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2020 08 24: DIE DORNEN WAREN ES BESTIMMT NICHT [by Spence-Love]

OneshotDrama, Freundschaft / P16 / Gen
Aaron "Hotch" Hotchner Jack Hotchner
24.08.2020
24.08.2020
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24.08.2020 2.113
 
Tag der Veröffentlichung: 24. August
Zitat: „ Das glaube ich nicht, Tim.“ Hör mal wer da hämmert
Titel der Geschichte: DIE DORNEN WAREN ES BESTIMMT NICHT
Autor: Spence-Love
Hauptcharaktere: Jack Hotchner, Aaron Hotchner
Nebencharaktere: Spencer Reid, Derek Morgan
Pairings: keine
Kommentar des Autors: Criminal Minds ist quasi mein Haupt-Zuhause bei FF. Momentan schwächel ich da aber ganz schön. Ich hoffe aber, dass dieser Zustand nicht ewig andauern wird und mir dieser Oneshot gelungen ist. Dieses Zitat hat mich enorm zu dieser etwas schweren Kost inspiriert ...
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„So, Kinder, das war die Geschichte von der fleißigen Müllerstochter.“ Rose Benner legte das dicke Märchenbuch auf dem Tisch neben sich und lächelte freundlich in ihre kleine Kindergruppe hinein.
„Susi, holst du bitte unsere Uhr aus dem Pflichtschrank?“
Das angesprochene Mädchen mit den schwarzen, kurzen, glatten Haaren und den himmelblauen Augen sprang sofort auf und lief emsig zu dem Aufbewahrungsmöbel, welches mit bunten Kinderzeichnungen geschmückt war.

„Ich danke dir, Susi.“ Rose nahm der Kleinen die Papp-Spieluhr aus den Händen, blickte kurz auf die große Wanduhr, welche im Zimmer hing, ehe sie die Zeiger der Papp-Spieluhr in die richtige Position drehte.

„Oh, seht nur Kinder, es ist jetzt genau halb Zwei! Wer weiß, was das bedeutet?“
„WIR MÜSSEN EIN SCHLÄFCHEN HALTEN!“, kam es da sofort aus 10 Kindermündern Rose entgegengeschallt.
„Was habe ich nur für eine kluge Kindergruppe! Ich muss euch ja gar nichts mehr beibringen. Am besten wird es sein, wenn ich jetzt einfach nach Hause gehe und ...“
„NEIN, DAS DARFST DU NICHT MACHEN, TANTE ROSE!“ Zehn Kinder stürmten nach vorne und umarmten Rose so fest sie nur konnten.
„Okay, dann muss ich wohl doch bleiben oder was meint ihr?“
„JAAAA!“
Rose lachte.
„Aber jetzt geschwind zu euren Schlafplätzen. Benötigt wer Hilfe beim Anziehen des Schläfchen- Pyjamas?“
„I wo, wir sind doch keine Babies mehr.“, gab Albert, der in dieser Gruppe stets versuchte den Ton anzugeben, zurück.
„Natürlich seid ihr keine Babies mehr, Albert, aber Hilfe kann immer angenommen werden, wenn sie gebraucht wird, das ist keine Schande.“

Ein paar Minuten später lagen alle Kinder auf ihren Schlafplätzen. Während sich ein paar bemühten, tatsächlich ins Reich der Träume zu gleiten, stöhnten die Anderen, weil ihnen die Zeit doch arg langweilig wurde.

Jack Hotchner hatte in den ersten 10 Minuten seine Augen fest zusammen gekniffen, aber es hatte nichts genützt, er war einfach nicht müde. Seufzend drehte er sich nach rechts zu seinem allerbesten Freund Tim. Da fiel ihm etwas auf.

„Du, Tim?“
Waaa… waaas… de… de… dennn, Ja… Jack?“
Tim stotterte seit seiner Geburt. Er arbeitete sehr fleißig daran, dass es besser wurde. Jeden Montag und Mittwoch nach dem Kindergarten besuchte er da so eine Frau, die ihm dabei half, dass er bald ganz schön sprechen konnte. Jack war der Einzige in der Gruppe gewesen, der auch ganz am Anfang keine doofen Bemerkungen über das Stottern gemacht hatte. Er hatte nur diesen kleinen Jungen mit den roten Haaren gesehen, der einen megacoolen Ironman Pullover getragen hatte. Was hatte ihm da dieser unbedeutende Sprachfehler gekümmert?

