Lavender mit von der Partie und natürlich hatte sie Oliver mitgebracht. Die beiden schienen inzwischen unzertrennlich.
Dean schlug vor zu wetten. Hermine war erst dagegen, willigte dann aber ein. Alle setzten auf einen Sieg für Gryffindor (natürlich), ausschlaggebend war jedoch der Endstand. Hermine tippe auf zweihundertfünfzig zu hundert. Lavender war der Meinung, dass Ron heute einen guten Tag hatte und tippte zweihundert zu fünfzig. Auch Neville, Dean und Hannah schrieben ihre Vermutungen auf das Taschentuch, dass Dean aus seiner Jackentasche gekramt hatte. Es war unbenutzt - hoffte Hermine zumindest. Sie wetteten um zehn Galleonen. Es war ihr recht egal, wer gewinnen würde.
“Der, der am nächsten dran liegt, hat gewonnen!”, verkündete Dean und dann stiegen sie alle die Treppen zu den Tribünen hoch. Dean führte sie extra weit vom Kommentator Platz weg.
Im Laufe des Spiels stellte sich heraus, dass der Hufflepuff deutlich unparteiischer kommentierte als der junge Thomas. Das war auch keine Kunst, aber Hermine fand es um einiges angenehmer. Das sagte sie Dean natürlich nicht, er würde sie sonst köpfen. Letzterer kritisierte alles an dem Hufflepuff und irgendwann schaltete Hermine ab und schaute nur noch den Spielern zu. Weder Harry noch William Porters, der Sucher der Ravenclaws, hatten den Schnatz bis jetzt gesichtet. Es war Gleichstand. Dreißig zu dreißig. Schon über eine halbe Stunde saßen sie hier und viel war noch nicht geschehen.
Dann flog der Quaffel drei Mal hintereinander durch einen von Rons Ringen und Lavender stöhnte: “Merlin …” Sie konnte ihre Wette nicht mehr einhalten und als es dann achtzig zu vierzig für Ravenclaw stand war es Neville, der bei einem jetzt überraschend geschehenden Sieg von Gryffindor Recht haben sollte. Doch der Schnatz tauchte nicht auf und die Löwen buhten laut. Es war nicht Rons bester Tag, das musste auch Lavender feststellen. Nach einiger Zeit lagen die Ravenclaws mit hundert Punkten im Vorsprung. Es sah schlecht aus. Harry müsste jetzt den Schnatz fangen, bevor die gegnerische Mannschaft mit über hundertfünfzig Punkten im Vorsprung lag.
Es geschah alles recht schnell. Wiliiam und Harry flogen ruckartig in die Höhe; Ravenclaw bekam zehn Punkte. Die beiden Sucher waren außer Sichtweite; noch einmal zehn Punkte für Ravenclaw. Wie aus dem nichts tauchte Harry aus den Wolken auf, William direkt hinter ihm; und Ron konnte den Quaffel ein weiteres Mal nicht halten. Hermine meinte Schweißperlen auf Harrys Stirn zu sehen. Hundertdreißig Punkte mehr für die Ravenclaws, Harry musste sich beeilen oder verhindern, dass der Sucher der Adler den Schnatz jetzt fing. Doch sie stürzen sich beide in die Tiefe, die Menge schien die Luft anzuhalten. Die Ravenclaws brüllten lauter, als sie es wohl je vorher getan hatten. Wieder zehn Punkte für Ravenclaw. Ginny schaffte es nicht, auch nur einen Quaffel durch die Ringe zu bringen und Ron schaffte es nicht auch nur einen mehr zu halten. Dean schrie sich die Seele aus dem Leib und verfluchte alles und jeden. Sie konnten nicht wieder verlieren, damit sanken ihre Chancen auf den Pokal erheblich.
Harry und William jagten dem goldenen Schnatz noch immer hinterher und selten hatten sie ein solch knappes Spiel erlebt.
Denn nun hielt Harry den Schnatz in der Hand. Er hatte ihn! Nur wenige Sekunden danach fiel der Quaffel ein weiteres Mal durch einen von Rons Ringen. Doch das zählte nicht mehr. Gryffindor gewann! Mit hundertachtzig zu hundertsiebzig. Sie gaben ihr Geld an Dean, der auf hundertachtzig zu achtzig gewettet hat.
“Ich hatte doch gewusst, dass Ron keinen guten Tag hatte!”, sagte er stolz.
“Reib ihm das aber ja nicht unter die Nase.”, mahnte Hermine, während sie für ihr Team klatschte.
Es gab keine große Feier, denn Harry hatte noch viel mit seinem Team zu besprechen. Es war kein gutes Spiel gewesen, das wussten sie alle. Ron war sehr niedergeschlagen. So endete der Tag ruhig, doch mit dem Gewissen, dass sie vielleicht den Pokal gewinnen würden. Doch es dauerte noch Monate bis zum Finale. Es war gerade mal Ende Januar.

Am nächsten Morgen schlief Hermine aus und ging zusammen mit Ginny zum Frühstück. Sie redeten nicht über das, worüber sie eigentlich reden sollten und ja, es war ein wenig unangenehm. Komischerweise wurde die Situation weniger anstrengend, als sich Malfoy zu ihnen an den Tisch setzte. Denn dann redeten sie gar nicht. Malfoy aß ein Käsebrot, genau wie Hermine und Ginny stocherte in ihrem Rührei.
Sie waren verlobt und für alle eintretenden Schüler mochte es ein versöhnliches Bild sein. Hermine, ihr zukünftiger Mann und die Freundin des Auserwählten. Doch sie redeten nicht. Nicht einmal Ginny und Hermine. Und das tat weh. Es tat so vieles weh. Und Hermine wusste, dass noch viel mehr weh tun würde, wenn sie diese Schule für immer verlassen würde. Denn sie hatte den Krieg nicht verarbeitet, das hatte niemand von ihnen. Das letzte Schuljahr war da, um zu verdrängen. Und das versetzte ihr noch einen Stich in die Brust. Abrupt hatte sie Angst vor ihrem Abschluss. Nicht nur weil sie Malfoy heiraten musste, sondern auch weil sie nicht wusste, was sie dann tun würde.
Sie hatte sich den Sommer über in den Schlaf geweint, hatte Panikattacken erlitten. Mit Harry hatte sie ein wenig darüber geredet und das hatte geholfen. Sie weinte sich hier nicht in den Schlaf, denn sie hatte Ginny, Parvati und Lavender, die auf sie aufpassten. Was würde Hermine machen, wenn sie wieder alleine schlafen musste? Was würde sie machen, wenn sie nicht mehr in Hogwarts war?
Review schreiben