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Unter den Sternen [OTP]

von Sira-la
OneshotSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12
Hester Shaw Tom Natsworthy
24.08.2020
24.08.2020
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24.08.2020 728
 
Hier ist er nun, mein letzter Beitrag zur OTP-Challenge, zum Prompt 45, „Nachthimmel betrachten“.
Den Film, und vor allem den Score, kann ich übrigens sehr empfehlen, seit ein paar Tagen kann man ihn auf Amazon Prime streamen. Die Gelegenheit hab ich gleich genutzt, um diesen OneShot, den ich nach meinem ersten Mal schauen begonnen hatte, endlich fertigzustellen ^^
Viel Spaß beim Lesen.
Sira

PS: Kleiner FunFact am Rande: „Shan Guo“ könnte sich mit „Das Gute Land“ übersetzen lassen. Bei „Guo“ bin ich mir sehr sicher, dass von den vielen Bedeutungen „das Land“ gemeint ist. Und „Shan“ kann auf Chinesisch unter anderem „Das Gute“ bedeuten, aber auch „Berg“ wäre möglich. Eine nette Doppelbedeutung, wie ich finde ^^

Unter den Sternen
„Und, wohin willst du als Nächstes?“, rief Tom nach hinten.
Hester lag auf den Brettern an der Spitze des Hecks und sah hinauf in den Sternenhimmel. „Wo immer uns der Wind hinträgt“, rief sie zurück.
Tom grinste. Die Frage stellte er ihr seit ihrem Aufbruch jeden Abend. Und bis jetzt hatte der Wind ihnen gute Dienste geleistet. Die große Grenzmauer von Shan Guo lagen hinter ihnen, ebenso die Trümmer der zerstörten Städte und die Ruinen von London. Die Freiheit, die er hier oben verspürte, schenkte ihm die dringend ersehnte Ruhe nach den vergangenen Wochen voller Angst und Schmerz. Und dass Hester mit ihm zusammen hier war, machte den Augenblick nur noch perfekter. Bis jetzt waren sie ziemlich genau nach Osten vorgedrungen, immer weiter und weiter dem gigantischen Berg entgegen, der den gesamten Horizont auszufüllen schien. Noch immer konnte Tom sich nicht sattsehen an dem Anblick unter ihm. Die sauberen Flüsse, die leuchtend grünen Wiesen. Auch der Anblick über ihm war fantastisch. London hatte Smog ausgestoßen, wie jede der fahrenden Städte. So einen klaren Sternenhimmel hatte er in seinem Leben noch nie gesehen, bis er auf Hester gestoßen war.
Er verstellte die Hebel, so dass die Windflower, wie sie das Schiff jetzt nannten, die Nacht über in der Luft bleiben würde, auch wenn er die Instrumente nicht im Auge behielt. Dann ging er zu Hester. „Kommst du essen?“ Sie hatten keine Vorräte mitgenommen gehabt bei ihrem Aufbruch, denn sie waren direkt nach ihrem Sieg über Valentine einfach weitergeflogen. Stattdessen landeten sie im Laufe des Tages einfach irgendwo und suchten sich dort Proviant. Essbare Pflanzen gab es hier genug, auch etwas, an das Tom sich erst hatte gewöhnen müssen.
„Er hat gesagt, er ist mein Vater.“ Hester sah noch immer in den Himmel und ihre Stimme war ungewöhnlich leise.
Tom brauchte nicht zu fragen, wen sie meinte. Deshalb war sie die letzten Tage immer mal wieder abweisend gewesen, tief in Gedanken versunken. Er ließ sich im Schneidersitz auf die Bretter sinken und legte, da er ihre Hand nicht erreichen konnte, seine Hände auf ihre Knöchel. „Das war er nicht“, widersprach er. „Ein Vater ist jemand, der sich kümmert. Der sein Kind unterstützt und liebt, egal was passiert. Der sein Kind beschützt.“ Er blinzelte, als er spürte, das seine Augen feucht wurden. Acht Jahre war es her und noch immer vermisste er seine Eltern unendlich stark. „Ein Vater nimmt dich in den Arm, wenn du traurig bist, und lacht mit dir, wenn du glücklich bist.“
Sie bewegte sich leicht, sah ihn jetzt an. Tränen schwammen in ihren Augen. „Shrike“, flüsterte sie erstickt.
Tom bemühte sich, ein neutrales Gesicht beizubehalten. Er wusste, dass sich dieses … Ding um Hester gekümmert hatte, aber das Bild, das sich jetzt in seine Erinnerungen drängte, waren leuchtend grüne Augen, die auf Mord aus waren. Bis heute wusste er nicht, was genau in Airhaven geschehen war, nachdem er das Bewusstsein verloren hatte. „Er hat sich um dich gekümmert“, erwiderte er nach einem Moment des Schweigen.
Hester nickte leicht. Jetzt rannen die Tränen ihre Wangen hinab, aber sie zeigte ein leichtes Lächeln. „Er war mein Vater“, sagte sie nach einer Weile mit fester Stimme und setzte sich auf. „Egal, was Valentine behauptet hat, Shrike war mein Vater.“ Sie griff nach Toms Händen. „Danke, Tom.“
Er wollte etwas antworten, irgendwas, aber es entfiel ihm in dem Moment, als sie sich noch näher zu ihm lehnte. In dem Moment, als sie ihre Lippen auf seine legte, zum allerersten Mal. Und Tom beschloss, dass es nicht wichtig war, was er hatte sagen wollen. Das einzig Wichtige war jetzt nur noch, Hester in seinen Armen zu halten und ihren Kuss zu erwidern.
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