„Du hast ja gar nicht deinen Schläfchen-Pyjama an.“
„Ich … ich … wooo… woll… wollte ihn h… heu… heute ni… nicht a… a… anziehen.“
„Ah, okay.“
„Ihr müsst jetzt euren Mund halten oder ich gehe zu Tante Rose“, kam es da von Susi.
„Von wegen, du schläfst ja auch noch nicht.“, gab Jack zurück und wandte sich wieder an Tim.
„Wenn du Hilfe beim Anziehen benötigst, dann musst du mir das sagen, Tim. Denke daran, was Tante Rose uns heute gelehrt hat.“
„Hört endlich zu reden auf.“
„Du bist eine Nervensäge, Susi.“ Eigentlich mochte Jack Susi ja, aber gerade jetzt ging sie ihm ganz doll auf dem Keks.

„Du, Tim, ich helfe dir aber jetzt doch.“
„N… nein, J… J… Jack, la... lass mi... mich in in Ruhe.“
Doch Jack war schon aufgestanden, kniete nun neben Tim, griff nach einem Zipfel von dessen hellblauen Hemd und hob so das Kleidungsstück etwas in die Höhe.

„LA… LASS DAS … DAS SO… SOFORT SSSSSS… SEIN ODER IIIIIII HHHHA… HAB DIIIIII… DICH NIIIIIIIICHT MMMMMMEHR GGGGGGERNE!“ Tim schlug Jacks Hand weg, setzte sich auf und funkelte seinen besten Freund wütend an.

„Du bist ja ganz zerkratzt am Rücken, Tim? Tut das sehr weh?“
„K… k… kein bisschen.“
„Wie ist denn das passiert, Tim?“
„D… D… Dornen. I… ich war doch am S… S… Sonntag b… bei meiner Oma. D… die… hhhhhh… hat doch ga… gan… ganz viele Ro… Rosen, die … die … die ja Doooo… Dornen haben uuuuuund da haaaab ich … ich …  ich mich gek… ge… gekratzt.“
„Am Rücken?“ Jack blickte seinen Freund zweifelnd an.
„J… ja.“
„Das glaube ich nicht, Tim.“
„D… du bist … bist … bist jetzt a… a… ab… aber vo… voll gemein zuuuuu… mirrrrr.“
Zornig ließ sich Tim auf seinem Schlafplatz zurückfallen und schloss seine Augen. Was war Jack doch heute blöd! Ganz lange wollte er deshalb mit ihm kein Wort mehr sprechen, jawohl!

Jack jedoch dachte intensiv über Tims Rücken nach. Nein, Dornen waren das ganz gewiss nicht gewesen.

Gegen 17 Uhr wurden die ersten Kinder von ihren Eltern abgeholt. Auch Hotch hatte es diesmal einrichten können, dass er so pünktlich hatte im Kindergarten erscheinen können. Und was freute sich Jack, als er sah, wer seinen Vater da begleitete.

Spencer jedoch wurde gleich von Marybeth Greathworthy in Beschlag genommen.

„Einen schönen Nachmittag, Mr Spencer. Wollen Sie uns heute wieder mit Ihren albernen Zauberkunststückchen langweilen, bei denen man schon aus der Entfernung sieht, welche idiotischen Tricks dahinter stecken?“
Doch jetzt ein wenig pikiert, beugte sich Spencer zu Marybeth hinab.
„He, Kleiner, vergiss nicht, sie ist ein kleines Mädchen, also immer sachte.“, bemerkte Morgan, als er an den beiden vorbeiging und Spencers grimmiges Gesicht ausmachen konnte.

„Wenn es so idiotisch ist, warum bist du noch nicht wirklich dahinter gekommen, wie diese Tricks funktionieren, Greathworthy.“, zischte Spencer dem kleinen, etwas pummeligen Mädchen in deren rechten Ohr hinein. Morgan konnte ihn mal kreuzweise! Diese Marybeth war doch kein Kind! Das war ein vorlautes Frauenzimmer, gefangen in einem kleinen Mädchenkörper, das ständig etwas zu meckern hatte!

Währenddessen hatte Jack die rechte Hand von Hotch ergriffen und führte ihn hinüber zur Auto-Spielecke.

„Tut mir leid, mein Großer, aber zum Spielen haben wir heute keine Zeit mehr. Ich muss heute noch zu einem wichtigen Geschäftsessen.“
„Du, können Dornen von Rosen, einem am Rücken kratzen?“
„Klar, wenn man nicht aufpasst, kann das schon passieren.“
„Tim hat mir das auch gesagt, also das es die Dornen waren, aber ich glaube das nicht.“
Hotch begab sich in die Hocke und blickte seinen Sohn voller Zuneigung an.
„Jemand hat Tim weh getan. Das fühle ich ganz deutlich.“
Kaum waren diese beiden Sätze heraus, begann Jack bitterlich zu weinen.
Hotch nahm Jack in seine Arme.

„Schon gut, mein Großer, schon gut. Soll ich mir Tim einmal ansehen?“
„Er ist ganz böse geworden.“, schluchzte Jack.
„Aber Tante Rose hat doch heute gesagt, dass Hilfe immer angenommen werden kann.“
„Da hat Tante Rose genau das Richtige gesagt.“
Hotch blickte sich um und entdeckte Morgan, der gerade Susi beim Schuhe zubinden half, während er sich gleichzeitig mit deren beiden Vätern unterhielt.

Hotch lächelte flüchtig, als er gleich darauf auch Reid erblickte, der noch immer in eine heftige Diskussion mit Marybeth verstrickt war und ihr eine dicke Schwarte unter die niedliche Stubsnase hielt. Wahrscheinlich Harry Potter, Band so und so… Hotch hatte da echt den Überblick verloren. Außerdem stand er mehr auf Herr der Ringe.

„He, Morgan, kommst du mal bitte.“
„Klar, was gibt es denn, Hotch?“
„Könntest du dich bitte um Jack kümmern, ich habe da etwas zu klären. Ach ja und siehe bitte zu, dass Marybeth unseren armen Reid endlich in Ruhe lässt.“ Hotch zwinkerte Morgan zu, gab Jack einen Kuss auf die Stirn und begab sich danach zu Rose, die gerade mit einem gut gekleideten Herren und einer vornehm aussehenden Dame sprach. Zwischen ihnen stand Tim und bohrte in der Nase, jedoch nicht lange, denn sofort bekam er einen heftigen Klaps auf seine Hand von seinem Vater. Hotch schluckte seinen aufsteigenden Ärger hinunter und begrüßte Rose mit einem festen Händedruck.

„Aaron, darf ich Ihnen Elisabeth und Bert vorstellen, die Eltern von Tim.“
Tatsächlich sah Hotch die beiden jetzt zum ersten Mal. Irgendwie hatte immer die Zeit gefehlt, sich näher bekannt zu machen.

Hotch nickte den beiden zu und kam danach umgehend zur Sache. Wahrscheinlich war es am besten so.

„Jack hat mir erzählt, dass Tims Rücken Kratzspuren aufweist. Tim behauptet, dass es Dornen waren, Jack jedoch, ist davon überzeugt, dass seinem besten Freund wehgetan wurde.“

Berts linke Augenbraue zog sich steil nach oben.
„Tim, geh bitte kurz spielen.“
„Ab… abbb… aber VVVVV… Vaaaaater iiiiii… iich mmmmm... mööööchte …“
„ICH HABE DIR GESAGT, DASS DU SPIELEN GEHEN SOLLST!UND LERNE ENDLICH ORDENTLICH ZU SPRECHEN, DU KLEINER VERSAGER!“ Bert holte aus und schlug mit seiner rechten Faust Tim ins Gesicht.
Rose schrie auf. Sofort stellte sie sich schützend vor Tim.

„WIE KÖNNEN SIE ES WAGEN!“
„Schon gut, Rose, bitte lassen Sie mich das regeln.“ Sanft schob Hotch Rose zur Seite und baute sich vor Bert auf.
„Es ist schon ein Krampf mit den Kindern, nicht wahr? Nie wollen sie einem gehorchen.“
Bert wischte sich die Schweißperlen von der Stirn, während Elisabeth seelenruhig begann ihre Nase zu pudern. Für Tim hatte sie nur einen verächtlichen Blick übrig gehabt, der jetzt heulend am Boden saß und von Rose liebevoll getröstet wurde.

„Sie sagen es, Aaron. Verzogene Bälger, alle miteinander!“
„Oh ja und dann erst dieser bescheuerte Sprachfehler! Kann Tim nicht endlich vernünftig reden?“.
„Ach, Aaron, was hab ich schon alles versucht, jeden Tag erhält er 25 Rutenstreiche von mir, aber es nützt nichts, er …“

„Du elendes Schwein“, flüsterte Hotch, aber in diesem Flüstern offenbarte sich ein Zorn, welchen Hotch schon lange nicht mehr gespürt hatte. Er holte aus und …
“Nicht Hotch, begib dich nicht auf sein feiges Niveau herab!“ Morgan zog Hotch jetzt von Bert weg und hielt ihn zur Sicherheit fest.

„Hast du alles mit angehört?“ Hotchs Stimme bebte.
„Ja, Hotch habe ich. Dafür wird er seine gerechte Strafe bekommen und sie auch. Gewiss hat sie ihm geholfen.“

Mittlerweile waren auch Jack und Spencer herbei gekommen. Jack schlang sofort seine Arme um den weinenden Tim und drückte ihn an sich.

„Dein Vater ist ein Arschloch, ab jetzt wohnst du bei mir und meinem Vater. Der ist total cool. Der ist Agent, musst du wissen. Derek zeigt dir, wie man boxt und Spencer bringt dir Schach bei.“
„Ddddddafür bbbbb… bin … bin ich zu bllll… blöd.“
„Nicht doch, Hotch bringe ich es doch gerade auch bei und der ist wahrhaftig auch keine Leuch…“
„Ja, Reid, was wolltest du gerade von dir geben?“
„Äh… schon gut, ich habe nichts gesagt.“
Dann ist es ja gut. Morgan kannst du bitte alles Weitere übernehmen, ich muss an die frische Luft. Tim, du kommst selbstverständlich zu mir und Jack, okay?“
„OOOO… OH JA!!“
„Reid, bitte begleite die beiden zu meinen Wagen, ich habe noch etwas zu erledigen.“

Kaum war Spencer mit Jack und Tim außer Sichtweite, packte Hotch Bert an dessen Hoden und quetschte diese heftig zusammen.
Bert jaulte gepeinigt auf.
„HOTCH!“
„Schon gut, Morgan, es ist nichts weiter, nicht wahr, Bert?“
Hotch rammte sein linkes Bein in Berts Intimbereich hinein.
„Wenn du Drecksack es je noch einmal wagen solltest, Tim auch nur aus weiter Ferne anzublicken, dann reiß ich dir deine verdammten Eier ab und werf sie deiner Frau zum Fraß vor.“
Hotch lächelte Bert nett an, ehe er sechs weitere Tritte austeilte.
„Hotch, das reicht jetzt wirklich. Komm, lass es gut sein.“ Morgan wollte nach seinem Chef greifen, aber der wich zurück.
„Morgan, ich schätze dich sehr, aber wage es nie mehr dich einzumischen, wenn ich ein Arschloch verprügle, dass sich an einem Kind vergangen hat, auf welche Weise auch immer. Und jetzt komm, du musst mir helfen, für Tim ein Bett zu kaufen. Wenn ich Reid darum frage, endet es damit, dass wir im Möbelgeschäft übernachten müssen.“
Morgan grinste.
„Geht klar, Chef. Ich kümmere mich nur noch um die Zwei hier.“
„Gut. Jetzt ist alles gut.“ Hotch nickte und strich seinen Anzug glatt.

THE END





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Eine wirklich interessante Umsetzung. Mit sowas hatte ich nicht gerechnet. (Gut. Das habe ich bei den wenigsten Geschichten.) Ich finde immer wieder interessant, wie die Autoren die Zitate umsetzen. Hier ist es auch besonders interessant, weil ich die Serie (und damit auch die eigentliche Bedeutung dieses Zitats), aus der das Zitat stammt, kenne.
Mit Criminal Minds kenne ich mich nicht aus, aber das musste ich hier auch gar nicht. Man konnte sich auch so sehr gut in der Geschichte zurechtfinden.

Eure lula-chan
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